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Jüdische Feste und Bräuche

Eine kurze Darstellung

Seminararbeit 2004 14 Seiten

Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)

Leseprobe

Gliederung

I. Einleitung

II. Feste und Bräuche im Judentum
1. Sinn jüdischer Feste
2. Der jüdische Kalender
2.1. Sukkot ( Das Laubhüttenfest )
2.2. Rosch ha – Schanah ( Neujahr )
2.3. Chanukka ( Tempelweihe, Lichterfest )
3. Häusliche Feiern der Juden
3.1. Sabbat
3.2. Passafeier, Passafest ( Pessach )

III. Schlussteil
1. Fazit
2. Literaturverzeichnis

I. Einleitung

Die Religion des Volkes Israels ist das Judentum. Ebenso ist das Judentum eine Bezeichnung der religiösen und ethnischen Gruppen, die zu diesem Volk gehören. Das Judentum ist die älteste monotheistische Religion aus dem auch Christentum und Islam hervorgingen. Als jüdische Selbstbezeichnung kam der Begriff nach dem babylonischen Exil auf, nachdem sich bis zu diesem Zeitpunkt das Volk Israel selbst Israeliten genannt hatte. Allerdings existieren die Begriffe Judentum und Religion im Althebräischen nicht. Die Juden sprechen von der Torah, dem von Gott ( Jahve ) offenbarten Gesetz, welches Weisungen und Unterweisungen enthält. Es ist ein Leitfaden zur Lebensführung.[1]

Unter den Juden lassen sich unzählige Bestandteile verschiedenster Rassen nachweisen. Es gibt kaukasische, negroide und japanische Juden. Einen unaufhörlichen Zustrom mannigfaltigster rassischer Gruppen hat es vom frühesten Beginn der jüdischen Geschichte an gegeben. Nun aber stellt sich die Frage, wer oder was sind die Juden dann? Das jüdische Volk wird in der Bibel als eine „Hausgemeinschaft“ oder das Haus Israels bezeichnet. Nur in einer „Hausgemeinschaft“ bildet sich eine eigentümliche Atmosphäre heraus. Sie kommt zustande durch die Liebe ihrer Angehörigen zueinander, durch die Erfahrungen, die sie gemeinsam machten und noch machen werden, durch die ihnen gemeinsame Überlieferung, die jeden Einzelnen von ihnen prägte. Der Geist dieser Atmosphäre umgreift nicht nur alle die innerhalb der Familienwohnstatt leben, sondern auch die, die es in die Fremde verschlug oder jene, die sich erst später der Gemeinschaft anschlossen. Auf eine bestimmte, allen ihren Mitgliedern gemeinsame Art bringt jede Familie diesen Geist in Sitten und Bräuchen zum Ausdruck.[2]

Aus diesem Grund erscheint es mir wichtig, näher auf den Zusammenhalt des jüdischen Volkes einzugehen. Deshalb werde ich mich im Folgenden speziell zu der Thematik jüdische Feste und Bräuche widmen.

II. Feste und Bräuche im Judentum

1. Sinn jüdischer Feste

Die jüdischen Feste sind Zeitpunkte der Besinnung und der Erinnerung, es sind Momente im immerwährenden Rhythmus des Kalenderjahres.[3] Von den übrigen Tagen unterscheiden sich die Feste dadurch, dass an ihnen nicht gearbeitet wird und besondere Opfer für das Fest gebracht werden. Ebenso wird der Tag mit Gebet, Torahlesung und Wein geweiht. Die Verbundenheit des Volkes mit der Natur

( erste Früchte, Erntzeit, Ende und Beginn der Regenzeit, u.s.w. ) wird durch die Feste zum Ausdruck gebracht.

Eine andere Art von Festtagen sind jene, die mit den Jahreszeiten und den Mondphasen zusammenhängen, wie zum Beispiel der Sabbat, Neumond, Neujahr und der Versöhnungstag.[4]

Die Feiertage dienen dem Menschen bei seinem Gang durch das Jahr dazu, sich einerseits, wie schon erwähnt, des Ablaufs der Jahreszeiten mit ihren Gaben bewusst zu werden, gleichzeitig aber auch, sich der geschichtlichen Ereignisse zu erinnern, die Israels Wanderschaft aus der Knechtschaft zur Freiheit ermöglichten und begleiteten. Die Freiheitswanderung und die Jahreszeiten gehen beide auf Gott zurück. Aus diesem Grund werden Jahreszeiten und Freiheitswanderung im Feiern der jüdischen Feste bedeutungsvoll ins Bewusstsein des Juden gebracht.[5]

Um zu verstehen, wie diese Gedenktage festgesetzt sind, möchte ich im Folgenden einen kurzen Überblick über den jüdischen Kalender geben.

