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Entwicklung von Kennzahlensystemen

Hausarbeit 2007 21 Seiten

BWL - Controlling

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Einzelkennzahlen als Elemente von Kennzahlensystemen
2.1 Definition von Kennzahlen und Klassifizierung in Grund- und Verhältniszahlen
2.2 Steigerung der Aussagekraft von Kennzahlen durch vergleichende Gegenüberstellung
2.3 Aufgaben von Kennzahlen

3 Kennzahlensysteme
3.1 Verknüpfung von Einzelkennzahlen zu Kennzahlensystemen
3.2 Funktionen von Kennzahlensystemen und Beschreibung von möglichen Anwendungsgebieten
3.3 Aufbau von Kennzahlensystemen und ausgewählte Beispiele
3.3.1 Skizzierung des Aufbaus von Rechensystemen am Beispiel des Du-Pont-Systems
3.3.2 Skizzierung des Aufbaus von Ordnungssystemen am Beispiel der Balanced Scorecard

4 Entwicklung von Kennzahlensystemen
4.1 Anforderungen an Kennzahlensysteme und deren Anwender
4.2 Anforderungen an die Entwicklung von Kennzahlensystemen
4.3 Methoden der Systembildung
4.3.1 Logische Herleitung von Kennzahlensystemen
4.3.2 Empirisch-theoretische Herleitung von Kennzahlensystemen
4.3.3 Empirisch-induktive Herleitung von Kennzahlensystemen
4.3.4 Modellgestützte Herleitung von Kennzahlensystemen

5 Abschließende Würdigung und Fazit

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Du-Pont-Kennzahlensystem im „Corporate Planner“

Abbildung 2: „Strategy-Map“ Balanced Scorecard

1 Einleitung

In vielen Unternehmen besteht ein Informationsüberfluss in der Form, dass zu viele Kennzahlen zur Information von Funktionsträgern und somit zur Steuerung des Unternehmens zur Verfügung stehen. So genannte „Zahlenfriedhöfe“ entstehen. Dies kann einerseits zur Folge haben, dass wichtige Kennzahlen aufgrund der vorherrschenden Informationsflut nicht erkannt werden. Andererseits besteht die Gefahr, dass Kennzahlen mit einem uneinheitlichen Verständnis interpretiert und somit Entscheidungen in einem falschen Kontext getroffen werden.

Es gehört daher zu der Aufgabe eines ordentlichen Controllings, Kennzahlen in einer zielgerichteten und empfängerorientierten Form bereitzustellen. Zur Bewältigung dieser Aufgabe steht dem Controlling das Instrument „Kennzahlensystem“ zur Verfügung. Kennzahlensysteme werden in der betrieblichen Praxis bereits seit längerem eingesetzt und bieten sich neben der Strukturierung von Informationen auch zur Unternehmenssteuerung an.

Die hier vorliegende Arbeit befasst sich mit der Entwicklung von Kennzahlensystemen. Dazu wird zunächst zur Schaffung eines Grundverständnisses der Begriff der Kennzahlen beschrieben sowie deren Aufgaben im Unternehmen erläutert. Im nachfolgenden Teil wird auf die Aufgaben von Kennzahlensystemen im Hinblick auf deren möglichen Anwendungsgebiete sowie auf den Systemaufbau anhand von zwei ausgewählten Beispielen eingegangen. Im dritten Teil wird schließlich beschrieben, welche allgemeinen und spezifischen Anforderungen bestehen und welche Methoden zur Systembildung zur Verfügung stehen.

2 Einzelkennzahlen als Elemente von Kennzahlensystemen

2.1 Definition von Kennzahlen und Klassifizierung in Grund- und Verhältniszahlen

„Unter Kennzahlen werden Zahlen verstanden, die quantitativ meßbare Sachverhalte in aussagekräftiger, komprimierter Form wiedergeben.“[1] Sie dienen der Beschreibung, Erklärung und Vorhersage betrieblicher Sachverhalte.[2] „Kennzahlen können dabei zur Erhaltung und Verbesserung der unternehmerischen Ertragslage beitragen, indem Stärken und Schwächen des Unternehmens aufgedeckt werden.“[3]

In der betrieblichen Praxis kann eine Vielzahl von Einzelkennzahlen gebildet werden, die in der gängigen Literatur in Grund- und Verhältniszahlen unterschieden werden.

„Grundzahlen sind „absolute Zahlen“, wie z. B. Summen, Durchschnitte, Differenzen oder Mittelwerte. Es sind Mengen oder Werte von Bestandsgrößen, die für einen Stichtag gelten, bzw. von Strom- bzw. Bewegungsgrößen, die sich auf einen Zeitraum beziehen.“[4] Beispiele für Grundzahlen sind der Bestand liquider Mittel zu einem bestimmten Stichtag, die Summe der Kosten einer bestimmten Periode oder die Anzahl von Kunden in einem bestimmten Zeitraum. Bei einer isolierten Betrachtung besitzen Grundzahlen oftmals nur einen geringen Erkenntniswert.

