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Nachhaltiges Wirtschaften

Globale Energieversorgung und Klimaschutzpolitik

Seminararbeit 2005 27 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gegenwärtige Situation der globalen Energieversorgung
2.1 USA
2.2 EU
2.3 Japan
2.4 China
2.5 Entwicklungsländer

3 Auswirkungen der Nutzung fossiler Brennstoffe
3.1 Darstellung des Kohlenstoff-Kreislaufs
3.2 Darstellung des natürlichen Treibhauseffekts

4. Energiequellen und Energieverbrauch im 21. Jahrhundert
4.1 Deckung des zukünftigen weltweiten Energiebedarfs
4.1.1 Energiegewinnung durch nachwachsende Rohstoffe
4.1.2 Gewinnung von Energie durch die Atomkern-Spaltung
4.1.3 Die Möglichkeiten der Kernfusionsenergiegewinnung
4.1.4 Nutzung regenerativer Ressourcen zur Energiegewinnung
4.2 Einflussfaktoren auf die Entwicklung des Energieverbrauchs

5. Lösungsvorschläge zur Vermeidung von Klimaveränderungen durch Energiegewinnung
5.1 Wissens- und Technologietransfer an Entwicklungsländer
5.2 Selbstverpflichtungs- und Kompensationsmodelle
5.3 Umfassende Ausschöpfung des Potentials zur Steigerung der Energieproduktivität
5.4. Einhaltung des Kyoto-Protokolls

6. Fazit und Ausblick

1. Einleitung

Der Schutz der Erdatmosphäre vor dem befürchteten Treibhauseffekt hat wie kaum ein anderes Thema in den letzten Jahren die Notwendigkeit unterstrichen, Ökologie und Ökonomie miteinander in Einklang zu bringen. Der Titel dieser Hausarbeit unterstreicht die Tatsache, dass die globale Energieversorgung in einem unmittelbaren Zusammenhang mit dem weltweiten Klima steht. Entscheidend hierbei sind die Quellen bzw. Methoden der Energiegewinnung. Dabei kann man die Energieträger in 3 Hauptkategorien einteilen: in fossile Energiequellen, in alternative Energiequellen und in den Kernenergiesektor.[1] Politik und Wirtschaft sind daher gleichermaßen gefordert, wenn im Rahmen einer sinnvollen Klimaschutzpolitik wirtschaftspolitische Ziele wie Wachstum, Beschäftigung, Preisniveaustabilität und Wettbewerbsfähigkeit nicht gefährdet werden sollen. Aus diesem Grund muss die Frage beantwortet werden, wie ein notwendiger Anpassungs- und Umstrukturierungsprozess in der Energieversorgungspolitik ohne gravierende Auswirkungen für die Wirtschaft und damit auch für den einzelnen Bürger erreicht werden kann. Wenn man sich das Elbehochwasser im Jahre 2002 vor Augen holt und sich an die Folgen dieser Flut entsinnt, dann erkennt man, dass auch hier in unserem Lande das Klima und ein einhergehender Wandel des selbigen Auswirkungen auf unser Leben in Deutschland hat. Von vielen Wissenschaftlern werden solche Wetterextreme, wie das Elbehochwasser und die vorhergehende Trockenperiode, als Beweis für einen Klimawandel und gar als Vorboten für Schlimmeres angesehen. Nicht nur die großen Wetterphänomene El Nino weisen auf einen drohenden Klimakollaps hin, sondern auch Nachrichten von immer weiter abschmelzenden Gletschern in allen betroffenen Regionen der Erde. Der Vollständigkeit halber muss aber auch darauf hingewiesen werden, dass nicht alle zum Treibhauseffekt beitragenden Faktoren von Menschen gemacht sind (anthropogene Einflussgrößen). Der Mensch trägt vor allem durch die energetische Nutzung fossiler Brennstoffe zum Treibhauseffekt bei. Das Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls am 16. Februar dieses Jahres (2005) ist ein erster und wichtiger Schritt für die globale Klimaschutzpolitik – aber gegenwärtig nicht mehr. Wie schwierig allein die Umsetzung dieses ersten Schrittes ist, verdeutlicht ein Blick auf die Emissionsbilanzen der EU-Mitgliedsstaaten: Von den Ländern, die besonders viele klimaschädliches Kohlendioxid erzeugen, ist es bisher lediglich Deutschland und dem Vereinigten Königreich gelungen, die nationalen Treibhaugasemissionen nennenswert zu senken. Die meisten Mitgliedsstaaten hingegen werden voraussichtlich ihr Reduktionsziel - teilweise erheblich – verfehlen. Diese Hausarbeit soll deshalb auch einen Überblick über Probleme und Chancen der internationalen Klimapolitik, die durch die Art der Energiegewinnung Einfluss nehmen kann, geben. Die Aktualität des Themas erfordert es auch, Allgemeinwissen, Informationen aus der täglichen Berichterstattung und Spezialwissen – welches z. T. auf online recherchierte Informationen basiert – einfließen zu lassen.

