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Das Ende der Deutschland AG? Shareholder-Value-Orientierung und der Wandel des Managements in deutschen Konzernen

Hausarbeit (Hauptseminar) 2005 29 Seiten

Soziologie - Wirtschaft und Industrie

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Theoretische Einführung

3. Das Modell des Rheinischen Kapitalismus

4. Kontinuität und Wandel der Deutschland AG
4.1 Der Wandel der Deutschland AG: Eine Beobachtung
4.2 Kontinuitäten im Rheinischen Kapitalismus: Fallbeispiel Mitbestimmung?

5. Fazit: Persistenz? Systemwechsel? „Anglo-Saxonisation“?

Literatur

1. Einleitung

Wer sich einhellig mit der Entwicklung der deutschen Wirtschaft in den Jahren seit dem Ende des Ost-West-Konfliktes und der damit einhergehenden Verstärkung bestimmter glo­baler Tendenzen wie der zunehmenden Verflechtung und Interaktion ganzer Volkswirt­schaften beschäftigt, wird zwangsläufig feststellen (müssen), dass sich deutsche Unterneh­men diesem Wandel der letzten fünfzehn Jahre nicht verschlossen haben, sondern ihn aktiv mitgestalteten. Die Führungsetagen vor allem international agierender Firmen(-gruppen) erkannten die sich abzeichnenden Veränderungen eines graduell ansteigenden, internationa­len, um nicht zu sagen globalen Wettbewerbes um Wertschöpfungsvorteile und veränderten daraufhin ihre unternehmerischen Strategien. Unumstößlich festzustellen ist in dieser Hin­sicht die Auflösung der für Deutschland bis in 1990er Jahre typischen Verflechtung der Finanz- und Industriebranche durch gegenseitige Unternehmensanteile und somit die Ver­flechtung nationaler Kontrollmechanismen im Unternehmensbereich großer Konzerne.[1] [2] Vielfach wurde im Zusammenhang mit diesem Wandelungsprozess im deutschen Mana­gement vom Untergang der „Deutschland AG“ bzw. des die Bundesrepublik kennzeichnen­den Wirtschaftsmodells des „Rheinischen Kapitalismus“ gesprochen.[3] Diese Arbeit soll keineswegs dem Ziel nahe stehen, einen Nachruf auf den Rheinischen Kapitalismus zu formulieren, geschweige denn einen Abgesang auf deutsche (und europäi­sche) Besonderheiten des unternehmerischen Handelns zu beschwören. Ganz im Gegenteil: Es wird zu zeigen sein, dass sich nationale (und in gewisser Hinsicht auch stets europäi­sche) Eigenheiten wirtschaftlichen Handelns erhalten haben. Wenn daher von Wandel im deutschen Management gesprochen werden soll, so erscheint es zunächst sinnvoll knapp zu umfassen, auf welcher Grundlage der Wandel basiert. Mit anderen Worten: Es muss das Modell des Rheinischen Kapitalismus in einer gründlichen Darstellung angeführt werden, bevor das Phänomen des Wandels des deutschen Managements einer genaueren Überprü­fung unterzogen werden kann. Insbesondere die zwei Theorieansätze des institutionellen Wandels und der kulturellen Selektion stehen im Verdacht, eine profunde Grundlage für die Erklärung des institutionellen Wandels im Management zu liefern. Darüber hinaus wird bedacht, an welchen kausalen Beziehungen der Wandel „festgemacht“ werden kann. Soll heißen: Welche Variablen müssen in Betracht gezogen werden, die erklären können, was sich in der „Deutschland AG“ verändert hat (und was nicht) und warum es sich einem Ver­änderungsprozess unterzogen hat? Über all dem schwebt wie das Schwert des Damokles am seidenen Faden der „Kampfbegriff“ des Shareholder-Value. In einer teils ideologisch hitzigen Debatte hat sich jenes Schlagwort für einen allgemein gültigen Erklärungsansatz in der öffentlichen, wenn nicht herrschenden Meinung herausgebildet, dass den Wandel des Managements ursächlich erklären will. Dies gelingt der Debatte und dem Schlagwort selbst mitnichten.

