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Die Klassische Gitarre und ihre Mikrofonierung

Diplomarbeit 2007 57 Seiten

Tontechnik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Klassische Gitarre
2.1 Die historische Entwicklung der Klassischen Gitarre
2.2 Die Klassische Gitarre heute
2.3 Anatomie der Klassischen Gitarre – Funktion und Materialien
2.3.1 Der Kopf
2.3.2 Der Hals
2.3.3 Der Korpus
2.3.4 Die Saiten
2.3.5 Der Lack

3. Akustik der Gitarre
3.1 Funktionsweise
3.2 Klangentwicklung

4. Tonhölzer

5. Probleme bei der Intonation

6. Mikrofonierung der Klassischen Gitarre
6.1 Überlegungen im Vorfeld der Aufnahme
6.1.1 Das Instrument
6.1.2 Der Raum
6.1.3 Der Musiker
6.1.4 Die Wahl des Mikrofons
6.2 Gängige Arten der Mikrofonierung von Klassischen Gitarren
6.2.1 Die Multimikrofonierung
6.2.2 Stereofonieverfahren

7. Praktische Beispiele einer Mikrofonierung
7.1 Versuchsablauf
7.2 Auswertungen der Hörbeispiele
7.3 Gedanken zur Mikrofonierung und weitere Ansätze

8. Schlussbetrachtung

9. Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Die Gitarre gilt heute als eines der verbreitetsten Instrumente und findet in nahezu allen Stilrichtungen Verwendung. Egal ob Pop, Rock oder Folk – sie spielt immer eine wichtige Rolle. Gerade durch diese Vielfältigkeit gelingt es der Gitarre nahe zu jeden Typus Spieler zu bedienen und mit den verschiedenen Unterarten von akustischen und elektronischen Gitarrenmodellen auch klanglich ein so breites Feld abzudecken, dass kaum ein Wunsch offen bleibt.

Durch den revolutionären technischen Fortschritt und die Entwicklung von Massenkommunikationsmedien wie Radio, Fernsehen und Internet wurde die Gitarre immer populärer, wurde sogar zum Instrument einer Jugendbewegung. Zudem war (und ist) die Gitarre mit einem Preis am unteren Ende der Skala von knapp € 100 für fast jeden erschwinglich. Sie kann überall hin mitgenommen werden, spielerische Erfolge, wenn auch auf niedrigem Niveau, stellen sich rasch ein.

Musiker haben die Möglichkeit Konzerte überall auf der Welt zu veranstalten und erreichen schnell eine so große Anzahl von Zuhörern, wie es früher niemals der Fall gewesen wäre.

All diese Gründe trugen dazu bei, dass die Gitarre Einzug in viele Haushalte fand, doch durch diese Vielzahl von Eindrücken ist es unvermeidlich, dass sich heutzutage jeder einzelne Mensch klanglich etwas anderes vorstellt wenn er an eine Gitarre oder an Gitarrenmusik denkt. Und nur wenige werden noch das traditionelle, ursprüngliche Bild der Gitarre im Kopf haben, dass klassische Instrument, welches durch viele spanische Einflüsse geprägt ist: Das Kunstinstrument, welches ein intensives und langwieriges Studium verlangt, um auf hohem Niveau gespielt zu werden.

Kaum einer denkt bei Gitarrenmusik heute noch an die ernste Musik von berühmten Komponisten wie Mauro Guilani, Fernando Sor oder Francisco Tarrega. Und die Flut der Begeisterung die mit Ándres Segovia einkehrte scheint schon längst wieder vergangen zu sein.

Da auch die Mehrzahl der tontechnischen Produktionen ein anderes Gitarrenklischee bedient und man im tontechnischen Alltag in Deutschland immer weniger mit klassischen Gitarristen zu tun hat, möchte ich mich mit dieser vernachlässigten Sparte befassen, um vielleicht bessere Ergebnisse bei Tonaufnahmen einer Konzertgitarre zu erzielen.

