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Benares - Heilige Stadt der Hindus am Ganges

Seminararbeit 2007 12 Seiten

Theologie - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Benares – eine kurze Einführung

3. Historische Aspekte – Stadtentwicklung Kashi

4. Die Ghats und der Ganges
4.1. die Ghats
4.2. Der Ganges

5. Shiva und Varanasi

6. Die Pilgerreise

7. Fazit - Abschlussbemerkung

8. Literatur

Internet

1. Einleitung

„Benares bündelt, was einen heiligen hinduistischen Ort ausmacht, aber die Stadt ist weder einzigartig noch alleiniges Zentrum.“[1]

Gutschow und Michaels legen bereits hier eine Sichtweise an den Tag, die dem Europäer fremd, dem Hindu jedoch eigen ist. Nichts ist wie es scheint. Der Hinduismus lässt sich in keine Form pressen, nicht generalisieren oder minutiös, nach unseren Maßstäben der Logik, analysieren. Als facettenreiches, nahezu undurchschaubares Konstrukt ist er geprägt durch Widersprüche und Gegensätze.[2]

Was für den Katholiken Rom, das ist für den Hindu Benares. Unzulässig verkürzte Erklärungsversuche wie diese verbieten sich. Benares nimmt für sich Anspruch, die älteste Stadt der Welt zu sein[3], was historisch betrachtet nicht haltbar ist. Das Eingangszitat von Gütschow & Michaels läßt aber Spielraum für Interpretationen. Für manch gläubigen Shivaiten wird die Stadt zum Zentrum der Welt, für den ein oder anderen Vishnuiten ist sie lediglich eine heilige Stätte unter vielen. Und dennoch umschließt Benares, was zahllosen Hindus heilig ist und bringt dadurch die Vielfalt des Hinduismus auf eindrucksvolle Weise zum Ausdruck. Gelebte Religiosität tritt hier an jeder Ecke zutage, sei es bei der Verehrung eines Lingam, beim Bad im heiligen Fluß Ganges oder der Meditation an den Ghats.

In Benares zu sterben bedeutet für den gläubigen Hindu, den Kreislauf der Wiedergeburten unmittelbar zu durchbrechen und Moksha (Erlösung) zu erlangen.

Ziel dieser Arbeit soll es sein, die Bedeutung von Benares als einer heiligen Pilgerstätte der Hindus zu exemplifizieren. Eine knapp gehaltene Einführung wird den Einstieg in die Problematik erleichtern und basales Wissen um und über die Stadt vermitteln. Dann wird die Stadtgeschichte in drei kurzen Punkten umrissen. Neben diesen historischen Aspekten treten im Anschluss daran vor allem religions-phänomenologische Fragen in den Vordergrund wie:

Was macht Benares für den pilgernden Hindu attraktiv?

Welche Bedeutung kommt dabei dem Ganges zu?

Was bewirkt das Bad im Ganges?

Der Themenpluralismus machte es erforderlich, sich auf einige prägnante Sachverhalte zu beschränken. Auch entschied ich mich für eine Bearbeitung der Problematik Benares in der Breite, um ein abgerundetes Bild der Thematik liefern zu können. Dabei wurden einige Aspekte lediglich gestreift und nicht in der Tiefe erörtert.

2. Benares – eine kurze Einführung

Ob Varansi, Kashi oder auch Benares; die Stadt am Gangesstrom hat neben diesen drei bekanntesten noch viele Namen. Dass sich die alte Sanskrit-Bezeichnung Varanasi wahrscheinlich durch die unmittelbare Nähe zu den Nebenflüssen Varana und Assi herleitet, klingt plausibel, wird allerdings von Gütschow & Michaels dementiert. Muslime wie auch Engländer verwendeten später den von Varanasi abgeleiteten Namen Benares.[4] Varanasi ist allerdings der heutzutage wieder geläufigere Name.

Benares selbst ist keine der typisch indischen Mega-Metropolen. Im östlichen Zipfel Utar Pradeshs, des bevölkerungsreichsten Bundesstaats Indiens gelegen, gilt sie mit ihren circa 1,4 Millionen Einwohnern[5] als bedeutendes religiöses Zentrum Nordindiens, wenn nicht gar des ganzen Subkontinents. Unter den sieben heiligen Städten der Hindus nimmt Kashi, die Stadt des Lichts, einen der vorderen Plätze ein. Zu den anderen religiösen Zentren zählen gemäß mündlicher Überlieferung: Ayodhya, Mathura, Maya (Hardvar), Kanci, Avantika (Ujjain), Dvaraka.

Gott Shiva wacht als Schutzherr über Varanasis, was der Stadt einen weiteren, poetisch klingenderen Namen einbrachte. Avimukta, die von Shiva ‚nie Verlassene’.[6] Der Terminus verdeutlicht die Bedeutung des Trimurti-Gottes für Benares. Verschiedene Puranas, eine spezielle Textgruppe von Mythen und Legenden, heben die enge Vernetzung Shivas mit Varanasi hervor.[7]

In der Stadt des Lichts (Kashi) regiert das goldene Zeitalter, das Krita Yuga. Während sich der Rest der Welt durch das Äon des Verfalls (Kali Yuga) quält, liegt Kashi außerhalb von Raum und Zeit.[8]

Als Ort der 2000 Tempel, erlangte Kashi Berühmtheit und übt als heilige Stätte mit überregionaler Bedeutung eine hohe Attraktivität für Pilger aus allen Ecken des Landes aus. Hier lassen sich idealerweise die vier hinduistischen Lebensziele realisieren: Dharma (religiöse Pflichten), Artha (wirtschaftliche Entwicklung), Kama (Sinnengenuß) und Moksa (Befreiung/ Erlösung).[9] Und gerade der Erlösung wird nach hinduistischem Glauben und im Zusammenhang mit Kashi eine Schlüsselrolle zugeschrieben. Dort zu sterben oder eingeäschert zu werden wird von Hindus angestrebt, da man direkt den Kreislauf der Wiedergeburten durchbrechen kann.[10]

[...]


[1] Gutschow, Niels /Michaels, Axel: Benares. Tempel und religiöses Leben in der Heiligen Stadt der Hindus, Köln 1993, S. 11.

[2] Ebd., S.11.

[3] Quelle: http://www.varanasicity.com - letzter Zugriff am 20.08.2007.

[4] Vgl., Gutschow & Michaels, S.11.

[5] Quelle: http://www.varanasicity.com/general-facts.html - letzter Zugriff am 20.08.2007.

[6] Vgl., Gutschow & Michaels, S.11.

[7] Vgl. Tworuschka, Monika & Udo: Heilige Stätten. Die bedeutendsten Pilgerziele der Weltreligionen, Darmstadt 2004, S. 96.

[8] Vgl. Gutschow & Michaels, S.21.

[9] Vgl. Gutschow & Michaels, S.19f.

[10] Quelle: http://www.varanasicity.com/history-of-varanasi.html, letzter Zugriff am 20.08.07.

Details

Seiten
12
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783638018340
ISBN (Buch)
9783638919807
Dateigröße
398 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v84631
Institution / Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Note
1,0
Schlagworte
Benares Heilige Stadt Hindus Ganges Hauptthemen Hinduismus

Autor

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Titel: Benares - Heilige Stadt der Hindus am Ganges