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Sport und Schwangerschaft

Unter besonderer Berücksichtigung von Yoga und Entspannung

Zwischenprüfungsarbeit 2005 44 Seiten

Gesundheit - Sport - Sportmedizin, Therapie, Prävention, Ernährung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sportlich relevante Anpassungen an eine Schwangerschaft
2.1 Muskuloskelettale Veränderungen
2.2 Atmung
2.2.1 Lungenvolumina
2.2.2 Sauerstoffverbrauch
2.3 Herz und Kreislauf
2.3.1 Blutdruck
2.3.2 Herzminutenvolumen
2.4 Blut und Erythrozytenvolumen
2.4.1 Plasmavolumen
2.4.2 Erythrozytenvolumen
2.5 Stoffwechsel
2.6 Thermoregulation
2.7 Psyche

3. Auswirkungen sportlicher Aktivität auf den mütterlichen Organismus
3.1 Physische Vorteile
3.2 Psychische Vorteile

4. Auswirkungen von sportlicher Aktivität auf das Ungeborene

5. Geburtsvorbereitung
5.1 Aufgaben der Geburtsvorbereitung

6. Entspannung während der Schwangerschaft

7. Yoga während der Schwangerschaft
7.1 Was bedeutet Yoga?
7.2 Die sieben Chakras
7.3 Yoga-Wege
7.4 Der Körper während der Schwangerschaft aus yogischer Sicht
7.5 Yogaübungen
7.5.1 Asanas - die Körperübungen
7.5.2 Pranayama - die Atemübungen

8. Einzelfallstudien
8.1. 1.Einzelfallbeschreibung
8.2 2.Einzelfallbeschreibung

9. Ausblick und Resümee

Literatur

Anhang

1. Veränderungen des Gleichgewichts während der Schwangerschaft durch die Verlagerung des Körperschwerpunktes.

2. Interview mit Stephanie

3. Interview mit Julia

1. Einleitung

Medizinische Einstellungen und Traditionen zum Thema Sport während der Schwangerschaft basierten in der Geschichte zu einem großen Teil auf sozialen und kulturellen Meinungen und weniger auf der Basis wissenschaftlicher Fakten. Noch bis zum Ende des vorigen Jahrhunderts galten körperliche Bewegung und Schwangerschaft als unvereinbar. Die Ursache dafür war vor allem in einer –zumeist nicht begründeten- Angst vor medizinischen Gefahren der körperlichen Anstrengung für die Schwangerschaft zu sehen.

Erst die neue Frauengeneration Anfang der 80er Jahre, die Sport als einen festen Bestandteil ihres Lebens ansahen, stellte die Medizin vor die Herausforderung, die Folgen sportlicher Aktivität während der Schwangerschaft zu klären und gab damit den entscheidenden Anstoß für systematische Untersuchungen zu diesem Thema.

Ich werde in meiner Arbeit auf den aktuellen Kenntnisstand zu verschiedenen Aspekten der mütterlichen wie fetalen Physiologie unter sportlicher Belastung eingehen. Anschließend werde ich mich vor allem mit den Wirkungen von Yoga und Entspannung auf eine Schwangerschaft beschäftigen und diese dann mithilfe von Aussagen junger Mütter zu bestätigen versuchen.

2. Sportlich relevante Anpassungen an eine Schwangerschaft

Vor- und Nachteile von körperlicher Aktivität und Schwangerschaft müssen vor dem Hintergrund der immensen Palette der anatomischen und physiologischen Veränderungen im Verlaufe der Schwangerschaft gesehen werden.

2.1 Muskuloskelettale Veränderungen

Eine deutliche anatomische Veränderung ist die Zunahme des Körpergewichts, bedingt durch das zunehmende Größenwachstum des Uterus mit seiner Zunahme des Innenvolumens zum 1000fachen und der Gewebemasse zum 20fachen des Normalgewichts(vgl. Bung 1999,388).

