Lade Inhalt...

Hyperkinetische Störung

Beurteilung schulischer Massnahmen nach Prinzipien der Integration für die Umsetzung der Entwicklungsaufgabe "Beziehung zu Gleichaltrigen" (eine Fallanalyse)

Seminararbeit 2006 49 Seiten

Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Fragestellung

2. Die Adoleszenz und ihre Entwicklungsaufgaben
2.1 Die Lebensphase „Adoleszenz“
2.2 Individuation und andere Entwicklungsaufgaben der Adoleszenz

3. Fallbeispiel Peter: Eine hyperkinetische Störung
3.1 Diagnostische Kriterien
3.2 Hyperkinetische Störung (Aufmerksamkeitsstörung/Hyperaktivität)
3.3 Weitere Bezeichnungen (Aufmerksamkeitsstörung/Hyperaktivität)
3.4 Entwicklungsaufgabe: „Beziehungsfähigkeit zu Gleichaltrigen“
3.5 Störungen im Sozialverhalten hyperaktiver Kinder und Jugendlicher
3.6 Peters problematische Verhaltensweisen
3.7 Ist Peter behindert?

4. Therapie und Hilfestellung
4.1 Therapieplanung/Massnahmen

5. Integration: ein sonderpädagogischer Grundsatz
5.1 Zum Begriff der Integration
5.2 Grundsätze und fundamentale Prinzipien der Integrationspraxis

6. Diskussion und Beurteilung der sonderpädagogischen Massnahmen
6.1 Abschliessende Bemerkungen

7. Ausblick

8. Literaturangaben

9. Anhang

1. Einleitung und Fragestellung

Die ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, eine hyperkinetische Störung) ist die mit Abstand häufigste Verhaltensauffälligkeit im Kindes- und Jugendalter. Davon betroffen sind bis zu fünf Prozent aller Schulkinder. Bei ca. zwei Dritteln wächst sie sich im Verlaufe der Entwicklung aus, bei rund einem Drittel bleibt sie im Erwachsenenalter bestehen. Die Mehrheit der Kinder, bei denen eine Aufmerksamkeitsstörung festgestellt wird, ist männlichen Geschlechts. In einer Stellungnahme[1] halten Experten fest, dass eine unbehandelte Störung schwere Folgen haben kann. Betroffene brechen überdurchschnittlich oft ihre Ausbildung ab, haben auffallend oft Probleme im Beruf und geraten tendenziell eher auf „die schiefe Bahn“. Ebenfalls leiden sie im Vergleich zur Normalbevölkerung häufiger an Depressionen und Persönlichkeitsstörungen (Lutterotti, 2006, S. 53). Die persönliche Entwicklung sowie die Erziehung Betroffener ist aus sonderpädagogischer Sicht eine grosse Herausforderung und wirft verschiedene Fragen auf. In welchem Umfeld sollen diese Kinder und Jugendlichen geschult werden? Welche Massnahmen und Hilfestellungen bieten sich an? Welche Aspekte sind dabei zu berücksichtigen?

Bei der vorliegenden Arbeit handelt es sich um die Fallanalyse eines Jungen (Peter[2] ) mit einer hyperkinetischen Störung. Der Fall Peter stammt aus meinem beruflichen Umfeld als „IF-Lehrer“ (Integrative Förderung) an der Oberstufe in Opfikon-Glattbrugg.

Beim Übertritt von der 6. Klasse in die Oberstufe teilen die Primarlehrer ihre Schüler[3] jeweils, ihren schulischen Leistungen entsprechend, in die Sekundarniveaus A, B und C ein. Durch ein Auslosungsprinzip entstehen auf der Oberstufe – jede Klasse wird dreifach geführt – neue Klassenzusammensetzungen. Anfangs Schuljahr 2003 bekam ich vom schulpsychologischen Dienst die Liste mit den neuen „IF-Schülern“. Zwei davon waren in die Klasse 1Ba eingeteilt, in welcher ich einzelne Stunden im Teamteaching unterrichtete. Peter ist auch in dieser Klasse, zählte aber damals noch nicht als „IF-Schüler“.

Schon in den ersten zwei Wochen erlebte ich Peter als einen sehr auffälligen Schüler, besonders wegen seines unruhigen, unkonzentrierten Unterrichtsverhaltens mit Schwierigkeiten im Sozialverhalten (vgl. Fallbeispiel im Anhang dieser Arbeit). Einige Wochen nach Schulbeginn (vor den Herbstferien) veranlasste ich für Peter – im Einverständnis der Klassenlehrperson und den Erziehungsberechtigten (Grossmutter, Vater) – eine schulpsychologische Abklärung. Die Diagnose war eine hyperkinetische Störung (ADHS) mit auffälligem Sozialverhalten und einer Lese- und Rechtschreibeschwäche (vgl. Fallbeispiel im Anhang dieser Arbeit). Umgehend wurden im Rahmen einer Integrativen Förderung (IF) verschiedene Massnahmen eingeleitet. Diese werden aufgrund verschiedener Kriterien integrativer Überlegungen (Kriterien) im Weiteren dieser Arbeit reflektiert und beurteilt.

