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FDI in China - eine Analyse der Mergers & Acquisitions-Entwicklung

Seminararbeit 2007 24 Seiten

VWL - Internationale Wirtschaftsbeziehungen

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Einleitung

1. Ausländische Direktinvestitionen – ein Überblick
1.1 Definitionen
1.2. Bestimmungsgründe für FDI
1.3. Übersicht der Entwicklung der FDI – Ströme

2. Analyse der Arbeit „An Assignment Theory of Foreign Direct Investment“
2.1. Vorüberlegungen
2.2. Das Model
2.3. Betrachtung der Effektivität
2.4. Unterschiedliche FDI – Formen
2.5. Auswirkung der FDI – Wahl auf die Effizienz
2.6. Variation von Einflussgrößen

3. Entwicklung der FDI – Anteile und wichtige Daten

4. Analyse der M&A – Entwicklung in China
4.1. Analyse unter Einbezug der Ergebnisse von Nocke/Yeaple
4.2. Analyse durch alternative Erklärungsansätze

Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Jahresvergleich des prozentualen M&A – Anteil am gesamten FDI – Aufkommen

Abbildung 2: Wertmäßige Betrachtung der M&A

Abbildung 3: Anzahl der Greenfield Investments

Abbildung 4: Entwicklung des FDI – Volumen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Einleitung

Seit dem Tod Maos im Jahre 1978 hat die Volksrepublik China eine wirtschaftliche Entwicklung genommen, die weltweit einzigartig ist.

Dieser schwierige Übergang von der Agrarwirtschaft zur industriellen Gesellschaft konnte nicht ohne die Hilfe von ausländischem Kapital und Know-How geschafft werden und so hat sich China in den letzten drei Jahrzehnten zu einem der weltweit größten Empfänger von ausländischen Direktinvestitionen (Foreign Direct Investments, im Folgenden auch FDI genannt) nach den USA entwickelt.[1]

Während jedoch zu Beginn des Reformprozesses insbesondere die günstigen Produktionsbedingungen ausländische Investoren anzogen, so gewann in den letzten Jahren China selbst mit seinen ca. 1,3 Mrd. Einwohnern zunehmend auch als Absatzmarkt an Bedeutung.[2] Kein international operierendes Unternehmen kann es sich heute noch erlauben, in China nicht vertreten zu sein. Es verwundert folglich nicht, dass es der Volksrepublik China seit der Marktöffnung gelungen ist, eine Vielzahl ausländischer Investoren ins Land zu locken. Das kürzliche Zusammentreffen von Angela Merkel mit dem Dalai Lama verschlechterte das politische Klima zwischen Deutschland und China. Die öffentlichkeitswirksame und teils harsche Kritik der nervösen deutschen Unternehmer in der Presse am polischen Kurs Merkels zeugen von einer gestiegenen Bedeutung auch der deutschen Direktinvestitionen in der Volksrepublik China.[3]

Das bis ins Jahre 2006 angesammelte Kapitalvolumen ausländischer Investoren in Höhe von 292,6 Mrd. US-$ ist heute in der Tat von einem solchen Umfang, dass eine Untersuchung der Zusammensetzung und die Gründe für diese Entwicklung der FDI – Ströme nach China von Interesse ist.

Das Hauptaugenmerk des Autors der Arbeit liegt hierbei auf der Analyse der Entwicklung der FDI in Form von grenzüberschreitenden Fusionen und Unternehmensübernahmen (Crossborder Merger and Acquisition, im Folgenden auch M&A genannt), da diese Form am Gesamtkapitalvolumen der FDI weltweit die größte Bedeutung hat.[4]

Kapitel 1 befasst sich mit den unterschiedlichen Arten der FDI und den Bestimmungs-gründen für diese aus Sicht der Investoren. Über dies hinaus gibt das Kapitel einen kurzen

Überblick über die Entwicklung der FDI – Daten weltweit und speziell in China.

Im Anschluss beschäftigt sich Kapitel 2 mit den allgemeinen Motiven von Unternehmen, eine Direktinvestition entweder in Form von M&A oder alternativ durch eine Unternehmensneugründung im Zielland (ein s.g. Greenfield-Investment, im Folgenden auch GI genannt) zu tätigen. Dieses geschieht durch die Analyse einer Arbeit von Volker Nocke und Stephen Yeaple. Das darauf folgende Kapitel 3 stellt die FDI – Entwicklungen weltweit und die in China vergleichend dar. Der Schwerpunkt ist hierbei auf den M&A – Anteil am entsprechenden FDI – Aufkommen gelegt. Im 4. Kapital werden Gründe für die beobachtbaren Anteile hervorgebracht, wobei zum einen auf die allgemein gültigen Analyseergebnisse des Kapitels 2 zurückgegriffen wird, zum anderen alternative Lösungsansätze, die auf die speziellen chinesischen Gegebenheiten eingehen, Berücksichtigung finden.

1. Ausländische Direktinvestitionen – ein Überblick

1.1 Definitionen

Zu Beginn der Arbeit ist festzuhalten, dass eine Vielzahl von Werken sich mit der Abgrenzung und den Charakteristiken von ausländischen Direktinvestitionen beschäftigt hat und die Ergebnisse sich oftmals voneinander unterscheiden.

Die vorliegende Arbeit möchte nicht vertiefend in diese Problematik vordringen und nur kurz durch zwei unterschiedliche Definitionen der FDI auf diese hinweisen.

