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Kennzahlensysteme als Instrumente der Bilanzanalyse

Hausarbeit (Hauptseminar) 2002 29 Seiten

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung: Bilanzfälschungen in der heutigen Zeit

2. Grundlagen der Bilanzanalyse
2.1 Definition Bilanzanalyse
2.2 Aufgaben der Bilanzanalyse
2.3 Adressaten der Bilanzanalyse
2.4 Interne vs. Externe Bilanzanalyse
2.5 Traditionelle vs. Moderne Ansätze der Bilanzanalyse

3. Betriebswirtschaftliche Kennzahlen
3.1 Definition von Kennzahlen
3.2 Funktion von Kennzahlen
3.3 Typen von Kennzahlen
3.4 Weiterentwicklung von Kennzahlen zu Kennzahlensystemen

4. Kennzahlensysteme
4.1 Definition von Kennzahlensystemen
4.2 Aufgaben und Bedeutung von Kennzahlensystemen
4.3 Aufbau von Kennzahlensystemen
4.4 Induktive vs. Deduktive Kennzahlensysteme

5. Wichtige traditionelle Kennzahlensysteme
5.1 Das Du Pont- Kennzahlensystem
5.1.1 Struktur und Aufbau
5.1.2 Anwendungsbereich
5.1.3 Mängel des Du Pont- Kennzahlensystems
5.1.4 Bilanzanalytische Bedeutung
5.2 Das ZVEI- Kennzahlensystem
5.2.1 Struktur
5.2.2 Aufbau
5.2.3 Bilanzanalytische Bedeutung
5.3 Das RL- Kennzahlensystem
5.3.1 Struktur
5.3.2 Aufbau
5.3.3 Bilanzanalytische Bedeutung

6. Grenzen von Kennzahlensystemen

7. Kritische Würdigung

8. Anhang

9. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Zahl der Unternehmen, die mit negativen Schlagzeilen durch Bilanzfälschungen auf sich aufmerksam gemacht haben, ist in der letzten Zeit sehr stark angestiegen. Sowohl Firmen am Neuen Markt, wie zum Beispiel Comroad, die ca. 97 % des Umsatzes frei erfunden haben[1], aber auch große Dax Unternehmen wie die Telekom oder MLP, haben Anleger und Stakeholder getäuscht und falsche bzw. „geschönte“ Bilanzen ausgewiesen. Die größten Bilanzskandale in jüngster Zeit gab es in den U.S.A. bei Enron und WorldCom, die ca. 3,8 Mrd. Dollar durch Bilanzmanipulationen verschleiert haben.[2]

Durch diese und viele weitere Bilanzskandale, die in der letzten Zeit aufgetreten sind, hat die Bilanzanalyse weltweit noch mehr an Bedeutung gewonnen. Das wesentliche Ziel der Bilanzanalyse, nämlich ein tatsächliches Bild von der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens wiederzugeben, konnte bei den oben genannten Unternehmen nicht erreicht werden. Bei der Beurteilung von Bilanzen greifen immer mehr Analysten auf Kennzahlensysteme zurück, die einen Aufschluss über die aktuelle Situation einer Firma geben könnten. In der folgenden Arbeit soll nun die Bedeutung von Kennzahlensystemen als Instrument zur Bilanzanalyse herausgearbeitet werden.

2. Grundlagen der Bilanzanalyse

Zunächst einmal gilt es einige Grundlagen der Bilanzanalyse darzustellen, um danach genauer auf die Kennzahlen und Kennzahlensysteme eingehen zu können.

2.1 Definition Bilanzanalyse

Unter Bilanzanalyse versteht man die systematische Auswertung aller Informationen aus dem Jahresabschluss und aus dem Lagebericht. Somit bezieht sich die Analyse nicht nur auf die eigentliche Bilanz, sondern ebenso auf die Gewinn- und Verlustrechnung und den Anhang.[3]

Bei der Bilanzanalyse werden Daten aus dem Jahresabschluss, die unsortiert und nur schwer überschaubar sind, gegliedert, strukturiert und aufbereitet, sodass man mit Hilfe der gewonnenen Informationen ein Bild über die wirtschaftliche Situation des Unternehmens erlangen kann. Die Bilanzanalyse kann in drei große Teilbereiche aufgegliedert werden. Man unterscheidet die Analyse der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage eines Unternehmens.[4]

2.2 Aufgaben der Bilanzanalyse

Zentrale Aufgabe der Bilanzanalyse ist es, durch die “Transformation der zur Verfügung stehenden Unternehmensdaten in bedarfsgerechte und entscheidungsrelevante Informationen“[5] die tatsächliche wirtschaftliche Lage des Unternehmens darzustellen. Welche Informationen nun als relevant erachtet werden, ist abhängig von den verschiedenen Zielen der unterschiedlichen Adressaten. Je nach Analysebereich kann der Analyst also entweder die Vermögens-, Ertrags- oder Finanzlage des Unternehmens genauer untersuchen und sich so ein Bild über das Unternehmen machen.

