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Unterrichtseinheit: Was machen unsere Tiere im Winter? Umgang mit Texten und Medien

Nach zuvor erarbeiteten Kriterien gezielt Informationen aus Sachtexten entnehmen und diese strukturiert verschriften.

Unterrichtsentwurf 2007 24 Seiten

Biologie - Zoologie

Leseprobe

1. Thema der Stunde

„Was macht mein Tier im Winter?“

Umgang mit Texten und Medien: Nach zuvor erarbeiteten Kriterien gezielt Informationen aus Sachtexten entnehmen und diese strukturiert verschriften.

2. Ziele der Stunde

Die Kinder sollen in ihrem selbstständigen Lernen gefördert werden, ihre Fähigkeiten im Umgang mit den vorliegenden Medien erweitern und lernen zielgerichtet Informationen aus Sachtexten, Sachbüchern u.a. Quellen zu entnehmen, indem sie

- im gemeinsamen Unterrichtsgespräch Leitkriterien entwickeln
- nacheinander Informationen zu den jeweiligen Kriterien sammeln
- verschiedene Quellen kennen und nutzen lernen
- erste inhaltliche Ergebnisse formulieren und in ihrer „Tierforscher-Mappe“[1] verschriften
- ggf. über Schwierigkeiten und Probleme der Methode reflektieren und Tipps formulieren
Darüber hinaus sollen die Kinder
- Einblicke in die Überwinterungsstrategie ihres Tiere kennen lernen
- und diese als Reaktion auf bzw. Anpassung an das hiesige Jahreszeitenklima begreifen
- ggf. inhaltliche Zwischen-Ergebnisse im Klassenverband präsentieren

3. Einordnung in das Unterrichtskonzept

3.1 Thema der Reihe

„Was machen unsere Tiere im Winter? – Wir erstellen ein Winter-Tierlexikon

Wissenschaftliches Recherchieren und Dokumentieren im Sachunterricht, mit dem Ziel ein Klassen-Lexikon über das Verhalten heimischer Tierarten im Winter zu erstellen.

Ziele

Innerhalb der Reihe soll bei den Schülerinnen und Schülern die Fähigkeit zur eigenständigen Beschaffung und Dokumentation von Informationen- im Sinne eines aktiven Wissenserwerbs- angebahnt werden. Zusätzlich erhalten sie Einblicke über die Überwinterungsstrategien heimischer Tierarten und lernen ein Tier als exemplarischen Vertreter der entsprechenden Überwinterungsart genauer kennen.

Die Unterrichtsstunden im Einzelnen

1. Hinführung- Inhaltliche Orientierung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.2. Begründung des Themas

Bezug zur Lebenswirklichkeit / Bedeutsamkeit des Themas für die Kinder

Auf den vielfältigen Wunsch der Kinder als nächstes Thema Tiere im Unterricht zu behandeln entschied ich mich - in Bezug auf die Jahreszeit - mit den Kindern der Fragestellung „Was machen eigentlich unsere Tiere im Winter?“ nachzugehen. Erfahrungen und Wissen über Igel und Eichhörnchen u.a., die während des 1.und 2. Schuljahres gesammelt wurden, bieten Anknüpfungspunkt und können nun individuell vertieft und erweitert werden.

Das Interesse der Kinder an diesem Thema nutze ich, um folgende Methoden selbstständigen Lernens zu konkretisieren: die eigenständige Beschaffung von Informationen, sowie die Dokumentation des Lernzuwachses nach bestimmten Kriterien. Die Arbeit im Vorfeld verdeutlichte mir, dass die Kompetenzen der Kinder diesbezüglich auseinanderklaffen. Einige Kinder bringen des Öfteren Sachbücher, Lexika, Kassetten, Bilder oder ausgedruckte Texte aus dem Internet mit. Dieses sind jedoch stets die gleichen Kinder. Zusätzlich fiel auf, dass es vielen Kindern noch schwer fällt das Medien-Angebot wahrzunehmen und damit effektiv und selbstständig zu arbeiten. Vor allem das zielgerichtete Recherchieren und das Herausfiltern von Wichtigem bereiten den Kindern Schwierigkeiten.

