Lade Inhalt...

Kostenexternalisierung an den Produktionsfaktoren

Nur der unmittelbare Augenblick zählt – Kurzfristigkeit und Marktversagen als inhärentes Merkmal der Ökonomie?

Examensarbeit 2007 124 Seiten

Politik - Sonstige Themen

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kostenexternalisierung - Gegenstandsbestimmung
2.1. Kostenexternalisierung – eine Definition
2.1.1. Soziale Dimension
2.1.2. Ökologische Dimension
2.1.3. Entstehung eines weltweiten Dual-Systems
2.1.4. Bedeutung der Kostenexternalisierung für die Ökonomie
2.2. Begünstigende Determinanten: Globalismus und Informationalismus
2.3. Auswirkungen auf die Produktionsfaktoren

3. Der Produktionsfaktor Arbeit
3.1. Die Bedeutung von (Erwerbs-) Arbeit
3.2. Das Normalarbeitsverhältnis
3.2.1. Bewertung und Kritik
3.2.2. Erosion
3.3. Atypische Beschäftigung
3.3.1. Flexibilisierung
3.3.2. Subjektivierung
3.4. Indirekte Steuerungskonzepte

4. Der Produktionsfaktor Boden: Energieproduktion
4.1. Ökonomische Bewertung des Produktionsfaktors Boden
4.2. Energieproduktion
4.2.1. Politische Dimension
4.2.2. Technologische Dimension
4.3. Kostenexternalisierung im Kontext der Energieproduktion
4.3.1. Quantifizierung und Bewertung von externen Kosten
4.3.2. Kritik an der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung

5. Der Produktionsfaktor Kapital: Die Versprechen des Shareholder-Value
5.1. Das Shareholder-value-Modell
5.1.1. Warum Shareholder-Value?
5.1.2. Definition und Konzeption
5.1.3. Folgen der Shareholder-Value-Orientierung
5.2. Auswirkungen auf die Stakeholder
5.2.1. Kritische Bewertung des Shareholder-Value-Modells

6. Résumé

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Entwicklung der Widersprüche einer geschichtlichen Produktionsform

ist jedoch der einzig geschichtliche Weg ihrer Auflösung und Neugestaltung.

( Karl Marx[1] )

Dieses Zitat von Karl Marx hat bis heute nichts von seiner Aktualität eingebüßt. Die geschichtliche Produktionsform des Kapitalismus befindet sich im Wandel, die Folgen sind so vielfältig wie schwer zu überblicken. Die Widersprüche und Entwicklungen des Kapitalismus sind heute wie vor 150 Jahren, zu Zeiten Marx’, immanent und gravierend für alle, die in dieses Produktionssystem eingebunden sind.

Um möglichst alle repräsentativen Merkmale des Wirtschaftssystems abzudecken, wurden die klassischen Produktionsfaktoren der Volkswirtschaft (Arbeit, Boden und Kapital) als Ausgangspunkt festgelegt. Für jeden dieser Faktoren wurde exemplarisch eine aktuelle und vieldiskutierte Problem- bzw. Fragestellung gewählt, an der die zentrale Fragestellung dieser Arbeit bearbeitet werden kann: In wieweit ist Kostenexternalisierung ein inhärentes Merkmal des Produktionsprozesses im Kontext des jeweiligen Produktionsfaktors und welche Folgen hat dies für die Beteiligten bzw. das gesamte Wirtschaftssystem? Ausgehend vom dem Prinzip der Kostenexternalisierung stellt sich anschließend die Frage, in wieweit Strategien der Externalisierung von Kosten höchst kurzfristiger Natur sind und welche langfristigen Folgeprobleme (und –kosten) entstehen können; ob Marktversagen (definiert als Entstehen volkswirtschaftlich nicht wünschenswerter Ergebnisse[2]) in einigen Aspekten des Wirtschaftssystems geradezu ein Systemmerkmal ist, stellt den letzten Aspekt der Fragestellung dar.

Je nach Kontext der einzelnen Produktionsfaktoren tauchen die jeweiligen Aspekte der zentralen Fragestellung in variierender Intensität auf; so ist beispielsweise die Kostenexternalisierung in Form von Umwelteffekten (Produktionsfaktor Boden) monetär berechenbar - wenn auch mit großen Unsicherheiten und Unwägbarkeiten, da beispielsweise eine monetäre Erfassung nicht in jedem Fall möglich oder ethisch vertretbar ist. Effekte von Externalisierung der Kosten auf Mitarbeiter (Kontext des Produktionsfaktors Arbeit) sind dagegen eher subtiler Natur und lassen sich nur extrem schwer berechnen, da es sich um schwer greifbare Faktoren wie Motivation oder soziale Folgen handelt. Eine Berechnung ist hier oft nicht möglich und stellt eine große Herausforderung an ökonomische Bewertungsmaßstäbe dar.

In Kapitel 2 soll zunächst der Begriff der Kostenexternalisierung definiert werden, im Wesentlichen basierend auf den Arbeiten von Pigou, Kapp und Massarat – auch die Abgrenzung zu dem in der Volkswirtschaft gebräuchlichen Begriff der externen Effekte findet hier statt. Welche Folgen die Externalisierung von Kosten auf Mensch und Umwelt haben kann, stellt den nächsten Schritt der Analyse dar – eine besondere Berücksichtigung dabei erhalten die begünstigenden Determinanten des Globalismus und Informationalismus, welche auch in den weiteren Betrachtungen eine wichtige Rolle spielen werden. Kostenexternalisierung scheint in gewissen Bereichen bereits durch die theoretischen Grundlagen der Ökonomie legitimiert und gefördert zu werden – eine Betrachtung der (neo-)klassischen Wirtschaftstheorie soll daher dazu dienen, diese immanenten Merkmale offenzulegen.

Kapitel 3 (Produktionsfaktor Arbeit) befasst sich mit dem von zahlreichen Autoren festgestellten Wandel der Arbeitswelt, dessen Existenz Ende der 1970er Jahre erstmals festgestellt wurde und der seinen größten Boom in den späten 1980er Jahren begann.

Arbeit hat in der westlichen Gesellschaft nicht nur die Funktion der materiellen Existenzsicherung, sondern ist durch die protestantische Ethik zu einem zentralen Faktor der Gesellschaft an sich geworden. Die protestantische Ethik gibt vor, die gesamte Lebensgeschichte so zu formen, so dass diese ein sinnvolles Ganzes ergibt und – vor allem – würdig ist:[3] „Der einzelne [ist] […] ethisch für seine gelebte Zeit verantwortlich […]“.[4] Dies folgt der calvinistischen Tradition und bedeutet demnach für den Einzelnen, den Sündenfall der Menschheit durch Fleiß und Arbeitseifer zu büßen, um so – vielleicht – Erlösung im Himmelreich zu finden: „Die eigene Lebensgeschichte mittels harter Arbeit zu organisieren, kann als kleines Licht in der Dunkelheit dienen, ein [Zeichen], daß [sic] man zu den vor der Hölle Erretteten zählen könnte.“[5] Folgt man dieser Argumentation, so ergibt sich folgendes Bild: Arbeit wird zu dem zentralen Bestandteil des individuellen Lebens und in Konsequenz so zum Mittelpunkt der Gesellschaft. Eine solche Gesellschaft sieht Arbeit somit als einzigen Zweck und Sinn. Dass dieses Ethos nicht nur zu frühkapitalistischen Zeiten vorherrschte, sondern auch heute durchaus Aktualität genießt, hat u.a. Hannah Arendt bereits Mitte des 20. Jahrhunderts konstatiert.[6] In den westlichen Industriegesellschaften ist Arbeit somit nicht nur die primäre – wenn nicht sogar einzige – Quelle des Wohlstands;[7] sie „[…] strukturiert und koordiniert das zeitliche Verhalten der Gesellschaft“[8] an sich.

