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Die Politisierung eines Unpolitischen? Der öffentliche Autor Thomas Mann im Wandel seiner Laufbahn

Examensarbeit 2006 87 Seiten

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1. Theoretische Grundlagen: Pierre Bourdieu – Einige Allgemeine Eigenschaften der Felder kultureller Produktion

2. Thomas Manns Positionierung in politischen Krisen
2.1. Die Zeit des Ersten Weltkrieges
2.1.1. Vor dem Ersten Weltkrieg – Der Eintritt ins literarische Feld
2.1.2. Der Kriegsausbruch
2.1.3. Die Betrachtungen eines Unpolitischen
2.1.4. Thomas Manns Bild in der Öffentlichkeit zur Zeit des Ersten Weltkrieges
2.1.5. Zusammenfassende Betrachtung
2.2. Die Weimarer Republik
2.2.1. Zeit der Umorientierung
2.2.2. Der Vernunftrepublikaner
2.2.3. Kampf dem Faschismus
2.2.4. Die Reaktion der Öffentlichkeit auf Thomas Manns Wandel
2.2.5. Zusammenfassende Betrachtung
2.3. Die Zeit des Zweiten Weltkrieges
2.3.1. Das ungewollte Exil
2.3.2. Der bekennende Emigrant
2.3.3. Die ruhmreiche Phase als „Repräsentant des anderen Deutschlands“
2.3.4. Thomas Manns Engagement aus Sicht der Fremdperspektive
2.3.5. Zusammenfassende Betrachtung
2.4. Die Nachkriegszeit
2.4.1. Rückzug aus der Politik
2.4.2. Der Deuter des deutschen Sonderwegs
2.4.3. Die Auseinandersetzung mit der „inneren Emigration“
2.4.4. Schritte der Annäherung
2.4.5. Zusammenfassende Betrachtung

Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Vorwort

Thomas Mann ist wohl einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller unserer Zeit. Das Lesen seiner Werke gehört zur Allgemeinbildung und so ist es nicht verwunderlich, dass er zum Kanon in der Schule gehört, ganz wie er es sich im „Tod von Venedig“ als Gustav von Aschenbach erträumt hat. Jedoch sind es meist nur seine Romane oder Novellen, die bei Literaten und Laien Anklang finden und hauptsächlich in der Wissenschaft diskutiert und interpretiert werden. Dabei stellen diese im Vergleich zu seinen politischen Aufsätze, Reden und Ansprachen nur einen geringen Teil seines gesamten Lebenswerks dar. Einen Klassiker wie Thomas Mann als politischen Denker einzuordnen, fällt vielen heutzutage noch schwer. Viel lieber sieht man den Verfasser der „Buddenbrooks“ als Sohn des 19. Jahrhunderts und damit als einen Repräsentanten des unpolitischen Bürgertums. Diese Ansicht ist auch nicht ganz von der Hand zuweisen, nennt er sich doch selbst immer wieder gerne einen „Unpolitischen“ und das nicht nur in seinen „Betrachtungen“, sondern auch in seinen Tagebüchern und Briefen. Diese zeugen davon, dass ihn das im engeren Sinne Politische meist nur am Rande interessierte. Viel bedeutender war für ihn, was für einen Schriftsteller nicht außergewöhnlich ist, die Arbeit am Schreibtisch. Durch politische Angelegenheiten fühlte er sich meist nur belästigt und im Alltag gestört. Hinzu kommt, dass er als empfindliche Persönlichkeit sehr schnell beleidigt auf Kritik reagierte, was wiederum nicht als beste Voraussetzung für politische Belange gilt.

Und doch begibt sich der zu diesem Zeitpunkt 39-Jährige mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges auf das Feld der Politik. Bis zu diesem Zeitpunkt arrangiert er sich mit dem System des Wilhelminischen Kaiserreichs. Die politische, gesellschaftliche und ökonomische Realität sind für sein Schaffen nicht störend und so interessiert er sich auch nicht sonderlich für die Welt im Großen. Der Beginn des Ersten Weltkrieges trifft ihn jedoch in seiner Ahnungslosigkeit und zwingt ihn Partei zu ergreifen. Er schlägt sich auf die Seite der Patrioten und stimmt in die allgemeine Kriegsbegeisterung ein. Da er allerdings von Ärzten für den Einsatz an der Front ausgemustert wird, will er wenigstens seinen Dienst für das Vaterland am Schreibtisch leisten.[1] 1914 erscheint sein erster politischer Essay „Gedanken im Kriege“. Es folgen weitere wie beispielsweise „Friedrich und die große Koalition“ (1914) oder der „Brief an die Zeitung ,Svenska Dagbladet’, Stockholm“ (1915). Besonders herausragend für diese Zeit sind jedoch „Die Betrachtungen eines Unpolitischen“, an denen er von Herbst 1915 bis Frühjahr 1918 schreibt. Diese polemische Schrift, in der er sich gegen die Demokratie wendet, bringt ihm nicht nur mit seinem Bruder Heinrich Streit ein, sondern wird auch nach dem Ersten Weltkrieg und sogar noch nach seinem Tode bereitwillig von seinen Gegnern als Nährboden genutzt.

Am 15. Oktober 1922 bezeugt Thomas Mann dann erstmals öffentlich seine Wendung zum Vernunftrepublikaner. Anlässlich des 60igsten Geburtstags von Gerhart Hauptmann hält er im Berliner Beethovensaal die Festrede „Von deutscher Republik“ und ruft damit zur vorher noch verachteten Demokratie auf. Das Echo in der Presse ist enorm. Große Zeitungen loben ihn, rechte Blätter reagieren höhnisch.[2] Die Öffentlichkeitsarbeit dieser Zeit ist gewaltig. Es folgen viele Vortragsreisen, die Thomas Mann auch im Ausland berühmt machen. Die Verleihung des Literaturnobelpreises 1929 krönt den Ruhm dieser Zeit.

Mehr und mehr gerät der nunmehr deutsche Repräsentant in die Kritik der Deutschnationalen und Nationalsozialisten. Bekanntestes Beispiel hierfür ist wohl die öffentliche Rede „Deutsche Ansprache“, die er im Oktober 1930 in Berlin verliest und welche von Rechtsorientierten mit Zwischenrufen massiv gestört wird. Der Vortrag „Leiden und Größe Richard Wagners“, den er im Februar 1933 erst in München und dann auf einer Vortragsreise im Ausland hält, zwingt ihn unfreiwillig ins Exil. Um die deutschen Behörden nicht zu reizen und um weiter in Deutschland publizieren zu können, verhält sich Thomas Mann bis 1936 politisch gesehen sehr ruhig. Seine Kinder Erika und Klaus drängen ihn jedoch öffentlich endlich Stellung zu beziehen, so dass im Februar 1936 der offene Brief „An Eduard Korrodi“ erscheint. Dies ist der Beginn eines entschiedenen Kampfes gegen den Nationalsozialismus. Nunmehr in Amerika lebend, tritt er als Repräsentant Deutschlands entschlossen gegen Hitler auf. Von Oktober 1940 bis Ende 1945 strahlt die BBC seine Rundfunkreden „Deutsche Hörer“ nach Deutschland aus. Thomas Mann ist in Amerika so berühmt wie kaum ein Amerikaner.

