Lade Inhalt...

Bedeutung und Analyse von Kindersuchmaschinen im Internet (am Beispiel von Blinde Kuh und Helles Köpfchen)

Seminararbeit 2007 14 Seiten

Pädagogik - Medienpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Medium Internet und seine Bedeutung für Kinder
2.1 Wofür Kinder das Internet nutzen
2.2 Gefahren des Internet und Präventionsmöglichkeiten

3 Die Kindersuchmaschine: Beschreibung und Analyse
3.1 Blinde Kuh
3.1.1 Die Startseite
3.1.2 Die einzelnen Rubriken
3.1.3 Die Zielgruppe
3.1.4 Layout und Navigation
3.1.5 Werbung
3.1.6 Link-Bewertung
3.1.7 „Erwachsenen-Check“
3.2 Helles Köpfchen
3.2.1 Die Startseite
3.2.2 Die einzelnen Rubriken
3.2.3 Die Zielgruppe
3.2.4 Layout und Navigation
3.2.5 Werbung
3.2.6 Link-Bewertung
3.2.7 „Erwachsenen-Check“

4 Schlussfolgerungen

5 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Wenn ich mir überlege, was das Internet für mich persönlich bedeutet, fallen mir viele Dinge ein, die für mich kaum vorstellbar wären ohne Internet: der Kontakt zu Dozenten und Professoren, Materialienbeschaffung für das Studium und einzelne Seminare, die Planung des Urlaubs, der Kontakt zu Freunden und Familie, Informationsbeschaffung mit Hilfe von Suchmaschinen etc. Da ich, als das Internet im privaten Gebrauch langsam an Bedeutung gewann, nicht mehr im Grundschulalter war, stellte sich mir bisher auch nie die Frage, wie wichtig eigens für Kinder konzipierte Websites und Suchmaschinen sind. Ich bin zwar von Anfang an kritisch an dieses Medium herangegangen, doch haben sich mir viele Schwierigkeiten und Gefahren auch erst durch das Nutzen des Internet gezeigt, auf die ich anders vielleicht nie gekommen wäre.

Nun, da das Internet immer mehr an Bedeutung gewinnt und auch schon Teil des Unterrichts in der Grundschule wird (was zu meiner Schulzeit noch relativ neu war), muss den Internetanfängern ein vor jeglicher potenzieller Gewalt geschützter Rahmen geschaffen werden, in dem die Internetanfänger zu einem kritischen Umgang mit dem Medium Internet herangeführt werden können.

In der vorliegenden Arbeit informiert der Punkt Das Medium Internet und seine Bedeutung für Kinder anhand von Ergebnissen der jüngsten KIM-Studie[1] über die stetig wachsende Relevanz des Themas Internet in Bezug auf Kinder im Alter von Sechs bis 13 Jahren. Die einzelnen Interessengebiete der kindlichen Internetnutzer beschreibt der nächste Punkt Wofür Kinder das Internet nutzen: Hier liegt der Schwerpunkt auf Kindern im Vorschul- und Grundschulalter, da das für mich als angehende Grundschulpädagogin diejenigen Kinder sind, mit denen ich arbeiten werde. Da das Internet neben seinen unbegrenzten Möglichkeiten jedoch auch ein hohes Gefahrenpotenzial mit sich trägt, ist es für jeden Internetnutzer ein absolutes Muss, sich dieser Gefahren und darüber hinaus über Präventionsmöglichkeiten bewusst zu sein. Dies behandelt der Abschnitt Gefahren des Internet. Diesem ersten Teil der Arbeit folgt der eigentliche Schwerpunkt, der gleichzeitig eine Präventionsmöglichkeit für die im Internet lauernden Gefahren in Bezug auf Kinder beschreibt: Die Kindersuchmaschine. Aus den mittlerweile zahlreichen Suchmaschinen und Portalen für Kinder habe ich die bekannteste und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend empfohlene Kindersuchmaschine Blinde Kuh und die ebenso für Kinder, wie auch für Jugendliche konzipierte Suchmaschine Helles Köpfchen näher betrachtet und analysiert. Der letzte Punkt Schlussfolgerungen rundet die Arbeit mit abschließenden Gedanken ab.

