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Gewalt und Aggression bei Kindern und Jugendlichen

Ursachen und Prävention

Hausarbeit 2002 22 Seiten

Pädagogik - Allgemein

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist Gewalt/Aggression?
2.1 Definitionen von Kindern
2.2 Ebenen der Gewalt
2.3 Gewalt als Verhältnis- Strukturebene der Gewalt

3. Theorien zu Entstehung von Aggressionen und Gewalt
3.1 Aggressionen
3.2 Gewalt- ein angeborener Trieb?
3.3 Machen Fernsehen/ Videos/ Gewaltspiele Kinder und Jugendliche gewalttätig?
3.3.1 Jugendschutzeinrichtung gegen Gewalt in den Medien
3.3.2 Keine Gewalt in den Medien: Abkommen von sieben polnischen Sendern
3.4 Unsichere Kindheit = gewalttätige Jugend?
3.5 Gefangen in einer Spirale
3.6 Werden aus Opfern Täter?

4. Gewalt an Schulen

5. Präventionen gegen gewalttätige Kinder und Jugendliche
5.1 Programme und Initiativen gegen Gewalt in der Grundschule
5.2 Programm zur schulischen Erziehung gegen Gewalt
5.3 Projekt „Boxenstop“/ Anti –Gewalttraining für Jugendliche

6. Was brauchen gewaltbereite und aggressive Kinder und Jugendliche?

7. Schlusswort

Literaturverzeichnis
Internetadressen

1. Einleitung

In der vorliegenden Hausarbeit geht es um Gewalt und Aggression bei Kindern und Jugendlichen.

Zunächst soll es um die Klärung der beiden Begriffe „Gewalt“ und „Aggressivität“ gehen. Immer wieder wird in den Medien auf einen Zusammenhang von gewaltverherrlichenden Computerspielen bzw. Fernsehsendungen und aggressiven bzw. gewalttätigen Verhalten von Kindern in Jugendlichen hingewiesen. Diese Diskussion bildet den Schwerpunkt dieser Arbeit.

Abschließend werde ich mögliche Präventionsmaßnahmen in (Grund-) Schulen darstellen, bzw. ein Projekt vorstellen, dass sich mit schon straffällig gewordenen Jugendlichen befasst.

2. Was ist Gewalt/Aggression?

„Gewalt ist immer aggressiv, aber nicht jede Aggression führt zu Gewalt.“

(Friedrich Hacker, 1973)[1]

Die Aggressionen von Kindern und Jugendlichen sind in den letzten Jahren durch Gewalttaten der Öffentlichkeit stark aufgefallen. Die Häufigkeit der Gewalttaten, wie beispielsweise gegen Lehrer hat nicht zugenommen, jedoch aber die Schwere der Taten.[2]

2.1 Definitionen von Kindern

„Ich bin 8 Jahre alt. Ich verstehe unter Gewalt, dass die bösen Menschen rauben und stehlen. Menschen, die eigentlich gar nicht böse sind (sondern nur neidisch). Und wenn Kinder mich schlagen.“

„Gewalt ist, wenn mich jemand schlägt oder bedroht. Wenn mich jemand ärgert, wenn ich von Tobias immer ins Schienbein gehauen werde mit dem Fuß. Wenn mir jemand an den Haaren zieht.“[3]

2.2 Ebenen der Gewalt

Es können zwei grundlegende Ebenen von Gewalt unterschieden werden:

1. Die Gewalt als Handlung- Handlungsebene der Gewalt

Körperliche Gewalt, physische Kraftentfaltung oder Einwirkungen auf Personen bzw. auf andere Sachen sind hier der Bezugspunkt.

2. Die Gewalt als Verhältnis- Strukturebene der Gewalt

In dieser Ebene löst sich Gewalt von individuell zuschreibbarem Handeln und erwächst aus Macht, Ungleichheit und Zwang. Diese Gewalt ruht in den Verhältnissen und findet sich in konkreten Beziehungen ebenso wieder, wie in übergreifenden Formen gesellschaftlicher Organisation.[4]

„Sie äußert sich insbesondere in der Beschränkung individueller Entwicklungspotentiale, der Beeinträchtigung des Wohlbefindens, dem Zwang zu dauerhafter negativer Anpassung, aber auch der Benachteiligung ganzer gesellschaftlicher Gruppen wie beispielweise von Frauen. Strukturzwänge lassen sich vor allem mit Blick auf ihre Wirkung als Gewalt interpretieren, denn frei nach Heinrich Zille kann man mit einer schlechten Wohnung einen Menschen ebenso erschlagen wie mit einer Axt.“[5]

Diese beiden Ebenen sind kein Zugang zum Verständnis von Gewalt, müssen aber gleichzeitig betrachtet werden.

2.3 Gewalt als Verhältnis- Strukturebene der Gewalt

Die Gewalt löst sich von individuell zuschreibbaren Handeln und erwächst hierbei aus Macht, Ungleichheit und Zwang.

Diese Gewalt äußert sich in der Beschränkung individueller Entwicklungspotentiale, der Beeinträchtigung des Wohlbefindens, dem Zwang zur dauerhafter negativer Anpassung, aber spiegelt sich auch in der Benachteiligung ganzer gesellschaftlicher Gruppen aus.

Die Handlungs- und Strukturebene sollen keinen alternativen Zugang zum Verständnis von Gewalt bieten, sondern müssen zusätzlich in Betracht gezogen werden.