Das Kriegsende lässt ihn jedoch einen schärferen Ton gegen die gesamte deutsche Bevölkerung einschlagen. Mit „Warum ich nicht nach Deutschland zurückgehe“ und „Deutschland und die Deutschen“ grenzt er sich vor allem von den Mitgliedern der so genannten „Inneren Emigration“ ab. Obwohl er Amerika wegen der aufkeimenden Sozialistenverfolgung verlässt, kehrt er nicht nach Deutschland zurück, sondern siedelt wieder in die Schweiz. Mit seinem Vortrag im Goethejahr 1949, welchen er in Frankfurt sowie in Weimar hält, unternimmt er zwar den Versuch einer Aussöhnung, diese stellt sich bis zu seinem Tod 1955 jedoch nie so recht ein.

Kann man, nachdem man den Lebensweg Thomas Manns verfolgt, ihn für einen „Unpolitischen“ halten? Hat nicht die Geschichte aus ihm einen „Politischen“ geformt? Auch wenn er sich gerne der politischen Welt entziehen wollte, wurde er nicht von den geschichtlichen Ereignissen so stark bedrängt, dass er als bedeutender Schriftsteller Stellung beziehen musste? Haben sein politisches Engagement, seine zeitkritische Wachheit und seine Präsenz in der Öffentlichkeit ihn nicht erst zum Repräsentanten Deutschlands gemacht? Diese Fragen soll die nun folgende Arbeit klären. Dafür wird zunächst einmal kurz auf Pierre Bourdieus Feldbegriff als theoretische Grundlage eingegangen. Anschließend folgt die chronologische Untersuchung ausgewählter Reden und Essays Thomas Manns, in denen er sich in politischen Krisen positioniert. Beginnend beim Ersten Weltkrieg, über die Weimarer Republik, den Zweiten Weltkrieg bis hin zur Nachkriegszeit soll damit sein Verhalten beleuchtet werden. Dabei steht neben der eigenen Sichtweise Thomas Manns auch das Bild, welches die Öffentlichkeit von ihm hatte, im Mittelpunkt. Abschließend wird zusammenfassend das Ergebnis der Fragestellung erläutert.

1. Theoretische Grundlagen: Pierre Bourdieu – Einige Allgemeine Eigenschaften der Felder kultureller Produktion

Um sich der dargestellten Problematik zu nähern, soll hier zunächst einmal kurz auf Pierre Bourdieus theoretische Untersuchung „Die Regeln der Kunst. Genese und Struktur des literarischen Feldes“[3] eingegangen werden. Basierend auf diesen Erkenntnissen wird dann anschließend Thomas Manns Bezug zur Politik dargelegt.

Pierre Bourdieu spricht in seinen theoretischen Erläuterungen von dem zentralen Begriff des „Feldes“. Dabei handelt es sich für ihn um einen regelhaft vorstrukturierten Bereich in Politik, Ökonomie, Wissenschaft oder Kunst. Dieser Raum ist dadurch gekennzeichnet, dass in ihm Akteure und/oder Institutionen nach bestimmten Normen und Regeln handeln. Der Besitz beziehungsweise das Streben nach dem Besitz des so genannten „Kapitals“ ist dabei die gemeinsame Eigenschaft aller Beteiligten des Feldes. Die Kräftebeziehung unter den Handelnden ist somit von zentraler Bedeutung.

Das Feld der Literatur ist dadurch gekennzeichnet, dass es keine offiziellen Regeln besitzt, da keine Institutionalisierung vorherrscht. Vielmehr ist die hohe Durchlässigkeit der Grenzen dieses Feldes hervorstechend. Die heute von uns als selbstverständlich hingenommene, semantisch jedoch unscharfe, Definition eines Schriftstellers ist laut Bourdieu das Ergebnis langwieriger interner Definitionskämpfe. „Jeder versucht, die Grenzen des Feldes so abzustecken, daß ihr Verlauf den eigenen Interessen entgegenkommt, oder, was auf dasselbe hinausläuft, seine Definition der wahren Zugehörigkeit zum Feld […] durchzusetzen – die Definition also, die am geeignetsten ist, ihm das Recht zu verleihen, so zu sein, wie er ist.“[4]

Die Akteure des Feldes der Literatur sind in der Regel literarisch interessierte und primär materiell uninteressierte Produzenten von Werken. Diese fertigen laut Bourdieu entweder nur für andere Literaturproduzenten – er nennt sie „autonome“ Literaten – oder aber für ein breites, nicht exklusives Publikum – die so genannten „heteronomen“ Schriftsteller.

Die „Macht“ oder auch das „Kapital“, welches die Akteure akkumulieren, unterteilt Bourdieu in „ökonomisch“ und „symbolisch“. Während das „ökonomische Kapital“ aus materiellem Besitz, also Geld, besteht, handelt es sich beim „symbolischen Kapital“ um Anerkennung. Diese Anerkennung kann zum einen durch andere Schriftsteller, was zur internen Hierarchisierung des Feldes führt, oder durch das breite Publikum, was zur externen Hierarchisierung des Feldes führt, gegeben werden. Die soziale und kulturelle Qualität des Publikums entscheidet dabei über den Wert des „symbolischen Kapitals“. Weiterhin erlaubt die Anhäufung „symbolischen Kapitals“ in der Regel Interventionen in anderen Feldern. So kann sich ein anerkannter und berühmter Schriftsteller beispielsweise auch in dem Feld der Politik äußern, was im Normalfall als anmaßend gelten würde.

Jeder Akteur befindet sich in einer ihm zugeordneten Position innerhalb des Feldes. Diese wird zum einen durch die interne und zum anderen durch die externe Hierarchisierung bestimmt. Intern ist hierzu der Grad der feldspezifischen Anerkennung durch die „Kollegen“ entscheidend. Dabei kann es durchaus vorkommen, dass Ablehnungen von Konzessionen an das Publikum reputationssteigernd wirken können. Über die externe Hierarchisierung entscheidet der Grad der „öffentlichen“ Anerkennung und des „weltlichen“, das heißt kommerziellen Erfolgs, wozu beispielsweise Auflagenhöhe, Preise und Aufträge zählen.

Aufgrund der hierarchischen Beziehungen zwischen den unterschiedlichen Kapitalsorten und ihren Besitzern nimmt jeder Produzent im Feld eine bestimmte Position ein. Es handelt sich sozusagen um den fertigen Zustand, in dem sich der Autor befindet. Dabei ist die aktuelle und potentielle Situation der Struktur der Verteilung des Kapitals von Bedeutung. Verständlicher Weise haben Autoren mit hohem ökonomischem Kapital bessere Chancen bei ihrem Eintritt in das Feld gefestigte Positionen einzunehmen als Autoren mit geringem oder gar keinem Kapital. Das Feld ist somit auch ein Netz objektiver Beziehungen zwischen Positionen.