In dieser Arbeit beschreibe ich in einem theoretischen Teil Aspekte der Lebensphase Adoleszenz und damit verbundenen Entwicklungsaufgaben. Auf diesem Hintergrund gehe ich der Frage nach, inwiefern eine hyperkinetische Störung die natürliche Entwicklung beeinträchtigen beziehungsweise die Bewältigung von Entwicklungsaufgaben am Beispiel der „Beziehungsfähigkeit zu Gleichaltrigen“ beiderlei Geschlechts behindern kann.

Aus sonderpädagogischer Sicht diskutieren verschiedene Autoren in einer Integrationsdebatte über Grundsätze und Prinzipien der Integration. Darauf basierend beschäftigt sich Integration – bezogen auf das Fallbeispiel – einerseits mit Möglichkeiten und Bedingungen der individuellen Teilnahme am „Lernfeld der Gleichaltrigen“ (der Schulklasse), andererseits dient sie in der vorliegenden Arbeit als eine Art Wegleitung für verschiedene, beispielsweise schulische eingeleitete Massnahmen. Mit anderen Worten: Die im Fallbeispiel getroffenen Therapie- und Fördermassnahmen lassen sich aufgrund der von der Integrationsidee abgeleiteten Kriterien reflektieren. In den Ausführungen richte ich den Fokus hauptsächlich auf den Bereich der Schule, die erwähnte Entwicklungsaufgabe und bezogen darauf die Beurteilung der eingeleiteten Massnahmen. Obwohl die Problematik der Lese- und Rechtschreibeschwäche sowie das familiäre Umfeld und der Bereich der Freizeit in einer Gesamtperspektive einen wesentlichen Bereich einnehmen, finden sie in dieser Arbeit kaum Berücksichtigung. Sie würde den Rahmen dieser Seminararbeit sprengen.

2. Die Adoleszenz und ihre Entwicklungsaufgaben

In diesem Kapitel wird dargelegt, welche Prozesse in der Adoleszenz ausgelöst werden und welche Entwicklungsaufgaben an die Jugend herangetragen werden. Die Bewältigung dieser Aufgaben ist die Voraussetzung für eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung.

2.1 Die Lebensphase „Adoleszenz“

Entwicklung wird in dieser Arbeit als lebenslanger Prozess verstanden. Erikson (1974) beschreibt die Entwicklung eines Individuums als „eine Auseinandersetzung mit lebensalterstypischen Krisensituationen, die sich aus dem Zusammenspiel innerer Reifungsprozesse, äusserer sozialer Anforderungen und individueller Gestaltung ergeben“ (zitiert nach Hofer und Pikowsky, 2002, S. 242).

Jede Lebensphase stellt an das Individuum eine Vielzahl spezifischer Anforderungen. Besonders zentral sind diese Anforderungen in der Adoleszenz. Ungefähr mit dem 12. Lebensjahr beginnend, erleben die Jungen und Mädchen den allmählichen, manchmal auch abrupten Einstieg in die Pubertät. Fend (2000) spricht von einer Lebensphase, die dem Heranwachsenden einen vielseitigen Umbruch verspricht (vgl. Fend, 2000, S. 2).

Adoleszenz ist je nach fachlicher Disziplin[4] und Perspektive unterschiedlich definiert. Insgesamt erstreckt sich diese Zeitspanne über einen Zeitraum von ca. 10 Jahren (vgl. Oerter und Dreher, 1998, S. 312).

Besonders markant sind die physiologisch-biologischen Veränderungen, beginnend mit einem körperlichen Wachstumsschub – ausgelöst durch eine hormonale Umstimmung – und der Ausbildung der sekundären Geschlechtsmerkmale, mit dem Ziel der Geschlechtsreife (Baacke, 1993, S. 36). Diese Veränderungen sind ungefähr mit dem 18. Lebensjahr, mit der „vollen biologischen Reproduktionsreife“ (Fend, 2000, S. 102) beendet.

In dieser Lebensphase wächst der Adoleszente in einen neuen Körper hinein und lernt ihn zu bewohnen (vgl. ebd.). Stern (1925) spricht von einer „Wendung von aussen nach innen“ (S. 29) und deutet damit auf die ebenso wichtigen psychologischen und kognitiven Veränderungen hin. Während die Gleichaltrigen immer mehr an Bedeutung gewinnen, findet eine allmähliche Ablösung von den Eltern statt (Baacke, 1993, S. 36).