Diese Diplomarbeit beschäftigt sich also mit der Klassischen Gitarre und dem klassischen Gitarristen und versucht die Feinheiten des Instruments und seines Spiels näher zu beschreiben, um dem Tontechniker Kenntnisse zu vermitteln, welche ihm dabei helfen sollen, sich in den Virtuosen hineinzuversetzen, besser mit eventuellen Problemen umgehen zu können, das Spiel des Gitarristen zu durchschauen um das Instrument als solches in all seiner Klangschönheit aufnehmen zu können. Des Weiteren sollen die qualitativen Unterschiede der Gitarren deutlich gemacht werden, um gegebenenfalls eine „schlechte“ Gitarre gegen eine hervorragende austauschen zu können ([4]).

2. Die Klassische Gitarre

Die Gitarre gehört zu der Familie der Kastenhalslauten und ist hinsichtlich der Tonerzeugung ein Saiteninstrument (cordophon), hinsichtlich der Spieltechnik ein Zupfinstrument ([6], [18]).

Die Klassische Gitarre (Konzertgitarre) wird häufig auch Spanische Gitarre oder auch Nylonsaitengitarre genannt. Sie ist jedoch nicht mit einer Flamenco-Gitarre zu verwechseln, welche Unterschiede in Klang und Bauart aufweist. Auch hat sie nichts mit anderen akustischen Gitarren gemeinsam, wie zum Beispiel der Westerngitarre.

2.1 Die historische Entwicklung der Gitarre

Die Ursprünge der Gitarre sind bis heute bei vielen Historikern umstritten und ihre Geschichte bietet reichlichen Diskussionsstoff. Man nimmt an, dass die Gitarre, wie wir sie heute kennen, zurück bis in die Renaissancezeit geht. Ihr tatsächlicher Ursprung könnte allerdings einige Jahrtausende zurückliegen, lange vor der christlichen Zeitrechnung. So hat man beispielsweise babylonische Tontafeln aus dem Jahre 1900 v. Ch. gefunden, die Musiker mit Instrumenten zeigen, die der heutigen Gitarre ähneln. Die direkten Vorfahren der Gitarre kamen wohl aus dem arabisch-persischen Raum mit der islamischen Kultur, die über die Mauren ihren Einzug in Spanien fand, wo sie letztendlich zu dem weiterentwickelt wurde, was wir heute unter einer modernen Klassischen Gitarre verstehen ([1]).

Den größten Beitrag dazu leistete Antonio de Torres (1817-1892), ein spanischer Gitarrenbauer aus Almería. Er modernisierte und etablierte die Form des Gitarrenkorpus, erfand den modernen Steg und konstruierte seine Gitarrendecken mit einer neuartigen Fächerverleistung. Seine Gitarren wurden sehr begehrt, da sie einen deutlich lauteren Ton hervor brachten und sich so in einer Gruppe mit anderen Instrumenten und Gesang durchsetzen konnten. Die Torres-Gitarre ist bis heute die Grundlage einer jeden Klassischen Konzertgitarre geblieben ([25]).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Antonio de Torres 1817-1892

2.2 Die Klassische Gitarre heute

In der Gegenwart wird die Mehrheit der Klassischen Gitarren industriell in Spanien, aber auch in Japan oder Korea hergestellt. Qualitativ hochwertige Gitarren stammen zum größten Teil aus Kleinstbetrieben oder aus Einmannwerkstätten. Der Gitarrenbauer bringt dabei sein ganzes Können und seine ganze Erfahrung mit ein, um eine Gitarre in oft mehr als 150 Arbeitsstunden anzufertigen. Er muss über ein umfangreiches Wissen bezüglich Bauweise, Statik und Akustik verfügen und über die verschiedenen Resonanzhölzer und deren Eigenschaften Bescheid wissen. Denn auch Holz welches aus dem gleichen Baumstamm gewonnen wurde, kann sich in den mechanischen und akustischen Eigenschaften unterscheiden ([12]).