Entsprechend der unterschiedlichen Positionen innerhalb des Feldes entstehen die unterschiedlichsten Positionierungen. Diese sind literarische Werke, aber auch politische Taten und Reden. Jeder Autor positioniert sich demnach durch seine Werke und Handlungen im literarischen Feld. Bourdieu bemerkt, dass sich dabei jede Positionierung erst im Hinblick auf die Gesamtheit aller Positionierungen im Feld und den Raum der Möglichkeiten definieren lässt. Demzufolge kann es durchaus vorkommen, „daß Sinn und Wert einer ansonsten gleichbleibenden Positionierung […] sich bei einer Veränderung des Universums der untereinander austauschbaren Optionen, die den Produzenten und Konsumenten gleichzeitig angeboten werden, automatisch mit ändern.“[5]

Der Raum des Möglichen ist für Bourdieu der Raum vollzogener Positionierungen. Das heißt, dieser Raum umfasst alle objektiven Möglichkeiten, die sich dem jeweiligen Autor zum jeweiligen Zeitpunkt bieten. Dazu gehören beispielsweise Zeitschriften, die man gründen, Gegner, die man bekämpfen oder Reden, die man halten kann. Der Raum des Möglichen enthält demnach die vorhandenen Dispositionen, die ein Autor besitzt. „Das durch kollektive Arbeit angehäufte Erbe erscheint jedem Akteur somit als Raum des Möglichen, das heißt als eine Menge wahrscheinlicher Zwänge, zugleich Voraussetzung und Komplement einer endlichen Menge möglicher Nutzungen.[6] Neues oder Revolutionäres ist nur denkbar, wenn es in Form struktureller Lücken virtuell bereits existiert.

Die Menge der legitimen Möglichkeiten, die jedem Schriftsteller zur Verfügung stehen, hängt wiederum von dem seiner Position zustehenden symbolischen Kapital ab. Damit ist es nicht verwunderlich, dass ein Autor, der einen hohen Anspruch auf Dispositionen besitzt, sich selbst für besonders bedeutend hält und sich erlaubt einen höheren Rang im Feld einzunehmen. Die Laufbahn eines Autors lässt sich dementsprechend „[…] als Serie nacheinander von demselben Akteur oder derselben Gruppe von Akteuren in verschiedenen Räumen nacheinander bezogener Positionen“[7] definieren. Jede künstlerische Biografie ist also vergleichbar mit einem Baum, dessen tote Äste an den Verzweigungen die Anzahl von möglichen Positionierungen im Leben darstellen.

2. Thomas Manns Positionierung in politischen Krisen

2.1. Die Zeit des Ersten Weltkrieges

2.1.1. Vor dem Ersten Weltkrieg – Der Eintritt ins literarische Feld

Als Thomas Mann 1893 das literarische Feld betritt, ist er gerade einmal 18 Jahre alt. Wie er in „Lübeck als geistige Lebensform“ zurückblickend selbst schreibt, hatte er viele Eigenschaften seines Vaters geerbt:

„Wie oft im Leben habe ich mit Lächeln festgestellt, mich geradezu dabei ertappt, daß doch eigentlich die Persönlichkeit meines verstorbenen Vaters es sei, die als geheimes Vorbild mein Tun und Lassen bestimme. Vielleicht hört heute der eine oder andere mir zu, der ihn noch gekannt, ihn noch hat leben und wirken sehen, hier in der Stadt, in seinen vielen Ämtern, der sich erinnert an seine Würde und Gescheitheit, seinen Ehrgeiz und Fleiß, seine persönliche und geistige Eleganz, an die Bonhomie, mit der er das platte Volk zu nehmen wusste, das ihm noch in ganz echt patriarchalischer Weise anhing, an seine gesellschaftlichen Gaben und seinen Humor. Er war kein einfacher Mann mehr, nicht robust, sondern nervös und leidensfähig, aber ein Mann der Selbstbeherrschung und des Erfolges, der es früh zu Ansehen und Ehren brachte in der Welt […].“[8]

Der junge Thomas Mann verfügt demnach bereits über Dispositionen, die ihm als Schriftsteller zugute kommen würden. So besitzt er seinen eigenen Worten nach Würde und Gescheitheit, Ehrgeiz und Fleiß, persönliche und geistige Eleganz, Selbstbeherrschung und Erfolgsstreben. Seine Abstammung aus Bürgerkreisen lässt ihn nach dem Tod des Vaters außerdem über eine Menge ökonomisches Kapital verfügen. Somit kann er, ganz im Gegensatz zu anderen jungen Schriftstellern, sich frei von ökonomischen Zwängen fühlen. Er probiert sich an Gedichten, Skizzen und euphorischen Artikeln, die er in der Schülerzeitschrift „Frühlingssturm“ 1893 veröffentlicht. März 1894 zieht der junge Mann in die damals unpolitische Künstler- und Literatenwelt Münchens. Er nimmt eine Stelle als Volontär bei einer Feuerversicherung an und schreibt dort nebenbei seine erste Erzählung „Gefallen“, die in der Zeitschrift „Die Gesellschaft“ erscheint. Dies öffnet ihm die Türen zu den literarischen Kreisen Münchens. Er tritt dem „Akademisch-dramatischen Verein“ bei und knüpft so Beziehungen im literarischen Feld. Er erntet Anerkennung, wie beispielsweise von Richard Dehmel, und erlangt durch Fürsprachen, Ratschläge und Achtung den Aufbau seines symbolischen Kapitals. Nach vielen kleineren Arbeiten, die zum Teil auch nie fertig gestellt wurden[9], bringt „Der kleine Herr Friedemann“ (1896) den literarischen Durchbruch und begründet die lange Beziehung zum S. Fischer Verlag. In einem Brief an Georg Martin Richter schreibt Thomas Mann 1941 zurückblickend: „[…] Besonders freut mich der Kleine Herr Friedemann, mit dem ich in die Literatur eintrat, und der, wie ich sehe, doch eigentlich schon ganz artig gemacht war.“[10]

Eine Reise nach Italien mit seinem Bruder Heinrich veranlasst Thomas Mann sich erstmalig an einem Roman zu versuchen. So beginnen 1897 die Arbeiten an den „Buddenbrooks“. Diese erscheinen im Oktober 1901 und stoßen nach einer publizistischen Strategie des Fischer Verlags – die 2. Ausgabe wurde von zwei Bänden für 12 Mark auf einen Band für 5 Mark geändert - auf einen unerwarteten Anklang beim Publikum. Thomas Mann erschafft damit ein Werk der Weltliteratur, an dem er Zeit seines Lebens seine eigenen, noch kommenden Werke messen muss. Mit seinem Durchbruch als Romancier häuft Thomas Mann nicht nur zahlreiches symbolisches, sondern auch enorm viel ökonomisches Kapital an. Damit ist ihm ein gefestigter Platz im literarischen Feld sicher. Seine Hochzeit 1905 mit der Millionärstochter Katja Pringsheim verschafft ihm zusätzlich die bürgerliche Konsolidierung, die ihm gesellschaftlich zu hohem Ansehen verhilft. Wie er selbst am 17. Januar 1906 an seinen Bruder Heinrich schreibt, gibt er sich mit dieser Verbindung eine bürgerliche „Verfassung“: „Ein Gefühl von Unfreiheit, […], werde ich freilich seither nicht los, und Du nennst mich gewiß einen feigen Bürger. Aber Du hast leicht reden. Du bist absolut. Ich dagegen habe geruht, mir eine Verfassung zu geben.“[11]