2.2 Individuation und andere Entwicklungsaufgaben der Adoleszenz

Im Verlauf des Lebens durchläuft ein Individuum verschiedene Lebensphasen. Jede dieser Phasen stellt das Individuum vor neue Herausforderungen, welche mit dem Ziel, einer positiven Entwicklung, zu bewältigen sind. In diesem Zusammenhang spricht Fend (2000, S. 210) von altersspezifischen Entwicklungsaufgaben. Als wichtigste Aufgabe für diese Lebensphase sieht Erikson (1974; zitiert nach Hofer und Pikowsky, 2002, S. 242) den Aufbau einer eigenen „Identität“[5]. „Identitätsbildung wird zwar als lebenslange Entwicklung verstanden, sie wird jedoch im Jugendalter zentral“ (ebd.).

Die Bildung der Identität oder Individuation beschreibt den Prozess der Selbstwerdung. Dieser beinhaltet, dass sich ein Individuum im Verlaufe des Lebens seiner Eigenständigkeit bewusst wird und sich von anderen Individuen abgrenzen kann (Duden, 1990, S. 341).

Nach Fend (2000) stellt das Jugendalter „durch tägliche Auseinandersetzungen mit Aufgaben im sozialen Kontext von Eltern, von Gleichaltrigen, von Freunden und von Lehrern“ (S. 210) folgende Entwicklungsaufgaben: die persönliche Akzeptanz der körperlichen Veränderungen und die optimale Nutzung des Körpers, die geschlechtsspezifische Rollenübernahme (weibliche bzw. männliche), die Beziehungsfähigkeit zu Gleichaltrigen beiderlei Geschlechts und die emotionale Loslösung von den Eltern. Weitere Entwicklungsaufgaben sind die Bildung einer eigenen Meinung, die Berufsentscheidung und deren erfolgreiche Umsetzung sowie das Eingehen einer festen Bindung mit dem Ziel der Familienplanung. Auch die Übernahme von Verantwortung gegenüber dem sozialen Umfeld und der Aufbau eines Wertesystems und eines ethischen Bewusstseins als Richtschnur für das eigene Verhalten gelten als weitere Entwicklungsaufgabe (a.a.O., S. 211).

Dreher und Dreher (1985; zitiert nach Hofer und Pikowsky, 2002, S. 242) beschäftigen sich in einer Untersuchung mit den Entwicklungsaufgaben aus der Sicht der Jugendlichen: „Vorbereitung auf eine berufliche Karriere“, „über sich selbst im Bilde sein“ und „der Aufbau von Beziehungen zu Altersgleichen“ nennen die Befragten an vorderster Stelle. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch Kracke (2001; zitiert nach ebd.): soziale Beziehungen und Freunde stehen für die Befragten an erster Stelle. An zweiter Stelle nennen die Jugendlichen die Berufsfindung, dann der Umgang mit körperlichen Veränderungen und schliesslich das Eingehen einer Partnerschaft. Diese Entwicklungsaufgaben lassen sich in drei übergeordnete Bereiche zusammenfassen: „intrapersonale“ (biologische bzw. psychische), „interpersonale“ (alle sozialen Beziehungen) und „kulturell-sachliche“ (Ansprüche einer Kultur, Vorgaben und Möglichkeiten einer Gesellschaft) (Fend, 2000, S. 211).

Im Laufe dieser Arbeit werden immer wieder die Entwicklungsaufgaben der interpersonalen Ebene im Zentrum stehen. Sie betreffen die Umgestaltung der sozialen Beziehungen. Während eine allmähliche Ablösung von den Eltern stattfindet, nimmt die Bedeutung der Gleichaltrigen – Peers[6] – zu. Aus psychoanalytischer Sicht beschreibt Peter Blos (1973) diese Dynamik mit dem Prozess der Libidoverschiebung. Sie richtet sich von den Eltern weg auf Gleichaltrige. Durch die intensivierten Beziehungen zu den Peers öffnet sich dem Jugendlichen neben seinem familiären Umfeld ein wichtiges Lernfeld für symmetrische Interaktionen (vgl. Kapitel 3.4 in dieser Arbeit).

Wenn man von Individuation und der Bewältigung der Entwicklungsaufgaben spricht, ist es wichtig zu berücksichtigen, dass jede Familie ihre eigenen Voraussetzungen hat und sich von anderen Familien unterscheidet. Puschner (1999) so wie auch Storch (1994) fanden in Längsschnittstudien familienindividuelle Unterschiede – auf Seiten der Eltern sowie auch auf Seiten der Kinder – und belegen damit, dass die Individuationstheorie nicht eins zu eins auf alle Familien übertragen werden kann (zitiert nach Hofer und Pikowsky, 2002, S. 251). Schwierige familiäre Umstände können also mit dazu beitragen, dass die Entwicklungsaufgaben nur schwer zu bewältigen sind. Fend (2000) spricht in diesem Zusammenhang von einer „belastete[n] Bewältigung von Entwicklungsaufgaben“, welche sich in verschiedenen Krisen oder gar im Anfang einer „Risikoentwicklung“ zeigen können (S. 421).