An dieser Stelle sei daher ganz besonderer Dank den Autoren von „Manager im Größen­wahn“ geschuldet,[4] die deutlich herausgearbeitet haben, dass das Schlagwort vom Share­holder-Value vielfach zur Verbrämung einer neuartigen Managementorientierung gebraucht werde, ohne dass es vom misslichen Verhalten einzelner gieriger Manager terminologisch scharf getrennt werde, die mit den Aktien ihrer eigenen Firmen bis hin zum Börsenschwin­del spekulieren. Jene zerschlagen damit alle Grundpfeiler des ethischen und sozial­verantwortlichen wirtschaftlichen Handelns sowie das in die Wirtschaft gesetzte Vertrauen. Kritiker des Shareholder-Value, die eben genannte Verletzungen als grundlegende Maxime der Shareholder-Value-Orientierung erkannt haben wollen, bringen damit andererseits eine beachtenswerte Theorie strategischen Handelns in Verruf. Die hier vorliegende Arbeit wird deshalb - insoweit es der knappen Analyse zumutbar ist - versuchen, mit allen ideologi­schen Vorurteilen und meinungspolitischen Schnellschüssen aufzuräumen, die der Erklä­rung des Wandels des deutschen Managements zum aus dem Wirtschaftssystem der Verei­nigten Staaten „exportierten“ Shareholder-Value in keiner Weise dienlich sind.

2. Theoretische Einführung

In dieser Arbeit soll untersucht werden, was den deutschen Wirtschaftssektor im Besonde­ren kennzeichnet und wie bzw. ob er sich einem Wandelprozess unterzogen hat. Außerdem interessiert, welche Einflüsse hierbei maßgebend waren. Dabei ist zunächst Grundlegendes zu beachten. Wie alle gesellschaftlichen (Sub-)Systeme ist auch der ökonomische Sektor in das Gesamtgefüge einer Gesellschaft eingebettet.[5] Er folgt und gliedert sich gemäß den „sozialen Strukturen, Typen und Verhaltensweisen“ der Gesellschaft. Die Institutionen ei­ner Gesellschaft unterliegen einem steten kulturellen Wandel, jedoch sind sie „Münzen [...], die nicht leicht schmelzen. Sind sie einmal geprägt, so überdauern sie möglicherweise Jahrhunderte.“[6] In dem hier vorliegenden Schriftstück stellt sich die Frage, wie es theore­tisch möglich ist, den institutionellen Wandel zu erklären. Hierbei haben vor allem die Transaktionskostentheorie und die Theorie der kulturellen Selektion maßgebenden Einfluss auf einen brauchbaren Ansatz, nicht zu verachten ist jedoch der theoretische Ansatz der Varieties of Capitalism.

Die Transaktionskostentheorie besagt, dass der Markt über Angebot, Nachfrage und Preis hinaus „ein System sozialer Interaktionen [ist], das durch soziale Normen und Regeln ge­steuert wird. Der Markt ist in das System der jeweiligen Gesellschaft ,eingebettet’ und sei­ne Strukturen werden durch Kultur und Traditionen beeinflusst.“[7] Die Gesellschaft wählt jene Institutionen aus, die die Transaktionskosten verringern, um die Funktionsfähigkeit der Märkte zu erhöhen. Zu beachten ist hierbei vor allem, dass der Wandel von Institutionen selbst (hohe) Transaktionskosten verursacht. Je höher diese Kosten sind, desto unwahr­scheinlicher ist der Wandel. Sozialer Wandel wird zu kostspielig, die Akteure scheuen aus Kostengründen eine Veränderung und bevorzugen somit den Status Quo. Das heißt außer­dem, dass die Beseitigung ineffizienter Institutionen durchweg teurer als ihr Fortbestand zu bewerten ist. Somit sind es die verbleibenden Institutionen selbst, die qua Existenz den Wandel maßgeblich beeinflussen. In den Sozialwissenschaften spricht man in diesem Zu­sammenhang auch von der Pfadabhängigkeit („path-dependency“) des Wandels kultureller Institutionen.[8] Nun befördert eine solche theoretische Perspektive auf Institutionen stets, dass ihnen das Image eines „Reformbremsers“ anhaftet. Doch greift dies zu kurz, denn man kann andererseits Institutionen nicht absprechen, ihre Effizienz und folglich ihren gesell­schaftlichen Nutzen damit zu erhöhen bzw. ihren Fortbestand zu sichern, indem sie sich einem ständigen Lernprozess unterwerfen.[9] Dieser Lernprozess mag wiederum gewisse Komponenten filtrieren, die für die effiziente Weiterentwicklung der Institution zunächst hilfreich erscheinen und somit den Wandel zu einem inkrementellen Prozess formen, in dem bestimmte institutionelle Elemente doch intakt bleiben können („institutional laye­ring“ ).[10] Eine weitere Form des pfadabhängigen Wandels ist die Konvertierung („converting institutions“). „Institutionen können von Personengruppen und für Ziele genutzt werden, für die sie ursprünglich nicht gemacht wurden.“[11]