So kommt es im Laufe der Schwangerschaft zu relevanten statischen Veränderungen des Skelettsystems mit einer Verlagerung des Körperschwerpunktes nach vorne. Um das Gleichgewicht weiter aufrechterhalten zu können, muss diese Veränderung mit einer verstärkten Aktivität der Rückenmuskulatur ausgeglichen werden. Eine verstärkte Biegung der Lendenwirbelsäule geht mit einem Kippen des Beckens nach vorne einher (eine Abbildung zu diesen Veränderungen ist im Anhang angefügt). Ein weiterer Ausgleich im Bereich der Halswirbelsäule findet durch eine verstärkte Flexion statt. Insgesamt führen diese Veränderungen häufig zu Rückenschmerzen, vor allem im letzten Trimenon (vgl. Diedrich 2000,144).

Die veränderte hormonelle Situation, u.a. ein erhöhter Relaxin- und Östrogenspiegel, führt zu einer stärkeren Dehnbarkeit von Kapseln, Bändern und Sehen. Diese Gewebelockerungen dienen beispielsweise am kleinen Becken zu einer Lockerung der ansonsten festen Strukturen. Hier soll der Durchtritt des Kindes bei der Geburt erleichtert werden. Während der Schwangerschaft führt diese Auflockerung des Bandapperates jedoch zu einer vermehrten Instabilität der ohnehin durch die Gewichtszunahme stark belasteten Gelenke, wodurch es zu einer größeren Verletzungsgefahr während der Schwangerschaft kommen kann (vgl. Kagan/Kuhn 2004,428).

2.2 Atmung

2.2.1 Lungenvolumina

Die Veränderungen der Atmung, die vor allem durch das Progesteron gesteuert sind, vollziehen sich schon ab der siebten Schwangerschaftswoche. Dabei kommt es durch eine Erhöhung des Atemzugvolumens bei gleich bleibender Atemfrequenz zu einer Steigerung des Atemminutenvolumens, welches dann im weiteren Verlauf der Schwangerschaft bis zu 40% ansteigt. Ebenso sind auch die respiratorische Kapazität und die alveoläre Ventilation gesteigert, so dass die Verteilung und Mischung des Atemgases während der Spätschwangerschaft effizienter ist. Die Vitalkapazität bleibt unverändert (vgl. Kagan/ Kuhn 2004,427).

2.2.2 Sauerstoffverbrauch

Die Steigerung des Gesamtsauerstoffverbrauchs in der Spätschwangerschaft liegt etwa bei 20%, was ungefähr einer Steigerung von 40 bis 60 ml/min entspricht (vgl. Diedrich 2000,143).

2.3 Herz und Kreislauf

Der größte Teil der kardiovaskulären Veränderungen findet bereits im 1.Trimenon statt.

2.3.1 Blutdruck

Der mittlere arterielle Blutdruck fällt im Laufe der Schwangerschaft zunächst ab, bis er im 2. Trimenon seinen tiefsten Punkt erreicht hat. Danach steigt er bis zum Geburtstermin langsam wieder an (vgl. Diedrich 2000,144)

2.3.2 Herzminutenvolumen

In der Schwangerschaft kommt es zu einer Veränderung des Herz-Kreislauf-Systems: Der Anstieg des Schlagvolumens und der Herzfrequenz führt bereits ab der 6. Schwangerschaftswoche zu einem zunehmenden Anstieg des Herzminutenvolumens. Bis zum Ende des 1.Trimenons hat das Herzminutenvolumen um 25 bis 40% zugenommen (vgl. Kagan/ Kuhn 2004, 427).

Während des 2.Trimenons kommt es dann zu einer weiteren Zunahme von ca. 10%. Diese Steigerung bleibt bis zum Ende der Schwangerschaft unverändert. Die basale Herzfrequenz nimmt um etwa 10 Schläge pro Minute zu, was einen kleinen Teil des gesteigerten Herzminutenvolumens ausmacht. Den weitaus größeren Anteil daran hat hingegen die Zunahme des Schlagvolumens (vgl. Diedrich 2000,144).