3. Fallbeispiel Peter: Eine hyperkinetische Störung

Als Folge einer hyperkinetischen Störung ist Peter in seiner Entwicklung, in der Bewältigung der Entwicklungsaufgabe Beziehungsfähigkeit zu Gleichaltrigen stark eingeschränkt. Die Teilnahme am Lernfeld der Gleichaltrigen wird ihm zu einem grossen Teil verwehrt. Belege dafür finden wir in Peters auffälligem Sozialverhalten. Diese Verhaltensschwierigkeiten können sich neben den Symptomen der hyperkinetischen Störung als zusätzliche Störungen zeigen und sind für einen grossen Teil der Betroffenen charakteristisch.

Dieses Kapitel bildet den eigentlichen Kern dieser Arbeit. Die diagnostischen Kriterien sind entscheidend für die Diagnose einer hyperkinetischen Störung. Es wird erläutert, wann man von einer hyperkinetischen Störung spricht und welche weiteren Bezeichnungen man im Zusammenhang von Aufmerksamkeitsstörung und Hyperaktivität findet.

3.1 Diagnostische Kriterien

In Wissenschaft und Praxis werden zwei internationale Klassifikationssysteme verwendet, um das Störungsbild detailliert zu beschreiben: die DSM IV (Diagnostic Statistic Manual) und die von der Weltgesundheitsorganisation WHO herausgegebene internationale Klassifikation psychischer Störungen ICD-10 (Brunsting, 2005, S.14).

Im Folgenden lege ich Peters Problemverhalten dar. Dieses Verhalten entspricht den ICD-10 relevanten diagnostischen Kriterien (Lauth und Schlottke, 2001, S. 203) einer hyperkinetischen Störung (vgl. Fallbeispiel im Anhang dieser Arbeit):

- Charakteristisch für Peters Verhalten ist seine allgemeine „Unaufmerksamkeit“ im Unterricht (hört Anweisungen nicht, unkonzentriertes Arbeiten, unsorgfältiges Arbeiten, geringe Ausdauer etc.), seine „Überaktivität“ (hat ständig etwas in den Händen und spielt damit, steht ohne Aufforderung vom Platz auf, rutscht auf dem Stuhl hin- und her, etc.) und seine starke „Impulsivität“ (gibt Antworten ohne dass man ihn aufruft, spricht laut ohne dass er es merkt, denkt oft laut, stört durch sein Verhalten andere Schüler, etc.).
- Peters „Verhaltensmerkmale“ sind seit mehr als sechs Monaten beobachtet worden.
- Seine „Verhaltensprobleme“ sind anscheinend – das entnehme ich den schulpsychologischen Akten – schon vor dem siebten Lebensjahr festgestellt worden und haben sich seither stetig intensiviert. Allerdings wurden die Verhaltensprobleme nur am Rande erwähnt. Im Zentrum stand damals die Lese- und Rechtschreibeschwäche.
- „Die Hinweise auf Unaufmerksamkeit und Verhaltensmerkmale für Hyperaktivität [sind bei Peter] in mehr als einer Situation registriert…“ worden (zu Hause, im Klassenverband und in der Pause) (ebd.).
- „Die genannten Verhaltensmerkmale [sind] darüber hinaus so beschaffen, dass sie ein deutliches Leiden oder [eine] Beeinträchtigungen der sozialen, schulischen oder beruflichen Funktionsfähigkeit beim betroffenen Kind bzw. Jugendlichen [Peter] verursachen“ (ebd.).

Heute geht man bei hyperkinetischen Störungen nicht mehr von einem Erziehungs-Fehlverhalten aus. Als Ursachen sah man früher „Erziehungsfehler, unzureichende elterliche Kompetenz, zerstrittene Ehepartner, Vernachlässigung, Deprivation und frühkindliche Traumata, […] die Störungen als soziales und pädagogisches Problem [beschrieben]“ (Imhof, Skrodzki und Urzinger, 2003, S. 61). Neue Untersuchungen zeigen, dass diese Faktoren nicht die Ursachen sind „…, wohl aber die Ausprägung und das Erscheinungsbild erheblich beeinflussen können“ (ebd.). Peters schwierige sozialen und familiären Verhältnisse (Abwesenheit der leiblichen Mutter, Alkoholismus des Vaters, Verdacht auf sexuelle Ausbeutung[7] ) tragen mit Sicherheit nicht zu einer Stabilisation bei. „Soziale Momente spielen insofern eine Rolle, als allgemein anerkannt wird, dass aufmerksamkeitsgestörte Kinder mehr und nachdrücklichere Erfahrungen benötigen, um ein angemessenes Verhalten zu erlernen“ (a.a.O., S. 206). Steinhausen hält fest, dass Umweltfaktoren einer sozialen Unterschicht, verschiedene familiäre Risikokonstellationen „wie Partnerkonflikte, psychische Störungen der Eltern und Erziehungsdefizite und Störungen der Eltern-Kind-Beziehung im Problemverhalten eines betroffenen Kindes zu einer Manifestation und Aufrechterhaltung der Symptome beitragen“ (Steinhausen, 2002, S. 95).

