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Unterrichtsentwurf zur Unterrichtsreihe 'Kreatives Schreiben' in einer 10. Klasse

Hausarbeit (Hauptseminar) 2002 22 Seiten

Didaktik - Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft

Leseprobe

Inhalt

1. Vorbemerkung
1.1 Schulisches Bedingungsfeld
1.2 Dank
1.3 Besuchte und unterrichtete Lerngruppen

2. Übersicht über die Unterrichtsreihe „Kreatives Schreiben“

3. Unterrichtsziele

4. Allgemeine Bedingungsfeldanalyse der Klasse 10b

5. Analysen, Pläne und Auswertungen von zwei Stunden im Detail
5.1 Unterrichtsvoraussetzungen
5.2 Beispiel einer literaturorientierten Unterrichtsstunde: Untersuchung der KG „Kannitverstan“ von Hebel unter dem Aspekt der Produktion und Gestaltungsmittel
5.2.1 Sachanalyse
5.2.2 Didaktisch-methodische Analyse
5.2.2 Lernziele
5.2.4 Stundenverlaufsplanung
5.2.5 Didaktische Nachbetrachtung
5.3 Beispiel einer sprachorientierten Unterrichtsstunde: Sprachliche Stilanalysen und Stilisierung
5.3.1 Sachanalyse
5.3.2 Didaktisch-methodische Analyse
5.3.3 Lernziel
5.3.4 Stundenverlaufsplanung
5.3.5 Didaktische Nachbetrachtung

6. Schluß

7. Literaturverzeichnis

8. Anhang
8.1 Folie zur Unterrichtsstunde: Sprachliche Stilanalysen und Stilisierung
8.2 Folie: Kurzgeschichte von Christian
8.3 Stundenplan

1. Vorbemerkung

1.1 Schulisches Bedingungsfeld

Die Pasteur-Oberschule trägt den Namen des französischen Naturforschers Louis Pasteur und beherbergt zur Zeit ca. 630 Schüler und Schülerinnen der Klassenstufen 7 bis 13. Die werden von 49 Lehrern, einem Sozialpädagogen und drei technischen Mitarbeitern betreut. Das Einzugsgebiet der Schule ist der nähere und weitere Bereich des Stadtteils Prenzlauer Berg und geht durch alle Schichten und soziale Milieus hindurch.

Die Unterrichtsstunden betragen 45 Minuten. Der Stundenplan sieht wie folgt aus:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Im Hinblick auf meine eigene Schulzeit am Wolfgang-Ernst-Gymnasium in Büdingen, Hessen, wo ich auch mein Orientierungspraktikum absolviert habe, ist mir die ausgiebige Pausenzeit sehr positiv aufgefallen. Die Schüler hatten mehr Zeit zur Rekreation und waren selbst in einer 6. Stunde deutlich konzentrierter.

Die Pasteur-Oberschule ist in vielen Aspekten humanistisch orientiert, obwohl Latein erst ab Klasse 11 angeboten wird. Allerdings gibt es für die Schüler die Möglichkeit Astronomie als Wahlpflichtfach in der 10. Klasse zu nehmen und Philosophie in der gymnasialen Oberstufe.

Modernen Anforderungen der Lebensumwelt trägt die Schule insofern Rechnung, als besonderer Wert auf das Erlernen fremder Sprachen gelegt wird: Englisch als 1. Fremdsprache ab der 5. Klasse, Französisch oder Spanisch ab der 7. Klasse und ab der 9. und 11. Klasse besteht die Möglichkeit eine dritte oder vierte Fremdsprache zu erlernen. Außerdem gibt es die Möglichkeit Informatik ab der 9. oder 11. Klasse zu belegen.