2.4 Blut und Erythrozytenvolumen

2.4.1 Plasmavolumen

Das Gesamtplasmavolumen nimmt ebenfalls bereits in der Frühschwangerschaft zu, folgt jedoch zeitlich gesehen der Zunahme des Herzminutenvolumens mit etwas Abstand. 75 bis 85% der Steigerung des Blutvolumens erfolgt bis zur Mitte der Schwangerschaft.

Das Ausmaß der Zunahme des Plasmavolumens kann zwischen 40 bis 90% variieren, abhängig von der Größe der Mutter und des Feten (vgl. Diedrich 2000,145).

2.4.2 Erythrozytenvolumen

Das Volumen der Erythrozyten nimmt ebenfalls zu, liegt aber häufig hinter dem Plasmavolumen zurück. Dadurch ergibt sich ein erniedrigter Hämatokrit und eine erniedrigte Hämoglobinkonzentration (vgl. Diedrich 2000,145).

2.5 Stoffwechsel

Das gesamte Stoffwechselgeschehen ist während der Schwangerschaft komplizierter, denn es kommt ein weiterer Glukosekonsument dazu: der Fetus. Dieser benötigt darüber hinaus auch noch Aminosäuren, weshalb die Mutter einem konstanten Abfluss von Glukose und Aminosäuren aus ihren Körpervorräten unterworfen ist- unabhängig von einer vorhandenen oder fehlenden Nahrungsaufnahme der Mutter. Bei anhaltender Mangelernährung haben die fetalen Organe unterschiedliche Prioritäten was die Verwertung der verfügbaren Nährstoffe betrifft. Unter diesen Bedingungen wird das Hirngewicht gegenüber anderen Organen bevorzugt aufrechterhalten (vgl. Diedrich 2000,147).

Gewisse Kontrollmechanismen im Körper der Frau sind derart verlagert, dass Fett konsumiert wird, wann immer es möglich ist. Fettspeicher werden mobilisiert und die Konzentration an freien Fettsäuren im Plasma erhöht (vgl. Diedrich 2000,147).

2.6 Thermoregulation

Während einer intensiven Belastung und unzureichender Wärmeableitung steigt durch die Wärmeproduktion der Skelettmuskulatur auch die Körperkerntemperatur. Bei Tierversuchen konnte die teratogene Schwelle bei einer Körpertemperatur von 39° C festgestellt werden. Während einer mittelmäßigen Belastung wurde jedoch nur eine Erhöhung um 1,5°C bei trainierenden Frauen beschrieben. Es gibt bisher keine Hinweise darauf, dass dieser Temperaturanstieg ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko bewirkt (vgl. Lochmüller/Friese 2004, 461).

In der späteren Schwangerschaft sinkt das Risiko einer Überwärmung des Körpers, da schwangerschaftsspezifische Anpassungen, wie z.B. die Zunahme des Blutvolumens, eine vermehrte Hautdurchblutung, der Anstieg des Atemvolumens und vermehrtes Schwitzen, diesem entgegenwirken (vgl. Lochmüller/Friese 2004,461)

2.7 Psyche

Die Reaktionen auf das Bekannt werden einer Schwangerschaft sind sehr verschieden. Sie hängen individuell sehr davon ab, ob es sich bei der Schwangerschaft um eine geplante und gewünschte Schwangerschaft handelt oder nicht. Allerdings wäre es falsch zu sagen, dass eine geplante Schwangerschaft auch immer gleichzeitig eine gewünschte ist, da die Motivation schwanger zu werden, sehr vielschichtig sein kann und mit einer Reihe von gesellschaftlichen Zwängen, Hoffnungen und Erwartungen verbunden sein kann (vgl. Diedrich 2000,153).

Bei manchen Frauen treten während der Schwangerschaft Angstneurosen oder Hysterie-Anfälle auf. Ungewollte Schwangerschaften- beispielsweise außerhalb einer Paarbeziehung- können zu Depressionen und einer Suizidgefährdung führen.