3.2 Hyperkinetische Störung (Aufmerksamkeitsstörung/Hyperaktivität)

Aus wissenschaftlicher Sicht hat man die grundlegende Ursache für Aufmerksamkeitsstörung/Hyperaktivität noch nicht endgültig geklärt. „Dennoch kennen wir eine Vielzahl von Faktoren, die zeigen, dass es organische Unterschiede im Vergleich zu ‚normalen’ Kindern gibt“ (Imhof et. al., 2003, S. 61), demnach eine organisch bedingte Hirnleistungsschwäche zugrunde liegt. Sicher ist aber, dass es sich dabei um eine „… angeborene selten erworbene, meist genetisch bedingte Störung der Selbstkontrolle [handelt]“ (Imhof et. al., 2003, S. 11). Nach Barkley (1997; zitiert nach Lauth und Schlottke, 2001) entstehen hyperkinetische Störungen „… bei mangelnder Selbststeuerung und werden als Störung der Regulationsfähigkeit eingeordnet. Wenn man über die Entstehung von Aufmerksamkeitsstörungen diskutiert, muss man also im Grunde erklären, was Kinder spezifisch auszeichnet, die eine altersangemessene Selbststeuerung vermissen lassen“ (S. 205). Offensichtlich handelt es sich dabei um multifaktorielle Bedingungen (psychophysiologisch, sozial und erlebnisbezogen) und nicht nur um eine Ursache (Lauth und Schlottke, 2001, S. 206; Imhof et. al. 2003, S. 11).

Lauth und Schlottke (2001) beschreiben eine psychophysiologische Ursache:

… es sind eine zentralnervöse Unteraktivierung und Funktionseinschränkungen im Bereich des Frontallappens an der Störungsgenese beteiligt. Eine Folge davon ist u.a., dass die inhibitorische Kontrolle beeinträchtigt ist und Handlungsimpulse unmittelbar wirksam werden, die häufig unpassend bzw. falsch sind. In diesem Zusammenhang gibt es auch eine lebhafte Diskussion darüber, ob spezielle Botenstoffe (Neurotransmitter, Serotonin, Dopamin) hierbei entscheidend beteiligt sind. (S. 206)

Lauth und Schlottke (2001, S. 204) gehen davon aus, dass etwa 3-7% aller Kinder und Jugendlichen unter einer hyperkinetischen Störung leiden. Die verschiedenen Altersstufen zeigen folgende Häufigkeiten: zwischen 4-6 Jahren etwa 3%, zwischen 6-13 Jahren 3-7% und zwischen 14-20 Jahren 6%.

Jedes Kind ist wieder anders, zeigt Störungen in verschiedenen Bereichen, in unterschiedlichem Ausmass und in allen möglichen Kombinationen. Die vielfältigen Erscheinungsbilder lassen unzählige Gewichtungen und Perspektiven zu, was die vielen Bezeichnungen, Definitionen, Diagnoseverfahren und Therapiemassnahmen nicht nur erklärt, sondern bis zu einem gewissen Grad auch rechtfertigt. (ELPOS[8], 2003a, Kap. 1, S. 1)

In der medizinischen Fachsprache sind Hyperaktivität und das Hyperkinetische Syndrom Krankheitsbegriffe. Nach dem ICD-10[9] sind die Merkmale für hyperkinetische Störungen (HKS) ein früher Beginn – sie erscheinen normalerweise in den ersten fünf Jahrzehnten des Lebens – von überaktiven, teils ungerichtetem Verhalten mit ausgeprägter Unaufmerksamkeit und geringer Ausdauer bei zu bewältigenden Aufgaben sowie „situationsabhängige und zeitstabile Verhaltenscharakteristika“ (Steinhausen, 2002, S. 91). Vereinfacht gesagt, handelt es sich um eine Störung der Aufmerksamkeit mit überschüssiger Impulsivität und starker Unruhe. Übermässiges Störverhalten, verlangsamtes und unsystematisches Arbeitsverhalten, Ablenkbarkeit und geringe Frustrationstoleranz können Folgen daraus sein (Imhof et. al. 2003, S. 9).

