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Unterrichtseinheit: Wasser – Symbol des Lebens und der Lebenserhaltung

Unterrichtsentwurf 2007 17 Seiten

Didaktik - Theologie, Religionspädagogik

Leseprobe

Inhaltsübersicht

1. Bedingungsanalyse
1.1 Zur Situation der Lerngruppe und zur Lernausgangslage
1.2 Sachanalyse

2. Didaktische Entscheidungen

3. Unterrichtsziele

4. Methodische Entscheidungen/Verlaufsplanung

Literaturverzeichnis:

Stellung der Stunde in der Unterrichtseinheit:

1. Vielgestaltigkeit des Wassers – Assoziationen zu Gestaltungsformen des Wassers (1 Std.) Anhand von einer Fantasiereise und dem „Fühlen“ von Wasser, sollen die Schülerinnen und Schüler auf das Thema eingestimmt werden. Mit Hilfe eines Brainstormings werden die Assoziationen zur Vielfältigkeit des Elements festgehalten und strukturiert. Anschließend werden drei Aufgaben vorgestellt, bei denen die Schülerinnen und Schüler diese Vielfältigkeit des Wassers auf unterschiedliche Weise erfahren können. Gruppen werden gebildet und Organisatorisches für die Gruppenarbeit geklärt.
2. Erfahrungen mit Wasser – Ganzheitliches Erleben des Elements „Wasser“ anhand von kreativ - gestalterischen Aufgaben (1-2 Std.) (gezeigt wird die erste Stunde) Die Schülerinnen und Schüler sollen ein Symbolverständnis für das Element „Wasser“ anbahnen, indem sie anhand von themenverschiedenen Gruppenarbeiten Zugänge zum Element Wasser“ finden.
3. Wasser als Element der Lebenserhaltung (Psalm 104,10-13) – Entdecken des Wassers als lebenserhaltendes Element anhand der Beobachtung einer Rose von Jericho und der panto- mimischen Darstellung des Aufblühens. (2 Std.) Die Schülerinnen und Schüler sollen durch das Betrachten der vertrockneten Rosen von Jericho die Lebensnotwendigkeit des Wassers erkennen. Durch das Begießen der Rose und das Aufblühen sollen sie die lebenserhaltende und –spendende Wirkung des Wassers entdecken. Die Schülerinnen und Schüler sollen dieses „Aufblühen“ nachempfinden, indem sie diese Wirkung des Wassers pantomimisch darstellen. Anhand des Psalmwortes 104,10-13 sollen die Schülerinnen und Schüler das Wasser als von Gott gegebenes, lebenserhaltendes Element kennen und schätzen lernen.
4. Deutung des Wassers als Element der Lebenserhaltung am Bespiel von Jesaja 44,3-4 und der Karikatur „Wie ein bewässerter Garten“ von Ivan Steiger. (1 Std.) Die Schülerinnen und Schüler betrachten und beschreiben die Karikatur „Wie ein bewässerter Garten“ von Ivan Steiger. Mit Hilfe von Jesaja 44,3-4 und ihres Vorwissens aus der letzten Stunde, können sie den Gärtner als Gott deuten. Die Schülerinnen und Schüler lernen die symbolische Bedeutung des Wassers als Zuwendung und Fürsorge Gottes kennen und nennen Verhaltensweisen, die für uns Menschen wie Wasser in einem vertrockneten Garten wirken können. Anhand der Verschriftlichung von diesen Verhaltensweisen auf Papierstreifen, werden die blühenden Blumen der Karikatur (Großformat) ergänzt.
5. Symbolische Übertragung von „Durst“ und „Aufblühen“ auf das eigene Leben anhand des Psalmwortes 63,2 und dessen positiver Fortsetzung. (1 Std.) Die Schülerinnen und Schüler lernen das Psalmwort 63,2 kennen und sollen dieses anhand ihrer Vorerfahrungen deuten. Die Schülerinnen und Schüler sollen entsprechende Erlebnisse aus ihrer Alltagswelt nennen und das Psalmwort mit dem Satz „Ich blühe auf, wenn…“ fortsetzen.
6. Jesus und die Samariterin (Joh 4,7-15) – Kennen lernen der biblischen Geschichte und entdecken der symbolischen Bedeutung von „Durst“ und „Wasser“ anhand eines Bodenbildes. (1 Std.) Die Schülerinnen und Schüler sollen die biblische Geschichte mit Hilfe eines Bodenbildes kennen lernen und dieses ergänzen, indem sie auf Kärtchen mögliche Gründe für den „Durst“ der Frau verschriftlichen und damit die symbolische Bedeutung von „Wüste“ erspüren und mit Inhalt füllen. Anhand der Gestaltung von „Wassertropfen“ sollen die Schülerinnen und Schüler Ideen verschriftlichen, womit Jesus der Frau helfen könnte.
7. Vertiefung der Symbolerfahrung des Wassers als Heilwerdung anhand des Bildes „Die Frau am Jakobsbrunnen“ von Sieger Köder und der Erstellunge einer Collage. (2 Std.) Die Schülerinnen und Schüler sollen das Bild betrachten, beschreiben und ihr Vorwissen reaktivieren. Die Schülerinnen und Schüler sollen die Symbolbedeutung des Wassers vertiefen, indem sie überlegen, wessen Durst sie löschen könnten und was das Wasser, übertragen auf ihre Situation, sein könnte. Die Schülerinnen und Schüler erstellen in Partnerarbeit eine Collage mit Bildern, die das „Wasserschenken“ in unserer Alltagwelt verdeutlichen.
8. Vertiefung der Symbolerfahrung des Wassers anhand des Liedes „Wo ein Mensch Vertrauen gibt“ von H. J. Netz und der Verschriftlichung eigener Strophen. (1 Std.) Anhand des Liedtextes „Wo ein Mensch Vertrauen gibt“ von H. J. Netz sollen die Schülerinnen und Schüler weitere Handlungen und Verhaltensweisen kennen lernen, die aus Wüsten Gärten machen. Die Schülerinnen und Schüler sollen diese symbolische Bedeutung des Wassers vertiefen, indem sie individuellen Strophen zu dem Lied verschriftlichen und singen.

