Lade Inhalt...

Die deutschsprachige wissenschaftliche Emigration in die Türkei und ihr soziales Umfeld – Das ”deutsch-deutsche“ Verhältnis in der Türkei 1933-1945

Examensarbeit 2007 94 Seiten

Geschichte Europa - Deutschland - Nationalsozialismus, II. Weltkrieg

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Aufbau der Arbeit
1.2 Forschungsstand und literarische Rezension

2 Von der Militärhilfe bis zur Kriegserklärung: Die deutsch türkischen Beziehungen bis 1945
2.1 Das deutsch türkische Verhältnis bis zum Ersten Weltkrieg: Die deutsche Militärmission in der Türkei
2.2 Deutschland und die Türkei nach dem Ersten Weltkrieg: die 1920er Jahre
2.3 Die deutsch türkischen Beziehungen nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten
2.4 Die deutsch türkischen Beziehungen nach Kriegsbeginn
2.4.1 Das Dreimächtebündnis 1939
2.4.2 Von der Dreimächteallianz zum Freundschaftsvertrag mit Deutschland 1941
2.4.3 Die Entwicklung bis zur Kriegserklärung 1945

3 Atatürks moderner Staat: ein neues Betätigungsfeld für die Deutschen in der Türkei
3.1 Die kemalistischen Reformen
3.2 Die Bildungsreform
3.2.1 Die Hochschulbildung
3.3 „Offizielle“ deutsche Hilfe in der Türkei
3.3.1 Die „Deutsche Kolonie“
3.4 Deutsche emigrierte Wissenschaftler im Dienste der Türkei: 1933 1945
3.4.1 Das „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ 1933
3.4.2 Die Notgemeinschaft deutscher Wissenschaftler im Ausland
3.4.3 Die Ankunft in der Türkei
3.4.4 Anfangsschwierigkeiten im Alltags und Hochschulleben

4 Die Emigranten als isolierte Minderheit gegenüber den Reichsdeutschen und den Türken
4.1 Die Emigranten untereinander
4.1.1 Wissenschaftliche Gruppierungen
4.1.2 Politische Gruppierungen
4.2 Die Emigranten und das Verhältnis zu den offiziellen Vertretern des „Dritten Reiches“ unter Berücksichtigung der deutsch türkischen Beziehungen
4.2.1 Die Nazifizierung der „Deutschen Kolonie“
4.2.2 Das Verhältnis zur Botschaft
4.2.3 Die Instrumentalisierung von Emigranten durch die Reichsbehörden
4.2.4 Das Verhältnis zur „Deutschen Kolonie“
4.2.5 Der Scurla Bericht

5 Fazit

Literaturverzeichnis

Primärliteratur

Sekundärliteratur

1 Einleitung

Die Aufmerksamkeit, die der Türkei als Emigrationsland 1933 1945 entgegengebracht wurde, ist bis in die jüngste Zeit sehr gering geblieben. Dies dürfte vor allem zwei Gründe gehabt haben. Zum einen beschränkte sich die emigrierte Personengruppe auf eine kleine Anzahl von Wissenschaftlern und Künstlern und erreichte daher niemals die quantitativen Ausmaße der Flucht in Länder wie z. B. die USA oder Großbritannien. Zum anderen findet man auf der Liste der Türkei Emigranten, sieht man einmal von Ernst Reuter, dem ersten regierenden Bürgermeister Westberlins nach 1945 ab, kaum populäre Namen, die das Interesse der Forschung und der Allgemeinheit geweckt hätten. Im Gegensatz dazu stehen wiederum etwa die USA, die prominentere Namen vorzuweisen hatten, wie z. B. Thomas Mann, Berthold Brecht oder Albert Einstein, um nur einige wenige zu nennen.

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 gingen Repressionen gegen Juden und politische Gegner wie Sozialdemokraten oder Kommunisten einher, die einen Exodus meist jüdischer Wissenschaftler verursachten. Aufgrund der Gesetzesverordnung zur „Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ 1933 wurden an deutschen, nach 1938 auch an den österreichischen Universitäten tausende Hochschullehrer und Assistenten entlassen und sahen sich aufgrund fehlender Perspektiven oder rücksichtsloser Hetze gezwungen, Deutschland zu verlassen.

Auf Einladung der jungen „Türkischen Republik“ gelangten noch im selben Jahr die ersten aus Deutschland geflohenen Akademiker in die Türkei, wo sie im Dienste der türkischen Regierung an den Hochschulen in Istanbul oder Ankara, bzw. als Berater an regierungsnahen Institutionen tätig waren. Was sich für das geistige Leben in Deutschland als enormer und nicht wieder auszugleichender Verlust erwies, wobei die Universitäten in Berlin, Heidelberg und Frankfurt den größten Abgang von Professoren zu verkraften hatten[1] , stellte für die junge kemalistische Türkei eine einmalige Gelegenheit dar. Diese konnte nun den Wissensrückstand zu den mächtigen europäischen Industrienationen wie Deutschland, Großbritannien oder Frankreich zumindest ansatzweise aufholen und die Weichen für die Errichtung eines modernen Staates legen. Tatsächlich sollten die deutschen Emigranten, bestehend aus Medizinern, Naturwissenschaftlern ebenso wie Geisteswissenschaftlern, Ökonomen, Juristen, Architekten, Bibliothekaren und Verwaltungsexperten während ihres Aufenthalts wertvolle Entwicklungshilfe leisten und die Modernisierung der Türkei vorantreiben. Neben den Verdiensten in der Forschung bestand der Hauptteil ihrer Tätigkeit sicherlich in der Etablierung der Hochschullehre nach europäischer Tradition sowie der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses, der über Generationen hinweg die wissenschaftliche Elite der Türkei bilden und den kemalistischen Modernisierungsgedanken mit westeuropäischem Know how verbinden sollte.

Die Türkei kann angesichts der zwischen 300 und 1000 Personen umfassenden Anzahl von hoch qualifizierten Fachkräften und ihren Familien, die sich zumeist an staatlichen Institutionen betätigten, als Ausnahme unter den Exilländern deutscher Emigranten gelten. Minderqualifizierten Emigranten blieb die Türkei als Zufluchtsland zumeist verschlossen.

Die Sonderrolle der Türkei als Exilland wird durch die Situation unterstrichen, dass beim Eintreffen der ersten Emigranten bereits eine nicht unerhebliche Anzahl deutscher Staatsbürger in der Türkei anzutreffen war. Diese Gruppe setzte sich zusammen aus militärischen Beratern, technischen Spezialisten, Lehrern, Agrarexperten und dem Personal der deutschen diplomatischen Vertretungen in der Türkei. Aber auch Kaufleute und Handwerker, die in den 20er und 30er Jahren aufgrund der intensiven Wirtschaftsbeziehungen zwischen der Türkei und der Weimarer Republik, nach 1933 dem „Dritten Reich“, in die Türkei kamen, hatten sich neue Existenzen aufgebaut. Die Fachkräfte wurden von der Türkei angeworben, teilweise aber auch von der deutschen Regierung oder Wirtschaft mit offiziellem Auftrag zur Aufbauhilfe in die Türkei gesandt. Die bereits eingesessene deutschsprachige Gruppe hatte sich in der so genannten „Deutschen Kolonie“ organisiert. Die Neuankömmlinge wurden oftmals ironisch als „Deutsche Kolonie B“ bezeichnet.

