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Zu "Deutsche Grammatik - Ein Handbuch für den Ausländerunterricht" von Gerhard Helbig und Joachim Buscha

von Nina Lamprecht (Autor) Katrin Beier (Autor)

Hausarbeit 2005 18 Seiten

Didaktik - Deutsch - Grammatik, Stil, Arbeitstechnik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hintergrund

3. Aufbau der Grammatik

4. Konzeption der Grammatik
4.1 Was ist die Deutsche Grammatik nicht?
4.2 Ausblick
4.3 Ziele der Grammatik und deren Umsetzung

5. Vorstellung von zwei Kapiteln
5.1 Verben mit trennbarem ersten Teil
5.2 Die Partikeln

6. Stellungnahme

7. Zusammenfassung

1. Einleitung

Das Thema „Deutsch als Fremdsprache“ gewinnt heutzutage immer mehr an Popularität und Aktualität, was sich unter anderem darin zeigt, dass bereits eine große Auswahl an Grammatiken mit diesem Schwerpunkt existiert. Die “Deutsche Grammatik. Ein Handbuch für den Ausländerunterricht.”[1] von Gerhard Helbig und Joachim Buscha ist jedoch die älteste Grammatik mit dem Schwerpunkt „Deutsch als Fremdsprache“.

Die folgende Hausarbeit untersucht diese Grammatik, indem sie zunächst den Hintergrund und den Aufbau der Grammatik beschreibt. Anschließend wird die Konzeption der Grammatik mit deren allgemeinen Zielen diskutiert und eine Abgrenzung vorgenommen. Der weitere Verlauf gibt einen Ausblick über Werke, welche die „Deutsche Grammatik“ ergänzen. Der Abschnitt 1.11 “Verben mit trennbarem ersten Teil” und das Kapitel neun “Die Partikeln” der „Deutschen Grammatik“ werden daraufhin inhaltlich erläutert. Abschließend folgen eine Stellungnahme und eine Zusammenfassung.

2. Hintergrund

Die Sprachwissenschaftler Gerhard Helbig und Joachim Buscha nahmen es zum Anlass, dass es um 1970 in der DDR keine Ausländergrammatik gab, die den Anforderungen eines Deutschunterrichts für Ausländer genügte, eine solche zu schreiben. Zum ersten Mal erschien die Grammatik 1972, als erste Grammatik mit einem ausdrücklichen Bezug auf den Fremdsprachenunterricht. Dies ist die Ursache dafür, dass die Zielgruppe der Grammatik heutzutage für einige Leser nicht eindeutig aus dem Titel hervorgeht, was zu Missverständnissen führt. Die „Deutsche Grammatik“ sollte damals eine Grammatik für Muttersprachler von einer Grammatik für den Gebrauch im Fremdsprachenunterricht abgrenzen. Eine Eingrenzung der Zielgruppe sollte sich aus dem Titelzusatz “Ein Handbuch für den Ausländerunterricht” ergeben, welcher jedoch zu den Missverständnissen führte, auf die in den Punkten 4.1 und 6 noch eingegangen wird. Helbig und Buscha besaßen bereits zu der Zeit, als sie die „Deutsche Grammatik“ verfasst haben, langjährige Erfahrungen im Fremdsprachenunterricht.[2] Beim Blick auf Gerhard Helbigs Forschungsschwerpunkte und Veröffentlichungen fällt auf, dass neben dem Bereich des Deutschen als Fremdsprache vermehrt die Valenztheorie und die Partikeln von ihm behandelt werden. Diese Themengebiete sind auch in der „Deutschen Grammatik“ wieder zu finden, weshalb unter anderem das Kapitel neun „Partikeln“ in Punkt 5.3 ausführlicher dargestellt wird.[3]

3. Aufbau der Grammatik

Die Grammatik ist untergliedert in die beiden Themenschwerpunkte “Wortklassen” (Kapitel 1-12) und “Satz” (Kapitel 13-20). Es werden zunächst die vier Hauptwortklassen Verb, Substantiv, Adjektiv und Adverb vorgestellt und anschließend die Funktionswörter Artikel, das Pronomen „es“, Präpositionen, Konjunktionen, Partikeln, Modal- und Negationswörter sowie die Gruppe der Satzäquivalente - denen auch die Interjektionen zugeordnet sind - erläutert.