Ein Schwerpunkt dabei wird sein, mögliche Ursachen dieses Wandels aufzuzeigen, wie sich die festgestellten Konsequenzen auf den Faktor Arbeit auswirken und welche Folgen dies für Arbeitnehmer und Arbeitgeber haben. Der Faktor Arbeit ist schon immer einem gewissen, steten Wandel unterlegen; dies ist durch seine zentrale Einbettung in Gesellschaft und Wirtschaft auch nicht anders möglich. So waren zum Beispiel Form und Dauer von Arbeitsverhältnissen von je her gewissen Schwankungen unterworfen. In den 1970er Jahren (und besonders intensiv in den 1990ern) begann allerdings eine Entwicklung, die einen fundamentalen Wandel der Arbeit einleitete und so zu gravierenden Veränderungen in der Gesellschaft führen kann (und dies in Teilen bereits erreicht hat). Dieser Wandel ist nicht monokausal zu bestimmen, er unterliegt zahlreichen Faktoren, die allein schon durch ihre Anzahl nicht vollständig aufgezählt werden können. Interdependenzen der einzelnen Faktoren und empirisch kaum zu erfassende Weiterentwicklungen selbiger machen es schwer, den Wandel von Arbeit exakt nachzubilden. Dennoch soll hier versucht werden, einige Aspekte dieses Wandels zu erfassen und zu analysieren; insbesondere, in wiefern Arbeitsverhältnisse in Deutschland traditionell strukturiert waren und ob sie dies immer noch sind; zu diesem Zweck wird das so genannte Normalarbeitsverhältnis erläutert werden. Der Wandel der Arbeitswelt hat primär Konsequenzen für dieses Normalarbeitsverhältnis, daher wird die häufig festgestellte Erosion des selbigen einen weiteren Aspekt der Analyse darstellen. Welche (neuen) Formen von Arbeit sich zu etablieren beginnen und welche Folgen diese für die einzelnen Arbeitnehmer haben können, schließt dieses Kapitel ab. Dabei wird die Analyse der Folgen für Familie und Privatleben (Freizeit) eine besondere Rolle spielen.

Kapitel 4 (Produktionsfaktor Boden) wird sich mit der (ökonomischen) Nutzung der Natur befassen. Dieser Produktionsfaktor hat einen gewissen Doppelcharakter; er ist nicht nur Grundlage jeglichen wirtschaftlichen Handelns, sondern gleichzeitig Grundlage des menschlichen Lebens überhaupt. Wie in Kapitel 2 beschrieben wird, führte eine „fundamentale Fehlbewertung“[9] der (neo-)klassischen Ökonomie bezüglich der Natur und ihrer Ressourcen zu einer „ökologischen Falle“[10] für die moderne Industrie- und Konsumgesellschaft: Seit der Industrialisierung vor über 200 Jahren konnten Kosten meist uneingeschränkt auf den Faktor Boden externalisiert werden, mit teilweise verheerenden ökologischen Folgen. Auch wenn die meisten westlichen Industrienationen mittlerweile strenge Umweltschutzrichtlinien besitzen, so soll am Beispiel der Energieproduktion gezeigt werden, dass hier Kosten immer noch in nicht unbeträchtlichem Maß in die Umwelt „ausgelagert“ werden – und hierfür meist keinerlei kompensatorischen Maßnahmen getroffen werden müssen. Letztlich sind Schäden der Umwelt spätestens in mittelfristiger Sicht auch für die betroffenen Menschen zu spüren, etwa in Form von Krankheiten oder Lebensraumverlust; die globale Dimension von Umwelteffekten wird ebenfalls einen Aspekt der Analyse darstellen - Aktualität ist hier nicht erst seit Feststellung des Klimawandels gegeben. Nach Analyse der einzelnen Dimensionen der Energieproduktion, werden die einzelnen Arten der Energieproduktion untersucht und basierend auf den Daten verschiedener Studien gezeigt, dass sich ein großer Teil der tatsächlich anfallenden Kosten nicht in den Preisen für die jeweilige Energieart widerspiegelt. Welche Probleme es bei der Feststellung dieser externalisierten Kosten gibt, stellt den Abschluss der Analyse der Energieproduktion dar; in wieweit die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung und die häufig darauf basierende Wohlstandsbewertung problematisch ist, soll am Ende dieses Kapitels untersucht werden. Die Frage wird hier sein, ob durch Indikatoren wie dem Sozialprodukt tatsächlich eine objektive Betrachtung aller Kosten einer Volkswirtschaft möglich ist und in wiefern manche Posten als Erträge angerechnet werden, obwohl sie tatsächlich Kosten - beispielsweise durch Umweltzerstörung - darstellen.

In Kapitel 5 (Produktionsfaktor Kapital) wird das Konzept des Shareholder-Value untersucht, welches sich seit der 1980er Jahre zur „Leitmaxime“ für das Management (kapitalmarktorientierter Unternehmen) entwickelt hat.[11] Das Shareholder-Value-Modell verspricht, eine verlässliche Kennzahl zur Unternehmensbewertung zu sein und verlangt eine Unterordnung der anderen Stakeholder unter die Interessen der Eigentümer eines Unternehmens (Aktionäre) und damit einer einzigen Kennzahl (der des Shareholder-Value) – welche Folgen daraus entstehen, soll im Verlaufe dieses Kapitels untersucht werden. Anfangs wird zunächst eine Analyse dessen erstellt, was der Shareholder-Value eigentlich ist – wie gezeigt werden wird, ist diese trivial anmutende Frage nicht einfach zu beantworten. Unter dem Oberbegriff des Shareholder-Value herrscht tatsächlich eine geradezu „babylonische Sprachverwirrung“[12]: Selbst Experten scheinen nur auf den ersten Blick von ein und derselben Sache zu sprechen, tatsächlich existieren im Detail zahlreiche Unterschiede in der Berechnung und Bewertung des Shareholder-Value, die eine vermeintliche Objektivität dieser Kennzahl und jegliche strategische Orientierung daran ad absurdum führen können. Die Analyse, in wieweit kurzfristige Kostenexternalisierung, begünstigt durch Ausrichtung auf das Shareholder-Value-Modell, nicht nur die Existenz ganzer Unternehmen gefährden kann, sondern teilweise verheerende Wirkungen auf die anderen Stakeholder (beispielsweise Mitarbeiter oder staatliche Institutionen) hat, stellt den Abschluss dieses Kapitels dar; deutlich wird, dass das Prinzip der Kurzfristigkeit besonders durch die Ausrichtung auf unmittelbare Gewinnmaximierung verfolgt wird, ohne Rücksicht auf langfristige Strategien und einer vollkommenen Unterordnung unter dem „ungeduldigen Kapital“ und dem Wunsch nach rascher Rendite.[13]

In dieser Hausarbeit wird das generative Maskulinum verwendet; geschlechter-spezifische Schreibweisen werden nur dann vorgenommen, wenn dies aus syntaktischen Gründen notwendig ist.

2. Kostenexternalisierung - Gegenstandsbestimmung

2.1. Kostenexternalisierung – eine Definition

Bei der Produktion oder dem Verbrauch von Waren oder Dienstleistungen entstehen zwei Arten von Kosten: Einerseits Kosten, die direkt mit der Produktion oder dem Verbrauch verbunden sind (beispielsweise betriebliche Aufwendungen), und andererseits Kosten, die zwar entstehen, für die aber vom Verursacher kein Ausgleich vorgenommen wird.[14] In der Betriebs- bzw. Volkswirtschaftslehre werden die letzteren Kosten als externe Effekte bezeichnet. Diese können negativer oder positiver Natur sein: Negativ, wenn Kosten vom Verursacher nicht mitgetragen werden und positiv, wenn Betroffene durch externe Effekte Kosten einsparen können.[15]

Im Folgenden werden die Begriffe externe Effekte und Kostenexternalisierung vom Prinzip her synonym verwandt, letztlich wird aber dem Begriff der Kostenexternalisierung der Vorzug gegeben, da dieser – neben der negativen Betonung - eine durchaus aktive Konnotation hat, im Gegensatz zu dem eher passiv konnotierten externen Effekten. In den späteren Kapiteln dieser Arbeit wird gezeigt, dass Kostenexternalisierung durchaus als bewusstes, aktives Modell genutzt wird – es erscheint daher nicht angebracht, in den hier exemplarisch dargelegten Fällen von eher passiven Effekten zu sprechen.