2 Das Medium Internet und seine Bedeutung für Kinder

In einer Zeit, in der Medien immer mehr an Bedeutung und Selbstverständlichkeit gewinnen, versteht es die Medienpädagogik als ihre Aufgabe, Erziehern und Kindern einen bewussten Medienumgang zu ermöglichen[2]. Neben den zahlreichen und unbegrenzt scheinenden Möglichkeiten des Mediums Internet verbergen sich jedoch auch Grenzen, Hürden und Gefahren, die dem Internetnutzer nicht ohne weiteres bewusst werden. Die Langzeitstudie KIM (Kinder und Medien) untersucht seit acht Jahren unter anderem das Internetverhalten von Sechs- bis 13-Jährigen. Mehr als 80 % der 1203 befragten Kinder haben zu Hause einen Zugang zum Internet, der ihnen bei Interesse zur Verfügung steht. Da das Internet seinem Nutzer in den meisten Fällen Lese- und Schreibkompetenz abverlangt, nimmt die Bedeutung des Internets ab dem mittleren Grundschulalter von acht Jahren stark zu. Trotz der ständigen Debatte auf Seiten von Pädagogen und Erziehern über die Gefahren des Internets zeigt das Ergebnis der Befragung, dass 36 % der Kinder alleine ins Internet gehen, d.h. ohne Aufsicht der Eltern.[3] An dieser Stelle tritt die Bedeutung von Suchmaschinen und Internetportalen für Kinder in den Vordergrund. Auf diesen speziell für Kinder konzipierten Seiten werden deren Bedürfnisse berücksichtigt und zahlreiche Möglichkeiten geschaffen, sich zu informieren und den eigenen Interessen nachzugehen.

Die erste, aus einer privaten Initiative entstandenen und mittlerweile vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützten, geförderten und empfohlenen Suchmaschine, die eigens für Kinder geschaffen wurde, ist die Blinde Kuh. Dieser Kindersuchmaschine folgten weitere und so ist in wenigen Jahren eine Vielzahl an Portalen und Suchmaschinen entstanden, die es sich zur Aufgabe machen, Kinder und Jugendliche in ihrem Internetgebrauch vor Gefahren zu schützen, sie altersgerecht an dieses Medium heranzuführen und dabei immer das Kinder- und Jugendschutzrecht in Auge zu behalten.[4] Viel wichtiger als bei großen Suchmaschinen wie google.de oder yahoo.com, die eine andere Zielgruppe haben, ist es hier, dass sich die Anbieter der jeweiligen Seite mit Name, Foto und Kontaktadresse vorstellt und den ständigen Austausch v.a. mit den Eltern ermöglichen.[5] Bei den meisten Kinderseiten findet man dies unter Rubriken wie „Erwachsene“ oder „Eltern“. Hier wird den Eltern auch häufig die Möglichkeit gegeben, sich über Absichten und Gedanken der „Macher“ zu informieren.[6] Dadurch wird zweifelnden Eltern oder denjenigen Eltern, die sich mit diesem Medium nicht auskennen ein Vertrauen entgegengebracht. Auch brauchen sie nicht zu befürchten, dass die Kinder bei der Internetnutzung Gefahren ausgesetzt werden. Eine 100 %ige Garantie und Absicherung kann es zwar nie geben, aber im Namen des Kinder- und Jugendschutzes sind die Anbieter immer darum bemüht, dies zu gewährleisten.[7] Um die Seriosität zu bewahren sind Kinderseiten stets um Anerkennung bemüht, die sich in staatlicher Förderung (Blinde Kuh) und in Auszeichnungen wie dem Kinderkulturpreis und dem Grimme Online Award (Blinde Kuh) oder dem Erfurter Netcode und dem Pädagogischen Interaktivpreis (Helles Köpfchen) zeigt.[8]

