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Mediation - Ein Überblick

Studienarbeit 2007 21 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1 Einleitung

2 Was ist Mediation?
2.1 Definition
2.2 Prinzipien der Mediation
2.2.1 Neutralität und Allparteilichkeit
2.2.2 Eigenverantwortung und Autonomie
2.2.3 Offenheit und Informiertheit
2.2.4 Freiwilligkeit
2.2.5 Vertraulichkeit
2.3 Ziele
2.4 Vorteile
2.5 Methoden einer Mediation

3 Ablauf einer Mediation
3.1 Erste Phase
3.2 Zweite Phase
3.3 Dritte Phase
3.4 Vierte Phase
3.5 Fünfte Phase
3.6 Sechse Phase

4 Mediation als Beruf
4.1 Anforderungen an den Mediator
4.2 Berufsbild
4.3 Ausbildung
4.4 Arbeitsfelder

5 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Mediation wurde erst in den 80er und 90er Jahren in Europa bekannt und freut sich seither immer größerer Beliebtheit.

Sie ist eine der vielen Konfliktlösungsstrategien, die in einer großen Bandbreite von Arbeitsfeldern Anwendung findet. Die etwa 2000 in Deutschland praktizierenden Mediatoren und Mediatorinnen sind u. a. gelernte Personalmanager, Sozialarbeiter, Psychologen, Lehrer, Soziologen, Anwälte und Beamte.

In der vorliegenden Arbeit wird zunächst auf die Begrifflichkeit und Grundlagen der Mediation eingegangen und dann die praktische Umsetzung anhand verschiedener Phasen erläutert. Zum Schluss werden noch einige Bemerkungen zu der beruflichen Ausübung als Mediator gemacht.

2 Was ist Mediation?

2.1 Definition

Der Begriff „Mediation“ kommt ursprünglich aus dem lateinischen und bedeutet „in der Mitte sein“. Der aus dem englischen („mediation“) eingedeutschte Begriff bedeutet „Vermittlung“ und macht deutlich, dass es hierbei nicht um das Urteilen über „Recht und Unrecht“ geht.

Folgende Definitionen folgen sollen das erläutern:

- „Mediation ist ein Prozess, bei dem eine dritte Person die Parteien unterstützt, einen Konflikt zu lösen. Die Vereinbarung beendet das Problem durch eine gemeinsam akzeptierte Lösung. (Mediation) ist in der Weise strukturiert, dass den Beteiligten geholfen wird, ihre Beziehungen auch weiterhin zu erhalten Das Verfahren der Mediation ist Management der Verhandlung der Parteien, und der Mediator ist Manager der Verhandlung. Er organisiert die Diskussion der streitigen Punkte." (Haynes; zitiert von Marx, Seite 16)
- „Mediation kann als Verfahren definiert werden, bei dem die Teilnehmer mit der Unterstützung einer neutralen Person (oder Personen) systematisch Streitgegenstände isolieren, um Optionen zu entwickeln, über Alternativen nachzudenken und eine konsensuale Übereinkunft zu treffen, die ihren Bedürfnissen gerecht wird. Mediation ist ein Prozess, der die Selbstverantwortung der Parteien für Entscheidungen, die ihre Leben betreffen, betont. Sie ist daher ein Prozess, der den Selbstwert stärkt." (Folberg & Taylor, zitiert von Marx, Seite 17)
- „Mediation ist eine Intervention in einen Konflikt oder eine Verhandlung durch eine akzeptable, unparteiliche und neutrale dritte Partei, die keine Autorität besitzt, Entscheidungen zu treffen, welche die Streitparteien darin unterstützt, freiwillig eine gemeinsam akzeptierte Vereinbarung über Streitpunkte zu schließen."(Moore, zitiert von Marx, Seite 17)

Der Mediator hat demnach die Aufgabe als Moderator, Manager und Organisator des Gesprächs, durch professionelle Kommunikations- und Verhandlungstechniken eine strukturierte Kommunikation zwischen den Konfliktparteien zu ermöglichen. Emotionen, Wünsche und Befürchtungen, die oft hinter starren Positionen verborgen liegen, sollten einen angemessenen Platz einnehmen und thematisiert werden.

Der Mediator trifft keine Entscheidungen oder spricht Urteile aus, sondern er versucht durch die Herausarbeitung aller Standpunkte, Sichtweisen und Meinungen eine Brücke zwischen den Parteien herzustellen und ihnen dadurch einen Perspektivenwechsel zu ermöglichen. Auf diese Weise werden auch die Interessen und Bedürfnisse des Gegenübers als legitim anerkannt. Durch geschickte Lenkung können sich die Parteien selbstständig Lösungsmöglichkeiten erarbeiten und eine selbstbestimmte, rechtsverbindliche und dauerhafte konfliktlösende Vereinbarung treffen.