3.3 Weitere Bezeichnungen (Aufmerksamkeitsstörung/Hyperaktivität)

„Minimale cerebrale Dysfunktion“ (MCD) war früher die meist verwendete Bezeichnung. Im deutschen Sprachraum verwendet man heute die Bezeichnung „Hyperkinetisches Syndrom“ oder „Hyperkinetische Störung“ (HKS), während man in der Schweiz vom „frühkindlichen psychoorganischen Syndrom“ (POS) spricht. Für einzelne Teilbereiche dieser Störung („partielle Hirnreifungsstörungen“, „frühkindlicher Hirnschaden“ oder „leichte Hirnfunktionsstörung“) gibt es noch weitere Begriffe. Die momentan aktuellen Bezeichnungen[10] lauten „Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung“ (ADHS), „Aufmerksamkeitsstörung mit/ohne Hyperaktivität“ (ADHD +/ -)[11] (Imhof et. al., 2003 S. 9).

Der Begriff ADHD bzw. ADHS ist im Gegensatz zu dem der HKS verhaltensorientierter und zutreffender, „zumal mit Hyperkinese eigentlich ein Symptom einer neuromotorischen Überfunktion beschrieben wird“ (Steinhausen, 2002, S. 91).

In der folgenden Grafik (vgl. Abb. 1 in dieser Arbeit) werden die beschriebenen Begriffe zueinander in Beziehung gestellt und geordnet. „POS besteht aus den drei Problemkreisen Wahrnehmung, Motorik und Verhalten (inkl. Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörungen)“ (ELPOS, 2003a, Kap. 3.1, S. 1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1. Übersicht der verschiedenen Begriffe

Um den Rahmen dieser Seminararbeit nicht zu sprengen, gehe ich nicht weiter auf die detaillierte und für die Invalidenversicherung (IV) unabdingbare ICD-10-Klassifizierung ein, sondern beziehe mich – im Fall Peter – auf die erhaltenen Informationen der schulpsychologischen Abklärung[12] (vgl. Fallbeispiel im Anhang dieser Arbeit).

3.4 Entwicklungsaufgabe: „Beziehungsfähigkeit zu Gleichaltrigen“

Da laut den schulpsychologischen Abklärungen bei Peter keine „affektive[n] Störungen“, „Angststörungen“, „Schizophrenie“ und einschneidende „Entwicklungsstörungen“ diagnostiziert wurden, kann man im Zusammenhang mit Peters Problemverhalten von einer „hyperkinetischen Störung“ oder sogar von einer „hyperkinetischen Störung des Sozialverhaltens“ ausgehen (Lauth und Schlottke, 2001, S. 203).

Peters schulische Schwierigkeiten (geringe Lern- und Leistungsstörungen, diagnostizierte Lese- und Rechtschreibeschwäche) müssen als so genannte „assoziierte Merkmale“ in Diagnose und Therapie im Zusammenhang mit seiner hyperkinetischen Störung miteinbezogen werden (ebd.).

In dieser Arbeit richte ich den Fokus bewusst auf Peters Schwierigkeiten im Sozialverhalten und klammere den Aspekt der Lese- und Rechtschreibeschwäche sowie seine Lern- und Leistungsstörungen grösstenteils aus, auch wenn diese in wechselseitigem Zusammenhang stehen. Im Folgenden wird dargelegt, inwiefern Peter durch die hyperkinetische Störung in seiner natürlichen Entwicklung, beziehungsweise in der Bewältigung der erwähnten Entwicklungsaufgabe – Beziehungen zu Gleichaltrigen aufzubauen – beeinträchtigt wird und was dies bedeutet.

