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Unterrichtsplanung für das Kinderbuch "Die vergessene Tür" von Paul Maar

Hausarbeit 2006 17 Seiten

Didaktik - Germanistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sachanalyse
2.1 Über den Autor Paul Maar
2.2 Der Inhalt
2.3 Interpretation
2.3.1 Die Gattung
2.3.2 Der Aufbau mit Schwerpunkt auf dem Erzählanfang
2.3.3 Die Personen
2.3.4 Der Erzähler und Schreibstil
2.3.5 Das Cover und die Illustrationen

3. Didaktische Analyse
3.1 Auswahl und Begründung des Themas
3.2 Didaktische Reduktion
3.3 Die Einführungsstunde
3.4 Die Lehrziele der Einführungsstunde
3.4.1 Grobziele
3.4.2 Feinziele

4. Kurze Reflexion

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Im Rahmen des Seminars „Sprach- und Literaturvermittlung“ wurden die Vorgehensweisen zum Schreiben und Planen einer Sach- sowie didaktischen Analyse verdeutlicht. Mit dieser Hausarbeit werde ich diese beiden Analysen am Beispiel des Kinderbuches „Die vergessene Tür“ von Paul Maar für eine dritte Grundschulklasse vollziehen.

Zunächst werde ich wichtige biographische Informationen über den Autor Paul Maar zusammentragen, woraufhin kurz der Inhalt des Werkes vorgestellt wird. Anschließend folgt eine Sachanalyse der gesamten Erzählung „Die vergessene Tür“, wobei der Schwerpunkt bei dem Aufbau der Erzählung (siehe 2.3.2) auf dem Erzählanfang liegen wird, weshalb ich mich auf einen Artikel von Elisabeth K. Paefgen aus der Fachzeitschrift „Praxis Deutsch“ beziehen werde, um dann zu den didaktischen Überlegungen übergehen zu können. Bei der didaktischen Analyse werde ich für die Planung und die Formulierung der Lehrziele wiederum meinen Schwerpunkt auf die Einführungsstunde legen.

2. Sachanalyse

2.1 Über den Autor Paul Maar

Der berühmte Kinder- und Jugendbuchautor Paul Maar wurde am 13.Dezember 1937 in Schweinfurt geboren. Nach dem Abitur ging er nach Stuttgart an die Kunstakademie und studierte Malerei und Kunstgeschichte. Danach arbeitete er als Bühnenbildner und später dann als Kunsterzieher an einem Gymnasium. Paul Maar schrieb zunächst Funkerzählungen und Hörspiele für Erwachsene und erkannte bald seine Leidenschaft für das Schreiben, weshalb er seinen Lehrerberuf aufgab, um sich ganz dem Schreiben als freier Autor zu widmen.

Paul Maar schreibt und übersetzt mit Hilfe seiner Frau Kinder- und Jugendbücher aus dem Englischen. Außerdem widmet er sich Kindertheaterstücken und dem Verfassen von Drehbüchern. Seine Werke wurden mit vielen Literaturpreisen wie zum Beispiel dem Brüder-Grimm-Preis geehrt. Außerdem wurden seine Werke in ca. 15 Sprachen übersetzt, was seine Popularität auf dem Büchermarkt erhöhte. Sein erstes Werk, „Der tätowierte Hund“, erschien 1968 im Friedrich Oetinger Verlag und erhielt ein Jahr später den Deutschen Jugendliteraturpreis. Die zweifellos bekannteste Figur von Paul Maar ist das freche Sams, das durch die Bücher, Hörspiele, Computerspiele, Filme, Theaterstücke und das Musical in den Kinderherzen einen Platz gefunden hat.

