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Ökonomische und ökologische Auswirkungen der Globalisierung

Hausarbeit 2007 19 Seiten

Politik - Internationale Politik - Thema: Globalisierung, pol. Ökonomie

Leseprobe

Gliederung

1 Einleitung

2 Voraussetzungen

3 Ökonomische Auswirkungen der Globalisierung
3.1 Die Verteilung des globalen Bruttoinlandsproduktes
3.2 Rohstoffpreise
3.3 Ernährung, Land- und Forstwirtschaft und Fischerei
3.4 Reale Austauschverhältnisse
3.5 Auslandsschulden ökonomisch sich entwickelnder Staaten
3.6 Globalisierter Tourismus

4 Ökologische Auswirkungen der Globalisierung
4.1 Weltprimärenergieverbrauch
4.2 Maßgebliche Folgen von Emissionen
4.3 Veränderung der Waldbestände

5 Literaturverzeichnis

6 Anhang

Ökonomische und ökologische Auswirkungen

der Globalisierung

1 Einleitung

Unter dem Begriff Globalisierung ist „die zunehmende Internationalisierung und weltweite Vernetzung der Wertschöpfung im Bereich von Industrie und Dienstleistung, insbesondere der Finanzdienstleistungen“ (LESER 2001, S. 282) zu verstehen. Diese Vernetzung stellte somit auch eine Verflechtung der Volkswirtschaften dar (vgl. POLLERT 2004, S.224). Der Verflechtungs- bzw. Vernetzungsprozess der Märkte wird maßgeblich durch neue Technologien im Bereich von Kommunikation, Information und Transport katalysiert. Die Betrachtung von ökonomischen Auswirkungen schien lange Zeit bedeutender, als z. B. die kulturellen, sozialen und ökologischen Aspekte. Im Folgenden soll neben den Voraussetzungen die die Globalisierung möglich machten v. a. die die wichtigsten Auswirkungen auf ökonomischem und ökologischem Gebiet dargelegt und reflektiert werden.

2 Voraussetzungen

Für den Warenhandel hatte der lokale Absatzmarkt seit jeher eine hohe Anziehungskraft. Es bestand quasi keine exportorientierte Wirtschaftsweise. Auch heute noch kommt dem lokalen Absatzmarkt eine hohe Bedeutung zu. Allerdings hat sich v. a. seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs der grenzüberschreitende Handel stark ausgedehnt. Diese Ausdehnung korrelierte in sehr hohem Maße mit technischen Entwicklungen, wie z. B. der Telkommunikation oder dem Datenverkehr und der Datenverarbeitung. Dabei verläuft das Tempo der Globalisierung durchaus parallel zur Entwicklung der neuen Technologien. Erweisen sich diese als nützlich, sinken auf Grund der hohen Nachfrage bald darauf die Preise für die Bereitstellung bzw. deren Nutzung. So sanken von 1930 bis 2005 die Kosten für ein dreiminütiges, transatlantisches Telefongespräch auf 0,12% der Kosten (s. Abb. 1). Diese Kostendegression beschleunigt das Globalisierungstempo wiederum, da die internationalen Wirtschaftsbeziehungen kostengünstiger aufrechterhalten werden können. Im Zeitraum von 1950 bis 2004 steigerte sich gleichzeitig der grenzüberschreitende Handel inflationsbereinigt um 275% (s. Abb. 3)!

Bei der Entwicklung der Transportkosten lässt sich ebenfalls eine Interdependenz zum Fortschreiten der Globalisierung ausmachen. Dem Zuwachs des grenzüberschreitenden Handels (Abb. 3) steht ein Rückgang der Seefrachtkosten auf 35% je short ton bzw. ein Rückgang des Lufttrasportumsatzes auf 11.8% je Passagier und Meile (s. Abb. 1) gegenüber. Besonders bei den Transportkosten wird deutlich, dass die gestiegene Nachfrage nach Treibstoffen bzw. Energie zu einem größeren Warenangebot auf den Weltmärkten geführt hat, in dessen Lauf eine Absenkung der Preise und ein abermaliges Ansteigen der Nachfrage die Folge war. Tendenziell unterliegt der Ölpreis, als weltweiter Hauptlieferant für Treibstoffe, hohen Schwankungen. Allerdings kam es in den 70er Jahren zu einem rasanten Anstieg der Ölpreise, um zwischen 1980 und 1998 wieder zu fallen (s. Abb. 2). In dieser Phase des Ölpreisrückgangs wurden wieder alle Orte der Welt als mögliche Produktions- und Absatzstandorte erkannt und es kam zu einer massiven Ausweitung der Globalisierung. Ein Indikator dafür sind die globalen Exporte, die in Abb. 4 dargestellt werden. Betrug der Zuwachs der Ausfuhren von 190 bis 1980 67,7% %, so erhöhte sich in der Zeit des Ölpreisrückgangs der Zuwachs von 1990 bis ca. 2000 um 86,7%. Damit ist auch eine Korrelation zwischen der Expansion der Globalisierung und der Ölpreisentwicklung nachweisbar.