Die Theorie des institutionellen Wandels wird hier gestützt mittels des Theorieansatzes der kulturellen Selektion. Er skizziert die Kompatibilität einer Institution in Bezug zu den kul­turellen Werten einer Gesellschaft. Trifft eine soziale Institution auf den Umstand der ge­sellschaftlichen (Werte-) Inkompatibilität, so ruft sie soziale Konflikte hervor, die entweder die Verringerung der Transaktionskosten zunichte machten oder bezeugen, dass sie im Vorhinein schon nicht durchsetzungsfähig war.[12]

Nützlich für den hier vorliegenden Untersuchungsgegenstand scheint auch der in Kreisen der Wirtschaftstheoretiker gehandelte Ansatz der „Varieties of Capitalism“ zu sein. Insbe­sondere gilt hier der Leitsatz, dass es nicht nur einen, sondern viele Kapitalismen gibt.[13] Dahinter verbirgt sich die Ansicht, dass es nicht auf einzelne Faktoren im institutionellen Wandel ankommt. Vielmehr müssen Volkswirtschaften als Produktionsregime, als ein Zu­sammenspiel bestimmter sozioökonomischer Institutionen angesehen werden.[14] Deutlicher ausgedrückt, resultiert der ökonomische Erfolg von Volkswirtschaften aus der „Kohärenz institutioneller Konfigurationen“ bzw. aus der logischen Verknüpfung der koordinierten Institutionen, welche schließlich zu funktionalen Spezialisierungen der konkurrierenden

Volkswirtschaften führen.[15] Das System ökonomischer Institutionen, das nach Paul Win- dolf u. a. als Finanzmarkt-Kapitalismus bezeichnet wird,[16] hat sich zuerst in den USA ent­wickelt. Alfred Rappaport hat 1986 für dieses Regime den Begriff des „Shareholder-Value“ geprägt, welcher im Folgenden hauptsächlich Verwendung finden wird.[17] Augenscheinlich hat sich dieses Produktionsregime besonders an globalisierte Märkte angepasst und gene­riert über eine enorme exekutive Attraktivität für das Management global tätiger Unter­nehmen vergleichbare ökonomische Rahmenbedingungen in deren Heimatländern. Am Rande sei hier festgehalten, dass - wie eine Studie nahe gelegt hat - „je ausgeprägter die Kapitalmarktorientierung, desto besser war das Image“ eines Unternehmens.[18] Hier bahnt sich bereits an, was weiter unten mit anschaulichen Argumenten unterfüttert werden soll. Es steht nicht allein die Frage im Raum, wie sich der Finanzmarkt­Kapitalismus in Deutschland etablieren konnte, sondern ob sich damit der deutsche Wirt­schaftssektor gänzlich dem Liberalismus angelsächsischen Vorbilds verschrieben hat oder vielmehr eine eigene, quasi „deutsche“ Variante des Shareholder-Value herausbildet. Dem­entsprechend würde sich das Shareholder-Value-Konzept angelsächsischen Ursprungs an bestehende Werte und Traditionen anpassen, wie es die erstgenannten Theorieansätze sug­gerieren, und in das Netzwerk bestehender Institutionen eingliedern.[19] Obschon die bisher gelieferten Theorieansätze eine recht profunde Basis zur Analyse des vorliegenden Untersuchungsgegenstandes liefern, darf der Blick nicht voreilig auf die Em­pirie gelenkt werden. Wahrhaftig muss dem Streben eine weitere Begriffsklärung vorange­stellt werden. Wenn über den Einfluss des angelsächsischen Liberalismus auf das deutsche Wirtschaftssystem in die Erörterung integriert werden soll, so bedarf es der genaueren Auf­lösung, was man unter dem Einfluss des oder dem Wandel hin zum Liberalismus versteht. Kurzum: Was verbirgt sich hinter dem Begriff der „Anglo-Saxonisation“? Die Gefahr im Umgang mit letzterem Terminus besteht darin, ihn zu sehr in die etwas ideologisch verzerr­te Denkrichtung des (Kultur-) Imperialismus zu rücken. Davon wird sich der Gebrauch des Begriffes hier unterscheiden müssen. Im Grunde genommen ließe sich dieses recht diffus definierte Gebilde der „Anglo-Saxonisation“ - oder der „Amerikanisierung“, umschließt doch der so genannte angelsächsische Kulturraum neben den dominanten Vereinigten Staa­ten aus Verlegenheit auch die Mittelmacht Großbritannien - nur mit Mühe im Ausschluss­verfahren eingrenzen. Problematisch deshalb, denn “it was ill-defined, operating as evoca­tive metaphor rather than precise construct.”[20] Wovon setzt sich demnach der hiesige ter­minologische Gebrauch ab? Er unterstreicht den ungesteuerten, aber bewussten kulturellen Einfluss der größten globalen Volkswirtschaft, die sich dank bestimmter wirtschaftlicher Paradigmen und Instrumente, wie der Shareholder-Value-Orientierung, im internationalen Wettbewerb Vorteile verschafft.[21] Es steht die Überlegung im Raum, ob der Instrumente Ausstrahlungskraft „einheimische“ Manager von deren wertvollem Gebrauch überzeugt und den strategischen Mitteln des Shareholder-Value-Ansatzes dadurch zur Anwendung im nationalen Wirtschaftsbereich verhilft, mit anderen Worten, worin der „Reiz der Finanz­wirtschaft liegt“.[22] Insofern scheint es zumindest angebracht, von der Integration gewisser, dem angelsächsischen Kulturkreis entstammender Praktiken in der deutschen Unterneh­mensführung zu sprechen.