Ist die Bilanzanalyse an interne Adressaten gerichtet, so dient sie des weiteren als Hilfsmittel für die Unternehmensführung zur Planung, Steuerung und Kontrolle. Durch die Bilanzanalyse sollen zum einen Prognosen für die zukünftige Entwicklung des Unternehmens getroffen und zum anderen Handlungsempfehlungen für die Unternehmensführung bereitgestellt werden.[6]

2.3 Adressaten der Bilanzanalyse

Nach Küting/ Weber sind „alle Personen oder Personengruppen, die an der Unternehmung in irgendeiner Weise beteiligt sind, auch Adressaten der Bilanzanalyse“.[7]

Generell kann man zwischen internen und externen Bilanzadressaten unterscheiden. Zu den externen Adressaten zählen in erster Linie Anteilseigner und Kapitalgeber, aber auch alle anderen Stakeholder wie Lieferanten, Kunden und Gewerkschaften. Auch Interessensgruppen, die nicht direkt mit einem Unternehmen in Kontakt treten, sind Adressaten der Bilanzanalyse, da sie auch indirekt großen Einfluss auf das Unternehmen nehmen können. Hierzu zählen unter anderen die Behörden, der Staat und die Öffentlichkeit. Zu den internen Adressaten gehört in erster Linie die Unternehmensführung, aber ebenso alle weiteren Führungsebenen sowie die gesamte Belegschaft einer Unternehmung.[8]

2.4 Interne vs. Externe Bilanzanalyse

Hat ein Bilanzanalyst nur Informationen aus dem Jahresabschluss und dem Lagebericht zur Verfügung, so spricht man von externer Bilanzanalyse. Im Gegensatz dazu kann der Analytiker bei der internen Bilanzanalyse auch auf Informationen aus dem internen Rechnungswesen, wie z.B. der innerbetrieblichen Kosten- und Leistungsrechnung, zurückgreifen. Dies hat den Vorteil, dass eine wesentlich genauere und zuverlässigere Analyse erstellt werden kann als bei der externen Analyse.[9]

2.5 Traditionelle Bilanzanalyse vs. Moderne Ansätze der Bilanzanalyse

Unter Bilanzanalyse im klassischen bzw. im traditionellen Sinne versteht man im allgemeinen das Rechnen mit Kennzahlen. Das Entwickeln von bzw. das Arbeiten mit Kennzahlensystemen zählt demnach auch zu der klassischen Bilanzanalyse. Ohne Kennzahlen wäre eine Bilanzanalyse kaum denkbar.

Allerdings wurden im Laufe der Zeit auch modernere Ansätze zur Bilanzanalyse entwickelt wie z.B. die Multivariate Diskriminanzanalyse, der Einsatz von künstlich neuronalen Netzen, sowie das RWS-Verfahren, dass das Unternehmen anhand von R endite, S icherheit und W achstum beurteilt. Neben der quantitativen Kennzahlenanalyse gewinnt auch die qualitative Bilanzanalyse immer mehr an Bedeutung.[10]

[...]


[1] Vgl. http://www.ftd.de/ub/di/1014399222041.html?nv=pch

[2] Vgl. http://www.ftd.de/tm/tk/1032946099034-s.html

[3] Vgl. Coenenberg, Adolf: Jahresabschluss und Jahresabschlussanalyse, S. 481, Lange, Jürgen- Drewes, Anke: Das Kennzahlensystem als Instrument der Bilanzanalyse, S. 245-246

[4] Vgl. Groll, Karl-Heinz: Das Kennzahlensystem zur Bilanzanalyse, S. 3-4; Küting, Karl-Heinz- Weber, Claus- Peter: Die Bilanzanalyse, S. 3-4; Vogler, Gerhard- Mattes, Helmut: Theorie und Praxis der Bilanzanalyse, S.43

[5] Küting, Karl-Heinz- Weber, Claus-Peter: Die Bilanzanalyse, S. 9

[6] Vgl. Coenenberg, Adolf: Jahresabschluss und Jahresabschlussanalyse, S. 481-482; Rehkugler, Heinz- Podding, Thorsten: Bilanzanalyse, S. 1-3; Männel, Wolfgang: Bilanzlehre, S. 72; Lange Jürgen- Drewes Anke: Das Kennzahlensystem als Instrument der Bilanzanalyse, S. 245-246

[7] Küting, Karl-Heinz- Weber, Claus-Peter: Die Bilanzanalyse, S. 9

[8] Vgl. Groll, Karl-Heinz: Das Kennzahlensystem zur Bilanzanalyse, S. 1-3; Rehkugler, Heinz- Podding, Thors- ten: Bilanzanalyse, S. 1-2; Küting, Karl-Heinz- Weber, Claus-Peter: Die Bilanzanalyse, S. 11-12

[9] Vgl. Groll, Karl-Heinz: Das Kennzahlensystem zur Bilanzanalyse, S. 7; Küting, Karl-Heinz- Weber, Claus- Peter: Die Bilanzanalyse, S. 6-7

[10] Vgl. Groll, Karl-Heinz: Das Kennzahlensystem zur Bilanzanalyse, S. 4-6; Küting, Karl-Heinz- Weber, Claus- Peter: Die Bilanzanalyse, S. 16-19

Details

Seiten
29
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638154260
Dateigröße
1.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v8460
Institution / Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg – Lehrstuhl für Rechnungswesen und Controlling
Note
2,3
Schlagworte
Bilanzanalyse; Kennzahlensysteme; Du-Pont; ZVEI-Kennzahlensystem; RL-Kennzahlensystem

Autor

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Titel: Kennzahlensysteme als Instrumente der Bilanzanalyse