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Die zweite Lautverschiebung und ihre Bedeutung für die deutschen Dialekte

Hausarbeit 2008 10 Seiten

Germanistik - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die erste (germanische) Lautverschiebung

3. Die zweite hochdeutsche Lautverschiebung
3.1 Allgemeines
3.2 Die Tenuesverschiebung
3.3 Die Medienverschiebung
3.4 Wandel von p zu d

4. Die Verschiebung in den Dialekten
4.1 Benrather- oder Uerdinger-Linie?
4.2 Der Rheinische Fächer
4.3 Westliches und östliches Mitteldeutsch
4.4 Strukturelle Dialektologie nach Wolf

5. Ausblick

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die folgende Arbeit wird sich mit dem Thema der zweiten Lautverschie­bung beschäftigen. Dieser sprachgeschichtliche Vorgang ist die Grundlage für die Mundartengliederung im deutschen Sprachraum.

Der Vollständigkeit halber soll zunächst ein kurzer Überblick über die erste germanische Lautverschiebung gegeben werden.

Danach soll die zweite Lautverschiebung anhand der Medien- sowie der Tenuesverschiebung beschrieben werden. Im Anschluss soll darauf eingegan­gen werden, wie sich die Verschiebung in den einzelnen Dialekten ausge­wirkt hat.

Ziel der Arbeit ist also ein Überblick über diesen, für die deutschen Dialekte wesentlichen, sprachlichen Wandel im deutschen Sprachraum.

2. Die erste (germanische) Lautverschiebung

Das Deutsche ist eine Form der germanischen Sprachen, welche wiederum zu der Sprachfamilie des Indogermanischen gehören.

Das Germanische unterscheidet sich von allen anderen indogermanischen Sprachen durch einige sprachliche Besonderheiten, die zum großen Teil auf die erste (und daher „germanische“) Lautverschiebung zurückzuführen sind. Das Konsonantensystem wurde umgeschichtet, wovon alle indogerma­nischen Verschlusslaute, die Tenues und Mediae betroffen waren.[1]

Es wird eine kurze Schilderung der Lautwandelerscheinungen in der ersten Lautverschiebung folgen.

Die indogermanischen Tenues wurden zunächst aspiriert und dann mit den seltenen indogermanischen Tenues aspiratae zu den stimmlosen Reibelauten, den Spiranten f, p und h verschoben. Jedoch gab es auch Tenuesverbindungen, wie pt und kt, von welchen nur der erste Teil verschoben wurde.[2] Dieses Phänomen wird Tenues-Spiranten-Wandel genannt.

Unter dem Mediae-Tenues-Wandel wird folgende Erscheinung verstanden: Aus den stimmhaften Verschlusslauten wurden die entsprechenden stimm­losen Verschlusslaute. Das heißt aus b wurde p, aus d wurde t und aus g wurde k.[3]

Schließlich ist noch der Mediae aspiratae-Spiranten-Wandel zu erwähnen, der folgende Sprachveränderung mit sich brachte:

Die indogermanischen Verschlusslaute, die behaucht und stimmhaft waren (idg. bh, dh und gh), wurden zu den stimmhaften Spiranten im Germanischen: ƀ, ð und g.[4]

Die Phoneminstanzen bleiben nach dieser Lautverschiebung gleich. Lediglich der Gegensatz behaucht – unbehaucht wird durch das neue Gegensatz­paar explosiv- frikativ ersetzt.[5] Natürlich bestand die 1.LV phonologisch und phonetisch aus noch mehr Verschiebungsakten, die aber hier nicht Thema sein sollen.

3. Die zweite hochdeutsche Lautverschiebung

3.1 Allgemeines

Die zweite deutsche Lautverschiebung gilt als Grundlage für die Mundartengliederung des Deutschen, da sie nicht so einheitlich über das gesamte deutsche Sprachgebiet vollzogen wurde wie das bei der ersten deutschen Lautverschiebung der Fall gewesen ist.

Über die Ursachen wird in der Forschung viel spekuliert und auch über die Entstehungszeit ist man sich nicht einig.

Wichtig ist es für die Forschung allerdings einen räumlichen Ansatz zu ge­winnen. Dabei gibt es zwei verschiedene Positionen.

Zum einen wird angenommen, dass es sich um eine Entwicklung handelt, die vom Süden aus nach Norden ausstrahlte und zeitlich gestaffelt verlief.

Eine andere Position geht davon aus, dass es sich um eine autochthone Ent­wicklung handelt.

Zudem gibt es die Annahme von einem „Voraltoberdeutschen“ und einem „Voraltfränkischen“. Davon ausgehend, glaubt man, dass sich das Oberdeutsche und das Mitteldeutsche schon vor der 2. Lautverschiebung im Konsonantismus von einander zu unterscheiden beginnen.[6]

3.2 Die Tenuesverschiebung

Über das gesamte hochdeutsche Gebiet erstreckte sich allerdings die Ver­schiebung vom germanischen p, t, k zu den Doppelfrikativen ff, zz, und hh. Sie erfolgte allerdings nur postvokalisch. Diese Doppelfrikative wurden häufig im Auslaut und nach Langvokal vereinfacht.[7]

[...]


[1] Vgl. Hennings, Thordis: Einführung in das Mittelhochdeutsche. Berlin: de Gruyter Stu­dienbuch. 2003. S. 22.

[2] Vgl. Ebd. S. 22/23.

[3] Vgl. König, Werner : dtv-Atlas zur deutschen Sprache. München: Deutscher Taschenbuch- Verlag. 1996. S. 45.

[4] Vgl. Hennings, S. 24.

[5] Vgl. König, S. 45.

[6] Vgl. Wolf, Norbert R.: Durchführung und Verbreitung der zweiten Lautverschiebung in den deutschen Dialekten. In: Besch, Werner u.a.: Dialektologie. Ein Handbuch zur deut­schen und allgemeinen Dialektforschung. Zweiter Halbband. Berlin: De Gruyter. 1983. S. 1119.

[7] Vgl. König, S. 63.

Details

Seiten
10
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783638034463
Dateigröße
430 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v88505
Institution / Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Note
2,3
Schlagworte
Lautverschiebung Bedeutung Dialekte Deutsche Mittelhochdeutsch

Autor

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