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Das 21. Jahrhundert - Chance und Risiko, die Zukunft des Gesundheitssystems in Deutschland

Auswirkungen der demographischen Bevölkerungsentwicklung und des veränderten Krankheitsspektrums auf das Gesundheitssystem

Essay 2004 12 Seiten

Gesundheitswissenschaften

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die demographische Bevölkerungsentwicklung
2.1 Bevölkerungsaufbau
2.2 Lebenserwartung
2.3 Geburtenrate
2.4 Zu- und Abwanderungen

3. Veränderungen des Krankheitsspektrums
3.1 Mortalität und Morbidität als Indikatoren
3.1.1 Mortalität
3.1.2 Morbidität
3.1.3 Die Bedeutung von Mortalität und Morbidität für die
Ausgabenentwicklung im Gesundheitswesen

4. Die Bedeutung des demographischen Wandels für das Gesundheitssystem
4.1 Altern ist ein mehrdimensionaler Prozess

5. Anforderungen an das Gesundheitssystem der Zukunft
5.1 Anforderungen an die Gesundheitsförderung und Prävention
5.2 Anforderungen an die kurative Medizin
5.3 Anforderungen an die Rehabilitation und Pflege

6. Blick in die Zukunft

7. Statistik - Altersaufbau der Bevölkerung in Deutschland

8. Glossar

9. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Diskussion über die Zukunft des Gesundheitssystems ist eine Diskussion, die viele Aspekte des gesellschaftlichen „Miteinanders” mit berücksichtigen muss. Dazu zählt neben dem Erhalt des Sozialstaatprinzips, der Verwirklichung von Verteilungs- gerechtigkeit, der Gewährleistung von Qualität und deren Finanzierung auch die demographische Entwicklung. Die demographische Entwicklung Deutschlands birgt Risiken, Chancen und zugleich auch politische Optionen. (vgl. 1)

2. Die demographische Bevölkerungsentwicklung

2.1 Bevölkerungsaufbau

Am Altersaufbau der Bevölkerung lässt sich ablesen, wie sich das Verhältnis der jüngeren zur älteren Generation entwickelt. Bereits heute ist die Bundesrepublik Deutschland -wie die meisten Industrieländer- durch eine verhältnismäßig schwach vertretene junge Generation gekennzeichnet. Die Lebenserwartung wächst, und damit verschiebt sich die Altersstruktur zugunsten der älteren Menschen. Bereits heute leben in Deutschland mehr 65jährige oder ältere Menschen als 15jährige und jüngere. Der Bevölkerungsaufbau zeigt in der Grafik nicht mehr das Bild einer Alterspyramide wie noch zu Beginn des 20.Jahrhunderts, sondern ähnelt schon eher einer zerzausten „Wettertanne”. (siehe Kapitel 7, Altersaufbau der Bevölkerung)

2.2 Lebenserwartung

Die Lebenserwartung ist ein entscheidender Faktor von dem das Wachstum einer Bevölkerung abhängt. Die Entwicklung zur Industriegesellschaft hat hier gegenüber dem vorindustriellen Zustand eine gewaltige Veränderung erbracht. Der Anstieg der Lebenserwartung erklärt sich, zu einem erheblichen Teil aus der verringerten Säug- lingssterblichkeit. So starben zu Beginn des 20.Jahrhunderts in Deutschland noch 17% aller weiblichen und 20% aller männlichen Neugeborenen. Die Sterblichkeits- raten haben sich zu Ende des Jahrhunderts auf 5,3 Promille verringert. (vgl. 2)

2.2 Geburtenrate

Die Geburtenrate, d.h. die Anzahl der Kinder pro Elternpaar, ist zweifellos der wich- tigste Faktor im Prozess der Bevölkerungsentwicklung. Erst die Kopplung von ver- ringerter Säuglingssterblichkeit mit einer hohen Geburtenrate brachte den Industrie- ländern in den letzten 150 Jahren einen gewaltigen Bevölkerungszuwachs.

Im Gegensatz dazu sank die Nettoproduktionsrate in Deutschland in den letzten Jahrzehnten, während gleichzeitig die Lebenserwartung stieg. Dies wird auch als `double aging´ bezeichnet. Die Geburtenentwicklung in Deutschland wird sich auf einem Niveau einpendeln, dass dem `Altern der Bevölkerung` nicht entgegenzuwirken mag.