Doch zeichnet sich schon vor Beginn der Untersuchung die problematische Analysefähig­keit des Untersuchungsgegenstandes ab. Trotz verschiedener theoretischer Ansätze bleibt ein gewisser Schatten der Unwissenheit über ihm haften. Der Versuch, das Verhalten eines Kollektivs durch die Handlung einzelner zu erklären, ist per definitionem an der Ergrün­dung der Intention und Motivation individuellen Handelns zum annähernden Scheitern ver­urteilt. Die ursächliche Erforschung einer Reihe von Beweggründen zur Integration und Exekution einer an bestimmten Grundsätzen orientierten Managementstrategie im verein­zelte Maßnahmen und Ansätze umfassenden Portfolio der Unternehmensleitung kann eben nicht ausschließlich auf einen einzigen Ansatz und dessen intrinsische Wirkung rekurriert und nachgewiesen werden und gerät damit an eine Grenze, die sozialwissenschaftliche For­schung nicht überspringen mag, ohne sich in den Bereich des Spekulativen zu verlaufen.

Welcher Grund und welche Motivation letzten Endes dazu beigetragen haben, dass sich der Shareholder-Value letztlich in einer Reihe von Managementstrategien zahlreicher großer Unternehmen wieder finden lässt, bleibt zum Teil ungeklärt - und muss es auch bleiben. Wie im Folgenden noch deutlich werden wird, können zwar gewisse Merkmale des Share­holder-Value im Management erkannt werden, wie z.B. der Abbau unrentabler Unterneh­mensprozesse, die Konzentration auf das Kerngeschäft, oder die Steigerung des Marktwer­tes eines Unternehmens zum Schutz vor feindlichen Übernahmen. So bleibt aber die Frage offen, ob dies tatsächlich auf eine vermehrte Shareholder-Value-Orientierung des Manage­ments zurückzuführen ist oder ob es sich dabei nicht schlichtweg um ein Set notweniger Maßnahmen zum Ausgleich von Wettbewerbsnachteilen oder sogar zum Erhalt der Unter­nehmung selbst handelt, die einer als Begrifflichkeit gefassten Orientierung nicht bedürft hätten.

3. Das Modell des Rheinischen Kapitalismus

Damit sich diese Arbeit dem Kern der Analyse nähert, wird sich das folgende Kapitel mit der Ergründung der Ausgangsbasis beschäftigen und eine Einführung in das Modell des Rheinischen Kapitalismus liefern.