Die Deutschen Bundesbank erfasst in ihrer jährlichen Bestandserhebung Direktinvestitionen dann als solche, wenn ein inländisches Unternehmen oder eine Privatperson an einem ausländischen Unternehmen mit einer Bilanzsumme von mehr als 3 Mio. Euro 10 % oder mehr der Kapitalanteile oder der Stimmrechte hält, wobei es unerheblich ist, ob diese Beteiligung direkt oder indirekt erfolgt.[5] Über dies hinaus finden sich Zweigniederlassungen und Betriebsstätten, die die 3 Mio. Euro Grenze überschreiten, in den Bestandserhebungen wieder.[6]

Die genannte „10% - Grenze“ ist ein Schwellenwert, der in vielen Abgrenzungen verwendet wird und deshalb auch hier bei den weiteren Überlegungen Anwendung findet.

Das Multilateral Agreement on Investment der Organization for Economic Co-operation and Development (im Folgenden auch OECD genannt) vom 22. April 1998, das ausländische Direktinvestitionen fördern und die Rechte der Investoren stärken soll, nahm eine umfassende Definition vor, was unter Direktinvestitionen zu verstehen ist.

Weil sich die einschlägige Fachliteratur häufig auf diese Definition beruft und sämtliche Formen eines FDI aufgeführt werden, soll sie Grundlage der vorliegenden Arbeit sein. Um dem begrenzten Umfang gerecht zu werden, ist die Definition im Anhang zu finden.

1.2. Bestimmungsgründe für FDI

Bis heute gibt es in der Forschung eine Vielzahl von Versuchen, die Bestimmungs- stimmungsgründe für Direktinvestitionen herauszufinden. Da auch die aktuelle Literatur auf den grundlegenden Erklärungsansätzen von Hymer basiert, werden seine Gedanken hier kurz dargestellt: Zum einen sichert sich nach der Ansicht von Hymer ein Unternehmen durch die Tätigung einer Direktinvestition Einfluss auf die Geschäftsleitung. Diese Betrachtungsweise bezeichnet man als das „Kontrollmotiv“.[7]

Sollte es zu einer Investition im Ausland kommen, so stellt Hymer in seiner Arbeit zum anderen fest, dass die unternehmensspezifischen Vorteile größer sein müssen als die Nachteile, die sich für den Investor im Vergleich zu den Konkurrenten im jeweiligen Zielland ergeben. Diese Nachteile können rechtlicher, kultureller, politischer und wirtschaftlicher Art sein.[8]

In Anlehnung an die Arbeit Hymers entwickelte Dunning den „integrativen Ansatz“, der im Folgenden kurz beschrieben wird.[9] Soll es zu einer Direktinvestition kommen, so müssen unternehmensspezifische Vorteile vorliegen, die sich nach Dunning in drei Kategorien unterteilen lassen: eigentümerspezifische Vorteile („ownership-specific advantages“), Internationalisierungsvorteile („internationalisation incentive advantages“) und standortspezifische Vorteile („location-specific advantages“). Durch die eigentümer-spezifischen Vorteile, wie z.B. Markenpatente oder gesetzlich geschützte Methoden, ergeben sich Wettbewerbsvorsprünge gegenüber den Konkurrenten; diese sorgen dafür, dass auch im Zielland die Dienstleistungen und Produkte der Investoren nachgefragt werden.

Die von Dunning erfassten Internationalisierungsvorteile, die den Investor vor Misserfolgen schützen, aber auch Marktgegebenheiten ausnutzen sollen, führen dazu, dass Direktinvestitionen alternativen Markteintrittsformen wie Exporten oder der Lizenzvergaben vorgezogen werden.[10] Auf diese Weise kann ein Investor durch eigenes Engagement im Ausland zum einen Kosten bei der Suche nach einem geeigneten Partner einsparen, zum anderen kann er sogar die Produktqualität selber sicherstellen.

[...]


[1] Vgl. UNCTAD (2007a), S. 15.

[2] Vgl. Staude/Theisen (2000), S.31.

[3] Vgl. The Economist (2007).

[4] Die einzelnen Unterformen von M&A sollen in der vorliegenden Arbeit nicht vertiefend erarbeitet werden. Dieses würde sich zum einen mit dem begrenzten Umfang nicht vereinbaren lassen, zum anderen nehmen die Autoren des später analysierten Textes auch keine weitere Unterteilung vor.

[5] Ist ein ausländisches Unternehmen, an dem ein inländisches zu mehr als 50 % beteiligt ist, an einem weiteren ausländischen Unternehmen zu mehr als 10 % beteiligt, so gilt diese Investition als indirekt.

[6] Vgl. Deutsche Bundesbank (2007), S.65 f.

[7] Vgl. Hymer (1976), S. 10ff.; Anmerkung: Das Kontrollmotiv ist der entscheidene Unterschied zur Portfolioinvestition, die auch eher als kurzfristige Investition getätigt wird.

[8] Vgl. Hymer (1976), S. 34ff.

[9] Zum Folgenden vgl. Dunning (1977), S. 395ff., ders. (1981), S. 80f.

[10] Vgl. Reker (2001), S. 28.

Details

Seiten
24
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783638031950
ISBN (Buch)
9783638930659
Dateigröße
483 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v87766
Institution / Hochschule
Universität Siegen – Professur für Europäische Wirtschaftspolitik
Note
1,3
Schlagworte
China Analyse Mergers Acquisitions-Entwicklung Seminar Internationale Wirtschaftsbeziehungen

Autor

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