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Wie wirken sich die großen Unterschiede im Bildungsstand zwischen Personen mit und ohne Migrationshintergrund auf die spätere Stellung im Beruf aus?

Hausarbeit 2008 29 Seiten

Kulturwissenschaften - Empirische Kulturwissenschaften

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Herleitung der Fragestellung
2.1 Formulierung der Forschungsfrage
2.2 Formulierung der Hypothesen
2.3 Operationalisierung der Variablen

3 Modalitäten der Datenerhebung
3.1 Bildungsbericht 2006
3.2 Mikrozensus 2006

4 Darstellung der Ergebnisse

5 Auswertung und Interpretation

6 Zusammenfassung und Ausblick

7 Literaturverzeichnis

8 Anhang
8.1 Anhang 1
8.2 Anhang 2

1 Einleitung

Im Rahmen des BA – Studiengangs Bildungswissenschaften der FernUniversität Hagen soll erstmals im Modul 2A eine Hausarbeit über verschiedene Methoden der Sozialforschung erstellt werden. Im Zuge dessen soll eine selbst formulierte Forschungsfrage als Grundlage dienen, welche empirisch, methodisch und reflektierend dargelegt werden soll.

Ich habe mich für die Methode der quantitativen Sozialforschung, mit besonderem Augenmerk auf den Bildungsbericht 2006, entschieden. Die Aufgabestellung lautet: „Aus dem Bildungsbericht für Deutschland (…) soll eine Fragestellung ausgewählt und dargelegt werden, und es sollen die dazugehörigen Graphiken, Diagramme und Kurven (…) selbständig interpretiert werden.“[1]

Während der Anfertigung des Portfolios gehe ich zunächst auf die Herleitung meiner Forschungsfrage ein, um anschließend daran die wissenschaftlichen Hypothesen zu formulieren, die mir bei der Beantwortung der Fragstellung helfen sollen. Darauf folgt eine Operationalisierung der Variablen, um einen Definitionshintergrund zu schaffen. Die Modalitäten der Datenerhebung verweisen auf die Daten der Erstveröffentlichung, welche in meinem Beispiel der Bildungsbericht 2006 und der Mikrozensus 2005 sind. Im darauf Folgenden Abschnitt geht es um die Darstellung der Ergebnisse und die anschließende Auswertung und Interpretation. Mit der Zusammenfassung und dem Fazit bringe ich das Portfolio zum Abschluss.

2 Herleitung der Fragestellung

Der Bildungsbericht 2006 beschäftigt sich ausführlich, auf der Grundlage der Datenerhebungen des Mikrozensus 2005, mit dem Thema Migration.

Folgendes Diagramm aus dem Bildungsbericht 2006 inspirierte mich, das Thema Migration und Bildungsabschluss aufzugreifen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zunächst hatte ich die Absicht, eigene Datenerhebungen in meiner Heimatstadt Oldenburg in Form von einem Fragebogen zu machen, um einen Vergleich zu anderen Städten der Bundesrepublik Deutschland hervorzubringen. Meine Hypothese lautete dementsprechend: „Je niedriger die Schulform, desto höher der Anteil an Schüler/innen mit Migrationshintergrund.“ Allerdings war diese Überlegung nicht hinreichend, um eine Forschungsfrage zu formulieren, sodass ich das Thema erneut überdenken musste. Der nun folgende Ansatz traf die Intensionen einer Forschungsarbeit schon eher:

Die Unterschiede im Hauptschulabschluss, sowie im Bereich ohne beruflichen Abschluss zwischen Personen mit und ohne Migrationshintergrund sind in diesem Diagramm besonders deutlich erkennbar. „Während Schüler ohne Migrationshintergrund (…) vor allem in Realschulen und am Gymnasium anzutreffen sind, besuchen Schüler mit mindestens einem Elternteil aus der Türkei, sonstigen Anwerbestaaten und der ehemaligen Sowjetunion vornehmlich Haupt- und Realschulen.“ (Bildungsbericht, S. 151, Abschnitt 3.2) Daraufhin stellte ich mir die Frage, welche Folgen diese signifikanten Unterschiede für die spätere Stellung im Beruf haben. Gibt es im späteren Berufsleben ähnliche Ergebnisse, aus denen sich eventuell Schlussfolgerungen ergeben, dass der Migrationsstatus im Zusammenhang mit dem Bildungsabschluss steht und schlussendlich auch mit der Stellung im Beruf?

2.1 Formulierung der Forschungsfrage

Wie wirken sich die großen Unterschiede im Bildungsstand zwischen Personen mit und ohne Migrationshintergrund auf die spätere Stellung im Beruf aus?