Während der Verhandlung wird der Mediator darauf achten, Machtungleichheiten zu kompensieren, Manipulation zu unterbinden, Eskalationen zu verhindern, Verständnis für die Gegenpartei zu entwickeln und die Chancen auf Nachhaltigkeit der Vereinbarung zu erhöhen (Montada, Kals, Seite 17).

2.2 Prinzipien der Mediation

2.2.1 Neutralität und Allparteilichkeit

Der Mediator steht den Standpunkten beider Parteien neutral gegenüber. Er wird diese niemals bewerten, geschweige denn verurteilen. Eigene Sympathien und Antipathien müssen ausgeschalten werden. Er hat sich für die Interessen aller Konfliktpartner einzusetzen und nimmt die Sichtweisen der Konfliktpartner gleichwertig und gleichmäßig wahr.

2.2.2 Eigenverantwortung und Autonomie

Dieser Punkt betrifft die Medianten. Sie sind selbst für die Auswahl einer geeigneten Lösung verantwortlich. Sie sind die Akteure der Verhandlung. Der Mediator ist weder für das Lösen des Konfliktes, noch für die Klärung der Schuldfrage zuständig, sondern nur einzig und allein dafür, dass für die Parteien eine Grundlage und

Anleitung für konstruktive Kommunikation besteht.

2.2.3 Offenheit und Informiertheit

Da zum Gelingen einer Mediation Klarheit und Offenheit Ausschlag geben sind, ist jede Konfliktpartei im eigenen Interesse dazu angehalten alle Tatsachen offen

dazulegen, die für die Lösung des Konflikts in der Mediation erheblich sind.

2.2.4 Freiwilligkeit

Als freiwilliges Verfahren kann die Mediation jederzeit von jeder Partei aus jedem

Grund, der nicht benannt werden muss, abgebrochen werden.

2.2.5 Vertraulichkeit

Ein weiterer Grundsatz ist die Vertraulichkeit. Für den Mediator schließt das die Schweigepflicht ein und für die Medianten bedeutet das, dass sie zu Beginn der Mediation vertraglich versichern, keine Fakten, die im Verlaufe der Mediation offen gelegt werden, an Dritten weiterzugeben. Der Mediator kann nur unter gemeinsamem Einverständnis der Parteien von seiner Schweigepflicht entbunden werden.

2.3 Ziele

Das Bemühen des Mediators zielt darauf ab, den Standpunkt des einen der jeweiligen Gegenpartei durch plausible Argumentation verständlich zu machen, um eine Änderung der Konfliktkultur zu bewirken und eine konstruktiven Gesprächsbasis zu schaffen. Dadurch wird die Kommunikation zwischen den Konfliktparteien gefördert und Einsicht in die Denkweise der Gegenparteien angestrebt. (Hohnrath, Lösche, Seite 5)

Konkrete Optionen und Lösungen für die Zukunft werden allerdings einzelfallspezifisch erarbeitet, die in der Regel in der Mediationsvereinbarung festgehalten werden.

Das Ergebnis sollte eine sogenannte „Win-Win-Solution“ sein, eine für beide Parteien akzeptable Lösung, die die Bedürfnisse der Beteiligten befriedigt. Wenn möglich und gewünscht, sollte auch eine weitere Zusammenarbeit der Konfliktpartner angestrebt werden.

2.4 Vorteile

Als ersten Punkt sei der Kostenfaktor erwähnt. Die Mediation ist ein vergleichsweise günstiges Verfahren der Problemlösung. Und das in jeglicher Hinsicht: Zeit, Energie und Kosten für manchmal jahrelange und teure Gerichtsverfahren eingespart.

Die Kosten setzen sich für jede Partei aus den Kosten für ihren eigenen Rechtsanwalt (soweit sie sich anwaltlich "vertreten" oder besser "begleiten" lassen) und den anteiligen Kosten für den Mediator zusammen. Die Höhe der Kosten für den Mediator lässt sich nicht generell bestimmen. In der Mediationsvereinbarung einigen sich die Parteien mit dem Mediator über dessen Vergütung. Sie werden grundsätzlich von den Parteien jeweils hälftig getragen. Am üblichsten ist eine Vergütung nach Zeitaufwand. Die gesamten Kosten hängen also entscheidend von der Dauer des Verfahrens ab.

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Details

Seiten
21
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783638028356
Dateigröße
489 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v88466
Institution / Hochschule
Fachhochschule Heidelberg
Note
2,3
Schlagworte
Mediation

Autor

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