Eine Schwangerschaft lässt sich als eine außergewöhnliche Lebenssituation bezeichnen, da sie Adaption anstatt Aktion erfordert. Das heißt, dass die Frau sich mit der veränderten Situation zurechtfinden muss, was gerade Frauen, die ohnehin Probleme mit der Bewältigung anderer Lebenssituationen haben, oftmals schwer fällt. In der Spätschwangerschaft sind die früheren Konflikte meist gelöst und die Schwangere kann meist eine gewisse Vorfreude empfinden. Dies bedeutet allerdings nicht, dass sie nun frei von Furcht und Ängsten ist. Befürchtungen das Kind könnte fehlgebildet sein oder Angst vor den zu erwartenden Schmerzen und Verletzungen unter der Geburt sind nun vorherrschend, verbunden mit der Angst, der Mutterrolle nicht gewachsen zu sein (vgl. Diedrich 2000,153).

3. Auswirkungen sportlicher Aktivität auf den mütterlichen Organismus

3.1 Physische Vorteile

Die Beibehaltung moderater sportlicher Tätigkeiten während einer normal verlaufenden Schwangerschaft hat signifikante gesundheitliche Vorteile für die Mutter.

Frauen, die auch während ihrer Schwangerschaft Sport treiben, wiegen weniger und nehmen während der Schwangerschaft weniger an Körpergewicht zu. Sportlich aktive Schwangere können ihre körperliche Fitness auf einem höheren Niveau erhalten, so dass sie sich beispielsweise auch von den Strapazen der Geburt schneller erholen können.

In den letzten Jahren wurden vermehrt die Tragzeit und der Entbindungszeitpunkt bei sportlicher Betätigung im III. Trimenon untersucht. Allerdings konnten hier keine eindeutigen Ergebnisse festgestellt werden. Die meisten Forschungsgruppen (vgl. Clapp 1990 und Lokey 1991) fanden keine Anhaltspunkte für eine vorzeitige Entbindung (vgl. Kagan/Kuhn 2004, 428).

Mehrere Studien verweisen auf eine komplikationsärmere Entbindung bei sportlich aktiven Schwangeren. Die stärkere Bauch- und Beckenbodenmuskulatur sowie die positive Einstellung zu körperlicher Anstrengung verminderten das Risiko einer Schnitt- oder vaginal-operativen Entbindung.

Auch die Wehen sind für Sportlerinnen nicht weniger schmerzhaft, es scheint aber so, als könnten sportlich aktivere Frauen mit den Schmerzen besser umgehen (vgl. Bung 1999,390).

Die körperliche Aktivität ist nicht nur eine gute Vorbeugung von Haltungsschäden und Rückenproblemen, sondern auch eine gute Prophylaxe von Thrombosen.

3.2 Psychische Vorteile

Sportliche Aktivität steigert das Wohlbefinden durch psychische Ausgeglichenheit, intensiveres Körperempfinden und gestärktes Selbstbewusstsein. Die Freude an der regelmäßigen Sportausübung, insbesondere in der Gruppe, führt weiter zu einem insgesamt ausgeglicheneren und besseren Befinden während der neun Monate (vgl. Diedrich 2000,154).

4. Auswirkungen von sportlicher Aktivität auf das Ungeborene

Es existiert bisher keine Studie, die einen negativen Effekt von submaximaler körperlicher Aktivität auf die Entwicklung des ungeborenen Kindes aufweist. Den möglicherweise teratogenen Effekt einer Überhitzung habe ich bereits angesprochen (siehe 2.6).

Eine weit verbreitete Angst ist die, dass der Fetus bei der Geburt möglicherweise ein zu geringes Gewicht haben könnte- bedingt durch den minimierten Fettgehalt der Mutter. In den letzten Jahren konnte aber gezeigt werden, dass eine aerobe sportliche Aktivität das Geburtsgewicht nicht beeinflusst oder sogar gering erhöht (vgl. Kagan/Kuhn 2004,430).

Diese Erhöhung des Geburtsgewichtes ist auf eine verstärkte Plazentadurchblutung mit folglich besserer Substratversorgung und einem erhöhten mütterlichen Plasmavolumen mit konsekutiv vermehrter uteriner Perfusion zurückzuführen.