3 Ökonomische Auswirkungen der Globalisierung

3.1 Die Verteilung des globalen Bruttoinlandsproduktes

Für das Jahr 2004 hat nach UN- Berechnungen das weltweite Bruttosozialprodukt eine Höhe von 40,96 Bio. US-$ erreicht (s. Abb. 7). Dieses entspricht einem Pro- Kopf- BIP von ca. 6.400 US-$(s. ebd.). Spitzenreiter mit dem höchsten BIP pro Kopf ist Luxemburg mit über 69.000 US-$, bei einer Bevölkerung von weniger als einer halben Millionen Menschen (s. ebd.). Dem folgen Norwegen mit ca. 54.000 US-$, die Schweiz mit über 49.000 US-$, Dänemark mit ca. 44.500 US-$, knapp gefolgt von Irland und erst auf Platz sechs die USA mit 39.650 US-$. Deutschland liegt mit einem BIP pro Kopf von 32.708 US-$ auf Rang 16 (s. ebd.).

Bemerkenswert bei dieser Auflistung ist die Tatsache, dass die ersten fünf Länder allesamt aus Europa stammen. Diese Länder des Nordens (gemeint ist hier die geographische Lage auf der Nordhalbkugel mit ihren klimatisch begünstigten Standorten) bilden lediglich 23 Mio. Menschen der knapp 6,4 Mrd. zählenden Erdbevölkerung ab. Das mit Abstand niedrigsten BIP pro Kopf weist dagegen Burundi mit 93 US-$ auf (s. ebd.).

Würde man die Länder der Erde in ökonomisch entwickelte, ökonomisch sich entwickelnde und die Staaten der GUS und Südosteuropas einteilen, so entfiele auf erstere mehr als ¾ des gesamten Bruttoinlandsproduktes der Weltwirtschaft. Knapp 20% wären den sich entwickelnden Staaten zu zuschreiben und ca. 2% würde auf die letzte Länderkategorie entfallen (s. ebd.). Wo allerdings die Grenze zwischen der ersten und zweiten Kategorie genau zu ziehen ist und ob diese Grenze einer kritischen Betrachtung standhalten könnte, bleibt allerdings offen.

Betrachtet man die absoluten Summen des erwirtschafteten BIP der einzelnen Länder, so liegen auf den ersten fünf Plätzen mit den USA, Japan, Deutschland, Großbritannien und Frankreich (s. Abb. 8) wiederum ausschließlich Länder des Nordens. Sie stellen weniger als 10% der Weltbevölkerung dar, verfügen aber zusammen über fast 60% des globalen BIP. Damit scheint das Argument vieler NGOs, das die Globalisierung nur den reicheren Ländern nützt und die ärmeren Länder nur eine geringe Partizipation an der globalen, ökonomischen Prosperität haben, belegt.

Die fünf Länder mit dem größten BIP sind auch unter den sog. „G7 Staaten“ der größten Industrieländer der Welt und unter den einflussreichsten Staaten in den letzten WTO- Verhandlungsrunden.

3.2 Rohstoffpreise

Ein wichtiger Indikator für die Entwicklung der Globalisierung sind die Preise für Industrie- und Ernährungsrohstoffe. Diese (außer Öl) haben besonders von 1975 bis 2000 einen erheblichen Einbruch erfahren (s. Abb. 6). Beide verlaufen im Trend fast parallel und konnten ab 2000 einen leichten Anstieg verzeichnen. Die Dollaraufwertung und die hohen Zinsen zu Beginn der achtziger und am Ende der neunziger Jahre bildeten dafür die Grundlage. Durch diese Vorgaben weiteten die Produzenten von Rohstoffen ihr Angebot aus, um ihre in Dollar zurück zu zahlenden Schulden bedienen zu können. Dies führte aber zur Absenkung der Marktpreise und somit zu verringerten Staatseinnahmen und einer Ausweitung der Verschuldung.

3.3 Ernährung, Land- und Forstwirtschaft und Fischerei

In Folge des grenzüberschreitenden Handels nimmt auch das Geschäft mit Nahrungsmitteln globale Ausmaße an. Die ständig wachsende Weltbevölkerung benötigt eine immer größer werdende Menge an Nahrungsmitteln, die aus immer geringerem Potential geschöpft werden muss. So nimmt z. B. in Folge der Wüstenbildung, Überschwemmung oder besonders langer Dürrezeiten die potentiell landwirtschaftlich nutzbare Fläche bzw. dessen Ernten ab. Daher werden die übrigen Nahrungsquellen mit besonderer Intensität bewirtschaftet, um einen möglichst optimalen Ertrag zu erhalten.

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Details

Seiten
19
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783638008440
Dateigröße
726 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v84546
Institution / Hochschule
Universität Hildesheim (Stiftung) – Betriebswirtschaftslehre
Note
2,7
Schlagworte
Auswirkungen Globalisierung Kooperation Ökonomie Ökologie

Autor

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Titel: Ökonomische und ökologische Auswirkungen der Globalisierung