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Internationalisierungsstrategien in der Automobilzulieferindustrie unter besonderer Berücksichtigung des Fallbeispiels Bosch

von Denis Dörbandt (Autor) Marie Heinbach (Autor)

Seminararbeit 2007 29 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Einleitung

2. Export
2.1. Theoretische Grundlagen des Exports
2.1.1. Indirekter Export
2.1.2. Direkter Export

3. Internationale Lizenzvergabe
3.1. Theoretische Grundlagen der internationalen Lizenzvergabe
3.1.1. Patentlizenzvertrag
3.1.2. Know-how Lizenzvertrag
3.1.3. Markenlizenzvertrag
3.2. Praxisbeispiel: Die Internationalisierung von Bosch in Japan

4. Direktinvestitionen
4.1. Theoretische Grundlagen der Direktinvestition
4.1.1. Joint Venture
4.1.2. Theoretische Grundlagen einer 100%-Tochtergesellschaft
4.2. Praxisbeispiele für Direktinvestitionen
4.2.1. Joint-Venture von Bosch in China
4.2.2. Die Tochtergesellschaft von Bosch in Brasilien

5. Ausblick

Literatur

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Intensitätsstufen der Internationalisierung

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Teilstrategien der Internationalisierung

Tabelle 2: Ausgestaltungsmöglichkeiten der Lizenzvergabe

1. Einleitung

Ausgehend von einer Krise der Automobilbranche Mitte der 90er Jahre, begann eine Welle der Internationalisierung.[1] Es bildeten sich globale Netzwerke und die Beziehungen zwischen Zulieferern und Herstellern wurden im Rahmen der Plattformstandardisierung neu definiert. Um sich im globalen Wettbewerb zu behaupten, fokussierten sich die Zulieferer auf ihre Kernkompetenzen und es kam neben dem Export und der Lizenzvergabe zu Joint Ventures, Übernahmen und Investitionen im Ausland.[2] Während der überwiegende Teil der Zulieferindustrie lediglich auf dem deutschen oder westeuropäischen Markt tätig war, hatte die Robert Bosch GmbH (im folgenden Bosch) sich schon früh auf den internationalen Märkten etabliert und zählt global zum umsatzstärksten Automobilzulieferer.[3]

Unter dem Begriff der Internationalisierungsstrategien werden in der Literatur eine Vielzahl von verschiedenen Strategien im Kontext der internationalen Unternehmenstätigkeit diskutiert (siehe Tab. 1).[4]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Teilstrategien der Internationalisierung

Quelle : Eigene Darstellung, basierend auf: Hilger, A. (2001), S. 12.

Dabei werden die Teilstrategien unterschiedlich stark gewichtet. Allen Betrachtungsweisen gleich ist jedoch die zentrale Relevanz der Markteintrittsstrategien.[5] Aus diesem Grund werden in der vorliegenden Arbeit die für die Automobilzulieferer relevanten Markteintrittsstrategien betrachtet. Als gängige Systematisierungskriterien werden der Grad der Ressourcenbindung im Ausland sowie die Art und Form des Ressourcentransfers herangezogen.[6] Das Spektrum reicht vom Export als ressourcenärmster Strategie über Lizenzverträge bis hin zu Direktinvestitionen durch Akquisition bzw. Neugründung. Die drei ressourcenintensivsten Strategien werden zusätzlich zur theoretischen Behandlung anhand von Praxisbeispielen von Bosch erläutert.

Abbildung 1: Intensitätsstufen der Internationalisierung

Quelle: Schanz, K.-U. (1995), S. 16.

2. Export

2.1. Theoretische Grundlagen des Exports

Der Export stellt die „klassische“[7] Form der Internationalisierungsstrategien dar. Der Kapital- und Personalaufwand bleibt vergleichsweise gering, da der größte Teil der für die Erstellung des Produktes notwendigen Faktoren im Heimatland eingesetzt wird. Gründe für eine Exportentscheidung können Größenvorteile (Economies of Scale, Lernkurveneffekte etc.) und die Erprobung neuer Märkte sein.[8] Die Rahmenverträge zwischen Im- und Exporteur werden zwischen rechtlich und wirtschaftlich selbstständigen Unternehmen abgeschlossen[9]. Je nachdem, ob das exportierende Unternehmen direkt mit dem Abnehmer im Fremdland oder mit einem nationalen Exporteur zusammenarbeitet, spricht man von direktem oder indirektem Export[10].