Frauen, die dagegen bis zum Ende der Schwangerschaft intensiveres Training betrieben, in etwa 4- bis 5-mal pro Woche eine Stunde lang bei ca. 60% der maximalen aeroben Belastung, brachten dagegen etwas leichtere Kinder mit einem um 200 bis 400g gesenkten Geburtsgewicht zur Welt (vgl. Kagan/Kuhn 2004,430). Hier wurde das verminderte Körpergewicht mit einer Abnahme des kindlichen Fettanteils begründet.

Der weibliche Körper unterliegt während der Schwangerschaft einer Vielzahl komplexer Veränderungen physiologischer und anatomischer Natur. Es empfiehlt sich eine gute Kenntnis dieser Veränderungen, um das individuelle Maß der körperlichen Belastbarkeit herauszufinden. Diese Vorbereitung kann entweder in enger Zusammenarbeit mit dem behandelnden Gynäkologen oder aber in einem Geburtsvorbereitungskurs erfolgen.

5. Geburtsvorbereitung

Das Erlebnis einer Geburt ist nicht immer nur von Glück geprägt, wie es als Ideal oft dargestellt wird. Eine Geburt bringt auch heftige Schmerzen, Unsicherheiten und Ängste, sowie eine enorme Anstrengung bis zur Erschöpfung mit sich.

Aus dieser Angst kann eine physische und psychische Verspannung resultieren, die es unmöglich macht, mit den Schmerzen der Geburt umzugehen. Der ohnehin schon große Schmerz wird unter dieser Verspannung als noch stärker wahrgenommen. Durch diese zusätzlichen Schmerzen kann der gesamte Geburtsvorgang gehemmt werden. Dadurch entstehen dann wieder neue Ängste, weil die Schmerzen noch länger ertragen werden müssen. Die Frau befindet sich dabei also in einem Teufelskreis, der die Geburt zu einem traumatischen Erlebnis machen kann ( vgl. Pfeiderer/Breckwoldt/Martius 2002,515).

5.1 Aufgaben der Geburtsvorbereitung

Die Aufgabe der Geburtsvorbereitung ist es, die Frau realistisch auf ihre Geburt vorzubereiten und ihr zu helfen, gar nicht erst in diesen Teufelskreis hineinzugelangen.

Die Hauptarbeit der Geburtsvorbereitung besteht in der Aufklärung über den Geburtsvorgang und die unterschiedlichen Verläufe, die eine Geburt nehmen kann. Eine Frau, die über das, was mit ihr geschieht, genau bescheid weiß, fühlt sich nicht allein und entwickelt nicht so schnell Ängste. Weiterhin soll die Frau in der Geburtsvorbereitung über verschiedene schmerzstillende Medikamente oder mögliche operative Maßnahmen aufgeklärt werden. Dies bezeichnet man auch als Psychoprophylaxe (vgl. Pfeiderer/Breckwoldt/Martius 2002,315).

Geburtsvorbereitungskurse werden meist von Hebammen oder Krankenschwestern angeboten. Dabei wird neben dem Theorieteil auch meist ein praktischer Teil angeboten, in dem die Schwangere Entspannungstechniken und eine entspannte Atemtechnik lernt, was zu ihrem Wohlbefinden beitragen und vorbeugend gegenüber psychischen Problemen im Wochenbett wirken soll. Die Frau kann einen Geburtsvorbereitungskurs auch gemeinsam mit ihrem Mann besuchen, damit dieser sich auch besser darauf einstellen kann, was im Kreissaal auf ihn zukommt (vgl. Pfeiderer/Breckwoldt/Martius 2002,315).

Alternativ zu der normalen Schwangerschaftsvorbereitung, die von Hebammen oder Krankenschwestern angeboten wird, gibt es in der letzten Zeit auch verstärkt Yoga-Schwangerschaftskurse, auf die ich im Folgenden noch weiter eingehen werde.

