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Die Bedeutung des Benchmarking im Rahmen des strategischen Controlling

Seminararbeit 2007 23 Seiten

BWL - Controlling

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Wesen des Benchmarking
2.1 Grundlagen des Benchmarking
2.2 Die Historische Entwicklung des Benchmarking
2.3 Ziele des Benchmarking
2.4 Bedeutung des Benchmarking

3 Das Fünf-Phasen Konzept des Benchmarking
3.1 Phase 1: Zielsetzungsphase
3.2 Phase 2: Interne Analyse
3.3 Phase 3: Vergleichsphase
3.4 Phase 4: Maßnahmen
3.5 Phase 5: Umsetzung

4 Formen des Benchmarking
4.1 Internes Benchmarking
4.2 Externes Benchmarking
4.3 Prozess Benchmarking
4.4 Strategisches Benchmarking
4.5 Produkt Benchmarking

5 Benchmarking im Vergleich zu anderen Instrumenten
5.1 Konkurrenzanalyse
5.2 Kaizen
5.3 Total Quality Management
5.4 Business Process Reengineering
5.5 Lean Management

6 Fazit

7 Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

„Wenn Du den Feind kennst und Dich selbst, musst Du auch hundert Schlachten nicht fürchten. Wenn Du Dich selbst kennst, aber den Feind nicht, wirst Du für jeden Sieg auch eine Niederlage einstecken. Wenn Du weder den Feind kennst noch Dich selbst, wirst Du in jeder Schlacht unterliegen“.[1]

Dieses Zitat des chinesischen Generals Sun Tzu aus dem Jahre 500 v. Chr. verdeutlicht, dass schon vor über zweitausend Jahren der Leistungsvergleich, in diesem Fall zwischen verfeindeten Völkern, eine bedeutende Rolle spielte. Zu beobachten ist dieses auch im Sportbereich. Jeder Sportler motiviert sich durch den Leistungsvergleich zu den Konkurrenten im Training und auch im Wettkampf und versucht die positiven Eigenschaft seines Kontrahenten auf sich zu übertragen, um Spitzenleistungen zeigen zu können. Auch in der Wirtschaft ist der Leistungsvergleich ein wichtiges Instrument zur Verbesserung der eigenen Marktposition und eine Voraussetzung für ein gutes Bestehen in dem Konkurrenzkampf zwischen Unternehmen, denn in unserer heutigen Zeit sehen sich Unternehmen einen immer größeren werdenden Konkurrenzdruck ausgesetzt. Um einen Leistungsvergleich effizient durchführen zu können, dient der Wirtschaft das Instrument Benchmarking. In der nachfolgenden Hausarbeit wird diese Form des Leistungsvergleiches zwischen Unternehmen erläutert und es wird die Bedeutung und der Vergleich zu anderen Instrumenten aufgezeigt.

2 Wesen des Benchmarking

2.1 Grundlagen des Benchmarking

Benchmarking kommt ursprünglich aus den USA und bedeutet als Übersetzung aus dem Englischen „Maßstäbe setzen“.[2] Maßstäbe, die anhand eines zielgerichteten, kontinuierlichen und systematischen Prozesses entdeckt und definiert werden. Produkte, Dienstleistungen und insbesondere Prozesse und Methoden betrieblicher Funktionen werden über mehrere Unternehmen hinweg verglichen. Der Vergleich findet dabei zu Unternehmen statt, welche die zu untersuchenden Methoden oder Prozesse hervorragend beherrschen oder bei welchem diese Merkmale als marktführend gelten bzw. am Besten ausfallen.[3] Diese Unternehmen werden dabei oft als Klassenbeste (best in class) bezeichnet. Benchmarking ist somit die Suche nach den optimalen Industriepraktiken (best practice), die zu Spitzenleistungen führen und eine gute Gelegenheit für eine Organisation sind, von den Erfahrungen und Ergebnissen anderer zu lernen. Hierdurch wird die Weiterentwicklung des eigenen Unternehmens gefördert.

In der Literatur finden sich unterschiedliche Definitionen des Benchmarking. Der Begründer der Benchmarking Methodik, Robert C. Camp beschrieb seinen Kerngedanken mit der folgenden Definition: „Benchmarking ist die Suche nach Lösungen, die auf den besten Methoden und Verfahren der Industrie, den „Best Practice“ basieren und ein Unternehmen zu Spitzenleistungen führen“.[4]

Eine andere Definition von Spendolini lautet wie folgt: Er sieht Benchmarking als „kontinuierlichen, systematischen Prozess, der zum Vergleich von Geschäftspraktiken, Produkten und Dienstleistungen von Organisationen dient, die als beste Verfahren (best practice) erkannt wurden, um die Leistungsfähigkeit der eigenen Organisation zu verbessern“.[5] Grundlegend kann man verschiedene Vorgehensweisen und Anhaltspunkte ermitteln, die immer wieder zum Thema Benchmarking genannt werden.