Die deutsche Wirtschaft ist vor allem dadurch gekennzeichnet, dass sie in wechselseitigen Verstrickungen, d.h. über informelle Netzwerke hinausgehend formell korporatistisch orga­nisiert ist. Im sozialwissenschaftlichen Sprachgebrauch versteht man unter Korporatismus „die Einbindung von organisierten Interessen in die Politik und ihre Teilhabe an der Formu­lierung und Ausführung von politischen Entscheidungen“.[23] Da im Zusammenhang dieser Arbeit jedoch davon auszugehen ist, dass sich der Wandel des Managements in deutschen Konzernen auf die Rolle der Führungsetage, sprich der wirtschaftlichen Eliten zuvörderst konzentriert, scheint eine Definition in Anlehnung an dieses Hauptaugenmerk sinnvoll. Korporatismus soll hier deshalb verstanden werden als ein Kartell von Eliten, die trotz un­terschiedlicher Interessen dauerhaft miteinander kooperieren. Eliten charakterisiert Folgen­des: Sie „entstehen durch gegenseitige Anerkennung.“ und sind geprägt von einer straffen Organisation nach innen und einem geschlossenen Auftreten nach außen.[24]

[...]


[1] An dieser Stelle sei insbesondere auf die konstruktiven Hinweise von Steffen Friedrich verwiesen, der als Co-Referent im Vorfeld mit dankenswerter Zuarbeit an der Entstehung dieses Schriftstückes beteiligt war.

[2] In diesem Zusammenhang muss explizit darauf verwiesen werden, dass es sich in der hier vorliegenden Untersuchung nicht um eine Analyse des gesamten Wirtschaftssektors der Bundesrepublik Deutschland handelt. Eine Einschränkung wird insofern vorgenommen, dass nur der Wandel im Management von gro­ßen Aktiengesellschaften und Konzernen von Bedeutung ist. Gleichwohl wird der Kürze halber allgemein von Unternehmen die Rede sein.

[3] Vgl. dazu u. a. den Sammelband von Wolfgang Streeck und Martin Höpner, insbesondere aber darin den Beitrag von Jürgen Beyer: Jürgen Beyer, Deutschland AG a.D.: Deutsche Bank, Allianz und das Ver­flechtungszentrum des deutschen Kapitalismus, in: Wolfgang Streeck/ Martin Höpner (Hrsg.), Alle Macht dem Markt? Fallstudien zur Abwicklung der Deutschland AG, Frankfurt am Main 2003, S. 118-146.

[4] Vgl. Erwin K. Scheuch und Ute Scheuch, Manager im Größenwahn oder der irrationale Faktor, Berlin 2001.

[5] Vgl. hierzu Niklas Luhmann, Soziale Systeme: Grundriß einer allgemeinen Theorie, 4. Aufl., Frankfurt am Main 1991.

[6] Paul Windolf, Zur Zukunft des Rheinischen Kapitalismus, in: Jutta Allmendinger und Thomas Hinz (Hrsg.), Organisationssoziologie, Wiesbaden 2002 (Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsycho­logie, Sonderheft 42), S. 414-442, hier S. 415.

[7] Vgl. Windolf, Zur Zukunft des Rheinischen Kapitalismus, S. 415f.

[8] Vgl. u. a. Wolfgang Baker, Soziale Institutionen, Berlin/New York 1993.

[9] Vgl. insgesamt Windolf, Zur Zukunft des Rheinischen Kapitalismus, S. 416f.

[10] Vgl. Martin Höpner und Gregory Jackson, Das deutsche System der Coporate Governance zwischen Persistenz und Konvergenz, in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 54 (2002) 2, S. 362-368, hier S. 363.

[11] Ebd., S. 364.

[12] Vgl. Windolf, Zur Zukunft des Rheinischen Kapitalismus, S. 418.

[13] Vgl. dazu Windolf, Zur Zukunft des Rheinischen Kapitalismus, S. 415, und Martin Höpner, Unterneh­mensmitbestimmung und Mitbestimmungskritik, Beitrag zur Diskussionsveranstaltung „Die Zukunft der Unternehmensmitbestimmung, Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung Köln, 23. April 2004, www.mpi-fg-koeln.mpg.de/ak/doks/Hoepner_Unternehmensmitbestimmung.pdf, 2. Dezember 2005, S. 16f.