Unschwer lässt sich nachvollziehen, dass das Aufeinandertreffen von offiziell reichsentsandten, im Verlaufe der 30er Jahre häufig überzeugten NSDAP Mitgliedern und den emigrierten, meist jüdischen Wissenschaftlern zu Spannungen geführt haben könnte. Doch wie entwickelte sich das gesellschaftliche Miteinander der beiden koexistierenden deutschsprachigen Gruppen tatsächlich? Verloren unterschiedliche politische Gesinnungen sowie weltanschauliche Differenzen beider Gruppen in der türkischen Fremde an Bedeutung? Besann man sich auf die gemeinsame deutsche Herkunft und Kultur? Versuchte die NSDAP Einfluss auf das „deutsch deutsche“ Verhältnis in der Türkei zu nehmen, um ihr antisemitisches Gedankengut auch in der „Deutschen Kolonie“ zu streuen? Welche Rolle spielten dabei die Türken?

In diese Arbeit sollen nicht nur die Voraussetzungen, der chronologische Ablauf und die quantitativen Ausmaße der deutschsprachigen wissenschaftlichen Emigration einfließen, sondern einen besonderen Stellenwert sollen die sozialen Umstände, mit denen sich die Emigranten auseinandersetzen mussten, erfahren. Gerade das Verhältnis der beiden deutschsprachigen Gruppen und dessen Entwicklung in den 30er und 40er Jahren hat bisher nicht die Aufmerksamkeit gefunden, die sie vielleicht verdient hätte. Schließlich trafen in kaum einem anderen Exilland Emigranten und NS Anhänger auf derart engem Raum zusammen. Fokussierte man bisher vor allem das Hochschulleben der Emigranten und ihre fachspezifisch wissenschaftliche Bedeutung für die Entwicklung der Türkei, so wurden der Alltag und soziale Kontakte der Hochschullehrer zur „Deutschen Kolonie“ ebenso wie Kontakte zur „Deutschen Botschaft“, dem „langen Arm“ des „Dritten Reiches“, bisweilen stark vernachlässigt.

Unter dem Aspekt des „deutsch deutschen“ Verhältnisses und seiner Entwicklung im Verlaufe der 30er und 40er Jahre, einer Zeitspanne, in der sich der Nationalsozialismus auch in der „Deutschen Kolonie“ etablierte, gilt es ein weitgehend unbekanntes Kapitel der Türkei Emigration zu beleuchten.

1.1 Aufbau der Arbeit

Die Gliederung dieser Arbeit setzt sich aus vier Kapiteln zusammen: Nach der einleitenden Beschreibung des Untersuchungsfeldes und der Darstellung des Forschungsstandes sollen im ersten Kapitel die deutsch türkischen Beziehungen skizziert werden, um zum einen die Entstehung der „Deutschen Kolonie“ in der Türkei nachzuvollziehen und zum anderen den historischen Kontext der Emigration zu erläutern. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf dem Zeitraum von der Gründung der türkischen Republik 1924 bis zum Abbruch der deutsch türkischen Beziehungen 1944. Die außenpolitischen Entwicklungen in Europa ab 1939 wirkten sich durchaus auf das Verhältnis zwischen dem „Drittem Reich“ und der türkischen Republik aus und beeinflussten somit zwangsweise das Schicksal der Emigranten. Das zweite Kapitel zielt darauf ab, die Reformtätigkeit in der Türkei der 30er Jahre darzustellen, da sie als Voraussetzung für die neuen Arbeitsmöglichkeiten der reichsentsandten wie auch der emigrierten Deutschen zu betrachten ist. Auch Entwicklungen in Deutschland ab 1933 sollen herangezogen werden, um die Bedingungen für die Emigration und das parallele Erscheinen zweier deutschsprachiger Gruppen in der Türkei zu erklären. Das dritte Kapitel wird sich mit dem speziellen Aspekt des Verhältnisses zwischen beiden Gesellschaftskreisen befassen, aber auch das übrige soziale Umfeld beleuchten. Autobiographien, Memoiren oder Briefe, die die gesellschaftlichen Kontakte der Emigranten dokumentieren, sollen hierbei gezielt eingesetzt werden und bilden somit auch den Hauptteil der Quellenarbeit. Das letzte Kapitel dient der kurzen Zusammenfassung der wichtigsten Untersuchungsergebnisse

1.2 Forschungsstand und literarische Rezension

Wie schon berichtet, ist das Interesse an der Emigration in die Türkei erst in jüngster Zeit gewachsen, was sich auch an der Anzahl der Publikations und Forschungsbeiträge widerspiegelt. Erstmals intensiver mit dem Exil in der Türkei auseinandergesetzt hat sich Horst Widmann in den 70er Jahren. Seine Veröffentlichung „Exil und Bildungshilfe“[2] ist auch heutzutage noch unverzichtbar, wenn man sich eingehender mit der Thematik beschäftigen will. Das Werk enthält ausführliche Angaben über die Lebensläufe der Emigranten sowie ihren Arbeitsbedingungen an den türkischen Hochschulen. Das soziale Umfeld der Emigration in der Türkei wird hierbei nur sporadisch berücksichtigt. Einen deutlichen Zuwachs an Publikationen erfuhr der Untersuchungsgegenstand am Ende der 80er Jahre. Ab 1988 erfolgten Publikationen der Soziologin Regine Erichsen, die erstmals versuchte, das soziale Umfeld der Emigranten gezielt zu ergründen und in einen Makro und Mikrokosmos aufzuteilen.[3]

Ein großes Projekt wurde 1991 mit der Ausstellung „Exil Türkei – Deutschsprachige Emigranten in der Türkei 1933 1945“ organisiert, deren Ergebnisse von Jan Cremer und Horst Przytulla publiziert wurden. Die Liste der deutschsprachigen Emigranten von Horst Widmann wurde hierbei ergänzt, Familienmitglieder der Emigranten berücksichtigt. Der Ausstellungskatalog bietet einen kurzen, aber die wichtigsten Elemente der Emigration umfassenden Überblick. Speziell das „deutsch deutsche“ Verhältnis wurde jedoch vernachlässigt.

Anne Dietrich, eine Sozialwissenschaftlerin, untersuchte 1998 die Entstehung und die zahlreichen Facetten der Entwicklung der „Deutschen Kolonie“ in der Türkei. In ihrer Veröffentlichung „Deutschsein in Istanbul“ widmete sie ein Kapitel der Emigration und ihren Auswirkungen auf die „Deutsche Kolonie“. Zugrunde lagen ihren Untersuchungen u. a. Dokumente aus den Archiven ehemaliger deutscher Institutionen in der Türkei, wie etwa der „Deutschen Schule“ oder dem deutschen Traditionsverein „Teutonia“ in Istanbul, die neue Einblicke in das Verhältnis zwischen emigrierten und reichsentsandten Deutschsprachigen erlaubten.