Leider wird der qualitative Unterschied zwischen industriell- und handgefertigten Gitarren auf Grund der technischen Fortschritte in der Produktion immer geringer, so dass Kleinstbetriebe gezwungen sind den nicht zu vernachlässigenden Preisunterschied zu rechtfertigen. Der Hinweis auf den Mehraufwand durch Handarbeit genügt dabei nicht, und so werden Gitarrenbaumeister zunehmend nur noch aufgesucht wenn es um Sonderanfertigungen geht. Auch wenn der qualitative Unterschied, ermittelt mit analytischen Messverfahren, sehr gering ausfällt, schneiden einzeln angefertigte Gitarren sowohl subjektiv als auch wegen psychoakustischer Phänomenen, die messtechnisch nicht erfasst werden können, besser ab ([33]).

Der Gitarrenbau ist seit Entwicklung der Torres-Gitarre nicht stehen geblieben, so dass Gitarrenbauer und Werkstätten mit immer neuen oder modifizierten Innenkonstruktionen und Detailverbesserungen experimentieren.

Allerdings sind Klassische Gitarristen eher konservativ, was das Ausprobieren von neuen Konstruktionen angeht, so dass sich Neuerungen nur schwer etablieren.

Auch wenn die Gitarre ein zweifelsohne wunderschönes und klanglich brillantes Instrument ist, genießt die Klassische Gitarre nicht den Stellenwert und das Ansehen wie andere handgebaute Instrumente wie z.B. Violine, Viola oder Violoncello, die nicht selten horrende Summen einbringen.

2.3 Anatomie der Klassischen Gitarre – Funktion und Materialien

Die Qualität einer Gitarre steht und fällt mit den verwendeten Materialien und Tonhölzern, der sorgfältigen Verarbeitung und der angewendeten Konstruktion, gerade im Inneren der Gitarre.

Die Klassische Gitarre unterteilt man in Kopf, Hals und Resonanzkörper.

Alle Gitarren haben standardmäßig eine Quart-Terz-Stimmung mit der Terz zwischen der 2. und 3. Saite.

Die Gitarre hat 6 Saiten, die auf die Töne E (82.4 Hz), A, d, g, h, e¹ gestimmt sind.

Die Noten der Gitarre werden eine Oktave höher notiert, als sie tatsächlich klingen (Oktavierung). Die Oktavierung ist die einfachste Transposition und wird bei extrem hoch oder tief liegenden Instrumenten verwendet, um im Notensystem die normalen Schlüssel, wie zum Beispiel den Violinschlüssel, ohne zu viele Hilfslinien verwenden zu können ([18]).

Der Tonumfang einer Gitarre reicht von E bis zu h².

Gitarren werden in verschiedenen Größen angefertigt, um beispielsweise Kindern das Spielen von Gitarren zu erleichtern. Ich beschränke mich in meiner Darstellung lediglich auf normalgroße 4/4 Gitarren mit einer Mensur (schwingende Saitenlänge von Sattel bis zum Steg) von ca. 65 cm, die bei einer Körpergröße von ca. 180 cm optimal bespielbar sein sollten. Bei kleineren Gitarristen empfiehlt es sich gegebenenfalls Gitarren mit einer verkürzten Mensur vorzuziehen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Aufbau einer Klassischen Gitarre

2.3.1 Der Kopf

Am Kopf der Gitarre befindet sich die Mechanik die aus 6 Wirbeln besteht an denen die Enden der Saiten befestigt werden. Mit Hilfe der Wirbel werden die Saiten über den Sattel gespannt und durch Regulierung der Spannung gestimmt. Um einen erhöhten Druck der Saiten auf den Sattel zu erzeugen wird der Kopf gegenüber dem Hals etwas abgewinkelt. Je größer dieser Winkel ist, desto höher ist der Druck auf den Sattel, was sich auf die Länge des Ausklingvorgangs auswirkt ([7]).

Die Mechanik

Die Aufgabe des im allgemein zweigeteilten Wirbelkastens ist das Stimmen der Saiten. Um diese Aufgabe möglichst präzise zu vollführen, ist es wichtig, dass die Mechanik leichtgängig und nicht ruckartig funktioniert, da sonst nur sprunghafte stimmliche Veränderungen möglich sind. Ein stufenloses, präzises Stimmen der Saite wäre fast unmöglich. Darüber hinaus spielt die Übersetzung der Gewinde eine große Rolle. Je feiner die Übersetzung der Drehungen, desto kleinere Schritte sind in der Stimmung möglich. Man spricht z.B. von einer 10:1 Übersetzung. Das bedeutet 10 Umdrehungen des Mechanikkopfes für eine Umdrehung des Wirbels. Mit 14:1 oder 16:1 werden die Stimmungsschritte noch feiner. Um ein perfektes Ergebnis zu erzielen, sollte man die Mechanik hin und wieder etwas einölen ([7], [31])