2.4 Zu- und Abwanderungen

Eine weitere wichtige Einflussgröße für den Bestand einer Bevölkerung sind Zu- und Abwanderungen. Hier wirft sich folgende Frage auf: „Wie wird das Wanderungs- geschehen die Bevölkerungsstruktur in Deutschland in den nächsten Jahren beein- flussen?” Daher ergibt sich folgender Schluss: - sämtliche publizierten Schätzungen der Alterspyramiden sind mit Vorsicht zu genießen und sollten kritisch hinterfragt werden. Selbstverständlich kann Zuwanderung in begrenztem Maß dazu beitragen, fehlende Geburten zu ersetzen, wobei dies natürlich zur Folge hätte, dass eine ge- zielte Einwanderungspolitik erfolgen müsste. Denn nicht die Zahl der Zuwanderer ist entscheidend, sondern deren Alterszusammensetzung.

Versucht man in Abhängigkeit von den Wanderungsgewinnen die Bevölkerungs- entwicklung für Deutschland etwa bis zum Jahr 2040 vorauszuberechnen, so werden bei einem angenommenen Bevölkerungsrückgang, der bis zum Jahr 2030 nicht die Bevölkerung im Rentenalter betrifft, 32 von 100 Männern und 38 von 100 Frauen 60 Jahre oder älter sein. Für ganz Europa wird ein Ansteigen des Anteils der über 60jährigen um 10%Punkte von 18,1% auf 28,1% vorhergesagt. (vgl. 1 )

3. Veränderungen des Krankheitsspektrums

3.1 Mortalität und Morbidität als Indikatoren

Krankheiten gehören zum Leben dazu, sie sind nicht ausschließlich an das Alter gebunden. Die Bedeutung einer Krankheit -im Sinne des allgemeinen Krankheitsbe- griffes- für die öffentliche Gesundheit in einer Gesellschaft, ist eine Funktion der Häufigkeit ihres Auftretens und damit natürlich auch der ökonomischen und gesell- schaftlichen Kosten. Hierzu lassen sich Morbiditäts- und Mortalitätsstatistiken als Indikatoren heranziehen.

3.1.1 Mortalität

Die Mortalitätsrate beschreibt die statistische Wahrscheinlichkeit der Sterblichkeit bei bestimmten Erkrankungen. Die zur Zeit positive Veränderung der Sterblichkeit in der Bundesrepublik Deutschland wird durch die Alterung in der Bevölkerung ge- bremst. Entscheidende Verbesserungen beim Rückgang der altersspezifischen Sterblichkeit im gesamten Bundesgebiet können nur für den Bereich der Säuglings-, Kinder- und Jugendsterblichkeit festgestellt werden.

3.1.2 Morbidität

Die Morbiditätsrate beschreibt die statistische Wahrscheinlichkeit einer bestimmten Erkrankung im Verhältnis zu anderen Erkrankungen. So lässt sich heute schon sagen, dass sich mit der zunehmenden Alterung der Bevölkerung das Krankheits-

spektrum verschieben ja sogar verändern wird, d.h. in Zukunft werden Krankheiten die bisher nicht mehr oder seltener auftreten, an Bedeutung zunehmen. Mit einem systematischen Anstieg der Prävalenz kann z.B. bei degenerativen Gelenk- erkrankungen, Diabetes Mellitus, Herz- und Kreislauferkrankungen, seelischen Störungen, Demenz und Pflegebedürftigkeit gerechnet werden. Die Krankheitsanfälligkeit im Alter führt überdies dazu, dass ältere Menschen häufig durch Multimorbidität beeinträchtigt sind und dass Krankheiten irreversible Schädigungen hinterlassen oder einen chronischen Verlauf nehmen. Selbstverständlich ist diese Entwicklung für unser Vorsorgesystem bedeutungsvoll.

3.1.3 Die Bedeutung von Mortalität und Morbidität für die Ausgabenentwicklung im Gesundheitswesen

Beides -die Entwicklung von Mortalität und Morbidität- ist von beträchtlicher Bedeutung für die Ausgabenentwicklung im Gesundheitswesen: Bei unveränderter alters- und geschlechtsspezifischer Morbidität würde die längere Lebensdauer zu steigen- den Ausgaben führen, während eine Reduktion der Morbidität d.h. eine Verbesserung des Gesundheitszustandes eine Ausgabenbremse darstellen kann - sofern sich das Inanspruchnahmeverhalten der Menschen wie auch das Verordnungsverhalten der Mediziner nicht verändert.

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Details

Seiten
12
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638059114
Dateigröße
678 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v86795
Institution / Hochschule
Hochschule Magdeburg-Stendal; Standort Magdeburg
Note
1,5
Schlagworte
Jahrhundert Chance Risiko Zukunft Gesundheitssystems Deutschland

Autor

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Titel: Das 21. Jahrhundert - Chance und Risiko, die Zukunft des Gesundheitssystems in Deutschland