Auf Initiative des „Vereins Aktives Museum“ in Berlin wurde 2000 eine Ausstellung mit dem Titel „Haymatloz – Exil in der Türkei 1933 45“ ins Leben gerufen, der auch eine gleichnamige Publikation folgte. Erstmalig wurden hierbei auch Interviews und Erinnerungsberichte von Emigrantenkindern und nichtakademischen Emigranten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Aufsatzsammlung, die dem aktuellsten Forschungsstand entspricht, enthält auch einen wichtigen Beitrag über die Repressionen der Nationalsozialisten gegenüber den Emigranten.

Interessanterweise haben sich in jüngster Zeit auch türkischstämmige Deutsche mit dem in der Türkei nur unzureichend bearbeiteten Thema auseinandergesetzt. So erschien 1998 die Dissertationsschrift von Çem Dalaman, „Die Türkei in ihrer Modernisierungsphase als Fluchtland für deutsche Exilanten“, sowie 2001 die Arbeit von Kemal Bozay, „Exil Türkei. Ein Forschungsbeitrag zur deutschsprachigen Emigration in die Türkei (1933 1945)“, die das Ziel verfolgt, die deutsch türkischen Beziehungen hinsichtlich der Emigration zu untersuchen. Im Wesentlichen sind beide Arbeiten aber wenig innovativ, sondern dienen vielmehr einer Vertiefung schon bekannter Aspekte. Dennoch geben sie einen umfangreichen Überblick über das Thema.

Weitere wichtige Informationsquellen sind die zahlreichen Memoiren, Aufzeichnungen und Briefe der ehemaligen Emigranten, die in den letzten Jahrzehnten erschienen. Um nur die Wichtigsten zu nennen: 1969 „Helle Blätter dunkle Blätter“ von Rudolf Nissen, 1980 „Zuflucht am Bosporus“ von Fritz Neumark, 1982 „Aus Kaisers Zeiten durch die Weimarer Republik in das Land Atatürks“ von Ernst E. Hirsch. Auch Erinnerungen ehemaliger Diplomaten, wie etwa Rudolf Nadolny und Franz von Papen, oder der „Scurla Bericht“, der 1987 von Klaus Detlev Grothusen herausgegeben wurde, sind im Zuge einer ausführlichen Betrachtung der Emigration in die Türkei nicht zu vernachlässigen, da sie die Perspektive der „Gegenseite“ ergänzen.

2 Von der Militärhilfe bis zur Kriegserklärung: Die deutsch türkischen Beziehungen bis 1945

Die deutsch türkischen Beziehungen blicken auf eine lange und wechselhafte Geschich­te zurück. Man könnte ihre Anfänge bereits im Mittelalter zur Zeit der Kreuzzüge su­chen. Eine intensivere Annäherung zwischen beiden Kulturen gab es im 18. Jahrhundert zwischen dem aufgeklärten Preußen und dem Osmanischen Reich, als die „Türkengefahr“ in Mitteleuropa gebannt war und Friedrich der Große auf einen mächtigen Bündnispartner angewiesen war. Das Erfordernis einer engeren preußisch türkischen Kooperation sah der Preußenkönig aufgrund der drohenden Gefahr von Seiten Russlands und Österreichs.[4] Mit dieser Erkenntnis wurde der Grundstein der langjährigen und traditionellen deutschen Militärmission gelegt. An Intensität gewann das Unternehmen, die Aufrüstung und Ausbildung der türkischen Armee, jedoch erst nach Friedrich dem Großen. Dennoch wurden bereits 1789 preußische Offiziere mit dem Auftrag in die Türkei gesandt, die türkischen Streitkräfte zu modernisieren.[5] Wirtschaftliche Interessen spielten noch eine unbedeutende Rolle.

2.1 Das deutsch türkische Verhältnis bis zum Ersten Weltkrieg: Die deutsche Militärmission in der Türkei

Das Fundament für die Beziehungen zwischen Preußen, bzw. ab 1870 dem Deutschen Reich, und dem Osmanischen Reich war die Kooperation auf militärischem Gebiet. Der preußische Militär Helmuth von Moltke, der in den Jahren 1835 1839 einen Beraterposten in der Türkei innehatte, prägte das Kapitel der deutschen Militärhilfe besonders nachhaltig. Dabei leistete er während seines Türkeiaufenthalts nicht nur Ausbildungshilfe, sondern brachte den Deutschen den Orient näher, indem er in seinen Briefen die alltäglichen Gepflogenheiten und das öffentliche Leben im Osmanischen Reich beschrieb. Populär wurden diese durch die Publikation „Briefe über die Zustände und Begebenheiten in der Türkei aus den Jahren 1835 1839“.[6] Der Respekt, den von Moltke seinem türkischen Umfeld entgegenbrachte, blieb nicht unerwidert. „Niemals vorher oder nachher hat ein Einzelner soviel für die deutsch türkischen Beziehungen, für die deutsch türkische Freundschaft, geleistet wie Helmuth von Moltke.“[7]

In der Zeit Bismarcks wurden die deutsch türkischen Beziehungen nicht weiter geför­dert. Die Außenpolitik Bismarcks sah eine umfangreichere Nahostpolitik nicht vor, da sie sich auf das komplexe Bündnissystem in Europa konzentrierte. Es blieb daher bei Militärhilfe und geringen wirtschaftlichen Investitionen. Bismarck erklärte sich bereit, deutsche Offiziere und Verwaltungsbeamte zur Modernisierung der türkischen Armee an den Bosporus zu schicken. Er betrachtete ein modernisiertes türkisches Heer als wichtiges Instrument im Falle eines Krieges mit Russland, da mit einem solchen von Südwesten aus eine zweite Front eröffnet werden konnte. Des Weiteren erhofften sich die Planer des Unternehmens einen nicht ganz unerheblichen Einfluss auf das wirtschaftliche und politische Geschehen in der Türkei zu gewinnen.[8] Bismarck erkannte frühzeitig das Potential, welches sich hinter der anfänglichen Passivität und defensiven Haltung Deutschlands verbarg. Der osmanische Sultan Abdülhamîd II.[9] hatte durch die offensichtliche Neutralität Bismarcks während des Berliner Kongresses 1878[10] Vertrauen in die Deutschen gewonnen, welches diese politisch und wirtschaftlich auszunutzen gedachten. Die beiden anderen Großmächte, England und Frankreich, waren dagegen an einem instabi­len und geschwächten Osmanischen Reich interessiert, um es wirtschaftlich auszubeuten.[11] Die Neutralität, die die Deutschen der Türkei politisch entgegenbrachten, machte sich im Laufe der 1880er Jahre deutlich in den wirtschaftlichen Beziehungen be­merkbar. Die Aufträge, die die deutschen Rüstungsbetriebe erhielten, verdrängten schon bald die englische und französische Konkurrenz.[12]