Der Sattel

Von den Stimm-Mechaniken ausgehend überqueren die Saiten zunächst den Sattel, der meistens aus Knochen oder Kunststoff besteht. Der Sattel dient zum fixieren der Saiten und stellt sicher, dass die Saiten in der richtigen Höhe über den Hals verlaufen. Die Rillen im Sattel sorgen für einen gleichmäßigen Abstand der Saiten zueinander ([7]).

Es gibt den Sattel in unterschiedlichen Größen, das heißt der Abstand von Saite zu Saite kann variieren, was sich auf die Bespielbarkeit der Gitarre auswirken kann. In der Regel hat der Sattel eine Größe von 48 bis 54 mm. Klassische Gitarren haben einen größeren Abstand zwischen den Saiten, da dicke Nylonsaiten und komplizierte Spieltechniken diesen Abstand erforderlich machen.

In der Praxis können beim Sattel Probleme beim Stimmvorgang auftreten. Sollte das Drehen des Stimmwirbels keine sofortige Veränderung der Stimmung nach sich ziehen sondern eventuell erst während des Spielens, welches oft nach einem lauten, kurzen Knacken bemerkbar wird (immer dann wenn sich die Bass-Saite um eine oder mehre Rillen der Metalldrahtumwinklungen weiterbewegt), liegt die Ursache oft nicht bei der Stimmmechanik sondern beim Sattel. Robert Winkler beschreibt in seiner Diplomarbeit („Fehler beim Stimmen der Gitarre“) die Problematik so: „Macht die Saite einen zu extremen Knick an der Sattelauflage, kann sie nicht ungehindert hin und her gleiten. Die Spannungsänderung vom Wirbel bis zum Sattel kann dann nicht stufenlos auf die restliche Saite weitergegeben werden. Besonders anfällig sind dabei die rauen Bass-Saiten“. Robert Winkler empfiehlt dann die Auflagefläche in den Sattelfugen mit Graphit zu bearbeiten (zum Beispiel durch Abschabung eines Bleistifts), welches die Reibung zwischen Saite und Auflage vermindern soll ([31]).

2.3.2 Der Hals

Zwischen Kopf und Resonanzkörper befindet sich der leicht ovale Hals, auf dem das Griffbrett aufgeleimt ist. Die Unterteilung zwischen Hals und Griffbrett bewirkt eine höhere Stabilität. Außerdem hat man so freie Wahl bei der Auswahl der Hölzer, was sich sehr positiv auswirkt, da beiden Teilen unterschiedliche Aufgaben zukommen. Auf dem Hals lastet die höchste Zugkraft, also muss der Hals die nötige Stabilität aufweisen und über eine hohe Biegefestigkeit verfügen. Es empfiehlt sich also ein möglichst steifer, fester Hals bei geringem Gewicht und niedriger innerer Dämpfung ([19]). Als Halshölzer haben sich deswegen Hölzer mit mittlerer Festigkeit, wie zum Beispiel Mahagoni, Ahorn oder Erle bewährt (weitere Informationen zu den verwendeten Hölzern finden sich unter Punkt 4).

Im Jahre 1992 untersuchten Diplomphysiker Eberhard Meinel vom Institut für Musikinstrumentenbau Zwota und Erik Jansson vom Royal Institute of Technology in Stockholm den Einfluss des Halses auf die Schwingungen des Gitarrenkorpus.

Nach verschiedenen Experimenten und Testreihen kamen sie zu dem Ergebnis, dass sich der Hals sehr wohl auf die Schwingungen des Korpus auswirkt, allerdings nicht in dem Maße wie es ganz besonders die Decke, aber auch Boden und Zargen tun. Für qualitativ hochwertige Gitarren sollten die Eigenschaften des Halses dennoch nicht vernachlässigt werden.