2.2 Formulierung der Hypothesen

Die Hypothesen sollen mit Hilfe von Datenanalysen der einzelnen Merkmale und Variablen zu einer Beantwortung der Forschungsfrage führen.

1. Je höher der Schulabschluss (bei Personen mit und ohne Migrationshintergrund), desto höher ist der Anteil in einer universitären Ausbildung.
2. Je niedriger der Schulabschluss, desto höher ist der Anteil in einer nicht- universitären Ausbildung.
3. Je niedriger die Schulform, desto höher der Anteil an Personen mit Migrationshintergrund.
4. Daraus schlussfolgernd, nach der Stellung im Beruf ist der Anteil der MigrantInnen unter den ArbeiterInnen höher als unter den BeamtInnen.

Diese Annahmen treffen „Aussagen über Zusammenhänge zwischen den Merkmalsausprägungen zweier (oder mehrerer) Variablen“ und werden aus diesem Grund auch Zusammenhangshypothesen genannt.[2]

2.3 Operationalisierung der Variablen

Die Wahl der Erhebungsmethode fiel auf eine Tabellenanalyse.

Die sich im Mikrozensus 2006 befindlichen Tabellen gaben mir die notwendigen Messwerte zu den einzelnen Variablen, die für meine Forschungsfrage und meine Hypothesen relevant waren. Folgende Variablen erwiesen sich als interessant:

Bevölkerung der 25 bis 35 jährigen Personen , Bevölkerung nach Migrationsstatus, allgemeinbildender Abschluss, beruflicher Bildungsabschluss, Beteiligung am Erwerbsleben, Erwerbstätigkeit nach Beruflicher Stellung, Erwerbstätigkeit nach Wirtschaftsbereich.

Im Anschluss daran habe ich eine Definition der Variablen festgelegt, um sicherzustellen, was mit den einzelnen Merkmalen genau ausgesagt werden soll. Ich beziehe mich dabei auf das Glossar des Mikrozensus 2005 (S.331 ff.):

Bevölkerung der 25 bis 35 jährigen Personen:

Laut Titel des unter Punkt 2 oben gezeigten Diagramms wird der Blickwinkel auf die Bevölkerung von 25 bis 35 jährigen Personen gelegt. Meiner Meinung nach ist das eine sinnvolle Eingrenzung, da diese einen hohen repräsentativen Wert in Bezug auf die Gesamtbevölkerung darstellt. Infolgedessen werden die Datenerhebungen des Statistischen Bundesamt, Mikrozensus 2005 in gleicher Eingrenzung betrachtet.

Bevölkerung nach Migrationsstatus

Hier wird die Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland unterschieden in Personen mit und ohne Migrationshintergrund. Letztere bezeichnen die Gruppe, die ohne jegliche Migrationserfahrungen in Deutschland geboren ist, dort aufwächst und den Deutschen Pass besitzt. Die Personen mit Migrationshintergrund werden im Mikrozensus differenziert unterschieden: in Personen mit Migrationshintergrund im weiteren (Migrationshintergrund ist nicht eindeutig feststellbar) bzw. im engerem Sinn. Sicherlich ist der Migrationsstatus für den Bildungsstand und die spätere Berufswahl relevant, aber für die von mir zu untersuchenden Merkmale würde diese Differenzierung den Rahmen sprengen. Die Wendung „Personen mit Migrationshintergrund“ wird also von mir insofern zusammengefasst, dass damit folgende Personen gemeint sind: Personen mit Migrationshintergrund im weiteren Sinne, sowie Migranten im engeren Sinne, darunter zählen: Personen mit derzeitiger bzw. früherer Staatsangehörigkeit, Personen mit / ohne eigener Migrationserfahrung, Ausländer, Deutsche durch Einbürgerung, sowie Deutsche ohne Einbürgerung. Des Weiteren wird im Mikrozensus die Bevölkerung nach Geschlecht unterschieden. Auch hier fasse ich beide Geschlechter zusammen, da eine Unterscheidung für meine Forschungsfrage nicht von belang ist.

allgemeinbildender Abschluss:

Hier ist der Abschluss der allgemeinbildenden Schulen gemeint. Darunter fallen: der Hauptschulabschluss, der Abschluss der polytechnischen Oberschule der ehemaligen DDR (POS), der Realschulabschluss (Mittlere Reife), die Fachhochschulreife, und schließlich die Hochschulreife (Abitur).