Eine erste Gegenstandsbestimmung der Kostenexternalisierung fand bereits Anfang des 20. Jahrhunderts statt: Der englische Ökonom Pigou stellte fest, dass durch den Funkenflug von Dampflokomotiven angrenzende Getreidefelder häufig in Brand gesetzt wurden. Allerdings wurden die Besitzer der Felder für diesen Verlust nicht entschädigt, im Preis für ein Bahnticket waren diese Kosten also nicht enthalten, sondern verblieben bei den Betroffenen. Pigou entwickelte für diese Problematik den Begriff der externen Effekte, welcher als „Differenz zwischen privatem und sozialem Nutzen“[16] in die Ökonomie eingeführt wurde. Der Schaden (in diesem Falle also beispielsweise Ernteausfälle der Landwirtschaft) wurde also nicht in der Kostenrechnung des Verursachers (der Eisenbahngesellschaft) einkalkuliert.

Eine etwas umfassendere Definition externalisierter Kosten wurde 1950 von William Kapp in seinem Werk The Social Costs of Private Enterprise getroffen; diese werden hier definiert als

„[…] alle direkten und indirekten Verluste, die Drittpersonen oder die Allgemeinheit als Folge einer uneingeschränkten wirtschaftlichen Tätigkeit zu tragen haben. Die Sozialkosten können in Schädigungen der menschlichen Gesundheit, in der Vernichtung oder Verminderung von Eigentumswerten und der vorzeitigen Erschöpfung von Naturschätzen zum Ausdruck kommen.“[17]

Diese Definition enthält bereits eine erste Differenzierung der Kosten in Form der Sozialkosten. Werden neben diesen noch Kosten für Umweltschäden berücksichtigt, so ergibt sich eine Definition von Kostenexternalisierung, wie sie beispielsweise Massarrat formuliert (Abbildung I): Externalisierte Kosten sind danach

„[alle] sozialen und ökologischen Kosten, die von Individuen, sozialen Gruppen und Nationen verlagert werden auf die Allgemeinheit, andere soziale Gruppen, Nationen und künftige Generationen, um eigenen Wohlstand und ökonomisches Wachstum über das Ergebnis von eigenen Leistungen und eigener Produktivität hinaus zu steigern“[18].

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Für diese Arbeit wird die letztere Definition als Grundlage angekommen, ergänzt um den von Leipert formulierten Gedanken, dass externalisierte Kosten im Wirtschafssystem generell „[…] eine Minderung der realen Lebens- und Umweltqualität der Menschen […]“[19] zur Folge haben – und damit Auswirkungen zeigen, die im Zweifel mehrere Generationen betreffen und meist nicht streng lokal begrenzt sind, sondern auch Menschen betreffen, die von der verursachenden wirtschaftlichen Tätigkeit gar nicht profitieren können (vgl. hierzu spätere Kapitel).

Die Effekte externalisierter Kosten werden, aufbauend auf die zuvor getroffene Definition, im Folgenden in zwei Dimensionen unterteilt: Die soziale und die ökologische Dimension.

2.1.1. Soziale Dimension

Historische Perspektive

Als ersten Fall externalisierter Kosten kann die Sklavenarbeit in den Übersee-plantagen während der kolonialen Epoche bezeichnet werden.[20] Durch katastrophale Arbeitsbedingungen und letztlich Reduzierung menschlichen Lebens auf den Status einer ökonomischen Ware, wurde es möglich, Nahrungs- und Genussmittel, aber auch Rohstoffe, zu - im Verhältnis - extrem günstigen Preisen anbieten zu können. Letztlich waren viele „Importartikel“ aus den Kolonien natürlich immer noch Luxusartikel, wären diese aber durch regulär entlohnte Arbeiter erwirtschaftet worden und nicht durch Sklaven, so kann davon ausgegangen werden, dass der eigentliche Preis um ein Vielfaches höher gelegen hätte.

In Europa selbst fällt die Zeit der wesentlichen Kostenexternalisierung in den Zeitraum des Früh- bzw. liberalen Hoch- oder Manchester-Kapitalismus. Gekennzeichnet war diese Epoche durch flächendeckend niedrige und sinkende Löhne, steigende Arbeitszeiten (bis zu 14 Stunden täglich), Kinderarbeit und unzureichende oder gänzlich fehlende soziale und rechtliche Absicherung der Arbeiter. Begünstigt wurden diese Missstände durch einen gnadenlosen Konkurrenzkampf der im Überangebot vorhandenen Arbeitskräfte untereinander.[21] Betriebliche Aufwendungen für den Faktor Arbeit (also beispielsweise Löhne, soziale Absicherungen oder Kosten für den Unfallschutz usw.) wurden auf Dumping-Niveau gedrückt und letztlich auf den Arbeiter selbst abgewälzt. Im Falle von Krankheit oder Alter musste die Familie des Arbeiters in die Bresche springen, um das Überleben zu sichern. Diese Form der Externalisierung konnte in Europa erst durch jahrzehntelange Kämpfe der Arbeiterbewegung zum größten Teil abgeschafft werden.

Aktuelle Perspektive

Spätestens im Zuge der modernen Globalisierung bzw. der Idee des Globalismus (vgl. hierzu Kapitel 2.3.) scheinen Formen des vermeintlich historischen Frühkapitalismus einen neuen Aufschwung zu erleben. Einigen Unternehmen bietet sich die Möglichkeit, soziale Kosten zu externalisieren, indem zum Beispiel die Produktion in so genannte Billig- oder Niedriglohnländer verlagert wird. Das Fehlen von sozialen Netzen oder gesetzlichen Regelungen in diesen Ländern wird dazu genutzt, günstiger als die Konkurrenz produzieren zu können. Einsparungen zum Beispiel in Arbeitsschutzmaßnahmen, Lohnkosten oder anderen (finanziellen) Absicherungen der Mitarbeiter führen dazu, dass der Marktpreis eines Produktes durch ein solches „Billiglohnland“ quasi subventioniert wird, auf Kosten der dortigen Bevölkerung. Folgekosten wie Krankheit, Altersarmut usw. werden dann – auf Grund der meist fehlenden Sozialnetze in solchen Ländern – auf die Betroffenen, die Familien oder Angehörigen abgewälzt: „Am Ende des 20. Jahrhunderts erleben wir offensichtlich eine Renaissance von totgesagten Manchester-kapitalistischen Methoden […].“[22] Ein intensiver Wettbewerb dieser Länder untereinander verhindert, dass ein Land zum Beispiel strengere rechtliche Rahmenbedingungen schafft; will es Unternehmen anlocken, muss es die Möglichkeit zu billigem Produzieren bieten. In diesem Kontext entstand auch das Bild des „Nord-Süd-Gefälles“: Im Norden die reichen Industrienationen, im Süden verarmte Entwicklungsländer, deren einziger Anreiz häufig nur billige Arbeitskräfte sind. Streng genommen ist die geographische Bezeichnung Nord-Süd allerdings ungenau, da es sich vielmehr um einen Konflikt zwischen den westlichen Industrieländern (einschließlich Japans) und den Entwicklungsländern im afrikanischen, asiatischen und lateinamerikanischen Raum handelt.[23]

Letztlich hat die „globale Konkurrenz“ auch die Tendenz zur Folge, dass die Sozialsysteme gegeneinander ausgespielt werden: Im Norden wird der relativ hohe Sozialstandard abgebaut, allerdings ohne diesen im Süden gleichzeitig oder gar automatisch anzuheben.[24]

2.1.2. Ökologische Dimension

Die ökologische Dimension externalisierter Kosten spiegelt sich hauptsächlich in der kostenlosen Belastung der Umwelt wieder. Die folgenden Ausführen werden eher theoretisch gehalten werden, da eine ausführliche exemplarische Darstellung ökologischer Kostenexternalisierung in Kapitel 4 erfolgen wird.