Insgesamt ist die Zeit Thomas Manns vor dem Ersten Weltkrieg vor allem dadurch geprägt, dass es keine direkten Reaktionen auf politische und gesellschaftliche Ereignisse gibt. Das System des Wilhelminischen Kaiserreichs ist für ihn in keinerlei Hinsicht störend. Die wirtschaftlich florierende „Gründerzeit“, das gefestigte Bürgertum und sein ökonomisches Startkapital bieten ihm alle nötigen Freiräume für seine literarische Betätigung. Zusätzlich ist ein relativ breites Bildungsbürgertum vorhanden, das seine Werke mit Vorliebe kauft und ihm damit einen angenehmen Start ins literarische Feld ermöglicht. Somit kann man Thomas Mann vor Beginn des Ersten Weltkrieges als einen bereits etablierten jungen Schriftsteller kennzeichnen, der sich für politische Dinge nicht sonderlich interessiert und der soziale Spannungen nur am Rande wahrnimmt. Er sieht sich, wie viele Intellektuelle dieser Zeit, als reinen Schriftsteller, den politische Angelegenheiten nicht ernsthaft betreffen. Er selbst schreibt am 27. Februar 1904 an seinen Bruder Heinrich: „Aber für politische Freiheit habe ich gar kein Interesse.“[12]

2.1.2. Der Kriegsausbruch

Die Jahre vor Ausbruch des Krieges sind für das zarte Gemütswesen Thomas Manns nicht leicht. Die Hochzeit mit der Millionärstochter Katja Pringsheim gibt ihm zwar eine bürgerliche „Verfassung“, wie er es nennt, bringt aber auch eine Menge gesellschaftliche Verpflichtungen mit sich. So werden die ersten vier Kinder recht schnell geboren. Für den Künstler Thomas Mann stellt dies eine erhebliche Belastung dar. Herrmann Kurzke formuliert es in seiner Biographie über Thomas Mann sehr treffend: „Die bürgerliche Maske kann man wohl draußen aufsetzen und die Gesellschaft stundenweise damit täuschen. Im jahrelang Alltäglichen der Kindererziehung aber haben Masken keine Kraft.“[13] Einen weiteren Schicksalsschlag bringt der Selbstmord der Schwester Carla am 30. Juli 1910 mit sich, welchen er niemals wirklich verkraftet.

Beruflich gesehen handelt es sich bei den Vorkriegsjahren jedoch um eine Zeit des relativen Ruhmes. Es entstehen viele Erzählungen, darunter auch 1912 sein Meisterwerk „Der Tod in Venedig“. Kurz vor Beginn des Ersten Weltkrieges fühlt Thomas Mann sich jedoch geistig ausgebrannt. Er befindet sich in einer Schaffenskrise. Hinzu kommt, dass er seinen Bruder Heinrich beneidet und deshalb auch an seinen eigenen Qualitäten als Schriftsteller zweifelt:

„Ich bin oft recht gemütskrank und zerquält. Der Sorgen sind zu viele: die bürgerlich-menschlichen und die geistigen, um mich und meine Arbeit. […] Wenn nur die Arbeitskraft und –lust entsprechend wäre. Aber das Innere: die immer drohende Erschöpfung, Skrupel, Müdigkeit und Zweifel, eine Wundheit und Schwäche, daß mich jeder Angriff bis auf den Grund erschüttert; dazu die Unfähigkeit, mich geistig und politisch eigentlich zu orientieren, wie Du es gekonnt hast; eine wachsende Sympathie mit dem Tode, mir tief eingeboren: mein ganzes Interesse galt immer dem Verfall, und das ist es wohl eigentlich, was mich hindert, mich für den Fortschritt zu interessieren. Aber was ist das für ein Gewäsch. Es ist schlimm, wenn die ganze Misere der Zeit und des Vaterlandes auf einem liegt, ohne daß man die Kräfte hat, sie zu gestalten. Aber das gehört wohl eben zur Misere der Zeit und des Vaterlandes. Oder wird sie im ,Unterthan’ gestaltet sein? Ich freue mich mehr auf Deine Werke als auf meine. Du bist seelisch besser dran, und das ist eben doch das Entscheidende. Ich bin ausgedient, glaube ich, und hätte wahrscheinlich nie Schriftsteller werden dürfen. ,Buddenbrooks’ waren ein Bürgerbuch und sind nichts mehr fürs 20. Jahrhundert. ,Tonio Kröger’ war bloß larmoyant, ,Königliche Hoheit’ eitel, der Ton in ,Tod in Venedig’ halb gebildet und falsch. Das sind so die letzten Erkenntnisse und der Trost fürs Sterbestündlein.“[14]

Seine seelische Krise, die bis hin zur Todessehnsucht geht, ist tief. Der Kriegsausbruch 1914 kommt da gerade recht. Für den politisch ahnungslosen Thomas Mann tritt dieses Ereignis vollkommen überraschend an den Tag: „Ich bin noch immer wie im Traum, - und doch muß man sich jetzt wohl schämen, es nicht für möglich gehalten und nicht gesehen zu haben, daß die Katastrophe kommen mußte. Welche Heimsuchung! […] Muß man nicht dankbar sein für das vollkommen Unerwartete, so große Dinge erleben zu dürfen?“[15] Ähnlich heißt es in einem Brief an Philipp Witkop: „Im Ernst, muß man sich nicht schämen, so garnichts geahnt und gemerkt zu haben? Selbst nach dem Fall des Erzherzogs hatte ich noch keinen Schimmer, und als der Kriegszustand verhängt wurde, schwor ich immer noch, daß es zu nichts Ernsthaftem kommen werde.“[16]

Wie soll er jetzt reagieren? Kann er es einfach bei der Tagesordnung belassen? Viele bekannte Autoren der Zeit veröffentlichen in der Neuen Rundschau ihre Ansichten[17] und so fühlt auch Thomas Mann sich als bereits angesehener Schriftsteller gezwungen öffentlich Position zu beziehen. Der Krieg eröffnet ihm eine neue Welt und damit schließt er sich dem allgemeinen Freudentaumel an. Eine Beschreibung der Massenekstase dieser Tage findet sich im XXX. Kapitel des „Doktor Faustus“ aus der Perspektive des Chronisten Serenus Zeitbloom:

„Die ersten glühenden August-Tage 1914 fanden mich, überfüllte Züge wechselnd, in wimmelnden Bahnhofshallen wartend, deren Perrons mit Reihen liegen gebliebener Bagage bedeckt waren […]. Der Krieg war ausgebrochen. Das Verhältnis, das so lange über Europa gebrütet hatte, war los und raste, verkleidet als diszipliniertes ,Klappen’ alles Vorhergesehen und Eingeübten, durch unsere Städte, tobte als Schrecken, Emporgerissensein, Pathos der Not, Schicksalsergriffenheit, Kraftgefühl und Opferbereitschaft in den Köpfen und Herzen der Menschen. […] In unserem Deutschland, das ist gar nicht zu leugnen, wirkte er [der Krieg] ganz vorwiegend als Erhebung, historisches Hochgefühl, Aufbruchsfreude, Abwerfen des Alltags, Befreiung aus einer Welt-Stagnation, mit der es so nicht weiter hatte gehen können, als Zukunftsbegeisterung, Appell an Pflicht und Mannheit, kurz, als heroische Festivität.“[18]