Die Pasteur-Oberschule ist stark europäisch orientiert und bietet neben Projekten mit europäischen Partnerschulen auch Austauschprogramme mit Dänemark, Frankreich und Spanien an. Sportliche Betätigung wird in Arbeitsgemeinschaften gefördert, musikalische Begabung im Schulchor und anderen Gruppen. Als Freizeitangebot existiert der Schulclub „Tiefgang“, der bis in die späten Nachmittagsstunden geöffnet hat und vielfältige Möglichkeiten der eigenständigen Freizeitgestaltung (Künstlerwerkstatt, Theaterbühne, Fotografiekurs etc.) ermöglicht.

Die gesamte Atmosphäre der Pasteur-Oberschule ist sehr angenehm, und m. E. ein geeigneter Lernort für Schüler als auch für Lehrer.

1.2 Dank

Danken möchte ich an dieser Stelle der Schulleitung der Pasteur-Oberschule, dass mir möglich war, mein Praktikum an dieser Schule zu absolvieren – und hiermit eine Schule mit einem sehr angenehmen Klima kennen zu lernen. Mein besonderer Dank gilt natürlich meiner Mentorin Frau A., die mir mit Rat und Tat eine sehr lehr- und erfahrungsreiche Zeit ermöglicht hat. Sie hat mir einen großen Spielraum gegeben, um meinen Unterricht eigenverantwortlich zu planen und durchzuführen.

1.3 Besuchte und unterrichtete Lerngruppen

Von der Schulleitung wurde mir zunächst die Fachbereichsleiterin Deutsch Fr. N. zugewiesen. Bei Fr. N. hospitierte ich im Leistungskurs Deutsch ihrer 12. Klasse. Da sie in Deutsch allerdings schwerpunktmäßig Kurse der Sekundarstufe II unterrichtet, schlug sie mir vor, bei ihrer Kollegin Fr. A. meine Stunden in der Sekundarstufe I zu halten. Fr. A. unterrichtet in diesem Schuljahr zwei 8. Klassen, eine 9. Klasse und eine 10. Klasse in Deutsch, in denen ich jeweils hospitierte.

Nach Absprache mit Fr. A. ergab es sich, dass die Klasse 10b in meiner ersten Praktikumswoche die Unterrichtsreihe „Gestörte Kommunikation“ mit einer Klassenarbeit abschließen sollte und somit die Möglichkeit gegeben wäre, dass ich direkt mit einer kompletten Unterrichtsreihe anschließen könnte.

2. Übersicht über die Unterrichtsreihe „Kreatives Schreiben“

Der zeitliche Rahmen der Unterrichtsreihe „Kreatives Schreiben“ sollte sich auf sechs Unterrichtsstunden erstrecken. Die Wahl der Unterrichtseinheit ergab sich aus dem Anforderungsbereich „Sprechen und Schreiben“ des Berliner Rahmenplans.[1] In Absprache mit Fr. A. wurden folgende thematischen Schwerpunkte der einzelnen Stunden festgehalten:

1. Stunde: Kennenlernen – Vorstellen der Unterrichtsreihe – 1. Auftrag zum Schreiben
2. Stunde (Lehrprobe): Einführung in das „Mindmapping“-Verfahren zur Themenfindung und das „Clustering“-Verfahren zur Strukturierung.
3. Stunde: Untersuchung der KG „Kannitverstan“ von Hebel unter dem Aspekt der Produktion und Gestaltungsmittel.
4. Stunde: Einführung in das „Zettellawine“-Verfahren. Gemeinsames Verfertigen von Texten unter Einbezug fremder Ideen.
5./6.Stunde: Einführung in die Grundhaltung von Texten: Stilisierung (Varianten einer kurzen, nüchternen Geschichte in märchenhaft, romantisch, wissenschaftlich, jugendslang).

Abschluß und endgültige Ergebnissicherung in Form eines „Clusters“

Auswertung der Praktikanten-Tätigkeit.

