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Cnaeus Pompeius Magnus - "immer der erste zu sein, sich auszuzeichnen vor anderen"

Seminararbeit 2004 18 Seiten

Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Emporkommen und Aufstieg zur Macht
1.1 politische Ausgangssituation
1.2 Der erste Triumph

2. Der Lepidusaufstand

3. Der Sertoriuskrieg

4. Pompeius` erstes Konsulat
4.1 Der zweite Triumph
4.2 Die Wahl zum Konsul
4.3 Rivalitäten

5. Die Seeräuberepisode

6. Neuordnung des Ostens

7. Pompeius` Rückkehr nach Rom

8. Der Dreimännerbund
8.1 Curator annonae
8.2 Erneuerung und Bruch des Triumvirats
8.3 Consul sine collega

9. Der Bürgerkrieg
9.1 Flucht nach Griechenland

10. Entscheidungsschlacht von Pharsalos

11. Ermordung des Pompeius

Fazit

Literaturverzeichnis

Einleitung

Cnaeus Pompeius Magnus ist und war eine umstrittene Gestalt der Antiken Geschichte.

Der Sohn des Cnaeus Pompeius Strabo, erlangte trotz seiner Zugehörigkeit in den Ritterstand höchste Ehren. Jedoch scheiterte er immer wieder an den innenpolitischen Mechanismen Roms, in die er sich nie gänzlich einfügen wollte und konnte. Bedeutsam über seine Zeit hinaus waren manche seiner organisatorischen Maßnahmen, auf denen das spätere Principat des Augustus unter anderem basierte.

In der Analyse der Persönlichkeit des Pompeius streiten sich die Historiker bis heute. Theodor Mommsen sah in Pompeius „ein Beispiel falscher Größe, wie die Geschichte kein zweites kennt“[1]. An diesem orientiert sich auch der fachkundige Biograph des Pompeius Matthias Gelzer. Karl Christ hingegen beschreibt ihn als „einer der bedeutendsten Organisatoren Roms, als einen glänzenden Admiral und durchaus bewährten Feldherren“, spricht ihm aber die Gabe des Staatsmannes ab. Auch er sieht hier die Grenzen seiner Persönlichkeit. Eduard Meyer kritisierte die Charakteristika Mommsens, stimmte allerdings in Bezug auf die negativen Züge in Pompeius Charakter mit ihm überein. Aber durch ihn ist die Beziehung zwischen Pompeius und dem späteren Principat des Augustus wieder verdeutlicht worden und somit eine bedeutendere Rolle in der Geschichte der späten römischen Republik zuzuordnen.[2]

Auf die oben genannten Historiker möchte ich mich in dieser Hausarbeit stützen. Ein besonderes Augenmerk wird auf die frühen Jahre des Pompeius gelegt. Ich möchte den Weg aufzeichnen, den der junge Feldherr genommen hat und welche Folgen es auf seine weitere Entwicklung zu einer der wichtigsten Persönlichkeiten der späten römischen Republik genommen hat.

1. Emporkommen und Aufstieg zur Macht

Cnaeus Pompeius Magnus wurde am 29. September 106 v.Chr. in den Ritterstand geboren. Er war Zeitgenosse Ciceros, der im selben Jahr geboren wurde, sowie Caesars, Catos und Crassus um nur ein paar zu nennen.

In früher Jugend, im Alter von 17 Jahren begann Pompeius seine kriegerische Laufbahn im Heer seines Vaters Pompeius Strabo. Dieser hatte im Jahre 89 v.Chr. als Konsul den Oberbefehl über die Legionen im Bundesgenossenkieg.

Der Weg zu großen Ehrungen begann für Pompeius 83 v.Chr. als Privatmann in Picenum. Als einziger Erbe des Vermögens seines Vaters, welches dieser im Bundesgenossenkrieg, hauptsächlich in Asculum zusammen-getragen hatte, verfügte er über enorme Summen an Geld sowie einer zahlreichen Klientel, hauptsächlich bestehend aus Veteranen seines Vaters.

Zu dieser Zeit spaltete sich die röm. Gesellschaft über der Frage der notwendigen Reformen. Die „Optimaten“, die Konservativen, wollten die Herrschaft der Senatsaristokratie stärken, während die „Popularen“, die Liberalen, die Volksversammlungen aufwerten wollten.