Beruflicher Bildungsabschluss:

Diese Variable bezieht sich auf den Abschluss einer berufsqualifizierenden Ausbildung oder einer Ausbildung an einer Fachhochschule oder Hochschule. Hierzu gehören: das berufliches Praktikum (einjährige praktische Ausbildung im Betrieb), das Berufsvorbereitungsjahr (Vorbereitung auf eine berufliche Ausbildung), der berufsqualifizierende Abschluss (Berufsfachschulabschluss), die Lehre (duale Ausbildung), Meister/Techniker/Fachschule, der Fachhochschulabschluss und schließlich der Universitätsabschluss (Staatsexamen, Bachelor, Doktor, usw.).

Beteiligung am Erwerbsleben:

Gliederung der Bevölkerung nach ihrer Beteiligung am Erwerbsleben in Erwerbstätige, Erwerbslose und Nichterwerbstätige. Letzteres lass ich in meiner Analyse außen vor, da diese Personengruppe nicht forschungsrelevant ist.

Erwerbstätigkeit nach Beruflicher Stellung:

Hier ist die Zugehörigkeit der Erwerbstätigen zu folgenden Kategorien gemeint: Selbstständige, Mithelfende Familienangehörige, und abhängig Beschäftigte. Letztere bilden die Gruppe der Beamtinnen und Beamte, der Angestellten, sowie der Arbeiterinnen und Arbeiter.

Erwerbstätigkeit nach Wirtschaftsbereich:

Die Gliederung der Erwerbstätigen nach Wirtschaftsbereich regelt eine sogenannte „Tiefengliederung“, welche aus der „Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2003 (WZ 2003)“resultiert.[3]

3 Modalitäten der Datenerhebung

Da ich bezüglich meines Themas neben dem Bildungsbericht auch den Mikrozensus 2005 als Datenquelle verwendet habe, werde ich nachfolgend die Rahmenbedingungen für die Zusammenstellung des Bildungsberichts und für die Erhebung des Mikrozensus wiedergeben.

3.1 Bildungsbericht 2006

Der Bildungsbericht 2006 ist eine zusammenfassende Datensammlung von verschiedenen Indikatoren, die aus amtlichen Daten und sozialwissenschaftlichen Erhebungen im zweijährlichen Abstand ermittelt und dargestellt werden (Vgl. Deutsches Jugendinstitut (2007)). Herausgeber ist das Konsortium Bildungsberichterstattung, welches sich aus folgenden Instituten und Ämtern zusammensetzt: das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF), das Deutsche Jugendinstitut (DJI), das Hochschul-Informations-System (HIS), das Soziologische Forschungsinstitut an der Universität Göttingen (SOFI) sowie die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder.[4]

Ziel dieser Berichterstattung ist zum einen die fortlaufende Beobachtung der Bildungsentwicklung, zum anderen die Gewinnung bildungsrelevanter Daten zur weiteren Analyse und Auswertung. Die Indikatoren werden in vier Dimensionen angesiedelt. Die Kontextebene beschreibt demographische Entwicklungen, die Wirkungsebene bezieht sich auf die Zusammenstellung von Informationen zu Kompetenzen, Abschlüssen und Bildungserträgen. Angaben zu den Bildungsausgaben, zu Personalressourcen zu Bildungsangeboten und zur Bildungsbeteiligung beziehen sich auf die Inputebene.

Die Prozessebene beinhaltet den Umgang mit Bildungszeit, Übergänge zwischen den Bildungsstufen und die Qualitätssicherung / Evaluierung[5]

[...]


[1] Vgl. Informationen zur Hausarbeit / Portfolio im Modul 2A, Thomas Brüsemeister, Annabell Preußler, Leif Pullich, Reinhard Stöber (5.10.2007)

[2] Vgl. Annabell Preußler (voraus. 2007): Anlage und Durchführung einer empirischen Studie

[3] Vgl. Statistisches Bundesamt (2004), Wiesbaden: http://www.gesis.org/Dauerbeobachtung/gml/daten/MZ/allgemein/wz03.pdf , zuletzt verwendet: 19.12.2007

[4] Vgl. Bildungsbericht 2006

[5] Vgl. Deutsches Jugendinstitut (2007)

Details

Seiten
29
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783638023856
ISBN (Buch)
9783638924139
Dateigröße
649 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v88206
Institution / Hochschule
FernUniversität Hagen – FAKULTÄT für Kultur- und Sozialwissenschaften
Note
2,0
Schlagworte
Unterschiede Bildungsstand Personen Migrationshintergrund Stellung Beruf

Autor

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Titel: Wie wirken sich die großen Unterschiede im Bildungsstand zwischen Personen mit und ohne Migrationshintergrund auf die spätere Stellung im Beruf aus?