3. Unterrichtsziele

Für die gesamte Unterrichtseinheit haben sich in Anlehnung an den Berliner Rahmenplan folgende Unterrichtsziele ergeben:

Lernziele der Reihe:

- Im Zuge des eigenen Schreibens lernen die Schüler sprachliche Gestaltungsmittel kennen und anwenden und erweitern so ihren sprachlichen Horizont.
- Die Schüler werden befähigt eigene Texte beliebiger Themenart zu verfassen.
- Der Umgang mit Literatur wird freier und literarische Texte verlieren den „Anbetungscharakter“. Literarische Texte können dann auch auf ihre „Handwerkstechnik“ hin analysiert werden.
- Die Schüler erfahren literarische Interpretationsfelder (Charakterisierung, Thema, Handlung etc.) von der eigenen Produktionsseite. Das strukturelle und inhaltliche Verständnis fremder Texte fällt leichter auf der Grundlage der eigenen Erfahrung bei der Produktion von Texten.
- Die Schüler lernen den Umgang mit objektiver Kritik (Ausüben und Akzeptieren) und lernen die Bewertungskriterien von Kurzgeschichten (Stoff, Handlung, Charakter, Sprache, Motiv, Einheit von Zeit, Geschehen und Ort, Sinn und Sinnbild) kennen.

4. Allgemeine Bedingungsfeldanalyse der Klasse 10b

Ich habe die Klasse erst drei Stunden in der ersten Praktikumswoche besucht. Aufgrund dieser knappen Zeit kann die Einschätzung der Schüler nur vorläufig und über die Vermittlung von Fr. A. erfolgen.

Die Klasse 10b besteht aus 31 Schülerinnen und Schülern ( 18 Jungen und 13 Mädchen), die von mir in insgesamt sechs Schulstunden in Anwesenheit von Fr. A. unterrichtet werden. Die Klasse hat die Unterrichtseinheit „Gestörte Kommunikation“ mit einem Aufsatz abgeschlossen und beginnt nun mit mir die U-Einheit „Kreatives Schreiben“. Die Klasse wird in Deutsch seit dem 7. Schuljahr von Fr. A. unterrichtet. Sie zeigte sich daher sehr stark auf ihren Unterrichtsstil eingestellt, der zum einen im Unterrichtsgespräch von vielen Impulsen der Lehrerin dominiert ist, zum anderen aber auch viel mit schülerzentrierten und eigenverantwortlichen Methoden arbeitet.

Es befinden sich keine Kinder ausländischer Herkunft in der Klasse.

Insgesamt ist die Gruppe nicht nur recht gut motiviert, sondern für eine 10te Klasse auch recht unproblematisch. Ich konnte keine auffällige Grüppchenbildung oder interne Animositäten feststellen.

Das Leseverständnis ist auf einem hohen Niveau. Texte werden schnell gelesen und können präzise zusammengefasst werden.

Die Einstellung zum Deutschunterricht ist größtenteils indifferent. Einige Schüler haben großes Interesse, andere lassen den Unterricht nur „über sich ergehen“, aber es scheint keine direkte Abneigung gegen das Fach Deutsch zu geben.

Es gibt keine besonders auffälligen, unruhigen oder störenden Schüler. Insgesamt ist die Klasse zwar recht lebhaft, reagiert aber schnell auf die Einforderung von Ruhe. Es beteiligen sich ca. 6-10 Schüler besonders oft, 10 regelmäßig, und der Rest nur sporadisch, davon haben sich 4 oder 5 Schüler während meiner Hospitation mündlich noch überhaupt nicht beteiligt.

[...]


[1] Vgl., www.senbjs.berlin.de/schule/rahmenplaene/

Details

Seiten
22
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638157636
ISBN (Buch)
9783638697590
Dateigröße
570 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v8927
Institution / Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin – Institut für deutsche Sprache und Literatur
Note
1,3
Schlagworte
Deutschunterricht Kreatives Schreiben Unterrichtsentwurf Unterrichtsreihe Kurzgeschichte Hebel

Autor

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