2.1.1. Indirekter Export

Die Internationalisierungsstrategie mit der geringsten Personal- und Kapitalbindung im Ausland ist der indirekte Export[11]. Der indirekte Export ist dadurch gekennzeichnet, dass die gesamte Wertschöpfung im Inland geschieht und das Produkt über einen nationalen Handelsintermediär exportiert wird. Der Zulieferer tritt also nicht in direkten Kontakt mit dem Endabnehmer, sondern überlässt die Etablierung in Auslandsmärkten, den Aufbau eines Kundenstammes und alle weiteren Aufgaben im Zusammenhang mit dem Export der Waren dem Handelsintermediär[12]. Dieser Handelsintermediär kann in Form eines „Exporthelfers“[13] oder als „Exporteigenhändler“[14] auftreten.

Exporthelfer (bzw. Exportkommissionäre) sind rechtlich eigenständig, aber unter Umständen wirtschaftlich abhängig vom produzierenden Unternehmen. Sie übernehmen kein Eigentum an der Ware, tragen alle eigenen Kosten als selbstständige Unternehmer und erhalten für erfolgreiche Geschäfte eine Provision.[15]

Der Exporteigenhändler oder auch Distributeur ist rechtlich und wirtschaftlich unabhängig vom produzierenden Unternehmen. Er erwirbt die Ware vom Produzenten und trägt das gesamte unternehmerische Risiko. Für den Produzenten gestaltet sich der Verkauf daher als reines Inlandsgeschäft.[16] Hierdurch entfallen viele sonst übliche Kostenfaktoren für den Produzenten: Die Kundenakquise im Ausland, das unternehmerische Risiko (Bsp.: Währungsrisiko, Risiko der Unverkäuflichkeit der Ware, Rechtsunsicherheit etc.), Investitionen in Verkaufskanäle im Ausland und Kapitalbindung durch versandte Ware[17].

[...]


[1] Vgl. Pries, L. (1999), S. 26 u. S. 30.

[2] Vgl. Humphrey, J. (1999), S. 158-160.

[3] Vgl. Pries, L. (1999), S. 26; Für ein ausführliches Firmenprofil von Bosch vgl. Liedtke, R. (2006), S. 84-91.

[4] Vgl. Hilger, A. (2001), S. 10 ff.; Perlitz, M. (2000), S. 8 ff.; Schanz, K.-U. (1995), S. 15ff. u. 101ff.; Dülfer, E. (1992), S. 5. u. S. 109ff.

[5] Vgl. Hilger, A. (2001), S. 13f.; Perlitz, M. (2000), S. 70f.; Seidel, H. (1977), S. 90f.; Pausenberger, E. (1994), S. 1f.; Schanz, K.-U. (1995), S. 15ff.;Wesnitzer, M. (1993), S. 46f.

[6] Vgl. Schanz, K.-U. (1995), S. 15ff.; Meissner, H. (1995), S. 48 ff.

[7] Kappich, L. (1989), S. 120ff.

[8] Vgl. Pausenberger, E. (1994), S. 3f. der auch F&E-Kosten u. Produktlebenszyklen prüft.

[9] Vgl. Winkelmann, T. (1997), S. 19ff.

[10] Vgl. Schanz, K-U. (1995), S. 17 ff.

[11] Vgl. Meissner, H. (1995), S.48 ff.

[12] Vgl. IHK Osnabrück, http://www.osnabrueck.ihk24.de/produktmarken/international/

export/downloads/me_d02_indirekter_export.jsp [Stand 30.05.2007].

[13] Hilger, A. (2001), S.21.

[14] ebenda S.21.

[15] Vgl. ebenda S.21.; Eine Zusammenfassung über die verschiedenen Erscheinungsformen der Exportintermediäre gibt Jahrmann, F.-U. (1995), S.69ff.

[16] Vgl. IHK Osnabrück, http://www.osnabrueck.ihk24.de/produktmarken/international/

export/downloads/me_d02_indirekter_export.jsp [Stand 30.05.2007].

[17] Vgl. IHK Osnabrück, http://www.osnabrueck.ihk24.de/produktmarken/international/

export/downloads/me_d02_indirekter_export.jsp [Stand 30.05.2007].

Details

Seiten
29
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783638038300
Dateigröße
655 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v89528
Institution / Hochschule
Technische Universität Berlin – Institut für Technologie und Management
Note
1,7
Schlagworte
Internationalisierungsstrategien Automobilzulieferindustrie Berücksichtigung Fallbeispiels Bosch Strategische Unternehmensführung

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Titel: Internationalisierungsstrategien in der Automobilzulieferindustrie unter besonderer Berücksichtigung des Fallbeispiels Bosch