Dieses sind im Allgemeinen sicherlich hohe Ansprüche für Kinder dieses Alters, dennoch halte ich diese Methoden für wichtige Bestandteile aktiven Lernens, welche so früh wie möglich im Unterricht geübt werden sollten. Daher möchte ich innerhalb dieser Reihe den Kindern Hilfestellungen an die Hand geben, sich selbstständig Informationen zu beschaffen, eigenverantwortlich zu lernen und ihr erworbenes Wissen strukturiert zu dokumentieren.

Die Kompetenz einer eigenständigen Informationsbeschaffung ist für das ganze schulische und außerschulische Leben unabdingbar. Gleichermaßen stellt das Zusammenfassen und Fokussieren von Texten eine entscheidende Basisqualifikation über Fächergrenzen hinaus, dar (vgl. Wienerl 2007, S.166).

Verankerung des Themas im Lehrplan/ Bezug zu aktuellen Unterrichtskonzepten

Die Ziele dieser Reihe stimmen mit mehreren geforderten Inhalten und Prinzipien des Lehrplans NRW sowie aktuellen Unterrichtskonzepten überein:

Auf der Sachebene:

Das inhaltliche Themengebiet „Tiere im Winter“ ist im Lehrplan NRW von 2003/4 in der Klasse 3/4 den Bereichen Natur und Leben zuzuordnen.
In diesem Bereich wird im Aufgabenschwerpunkt „Tiere und Pflanzen“ der Unterrichtsgegenstand „Zusammenhänge zwischen Lebensräumen und Lebensbedingungen für Menschen, Tiere und Pflanzen“ gefordert.

(Vgl. Ministerium für Schule, Jugend und Kinder des Landes Nordrhein-Westfalen 2003, S.60)

Auf der Kompetenzebene:

„Ziele und Methoden des Lehrens und Lernens erhalten [...] immer größere Bedeutung“ (Wienerl u.a. 2007, S.6). Im Sinne der veränderten Unterrichtskonzepte, basierend auf Ergebnisse der internationalen Vergleichsstudien PISA, TIMMS, IGLU etc. und die damit verbundene Kritik am deutschen Bildungssystem, soll innerhalb dieser Unterrichtsreihe, gemäß den Forderungen, das selbstgesteuerte Lernen der Schüler, eine veränderte Aufgabenkultur, eine gezielte individuelle Förderung und eine neue Rolle der Lehrkraft in den Mittelpunkt rücken.

Dieses entspricht ebenfalls den Forderungen des aktuellen Lehrplans, worin betont wird, dass Einzelerkenntnisse hinter Methoden des aktiven Wissenserwerbs treten.

Weitere Prinzipien der Unterrichtsgestaltung, die im Lehrplan gefordert werden, werden innerhalb der Unterrichtsstunde umgesetzt:

- Orientierung an der Lebenswirklichkeit der Kinder
- Reflexion und Dokumentation von Ergebnissen
- Einbezug von Medien
- Fächerübergreifendes Arbeiten/ Bezug zur Sprache

Gemäß dem Lehrplan ist wirkungsvoller Unterricht geprägt von forschend-entdeckendem Lernen als besondere fachspezifische Lernform. Die hierzu aufgeführten Lernziele sind vergleichbar mit den Lernzielen der hier dokumentierten Unterrichtsreihe:

- aufmerksam und umsichtig Informationen sammeln
- Fragen entwickeln
- Personen und Quellen befragen
- Ergebnisse festhalten und präsentieren und in größere Zusammenhänge einordnen

Gleiches verhält sich mit den geforderten Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Grundlage selbstständigen Lernens, unter Berücksichtigung wissenschaftlicher Verfahren. Innerhalb der Unterrichtsreihe werden folgende, der aufgeführten Lernziele angebahnt

- Fragen erstellen, Probleme erkennen
- Beschaffen, verarbeiten und präsentieren von Informationen
- Befragen von Experten und Expertinnen
- Nutzen von Darstellungsformen wie Tabellen, Zeichnungen und Grafiken etc.
- Arbeiten mit Quellen