Der Hals endet mit dem Halsfuß, welcher an den Gitarrenkorpus fest geleimt wird. Bei manchen Gitarren kommt es sogar vor, dass der Hals an den Korpus fest geschraubt ist. Dabei ist die Masse der Schrauben nicht unerheblich und kann sich leicht negativ auf den Schwingungsvorgang des Gitarrenhalses auswirken. Die Art wie der Hals in den Korpus eingelassen wird ist ebenfalls ein weiteres Kriterium für die qualitativen Merkmale einer Gitarre. Eberhard Meinel und Erik Jansson loben besonders die so genannte „spanische“ Bauweise, bei der der Hals in den Korpus hinein ragt und der Korpus sozusagen um den Hals herum gebaut wird. Bei der „deutschen“ Bauweise, welche sich aus der Tradition des Geigenbaus entwickelt hat, wird der Hals in den bereits geschlossenen Gitarrenkorpus eingesetzt.

Die „deutsche“ Bauweise Methode ist natürlich kostengünstiger, die Schwingungen zwischen Hals und Korpus werden aber weit aus schlechter übertragen ([16], [19]).

Gitarren mit einem kleineren Halsumfang lassen sich einfacher umgreifen und damit leichter spielen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Deutsche Bauweise

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Spanische Bauweise

Das Griffbrett mit einer Dicke von ca. 5-6mm ist maßgeblich für die Bespielbarkeit der Gitarre verantwortlich. Auf ihm befinden sich bis zu 22 Bundstäbchen aus Metall (oft Neusilber), die meist unverrückbar in das Griffbrett eingelassen wurden. Jedes Bundstäbchen entspricht einem Halbtonschritt und hilft dem Künstler dabei, einen bestimmten Ton beim Anschlagen zu erzeugen indem er die Saite verkürzt. Als Gitarrist ist man auf eine korrekte Verteilung der Bundstäbchen angewiesen. Eine ungenaue Bundsetzung kann das Stimmen der Gitarre zu einer Sisyphos-Arbeit entarten lassen, falls es nicht unmöglich wird. Um eine hohe mechanische Beständigkeit zu gewährleisten kommen nur sehr harte Hölzer in Frage wie zum Beispiel schwarzes Ebenholz oder Palisander ([19], [31])

2.3.3 Der Korpus

Der Korpus besteht aus einem Boden, Zargen und aus einer Decke, auf der sich ein kreisrundes Schalloch und der Steg befinden. Die Resonanzeigenschaften des Korpus werden sowohl durch das Material als auch durch die Konstruktion, insbesondere durch die Art der Versteifung der Decke mittels so genannter Leisten und Querbalken bestimmt.

Die Decke

Antonio de Torres konstruierte 1862 in einem Versuch eine Karton-Gitarre, die bis auf eine qualitativ hochwertige Fichtendecke ausschließlich aus versteiftem Karton bestand. Das Ergebnis war klanglich verblüffend gut und bestätigte ihn in seiner Annahme, die Decke mache den Hauptteil des Klanges aus.

Um der Gitarrendecke höhere Stabilität zu geben und die Resonanzeigenschaften des Korpus zu formen wird sie mit einer Deckenverleistung (Balken und Leisten) versehen. Manche Gitarrendecken sind zudem nach außen hin leicht gewölbt, was durch Aufleimung unter Spannung durch die Balken entsteht. Es gibt viele Arten der Verleistungen, aber fast alle basieren auf der von Torres entwickelten, sehr bewährten, zentrierten Fächerverleistung.

Dennoch haben auch zeitgenössische Gitarrenbauer mit speziellen neuartigen Verleistungen gute Resultate erzielt, die je nach Anordnung, Größe und Bearbeitung einen entscheidenden Einfluss auf die klanglichen Eigenschaften der Gitarre haben ([11],[25]).

[...]

Details

Seiten
57
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783638003759
ISBN (Buch)
9783638911443
Dateigröße
1.3 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v86464
Institution / Hochschule
SAE Institute Leipzig – SAE Institute
Note
1,1
Schlagworte
Klassische Gitarre Mikrofonierung

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Titel: Die Klassische Gitarre und ihre Mikrofonierung