Spätestens mit dem Erwerb der Bagdadbahnkonzession 1888 durch ein deutsches Kon­sortium wurden die wirtschaftlichen Beziehungen nicht nur durch die Militärindustrie getragen. Der erste Abschnitt zwischen Izmit und Ankara ging bereits 1892 in Betrieb. Das Großprojekt sollte bis in die irakische Hafenstadt Basra konstruiert werden, was nicht nur der wirtschaftlichen Erschließung, sondern auch dem Truppentransport dienlich sein sollte. Mit dem Bau der Bagdadbahn eng verbunden waren deutsche Projekte in der Landwirtschaft, im Bergbau und der Bewässerung riesiger Agrarflächen.[13] Der „neue Kurs“, den Wilhelm II. verfolgte, sollte das bismarcksche Desinter­esse am Orient endgültig ablösen, da er ein massives wirtschaftliches und politisches Engagement der Deutschen in der Türkei mit sich brachte. Die Orientreisen des Kaisers 1889 und 1898 verdeutlichten zusätzlich den Stellenwert des Osmanischen Reiches in der deutschen Außenpolitik. Der Vordere Orient wurde wirtschaftlich und politisch vom Deutschen Reich abhängig gemacht und sollte unter deutsche Schutzherrschaft fallen. Wissenschaftler wurden angewiesen, die unter Bismarck vernachlässigten Studien zur Erforschung möglicher Ressourcen voranzutreiben. Durch die Erschließung neuer Märkte und Rohstoffquellen hoffte man, die florierende Konjunktur im Deutschen Reich weiter antreiben zu können.[14]

Die Militärmission wurde auch unter Wilhelm II. fortgesetzt und durch den Einsatz hochkarätiger Militärexperten intensiviert. Colmar Freiherr von der Goltz, der ab 1883 als Generalinspekteur in der Türkei tätig war, wurde ein würdiger Nachfolger Moltkes. Die Militärarbeit in der Türkei sollte sein großes Lebenswerk werden, da er mit einigen Unterbrechungen bis zu seinem Tod 1916 wesentlich zur Modernisierung der türkischen Armee beitrug. Auch er würdigte die Türkei mit einem literarischen Beitrag. In seinen „Anatolischen Ausflügen“ und „Denkwürdigkeiten“ vermittelte er seinen deutschen Landsleuten die türkische Kultur.[15] Eine weitere wichtige Persönlichkeit, die in diesem Zusammenhang in der Türkei wirkte, war der deutsche Offizier Liman von Sanders. Er erlebte den Ersten Weltkrieg während seines Türkeiaufenthalts von 1913 1918 nicht nur als Berater, sondern auch als aktiver Teilnehmer. Bei der erfolgreichen Verteidigung der Dardanellen 1915/16, einer Meerenge, die den Zugang ins Marmara Meer versperrt, war er mit dem Oberkommando über die türkischen Truppen betraut und besiegte die englischen und französischen Marineeinheiten an der Seite des späteren türkischen Staatspräsidenten Kemal Atatürk.[16]

Die deutschen Berater und Truppen, die im Rahmen der deutsch türkischen „Waffen­brüderschaft“ in der Türkei stationiert waren und die befreundeten Truppen nach Kräf­ten unterstützten, konnten die Niederlage im Ersten Weltkrieg nicht verhindern. Den­noch leisteten die Militärberater einen wertvollen Beitrag zum deutsch türkischen Ver­ständnis:

„Was für das Verhältnis der Völker zählte und fortwirkte, war die Begegnung des osmanischen Solda­ten mit dem deutschen, dem Artilleristen und Flieger, dem Eisenbahner und Pionier, vor allem dem deutschen Unteroffizier. Hier lernte der Türke ein in langer Tradition gewachsenes Pflichtbewußtsein, eine Dienstbereitschaft des Unterführers kennen, die bei aller Beschränktheit des Standpunktes mit strenger und unermüdlicher Fürsorge für die ihm anvertrauten Soldaten verbunden war. [...] Man konnte auf diese Verbindungen noch in den fünfziger und sechziger Jahren in den entlegensten Win­keln Anatoliens und Thrakiens stoßen [...]. Diese Erfahrungen vertieften eine in beiden Völkern be­reits verankerte gegenseitige Achtung.“[17]

Zweifelhaft erschien dagegen die Rolle der Berater betreffs der Deportation Hunderttausender Armenier in den Jahren 1915/16. Nach einem Aufstand von Armeniern in der Stadt Van verfügte die türkische Regierung über die systematische Vertreibung und Deportation von Armeniern, welche in allen Teilen des Osmanischen Reiches auszuführen war. Bei den gewaltsamen Übergriffen auf Angehörige dieser Minderheit wurden schätzungsweise zwischen 600 000 und 1 Million Armenier getötet. Militärberater und andere deutsche Beobachter der Tragödien blieben weitgehend passiv und protestierten sehr verhalten.[18]

Die Niederlage der Mittelmächte 1918 hatte zu einer Unterbrechung der deutsch türki­schen Beziehungen sowohl im wirtschaftlichen, militärischen wie auch im politischen Bereich geführt. Der Waffenstillstandsvertrag von Mudros am 30. Oktober 1918 verpflichtete in Art. 23 die Unterbrechung sämtlicher Kontakte zu Deutschland.[19] Auf deutscher Seite sah sich die Regierung der Weimarer Republik gezwungen sämtliche Beziehungen zum ehemaligen „Waffenbruder“ einzustellen, wie es der Art. 22 des Versailler Vertrages vorschrieb.[20] Mit Eintreten des Waffenstillstandes fiel das Schicksal des Osmanischen Reiches in die Hände der Entente Mächte Frankreich, England und Russland. Dies hatte zur Folge, dass die meisten Deutschen in der Türkei, bis auf wenige Ausnahmen, des Landes verwiesen wurden.[21] Die deutschen Truppen in der Türkei wurden nach Deutschland zurückgeführt und deutsche Anteile an der Bagdadbahn und an Hä­fen wurden von den Siegermächten übernommen.[22] Deutsche Institutionen, die seit der Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden waren, wie etwa ein Krankenhaus oder das „Archäologi­sche Institut“ in Istanbul, wurden von den Siegermächten beschlagnahmt. Die „Deutsche Schule“ wur­de vom französischen Militär zur Kaserne umfunktioniert und das Vereinshaus „Teuto­nia“, welches bisher den gesellschaftlichen Mittelpunkt der Deutschstämmigen in Istan­bul darstellte, diente englischen Offizieren als Klubhaus.[23] Die „Deutsche Kolonie“, die sich mit fortlaufender Intensivierung des wirtschaftlichen Engagements am Bosporus gebildet hatte, wurde damit vollständig aufgelöst.

2.2 Deutschland und die Türkei nach dem Ersten Weltkrieg: die 1920er Jahre

Die deutsch türkischen Beziehungen der 20er Jahre scheinen in der Forschung nur un­genügend beleuchtet, was sich durch die mangelhaft vorhandene Literatur durchaus bemerkbar macht.

