Lade Inhalt...

Ist die Asienkrise ein Beleg für die Theorie der fragmentierenden Entwicklung nach Fred Scholz?

Seminararbeit 2007 10 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Wirtschaftsgeographie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Die Asienkrise
2.1 Verlauf der Asienkrise
2.2 Folgen Asienkrise

3. Theorie der fragmentierenden Entwicklung nach Fred Scholz
3.1 Globale Fragmentierung

4. Die Asienkrise – ein Beispiel fragmentierender Entwicklung?

5. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Vorwort

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Frage, ob die Asienkrise als Beleg für die Theorie der fragmentierenden Entwicklung von Fred Scholz gelten kann. Dazu wird zunächst Hintergrund und Verlauf der Asienkrise dargestellt. Diesen Informationen wird im zweiten Kapitel ein Abriss gegenübergestellt, der den Leser kurz in die Theorie von Scholz einführt. Im dritten und letzten Teil der Untersuchung wird die Asienkrise und die dargelegte Theorie miteinander verglichen. Dabei geht es darum, zu prüfen, inwieweit die Theorie dem realen Phänomen entspricht und somit verifiziert werden kann. Daran schließt sich ein abschließendes Fazit an. Darin werden zum einen die Untersuchungsergebnisse zusammengefasst, zum anderen geht daraus eine Bewertung der Theorie Scholz´ hervor, die jedoch aufgrund des Unersuchungsansatzes nur begrenzten Gültigkeitsanspruch haben kann.

2. Die Asienkrise

Im Juli 1997 kam es zu einem dramatischen Einbruch mehrerer süd-ost-asiatischer Währungen. Beim Versuch dieses Ereignis, das als Asienkrise bezeichnet wird, zu verstehen, ist es notwendig, die Ausgangssituation der betroffenen Staaten zu betrachten. Bevor die Krise begann, war Asien eine „Region mit märchenhaften Wachstumszahlen und erfolgshungrigen Firmen, die scheinbar aus dem Nichts entstanden waren; die Aschenputtel-Geschichte der Weltwirtschaft“ (Vougioukas 2007). Das Konzept, das diesem wirtschaftlichen Aufschwung zugrunde lag, wurde als flying geese bezeichnet. Mit „Japan an der Führungsspitze, gefolgt von den vier (…) ‚Tigerstaaten’ Taiwan, Südkorea, Hong Kong und Singapur (…) schien der Aufschwung auch für Malaysia, Thailand, Indonesien, möglicherweise auch für die Philippinen (…) vorgezeichnet“ (Kraas 1998: 141).

Durch ständig neue Erfolgsmeldungen wurde an den weltweiten Kapitalmärkten eine regelrechte Euphorie ausgelöst. Vor allem in den Tigerstaaten stellte sich die Situation folgendermaßen dar. Die Notenbanken hatten sehr geringe Devisenreserven aufgebaut und ausländisches Kapital strömte in Form von Krediten ins Land. Angesichts des als sicher geltenden Aufschwungs wurde bei der Kreditvergabe der Sicherheitaspekt sträflich vernachlässigt. Dementsprechend waren viele Unternehmen hoch verschuldet, die Banken hatten ein großes Volumen an Krediten ausstehen und die ausländischen Investoren stellten hohe Erwartungen an die Tigerstaaten.

2.1 Verlauf der Asienkrise

Am Abend des 13.5.1997 brach über die Nationalbank Thailands eine „Flut von Verkaufsorderungen aus London und New York“ herein, „wo Devisenhändler in wenigen Minuten Hunderte Millionen Baht auf den Markt warfen und Dollar verlangten“ (Vougioukas 2007). Eine plötzliche Panik an den internationalen Finanzmärkten brachte Investoren und Devisenhändler dazu, ihr Kapital abzuziehen. Niemand weiß genau, was diesen panikartigen Kapitalabzug auslöste. Analysten vermuten, dass an den Kapitalmärkten Befürchtungen vor einem wirtschaftlichen Crash genau diesen verursacht haben, eine selffullfilling prophecy also. Zwar konnte Thailand die Devisenforderungen am 13.5.1997 noch auffangen. Am 2.7.1997 jedoch waren die Devisenreserven Thailands erschöpft. Die thailändische Regierung war gezwungen, „den Wechselkurs der Landeswährung Baht, die bis dahin fest an den Dollar gebunden war, freizugeben. Es folgte eine deutliche Abwertung, woraufhin etliche Banken und Unternehmen ihre Schulden in Dollar nicht mehr bedienen konnten“ (Kaiser 2007).

2.2 Folgen Asienkrise

Die Folgen der Währungsabwertung waren verheerend. Die thailändische Währung verlor binnen zweier Stunden ein Fünftel ihres Wertes (Vougioukas 2007). Im Verlauf der Asienkrise verlor sie über 50% an Wert (Glass 2007). Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Thailands sank 1998 um mehr als 8%. Binnen kürzester Zeit griff diese Entwicklung auf andere asiatische Staaten über. So verlor beispielsweise die indonesische Währung im Folgejahr 80% ihrer Kaufkraft. Das BIP sank um 13,1% (Vougioukas 2007). Die wirtschaftliche Not führte schließlich dazu, dass die indonesische Suharto-Diktatur durch einen blutigen Aufstand gestürzt wurde. Auch In Südkorea fiel das BIP 1998 um 5% (Eckert 2007). Die Arbeitslosenquote verdreifachte sich (Vougioukas 2007). Einige Beispiele sollen die sozialen Folgen der Krise kurz verdeutlichen. Die Scheidungsrate kletterte in Thailand auf ein Rekordhoch, die Kinderarbeit stieg und die Rate der Drogenabhängigen unter 14 Jahren verdoppelte sich (Vougioukas 2007).

[...]

Details

Seiten
10
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783638016599
Dateigröße
352 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v86243
Institution / Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Note
2,3
Schlagworte
Asienkrise Beleg Theorie Entwicklung Fred Scholz

Autor

Zurück

Titel: Ist die Asienkrise ein Beleg für die Theorie der fragmentierenden Entwicklung nach Fred Scholz?