Lade Inhalt...

Poppers Methodenlehre im Kontext seiner Erkenntnistheorie

Hausarbeit 2007 12 Seiten

Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Poppers Lehre
2.1 Logik der Forschung
2.2 Das Falsifikationsprinzip

3. Die Methodenlehre
3.1 Poppers Methodenlehre
3.2 Naturalistische Auffassung der Methodenlehre
3.3 Methodologische Festsetzungen
3.4 Die Einordnung der Methodologie in Poppers Erkenntnistheorie

4. Schluss

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In folgender Hausarbeit soll die Methodenlehre von Sir Karl R. Popper dargelegt und im Kontext seiner Erkenntnistheorie betrachtet werden. Hierzu wurden zwei Teile ausgearbeitet. Im ersten Teil, geht es um Poppers Hauptwerk „Logik der Forschung“. In diesem Buch geht er näher auf seine Methodenlehre ein. Zunächst soll das Werk kurz umrissen werden, um anschließend als Grundlage zur Einordnung des Falsifikationsprinzips zu dienen. Dieses Prinzip wird daraufhin näher erläutert, da es unmittelbar mit der Methodenlehre zusammenhängt. Auch der Zusammenhang soll bis dahin herausgestellt werden. Nachfolgend wird die Methodenlehre dargestellt. Hierzu wird auf ihren Sinn ebenso eingegangen, wie auf die Notwendigkeit methodologischer Festsetzungen und die naturalistische Auffassung der Methodenlehre. Somit ist der Kern der Philosophie Poppers, die Methode der Deduktion, erschlossen. Im letzten Teil, der Einordnung der Methodologie in Poppers Erkenntnistheorie, soll die Relevanz der Methodenlehre für die Erkenntnistheorie Poppers herausgestellt werden. Der Schlussteil soll die gesamte Arbeit zusammenfassend reflektieren.

2. Poppers Lehre

2.1 Logik der Forschung

Poppers Hauptwerk „Logik der Forschung“ ist 1934 erschienen und beinhaltet seine wichtigsten Thesen zur Erkenntnislogik. Diese behandelt die Fragen, wie Erkenntnis zustande kommt, ob es einen Fortschritt des Wissens gibt und was die Voraussetzungen für Erkenntnis, wie auch für wissenschaftlichen Fortschritt sind. Außerdem soll seine Erkenntnislogik klären, was man wirklich mit Sicherheit wissen kann.[1] Wie er bereits im Vorwort erwähnt, soll geklärt werden, wie man philosophische Probleme löst, da nach Popper jede Art von Fortschritt ein Problemlösen ist. Die Herangehensweise an ein Problem impliziert für ihn bereits einen Großteil der Lösung, daher untersucht Popper zuerst die zu seiner Zeit gängige Art der Herangehensweise, die Induktion. Die Induktion besagt, dass Fortschritt dadurch entsteht, dass man vom Besonderen auf das Allgemeine schließt. Dass also Beobachtungen gemacht und Beispiele gesammelt werden, woraus es nachfolgend eine Theorie abzuleiten gilt. Doch hierbei tauchen Probleme auf, denen sich Popper am Anfang seines Buches widmet. Das erste Problem wäre, dass man ganz ohne Theorie nicht wissen würde, worauf man bei seinen Beobachtungen achten soll. Ein gezieltes Suchen nach Vorkommnissen wäre nach der Induktion also gar nicht möglich. Wenn ein Wissenschaftler bspw. Untersuchen möchte, wie ein Regenbogen entsteht, kann er natürlich die Regelmäßigkeit vom Auftreten von Regen und Sonnenschein feststellen, aber er hätte keinen Grund zur Annahme, dass genau diese beiden Voraussetzungen für den Regenbogen notwendig waren. Er hätte genauso gut feststellen können, dass jedes Mal wenn er einen Regenbogen sieht Wind weht, das Gras grün ist oder Vögel zwitschern. Nur wer schon die Theorie aufgestellt hat, dass Regen und Sonne zusammen für einen Regenbogen verantwortlich sind, kann gezielt bei jedem Regenbogen darauf achten, ob es geregnet hat und die Sonne scheint.

Das zweite und eigentliche Problem der Induktion hängt damit zusammen, dass man von endlich vielen Beobachtungen nicht auf unendlich viele Vorgänge schließen kann. „Bekanntlich berechtigen uns noch so viele Beobachtungen von weißen Schwänen nicht zu dem Satz, dass alle Schwäne weiß sind.“[2] Man kann also aus einzelnen Beobachtungen keine All-Sätze formen. Wenn man, der Induktion nach, vom Speziellen auf das Allgemeine schließt, hieße das wie folgt: Wenn man eine große Menge von Gegenständen S (Schwäne) beobachtet und diese immer wieder die Eigenschaft w (weiße Farbe) besitzen, dann haben alle Gegenstände S die Eigenschaft w. Es müssten also alle Schwäne weiß sein. Die Tatsache, dass es einen nicht-weißen Schwan gibt ist also ausgeschlossen. Auch die Tatsache, dass es jemals einen nicht-weißen Schwan geben wird, ist ausgeschlossen. Somit ist auch jede Form von Veränderung ausgeschlossen. Dieses Prinzip lässt sich also nicht rechtfertigen. Daher ist es nach Popper auch keine brauchbare wissenschaftliche Methode. Rechtfertigen lässt sich nur der deduktive Schluss, der Schluss vom Allgemeinen auf das Spezielle. Denn nur durch den Schluss von einer allgemeingültigen Aussage auf eine spezielle ist unter Anwendung der Methodenlehre gewährleistet, dass der Forscher um die Unsicherheit seiner These weiß und diese weiter überprüft. So wächst die Sicherheit, dass seine These brauchbar ist und er auf sie aufbauen kann. Nur so kann Fortschritt entstehen.

Nur wenn wir Erklärungen fordern, die universelle Aussagen oder Naturgesetze benutzen (ergänzt durch Anfangsbedingungen), können wir einen gewissen Fortschritt machen in die Richtung auf eine Verwirklichung der Idee unabhängiger Erklärungen oder solcher Erklärungen, die nicht ad hoc sind.[3]

[...]


[1] Wilhelm Baum; Kay E. González. Karl R. Popper. Berlin: Morgenbuch Verlag, 1994. [S. 24].

[2] Popper, Karl R.. Logik der Forschung. Tübingen: Mohr Siebeck, 2005. [S.3].

[3] Popper, Karl R.. „Die Zielsetzung der Erfahrungswissenschaft.“ Theorie und Realität. Hrsg. Albert, H.. Ort: Verlag, 1964. [S. 31].

Details

Seiten
12
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783638015271
ISBN (Buch)
9783638918282
Dateigröße
400 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v84715
Institution / Hochschule
Universität Paderborn
Note
1,7
Schlagworte
Poppers Methodenlehre Kontext Erkenntnistheorie Philosophie Karl

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Poppers Methodenlehre im Kontext seiner Erkenntnistheorie