Erst der Vertrag von Lausanne, dessen Unterzeichnung am 24. Juli 1923 erfolgte und die Souveränität der Türkei anerkannte[24], ermöglichte der 1923 neu gegründeten Türki­schen Republik die Wiederaufnahme von Beziehungen zur Weimarer Republik, was schon kurz nach der Ratifizierung des Vertrages auch erfolgte. „Am 03.03.1924 wurden die diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei wieder aufge­nommen und ein deutsch türkischer Freundschaftsvertrag unterzeichnet.“[25]

Die negativen Erinnerungen an die deutsch türkische „Waffenbrüderschaft“ im Ersten Weltkrieg hatten offensichtlich nicht zu einer längeren Verstimmung zwischen beiden Staaten geführt und die gegenseitigen wirtschaftlichen und politischen Interessen stan­den wieder im Vordergrund. Von einer überschwänglichen Deutschlandsympathie konnte allerdings auch nicht die Rede sein, da gerade die jüngere Generation den deut­schen Militärs in der Türkei eine Hauptschuld an der Niederlage vorwarf.[26]

Als Rudolf Nadolny 1924 zum ersten Botschafter in der Türkei nach dem Ende des Ers­ten Weltkriegs berufen wurde[27], intensivierten sich die deutsch türkischen Beziehungen und die deutsche Kolonie erfuhr einen rasanten Aufschwung. Durch großes Engagement beschaffte der Diplomat dringend benötigte Gelder aus Deutschland, um die 1918 von den Entente Mächten beschlagnahmten Institutionen wie die „Deutsche Schule“ oder das „Deutsche Krankenhaus“, die sich nun wieder in deutschem Besitz befanden, funktionstüchtig zu machen. Nadolny sah in diesen Institutionen die Infrastruktur für die Wiedergeburt der „Deutschen Kolonie“. Seine Memoiren „Mein Beitrag“ geben einen anschaulichen Bericht vom Neubeginn des „deutschen Lebens“ in der Türkei in den 20er Jahren wieder. Seine Ambitionen erklärte Nadolny darin folgendermaßen:

„Hier ergab sich für mich, als erstem deutschen Vertreter nach dem Kriege, die dankbare Aufgabe, im Rahmen meiner Zuständigkeit den Türken bei der Neueinrichtung ihres Staatswesens zu helfen. Aller­dings hatte ich zunächst eigene Sorgen. Ich mußte das deutsche Ansehen wieder zu Ehren bringen, die von den Ententemächten beschlagnahmten deutschen Einrichtungen zurückgewinnen und die deutsche Kolonie auf die neuen Verhältnisse in Deutschland einstellen.“[28]

Kurz nach dem Freundschaftsvertrag stieg die Anzahl der in die Türkei zurückkehrenden Deutschen rapide an. Besonders Fachkräfte aus verschiedenen Bereichen wurden von der türkischen Regierung angestellt, um bei der Durchsetzung der kemalis­tischen Reformpolitik zu helfen. Über die deutschen Aufbauhelfer in der Türkei soll in dieser Arbeit noch ausführlicher geschrieben werden.

Vor allem auf wirtschaftlichem Gebiet florierten die deutsch türkischen Beziehungen nach kürzester Zeit. Ausschlaggebender Impuls war etwa der Bahnbau in der Türkei, den sich ein deutsches Konsortium mit Beteiligung der Deutschen Bank gesichert hatte. Vor allem zum Transport von Chromerz, dem wichtigsten Rohstoff, den Deutschland aus der Türkei bezog, wurden neue Strecken geplant und von Deutschland finanziell unterstützt. Daneben wurden noch weitere Konsortien gebildet, beispielsweise ein Krupp Konsortium, welches Spezialgeräte zum Bahnbau liefern sollte. Bereits 1930 war Deutschland wieder der wichtigste Handelspartner der Türkei, was sich vor allem in den hohen Ex­portzahlen in die Türkei widerspiegelte.[29] Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern standen offensichtlich im Vordergrund, da die Weimarer Republik „kein politisches Interesse an der Türkei“[30] hatte. Der Grund für die bewusste politische Passivität beider Staaten war das Bestreben einen politischen Ausgleich mit den Entente Mächten zu suchen. Eine vorschnelle politische Annäherung der einstigen Verbündeten hätte allzu großes Misstrauen auf Seiten Großbritanniens und Frankreichs hervorgerufen.[31]

Auch wenn die Handelsbeziehungen während der Weltwirtschaftskrise einen Dämpfer erhielten, war der Beginn der 30er Jahre gekennzeichnet durch den Ausbau des deutsch türkischen Wirtschaftsverkehrs.

Glaeser fasst das Verhältnis beider Staaten folgendermaßen zusammen:

„Insgesamt gesehen waren die deutsch türkischen Beziehungen in der Weimarer Zeit problemlos. Die Deutschen kamen als willkommene Helfer des türkischen Aufbaus und waren bedeutende Abnehmer türkischer Produkte und Lieferanten benötigter Waren. Die Formen des Handelsverkehrs in den letz­ten Jahren waren die Grundlage für den Warenaustausch im Dritten Reich, das diesen Weg konse­quent weiterging. Politisch gab es keine Gegensätze, da die Beziehungen auf dem deutschen politi­schen Desinteresse beruhten.“[32]

2.3 Die deutsch türkischen Beziehungen nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten

Von der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 wurden die Beziehungen zwischen beiden Staaten zunächst einmal kaum beeinflusst. Eine Fortsetzung des guten wirtschaftlichen und kulturellen Austauschs wurde unter dem Zeichen des politischen Desinteresses angestrebt.

Die Jahre von der Machtergreifung bis zum Kriegsbeginn 1939 waren geprägt vom Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen. Deutschland konnte seine wirtschaftliche Vor­machtstellung in der Türkei weiter ausbauen. Der Wert der gelieferten Handelsgüter konnte jährlich gesteigert werden[33], da nun zusehends schwere Industriegüter, wie etwa aus der Rüstungsindustrie, in die Türkei exportiert wurden. Gefördert wurden die Wirt­schaftsbeziehungen vor allem durch die Tatsache, dass sich der Handel zwischen beiden Staaten hervorragend ergänzte. Bezog Deutschland größtenteils Agrarprodukte und na­türliche Rohstoffe, so waren im Agrarland Türkei deutsche Maschinen und Industrie­produkte, die die beginnende Industrialisierung der Türkei unterstützten, willkommen.[34]

Im Laufe der 30er Jahre zeigte sich allerdings auch erstes Konfliktpotenzial in den Be­ziehungen beider Staaten. Etwa 1933 durch das „Hugenberg Memorandum“, welches nach dem nationalsozialistischen Wirtschaftsminister Hugenberg benannt wurde. Darin hatte Hugenberg an eine Ausweitung des deutschen Wirtschafts und Lebensraums nach Os­ten und Südosten appelliert und sich dadurch den Missmut der türkischen Regierung zugezogen, die ihre Wirtschaftsräume gefährdet sah.[35] Hugenberg betrachtete die Türkei als wichtigen Rohstofflieferanten, der vor allem für die Rüstungsindustrie wertvolle Chrom und Baum­wolllieferungen erbringen sollte.[36]

Eine weitere Zerreißprobe für die deutsch türkischen Beziehungen stellten die expansio­nistischen Pläne der Italiener dar, die sich bis nach Asien und Afrika erstreckten und türkische Interessengebiete bedrohten. Da die deutsche Regierung die italienische Inva­sion in Abessinien 1936 duldete und grundsätzlich innerhalb der Achse an einer engen politischen Bindung zu Mussolinis Regime interessiert war, musste das deutsch türki­sche Verhältnis zwangsläufig unter den italienisch türkischen Differenzen leiden. Die Türkei musste nach einem starken Verbündeten gegen die italienische Expansion im Mittelmeerraum suchen und dafür kam nur Großbritannien in Frage.[37]

Auch die deutsche Außenpolitik ab 1933 sollte für Verstimmungen zwi­schen der Türkei und Deutschland sorgen. Die Wiedererlangung der durch den Versail­ler Vertrag verlorenen Gebiete war bei der türkischen Regierung und der türkischen Öf­fentlichkeit auf weitgehendes Verständnis gestoßen, da das deutsche Vorgehen die Tür­ken an den eigenen Befreiungskampf 1922 gegen die Griechen erinnerte.[38]