Was Pompeius zu einer Ausnahmepersönlichkeit, in einer Zeit des Umbruchs und des Bürgerkrieges in der röm. Republik macht verdeutlicht sich, wenn man sich vor Augen führt, wie er diese politische Situation erkannte und die Möglichkeit sah, sie für sich zu nutzen. Pompeius bekleidete kein Amt der ordentlichen Magistratur, war zudem erst 23, hatte noch nicht das Mindestalter für das Amt der Quaestur erreicht, was die Vorraussetzung gewesen wäre um Mitglied des Senats werden zu können und hatte doch die Befehlsgewalt über 3 Legionen inne.

Somit war Pompeius in einer Sonderstellung außerhalb des Senats, nicht an dessen Regeln gebunden. Doch auch ohne Stimmrecht im Senat konnte er großen Einfluss auf dessen Entscheidungen nehmen. Gerade durch diese Situation waren die Geschehnisse um Pompeius revolutionär für die Gesellschaft der röm. Republik.

1.1 politische Ausgangssituation

Wie oben angesprochen befand sich die römische Gesellschaft in einer politischen Krise. Um dieser kritischen Situation Herr zu werden ernannte der optimatische Teil des Senats Sulla, der populare Teil Marius zum Oberbefehlshaber der röm. Truppen. Hierüber entstand ein blutiger Konflikt, in welchem sich letztendlich Sulla durchsetzen konnte. Sulla, rief „die Nobilität zur Rückeroberung des Staats und Wiederherstellung ihrer Würde“[3] auf.

An diesem Punkt ist wohl der Beginn der beeindruckenden Karriere Pompeius zu sehen, die allerdings nur aufgrund der herrschenden Unruhen in der römischen Republik ermöglicht wurde.

Es zeigt sich hier wiederum Pompeius Gespür politisch kritische Situationen sich zu nutzen zu machen. Im Jahre 83 v.Chr. hob Pompeius selbstständig drei Legionen aus und führte sie nach der Niederwerfung der feindlichen Truppen siegreich und ohne wesentliche Verluste Sulla zu. Dieser begrüßte Pompeius als Imperator und hob ihn somit auf die gleiche Stufe wie verdiente Heeresführer. Hier liegt wohl der Grundstein für Pompeius` Anspruch einer Sonderstellung Zeit seines Lebens. So konnte er nun auch nicht mehr die gewöhnliche Ämterlaufbahn einschlagen und auf diesem Wege Mitglied des Senats werden, er war wie oben erwähnt zu einer Ausnahmefigur geworden.[4]

Durch die Heirat mit seiner Stieftochter Aemilia band Sulla den aufstrebenden Feldherren auch durch verwandtschaftliche Bande an sich und seine Interessen. Pompeius stieg auf in die oberste Klasse der Gesellschaft, die Nobilität und in den Vertrauten Kreis des Sulla.[5]

Im Jahre 82 v.Chr. übertrug ihm Sulla, der sich gegen Marius durchsetzten konnte und sich zum Dictator ernannt hatte, mittels des Senats als Propraetor den Oberbefehl über die Truppen um gegen die Marianer in Sizilien und Nordafrika vorzugehen. Pompeius Stellung in der röm. Politik wurde hiermit legalisiert.

1.2 Der erste Triumph

Erfolgreich erfüllte er die Vorstellungen Sullas in nur 40 Tagen, wurde jedoch, wie auch seine inzwischen getreuen Soldaten brüskiert, da er aufgrund eines Senatsbeschlusses all seine Legionen bis auf eine einzige entlassen und seinen Nachfolger in Utica erwarten sollte. Die Soldaten sowie Pompeius selbst sahen ihren Triumphzug gefährdet. Diesen wollte er sich jedoch keinesfalls nehmen lassen. Drei seiner Legionen hatten sich ihm angeschlossen als er noch ein polit. Niemand war, mit der Aussicht auf Ruhm und Beute. Entlassung und keine Entschädigung nach den erfolgreichen Kriegen ließen diese aufs äußerste Aufbegehren. Sie forderten ihn heftigst auf zu bleiben und weiterhin das Kommando zu führen. Er hingegen bat seine Soldaten zu gehorchen. Eher würde er sich selbst umbringen, als dass seine Soldaten Gewalt gegen ihn anwenden würden. Schließlich stimmte Sulla so der Rückkehr mit allen Legionen zu und begrüßte ihn persönlich vor den Thoren Roms mit dem Siegerbeinamen Magnus (der Große), mit dem er zuvor schon von seinen Truppen akklamiert worden war.[6]