2. Gegenwärtige Situation der globalen Energieversorgung

Zunächst muss man Abgrenzungen zwischen Staaten bzw. Wirtschaftsverbänden vornehmen und dabei auch die ökonomische Situation der verschiedenen Länder berücksichtigen. Nicht alle Staaten bzw. Regionen haben die gleichen Voraussetzungen oder ähnliche Entwicklungsstufen durchlaufen, um eine Einheitliche Analyse vorzunehmen. Aus diesem Grund wird in Form einer Regionalstudie ein Überblick über die energiewirtschaftliche Entwicklung in ausgesuchten Ländern und Regionen gegeben. Dabei sollen die USA, die Europäische Union, China und die Entwicklungsländer betrachtet werden. Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Entwicklung des Welt-Energieverbrauchs; Trierer Kolloquium; Energierecht zwischen

Umweltschutz und Wettbewerb; S. 24

An der Abb. 1 erkennt man, wie sich der Verbrauch der Energie in den letzten 125 Jahren entwickelt hat und wie er gedeckt wurde und wird. Den größten CO2-Beitrag leisten die fossilen Energieträger, aber auch Wasserkraft kann in erheblichem Maße zum Treibhauseffekt beitragen. Zum Beispiel durch Staudämme wird das dahinter liegende Land überflutet. Die vorhandene Vegetation fängt an zu verfaulen, wodurch wiederum Faulgase wie Methan etc. und CO2 – entsteht. Daher kann nicht behauptet werden, dass es sich bei Wasserkraft um eine CO2 – neutrale Energiequelle handelt.

2.1 USA

In den USA ist im privaten- wie im industriellen- und im Verkehrssektor seit der Energiekrise in den 70er Jahren ein permanenter Energieverbrauchsanstieg festzustellen gewesen. Daher ist das Hauptziel der amerikanischen Energiepolitik eine ausreichende Energieversorgung zu angemessenen Kosten sicherzustellen, wobei der Umweltgedanke zumeist ins Hintertreffen gerät. So wurde beispielsweise 1989 ein „Clear-Air-Plan“ vorgestellt, der vorsieht bis zum Jahr 2008 jährlich 1 Million Fahrzeuge in Betrieb zu nehmen, die mit „sauberen Kraftstoffen“ betrieben werden. Dieses Ziel ist nicht in dem Maße erreicht worden, wie angekündigt – stattdessen wurden und werden Autos mit großem Hubraum und Benzinverbrauch gebaut. Die Energieversorgung wird bis 2005 über fossile-, atomare-, und regenerative Energiequellen sichergestellt. Wobei der Öl- und Gasverbrauch etwas zurückgehen, der Einsatz von Kohle und Kernkraft, sowie regenerativer Energiequellen etwas zunimmt. Die Energieverbrauchsrate hat sich im Durchschnitt von 2000-2005 um 0,9 % erhöht.[2] Die CO2-Problematik ist z. B. in den USA bekannt, dennoch weigert sich die Bush-Administration das Kyoto-Protokoll zur Senkung des CO2-Ausstoßes zu ratifizieren.

2.2 EU

Die derzeitigen Trends sind eindeutig: wir erleben höhere Erdöl- und Erdgaspreise. Die Energierohstoffe in der EU weisen einen deutlichen Abwärtstrend auf. Zugleich steigt die Nachfrage in allen Branchen stetig um 1-2 % pro Jahr. Viele Entwicklungsländer, insbesondere die Schwellenländer China und Indien, verzeichnen ein rasantes Wachstum. Wenn nichts unternommen wird, dann wird die

EU immer mehr von Energieimporten abhängig werden. Falls die aktuellen Trends anhalten, wird die EU-Importquote von derzeit 50 % bis zum Jahr 2030 auf 70 % steigen. Bis dahin wird die EU zu 90 % von Erdöleinfuhren und zu 70 % von Erdgasimporten abhängig sein. Derzeit werden 30 % des Stroms in der EU aus Kohle erzeugt, wobei die Kohlereserven Prognosen zufolgen für mehr als 200 Jahre reichen dürften. Die Kohle wird aus Gründen der Versorgungssicherheit und -vielfalt weiterhin eine wichtige Rolle im Energieträgermix Europas spielen.[3]