Aber spätestens mit dem Einmarsch in Prag und der Besetzung der gesamten Tschecho­slowakei musste die Türkei realisieren, dass die Nationalsozialisten über ihre angekün­digte Revisionspolitik hinaus weitere expansive Interessen haben mussten. Mit der Be­setzung der Tschechoslowakei war das Tor zum Balkan aufgestoßen und die Türkei war gezwungen, ihre bis dahin zurückhaltende Position aufzugeben.[39]

2.4 Die deutsch türkischen Beziehungen nach Kriegsbeginn

Bis 1939 gab es nur wenige direkte politische Streitpunkte zwischen der Türkei und Deutschland. Die Problematik, die sich mit der Außenpolitik Italiens ergab, betraf das deutsch türkische Verhältnis zunächst einmal kaum, die wirtschaftlichen Interessen von Türken und Deutschen standen nach wie vor im Mittelpunkt der Beziehungen. Dennoch demonstrierte der italienische Einmarsch in Albanien, der in unmittelbarer zeitlicher Nähe zur deutschen Besetzung Prags erfolgte, dass die türkischen Interessen auf dem Balkan unmittelbar bedroht waren. Die Türkei zog die Konsequenz aus dem militärischen Vorgehen der Achsenmächte und suchte den Schulterschluss zu Frankreich und England, die ihrerseits signalisierten, dem rücksichtslosen Agieren Italiens und Deutschlands entgegen zu wirken.[40]

2.4.1 Das Dreimächtebündnis 1939

Am 12. Mai 1939 bekräftigten Großbritannien und die Türkei den Wunsch zu einem Beistandsabkommen, welches nach vollständigem Abschluss zur gegenseitigen Unter­stützung bei einem Angriffsfall sowie zur effektiveren Kooperation verpflichtete. Am 23. Juni 1939 wurde eine fast identische Vereinbarung mit Frankreich geschlossen.[41] Auch wenn es sich dabei um vorläufige Abkommen handelte, hatte die Türkei damit die Politik der totalen Neutralität nach allen Seiten aufgegeben und riskierte eine Ver­schlechterung der florierenden Handelsbeziehungen zu Deutschland.

„Auf die Dauer ge­sehen, sollte sich jedoch die ökonomische Position der deutschen Monopole in der Tür­kei als derartig stark erweisen, daß diese bis zur Endphase des zweiten Weltkriegs mit dazu beitragen konnten, die türkischen Bündnisverpflichtungen gegenüber Großbritan­nien oft fast bis zur Unwirksamkeit zu reduzieren.“[42]

Es galt nun von deutscher Seite, das erfolgreiche Zustandekommen eines endgültigen Vertrages zu unterbinden oder zumindest die Wirkungskraft des Vertrages zu mindern. Den Posten als deutscher Botschafter hatte seit dem 18. April 1939 Franz von Papen inne. Hitler hatte ihn beauftragt, eine endgültige Positionierung der Türkei auf Seiten der Westmächte zu blockieren oder wenigstens zu Deutschlands Gunsten zu beeinflussen.[43] Papen versuchte nun mit aller Kraft Italien zu einem Schritt der Entspannung zu bewe­gen, um eine weitere Annäherung zwischen der Türkei, Großbritannien und Frankreich zu verhindern. Die darauf folgende Erklärung der Italiener, „daß Italien weder in wirt­schaftlicher noch politischer noch territorialer Beziehung Absichten gegen die Türkei heg[e]“[44], brachte jedoch nicht das erwünschte Einlenken der Türkei.

Auf politischer Ebene schien ein Bündnis der Türkei mit den Westmächten nicht mehr abwendbar zu sein. Daraufhin versuchte Deutschland, Druck auf die wirtschaftlichen Bezie­hungen mit der Türkei auszuüben. Hitler ordnete ein vorläufiges Ein­stellen deutscher Rüstungslieferungen[45] in die Türkei an, wovon ab dem 7. Mai 1939 beispielsweise eine Lieferung von Skoda Kanonen betroffen war. Nach anfänglichen Protesten veranlasste Inönü, der nach dem Tode Atatürks 1938 das Amt des Staatspräsi­denten übernommen hatte, eine Verzögerung des türkischen Chromexports nach Deutschland.

Betrachtet man das Gesamtvolumen des deutsch türkischen Handels, war die Türkei durch die hohen Einfuhren aus Deutschland stärker betroffen. Andererseits bedeutete der Ausfall der Erzlieferungen einen herben Rückschlag für die deutsche Rüstungsindustrie, der kaum zu beheben war. Die Rohstoffabhängigkeit der Rüstungsunternehmen veran­lasste Deutschland bereits am 24. Mai 1939 von einer totalen Unterbrechung des deutsch türkischen Handelsverkehrs abzusehen, die Chromausfuhr wieder zuzulassen und das deutsch türkische Wirtschaftsabkommen zu verlängern.[46] Auch der Versuch, den endgültigen Abschluss eines Beistandspaktes zwischen der Türkei und den West­mächten durch wirtschaftliche Druckmittel zu verhindern, war gescheitert. Am 19. Ok­tober 1939 wurden die vorläufigen Beistandsbekundungen zwischen der Türkei, Groß­britannien und Frankreich durch einen definitiven Beistandspakt ersetzt, der gegenseiti­ge Verpflichtungen für die nächsten 15 Jahre beinhaltete.[47]

2.4.2 Von der Dreimächteallianz zum Freundschaftsvertrag mit Deutschland 1941

Die unmittelbaren deutschen Reaktionen auf die Ratifizierung des Beistandspaktes fie­len verhalten aus. Frankreich und Großbritannien befanden sich zwar zu diesem Zeit­punkt im Kriegszustand mit Deutschland, doch der Botschafter in Ankara, Franz von Papen, „hatte lediglich zu erklären, daß die deutsche Regierung sich geeignete Maßnahmen vorbehal­te, falls der Vertrag mit den Westmächten ihr gegenüber zu praktischen Folgen führen sollte.“[48] Dennoch war die türkische Regierung nach Vertragsabschluss bemüht, zusätzliche Belastungen des Verhältnisses zu Deutschland tunlichst zu vermeiden. Staatspräsident Inönü betonte vor der türkischen Nationalversammlung, dass der Vertrag gegen niemanden gerichtet sei und die Türkei weiterhin daran interessiert sei, die freundschaftlichen Beziehungen zu anderen Staaten weiterhin zu pflegen. An die deutsche Adresse gerichtet, versicherte die Türkei, dass das Vertragswerk nicht gegen Deutschland gerichtet sei, aber die einzige Möglichkeit für das Land darstelle, sich aus der Kriegssituation herauszuhalten.

Trotz der Dreierallianz mit den Westmächten versuchte die Türkei mit allen Mitteln zu verhindern, dass sie durch eine der kriegsführenden Parteien in das Kriegsgeschehen in­volviert wurde. Die türkische Staatsführung beabsichtigte nur dann in den Krieg einzu­treten, wenn die Souveränität des Landes unmittelbar bedroht war.[49]

Dies war eine außenpolitische Position, die sowohl das Deutsche Reich wie auch die Alliierten im Verlauf des Zweiten Weltkrieges erfolglos zu beeinflussen versuchten und die die Türkei zu diplomatischem Opportunismus zwang.