Herrmann Kurzke fasst die Gründe, die schließlich zur Begeisterung des Dichters bei Kriegsausbruch führen, sehr überzeugend zusammen.[19] Demnach befreite der Krieg zum einen aus der Desorientierung und gab dem Leben wieder Sinn und Ziel. So konnte die Schaffenskrise auch überwunden werden. Weiterhin durfte der Bruderhass nun offen ausgelebt werden. Zusätzlich bot er die Chance, den stark ausgeprägten Ehrgeiz Thomas Manns zu befriedigen und Nationaldichter zu werden. Denen, die ihn als Weib, als Stubenhocker und feine Goldschnittseele beleidigt hatten, konnte er sich jetzt endlich als „Mann“ beweisen und schließlich gab der Krieg Hoffnung einer Lösung für den Konflikt zwischen Geist und Leben, zwischen Vaterwelt und Mutterwelt, zwischen Ehe und Homoerotik. Da er von einem verständnisvollen Arzt vom Einsatz an der Front jedoch ausgemustert wird[20], will er seinen „Gedankendienst mit der Waffe“ leisten. Im Vorwort der „Betrachtungen eines Unpolitischen“ schreibt er: „[…] nicht der Staat und Wehrmacht waren es, die mich ,einzogen’, sondern die Zeit selbst […].“[21]

Somit ist es auch nicht verwunderlich, dass Thomas Mann auf den Kriegsbeginn sofort literarisch reagiert.

Sein erster politischer Aufsatz, „Gedanken im Kriege“, erscheint am 25. November 1914 in der Neuen Rundschau. Seine Hauptthese besteht darin, den Krieg als die Befreiung aus der Dekadenz zu betrachten. Hermann Kurzke formuliert es treffend: „Der Krieg bietet die Erlösung vom ,Geist’, vom Erkenntnisekel, von der elenden Willensschwäche. Er gibt wirkliche, nicht nur gespielte Gesundheit und Geradheit, echte Deutschheit und nicht nur schwächliche Velleität. Aus Träumern macht er Täter.“[22] Bei Thomas Mann selbst heißt es: „Krieg! Es war Reinigung, Befreiung, was wir empfanden, und eine ungeheuere Hoffnung.“[23] Für seine Argumentation fasst Mann die Begriffe „Kultur“ und „Zivilisation“ als Gegensatzpaare auf. Sie stellen für ihn „eine der vielfältigen Erscheinungsformen des ewigen Weltgegensatzes und Widerspieles von Geist und Natur“[24] dar. In der weiteren Aufstellung von Gegensätzen werden auf die Seite der Kultur die Begriffe „Leben“, „Kunst“ und „Deutschland“ eingeordnet. Zur „Zivilisation“ zählen „Geist“, „Literatur“ und „Frankreich“. Weiterhin werden die Begriffe „Moral“ und „Politik“ gegenübergestellt. Politik ist dabei „eine Sache der Vernunft, der Demokratie und der Zivilisation; Moral aber eine solche der Kultur und der Seele“[25]. Künstler sind für ihn Moralisten, genauso wie auch das deutsche Volk, welches an „Zivilisation“ nicht sonderlich interessiert sei:

„Eines ist wahr: Die Deutschen sind bei weitem nicht so verliebt in das Wort ,Zivilisation’, wie die westlichen Nachbarnationen; sie pflegen weder französisch-renommistisch damit herumzufuchteln, noch sich seiner auf englisch-bigotte Art zu bedienen. Sie haben ,Kultur’ als Wort und Begriff immer vorgezogen – warum doch? Weil dieses Wort rein menschlichen Inhaltes ist, während wir beim anderen einen politischen Einschlag und Anklang spüren, der uns ernüchtert, der uns zwar als wichtig und ehrenswert, aber nun einmal nicht als ersten Ranges erscheinen läßt; weil dieses innerlichste Volk, dies Volk der Metaphysik, der Pädagogik und der Musik ein nicht politisch, sondern moralisch orientiertes Volk ist.“[26]

Den Krieg sieht Thomas Mann als Teil der Kultur und damit auch als Teil der Kunst:

„Sind es nicht völlig gleichnishafte Beziehungen, welche Kunst und Krieg miteinander verbinden? Mir wenigstens schien von jeher, daß es der schlechteste Künstler nicht sei, der sich im Bilde des Soldaten wiedererkenne. Jenes siegende kriegerische Prinzip von heute: Organisation – es ist ja das erste Prinzip, das Wesen der Kunst. Das Ineinanderwirken von Begeisterung und Ordnung; Systematik; das strategische Grundlagen schaffen, weiter bauen und vorwärts dringen mit ,rückwärtigen Verbindungen’; Solidität, Exaktheit, Umsicht, Tapferkeit, Standhaftigkeit im Ertragen von Strapazen und Niederlagen, im Kampf mit dem zähen Widerstand der Materie; Verachtung dessen, was im bürgerlichen Leben ,Sicherheit’ heißt […], die Gewöhnung an ein gefährdetes, gespanntes, achtsames Leben; Schonungslosigkeit gegen sich selbst, moralischer Radikalismus, Hingebung bis aufs Äußerste, Blutzeugenschaft, voller Einsatz aller Grundkräfte Leibes und der Seele, ohne welchen es lächerlich scheint, irgend etwas zu unternehmen; als ein Ausdruck der Zucht und Ehre endlich Sinn für das Schmucke, das Glänzende: Dies ist in der Tat zugleich militärisch und künstlerisch. Mit großem Recht hat man die Kunst einen Krieg genannt, einen aufreibenden Kampf: schöner noch steht ihr das deutscheste Wort, das Wort ,Dienst’ zu Gesicht, und zwar ist der Dienst des Künstlers dem des Soldaten viel näher verwandt, als dem des Priesters.“[27]

Demnach stellt der Krieg für ihn einen Kulturkrieg dar, in dem sich Deutschland gegen die „Zwangszivilisierung“ der westlichen Mächte entgegenstellen muss. Es ginge um die Bewahrung der Moral, der Eigenständigkeit und der Identität des Landes und damit auch um die Konfrontation von deutscher Kultur und französischer Zivilisation.

Mit einer derartigen Aufwertung des Krieges ist es nicht verwunderlich, dass es nach der Veröffentlichung des Artikels zum unabwendbaren Streit mit seinem Bruder Heinrich, der pazifistisch eingestellt ist, kommt. Prinzipiell handelt es sich bei den „Gedanken im Kriege“ um eine rein literarische Argumentation. Der Krieg wird für Thomas Mann nicht als etwas politisches, sondern, wie Hermann Kurzke es nennt, als eine „gleichgültige Kulisse vor dem Kampf der Ideen“[28] betrachtet. Die Wirklichkeit des Krieges, die vielen Menschen das Leben kostet, ist für ihn weit weg.