(Vgl. Ministerium für Schule, Jugend und Kinder des Landes Nordrhein-Westfalen 2003, S.55-58)

4. Kurze Darstellung wesentlicher Aspekte der Unterrichtsplanung

4.1. Überlegungen zur Sache und zur konkreten Lernaufgabe

(a) Inhalt: Überwinterungsstrategien heimischer Tierarten

Heimische Tierarten, die dem Jahreszeiten-Klima ausgesetzt sind, haben bestimmte Strategien entwickelt, um mit den niedrigen Temperaturen und der Nahrungsarmut im Winter fertig zu werden.

Flucht in wärmere Gebiete

Einige Tiere flüchten in der kalten Jahreszeit in wärmere Gebiete (Tierwanderungen): Manche Gebirgstiere wandern in tiefere Regionen ab, Rentiere und Bisons wandern nach Süden - Amphibien wandern Jahr für Jahr zum selben Tümpel (vgl. Redaktion Schule und Lernen 2000, S.481). Die wohl bekannteste jahreszeitlich bedingte Tierwanderung ist der Vogelzug.

Anpassung an Bedingungen des Winters

Tiere, die nicht wandern, haben im Laufe der Evolution Strategien entwickelt, um den Bedingungen zu trotzen:

Gleichwarme Tiere verfallen in einen Winterschlaf oder in die Winterruhe und verringern dadurch Herzschlag und ihren Bedarf an Energie.

Winterschläfer (Murmeltier, Siebenschläfer, Hamster, Feldmaus etc.) reduzieren ihren Stoffwechsel ganz erheblich, ihre Körpertemperatur gleicht sich der Umgebungstemperatur an, Atmung und Blutumlauf werden zusätzlich stark herabgesetzt. Dieses ermöglicht ihnen, mit den Energiereserven, die sie sich vor der Schlafperiode angefressen haben, auszukommen.

Winterruher (Braunbär, Eichhörnchen etc.) reduzieren während ihrer Schlafphasen ihre Körpertemperaturen nicht.

Als Auslöser für Winterschlaf und Winterruhe gelten die abnehmende Tageslänge und die Temperaturabnahme.

(Vgl. Altevogt 1990, S.139/140)

Wechselwarme Tiere, wie Kriechtiere, Lurchen, Insekten und Schnecken verfallen in eine Kältestarre. Ihr Stoffwechsel und ihre Körpertemperatur werden so erheblich gesenkt, dass die Tiere völlig bewegungsunfähig sind und weder eine Muskelkontraktion oder Nahrungsaufnahme stattfinden kann.

(Vgl. Altevogt 1990, S.262)

Es gibt aber auch Tiere, welche aktiv den Winter überstehen. Sie haben verschiedene Strategien zur Isolierung gegen die Kälte entwickelt (Aufplustern des Gefieders, dickes Winterfell, isolierende Speckschicht). Dem verringerten Nahrungsangebot begegnen sie mit Anlegung von Vorräten im Bau oder Anfressen einer Speckschicht, die neben dem Isolieren auch als Energiereserve anzusehen ist.

[...]


[1] Die „Tierforscher-Mappe“ ist ein Dokument, welches die Kinder Schritt für Schritt in die selbstständige Arbeit einführen soll. Einzelnen Schritte einer zielgerichteten Informationsbeschaffung und -Verschriftung werden verdeutlicht und einzeln von den Kindern durchgeführt. Ebenfalls wird der Lernzuwachs dokumentiert, ähnlich wie in einem Lerntagebuch. Das Dokument liegt dem Anhang bei.

[2] Umfasst mehrere Unterrichtsstunden

Details

Seiten
24
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783638033671
Dateigröße
653 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v86571
Note
1,0
Schlagworte
Unterrichtseinheit Tiere Winter Umgang Texten Medien

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Titel: Unterrichtseinheit: Was machen unsere Tiere im Winter? Umgang mit Texten und Medien