2. Der jüdische Kalender

Vom Tag der Schöpfung an werden die jüdischen Kalenderjahre gezählt. Die Alten errechneten den Schöpfungstag indem sie in der Bibel die aufgeführten Lebensjahre der Menschengeschlechter zusammenzählten. So entsprach zum Beispiel das Jahr 1000 des allgemeinen Kalenders dem Jahr 4760 des jüdischen Kalenders.[6]

Im Herbst beginnt das jüdische Jahr, dass heißt nach dem Abschluss der bäuerlichen Erntearbeiten. Das jüdische Jahr wird in Monate von abwechselnd 29 beziehungsweise 30 Tagen eingeteilt und hat daher nur 354 Tage. Demzufolge entsprechen sich die Termine des jüdischen Jahres und des Kalenderjahres nicht. Da das jüdische Jahr ( Mondjahr ) in 29 beziehungsweise 30 Tage eingeteilt ist, wird es durch die Einschaltung von Schaltmonaten an das Sonnenjahr angepasst.[7] Dabei fügt man jedem Neunzehnjahreszyklus sieben Schaltjahre mit 30 Schalttagen ( einen vollen Monat ) je Schaltjahr ein. Zwar können so jüdische Festtage innerhalb eines Spielraumes von 30 Sonnenjahrtagen schwanken, fallen aber stets je in dieselbe Jahreszeit dank der Angleichung.[8] Somit beginnt das bürgerliche jüdische Jahr im Herbst mit dem Monat Tischri.[9] Die Frist des ersten Tages vom Herbstmonat Tischri fällt zwischen den sechsten September und vierten Oktober des Sonnenjahrkalenders.[10] Das bürgerliche Neujahr wird mit dem Hohen Feiertag Rosch Haschana begangen. An diesem Tag ist Ernsthaftigkeit angesagt beziehungsweise Besinnung auf die Verantwortung, die der Einzelne im Leben hat. Im Frühjahr mit dem Monat Nissan beginnt das religiöse Jahr. Das religiöse Jahr beginnt mit dem Pessachfest, welches an den Auszug aus Ägypten und der Volkwerdung Israels erinnert.[11] Jeweils mit dem Vorabend beginnen die Feste, da der Tag von Abend zu Abend gerechnet wird.[12]

2.1. Sukkot ( Das Laubhüttenfest )

Das Laubhüttenfest hat seinen Namen von den Laubhütten (= Sukkot ). In diesen verbringen fromme Juden in der Festwoche viele Stunden, einerseits zum Torahstudium, anderseits zu den Mahlzeiten. Am Vollmond des Herbstmonats Tischri beginnt das Fest.[13]

[...]


[1] Vgl. www.hausarbeiten.de/faecher/hausarbeit/thg/19358.html,09.11.2004,S. 1.

[2] Vgl. TREPP, Leo: Die Juden. Volk – Geschichte – Religion, Reinbek bei Hamburg ( Rowohlt Taschenbuch Verlag ) 1992, S. 9 -10.

[3] Vgl. GRÜNEWALD, Pinchas Paul: Licht und Stern. Zum jüdischen Jahreszyklus, Bern ( Peter Lang ) 1994, S. 19.

[4] Vgl. MEIR LAU, Israel: Wie Juden leben. Glaube – Alltag – Feste, Gütersloh ( Gütersloher Verlagshaus ) 1993, S. 158.

[5] Vgl. TREPP, Leo: Die Juden. Volk- Geschichte – Religion, Reinbek bei Hamburg ( Rowohlt Taschenbuch Verlag ) 1992, S. 190.

[6] Vgl. ebenda, S. 190.

[7] Vgl. BAUMANN, Arnulf H.: Was jeder vom Judentum wissen muß, Gütersloh ( Gütersloher

Verlagshaus ) 1985, S. 70.

[8] Vgl. TREPP, Leo: Die Juden. Volk – Geschichte – Religion, Reinbek bei Hamburg ( Rowohlt

Taschenbuch Verlag ) 1992, S. 191.

[9] Vgl. BÖNING, Adalbert: Lebendiges Judentum. Ein kurzer Überblick über jüdischen Alltag und

jüdische Feste, Hagen ( Reiner Padligur Verlag ) 1992, S. 17.

[10] Vgl. TREPP, Leo: Die Juden. Volk – Geschichte – Religion, Reinbek bei Hamburg ( Rowohlt

Taschenbuch Verlag )1992, S. 191.

[11] Vgl. PFAFFENHOLZ, Alfred: Was macht der Rabbi den ganzen Tag? Das Judentum, Düsseldorf

( Patmos ) 1995, S. 84.

[12] Vgl. BÖNING, Adalbert: Lebendiges Judentum. Ein kurzer Überblick über jüdischen Alltag und

jüdische Feste, Hagen ( Reiner Padligur Verlag ) 1992, S.17.

[13] Vgl. BAUMANN, Arnulf H.: Was jeder vom Judentum wissen muß, Gütersloh ( Gütersloher

Verlagshaus ) 1985, S. 73 – 74.

Details

Seiten
14
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638031752
ISBN (Buch)
9783638929325
Dateigröße
390 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v87535
Institution / Hochschule
Technische Universität Dresden – Institut für Religionsphilosophie und vergleichende Religionswissenschaft
Note
1,3
Schlagworte
Jüdische Feste Bräuche Ethik Weltreligionen

Autor

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Titel: Jüdische Feste und Bräuche