Die kostenlose Belastung der Umwelt bedeutet im Wesentlichen, dass die durch eine wirtschaftliche Tätigkeit entstehenden Umweltbelastungen für den Wirtschaftenden selbst kostenlos sind und deshalb in die Kostenkalkulation nicht einfließen. Im Wesentlichen muss hier unterteilt werden zwischen Ressourcen, die sich regenerieren und Ressourcen, die sich nicht mehr regenerieren können:[25]

Regenerative Ressourcen: Nahrungsmittel, Wasser, Wälder

Nicht-regenerative Ressourcen: Fossile Brennstoffe, Metalle, Genetische Ressourcen

Kostenexternalisierung kann an beiden Ressourcen-Typen auftreten, beispielsweise durch den Ausstoß von Emissionen (etwa CO2 oder SO2), Abbau und Raubbau von Rohstoffen oder die Entsorgung von Abfallprodukten. Wie auch bei der sozialen Dimension, ist der Grad an externalisierten Kosten fast vollständig abhängig von den politischen (also institutionellen, soziokulturellen und regionalökonomischen) Rahmenbedingungen am jeweiligen Produktionsstandort:[26] Nur gesetzliche Vorschriften, etwa für die Reinhaltung der Luft, können Unternehmen dazu zwingen, Kosten nicht auf den Faktor Umwelt abzuwälzen, indem beispielsweise Emissionen ungefiltert freigesetzt werden. Auch hier wird die bereits angesprochene globale Dimension deutlich: Sollten in anderen Ländern weniger rigide Umweltschutzvorschriften existieren, kann dort günstiger produziert werden – Unternehmen, die diese (ökologische) „exit-Option“ nutzen, haben, im Vergleich zu anderen Unternehmen, einen klaren Wettbewerbsvorteil.[27] Vergessen werden darf auch nicht, dass gerade Entwicklungs- bzw. Schwellenländer häufig nur wenige Möglichkeiten haben, strenge Umweltschutzmaßnahmen durchzusetzen. Günstige Produktionsbedingungen sind meist der einzige Anreiz für ausländische Unternehmen, sich in solchen Ländern niederzulassen; gepaart mit der häufig grassierenden Korruption ist effektiver Umweltschutz wie in den Ländern des „Nordens“ meist nicht möglich.

Die „kostenlose“ Belastung der Umwelt ist in erster Linie nur für den unmittelbar wirtschaftlich Tätigen tatsächlich kostenlos. Die Schäden an der Umwelt regenerieren sich meist nur langsam (in einigen Fällen auch gar nicht) und haben immer Auswirkungen auf die in dem betroffenen Gebiet lebenden Menschen; somit kann die ökologische Dimension der Kostenexternalisierung nur schwer von der sozialen Dimension getrennt werden. Auch ergeben sich häufig „spill-over“ Effekte: So kann die Verschmutzung von Flüssen durch produzierende Industrie andere Wirtschaftszweige (etwa Fischerei) in Mitleidenschaft ziehen. Drastischer ist der direkte Verlust von Menschenleben auf Grund exzessiver Umweltverschmutzung; so sterben nach einer aktuellen Studie der Weltbank allein in China jährlich 750.000 Menschen an den direkten und indirekten Folgen der verschmutzen Umwelt.[28] Das Beispiel China zeigt ebenfalls deutlich, dass der Indikator des Wirtschaftswachstums unzureichend ist, um den tatsächlichen Wohlstand einer Volkswirtschaft zu messen (vgl. hierzu das Ende dieses Kapitels).

Eine besondere Rolle spielen in diesem Kontext die anfangs erwähnten nicht regenerativen Rohstoffe bzw. ihre Nutzung. Der Kritikpunkt an der Nutzung dieser Rohstoffe ist, dass – nachdem eine Einheit des Rohstoffes verbraucht wurde – diese Einheit nie wieder zu Verfügung stehen wird. Konkret bedeutet das, dass diese Einheit auch für den Nutzen zukünftiger Generationen entfällt, also tatsächlich nur zu einem Zeitpunkt einen konkreten Nutzen hat und dann auch nur für einen Akteur. Problematisch dabei ist auch, dass für eine Einheit verbrauchter nicht erneuerbarer Rohstoffe auch keine Alternative geschaffen werden muss, diese Kosten (zum Beispiel für Forschung und Entwicklung) entfallen dann wieder auf andere (meist die Allgemeinheit). Erschwerend kommt hinzu, dass viele der „klassischen“ Rohstoffländer (Mittlerer Osten, Afrika, Südamerika) teilweise durch Gewalt, teilweise durch ökonomischen und politischen Druck gezwungen wurden und werden, ihre Marktsouveränität faktisch aufzugeben: die Nachfrageseite reguliert nicht nur die Nachfrage, sondern auch die Angebotsmenge.[29] Folge ist häufig ein Raubbau an knappen Ressourcen und der Verlust von Knappheitssignalen, erkennbar beispielsweise an den seit Jahren sinkenden realen Rohstoffpreisen (mit Ausnahme fossiler Energieträger). Abbildung II zeigt den deflationierten Rohstoffpreisindex für Industrierohstoffe (Agrarische Rohstoffe, Metalle, Eisenerz) nach Daten des Hamburger Welt-Wirtschafts-Archivs (HWWA) aus den Jahren 1961 bis 2005.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Diese Diskrepanz zwischen der Verfügbarkeit bzw. Knappheit von Rohstoffen und ihrem seit Jahren sinkenden (realen) Preisen zeigt, dass zwischen den Industrienationen (dem „Norden“) und den Rohstoffeigentümerstaaten (dem „Süden“) ein Machtungleichgewicht entstanden ist, gekennzeichnet durch asymmetrische Wohlstandsverteilung und strukturelles Dumping.[30] Kostenexternalisierung in den hier angesprochenen Dimensionen ist somit inhärentes Merkmal eines „(Welt-)gesellschaftliche[n] Dual-System[s]“[31].

2.1.3. Entstehung eines weltweiten Dual-Systems

Das weltweite Dual-System ist gekennzeichnet durch zwei miteinander verflochtene, jedoch unterscheidbare Sozialsysteme.[32] Abbildung III verdeutlicht die Merkmale und die Struktur dieser beiden Sozialsysteme und ihrer Verflechtungen. Das Sozialsystem des Nordens (im Wesentlichen gekennzeichnet durch seine Minderheitenposition und konträr dazu starke Machtpotentiale) steht dem Sozialsystem des Südens (gekennzeichnet durch die faktische Mehrheitsposition, mit eher geringen Machtpotentialen) gegenüber. Beide Sozialsysteme treffen sich auf dem Weltmarkt, allerdings mit ungleichen Voraussetzungen: Das nördliche Sozialsystem kann seine Maxime der Nutzenmaximierung (u.a. durch Kostenexternalisierung) nahezu uneingeschränkt durchsetzen, während sein südliches Pendant als gleichberechtigter Akteur faktisch ausgeschaltet und in die Passivität gedrängt wird. Als Folge wird die „Spaltung […] in der Weltgesellschaft vertieft […]“[33], und das nördliche Sozialsystem zum Hegemon der Lebensstile und Konsumgewohnheiten.[34]

Als primäres Merkmal dieser asymmetrischen Beziehung der beiden Sozialsysteme stellt Massarrat fest, dass „[…] wirtschafts- und entwicklungspolitische Instrumentarien sowie Marktsteuerungsmechanismen in den Teilsystemen zu unterschiedlichen, teilweise sogar gegensätzlichen Resultaten führen […]“[35] – dem Dual-System-Effekt.

Wesentliche Kennzeichen dieses Dual-System-Effektes sind:[36]

- Machtungleichheit führt zu Wohlstandsmehrung im dominanten Teil des Systems, im schwachen Teil gleichzeitig zu einem Verelendungswachstum.
- Die Marktsouveränität wird für die Angebotsseite (Rohstoffeigentümerstaaten) faktisch aufgehoben, die Nachfrage reguliert die Angebotsmenge (marktparadox).
- Entstehung und Verstärkung der ökonomischen Ungleichheit – die Leit- und Schlüsselwährungen befinden sich im dominanten Teil des Systems; hier sind eher Leistungsbilanzüberschüsse zu finden, während im schwachen Teilsystem eher Schuldnervolkswirtschaften zu finden sind.

