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Problemorientierter Geschichtsunterricht. Definition und Beispiel

Seminararbeit 2007 11 Seiten

Didaktik - Geschichte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Problemorientierter Geschichtsunterricht
2.1 Die begriffliche Klärung
2.2 Problemorientierter Geschichtsunterricht als Wissenschaft vom Unterricht

3. Beispiel für einen problemorientierten Geschichtsunterricht

4. Schlussteil

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Geschichtsdidaktik stellt sich heute als eine wissenschaftliche Disziplin dar, die zum einen über Bildungs- und Selbstbildungsprozesse, zum anderen über geschichtliche Lehr- und Lernprozesse nachdenkt. Sie thematisiert somit die Entstehung, Beschaffenheit, Funktion und Beeinflussung von Geschichts-bewusstsein im gesellschaftlichen und historischen Zusammenhang.

Diese moderne Geschichtsdidaktik fragt in ihrer historischen Reflexion nicht mehr ausschließlich nach Geschichtsunterricht und Theorien, die sich explizit auf den Unterricht konzentrieren. Sie ist an einem vernünftigen fach- und subjekt-gerechten Geschichtsunterricht, einer begründbaren Theorie der Geschichts-didaktik und an einer Zusammenarbeit von Geschichtswissenschaft, Historik und Geschichtsdidaktik interessiert.[1]

Viele der großen geschichtsdidaktischen Ansätze der siebziger Jahre haben den Schritt von der theoretischen Grundlegung hin zur Praxis nicht bewältigt.

Der problemorientierte Geschichtsunterricht, der trotz seines Theoriegehalts und wahrscheinlich wegen seiner Praxisnähe, nicht zu den maßgeblichen Ansätzen gezählt wurde, ist seit seiner Vorstellung 1975 kontinuierlich weiterentwickelt und ausgebaut wurden.[2]

Die folgende Hausarbeit soll das Grundkonzept des problemorientierten Geschichtsunterricht darstellen und sich mit der Frage beschäftigen, in welcher Hinsicht, das Modell des problemorientierten Geschichtsunterrichts den Schulunterricht bereichern kann. Hierzu bedarf es zunächst einer Klärung des Modells des problemorientierten Geschichtsunterrichts. Danach soll anhand von konkreten Beispielen das Modell des problemorientierten Geschichtsunterrichts auf den Schulunterricht bezogen werden. Da sich vorwiegend auf das Modell Uwe Uffelmanns bezogen wird, dienen seine Werke als Literaturbasis.

Seine Schriften „Neuen Beiträge zum problemorientieren Geschichtsunterricht“[3] und „Problemorientierter Geschichtsunterricht – Grundlegung und Konkretion“[4] bilden den Mittelpunkt. Aber auch Joachim Rohlfes „Geschichte und ihre Didaktik“[5], Hans Heumanns „Problemorientierter Geschichtsunterricht“[6], Gerold Niemetz „Lexikon für den Geschichtsunterricht“[7] und das „Handbuch der Geschichtsdidaktik“[8] finden in der vorliegenden Hausarbeit ihre Verwendung.

2. Problemorientierter Geschichtsunterricht

2.1 Die begriffliche Klärung

Das Konzept des problemorientierten Geschichtsunterrichts entstand Anfang der siebziger Jahre und gehört damit in den Kontext der Konstituierung der Wissenschaftsdisziplin Geschichtsdidaktik. Es entstand zur Abgrenzung von einem vorrangig wissensorientierten Geschichtsunterricht. Hans Heumann verwand den Begriff ohne genügende theoretische Absicherung.[9]

Uwe Uffelmann beschreibt in seinen Vorüberlegungen 1975 den problem-orientierten Geschichtsunterricht als eine Unterrichtskonzeption, „die auf der Basis wissenschafts-, sozialisations- und lerntheoretischer sowie lernpsycholo-gischer Reflexion, anknüpfend an Bewusstseinslage, Interessen sowie individuelle und kollektive Betroffenheit der Schüler einen Lernprozess einleitet und durchführt, der dem jungen Menschen Fähigkeit und Bereitschaft vermittelt, in Auseinandersetzung mit historischen Problemen ein Gegenwartsverständnis zu gewinnen, das ihm mündige Beteiligung am gegenwärtigen und zukünftigen gesellschaftlichen und politischen Leben ermöglicht“.[10]

Im problemorientierten Geschichtsunterricht wird Geschichte als ein Feld von Fragen- und Problemkreisen verstanden, die es zu strukturieren gilt.

Nach Wolfgang Hug darf der Geschichtsunterricht nicht den Ehrgeiz haben, eigentlich geschichtswissenschaftliche Probleme lösen zu wollen. Dies wäre Selbstbetrug. Der Unterricht kann sich nur mit Problemen im Horizont des Schülers befassen.[11] Im Mittelpunkt des Konzepts steht „das Problem“.

Ein Problem ist im Sinne des problemorientierten Geschichtsunterrichts keine einfache auf einen Sachverhalt bezogene Frage, sondern setzt sich aus der Verbindung verschiedener, dem Fragenden verknüpfbar erscheinenden Sachverhalten zusammen. Dies bedeutet demnach, dass die Probleme aus Gegenwartserfahrungen entstandene Fragenkomplexe sind.

[...]


[1] Klaus Bergmann/ Gerhard Schneider: Geschichte der Geschichtsdidaktik und des Geschichtsunterrichts. In: Handbuch der Geschichtsdidaktik, 1992.

[2] Uwe Uffelmann: Neue Beiträge zum problemorientierten Geschichtsunterricht, Idstein 1999, S. 9.

[3] Uwe Uffelmann: Neue Beiträge.

[4] Uwe Uffelmann: Problemorientierter Geschichtsunterricht, Grundlegung und Konkretion, Villingen Schwenningen 1990.

[5] Joachim Rohlfes: Geschichte und ihre Didaktik, Göttingen 1986.

[6] Hans Heumann: Problemorientierter Geschichtsunterricht, Frankfurt am Main 1982.

[7] Gerold Niemetz: Lexikon für den Geschichtsunterricht, Freiburg/Würzburg 1984.

[8] Handbuch der Geschichtsdidaktik, hrsg. Klaus Bergmann, Annette Kuhn, Seelze - Velber 1992.

[9] Gerold Niemetz: Lexikon, S. 155.

[10] Uwe Uffelmann: Problemorientierter, S. 20.

[11] Joachim Rohlfes: Geschichte, S.221.

Details

Seiten
11
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783638011105
ISBN (Buch)
9783638915717
Dateigröße
449 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v84667
Institution / Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel – Historisches Seminar
Note
1,3
Schlagworte
Problemorientierter Geschichtsunterricht Definition Beispiel Einführung Geschichtsdidaktik

Autor

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Titel: Problemorientierter Geschichtsunterricht. Definition und Beispiel