Der Beistandspakt war kaum abgeschlossen, als sich die wirtschaftliche Abhängigkeit von Deutschland wieder überdeutlich zeigte. Schon im Vorfeld waren die Stimmen lau­ter geworden, die eine Reaktivierung des deutsch türkischen Waren und Zahlungsab­kommens forderten. Dieses war im September 1939 nicht verlängert worden. Auf Druck der Westmächte hatte die Türkei sämtliche Chromausfuhren sowie den Export weiterer wichtiger Rohstoffe, wie etwa Baumwolle oder Olivenöl, nach Deutschland unterbro­chen. Die Entscheidung der türkischen Regierung hatte zu massiven Protesten aus türki­schen Wirtschaftskreisen geführt. Durch die Einstellung der Handelsbeziehungen waren in der türkischen Industrie bereits Ersatzteile und Maschinen rar geworden, deutsche Rüstungsexperten wurden aus der Türkei abgezogen und die Westmächte schienen nicht bereit, türkische Produkte in solchen Mengen aufzukaufen wie Deutschland. Letzten Endes sollte das Kriegsgeschehen in Europa eine Entscheidung der türkischen Regierung herbeiführen, denn die Erfolge der deutschen Wehrmacht auf dem europäischen Kriegsschauplatz verfehlten ihre Wirkung auf die Türken nicht. Als 1940 Belgien, Holland und sogar der türkische Bündnispartner Frankreich überrannt und besiegt wurden, begann sich die türkische Staatsführung dem Deutschen Reich wieder anzunähern und deutschfreundliche Stimmen forderten eine neue „Waffenbrüderschaft“.[50] Das Umdenken der türkischen Regierung wurde am 14. Juni 1940 bestätigt, als sie erklärte, nicht in den Krieg gegen die Achsenmächte einzutreten. Im Vorfeld hatte es mehrere diplomatische Vorstöße der stark bedrängten Westmächte gegeben, die Türkei zur Erfüllung ihrer Bündnispflicht, d.h. zu einem Kriegseintritt, zu bewegen. Da die Niederlage Frankreichs unabwendbar schien, machte die Türkei ihrerseits darauf aufmerksam, dass die Westmächte ebenfalls nicht in der Lage wären, ihre Verpflichtungen einzuhalten.[51]

Nach der Niederlage Frankreichs versuchten deutsche Diplomaten, allen voran Franz von Papen, die Türkei durch Verhandlungen auf die Seite der Achsenmächte zu bringen. Um die Türkei für einen Zusammenschluss mit der Achse zu gewinnen, musste das grundlegende Misstrauen gegenüber Deutschlands Achsenpartner Italien beseitigt wer­den. Auf Druck der deutschen Seite verkündete Mussolini im Sommer 1940, er hege keine längerfristigen militärischen und expansionistischen Ambitionen auf dem Balkan. Besonders angesichts des bevorstehenden Russlandfeldzugs, der für das Frühjahr 1941 geplant war, beabsichtigte die deutsche Militärführung zumindest eine neutrale Position der Türkei zu erreichen, um die Südflanke während des Unternehmens frei zu halten.[52]

Am 2. Dezember 1940 präsentierte von Papen eine Reihe von Verhandlungspunkten, in denen seiner Meinung nach eine Einigung zu erzielen war.[53] Dabei zeigte sich wiederum, dass die Türkei nicht für eine aktive Kriegsbeteiligung zu gewinnen war. Sie garantierte aber, nicht auf Seite Großbritanniens in den Krieg gegen die Achsenmächte einzutreten. Trotzdem bekräftigte sie, an den defensiven Verpflichtungen des Beistandspakts von 1939 festhalten zu wollen. Im Gegenzug waren auch Deutschland und Italien bereit, eine Nichtangriffsgarantie zu gewähren.[54]

Eine endgültige Übereinkunft zwischen Deutschland und der Türkei wurde im Frühjahr 1941 durch den Kriegsverlauf im Südosten Europas und in Kleinasien wesentlich beein­flusst:

„Der schnelle deutsche Sieg im Balkanfeldzug hatte für die Türkei zur Folge, daß sie von der bulga­risch türkischen Grenze im Norden über die den Dardanellen vorgelagerten Inseln bis nach Rhodos vor der Südwestecke Anatoliens von den Streitkräften der Achse umgeben war. Bald sollte auch Kreta von den Engländern verloren werden, zu denen die Verbindung schwieriger wurde und die außerdem auch in Lybien in Bedrängnis gerieten.“[55]

Auch in den benachbarten Ländern sah die Situation nicht besser aus: Im Irak hatte sich eine antibritische Front formiert und Syrien wurde von der französischen Vichy Regierung kontrolliert, die mit den Nationalsozialisten kooperierte, so dass die Türkei von profaschistischen Staaten und Parteien eingekreist war.[56]

[...]


[1] Vgl. Strauss, Herbert A.: Emigration. Deutsche Wissenschaftler nach 1933. Entlassung und Vertreibung, Berlin 1987, S. 7.

[2] Die im folgenden aufgezählten Publikationen wurden in dieser Arbeit verwendet und finden sich vollständig bibliographiert im Literaturverzeichnis.

[3] Vgl. Erichsen, Regine: Die Emigration deutschsprachiger Naturwissenschaftler von 1933 1945 in ihrem sozial und wissenschaftshistorischen Wirkungszusammenhang, in: Herbert A. Strauss u. a. (Hg.): Die Emigration der Wissenschaften nach 1933. Disziplingeschichtliche Studien, München 1991, S. 73 101, hier: S. 75.

[4] Vgl. Kienitz, Friedrich Karl: Geschichte der deutsch türkischen Beziehungen, in: Zeitschrift für Kulturaus­tausch, Jg. 12, Heft 2 3, Stuttgart 1962, S. 199 204, hier: S. 200.

[5] Vgl. Kienitz, Geschichte der deutsch türkischen Beziehungen, S. 200.

[6] Vgl. ebd., S. 200f.

[7] Kienitz, Geschichte der deutsch türkischen Beziehungen, S. 201.

[8] Vgl. Rathmann, Lothar: Berlin Bagdad: Die imperialistische Nahostpolitik des kaiserlichen Deutschland, Berlin 1962, S. 15.

[9] Abdülhamîd II. war von 1876 bis 1909 Sultan des Osmanischen Reiches; vgl. Kreiser, Klaus: Der Osmanische Staat 1300 1922, (Oldenbourg Grundriss der Geschichte, Bd. 30), München 2001, S. 44.

[10] Der Berliner Kongress vom 13. Juni 13.Juli 1878 regelte u. a. die territorialen Verhältnisse auf dem Balkan nach dem türkisch russischen Krieg 1877/78. Bereits im Krimkrieg zwischen Russland und dem Osmanischen Reich 1853 56 verhielt sich Preußen neutral; vgl. Boer, Ingeborg/ Haerkötter, Ruth/ Kappert, Petra (Hg.): Türken in Berlin 1871 1945. Eine Metropole in den Erinnerungen osmanischer und türkischer Zeitzeugen, Berlin New York 2002, S. 350f.