Heute lebt der freie Illustrator und Autor mit seiner Frau in Bamberg. Seine Tochter, Anne Maar, ist eines der nun drei erwachsenen Kinder Paul Maars und schreibt ebenfalls, inspiriert vom Vater, Kinderbücher. Paul Maar ist ein bedeutender, moderner und vielseitiger Autor, der sich auf die multimedialen Gegebenheiten der heutigen Zeit voll und ganz eingelassen hat. Er besitzt die Gabe, seine Leser zu begeistern, indem er „Phantasie und Wirklichkeit zusammen denken kann.“[1]

2.2 Der Inhalt

Das Kinderbuch „Die vergessene Tür“, das aus acht Kapiteln besteht und den Kinderbuchpreis von Nordrhein-Westfalen erhalten hat, wurde 1982 von Paul Maar veröffentlicht und erschien im Friedrich Oetinger Verlag. Es handelt sich um eine phantastische Erzählung, in der der 6-jährige Markus Gutbrod plötzlich einen wundersamen Schlüssel findet, der zu einer verborgenen Tür auf dem Dachboden gehört, hinter der sich eine Welt voller Zauberei verbirgt.

Markus Gutbrod fällt plötzlich während des Mittagsessens ein großer, altertümlicher Schlüssel aus dem Ärmel, und er weiß nicht, zu welcher Tür er gehört oder, wo er ihn genau gefunden hat. Sein Vater hingegen erkennt den Schlüssel, da er ihm auch schon als Kind gehört hat, weshalb Markus, seine große Schwester Steffi und die Eltern zu der noch nie vorher gesehenen Tür auf dem Dachboden gelangen. Schließlich öffnen sie die Tür, die sie in eine wundervolle Landschaft bringt, in der alles anders ist, als in der normalen Welt. Die Mutter von Markus bleibt zu Hause, während der Vater in der Zauberwelt auf Kindesgröße schrumpft und mit seinen Kindern, die nun fast größer sind als er, sprechende und groteske Tiere kennen lernt. Durch einen rasenden Hirsch, der das idyllische Geschehen durcheinanderbringt, verliert Markus leider die anderen beiden. Jedoch finden sie sich dank einem Kundenschalter der Auskunft und einem verwirrten aber hilfsbereiten Kaninchen wieder. Pünktlich zum Mittagessen öffnet die wartende Mutter die Tür, was dazu führt, dass alle drei unversehrt, aber um viele Abenteuer reicher, nach Hause zurückkehren können.

2.3 Interpretation

2.3.1 Die Gattung

Bei dem Werk „Die vergessene Tür“, handelt es sich um die Gattung der Kinder- und Jugendliteratur, da schon der Buchrücken auf die Adressaten „Kinder im ersten Lesealter“[2] hinweist. Weitere formale Kennzeichen für diese Gattungszuordnung sind außerdem die große Schrift, farbige Illustrationen, die „Sonne, Mond und Sterne“ Kinderbuch-Reihe und der Autor Paul Maar, der bekannt ist für seine gute und ausdrucksstarke Kinder- und Jugendliteratur. Der Begriff „Kinder- und Jugendliteratur“ hat seine Herkunft aus drei Quellen der Forschung[3]. Die erste Quelle spricht von Texten, die speziell für das Lesealter von 10 bis 16 Jahren verfasst worden sind, wohingegen die zweite Quelle sich auf die Literatur bezieht, die für die Jugendlichen aus der Erwachsenenwelt übernommen wurde. Die letzte Quelle erwähnt Texte, die aus der Volksliteratur wie z.B. Sagen, Schwänke und Märchen stammen.