1. Bedingungsanalyse

1.1 Zur Situation der Lerngruppe und zur Lernausgangslage

Seit Beginn des Schuljahres 06/07 unterrichte ich in der Klasse 3 im Rahmen meines eigenverantwortlichen Unterrichts das Fach evangelische Religion mit zwei Wochenstunden. Die Klasse 3 setzt sich aus zehn Mädchen und sieben Jungen im Alter von 8-10 Jahren zusammen. Die jüngsten Kinder der Klasse sind xxx, xxx, xxx, xxx und xxx, die mit fünf Jahren vorzeitig eingeschult worden sind. Die Schülerin xxx wiederholt das dritte Schuljahr; der Schüler xxx hat das zweite Schuljahr wiederholt. Aufgrund dessen gehören sie zu den ältesten Kindern der Klasse. Der türkische Schüler xxx gehört dem Islam an und nimmt auf Wunsch seiner Eltern nicht am Religionsunterricht teil. In den Religionsstunden ist xxx im Unterricht einer anderen Klasse und bearbeitet Zusatz- und Förderaufgaben.

Der bereits erwähnte Schüler xxx beteiligt sich selten am Unterrichtsgespräch und lässt sich schnell von seinen Mitschülerinnen und Mitschülern ablenken. Daher nimmt er häufig die gestellten Arbeitsaufträge nicht oder nur teilweise auf und beginnt selten, ohne eine Aufforderung meinerseits, mit der Arbeitsaufgabe. Ferner hat xxx noch große Schwierigkeiten eigene Texte selbstständig aus der Vorstellung zu verschriftlichen und braucht in schriftsprachlichen Arbeitsphasen immer wieder Unterstützung von mir.

Die Schülerin xxx ist grundsätzlich sehr an religiösen Themen interessiert und beteiligt sich aktiv am Unterricht, wobei sie nicht immer sachgemäß antwortet. Zudem ist sie häufig unkonzentriert und hat Schwierigkeiten eigene Gedanken zu verschriftlichen. Ferner fällt es ihr oft schwer, Zusammenhänge zu erfassen und Arbeitsaufträge aufzunehmen. Aufgrund dessen benötigt sie in den Arbeitsphasen besondere Hilfen und erneute Erklärungen von mir.

Hinsichtlich der sehr heterogenen Lerngruppe sowie der großen Leistungsunterschiede in Bezug auf die

Sprach- und Reflexionsfähigkeit, das inhaltliche Erfassen von Arbeitsaufträgen, die Genauigkeit von schriftlichen Ausführungen sowie das Arbeitstempo sind qualitative und quantitative Differenzierungsangebote notwendig[1].

Grundsätzlich zeigt die Klasse ein großes Interesse am Fach Religion und es herrscht ein angenehmes Lernklima. Die allgemeine Arbeitshaltung der Lerngruppe ist gut und die Lernbereitschaft und Motivation groß. Das Sozialklima ist durch einen freundschaftlichen Umgang miteinander und eine hohe Bereitschaft zur Toleranz und Hilfestellung schwächeren Schülerinnen und Schülern gegenüber geprägt.