Quelle: Eigene Darstellung. Nach: Nach: Massarat, M.: Nachhaltigkeit durch Kosteninternalisierung.. S. 294ff.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

In diesem Dual-System sind allerdings auch Ausnahmen zu finden: So haben einige asiatische Schwellenländer ihre Souveränität durch Ablehnung von Maßnahmen wie beispielsweise der Importliberalisierung erhalten. Der Abbau von Machtungleichheit wird in Ländern wie Taiwan, Südkorea oder Singapur durch selektiven Protektionismus und struktur- bzw. geldpolitische Regulierung versucht.[37]

Soziale und ökologische Kostenexternalisierung stellt ein wesentliches Merkmal des weltgesellschaftlichen Dual-Systems dar; es bleibt demnach zu konstatieren, dass die so gewachsenen Strukturen nicht nachhaltig sein können und große Belastungen auch für die kommenden Generationen darstellen.[38]

2.1.4. Bedeutung der Kostenexternalisierung für die Ökonomie

„Verfolgt [jeder] sein eigenes Interesse, so befördert er das [Wohl] der Nation weit wirksamer, als wenn er dieses wirklich zu befördern die Absicht hätte […] und wird in diesen wie in vielen anderen Fällen von einer unsichtbaren Hand geleitet […]“[39]

Zu den wesentlichen Merkmalen der neoklassischen Ökonomie gehört neben Individualismus, Utilitarismus, rationales und individuelles Verhalten und dem Tauschparadigma die Annahme Smiths „Unsichtbarer Hand“.[40] Dieses letzte Axiom spielt eine besondere Rolle für die anschließenden Betrachtungen, da es impliziert, dass die Ökonomie einer Gleichgewichtsidee entspricht, also quasi als „selbstregulierender Automat“ einem Optimalzustand entgegenstrebt.[41] Gerade für den Kontext knapper Ressourcen spielt diese Theorie eine große Rolle, da auch hier durch optimale Allokation (nach dem Prinzip der unsichtbaren Hand) ein gesellschaftlich optimales Wohlfahrtsniveau erreicht werden kann.[42] Entscheidend hierfür ist der Marktmechanismus, also das Zusammenspiel der drei Marktfaktoren Angebot, Nachfrage und Preis.[43] Voraussetzung für das Funktionieren dieser Theorie sind, neben freien Märkten und rational handelnden Wirtschaftsteilnehmern (Stichwort Homo Oeconomicus) demnach Marktpreise, die sämtliche relevanten Kosten widerspiegeln.[44]

Kostenexternalisierung wiederum verfälscht die Marktpreise, indem relevante Faktoren der Marktpreisbildung zu gering kalkuliert werden und hat damit einen direkten Einfluss auf die jeweilige Kostenkalkulation des betroffenen Wirtschafters. Der weiter oben beschriebene Dual-System-Effekt steht demnach dem Anspruch der Neoklassischen Wachstumstheorie entgegen, nachdem kein Marktteilnehmer soviel Einfluss hat, dass er den Marktpreis alleine beeinflussen kann, mit direkten Folgen auf die Bildung des Marktpreises.[45] Abbildung IV zeigt ein Modell der Kostenkalkulation unter der Bedingung eines funktionierenden Marktmechanismus, also mit einer vollständigen Internalisierung aller auftretenden Kosten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der fiktive Marktpreis1 setzt sich aus drei Komponenten zusammen:[46]

Betriebswirtschaftliche Kosten

Unter betriebswirtschaftlichen Kosten werden alle Kosten verstanden, die für eine wirtschaftliche Tätigkeit direkt anfallen. Zu den betriebswirtschaftlichen Kosten zählen im Einzelnen:[47]

- Materialkosten (Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, Energiekosten)
- Personalkosten (Löhne, Gehälter, Provisionen)
- Dienstleistungskosten (z.B. Transportkosten Dritter)
- Kalkulatorische Kosten (Abschreibungen, Zinsen, Unternehmerlohn, Miete)
- Öffentliche Abgaben (Steuern, Gebühren)

Ökologische Kosten

Produktionsprozesse bewirken ständige ökologische Veränderungen.[48] Ökologische Kosten betreffen also die reproduzierbaren Umweltressourcen und spiegeln im Wesentlichen die Kosten wieder, die nötig sind, um bestimmte Ressourcen wiederherzustellen oder Schäden durch die Nutzung wiederherzustellen oder ganz zu vermeiden.

Knappheitspreis

Der Knappheitspreis spiegelt die Kosten für nicht reproduzierbare Umweltressourcen wieder, also hauptsächlich fossile Brennstoffe, aber auch Kosten, die zum Beispiel durch Artensterben entstehen können. Von hoher Bedeutung im Kontext der Knappheit ist auch, dass ein einmal verbrauchter (nicht regenerativer) Rohstoff von niemandem mehr genutzt werden kann, also zukünftigen Generationen nicht mehr zur Verfügung steht.

Ein Marktpreis, der nach der dargestellten (idealen) Kostenkalkulation entstünde, würde alle anfallenden Kosten reflektieren und so ein realistisches Abbild der Kosten einer wirtschaftlichen Tätigkeit aufzeigen. Voraussetzung dafür ist allerdings die Möglichkeit, sämtliche Kosten quantifizieren zu können, siehe hierzu insbesondere Kapitel 4.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung V zeigt einen Marktpreis, der wesentlich durch Kostenexternalisierung beeinflusst wird. Von den drei Hauptfaktoren (betriebswirtschaftliche Kosten, ökologische Kosten und Knappheitspreis) wird jeweils ein Teil externalisiert, das heißt die Kosten für den jeweiligen Faktor fließen nur teilweise oder gar nicht in die eigentliche Kostenkalkulation ein. Solche Dumpingpreise stellen heute eine dauerhafte Erscheinung auf dem Weltmarkt dar und sind Anzeichen für ein strukturelles Dumping auf den Weltmärkten – wie im Verlauf dieser Arbeit gezeigt werden wird, sind sämtliche Produktionsfaktoren von diesem Dumping durch Kostenexternalisierung betroffen, wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung und Gestalt.

Das Beispiel der Kostenkalkulationen macht deutlich, dass reale Märkte häufig unvollkommen sind: Die Marktpreise sind zu niedrig, da ein Teil der tatsächlichen Kosten nicht berücksichtigt wird. Die Produktionsfaktoren werden nicht so verwendet, dass sie der Gesamtwirtschaft den größtmöglichen Ertrag bringen; volkswirtschaftlich nicht wünschenswerte Ergebnissen sind Folge, es kommt zu Marktversagen.[49] Ein weiterer Aspekt ist die skizzierte Chancenungleichheit, die insbesondere im Dual-System-Effekte deutlich wird.

2.2. Begünstigende Determinanten: Globalismus und Informationalismus

Wie bereits skizziert, hat das Modell der Kostenexternalisierung eine bedeutende, globale Komponente und kann in Teilen auch nur durch diese überhaupt bestehen. Im Folgenden soll geklärt werden, welche Determinanten die Externalisierung von Kosten begünstigen, insbesondere im globalen Kontext.

Globalismus

Ob der Begriff der Globalisierung nun eine Erfindung amerikanischer Managementschulen ist oder nicht[50] – sie ist ein Prozess, der zwar von niemandem ernsthaft negiert wird, der allerdings oft auch einer klaren definitorischen Umschreibung entbehrt. Die Definitionen von Globalisierung variieren sowohl in zeitlicher Dimension (Beginn der Globalisierung) als auch in der Form – schnell wird klar, dass es nicht nur die Globalisierung gibt, sondern vielmehr viele kleine und große Globalisierungen, die zwar nicht alle zur selben Zeit anfingen oder stattfinden, sich aber dennoch in einer Art „Raum der Ströme“[51] vereinen. Unter „Strom“ werden hier beispielsweise Ströme von Kapital, Information, Technologie oder organisatorischer Interaktion verstanden; wichtig dabei ist, dass diese Ströme „nicht einfach ein Element der sozialen Organisation [sind]: Sie sind der Ausdruck von Prozessen […]“.[52] Eine so verstandene Globalisierung besteht also aus vielen Prozessen, die voneinander abhängig sein können, es aber nicht müssen. Sie gleicht - bildhaft - einem großen Fluss, der sich aus vielen kleinen Flüssen speist.