Zur Bewältigung der Entwicklungsaufgabe der Beziehungsumgestaltung und der allmählichen Ablösung von der Familie, wird der Peergroup eine besonders wichtige Aufgabe zugesprochen. Neben den Eltern gehört sie zu den bedeutendsten sozialen Bezugspersonen des Heranwachsenden und bieten gleichzeitig einen wichtigen Hintergrund für das soziale Lernen (Fend, 2000, S. 270; Youniss, 1994, S. 109; Damon, 1998, S. 366). Durch die symmetrisch charakterisierten Interaktionen – im Gegensatz zu den Eltern-Kind-Interaktionen – kann sich der Jugendliche bei den Peers als gleichwertig erleben. Youniss (1994, S. 111) findet Unterschiede zwischen den Peers-Interaktionen und den Eltern-Kind-Interaktionen in den Bereichen der Konfliktlösestrategie, der Gesprächsthemen und in den Kommunikations- und Verhandlungsstrategien. Die symmetrische Beziehung bietet eine gute Grundlage, um einander zu verstehen und trägt im Wesentlichen zum Selbstverständnis eines Jugendlichen bei (Oerter, 1998, S. 295). Die Peers werden also zu einem idealen Lernfeld symmetrischer Interaktionen: „Es werden Prozeduren der Diskussion und des Debattierens, des Argumentierens, der Verhandlung und der Kompromissbildung erprobt und eingeübt, die – so die Annahme von Youniss (1980) – dann auf die Eltern-Kind-Interaktion übertragen werden“ (Hofer und Pikowsky, 2002, S. 245). William Stern (1925, S. 41) nennt in diesem Zusammenhang das „Ernstspiel“. Die darin gemachten Erfahrungen kann der Adoleszente in Diskussionen und Verhandlungen mit seinen Eltern anwenden (Damon, 1989, S. 373). Der Kontakt mit den Gleichaltrigen beeinflusst weiter die Bereiche psychosoziales Wohlbefinden, soziales Lernen sowie Förderung von Sozialkompetenzen (Fend, 2000; Noack, 2002). Weitere Funktionen der Peers – neben dem Unterhaltungs- und Freizeitaspekt – erkennt man in der Ausübung des Abgrenzungsprozesses von den Eltern. Die Peergroup bietet Sicherheit, was die Ablösung von den Eltern vereinfacht. Weiter verhelfen die Peers zu neuen Ideen und Erfahrungen, durch welche die Jugendlichen gegenüber ihren Eltern einen möglichen Wissensvorsprung in spezifischen Bereichen erlangen können (Damon, 1989, S. 373). Fend (1998, S. 30) unterstreicht dadurch den grossen Einfluss der Peers – nebst Schule und Familie – auf die Persönlichkeitsentwicklung des Heranwachsenden.

3.5 Störungen im Sozialverhalten hyperaktiver Kinder und Jugendlicher

Besonders bei älteren Kindern und Jugendlichen mit hyperkinetischer Störung (ab ca. 12 Jahren) tauchen neben den eigentlichen Symptomen weitere Störungen auf. Diese zeigen sich besonders im Sozialverhalten (antisoziales Verhalten, oppositionelles Trotzverhalten), durch verstärkte Anpassungsschwierigkeiten (z.B. soziale Isolierung, Lern- und Leistungsschwierigkeiten) und Selbstwertproblemen (Ängstlichkeit, Depressivität) (Lauth und Schlottke, 2001, S. 204; Steinhausen, 2002, S. 91).

Hyperaktive Kinder und Jugendliche knüpfen in der Regel sehr schnell Kontakt zu anderen Leuten, indem sie bewusst auf sie zugehen. Diese Kontaktaufnahme ist meistens sehr charmant, witzig und unkonventionell. „Fremde sind von ihnen auf den ersten Blick angetan. Schnell aber nerven sie die anderen mit ihrem übermässigen und totalen Anspruch, ihrer Unmässigkeit im Geben und Nehmen“ (Imhof et. al., 2003, S. 11). Ihr schnell wechselndes Verhalten kann Unwissende verunsichern. Zudem haben Jugendliche mit hyperkinetischer Störung Mühe, nonverbale Signale wie Gestik von anderen Menschen aufzunehmen und zu verstehen. Oft fehlt ihnen die nötige Einsicht, besonders im Spielverhalten. Sie tun sich allgemein schwer damit, in alltäglichen Situationen angemessen zu reagieren. Dadurch können sie ihre Mitmenschen immer wieder verunsichern. Gerne orientieren sich hyperaktive Kinder und Jugendliche an Personen, die sie führen (Lehrer), dennoch versuchen sie Verantwortung an sich zu reissen. Immer wieder fallen sie durch Clownereien auf, die sie über längere Zeit zu Aussenseitern machen können. Diese Clownereien sind in der Regel Zeichen von Anpassungsschwierigkeiten. Wenn sie in ihrem auffälligen Verhalten zurechtgewiesen werden, fühlen sie sich oft ungerecht behandelt und können die Kritik kaum annehmen. Ihre Reaktionen können dann sehr intensiv sein oder aber gänzlich ausbleiben, dann, wenn die Kritik gar nicht wahrgenommen wird. Selber sind Kinder und Jugendliche mit hyperkinetischer Störung kaum nachtragend (ebd). Alle diese charakteristischen Merkmale erschweren den betroffenen Kindern den sozialen Umgang mit den Mitmenschen (Familie, Schule). Sie sind schlicht und einfach nicht in der Lage, Freundschaften aufzubauen, geschweige denn sie zu pflegen oder sogar zu erhalten (ebd.).