Die Wörter der deutschen Sprache können anhand verschiedener Kriterien in Klassen eingeordnet werden. Diese Kriterien können semantischer, morphologischer oder syntaktischer Art sein.[4] In der „Deutschen Grammatik“ weichen Helbig und Buscha von der gängigen Wortartenklassifizierung, wie sie zum Beispiel der Duden aufweist, ab. Dieser unterscheidet Wortarten nach dem morphologischen Kriterium nach flektierbar oder unflektierbar und unterscheidet die neun Wortarten Verb, Substantiv, Adjektiv, Artikel, Pronomen, Adverb, Partikel, Präposition und Konjunktion. Nach dem semantischen Kriterium bezeichnen Substantive beispielsweise Personen oder Dinge und Verben Handlungen.[5] Bereits bei den Konjunktionen oder Präpositionen stößt man mit dieser Einteilung aber an die Grenzen der semantischen Klassifizierung. Helbig und Buscha wählen zur Einordnung der Wortklassen das syntaktische Kriterium als Schwerpunkt, welches zur Folge hat, dass bestimmte Wortarten nicht aufgeführt werden, zum Beispiel die Numerale und die Pronomina. Der Grund dafür ist, dass sowohl Numerale als auch Pronomina keine Wortklassen im syntaktischen Sinn darstellen, sondern verschiedene syntaktische Funktionen erfüllen können. Das Pronomen kann zum Beispiel als Attribut (mein Buch) sowie als Substantiv (Ich gehe…, Jeder geht…) gebraucht werden.[6] Auf der anderen Seite werden in der „Deutschen Grammatik“ zusätzliche Wortklassen aufgeführt, die in traditionellen Grammatiken keine eigenständigen Wortarten darstellen, so zum Beispiel die Modal- und Negationswörter sowie das Pronomen „es“.

Die Wortklassenkapitel sind so angeordnet, dass zunächst ein Teil zum Formenbestand angegeben ist und anschließend eine Unterteilung in syntaktische Beschreibung und semantische Klassifizierung erfolgt. Dieses trifft nicht bei dem Pronomen „es“, den Negationswörtern und den Satzäquivalenten zu.

Die Vorstellung des Grammatikbereiches „Der Satz” erfolgt von den einzelnen Satzgliedern und deren Stellung im Satz, über das Attribut zu den verschiedenen Satzarten und Satzmodellen. Danach folgen der zusammengesetzte Satz, die semantischen Klassen der Adverbialsätze, und die Interpunktion im Deutschen. Die Fachtermini der Grammatik sind überwiegend lateinisch, es werden aber im Sachregister auch deutsche Termini der Schulgrammatik, mit Verweis auf den lateinischen Begriff, verwendet.

Die inhaltliche Darstellung der verschiedenen Grammatikaspekte wird durch zahlreiche Tabellen, Übersichten und Beispiele ergänzt, wobei die Beispiele ausschließlich Satzbeispiele sind, welche nicht authentisch, sondern von den Autoren konstruiert sind. Weiterhin sind zum Teil umfangreiche Wortlisten vorhanden, auf die in den Zielen der Grammatik noch genauer eingegangen wird.

Das Register der „Deutschen Grammatik“ folgt dem alphabetischen Prinzip, und es erfolgt eine Unterteilung in Sach- und Wortregister - im Gegensatz zur Duden-Grammatik -, welche diese beiden Register zusammenfasst. Weiterhin beschreibt der Duden neben den Wortarten und dem Satz auch den Laut und den Buchstaben, welche in der „Deutschen Grammatik“ nicht behandelt werden.[7]

[...]


[1] Helbig, Gerhard, und Buscha, Joachim: Deutsche Grammatik. Ein Handbuch für den Ausländerunterricht. Leipzig 1999

[2] Vgl. Henning, Mathilde: Welche Grammatik braucht der Mensch? Grammatikführer für Deutsch als Fremdsprache. München 2001, S. 52

[3] Vgl. Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 2005: Bio-bibliographisches Verzeichnis deutschsprachiger Wissenschaftler der Gegenwart. Geistes- und Sozialwissenschaften. Berlin 2005, S. 1283

[4] Vgl. Johannes Volmert: Grundkurs Sprachwissenschaft. München 2000, S. 128-131 und S. 154-156.

[5] Vgl. Jörg Meibauer: Einführung in die germanistische Linguistik. Weimar 2002, S. 129-133.

[6] Helbig, Gerhard, und Buscha, Joachim: Deutsche Grammatik. A.a.O., S. 21.

[7] Vgl. Duden. Grammatik der deutschen Gegenwartssprache. Hrsg. Dudenredaktion. Mannheim 1998, S. 878-912.

Details

Seiten
18
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638016636
Dateigröße
480 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v86273
Institution / Hochschule
Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig – Seminar für Deutsche Sprache und Literatur und deren Didaktik
Note
1,7
Schlagworte
Deutsche Grammatik Handbuch Ausländerunterricht Gerhard Helbig Joachim Buscha Vertiefung Sprach- Literaturvermittlung

Autoren

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