2.3 Japan

1992 betrug der japanische Rohölimport noch 77 Prozent des gesamten asiatischen Erdölimports; im Jahr 2010 wird er voraussichtlich auf 37 Prozent gefallen sein. Zwischen 1986 und 1996 hat die regionale Energienachfrage um 60 Prozent zugenommen. Diese ist von etwa 18 Prozent des globalen Energiebedarfs 1984 auf ca. 25 Prozent 1998 gestiegen.[4] Japan beabsichtigt seine Energieversorgung nur in Spitzenlastenproduktionen mit Öl zu decken. In der Mittellast ist der Einsatz von Kohle und Flüssiggas geplant, wobei man in der Grundlast auf Kernenergie, Wasserkraft, geothermische Wärme und auch auf Kohle setzt. Die Umweltproblematik ist in Japan ein „heißes Eisen“ mit dem Bestreben die CO2-Emissionen zu senken. Daher hat Japan in der Vergangenheit beschlossen seine atomare Stromerzeugung um 10 % auf 40 % zu steigern bis zum Jahr 2000.[5]

2.4 China

Die Bewältigung der energiepolitischen Herausforderungen bildet eine zentrale Bedingung für den Aufstieg Chinas zu einer regionalen und globalen Großmacht. Die Lösung der Energiefrage ist grundlegende Voraussetzung für ein weiterhin hohes Wirtschaftswachstum, das wiederum die Grundlage für sozioökonomische und politische Stabilität bildet. Zudem muss die Lösung der Energiefrage auch im Zusammenhang mit anderen Ressourcenfragen (Wasser, Nahrungsmittel) gesehen werden. Aufgrund der größer werdenden Schere zwischen rapide ansteigendem Energiebedarf und fehlenden Rohöl- und Erdgasvorräten im eigenen Land ist die zukünftige Energiesicherheit für die chinesische Führung inzwischen zu einer „Frage von Leben und Tod“ geworden.[6] Auch Projekte, wie der Bau des größten Staudamms der Welt – dem 3-Schluchten-Staudamm – wird die Energiefrage Chinas nicht lösen und trägt zudem auch zum Treibhauseffekt bei, wie unter Punkt 2 beschrieben. Seit 1990 ist China zum Nettoimporteur von Energie und seit November 1993 auch zum Nettoimporteur von Rohöl geworden; nach Japan inzwischen zweitgrößter Energiekonsument bei Rohöl in der asiatisch-pazifischen Region. Chinas gegenwärtige und zukünftige Energiesituation ist durch folgende Fakten gekennzeichnet:

rapider Anstieg des Energieverbrauchs in den nächsten Jahrzehnten;

gleichzeitiger Anstieg des Energiebedarfs fast aller anderen ost- und südasiatischen Staaten, der in energie- und machtpolitische Konkurrenz münden kann;

geringe Öl- und Gasvorkommen im eigenen Land, aus dem sich ein gewaltiger Importbedarf vor allem aus dem Persischen Golf mit sicherheitspolitischen Konsequenzen ergibt;

hohe Abhängigkeit von Kohle, die aufgrund umweltpolitischer Auswirkungen begrenzt werden muss;

Notwendigkeit zur Diversifizierung der Energieträger, Transportwege und Produktionsstätten (insbesondere im Ausland) aufgrund weltwirtschaftlicher Trends (Globalisierung, Kosten etc.) sowie sicherheitspolitischen Gründen;

die bisher geringe eigene Erfahrungen bei der Einbindung in weltwirtschaftliche Prozesse gegenseitiger Abhängigkeit. Dabei kommt der institutionellen Verflechtung geoökonomischer und geopolitischer Interessen in der Außen- und Sicherheitspolitik Chinas eine zentrale Rolle zu, da die staatlichen Energiekonzerne noch Teil des sicherheitspolitischen Institutionengeflechts im Machtapparat Pekings sind.[7]

China ist nach den USA der größte Produzent von Treibhausgasen, die für die globale Klimaerwärmung verantwortlich sind. Zusammen mit den USA produziert China mehr als 36 Prozent der weltweiten Schadstoffemissionen.

[...]


[1] Vgl. Internetquelle: http://www.bund.de

[2] Vgl. Bethkenhagen, J.; Energie und Klima – Energieszenarien; S. 49

[3] Vgl. Internetquelle: http://www.google.de/search?q=energiepolitik+indien&hl=de&lr=&ie=UTF-

8&start=10&sa=N; S. 14

[4] Vgl. Internetquelle: http://www.weltpolitik.net/Regionen/AsienPazifik/China/

Analysen/Chinas%20Energiepolitik.html

[5] Vgl. Bethkenhagen, J.; Energie und Klima – Energieszenarien; S. 75

[6] Vgl. Internetquelle: wko.at/wp/extra/wipolb/2005/t_2005_1_Pillath.pdf; S. 26

[7] Vgl. Internetquelle: http://www.weltpolitik.net/Regionen/AsienPazifik/China/

Analysen/Chinas%20Energiepolitik.html

Details

Seiten
27
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638010795
ISBN (Buch)
9783638915656
Dateigröße
719 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v84623
Institution / Hochschule
Universität Kassel
Note
1,7
Schlagworte
Nachhaltiges Wirtschaften Umweltökonomie

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