Pompeius` größte Bestätigung wäre als dem Ritterstand zugehörig einen Triumph bewilligt zu bekommen, der eigentlich nur Magistraten zustand, die zudem ausschließlich ausländische Feinde besiegt hatten.[7]

Diesen Wunsch wiesen Sulla sowie der Senat zunächst energisch ab. Nicht einmal Scipio Africanus habe über Spanien triumphieren dürfen. Der Dictator gab diesem Wunsch jedoch nach als Pompeius sich mit der aufgehenden und Sulla mit der untergehenden Sonne verglich und Pompeius bemerkte, dass der aufgehenden mehr Verehrung gewiss sei. Im Jahr 79 v.Chr. wurde ihm der Triumph zugesprochen und am 12. März gefeiert.[8]

Das Vertrauen und die Anerkennung der Truppen waren ihm nun gewiss, die Nobilität aber hatte er nun zum Feind.

2. Der Lepidusaufstand

Im selben Jahr bewarb sich M. Aemilius Lepidus neben Q. Lutatius Catulus, ein treuer Gefolgsmann des Sulla um das Konsulat. Sulla, der zuvor von der Politik zurückgetreten war, nannte Lepidus den Schlechtesten von allen[9] und der gesamte Senat versuchte seine Wahl zu verhindern. Pompeius, der Lepidus schon vom Kriegsdienst her kannte, unterstützte seine Wahl und legte sein ganzes Gewicht in die Wagschale. Da Pompeius` Verhältnis zu Sulla zusehends schlechter wurde und es abzusehen war wie Lepidus sich im Amt des Konsuls verhalten würde war Pompeius sehr erwünscht. Trotz des Wiederstandes des Senats wurde Lepidus als erster, Catulus als zweiter gewählt. Somit hatte Pompeius nach seinem ersten Triumph auch in der Innenpolitik einen ersten Erfolg erzielt und bewiesen wie sehr er vom Volk geliebt und geschätzt wurde.

Als Sulla am Anfang des Jahres 78 starb wollte der Konsul Lepidus ein ehrenvolles Begräbnis verhindern. Pompeius, von dem es niemand erwartet hätte, sprach sich für eben solch ein ehrenvolles Begräbnis auf dem Marsfeld aus. Hiermit stellte er sich nun auf die Gegenseite von Lepidus. Als dieser - als Konsul ganz legal - die sullanischen Reformen rückgängig zu machen versuchte, erhob sich Pompeius und mit ihm der gesamte Senat gegen ihn.

Es ließe sich Pompeius hier eine gewisse Planlosigkeit in seinem Handeln unterstellen, die Zukunft betrachtend, lässt sich jedoch erkennen, was er im Schilde führte: nun auf der Seite der Optimaten, durch welche er zu mehr Macht und Mitsprache kommen würde, wollte er jeden Widersacher ausstechen. Pompeius musste von den Plänen Lepidus unterrichtet worden sein, das Volkstribunat wieder einzuführen. Da er sich die Rücknahme dieser sullanischen Reform zu Eigen machen wollte um sich die bedingungslose Liebe des Volkes zu sichern, musste er Lepidus als möglichen Konkurrenten ausschalten.[10]

[...]


[1] Christ, S.187-209.

[2] Baltrusch, S. 186, Meyer, S. 1-5.

[3] 1Matthias Gelzer, Pompeius, München 1944, S.32.

[4] Eduard Meyer, Caesars Monarchie und das Principat des Pompeius, Stuttgart 1918, S 7.

[5] Karl Christ, Pompeius, München 2004, S31f.

[6] Christ, S.35.

[7] Gelzer, S. 39.

[8] Meyer, S.; Gelzer, S.42.

[9] Gelzer, S.43

[10] Sulla ließ in seinen Reformen das Volkstribunat verbieten, was den Unmut des Volkes nach sich zog, da es sich nicht mehr ausreichend Vertreten sah.

Details

Seiten
18
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638019149
ISBN (Buch)
9783638920148
Dateigröße
462 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v86562
Institution / Hochschule
Universität Koblenz-Landau – Historisches Seminar
Note
1,3
Schlagworte
Cnaeus Pompeius Magnus Würfel“ Gaius Julius Caesar Ende Republik

Autor

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