Genauer analysiert handelt es sich bei dem Werk „Die vergessene Tür“, um eine phantastische Erzählung, da die gattungstypischen Merkmale zutreffend sind. Kinder- und Jugendliteratur ist der Oberbegriff dieser Gattung und lässt sich in verschiedene Genre genauer einteilen, wie z.B. Abenteuerliteratur, zeitgeschichtliche Kinder- und Jugendliteratur oder Detektivliteratur. Phantastische Kinder- und Jugendliteratur erkennt man laut den drei Gattungsvarianten von Binder und Müller[4] daran, dass die realistische und phantastische Welt nebeneinander existieren. In „Die vergessene Tür“ ist es die Welt, in der die Familie Gutbrod lebt, wo sie zum Beispiel in den ersten Kapiteln (Seite 5-19) am Mittagstisch gemeinsam essen und der Dachboden, wo schließlich die Tür entdeckt wird. Die phantastische Welt hingegen liegt hinter der Tür, die wohl schon immer existiert hat, da Herr Gutbrod sie als Kind auch gesehen hat und Abenteuer erlebt haben muss (Seite 11). Diese Welten können laut Binder und Müller durch bestimmte „Umsteigepunkte“[5] nebeneinander existieren, da sie einen Übergang in die andere Welt ermöglichen. Sogenannte „Umsteigepunkte“ sind zum Beispiel alltägliche Gegenstände wie Türen, Fenster, Schränke oder Bücher. Die Tür auf dem Dachboden in Verbindung mit dem altertümlichen Schlüssel stellt in dieser Erzählung den Übergang dar, was ein typisches Merkmal in der phantastischen Literatur ist. Auch bekannte Autoren verwenden alltägliche Gegenstände, wie z.B. Astrid Lindgren in „Karlsson auf dem Dach“ das Fenster, oder Michael Ende das Buch in „Die unendliche Geschichte“. Der bedeutende Unterschied zum Märchen besteht darin, dass die Welten plötzlich aufeinandertreffen und nicht nahtlos ineinander übergehen. In der Phantastischen Kinder- und Jugendliteratur ist das zentrale Thema die spielerische und ungezwungene kindliche Welt, die einen klaren Gegensatz zur disziplinierten und eintönigen Welt der Erwachsenen darstellt. Bei Paul Maars Werk „Die vergessene Tür“, ist es das Leben der Kinder Gutbrods, das auf die Erwachsenenwelt des Vaters trifft und er sich in der Zauberwelt körperlich und psychisch zurückentwickelt. Mit der Kinderwelt verbindet man die uneingeschränkte Phantasie sowie das glückliche, unbekümmerte Spielen, weshalb in der Erzählung Ironie und Witz dafür sorgen, dass Freude entsteht durch Wortspiele und Albernheiten. Witzige Wortspiele begegnen auch Markus bei dem Kaninchen, das Wörter wie „Düsenjäger“, „Flugzeug“ und „Buch“ nicht versteht, weshalb die Kommunikation sich als sehr mühsam herausstellt. Ironie zeigt z.B. das Kapitel „Känguru und Kakadu“, in dem der englische Kakadu für eine Woche als Austauschschüler bei der Kängurufamilie in Deutschland lebt und sich nur lauthals über das schreckliche Essen beschwert, was bei Menschen ja nicht anders ist. Doch auch das Geheimnisvolle und Unbegreifbare gehört mit zu den Elementen der Phantastischen Literatur, wie z.B. das Sprechen der Tiere, das Schrumpfen des Vaters in der Zauberwelt, das mysteriöse Auftauchen des Schlüssels oder die verborgene, vorher nie gesehene Tür auf dem Dachboden.

[...]


[1] Von der Homepage: dassams.de

[2] Buchrücken „Die vergessene Tür“ von Paul Maar im Oetinger Verlag erschienen.

[3] Vgl. Günter Lange: Textarten-didaktisch. Hohengehren 2001; S. 60

[4] Günter Lange: Textarten-didaktisch. Hohengehren 2001; S. 113- 117

[5] Günter Lange: Textarten-didaktisch. 2001; S. 114

Details

Seiten
17
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638020220
ISBN (Buch)
9783638936705
Dateigröße
598 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v84965
Institution / Hochschule
Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig – Seminar für deutsche Literatur und ihre Didaktik
Note
2,0
Schlagworte
Unterrichtsplanung Kinderbuch Paul Maar Sprach- Literaturvermittlung

Autor

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