Wird Globalisierung also als Ergebnis verschiedener Prozesse begriffen, bleibt zu konstatieren, dass dennoch eine Gemeinsamkeit existiert, die letztlich aus dieser globalen Größe resultiert; die Idee oder Ideologie hinter dem Phänomen Globalisierung: Der Globalismus.[53] Globalismus ist die normativ gewordene Globalisierung, ihr geistiger Aspekt.[54]

Nach Safranski stellt der Neo-Liberalismus die wirkungsvollste Variante des Globalismus dar[55] - der Neo-Liberalismus reicht weit bis in Politik und Gesellschaft hinein, oberstes Primat ist der Wettbewerb, „befreit“ von störenden Regulierungen und Interventionen von Staaten; diese sollen lediglich Rahmenbedingungen bereitstellen und sich aus anderen Bereichen (auch dem Sozialbereich) heraushalten.[56] Verkürzt kann gesagt werden, dass der Neo-Liberalismus das Prinzip der (bereits weiter oben erwähnten) „ Invisible Hand “ verfolgt - Märkte regeln sich selbst und produzieren so für alle Beteiligten die bestmöglichsten Ergebnisse.

Der Hinweis auf die Globalisierung wird benutzt, um für eine Entkopplung des Kapitals von seiner sozialen Verpflichtung zu argumentieren. „Investitionshindernisse“ (ökologische, sozialstaatliche oder gewerkschaftliche Regelungen) sollen von den Staaten auch als solche erkannt und möglichst abgebaut werden. Das „mobile Kapital“ wird so zum Lock- und Drohmittel zugleich. Letztlich resultiert daraus eine Durchsetzung des Primats der Ökonomie: „Staat und Kultur haben der Ökonomie zu dienen“[57].

An dieser Stelle soll keine vollständige Analyse der einzelnen Globalisierungen vorgenommen werden, ebenso wenig wie eine detaillierte historische Analyse des Gesamtprozesses. Für das Thema dieser Arbeit wird daher der Globalismus (also die normative Globalisierung) auf die ökonomische Globalisierung abstrahiert (vgl. Kapitel 2.4.: Auswirkungen auf die Produktionsfaktoren); in Kapitel 3 werden die Folgen dieser Globalisierung für die BRD analysiert – insbesondere in Hinsicht auf den Faktor Arbeit.

Die zeitliche Einordnung des hier verwendeten Globalisierungsbegriffs datiert ihren ersten Anfang auf die frühen 1970er Jahre und den finalen „Startschuss“ auf die frühen 1990er Jahre.[58] Als Eckdaten dieser Zeitspanne dient zu einem der Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems fester Wechselkurse Ende 1971, welches durch Regime floatender Währungen abgelöst wurde, legalisiert durch das Abkommen von Kingston (1976).[59] In Folge entstand ein weltweiter Kapitalmarkt mit beträchtlichen Optionen für Investoren; die nun fast grenzenlose Mobilität des Kapitals setzt Unternehmen und Nationalstaaten unter bis dato fast unbekannten, immensen Druck.[60] Investoren des klassischen Verständnisses (also als eher passive Institutionen und Individuen) wandelten sich zu aktiv Einfluss nehmenden, die im Zweifel keinerlei Rücksicht auf Kultur oder langfristige Assoziationen der Unternehmen nahmen.[61] Als prägnantestes Merkmal des weltweiten Kapitalmarktes kann das Aufkommen des Shareholder-Value-Modells betrachtet werden – wie in Kapitel 5 dargelegt werden wird, häufig mit verhängnisvollen Folgen für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen.

In diesem Kontext ist es auch wenig verwunderlich, dass Globalismus zunehmend zum „Feindbild vom Dienst [wird] – pikanterweise bei rechten Marktwirtschaftsbefürwortern genauso wie bei linken Marktwirtschaftsskeptikern.“[62]

Letztlich muss für die aktuelle Form der Globalisierung der Zusammenbruch des sozialistischen Systems in Osteuropa als wichtiges Datum gesehen werden. Ideologische Grenzen fielen und neue Märkte erschlossen sich; aber auch neue Konkurrenten treten zunehmend in den Vordergrund.

Informationalismus

Informationalismus ist ein wesentlicher Aspekt des weiter oben beschriebenen Globalismus bzw. der hier untersuchten ökonomischen Globalisierung. Darunter ist im Wesentlichen die informationstechnische Revolution zu sehen, die Anfang der 1970er Jahre einsetzte.[63] Als Folge dieser Revolution sind Akteure der Wirtschaft „grundlegend von ihrer Fähigkeit abhängig […], auf effiziente Weise wissensbasierte Information hervorzubringen, zu verarbeiten und anzuwenden.“[64] An dieser Stelle sollen insbesondere zwei Aspekte des Informationalismus hervorgehoben werden: Die informationelle Ökonomie, als auch die informationelle Arbeit.

Die informationelle Ökonomie zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass sie in Netzwerken organisiert ist und dass Informationen (also ihre Produktion bzw. Verarbeitung) zentraler Bestandteil sind. Merkmal informationeller Arbeit ist nach Castells, dass sie hauptsächlich durch flexible Arbeitsformen gekennzeichnet ist – informationelle Technologien ermöglichen auch hier wichtige Transformationen der Arbeit, beispielsweise eine globale Arbeitsteilung.[65]

Bindendes Element des Informationalismus sind moderne Informations- und Kommunikationsmittel, da sie beispielsweise eine Echtzeit-Datenübertragung über sehr große Entfernungen ermöglichen. Die moderne Informationstechnologie hat demnach vor allem eines zur Folge: Das Schrumpfen von Zeiträumen. Computer und weltweite Vernetzung durch das Internet ermöglichen es, zum Beispiel Geschäftstransaktionen in Echtzeit quer über den Globus zu vollziehen.[66] Datenübertragung kann dazu genutzt werden, bestimmte Arbeitsaufgaben in andere Länder zu verlagern, die über höher qualifizierte Fachkräfte verfügen und/oder diese günstiger entlohnt werden können. Auch Einrichtungen wie Call-Center oder sogar Nachhilfe-Schulen bieten ihre Dienste häufig nicht mehr in dem Land der Kunden an.[67] Auch innerhalb von Unternehmen können Informationstechnologien, zum Beispiel in Form von Software, eine nahezu lückenlose Kontrolle von Angestellten bzw. dem Produktionsprozess ermöglichen – die Unternehmensleitung ist nun in der Lage, zu jedem beliebigen Zeitpunkt den genauen Status der Produktion jedes einzelnen Teils des Unternehmens einzusehen[68] - zentrales Stichwort ist hier Zeitcontrolling.[69]

Zusammenfassend ist dieses Schrumpfen von Zeiträumen eine wesentliche Bedingung für die Konkurrenzfähigkeit von Unternehmen in einer beschleunigten Wirtschaft:

„Kognitive Leistungen lassen sich heute informationstechnisch abwickeln. Statistiken, technologische Entwicklungsmuster, Datensätze, Programme, Informationen und Wissen aller Art werden nahezu in Echtzeit an jeden Ort des Globus ‚transportiert’ und Distanzen verlieren mit der Beschleunigung […] ihre einstmalige Bedeutung.“[70]

Schließlich darf auch die Tertiarisierung des Arbeitsmarktes nicht unerwähnt bleiben. Informationalismus wirkt hauptsächlich auf den Dienstleistungsbereich und führt hier zu einem großen Zuwachs. Abbildung VI zeigt die Entwicklung der drei Wirtschaftsbereiche im Zeitraum von 1960 bis 2004. Deutlich wird der sprunghafte Anstieg des tertiären Sektors seit den 1970er Jahren. Die Daten für die neuen Bundesländer wurden hier nicht integriert, zeigen aber die gleiche Entwicklung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Anzumerken bleibt, dass der Informationalismus allerdings fast ausschließlich auf die westlichen Industriestaaten begrenzt ist. Entwicklungsländer fallen unweigerlich noch weiter zurück, da nicht nur die benötigte Infrastruktur für moderne Informations- und Kommunikationsmedien fehlt, sondern auch das so genannte „Humankapital“, in diesem Kontext hauptsächlich die benötigte Bildung: Von über 500 Millionen Internet-Nutzern leben über 70% in Europa und Nordamerika.[71]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Es entsteht ein „Digital Divide“, der letztlich Ausdruck einer weltweiten (Chancen-)Ungleichheit ist.[72] Somit trägt Informationalismus in einigen Aspekten zu dem bereits beschriebenen Dual-System-Effekts bei und reproduziert die Ungleichheiten der beiden (Sozial-)Systeme.