2.1 Wofür Kinder das Internet nutzen

Wofür Kinder das Internet nutzen ist stark von ihrem Alter abhängig. Kinder im Vorschulalter, d.h. Kinder die noch nicht im Besitz von Lese- und Schreibkompetenz sind, sind in ihrer Internetnutzung auf Hilfe älterer, im Idealfall auf die Hilfe ihrer Eltern angewiesen. Da Lesen und Schreiben als Möglichkeit wegfällt, bleiben Kindern dieses Alters beispielsweise Online-Spiel-Angebote oder audiovisuelle Angebote.[9]

Für ältere Kinder im Grundschulalter „…spielen vorgängige Medienerlebnisse und die kommerzialisierte Kinderkultur eine besondere Rolle.“[10] Dies bedeutet, dass die Kinder nach ihren Helden aus der Musikbranche oder Helden aus Fernsehsendungen suchen. Bezüglich des Interesses gibt es allerdings zwischen leseunkundigen Kindern und Leseanfängern keine großen Unterschiede, da die Grundschulkinder zumindest anfangs noch mit den Anforderungen überfordert sind.[11] Erst bei Jugendlichen kommt der Möglichkeit, das Internet zur Online-Kommunikation zu nutzen, eine größere Bedeutung zu. Die befragten Kinder der KIM-Studie hingegen nutzen das Internet vorzugsweise zur Informationsbeschaffung: in erster Linie zur Informationsbeschaffung für die Schule (48 %).[12] Weitere Interessen wie „Andere Infos suchen“ (44 %), „Onlinespiele alleine“ (40 %), „Kinder-Seiten nutzen“ (38 %), „E-Mails schreiben“ (33 %) und „Chatten“ (20 %) zeigen eine große Nachfrage.[13] Diese Angebote findet man - zumindest eine Auswahl der eben genannten Interessen – bei jeder Kindersuchmaschine. Kindersuchmaschinen decken also einen großen Teil der Anforderungen und Wünsche ab, die der Nutzer an das Internet stellt. Auch andere Angebote, die sich eher an erwachsene Nutzer richten, werden von Kindern genutzt: Ein Viertel der Befragten Kinder gibt „Erwachsenen-Seiten nutzen“[14] als Tätigkeitsfeld an. Sobald die Kinder ohne Begleitung eines Erwachsenen selbständig auf diesen Seiten surfen, sind sie vor bestimmten Gefahren nur geschützt, wenn sie im Vorfeld eine angeleitete Interneteinführung erhalten haben.

[...]


[1] Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest: KIM-Studie 2006. Kinder + Medien, Computer + Internet. Basisuntersuchung zum Medienumgang 6- bis 13-Jährger. (2007)

[2] vgl. KIM-Studie, S.3

[3] vgl. ebd., S 41 ff.

[4] vgl. http://www.blinde-kuh.de/informationen.html (27.3.2007)

[5] vgl. http://www.helles-koepfchen.de/Erwachsene/ (27.3.2007)

[6] vgl. ebd.

[7] vgl. http://www.blinde-kuh.de/fbitips.html (29.3.2007)

[8] vgl. Kübler, Hans-Dieter: Medien für Kinder, Von der Literatur zum Internet-Portal. Ein Überblick. 9. Aufl. München: Wilhelm Fink Verlag 2001. S. 151.

[9] vgl. Feil, Christine: Nutzungsverhalten der Kinder im Internet. In: Ein Netz für Kinder. Surfen ohne Risiko? Ein praktischer Leitfaden für Eltern und Pädagogen. (2004). S.13.

[10] Ein Netz für Kinder, S. 13.

[11] vgl. ebd.

[12] vgl. KIM-Studie, S.44.

[13] vgl. ebd.

[14] ebd.

Details

Seiten
14
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783638044868
Dateigröße
448 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v90251
Institution / Hochschule
Pädagogische Hochschule Freiburg im Breisgau
Note
1,5
Schlagworte
Bedeutung Analyse Kindersuchmaschinen Internet Beispiel Blinde Helles Köpfchen)

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Bedeutung und Analyse von Kindersuchmaschinen im Internet (am Beispiel von Blinde Kuh und Helles Köpfchen)