2.1.3. Die Betrachtungen eines Unpolitischen

Von Herbst 1915 bis Frühjahr 1918 arbeitet Thomas Mann an dem monumentalen Werk „Betrachtungen eines Unpolitischen“. Während der Entstehungszeit schreibt er an Paul Amann: „Ich habe mich in eine kritische – essayistische – Arbeit gestürzt, eine Art Aufsatz, nein, es sind fast privat gehaltene Aufzeichnungen, die aktuelle Dinge mit einer Revision meiner persönlichen Grundlagen auf wunderliche und gewagte Weise vereinigen und mich seelisch sehr hernehmen.“[29] Gewagt, dieser Ausdruck ist wirklich treffend gewählt, denn zu diesem Zeitpunkt weiß Thomas Mann selbst noch nicht, was er sich dort für ein Projekt vorgenommen hat. Dementsprechend ist der Beginn der Schreibarbeiten, wie seine Briefe bezeugen, auch durch Unsicherheit geprägt. Selbst im nachträglich verfassten Vorwort kommt er auf seine anfänglichen Bedenken noch einmal zurück:

„Aber wozu der Aufwand? Warum die schädliche und kompromittierende Galeerenfron dieses Buches, die niemand von mir verlangte noch erwartete, und für die ich nicht eine Spur von Dank und Ehre haben werde? Man kümmert sich nicht in diesem Maßstabe um etwas, was einen nicht zu kümmern braucht, was einen nicht angeht, weil man nichts davon weiß und nichts davon in sich selbst, im eigenen Blute hat.“[30]

Die „Betrachtungen“ sind ursprünglich als kleinerer Aufsatz geplant, doch mit der Zeit nehmen sie ein ungeheures Ausmaß von fast 600 Seiten an. Er selbst nennt sie in seinen Briefen immer wieder ein „Untier“, welches ihm „ein großes geistiges Reinemachen bedeutet“[31]. An Peter Pringsheim heißt es: „Ich habe mich wieder in eine ,redende’ Arbeit gestürzt, eine ziemlich uferlose Abhandlung, die eine Revision meiner persönlichen Grundlagen mit allerlei zeitkritischen Dingen auf gewagte Weise vereinigt. Ich habe seit Wochen damit zu thun und sage alles, was ich auf dem Herzen hatte. Der literarische Wert ist gleichgültig; es ist eine reine Gewissensangelegenheit.“[32].

Dass Thomas Mann selbst das Werk als eine „uferlose Abhandlung“ bezeichnet, macht die heute noch problematische Gattungszuordnung deutlich, über die er im Vorwort rückblickend philosophiert, aber dort auch zu keinem eindeutigen Ergebnis kommt:

„Die Frucht dieser Jahre – aber ich nenne das keine ,Frucht’, ich rede besser von einem Residuum, einem Rückstand und Niederschlag oder auch einer Spur und zwar, die Wahrheit zu gestehen, einer Leidensspur – das Bleibsel dieser Jahre also, […], ist vorliegender Band: welchen ein Buch oder Werk zu nennen ich mich aus guten Gründen wiederum hüte. Denn eine zwanzigjährige, nicht ganz gedankenlose Kunstübung hat mich immerhin vor dem Begriff des Werkes, der Komposition zu viel Achtung gelehrt, als daß ich diesen Namen in Anspruch nehmen könnte für einen Erguß oder ein Memorandum, ein Inventar, ein Diarium oder eine Chronik. Um dergleichen aber, um ein Schreib- und Schichtwerk, handelt es sich hier, - obgleich der Band sich zuweilen, mit halbem Recht übrigens, als Komposition und Werk präsentiert. […] Man könnte von ,Variationen über ein Thema’ sprechen, wenn dieses Thema nur eben präzisere Gestalt gewonnen hätte. Ein Buch? Nein, davon kann nicht die Rede sein. Dies Suchen, Ringen und Tasten nach dem Wesen, den Ursachen einer Pein, dies dialektische Fechten in den Nebel hinein gegen solche Ursachen, - es ergab natürlich kein Buch. […] Trotzdem, wie ein Kunstwerk Form und Anschein einer Chronik haben kann […], so kann am Ende eine Chronik auch Form und Anschein eines Kunstwerkes haben; und so zeigt denn dies Konvolut, gelegentlich wenigstens, den Ehrgeiz und Habitus eines Werkes: es ist ein Mittelding zwischen Werk und Erguß, Komposition und Schreiberei, - wenn auch sein Existenzpunkt so wenig genau in der Mitte, in Wahrheit so viel mehr nach der Seite des Nicht-Künstlerischen liegt, daß man besser tut, es trotz seiner komponierten Kapitel als eine Art von Tagebuch zu nehmen […].“[33]

Die heutige Wissenschaft scheint sich darauf geeinigt zu haben, die „Betrachtungen eines Unpolitischen“ als einen Essay zu kategorisieren. Ähnlich bezeichnend wie bei den Romanen Thomas Manns ist die von ihm geliebte Montagetechnik, mit deren Hilfe der Autor unendlich viele Zitate einbaut, um dadurch seine eigenen Standpunkt zu verdeutlichen. Er tritt, wie Hermann Kurzke es formuliert, als „Dirigent der Zitate“[34] auf und lässt somit, ganz wie er es als Autor gewohnt ist, andere für sich reden: „Es redet hier Einer, der, wie es im Texte heißt, nicht gewohnt ist, zu reden, sondern reden zu lassen, Menschen und Dinge, und der also reden ,läßt’ auch da noch, wo er unmittelbar selber zu reden scheint und meint.“[35]

Die Gründe, die Thomas Mann zum Abfassen eines solchen Werkes veranlassen, sind gleich mehrere. Da ist zunächst einmal der Krieg an sich, der das öffentliche sowie das private Leben beeinflusst. Ein zu diesem Zeitpunkt bereits etablierter Schriftsteller wie Thomas Mann ist damit genötigt öffentlich Rechenschaft abzulegen. Im Vorwort der „Betrachtungen“ stellt er fest:

„Vierzig Jahre sind wohl ein kritisches Alter, man ist nicht mehr jung, man bemerkt, daß die eigne Zukunft nicht mehr die allgemeine ist, sondern nur noch – die eigene. […] Vierzig ist Lebenswende; und es ist nichts Geringes […], wenn die Wende des persönlichen Lebens von den Donnern einer Weltwende begleitet und dem Bewußtsein furchtbar gemacht wird. […] es zeigte sich der Zusammenhang, die Einheit aller Dinge, die Frage des Menschen selbst stand da, und die Verantwortlichkeit vor ihr umfaßte auch die Notwendigkeit politischer Stellungnahme und Willensschließung […]“[36]

Jeder gute Deutsche, der für das Vaterland eintritt, gehört in diesem Moment an die Front. Da Mann jedoch vom Wehrdienst ausgemustert wird, will er als Ersatz seinen „Gedankendienst mit der Waffe“ leisten. Ein literarisches Werk ist demnach für einen Künstler die beste Möglichkeit des „Dienstes“.