Diesen Problemen in der Interaktion mit dem sozialen Umfeld ist auch Peter ausgesetzt. Immer wieder stösst er wegen seines auffälligen Verhaltens in seiner Gleichaltrigengruppe (Schulklasse) auf Ablehnung. Im Individuationsprozess (vgl. Kapitel 2.2 in dieser Arbeit) steht die Frage im Mittelpunkt: „wer bin ich, wer möchte ich werden? Dieser Thematik dienen Freundschaften in hohem Masse“ (Parker und Gottman, 1989; zitiert nach Oerter, 1998, S. 299). Welche persönlichen Konsequenzen – neben dem Aspekt dass Peter darunter leidet – hat das auf seine Persönlichkeitsentwicklung? Tatsache ist, dass Peter den Zugang zur Peergruppe nur sehr schwer findet und somit auch nicht am Lernfeld teilnehmen kann. Peter hat bereits eine klare Aussenseiterposition und die damit verbundenen negativen Zuschreibungen. Das öffnet ihm ein zusätzliches Problemfeld. Abgelehnte „zeigen ein deutlich abweichendes Verhalten, sind zurückgezogen, im Kontakt aber dann aggressiv, necken und piesacken andere. Sie zeigen wenig prosoziales Verhalten, verletzen Regeln und gelten im Urteil der Peers als ‚unreif’“ (Coie, Dodge und Kupersmidt, 1990; zitiert nach a.a.O., S. 303). Unter solchen Voraussetzungen

… wird […] die mögliche Dramatik bewusst, wenn es Jugendlichen in dieser Lebensphase nicht gelingt, Zugang zu Gleichaltrigen zu finden […] und damit der Möglichkeiten zur konsensualen Validierung von Einschätzungen der Umwelt und der eigenen Person in intimen Freundschaften ebenso beraubt [sind] wie der Erfahrung von Eigenständigkeit und Werthaftigkeit durch die soziale Leistung, einen Freund gewonnen und soziale Anerkennung erreicht zu haben. (Fend, 1998, S. 232)

Krappmann und Oswald (1995; zitiert nach ebd.) verdeutlichen in einer Untersuchung, wie in diesen sozialen Welten Lernprozesse bis hin zu geschickten Strategien des Aushandelns, der Abwehr von Übergriffen und der Initiierung von Kontakten, möglich sind.

[...]


[1] http://www.adhs.ch/add/consensus.htm.

[2] Name wurde geändert.

[3] Der Einfachheit halber verwende ich in dieser Arbeit für beide Geschlechter die männliche Form „Schüler“, gemeint sind jedoch immer beide (Schülerinnen und Schüler).

[4] „Soziologen sprechen von der Jugend, Psychologen eher von Adoleszenz und Biologen von der Pubertät“ (Fend, 2000, S. 22).

[5] Deusinger (1989; zitiert nach Hofer und Pikowsky, 2002) spricht im gleichen Zusammenhang von einem „Selbstkonzept“ (S. 242). Filipp beschreibt Identität „… als ein internes Selbstmodell des Individuums, und zwar im Hinblick darauf, wie man sich selbst sieht und wie man glaubt, von anderen gesehen zu werden, sowie im Hinblick darauf, wie man glaubt zu sein und wie man sein bzw. werden möchte (Real- vs. Idealbild)“ (ebd.).

[6] Bezeichnung für die Bezugsgruppe eines Individuums. Sie besteht in der Regel aus Gleichaltrigen mit ähnlichen Interessen und ähnlicher sozialer Herkunft (Duden, 1990, S.. 585).

[7] Beim letzten Telefongespräch mit Peters Hausarzt machte dieser mich darauf aufmerksam, dass ich Peter bezüglich seines Verdachts auf sexuelle Ausbeutung beobachten soll.

[8] ELPOS = Elternverein für Kinder und Jugendliche mit leichten psychoorganischen Funktionsstörungen.

[9] Ein Verhaltensinterview (mit Eltern und/oder Lehrer) gibt Aufschluss über die ICD-10-Kriterien (siehe Kapitel 3.1 in dieser Arbeit), dazu kommen Verhaltensbeobachtungen – sie erheben das Ausmass der Funktions- und Handlungsbeeinträchtigung in der Schule und daheim – und weiter noch psychometrische Untersuchungen (Lauth und Schlottke, 2001, S. 205).

[10] Werden auch in den USA und bei der Weltgesundheitsorganisation verwendet (Imhof et al., 2003, S. 9).

[11] Stammt aus dem amerikanischen DSM-IV (Diagnostisches und Statistisches Manual psychischer Störungen der American Psychiatric Association): Attention Deficit Hyperactivity Disorder = AD(H)D (ELPOS, 2003, Kap. 3.1, S. 1).

[12] Eine Verhaltensanalyse mit Eltern und/oder Lehrern als Orientierung.

Details

Seiten
49
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638032636
ISBN (Buch)
9783640101764
Dateigröße
599 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v89761
Institution / Hochschule
Universität Zürich – Sonderpädagogisches Institut
Note
sehr gut
Schlagworte
Hyperkinetische Störung

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Hyperkinetische Störung