1. Im Mittelpunkt steht die Messung und der Vergleich von bestimmten Geschäftsobjekten (Produkte, Dienstleistungen oder Prozesse).[6]
2. Die Ergebnisse des Messens/Vergleichens sollen zu Verbesserung im eigenen Unternehmen führen.[7]
3. Der Benchmarking Prozess ist langfristig angelegt und soll nicht ad hoc, sondern systematisch und kontinuierlich durchgeführt werden.[8]

2.2 Die Historische Entwicklung des Benchmarking

Die Grundvoraussetzungen des Benchmarking wurden Ende des neunzehnten Jahrhundert durch Frederick Taylor geschaffen. Taylor untersuchte die Anwendung wissenschaftlicher Methoden auf Geschäftsabläufe die den Vergleich von Arbeitsprozessen ermöglichte.[9] Ein herausragendes Beispiel der frühen Anwendung von Benchmarking zeigen die im Jahre 1916 von Henry Ford eingeführten Fließbänder in der Automobilbranche. Die Idee dazu entstand nach mehreren Besuchen einer Großschlachterei in Chicago, wo Schweinehälften mit Hilfe einer Hängebahn von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz transportiert wurden.[10] Diverse Unternehmen begannen vor und während des zweiten Weltkrieges sich an anderen Unternehmen zu orientieren, um für betriebswirtschaftliche Faktoren wie Löhne und Leistungen einheitliche Normen zu entwickeln.[11] In seiner heutigen Form, als Managementwerkzeug existiert Benchmarking erst seit den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts. Der Begriff Bechmarking und dessen Entwicklung geht auf die Firma Rank Xerox zurück, welche Benchmarking im Jahre 1979 aus der Praxis heraus entwickelte[12]

1979 stellte Xerox fest, dass der japanische Konkurrent Canon Kopierer zu einem Preis verkaufte, die unter den Produktionskostenvon Xerox lagen. Um die Gründe hierfür zu erkunden, wurde im Fertigungsbereich ein Benchmarking hinsichtlich Herstellungskosten, Design und anderer Merkmale gestartet, aus welchen neue Ziele und Maßnahmen abgeleitet wurden. Aufgrund der großen Erfolges führte Xerox 1981 das Benchmarking in allen Geschäftsbereichen im Unternehmen ein.[13] Durch weitergehende Entwicklung und Förderungen, wie z.B. den Malcolm Baldrige Award, bei dem die Anwendung von Benchmarking seit 1991 explizit vorgeschrieben ist, sowie das Buch des bedeutenden Xerox Managers Robert C. Camp „The Benchmarking – The Search for Industry Best Practice that lead to superior Performance“ im Jahre 1989 verbreitete sich die Methodik des Benchmarking in den USA.[14] Zu Beginn der 90er Jahre gründeten sich spezielle Benchmarking-Vereinigungen, die weltweit als Kontaktstelle zwischen Benchmarking-Interessen fungieren und gemeinsam am Aufbau eines globalen Benchmarking-Netzwerkes arbeiten.[15] Ergebnis dieser Zusammenschlüsse war im Jahre 1995 die Gründung des Global-Benchmarking-Network (GBN), welches der internationalen Vermittlung von Benchmarking-Partnern sowie dem Aufbau gemeinsamer, einheitlicher Dienstleistungen bei allen nationalen Organisationen dient.[16]

[...]


[1] Vgl. Tse, Sun, Die Kunst des Krieges, China 500 v. Chr.

[2] Vgl. Meyer, J., Benchmarking – Spitzenleistungen durch Lernen von den Besten, Stuttgart 1996, S. 5

[3] Vgl. Siebert, G./Kempf, S., Benchmarking, 2.Auflage, Müchen-Wien 2002, S.5-9

[4] Vgl. Camp, Robert C., Benchmarking, München –Wien 1994, S.10

[5] Vgl. Weber, J./Wertz, B., Benchmarking Exellence, Vallendar 1999, S. 10

[6] Vgl. Siebert, G./Kempf, S., Benchmarking, 2.Auflage, Müchen-Wien 2002, S.5

[7] Vgl. Mertins, K., Benchmarking – Leitfaden für den Vergleich mit den Besten, Düsseldorf 2004, S.16

[8] Vgl. Schneider, D., Unternehmensführung und strategisches Controlling, 2. Auflage, Darmstadt 2000, S. 243

[9] Vgl. Rechinger, J., Möglichkeiten und Probleme von Benchmarking für Kreditinstitute, Nürnberg1996, S.3

[10] Vgl. Siebert, G., Performance Management – Leistungssteigerung mittels Benchmarking, Stuttgart 2002, S.16

[11] Vgl. Watson, G.H., Benchmarking – vom Besten lernen, Landsberg/Lech 1993, S.23

[12] Vgl. Siebert, G./Kempf, S., Benchmarking, 2.Auflage, Müchen-Wien 2002, S.9

[13] Vgl. Camp, Robert C., Benchmarking, München –Wien 1994, S.8 ebenso. Siebert, G./Kempf, S., Benchmarking, 2.Auflage, Müchen-Wien 2002, S.11-12

[14] Vgl. Siebert, G., Performance Management – Leistungssteigerung mittels Benchmarking, Stuttgart 2002, S.17 ff.

[15] Vgl. Rechinger, J., Möglichkeiten und Probleme von Benchmarking für Kreditinstitute, Nürnberg 1996, S.6

[16] Vgl. Siebert, G., Performance Management – Leistungssteigerung mittels Benchmarking, Stuttgart 2002, S.18

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