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Österreichisches Filmmuseum und Filmarchiv Austria - Unterschiede in der Filmgeschichtsschreibung

Hausarbeit 2007 12 Seiten

Filmwissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Filmarchiv Austria
1.1. Definition des Begriffs ‚Archiv’
1.2. Definition und Geschichte des Filmarchivs Austria

2. Das Österreichische Filmmuseum
2.1. Definition des Begriffs ‚Museum’
2.2. Definition und Geschichte des Österreichischen Filmmuseums

3. Resümee: Unterschiede zwischen Filmarchiv und Filmmuseum in der Filmgeschichtsschreibung

4. Quellenverzeichnis

Einleitung

Im Rahmen des Seminars Filmwissenschaft: Filmgeschichtsschreibung sollte kritisch untersucht werden, auf welche unterschiedlichen Arten Filmgeschichte geschrieben wird. In der vorliegenden Arbeit soll dargestellt werden, wie das Österreichische Filmmuseum und das Österreichische Filmarchiv mit Filmgeschichte umgehen und diese schreiben. Dabei sind die unterschiedlichen Geschichten der jeweiligen Institutionen sowie deren unterschiedliche Definition als ‚Museum’ und als ‚Archiv’ zu beachten. Schwierig an der Arbeit war meiner Meinung nach, konkrete Unterschiede in der Darbietung von Filmen heraus zu arbeiten. Das Österreichische Filmmuseum konzentriert sich im Gegensatz zu anderen Filmmuseen, auf die Vorführung von Filmen, bevorzugt Retrospektiven, im Unsichtbaren Kino in Wien. Im Filmmuseum in Berlin, um ein Beispiel zu bringen, dominiert der Ausstellungsraum vor der Filmvorführung. Das Österreichische Filmarchiv auf der anderen Seite, ist für die Institution eines Archivs besonders aktiv in der Öffentlichkeit präsent. Auch hier ist die Vorführung von Filmen in Form von Retrospektiven ein dominierendes Merkmal, Filmgeschichte darzustellen. Dennoch sind bei beiden Institutionen Unterschiede in der Art, Filmgeschichte zu schreiben, anzumerken. Das erste Kapitel der vorliegenden Arbeit beschäftigt sich mit dem Österreichischen Filmarchiv. Neben der Diskussion des Begriffs ‚Archiv’ soll kurz dessen Geschichte dargestellt werden. Weiters werden die wichtigsten Aufgaben und die Repräsentation in der Öffentlichkeit herausgearbeitet. Hier soll auch verglichen werden, wie sich die Institution selbst sieht und wie sie von der Öffentlichkeit gesehen wird.

Das zweite Kapitel geht mit der Geschichte und Funktion des Filmmuseums ähnlich vor. Auch hier werde ich die Aufgaben und Aktivitäten des Filmmuseums in Zusammenhang mit dessen Definition als ‚Museum’ bringen. Außerdem führe ich einen kurzen Vergleich mit dem Filmmuseum Berlin an, in dem Film und Filmgeschichte auf völlig andere Weise als in Wien dargestellt wird.

Im dritten Kapitel soll explizit verglichen werden, auf welche Art die beiden vorgestellten Institutionen mit Filmgeschichte umgehen, diese in der Öffentlichkeit präsentieren und so letztlich auch daran mitschreiben.

1. Filmarchiv Austria

1.1. Definition des Begriffs ‚Archiv’.

Ein Archiv wird allgemein als wissenschaftliche Sammlung definiert, wobei diese nicht regelmäßig der Öffentlichkeit zugänglich sein muss.

Die Kernaufgabe des „Archivierens“ ist gesetzlich definiert als „Erfassen, Übernehmen, Verwahren, Erhalten, Instandsetzen, Ordnen, Erschließen, Verwerten und Nutzbarmachen von Archivgut des Bundes für die Erforschung der Geschichte und Gegenwart, für sonstige Forschung und Wissenschaft, für die Gesetzgebung, Rechtsprechung, Verwaltung sowie für berechtigte Belange der Bürger“[1]

Das archivieren von ‚erhaltungswürdigem Material’ erfolgt beispielsweise bei den Österreichischen Bundesarchiven nach den Bestimmungen des Denkmalschutzgesetzes.[2] Die Funktion dieser Archive ist die „Bewahrung von kulturellem Erbe“[3] sowie die Erschließung von wertvollem Kulturgut für wissenschaftliche Arbeit.

1.2. Definition und Geschichte des Filmarchivs Austria.

Gegründet im Jahre des Staatsvertrags, liegen die Funktionen des Österreichischen Filmarchivs vor allem in der Lagerung und Instandhaltung von Filmmaterial mit Österreich- Bezug. Bei der Hauptfunktion des Filmarchivs wird in der Fachliteratur immer wieder gerne vom „audiovisuellen Gedächtnis der Nation“[4] gesprochen. Ein großes Problem in der Geschichte des Filmarchivs war und ist die Erhaltung des besonders empfindlichen Nitro- Filmmaterials, das sich im Laufe der Zeit zersetzt und der teuren und aufwändigen Umkopierung auf Sicherheitsfilm bedarf. In seiner Rede Das Audiovisuelle Gedächtnis der Nation im Jahre 1988 weist der bekannte Journalist Hugo Portisch auf die kulturelle Bedeutung des Filmarchivs hin und plädiert für Erhöhung der Grundsubventionen, die nötig sind um den Erhalt der großen Filmsammlung sicherzustellen. Die Rede, die dazu gedacht war, auf die Gefahr der Zersetzung großer Bestandteile des Archivs in den 80er und 90er Jahren hinzuweisen führt die Bedeutung von Film und Filmgeschichte für die Kultur einer Nation an. Mit vielen Punkten seiner Rede, die Funktionen und Aufgaben des Archivs für die österreichische Gesellschaft betreffen, identifiziert sich das Filmarchiv Austria noch heute. So hebt er zum Beispiel den wichtigen geschichtswissenschaftlichen Stellenwert des Films neben Buch, Bericht, Forschung und Dokument hervor.

Portisch meint, Geschichte könne heutige Konflikte erklärbar und verstehbar machen und historische Filme tragen wesentlich dazu bei: „Sie finden in diesen Filmen Sittengeschichte, Gesellschaftsgeschichte und Wirtschaftsgeschichte. Sie finden darin Erklärungen für unsere Konflikte, den Weg, den dieses Volk gegangen ist und den Weg, den es geht.“[5]

Weiters trägt er vor: „Wenn man nicht weiß, was in der Vergangenheit war, wenn man sich selbst nicht kennt, dann weiß man auch nicht, wo man steht und wohin man geht. Eine Nation verliert ihren Kompaß, ihre Richtung, ihren Standort, wenn sie ihre Vergangenheit nicht begreift.“[6]

[...]


[1] www.oesta.gv.at/deudiv/arch_oe.htm Zugriff: 3.4.2007

[2] Ebd.

[3] www.oesta.gv.at/deudiv/arch_oe.htm Zugriff: 3.4.2007

[4] Vgl. Portisch, Hugo: 1988.

[5] Ebd. S.4.

[6] Ebd. S.3.

Details

Seiten
12
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783638017343
Dateigröße
440 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v88177
Institution / Hochschule
Universität Wien – Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaften
Note
1,0
Schlagworte
Filmmuseum Filmarchiv Austria Unterschiede Filmgeschichtsschreibung

Autor

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