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„Philosophieren mit Kindern“ am Beispiel von Philip Cams Buch "Zusammen nachdenken"

Hausarbeit 2007 20 Seiten

Pädagogik - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Philip Cams Zielstellung:

3. Was ist das- Philosophie?
3.1 Philosophieren mit Kindern
3.1.1 Was ist Kinderphilosophie?
3.1.2 Das mangelnde Verständnis gegenüber der kindlichen Neugier
3.1.3 Philosophie in Schule und Unterricht
3.1.4 Kinder und Fragen

4. Die Rolle des Lehrers
4.1 Geschichten auswählen
4.2 Eine Forschungsgemeinschaft aufbauen
4.2.1 Form der Klassendiskussion
4.2.2 Der Zeitplan
4.2.3 Lernen Fragen zu stellen
4.2.4 Zusammenhänge herstellen
4.3 Eine Diskussion führen
4.3.1 Der Beginn der Diskussion
4.3.2 Dinge, die der Lehrer im Auge behalten sollte
4.4 Die Diskussion vorbereiten
4.4.1 Diskussionsvorschläge
4.4.2 Übungen und Aufgaben

5. Denkwerkzeuge
5.1 Begriffliches Denken
5.2 Logisches Denken

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In meiner Hausarbeit zum Thema „Philosophieren mit Kindern“ beziehe ich meine Ausführungen hauptsächlich auf Philip Cams Buch „Zusammen nachdenken“. Nach den im Buch gesetzten Schwerpunkten beziehe ich mich darauf, wie der Lehrer die Kinder in einer Unterrichtsdiskussion zum Nachdenken anregen und beispielhafte Übungen und Geschichten dafür einsetzen kann. Die folgenden Überlegungen werden mit Cams Zielstellung für sein Buch und der Klärung der Frage was Philosophie, vor allem Kinderphilosophie, primär bedeutet, eingeleitet. Außerdem werde ich mich mit der Rolle der Philosophie im Unterricht auseinandersetzen. Der zweite Teil meiner Arbeit widmet sich der Frage nach den Aufgaben des Lehrers für eine philosophische Diskussion in der Klasse und welche Mittel ihm zur Verfügung stehen um diese zu lenken und die Kinder zum „zusammen nachdenken“ anzuregen.

2. Philip Cams Zielstellung:

Philip Cams vordergründiges Ziel liegt in der Integration der Philosophie als (Denk-) Ansatz in andere Disziplinen. Er ist der Auffassung, dass man durch philosophische Fragen und Themen in das Zentrum der anderen Disziplinen gelangt. Das Denken betrifft seiner Ansicht nach alle Bereiche des Lehrplans. Daraus folgend, sieht er in der Philosophie im Unterricht die einzige Möglichkeit dem Denken eine zentrale Rolle zuzusprechen und so den Kindern zu helfen effektive Denker zu werden.

Sein Buch „Zusammen nachdenken“ soll vor allem als Hilfestellung für die Lehrer betrachtet werden, um zum Einen das Verständnis für die Fragen und Ideen zu fördern und zu vertiefen und zum Anderen soll die Denkfähigkeit, vordergründig das reflexive Denken, der Kinder erhöht werden, da dieses Voraussetzung für die Entwicklung eines intelligenten und vernünftigen Kindes ist. „Dieses Buch stellt einen Weg vor Kindern zu helfen dieses Denken zu entwickeln.“[1]

3. Was ist das- Philosophie?

Bevor man sich tiefgründiger mit dem „Philosophieren mit Kindern“ beschäftigt, bleibt es unerlässlich den Begriff der Philosophie genauer zu betrachten.