[11] Vgl. Scherer, Friedrich: Adler und Halbmond. Bismarck und der Orient 1878 1890, Paderborn 2001, S. 91.

[12] Vgl. Rathmann, Berlin Bagdad, S. 17f.

[13] Vgl. Boer/ Haerkötter/ Kappert (Hg.), Türken in Berlin 1871 1945, S. 9.

[14] Vgl. Hopkirk, Peter: Östlich von Konstantinopel. Kaiser Wilhelms Heiliger Krieg und die Macht im Orient, München 1996, S. 36f.

[15] Vgl. Kienitz, Geschichte der deutsch türkischen Beziehungen, S. 201.

[16] Vgl. Kienitz, Geschichte der deutsch türkischen Beziehungen, S. 201.

[17] Eickhoff, Ekkehard: Brücke über den Bosporus. Beobachtungen zum deutsch türkischen Verhältnis, in: Hartmut von Hentig u. a. (Hg.): Was die Wirklichkeit lehrt. Golo Mann zum 70. Geburtstag, Frankfurt a. M. 1979, S. 81 104, hier: S. 93f.

[18] Vgl. Kreiser, Der osmanische Staat, S. 50f.

[19] Außerdem bedeutete der Waffenstillstand die Besetzung Istanbuls und Anatoliens durch die Entente Mächte sowie die Entwaffnung und Auflösung der osmanischen Armee. Vgl. Boer/ Haerkötter/ Kappert (Hg.): Türken in Berlin 1871 1945, S. 360f.

[20] Krecker, Lothar: Deutschland und die Türkei im Zweiten Weltkrieg, Frankfurt a. M. 1964, S. 11.

[21] Anne Dietrich spricht von 3000 4000 Deutschen, die von der Ausweisung unmittelbar betroffen waren. Ausgenommen davon waren z. B. Alte und Kranke; vgl. Dietrich, Anne: Deutschsein in Istanbul: Nationalisierung und Orientierung in der deutschsprachigen Community von 1843 1956, (Schriftenreihe des Zentrums für Türkeistudien 13), Opladen 1998, S. 144f.

[22] Vgl. Glaeser, Heinz: Das Dritte Reich und der Mittlere Osten: politische und wirtschaftliche Beziehungen Deutschlands zur Türkei 1933 1939, zu Iran 1933 1941 und zu Afghanistan 1933 1941, Würzburg 1976, S. 14f.

[23] Vgl. Dietrich, Deutschsein in Istanbul, S. 147.

[24] Vgl. Glaeser, Das Dritte Reich und der Mittlere Osten, S. 9.

[25] Dietrich, Deutschsein ins Istanbul, S. 147.

[26] Vgl. Glaeser, Das Dritte Reich und der Mittlere Osten, S. 15.

[27] Nadolny war von 1924 1933 Botschafter in der Türkei.

[28] Nadolny, Rudolf: Mein Beitrag, Wiesbaden 1955, S. 96.

[29] Vgl. Glaeser, Das Dritte Reich und der Mittlere Osten, S. 19.

[30] Nadolny, Mein Beitrag, S. 111.

[31] Vgl. Glaeser, Das Dritte Reich und der Mittlere Osten, S. 15.

[32] Glaeser, Das Dritte Reich und der Mittlere Osten, S. 24.

[33] Ausfuhr in die Türkei: 1933: 36,3 Millionen RM, 1938: 151,4 Millionen RM; vgl. Krecker, Deutschland und die Türkei im Zweiten Weltkrieg, S. 23.

[34] Vgl. Glaeser, Das Dritte Reich und der Mittlere Osten, S. 160.

[35] „Das Memorandum wirkte auf die Türkei und andere Länder wie eine Bombe.“ Ebd., S. 25.

[36] Vgl. Bozay, Kemal: Exil Türkei. Ein Forschungsbeitrag zur deutschsprachigen Emigration in die Türkei (1933 1945), (Fremde Nähe. Beiträge zur interkulturellen Diskussion, Bd. 15), Münster 2001, S. 59f.

[37] Vgl. Glaeser, Das Dritte Reich und der Mittlere Osten, S. 160f.

[38] Der deutsche Botschafter Franz von Papen schreibt in seinen Erinnerungen, dass eine starke Achse, Ita­lien Deutschland von den Türken als Bollwerk gegen den Bolschewismus sogar begrüßt wurde; vgl. von Papen, Franz: Der Wahrheit eine Gasse, München 1952, S. 510.

[39] Vgl. Krecker, Deutschland und die Türkei im Zweiten Weltkrieg, S. 20.

[40] Vgl. Krecker, Deutschland und die Türkei im Zweiten Weltkrieg, S. 24f.

[41] Vgl. Glasneck, Johannes/ Kircheisen, Inge: Türkei und Afghanistan – Brennpunkte der Orientpolitik im Zweiten Weltkrieg, Berlin 1968, S. 41.

[42] Glasneck/ Kircheisen, Türkei und Afghanistan, S. 42.

[43] Vgl. ebd., S. 43.

[44] Krecker, Deutschland und die Türkei im Zweiten Weltkrieg, S. 37.

[45] „Die hinhaltende Taktik betraf neben der Lieferung von Kriegsmaterial, vor allem schwerer Waffen und Munition, die Verlängerung der Wirtschaftsabkommen und die Inkraftsetzung des Kreditabkom­mens vom 16.1. 1939, [...].“ Krecker, Deutschland und die Türkei im Zweiten Weltkrieg, S. 43; vgl. auch Glasneck/ Kircheisen, Türkei und Afghanistan, S. 44f.

[46] Vgl. ebd., S. 45; vgl. auch Glaeser, Das Dritte Reich und der Mittlere Osten, S. 165.

[47] Vgl. Krecker, Deutschland und die Türkei im Zweiten Weltkrieg, S. 62.

[48] Krecker, Deutschland und die Türkei im Zweiten Weltkrieg, S. 64.

[49] Vgl. ebd., S. 64ff.

[50] Vgl. Glasneck/ Kircheisen, Türkei und Afghanistan, S. 55ff.

[51] Vgl. ebd., S. 58.

[52] Vgl. ebd., S. 58ff.

[53] von Papen definiert in seinen Memoiren die Zielsetzung der Verhandlungen: „Seit Wochen hatte ich mit Wissen Berlins an einem praktischen Schritt gearbeitet, die türkisch deutschen Beziehungen aus dem Zustand der Nichtkriegsführung in den einer wirklichen Neutralität und Freundschaft zu bringen.“ von Papen, Der Wahrheit eine Gasse, S. 542.

[54] Vgl. Krecker, Deutschland und die Türkei im Zweiten Weltkrieg, S. 127.

[55] Krecker, Deutschland und die Türkei im Zweiten Weltkrieg, S. 153.

[56] Vgl. Glasneck/ Kircheisen, Türkei und Afghanistan, S. 71.

Details

Seiten
94
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783638030830
ISBN (Buch)
9783638936415
Dateigröße
1.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v89452
Institution / Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena – Historisches Institut
Note
1,7
Schlagworte
Emigration Türkei Umfeld Verhältnis

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Die deutschsprachige wissenschaftliche Emigration in die Türkei und ihr soziales Umfeld – Das ”deutsch-deutsche“ Verhältnis in der Türkei 1933-1945