6. Entspannung während der Schwangerschaft

Die Zeit der Schwangerschaft ist von vielen Veränderungen geprägt, die zu Unsicherheiten und Ängsten und damit zu negativem Stress führen können. Fast jede Frau wird während der neun Monate ab und zu von trüben Gedanken geplagt, wie z.B.“ Wird mein Baby gesund sein?“ oder „Werde ich die Schmerzen der Geburt überstehen?“( vgl. Appelt-Schiefer 1998,111).

Gezielte Entspannungsmöglichkeiten können helfen, diesen Ängsten gelassener gegenüberzutreten.

Stress wirkt immer auf den ganzen Menschen. Jemand, der gestresst ist, zeigt dies beispielsweise durch einen erhöhten Pulsschlag, nasse Hände oder ein blasser Gesicht. Neben der körperlichen Ebene wirkt sich Stress aber auch auf die psychische Ebene aus, z.B. durch Nervosität, Niedergeschlagenheit oder Überdrehtheit.

Der erste Schritt zur Entspannung ist die Bewusstheit des Stresssensors, den es nun gilt deutlich zu machen und wenn möglich, zukünftig zu vermeiden (vgl. Appelt-Schiefer 1998,111).

Formen und Programme von Entspannungsübungen gibt es heute genug. Es gibt Kurse für Autogenes Training, Phantasiereisen oder Meditation. Das Ziel all dieser Übungen ist das reine körperliche Dasein und das Loslassen vom Alltag. Der Geist soll aufhören zu existieren (vgl. Stülpnagel 2003,118).

Es ist wichtig, dass die schwangere Frau in all der Hektik und dem Trubel um die Veränderungen in ihrem Leben auch mal Zeit findet loszulassen und dass sie Zeit nur für sich selbst und das ungeborene Kind findet.

Um die Entspannung besonders genießen zu können, ist es ratsam, sich einem angeleiteten Kurs anzuschließen, in dem unter professioneller Führung die Entspannung erlebt werden kann. Gerade Frauen, die während der Schwangerschaft zum ersten Mal mit verschiedenen Formen der Entspannung in Kontakt kommen, sollten sich einem Kurs anschließen, da in dem gemeinsamen Rahmen das völlige Loslassen und Abschalten vom Alltag meist leichter fällt.

7. Yoga während der Schwangerschaft

7.1 Was bedeutet Yoga?

Yoga stammt ursprünglich aus Indien und existiert in seiner Urform bereits seit ca. 3000 v.Chr.. T.R. Anantharaman schreibt, dass „the beginnings of Yoga tradition are no doubt shrouted in the mists of antiquity“ und dass Yoga „has been preached as well as practised uninteruptedly since the dawn of human history“(vgl. Anantharaman 1996,7).

Heutzutage ist „Yoga“ teilweise noch mit einer großen Menge an Vorurteilen belastet. Bei dem Wort „Yoga“ wird oftmals an asketische Männer gedacht, die sich im ewigen Schnee des Himalayas in geheimnisvollen Verrenkungen üben oder das ganze Jahr meditierend auf einem einsamen Felsen sitzen (vgl. Stülpnagel 1997,6).

Im allgemeinen Sprachgebrauch werden unter dem Begriff „Yoga“ allerlei Dehn- und Kräftigungspraktiken für den Körper verstanden. Es steckt jedoch eine uralte Wissenschaft dahinter, welche letztendlich zur Selbstverwirklichung führen soll. Yoga bedeutet Vereinigung - das Verschmelzen der individuellen Seele mit dem Höheren oder dem Göttlichen. Diesen Zustand zu erreichen ist allerdings ein sehr langer Prozess, eine Lebensaufgabe, welche nicht in einem 10-Lektionenkurs gelernt werden kann. Neben dem Studium der Yogaschriften, der Kontrolle der Gedanken durch Meditations- und Stilleübungen und einer enthaltsamen Lebensweise sind auch Atemübungen und Körperübungen ein Teil davon (vgl. das-gesundheitsportal.COM).

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Details

Seiten
44
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638022408
ISBN (Buch)
9783638952323
Dateigröße
797 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v87343
Institution / Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen
Note
2,0
Schlagworte
Sport Schwangerschaft

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Titel: Sport und Schwangerschaft