[14] Es liegt hier nahe, den Begriff des Regimes etwas deutlicher hervorzuheben, um unterstützend auf die weitergehende Argumentation einzuwirken. Der Begriff erfasst „Regime als Komplexe von Prinzipien, Normen, Regeln und Entscheidungsverfahren, d.h. [von] institutionalisierte[n] Arrangements zur Lösung von Problemen.“ Reinhard Meyers, Art. Theorien Internationaler Kooperation und Verflechtung, in: Wi- chard Woyke (Hrsg.), Handwörterbuch Internationale Politik, Bonn 2000, S. 448-489, hier S. 454.

[15] Martin Höpner, Unternehmensmitbestimmung und Mitbestimmungskritik, S. 16, und vgl. Paul Windolf, Die neuen Eigentümer, in: ders. (Hrsg.), Finanzmarkt-Kapitalismus. Analysen zum Wandel von Produk­tionsregimen (=Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, Sonderheft 45), Wiesbaden 2005, S. 8-19, hier S. 13f.

[16] Vgl. ebd.

[17] Sollte es der Rahmen der Arbeit erlauben, würde eine explizite Differenzierung der Feinheiten der Begrif­fe des Finanzmarkt-Kapitalismus und des Shareholder-Value Sinn machen. Letzterer bietet augenschein­lich Anlass, eine Fixierung auf das Handeln des Akteurs, hier des Managements, vorzunehmen, während der Begriff des Finanzmarkt-Kapitalismus eher strukturell definiert werden dürfte. Vgl. dazu Alfred Rap- paport, Creating Shareholder Value, New York 1986.

[18] Martin Höpner, Wer beherrscht die Unternehmen?, S. 122.

[19] Vgl. Höpner, Unternehmensmitbestimmung und Mitbestimmungskritik, S. 17.

[20] Annabelle Sreberny-Mohammadi, The Many Cultural Faces of Imperialism, in: Phil Harris/Peter Golding (Hrsg.), Beyond Cultural Imperialism. Globalization, Communication and the New International Order, London 1997, S. 49-68, hier S. 49.

[21] Der Autor dieser Arbeit hat sich im Rahmen eines Aufenthaltes am Amsterdamer Amerika-Institut in 2003 ausführlich mit der Problematik der begrifflichen Unschärfe der politischen, militärischen und öko­nomischen Amerikanisierung sowie des kulturellen Imperialismus auseinandergesetzt. Über die Hinfüh­rung der Trennung zwischen einem harten und einem weichen Imperialismusbegriff kommt er zu dem Schluss, dass Amerikanisierung als ökonomische Dominanz mit teils bewussten kulturellen Effekten und Einflüssen verstanden werden muss. Vgl. dazu John Tomlinson, Cultural Imperialism. A Critical Intro­duction, London 1991; Peter Duignan und Lewis H. Gann, The Rebirth of the West. The Americanization of the Democratic World, 1945-1958, Cambridge (MA) 1992; und vor allem Rob Kroes, If You’ve Seen One, You’ve Seen the Mall. Europeans and American Mass Culture, Urbana/Chicago 1996.

[22] Vgl. Michel Albert, Capitalism against Capitalism, London 1994, S. 137ff., der hier den Begriff von Fi­nanzwirtschaft i.w.S., d.h. von Finanzmarkt-Kapitalismus verwendet.

[23] Helmut Voelzkow, Art. Neokorporatismus, in: Uwe Andersen und Wichard Woyke, Handwörterbuch des politischen Systems der Bundesrepublik Deutschland, 3., völlig überarbeitete und aktualisierte Auflage, Bonn 1997, S. 377-379, hier S. 377.

[24] Vgl. Wolfgang Streeck, Nach dem Korporatismus: Neue Eliten, neue Konflikte, Köln 2005 (Max-Planck­Institut für Gesellschaftsforschung Köln, MPIfG Working Paper 05/4), ohne Seite.

Details

Seiten
29
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638011846
ISBN (Buch)
9783638917643
Dateigröße
606 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v86660
Institution / Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena – Institut für Soziologie
Note
1,0
Schlagworte
Ende Deutschland Shareholder-Value-Orientierung Wandel Managements Konzernen Soziologie Wirtschaft

Autor

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