2.3. Auswirkungen auf die Produktionsfaktoren

Globalismus und Informationalismus ermöglichen und fördern Kostenexternalisierung und haben auch davon abgesehen weit reichende Auswirkungen auf die Produktionsfaktoren Arbeit, Boden und Kapital. Im Folgenden soll versucht werden, einige allgemeine Konsequenzen zu skizzieren – eine detailliere, exemplarische Darstellung erfolgt dann ab Kapitel 3.

Der zentrale Effekt, verursacht durch die (ökonomische) Globalisierung, findet sich in der in dieser Form bisher unbekannten örtlichen Dezentrierung.[73] Diese betrifft sämtliche Produktionsfaktoren (Arbeit, Boden und Kapital) auf verschiedene Weise. Alle Produktionsfaktoren interdependieren und müssen, um zum Beispiel ein vollständiges Bild unternehmerischer Handelungsperspektiven zu bekommen, zusammen betrachtet werden.

Arbeit

Auf Ebene des Faktors Arbeit äußert sich der Effekt der örtlichen Dezentrierung auf Ebene der Unternehmen, in Form von Netzwerken, wie sie (u.a.) von Altvater/Mahnkopf, Castells und Sennett festgestellt werden:

„An die Stelle [der] […] zentral gesteuerten Organisationen des ‚tayloristisch-fordistischen’ Typs treten Produktionssysteme, die […] flexibel operierende Unternehmenseinheiten zu mehr oder weniger eng verknüpften Netzwerken integrieren […]“.[74]

„Das Entscheidende […] ist also die vertikale Desintegration entlang eines Netzwerkes von Firmen. Dieser Prozess ersetzt die vertikale Integration der Abteilungen innerhalb [der] […] Konzernstruktur.“[75]

„Eckpfeiler des modernen Managements ist der Glaube, lockere Netzwerke seien offener für grundlegende Umstrukturierungen pyramidaler Hierarchien, welche die Ford-Ära bestimmten.“[76]

Als wichtiges Fazit kann an dieser Stelle festgehalten werden, dass sich die Form von Unternehmen wandelt. War bisher der tayloristisch-fordistische Typus vorherrschend (vgl. hierzu Kapitel 3 und 4), ist die neue Form der Unternehmen von asymmetrischen Netzwerken bestimmt, mit - auf den ersten Blick – flachen Hierarchien.

Kapital

Globalismus und Informationalismus haben einen großen Effekt auf den internationalen Kapitalmarkt; Fondgesellschaften investieren international, Geschäfte auf dem Kapitalmarkt können in Sekunden von fast jedem Punkt der Erde geschlossen werden. Auf diesen Märkten (also Kredit-, Wertpapier- und Devisenmärkte) wird der Handel sozusagen „grenzenlos“, das Geld löst sich aus traditionellen Bindungen und wird selbst zu einer Ware: „Das Geld tendiert […] dazu, sich aus allen sozialen Bindungen, ökonomischen Begrenzungen, politischer Regulation und ökologischen Schranken zu ‚entbetten’ […]“[77].

Als besonders markante Entwicklung dieser „Entbettung“ haben sich weltweite Spekulationen (beispielsweise durch Hedgefonds) erwiesen. Da die Komplexität dieser Thematik nicht primär für die Fragestellung dieser Arbeit ist, sollen an dieser Stelle nur die Asienkrise und einige ihrer Folgen als drastisches Beispiel genannt werden.

Durch Währungsspekulationen wurden 1998 der Zentralbank von Thailand Milliarden von Dollar innerhalb weniger Stunden entzogen (durch kurzfristige Anleihen der landeseigenen Währung Bath).[78] Während die Spekulanten innerhalb weniger Tage die „erfolgreichsten Währungsspekulationen aller Zeiten“[79] erlebten, waren und sind die Folgen für die einzelnen Nationalstaaten und damit ihre Einwohner teilweise verheerend. So wurde durch Mangelernährung und fehlende Schulbildung beispielsweise in Thailand eine ganze Generation von Kindern durch Währungsspekulationen einer sicheren Zukunft beraubt; schlimmer als die aktuellen und unmittelbaren Folgen werden die zukünftigen und jetzt noch schwer abzuschätzenden Folgen sein.[80]

Entbettete Kapitalmärkte externalisieren so Kosten, die von anderen Gesellschaften getragen werden müssen – kurzfristige Gewinnerzielung kann unter Umständen auf Jahre hinaus gesellschaftliches Potential stören.

[...]


[1] S. Marx, Karl: Das Kapital. In: Marx/Engels: Ausgewählte Werke. Berlin: Directmedia 1998. S. 4030.

[2] Vgl. Pollert, Achim; Kirchner, Bernd; Polzin, J. Morato: Das Lexikon der Wirtschaft. S. 144.

[3] Vgl. Sennett, Richard: Der flexible Mensch. Berlin: Berlin Verlag 2006. S. 139.

[4] S. Ebd.

[5] S. Ebd. S. 140.

[6] Vgl. Arendt, Hannah: Vita activa oder Vom tätigen Leben. München: Piper 2005. S. 11.

[7] Vgl. Bauman, Zygmunt: Aufstieg und Niedergang der Arbeit. In: Die Gesellschaft im 21. Jahrhundert. Perspektiven auf Arbeit, Leben, Politik. Hrsg. von Gerhard Damm, Andreas Hetzel u. Markus Lilienthal. Frankfurt/Main: Campus-Verlag 2004. S. 24.

[8] S. Eberling, Matthias, Hielscher, Volker, Eckart Hildebrand et al: Prekäre Balancen. Flexible Arbeitszeiten zwischen betrieblicher Regulierung und individuellen Ansprüchen. Berlin: Edition Sigma 2004. S. 21.

[9] S. Riegler, Josef: Ökosoziale Marktwirtschaft. In: Riegler, Josef; Moser, Anton: Ökosoziale Marktwirtschaft. Denken und Handeln in Kreisläufen. Graz: Leopold Stocker Verlag 1996. S. 39.

[10] S. ebd.

[11] Vgl. Raab, Hermann: Shareholder Value und Verfahren der Unternehmensbewertung. Leitmaxime für das Management? Berlin: Verlag Neue Wirtschafts-Briefe 2001. S. 1ff.

[12] S. Raab, Hermann: Shareholder Value und Verfahren der Unternehmensbewertung. Leitmaxime für das Management? Berlin: Verlag Neue Wirtschafts-Briefe 2001. S. 5.

[13] Vgl. Sennett, R.: Der flexible Mensch. S. 26.

[14] Vgl. Pollert, A.; Kirchner, B.; Polzin, J.M.: Das Lexikon der Wirtschaft. S. 66.

[15] Vgl. Binder, Klaus Georg: Grundzüge der Umweltökonomie. München: Verlag Franz Vahlen GmbH 1999. S. 1.

[16] S. Krewitt, Wolfram: Externe Kosten der Stromerzeugung. In: Rebhan, Eckhard (Hrsg.): Energiehandbuch. Gewinnung, Wandlung und Nutzung von Energie. Berlin: Springer Verlag 2002. S. 986.

[17] Kapp, William: Soziale Kosten der Marktwirtschaft. Das klassische Werk der Umwelt-Ökonomie. Frankfurt/Main: Fischer-Taschenbuch-Verlag 1979. S. 10.

[18] S. Massarat, Mohssen: Nachhaltigkeit durch Kosteninternalisierung. Theorieansätze zur Analyse und Reform globaler Strukturen. In: Thiel, Reinold (Hrsg.): Neue Ansätze zur Entwicklungstheorie. Bonn: Zentralstelle für Erziehung, Wissenschaft und Dokumentation 1999. S. 286f.

[19] Vgl. Leipert, Christian: Die heimlichen Kosten des Fortschritts. Wie Umweltzerstörung das Wirtschaftswachstum fördert. Frankfurt a.M.: Fischer-Verlag GmbH, 1989. S. 33f.

[20] Vgl. Massarat, M.: Nachhaltigkeit durch Kosteninternalisierung. S. 288.