Außerdem hatte sich mit den „Gedanken im Kriege“ bereits das Zerwürfnis mit dem Bruder Heinrich angedeutet. Die „Betrachtungen“ sind damit ein geeignetes Mittel mit dem „Zivilisationsliteraten“ abzurechnen. Dieser ist, ganz im Gegensatz zu Thomas, frankophil sowie pazifistisch eingestellt und neigt außerdem zum Sozialismus. Die Ansichten, die der jüngere Bruder zu diesem Zeitpunkt vertritt, müssen demnach zum Streit zwischen den beiden führen. Die Polemik, der sich Thomas Mann in seinen „Betrachtungen“ hingibt, zeugt von tiefster Aufgebrachtheit und dem Bedürfnis nach Befreiung. Nun hat er endlich die Gelegenheit sich die scheinbar schon jahrelang vorherrschenden Uneinigkeiten, die zwischen ihm und Heinrich existieren, und die damit verbundene, aufgestaute Wut von der Seele zu schreiben. Selbst in der Vorrede des Werkes verweist der Autor auf diesen persönlichen Streit:

„Ich habe dabei ein menschlich-tragisches Element des Buches besonders im Auge, jenen intimen Konflikt, dem eine Reihe von Seiten besonders gewidmet sind, und der auch sonst vieler Orten mein Denken färbt und bestimmt. Auch von ihm, und von ihm namentlich, gilt, daß seine Preisgabe, soweit eine solche überall noch möglich war, geistig berechtigt ist und darum der Anstößigkeit entbehrt. Denn dieser intime Konflikt spielt im Geistigen, und er besitzt ohne allen Zweifel genug symbolische Würde, um ein Recht auf Öffentlichkeit zu haben und folglich, dargestellt, nicht schimpflich zu wirken.“[37]

In die Entstehungszeit fällt auch die Veröffentlichung des „Zola“-Essays des Bruders Heinrich. Dieser gibt durch einige Sätze, welche der sensible Thomas wahrscheinlich zu recht als Angriff auf seine Person versteht, zusätzlich Nährstoff für ein bereits ausuferndes Werk.

Nicht unbedeutend ist ebenfalls die Tatsache, dass Thomas Mann die „Betrachtungen eines Unpolitischen“ rückblickend in seinem Lebensabriß als eine geistige Erleichterung für seinen, zu diesem Zeitpunkt im Entstehen begriffenen, Roman „Der Zauberberg“ ansieht, welcher seiner Meinung nach ansonsten hätte überladen wirken können. Er schreibt, das „mühsame Gewissenswerk“ habe dem Roman „das Schlimmste an grüblerischer Beschwerung abgenommen oder doch zu seinen Gunsten spiel- und kompositionsreif“[38] gemacht.

Der Entschluss, das Werk mit dem Titel „Betrachtungen eines Unpolitischen“ zu versehen, geschieht 1916. In einem Brief vom 08. Juni 1916 an Ernst Bertram heißt es: „Wenn Sie wollen, lese ich Ihnen dann Einiges aus den neuen Teilen meiner Abhandlung, - für die nun, glaube ich, auch der rechte Titel gefunden ist: ,Betrachtungen eines Unpolitischen’ denke ich sie zu nennen.“[39]. Die Bedeutung, die das Wort „unpolitisch“ für den Autor besitzt, wird im Kapitel „Vom Glauben“ erläutert. Dabei geht es allerdings nicht wie in unserem heutigen Verständnis des Begriffes um das Nicht-interessiert-sein an und das Nichtverständnis von Politik. Vielmehr bezeichnet „unpolitisch“ das Zufriedensein, das Arrangieren mit dem Bestehenden:

„[…] das religiöse Genie ist wesentlich unpolitisch. Daß Dostojewskij sich mit Politik beschäftigte, daß er Aufsätze darüber schrieb, ist kein Einwand: er schrieb sie gegen die Politik, seine politischen Schriften sind Betrachtungen eines Unpolitischen, - man könne auch sagen: eines Konservativen. Denn aller Konservatismus ist antipolitisch, er glaubt nicht an die Politik, das tut nur der Fortschrittler.“[40]

Thomas Mann betrachtet sich auch als Konservativen und damit als einen Unpolitischen. „Kultur“, „Seele“, „Freiheit“ und „Kunst“ sind für ihn unpolitisch. „Zivilisation“, „Gesellschaft“, „Stimmrecht“ und „Literatur“ zählen im Gegensatz dazu zur Seite der Politik.[41] „Unpolitisch“ bedeutet weiterhin „moralisch“, „ästhetisch“ und „ironisch“. „Politisch“ hingegen ist jemand, der das Leben und die Gesellschaft vom Kopf her beurteilt und „den Ideen des Kopfes anzupassen versucht, […] sich insofern in einem permanenten Aufstand gegen die Natur befindet.“[42] Alles Französische ist damit im Sinne der Revolution politisch. Hermann Kurzke bringt es auf den Punkt: „,Politisch’ sein heißt bei Thomas Mann letztlich genau dies: den Menschen als Mittel behandeln, ihn zum Gegenstand von Manipulationen, zum Objekt abstrakter Planungen, zum Teil innerhalb von Systemen herabwürdigen. Der Unpolitische protestiert gegen die instrumentelle Vernunft. Insoweit gehört auch Manns so sehr angefeindeter Begriff des Unpolitischen zur großen humanistischen Tradition.“[43]

Die „Betrachtungen“ schließen in ihrer Denk- und Argumentationsweise an die „Gedanken im Kriege“ an. Dabei geht es in erster Linie wieder um den großen Gegensatz zwischen „Geist“ und „Kunst“ und damit um den weltanschaulichen Konflikt zwischen westlicher „Zivilisation“ und deutscher „Kultur“. Die westlichen Länder England und Frankreich werden erneut zur Seite des Geistes gezählt und gelten somit als „literarischer Westen“. Deutschland hingegen steht in der Tradition der Kunst und ist demzufolge das „unliterarische Land“, welches schon immer gegen den Geist Roms „protestiert“ hat. Thomas Mann stützt sich bei dieser Argumentation auf Dostojewski:

„Und Deutschland? Und die Deutschen? Dostojewski sagt: ,Der charakteristischste, wesentlichste Zug dieses großen, stolzen und besonderen Volkes bestand schon seit dem ersten Augenblick seines Auftretens in der geschichtlichen Welt darin, daß es sich niemals, weder in seiner Bestimmung noch in seinen Grundsätzen, mit der äußersten westlichen Welt hat vereinigen wollen, d.h. mit allen Erben der altrömischen Bestimmung. Es protestierte gegen diese Welt diese ganzen 2000 Jahre hindurch […]“[44]

Die Beschreibung des deutschen Wesens ist auch eines der Hauptanliegen dieses Werkes von Thomas Mann. Abgrenzend von den westlichen Ländern England und Frankreich charakterisiert er es im Kapitel „Der Zivilisationsliterat“ folgendermaßen:

„Es gibt jedoch ein Land und ein Volk, in welchem es sich anders verhält: ein Volk, das eine Nation in jenem sicheren Sinne, wie die Franzosen und Engländer Nationen sind, nicht ist und es wahrscheinlich niemals werden kann, weil seine Bildungsgeschichte, sein Menschlichkeitsbegriff dem entgegenstehen; ein Land, dessen innere Einheitlichkeit und Geschlossenheit durch die geistigen Gegensätze nicht nur kompliziert, sondern beinahe aufgehoben wird; ein Land, wo diese Gegensätze heftiger, gründlicher, böser, des Ausgleichs unfähiger sich anlassen, als sonst überall, und zwar, weil sie dort kaum oder ganz locker von einem nationalen Bande umschlungen, kaum irgendwie im Großen und Weiten zusammengefaßt sind, wie dies bei den einander widersprechenden Willensmeinungen jedes anderen Volkes immer der Fall bleibt. Dies Land ist Deutschland. Die inneren geistigen Gegensätze Deutschlands sind kaum nationale, es sind fast rein europäische Gegensätze, die beinahe ohne gemeinsame nationale Färbung, ohne nationale Synthese einander gegenüberstehen. In Deutschlands Seele werden die geistigen Gegensätze Europas ausgetragen […].“[45]