Gewalt muss immer in der Dynamik und in den Relationen begriffen werden, die zwischen der Gesellschaft und dem Individuum bestehen. Zudem müssen die Beziehungen der an der Gewalthandlung beteiligten Personen (Täter/Opfer) betrachtet werden.[6]

Unter dem Aggressionsbegriff wird häufig etwas destruktives verstanden, wie beispielsweise Brutalität, Vandalismus, Körperverletzung. Das Adjektiv „aggressiv“ wird mit dem Adjektiv „böse“ gleichgesetzt. Im Lateinischen bedeutet das Wort „aggredi“: heranschreiten, sich nähern, freundlich an jemanden wenden, sich zu etwas anschicken, unternehmen, beginnen, versuchen. Im Deutschen kommt dies durch die Redewendung: „Etwas in Angriff nehmen“, zum Ausdruck.[7]

„Aggressiv sein heißt also neben überfallen und angreifen in feindlicher Absicht auch versuchen, beginnen, etwas unternehmen, Tätigkeiten, denen eine herausfordernde, eben eine aggressive Komponente zugrunde liegt.“[8]

Dies kann entweder zu einer schöpferischen Leistung ebenso führen, wie zu einem Akt der Zerstörung. Man kann Aggressivität auch als einen Impuls zur Selbstbehauptung sehen.

3. Theorien zu Entstehung von Aggressionen und Gewalt

Verarbeiten einige Menschen Gewaltdarstellungen in den Medien anders, als andere Menschen? Haben die Medien einen Einfluss auf das gewalttätige Handeln von Menschen? Jeder von uns sieht täglich in den Nachrichten Gewalthandlungen, warum „steckt“ es uns nicht alle an? Inwieweit fließt die Erziehung in dieses Thema ein? Um diese und weitere Punkte soll es folgend gehen.

3.1 Aggressionen

Aggressionen sind bei Kindern und Jugendlichen gelernte Verhaltensstörungen. Unter dem Begriff “Verhaltensstörungen" werden Verhaltensweisen verstanden, die u.a. Probleme im Umgang mit anderen Menschen bewirken.

Aggressives Verhalten kann ein Appell des Kindes an seine Umwelt oder eine Antwort auf der Suche nach Selbstverwirklichung sein.

Aggressives Verhalten eines Kindes/Jugendlichen kann signalisieren, dass es eine Krise im sozialen Umfeld des Kindes gibt.

Aggressivität kann in verschiedene Bereiche aufgeteilt werden:

1. offen gezeigte Aggression: beobachtbar
2. verdeckte Aggression: z.B. Gerüchte in die Welt setzen
3. körperliche Aggression: treten, schlagen, boxen
4. verbale Aggression: schimpfen, schreien
5. indirekte Aggression: bestehlen, zerstören, Verleumdung (hat nichts mit direkten Angriffen zutun, betrifft jedoch die geschädigte Person)
6. nach innen gerichtete Aggression: Nägel kauen, mit dem Kopf gegen die Wand schlagen(Autoaggression)
7. gesellschaftlich gebilligte und akzeptierte Aggression: Kampfhandlungen im Krieg, Handlungen in Not wehr
8. gesellschaftlich missbilligte Aggression: Mord, Folter, Zerstörung von Eigentum.[9]

3.2 Gewalt- ein angeborener Trieb?

Freud setzt Aggression mit dem Todestrieb (Thantros) gleich, der destruktiv „zum Ende“ drängt. Im Gegensatz dazu steht der Lebenstrieb (Eros), dessen Ziel Erzeugung und Bewahrung von Leben ist.

Die Studie, auf der sich dieser Punkt gründet, beruht auf einer Studie, die im Auftrag im Auftrag der Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Sport des Landes Schleswig-Holstein durchgeführt wurde.

Solche Untersuchungen sind in Deutschland leider noch rar. Anhand von Längsschnittuntersuchungen könnte erkannt werden, ob und wie Veränderungen dieser Problematik im Laufe der Jahre auftreten.

Aus den entwicklungspsychologischen Studien von Olweus (1991) sind vier außerschulische Faktoren bekannt, die zu einer gehäuften Aggression bei Kindern und Jugendlichen führen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[10]

Was die Faktoren der Schule anbelangt, berichtet Olweus von mehreren, dem allgemeinen Trend bzw. der allgemeinen Meinung widersprechenden Ergebnissen. Diese Ergebnisse beruhen auf Daten von 130 000 Mädchen und Jungen aus 750 Schulen:[11]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[12]

[...]


[1] Zitat: Zeltner, Eva, Kinder schlagen zurück, Seite 68

[2] vgl. Fliegel, Steffen Dr., Internetadresse: www.wdr.de

[3] Zitat: Valtin, Renate/Portmann, Rosemarie, Gewalt und Aggression, Seite 22

vgl.: Valtin, Renate/ Portmann, Rosemarie, Gewalt und Aggression , Seite 25

[4] vgl.: Valtin, Renate/Portmann, Rosemarie, Gewalt und Aggression, Seite 25

[5] Zitat: Valtin,Renate/Portmann, Rosemarie, Gewalt und Aggression, Seite 25

[7] vgl. Zeltner, Eva, Kinder schlagen zurück, Seite 68

[8] Zitat: Zeltner, Eva, Kinder schlagen zurück, Seite 68

[9] vgl. Fliegel, Stefan Dr., Internetadresse: www.wdr.de

[10] vgl. Valtin, Renate/ Portmann, Rosemarie, Gewalt und Aggression, Seite 26

[11] vgl. Valtin, Renate/ Portmann, Rosemarie, Gewalt und Aggression, Seite 27

[12] vgl. Valtin, Renate/ Portmann, Rosemarie, Gewalt und Aggression, Seite 27

Details

Seiten
22
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638022729
Dateigröße
389 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v87575
Institution / Hochschule
Universität Kassel
Note
2,0
Schlagworte
Gewalt Aggression Kindern Jugendlichen

Autor

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