[21] Vgl. ebd. S. 287.

[22] S. Massarat, M.: Nachhaltigkeit durch Kosteninternalisierung. S. 288.

[23] Vgl. Nohlen, Dieter: Kleines Lexikon der Politik. 3. Auflage. München: Verlag C.H. Beck 2003. S. 334ff.

[24] Vgl. Massarat, M.: Nachhaltigkeit durch Kosteninternalisierung. S. 291.

[25] Vgl. Meadows, Donella; Meadows Dennis; Randers, Jørgen: Die neuen Grenzen des Wachstums. 5. Auflage. Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1992. S. 72ff.

[26] Vgl. Altvater, Elmar u. Mahnkopf, Birgit: Grenzen der Globalisierung. Ökonomie, Ökologie und Politik in der Weltgesellschaft. 6. Auflage. Münster: Westfälisches Dampfboot 2004. S. 311f.

[27] Vgl. ebd. S. 537.

[28] Vgl. Sueddeutsche Zeitung: Umwelttote, von denen niemand wissen soll. http://www.sueddeutsche.de/wissen/artikel/800/121640/ (28.08.2007).

[29] Vgl. Massarat, M.: Nachhaltigkeit durch Kosteninternalisierung. S. 289.

[30] Vgl. Massarat, M.: Nachhaltigkeit durch Kosteninternalisierung. S. 291ff.

[31] Vgl. ebd. S. 292.

[32] Vgl. ebd. S. 293.

[33] S. Massarat, M.: Nachhaltigkeit durch Kosteninternalisierung. S. 293.

[34] Vgl. ebd. S. 294.

[35] ebd.

[36] Vgl. ebd. S. 294ff.

[37] Vgl. Massarat, M.: Nachhaltigkeit durch Kosteninternalisierung. S. 296.

[38] Vgl. ebd. S. 297.

[39] S. Smith, Adam: Reichtum der Nationen. Paderborn: Voltmedia GmbH o.J. S. 458.

[40] Vgl. Hampicke, Ulrich: Ökologische Ökonomie. Indiviuum und Natur in der Neoklassik. Natur in der ökoomischen Theorie: Teil 4. Opladen: Westdeutscher Verlag 1992. S. 30ff.

[41] Vgl. Hampicke, U.: Ökologische Ökonomie. S. 32.

[42] Vgl. Krewitt, W.: Externe Kosten der Stromerzeugung. S. 987.

[43] Vgl. Pollert, A.; Kirchner, B.; Polzin, J.M.: Das Lexikon der Wirtschaft. S. 77.

[44] Vgl. Krewitt, W.: Externe Kosten der Stromerzeugung. S. 987.

[45] Vgl. Gundlach, Erich: Humankapital als Motor der Entwicklung. Ein neuer Ansatz der neoklassischen Wachstumstheorie. In: Thiel, Reinold (Hrsg.): Neue Ansätze zur Entwicklungstheorie. Bonn: Zentralstelle für Erziehung, Wissenschaft und Dokumentation 1999. S. 176.

[46] Vgl. Massarat, M.: Nachhaltigkeit durch Kosteninternalisierung. S. 291.

[47] Vgl. Schultz, Volker: Basiswissen Betriebswirtschaft. Management, Finanzen, Produktion, Marketing. 2. Auflage. München: Deutscher Taschenbuch Verlag 2006. S. 94.

[48] Vgl. Granados, Gilberto; Gurgsdies, Erik: Lern- und Arbeitsbuch Ökonomie. 4. Auflage. Bonn: Verlag J.H.W. Dietz GmbH 1990. S. 380.

[49] Vgl. Pollert, A.; Kirchner, B.; Polzin, J. M.: Das Lexikon der Wirtschaft. S. 144.

[50] Vgl. Krätke, Michael: Standortkonkurrenz - Realität und Rhetorik. In: Ökonomie ohne Arbeit – Arbeit ohne Ökonomie? Hannover: Offizin Verlag 1997. S. 45.

[51] Vgl. Castells, Manuel: Das Informationszeitalter. Teil 1 Der Trilogie. Der Aufstieg der Netzwerkgesellschaft. Opladen: Leske + Budrich 2001. S. 466ff.

[52] S. ebd. S. 467.

[53] Vgl. Safranski, Rüdiger: Wieviel Globalisierung verträgt der Mensch? München: Carl Hanser Verlag 2003. S. 19.

[54] Vgl. ebd. S. 21.

[55] Ebd.

[56] Vgl. Nohlen, Dieter: Kleines Lexikon der Politik. S. 129f.

[57] S. Safranski, R.: Wieviel Globalisierung verträgt der Mensch? S. 21.

[58] Vgl. Altvater, E.; Mahnkopf, B.: Grenzen der Globalisierung. S. 31ff.

[59] Vgl. Nohlen, D.: Kleines Lexikon der Politik. S. 189.

[60] Vgl. Deutschmann, Christoph: Postindustrielle Industriesoziologie. Theoretische Grundlagen, Arbeitsverhältnisse und soziale Identitäten. München: Juventa Verlag 2002. S. 247.

[61] Vgl. Sennett, Richard: Die Kultur des neuen Kapitalismus. Berlin: Berlin Verlag 2005. 2. Auflage. S. 35f.

[62] S. Hankel, Wilhelm: Entwicklung braucht Regeln – ein monetäres Völkerrecht. Nicht die Globalisierung ist das Problem, sondern ihre Unverfaßtheit. In: Thiel, Reinold (Hrsg.): Neue Ansätze zur Entwicklungstheorie. Bonn: Zentralstelle für Erziehung, Wissenschaft und Dokumentation 1999. S. 199.

[63] Vgl. Castells, M.: Der Aufstieg der Netzwerkgesellschaft. S. 101.

[64] Vgl. ebd.. S. 83.

[65] Vgl. ebd. S. 298ff.

[66] Die weltweite Vernetzung betrifft im Wesentlichen natürlich nur Industrienationen – die sog. „3. Welt“ ist weitgehend von dieser informationstechnologischen Revolution ausgeschlossen.

[67] Vgl. SPIEGEL-Online: Online-Nachhilfe: Mathe in Bangalore, Geschichte in Singapur. http://www.spiegel.de/schulspiegel/ausland/0,1518,449146,00.html (09.01.2007).

[68] Vgl. Sennett, R.: Der flexible Mensch. S. 60.

[69] Vgl. Altvater, E. u. Mahnkopf, B.: Grenzen der Globalisierung. S. 278.

[70] S. ebd. S. 275.

[71] Vgl. Becker, Konrad et al: Die Politik der Infosphäre. World-Information.org. Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2002. S. 215.

[72] Vgl. Becker, Konrad et al: Die Politik der Infosphäre. S. 215.

[73] Vgl. Lilienthal, Markus: Einleitung. In: Die Gesellschaft im 21. Jahrhundert. Perspektiven auf Arbeit, Leben, Politik. Hrsg. von Gerhard Damm, Andreas Hetzel u. Markus Lilienthal. Frankfurt/Main: Campus-Verlag 2004. S. 21.

[74] S. Altvater, E. u. Mahnkopf, B.: Grenzen der Globalisierung. S. 271.

[75] S. Castells, M.: Der Aufstieg der Netzwerkgesellschaft. S. 180.

[76] S. Sennett, R.: Der flexible Mensch. S. 60.

[77] S. Altvater, E. u. Mahnkopf, B.: Grenzen der Globalisierung. S. 164.

[78] Vgl. hierzu bspw. Wagner, Wieland: Blut im Haifischbecken. In: DER SPIEGEL 22 (1998). S. 103-109.

[79] S. Jung, Eberhard; Juchler, Ingo: Globalisierung. In: Wochenschau für politische Erziehung, Sozial- und Gemeinschaftskunde. Ausgabe Sekundarstufe II 52 (2001). S. 219

[80] Vgl. Jung, E. u. Ingo J.: Globalisierung. S. 220ff

Details

Seiten
124
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783638022439
ISBN (Buch)
9783638921145
Dateigröße
996 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v87392
Institution / Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen – Institut für Politikwissenschaft
Note
1.0
Schlagworte
Kostenexternalisierung Produktionsfaktoren

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Kostenexternalisierung an den Produktionsfaktoren