„Verhältniszahlen sind relative Größen, bei denen Sachverhalte in Beziehung zueinander gesetzt werden, zwischen denen ein sachlicher Zusammenhang besteht. Zweck solcher Verhältniszahlen ist die Verdichtung von großem Datenmaterial bzw. Zahlenmengen zu aussagefähigen Schlüsselzahlen.“[5] Bei den Verhältniszahlen wird in drei Arten unterschieden:

- Gliederungszahlen (Anteil einer bestimmten Größe an einer Gesamtmenge),
- Beziehungszahlen (Zueinandersetzen von zwei verschiedenartigen Größen ins Verhältnis),
- Indexzahlen (zueinander in Beziehung setzen von gleichartigen, zeitlich oder örtlich verschiedenen Größen).[6]

Durch das Bilden von Verhältniszahlen kann ein Zusammenhang zwischen den betrachteten Größen hergestellt und somit der Aussagegehalt gesteigert werden.

2.2 Steigerung der Aussagekraft von Kennzahlen durch vergleichende Gegenüberstellung

Durch den gegenüberstellenden Vergleich des Wertes einer Kennzahl mit einem Referenzwert wird der Aussagegehalt der Kennzahl gesteigert. Erst hierdurch lässt sich eine qualitative Aussage zu dem betrachteten Wert treffen. Probst beschreibt drei Vergleichstechniken:

- Periodenvergleich zum Vergleich von Ist-Zahlen aus verschiedenen Zeitpunkten bzw. Zeiträumen,
- Plan-/Ist-Vergleiche zum Vergleich von Ist- mit geplanten Zahlen über einen bestimmten Zeitraum,
- Betriebsvergleiche zum Vergleich von Daten unterschiedlicher Unternehmen[7], die idealerweise der gleichen Branche angehören („Branchenvergleich“).

Eine weitere Form besteht darin, unterschiedliche Bereiche desselben Unternehmens miteinander zu vergleichen („Betriebsvergleich“).[8] Der Branchen- bzw. Betriebsvergleich dient dazu, um eine Erkenntnis über die Stärken oder Schwächen der betrachteten Einheit im Vergleich zu anderen Einheiten zu erhalten.

2.3 Aufgaben von Kennzahlen

Kennzahlen dienen der Information und Steuerung. Die Informationsfunktion wird zum Beispiel durch die Verwendung von Kennzahlen in regelmäßigen Berichten wahrgenommen. Hierbei dienen Kennzahlen zur Analyse betrieblicher Sachverhalte sowie als Indikator zur Prognose bestimmter Entwicklungen.[9]

Im Rahmen der Steuerungsfunktion dienen Kennzahlen der Vorgabe und Kontrolle der quantitativ messbaren Ziele. Diesen werden somit eine wichtige Bedeutung im Zielsystem der Unternehmung zu teil. Hierdurch entsteht das Potenzial Kennzahlen und Kennzahlensysteme als zielgestütztes Führungsinstrument einzusetzen („Vorgabecharakter“[10] ). „Durch die Vorgabe von Kennzahlen soll eine Mindesterreichung der Ziele gewährleistet werden.“[11] Dies setzt voraus, dass Zielvorgaben messbar sind, da sonst keine Kontrolle und Steuerung der Mitarbeiter möglich ist.[12]

[...]


[1] Wöhe, G. (Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, 2005), S. 239.

[2] Vgl. Ziegenbein, K. (Controlling, 2004), S. 143.

[3] Steinle, C. / Bruch, H. (Controlling, 2003), S. 556.

[4] Ziegenbein, K. (Kompakt-Training Controlling, 2001), S. 110.

[5] Wöhe, G. (Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, 2005), S. 240.

[6] Vgl. Küpper, H.-U. (Controlling, 2005), S. 359 f..

[7] Vgl. Probst, H.-J. (Kennzahlen, 2006), S. 36 ff..

[8] Vgl. Küpper, H.-U. (Controlling, 2005), S. 363.

[9] Vgl. ebenda, S. 362.

[10] Vgl. Wöhe, G. (Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, 2005), S. 241 f..

[11] Kurrle, A. (Controlling und Effizienz, 1995), S. 106.

[12] Vgl. Langenbeck, J. (Kennzahlengestützte Unternehmensführung, 1997), S. 745.

Details

Seiten
21
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783638018395
ISBN (Buch)
9783638920568
Dateigröße
578 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v86261
Institution / Hochschule
Leibniz Akademie Hannover - Berufsakademie Hannover
Note
1,0
Schlagworte
Entwicklung Kennzahlensystemen

Autor

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