Kennzeichnend für das deutsche Wesen ist für Thomas Mann die Mitte, das Vermittelnde, „der mittlere Mensch im großen Stile“. Ein Deutscher wäre demnach vielleicht eine Mischung aus Bürger und Künstler, aus einem Patrioten und Europäer und einem „Protestler“ und „Westler“[46]. Der Gegensatz von „Zivilisation“ und „Kultur“ führt ihn zu dem Unterschied zwischen „Geist“ und „Politik“, welches wiederum spezifisch für das Deutsche ist:

„Geist ist nicht Politik. […] Der Unterschied von Geist und Politik enthält den von Kultur und Zivilisation, von Seele und Gesellschaft, von Freiheit und Stimmrecht, von Kunst und Literatur; und Deutschtum, das ist Kultur, Seele, Freiheit, Kunst und nicht Zivilisation, Gesellschaft, Stimmrecht, Literatur. Der Unterschied von Geist und Politik ist, zum weiteren Beispiel, der von kosmopolitisch und international. Jener Begriff entstammt der kulturellen Sphäre und ist deutsch; dieser entstammt der Sphäre der Zivilisation und Demokratie und ist – etwas ganz anderes. International ist der demokratische Bourgeois, möge er überall auch noch so national sich drapieren; der Bürger […] ist kosmopolitisch, denn er ist deutsch, deutscher als Fürsten und ,Volk’: dieser Mensch der geographischen, sozialen und seelischen ,Mitte’ war immer und bleibt der Träger deutscher Geistigkeit, Menschlichkeit und Anti-Politik…“[47]

[...]


[1] Kurzke, Herrmann: Thomas Mann. Das Leben als Kunstwerk. Eine Biographie. 3. Auflage. Frankfurt am Main 2002, S. 236

[2] Kurzke: Eine Biographie, S. 346

[3] Bourdieu, Pierre: Die Regeln der Kunst. Genese und Struktur des literarischen Feldes. Frankfurt am Main 2001

[4] ebd. S. 353

[5] Bourdieu: Die Regeln der Kunst, S. 368

[6] ebd. S. 372

[7] ebd. S. 409

[8] Mann, Thomas: Lübeck als geistige Lebensform. In: Thomas Mann. Essays Band 3. Ein Appell an die Vernunft 1926 – 1933. Hrsg. v. Hermann Kurzke und Stephan Stachorski. Frankfurt am Main 1998, S. 26

[9] Kurzke: Eine Biographie, S. 66

[10] Thomas Mann an Georg Martin Richter. Brief vom 06.12.1941. In: Dichter über ihre Dichtungen: Thomas Mann. Hrsg. v. Hans Wysling. Bd. 14/1. Passau 1975, S. 22

[11] Thomas Mann an Heinrich Mann. Brief vom 17. Januar 1906. In: Thomas Mann – Heinrich Mann. Briefwechsel 1900 – 1949. Hrsg. v. Hans Wysling. Frankfurt am Main 1984, S. 68

[12] Thomas Mann an Heinrich Mann. Brief vom 27. Februar 1904. In: Briefwechsel, S. 48

[13] Kurzke: Eine Biographie, S. 309

[14] Thomas Mann an Heinrich Mann. Brief vom 08. November 1913. In: Briefwechsel, S. 127 f.

[15] Thomas Mann an Heinrich Mann. Brief vom 07. August 1914. In: Briefwechsel, S. 131

[16] Thomas Mann an Philipp Witkop. Brief vom 11. November 1914. In: Thomas Mann. Briefe 1889-1936. Hrsg. v. Erika Mann. Frankfurt am Main 1961, S.112

[17] vergl.: Görtemaker, Manfred: Thomas Mann und die Politik. Frankfurt am Main 2005, S. 26 f.

[18] Mann, Thomas: Doktor Faustus. Das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde. 34. Auflage. Frankfurt am Main 2003, S. 400

[19] vergl.: Kurzke: Eine Biographie, S. 237 f.

[20] Kurzke: Eine Biographie, S. 236

[21] Mann, Thomas: Betrachtungen eines Unpolitischen. 3. Auflage. Frankfurt am Main 2004, S. 31

[22] Kurzke, Hermann: Die politische Essayistik. In: Thomas-Mann-Handbuch. Hrsg. v. Helmut Koopmann. 3. Auflage. Frankfurt am Main 2005, S. 698

[23] Mann, Thomas: Gedanken im Kriege. In: Thomas Mann. Essays Band 1. Frühlingssturm 1893 – 1918. Hrsg. v. Hermann Kurzke und Stephan Stachorski. 2. Auflage. Frankfurt am Main 1993, S. 193

[24] ebd. S. 188

[25] ebd. S.192

[26] Mann, Thomas: Gedanken im Kriege. In: Essays Band 1, S. 197

[27] ebd. S. 190 f.

[28] Kurzke, Hermann: Thomas Mann. Epoche – Werk – Wirkung. 3. Auflage. München 1997, S. 132

[29] Thomas Mann an Paul Amann. Brief vom 07.11.1915. In: Dichter über ihre Dichtungen: Thomas Mann. Hrsg. v. Hans Wysling. Bd. 14/1. Passau 1975, S. 630

[30] Mann, Thomas: Betrachtungen eines Unpolitischen, S. 60 f.

[31] Thomas Mann an Philipp Witkop. Brief vom 16.12.1915. In: Dichter über ihre Dichtungen, S. 631

[32] Thomas Mann an Peter Pringsheim. Brief vom 18.12.1915. In: ebd., S. 631 f.

[33] Mann, Thomas: Betrachtungen eines Unpolitischen, S. 31 f.

[34] Kurzke, Hermann: Betrachtungen eines Unpolitischen. In: Thomas-Mann-Handbuch. Hrsg. v. Helmut Koopmann. 3. Auflage. Frankfurt am Main 2005, S. 688

[35] Mann, Thomas: Betrachtungen eines Unpolitischen, S. 33

[36] ebd. S. 36 f.

[37] Mann, Thomas: Betrachtungen eines Unpolitischen, S. 41

[38] Mann, Thomas: Lebensabriß. In: Thomas Mann. Essays Band 3. Ein Appell an die Vernunft 1926 – 1933. Hrsg. v. Hermann Kurzke und Stephan Stachorski. Frankfurt am Main 1998, S. 204

[39] Thomas Mann an Ernst Bertram. Brief vom 08. Juni 1916. In: Dichter über ihre Dichtungen, S. 638

[40] Mann, Thomas: Betrachtungen eines Unpolitischen, S. 524

[41] ebd. S. 52

[42] Kurzke: Betrachtungen eines Unpolitischen. In: Thomas-Mann-Handbuch, S. 680

[43] ebd. S. 680 f.

[44] Mann, Thomas: Betrachtungen eines Unpolitischen, S. 63

[45] ebd. S. 74

[46] ebd. S. 129

[47] Mann, Thomas: Betrachtungen eines Unpolitischen, S. 52

Details

Seiten
87
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638039703
ISBN (Buch)
9783638936255
Dateigröße
793 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v90067
Institution / Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Note
2,7
Schlagworte
Politisierung Unpolitischen Autor Thomas Mann Wandel Laufbahn

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