Der Begriff stammt ursprünglich aus dem Griechischen und lässt sich mit der „Weisheitsliebe“ bzw. „Liebe zur Wissenschaft“ übersetzen. Sie umfasst unter anderem das forschende Fragen und Streben nach Erkenntnis, den Ursprüngen des Denkens und des Seins. Sie bezeichnet einen ständigen Denk- und Reflexionsprozess der den gesamten Menschen betreffen, d.h. sowohl den Verstand als auch das Herz. Philosophieren ist ein Ausdruck des Nachdenkens, des Grübelns und vor allem auch das nachdenkliche Reden über etwas. Philosophieren ist ein offener Deutungsprozess, in dem selber und weiter denken im Vordergrund steht. Es bedeutet weiter staunen, neugierig sein, grübeln, kritisch sein, zweifeln, hinterfragen, selbständig denken, analysieren und argumentieren. Bei dem Betrachten dieser Attribute wird klar, dass Kinder die besten Voraussetzungen zum Philosophieren mitbringen.

3.1 Philosophieren mit Kindern

3.1.1 Was ist Kinderphilosophie?

Im Gegensatz zur „allgemeinen“ Philosophie gab es erst durch die Reformpädagogen in den 20er Jahren die ersten Bemühungen das Kind in seinem Sosein ernst zu nehmen. Durch die Zeit des Nationalsozialismus unterbrochen fanden sich in den 70er Jahren die Wegbereiter der Kinderphilosophie Matthew Lipman und Gareth B. Matthews in den USA. Deren Erfahrungen und Sichtweisen veranlassten eine Menge von Philosophen und auch Pädagogen sich gezielt den Kindern zuzuwenden. In Deutschland sind dabei vor allem Ekkehard Martens, Hans- Ludwig Freese und Helmut Schreier zu nennen.[2] Den Begriff der Kinderphilosophie jedoch genau zu definieren gestaltet sich sehr schwierig. Bevorzugt wird die Erklärung „Philosophieren mit Kindern“, da diese zeigt, dass die Erwachsenen gemeinsam mit den Kindern philosophieren. Es dreht sich um das gemeinsame aktive Durchspielen der Denkmöglichkeiten, wobei das Hauptmerkmal der Kinderphilosophie das Philosophieren selbst ist.[3] Vordergründig stehen das Fördern der selbständigen Denktätigkeit und Urteilsfähigkeit sowie das Herausarbeiten des philosophischen Gehalts des kindlichen Denkens. „Nahziel“ hierbei ist doch auch immer die Lust am Denken zu wecken, denn es soll den Kindern Spaß machen mit ihren Gedanken zu spielen.[4]

3.1.2 Das mangelnde Verständnis gegenüber der kindlichen Neugier

„ Kinder besitzen oft eine Genialität, die im Erwachsenenalter verloren geht.“[5] Diese Aussage aus Karl Jaspers Einführung zur Philosophie macht deutlich was in der Praxis oft zu wenig Beachtung findet. Der im alltäglichen Leben unumgängliche Umgang mit Kindern zeigt, dass Kinder einen kaum stillbaren Wissensdurst haben, der vor allem durch die typische W- Fragen (wie, weshalb, warum…) zum Ausdruck kommt. Sie erhoffen sich dadurch Antworten auf die ihnen so rätselhaft erscheinenden Sachverhalte zu bekommen. Sie setzen sich mit Sinn und Wertefragen der Welt auseinander, ohne dass sie dies bewusst wahrnehmen, aber sie tun es. Sie tun es auf eine kindliche und einfache Weise, welche wir als Erwachsene nicht mehr erfahren können. Dieses rege Interesse wird jedoch selten von Seiten der Erwachsenen ernst genommen. Die Fähigkeiten und das Potential der Kinder werden häufig unterschätzt oder gar verkannt. Dies liegt zum einen an der oft vorherrschenden Ansicht eine den Fragestellungen entsprechende Diskussion übersteige die geistigen Fähigkeiten der Kinder, zum anderen fehlt den Erwachsenen aber vielmehr einfach nur die Bereitschaft ein solches Gespräch zu führen, da sie durch das Fragen auf Probleme aufmerksam gemacht werden mit denen sie sich selbst noch nicht ausreichend oder noch nie beschäftigt haben. So scheint es die einfachste Möglichkeit zu sein die gestellte Frage zu verwerfen anstatt sich selbst eingestehen bzw. offiziell zugeben zu müssen selbst keine Antwort darauf zu haben und ersticken so die kindliche Neugier in ihrer eigenen Unwissenheit.

Es wird klar, dass es unerlässlich ist das philosophische Denken anderweitig zu fördern. Die Schule und der Unterricht sollten das Denken der Schüler fördern und sind so die Ansatzstelle für das Philosophieren mit Kindern. Philip Cams Buch gibt Anregungen und hilft dem Lehrer das Interesse der Schüler für das Philosophieren zu erwecken.

3.1.3 Philosophie in Schule und Unterricht

Camp spricht der Philosophie im Unterricht die Rolle der „Nabe am Rad der Erziehung“ zu, welche die Verbindungen zwischen einzelnen verschiedenen Disziplinen herstellt.[6] Für ihn muss das reflexive Denken als eine notwendige Ergänzung zu der Grunderziehung gegeben sein. Ergänzend spielen automatisierte Tätigkeiten eine große Rolle. Diese beiden Grundelemente der philosophischen Pädagogik Routine und Reflexion müssen im Unterricht ausgebildet werden, damit die Kinder, wie oben schon erwähnt, zu intelligenten und vernünftigen Wesen heranreifen können.[7] Er betont, dass das Denken kein einzelnes weiteres Schulfach sein kann und so die Philosophie unverzichtbar im Unterricht ist. Außerdem sollte meines Erachtens ein Hauptanliegen des Schulalltags darin liegen die Kinder zur Nachdenklichkeit zu bewegen, da diese durch das Philosophieren aufrecht erhalten bleibt. Die kindliche Neugier und Wissbegierde müssen durch gemeinsames Nachdenken erhalten und gefördert werden.

3.1.4 Kinder und Fragen

„Philosophieren ist die Kunst im richtigen Moment die richtige Frage zu stellen.“[8] Kinder besitzen, im Gegensatz zu den meisten Erwachsenen, die Fähigkeit philosophische Fragen spontan aus bestimmten Situationen heraus zustellen. Der Anfang wird schon im Säuglingsalter gemacht indem die Kinder durch das Zeigen auf Dinge indirekt fragen „was ist das?“.[9] Kinder bekunden durch hinterfragen ihr reges Interesse an den vielen Zusammenhängen der Welt, die alle Lebensbereiche betreffen. Zumeist wird die Fragetätigkeit der Kinder aber durch eine ignorante und abweisende Haltung der Erwachsenen stark eingeschränkt und somit schränken die Erwachsenen ebenfalls des Selbstdenken der Kinder ein, da die philosophischen Fragen, nach Philip Cam, die Hauptwerkzeuge desselbigen sind. Wie oben schon erwähnt resultiert das erwachsene Nichtinteresse häufig aus der Angst keine Antwort liefern zu können. Cam sagt aber ganz deutlich, dass philosophische Fragen keine korrekten Antworten verlangen, da diese dem Fragetypus der offenen Fragen entsprechen und schlussendlich den Ausgangspunkt für weiterführende Probleme bilden.[10] Die Unsicherheit der Erwachsenen ist demnach unbegründet, wenn sie sich nur öfter mit den Fragen auseinandersetzen würden bzw. zunächst einmal die Relevanz dieser erkennen.

[...]


[1] Cam 1996, S. 9

[2] Tataryn 2001, S. 12

[3] Ebd, S. 21

[4] Ebd, S. 28ff

[5] Jaspers 2004, S. 63ff

[6] Cam 1996, S. 22

[7] Cam 1996, S. 9

[8] Fournes 2006, S. 107

[9] Tataryn 2001, S. 8

[10] Cam 1996, S. 21

Details

Seiten
20
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783638019040
ISBN (Buch)
9783638925938
Dateigröße
520 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v88122
Institution / Hochschule
Universität Leipzig
Note
2,7
Schlagworte
Kindern“ Beispiel Philip Cams Buch Zusammen

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Titel: „Philosophieren mit Kindern“ am Beispiel von Philip Cams Buch "Zusammen nachdenken"