Das ausgewählte Thema „Wasser – Symbol des Lebens und der Lebenserhaltung“ wird mit dieser Einheit erstmals im Unterricht behandelt. Vorerfahrungen und Erlebnisse mit dem Element „Wasser“ sind auf Grund des alltäglichen Umgangs mit Wasser sowie der Wohnortnähe zur Aller bei allen Schülerinnen und Schülern vorhanden. Hinsichtlich der Erschließung von Symbolen haben die Schülerinnen und Schüler bisher noch nicht viele Vorerfahrungen gesammelt. Sie kennen das Symbol „Kreuz“ und haben gelernt unterschiedliche Bilder von Gott zu deuten. Ferner sind sie mit der Bedeutung des Wassers beim Taufritual vertraut. Die Schülerinnen und Schüler dieser Lerngruppe befinden sich nach Fowler in ihrer Glaubensentwicklung auf der Stufe des mythisch-wörtlichen Glaubens. Auf dieser Entwicklungsstufe gewinnen Mythen, Geschichten und Symbole eine zentrale Bedeutung für die Lebensorientierung der Kinder, wobei Symbole noch eindimensional wörtlich verstanden werden[2]. In Bezug auf die geplante Stunde, sind die Schülerinnen und Schüler mit kreativ-gestalterischen Aufgaben vertraut. Das Arbeiten in Gruppen ist den Kindern bekannt wobei sie die Erarbeitung unterschiedlicher Aspekte zu einem Thema eher selten durchführen. Zudem sind sie es gewohnt in anderen Räumlichkeiten (Mehrzweckraum, Pausenhalle) zu arbeiten, und kennen die dort geltenden Verhaltensregeln.

Die Rituale habe ich erst seit kurzem eingeführt, wobei diese zukünftig noch automatisiert werden sollen. Das Präsentieren von Gruppenergebnissen vor den Mitschülerinnen und Mitschülern (vorlesen, demonstrieren) sowie das Reflektieren der Ergebnisse, ist den Schülerinnen und Schülern bekannt. Weiterhin ist die Lerngruppe grundsätzlich mit den, für diese Stunde benötigten Sozialformen (Halbkreissituation, Gruppenarbeit, Klassenunterricht), Organisationsformen (Kinositz, Arbeit in anderen Räumlichkeiten, freie Arbeit im Klassenraum) und Aktionsformen (sprachlich, schriftlich und fachorientiert) vertraut.

In der bisherigen Stunde zu dieser Einheit haben die Schülerinnen und Schüler die Vielfältigkeit des Elements „Wasser“ mit Hilfe eines Brainstormings in Form einer Wasserkarte herausgearbeitet. Darüber hinaus wurden zu drei unterschiedlichen Angeboten Gruppen gebildet (zwei Gruppen mit fünf Kindern, eine Gruppe mit sechs Kindern). Zusätzlich haben die Gruppen einen Experten bestimmt, der für die Bedienung des Kassettenrekorders zuständig ist (Gruppe 1 und 2). Hinsichtlich der großen Faszination, die mit dem Element „Wasser“ einhergeht, lässt die geplante Stunde ein erfolgreiches Arbeiten erwarten.

1.2 Sachanalyse

Der Begriff „Symbol“ stammt aus dem Griechischen (symballein) und bedeutet „Zusammengeworfenes“ oder „Sinnzeichen“. Dieser Begriff umfasst eine Fülle von Bedeutungen, die darin übereinstimmen, dass Symbole auf eine dahinter liegende Wirklichkeit verweisen, die erahnt oder gespürt werden kann. Nach H. Halbfas und P. Biehl kann alles (Laut, Schrift, Bild, Geste, Person) zu einem „Bedeutungsträger“ und somit zu einem Symbol werden.[3] Symbole sind nach H. Halbfas, P. Biehl und P. Tillich die einzige Sprache, in der sich religiöse Wirklichkeit unmittelbar ausdrücken kann; die Sprache der Religion. Weiterhin reicht die Wirkung der Symbole immer in die Gefühlswelt des Menschen und in die Tiefe seiner Seele. Zusammenfassend sind Symbole mehrdeutige (Selbst-), Ausdrucks- und Kommunikationsmittel, Verdichtungen menschlicher Erfahrungen, auch Glaubenserfahrungen an der Grenze zwischen Sag- und Nicht-mehr-sagbarem und stehen immer im Zusammenhang ihrer geschichtlichen und soziokulturellen Einbettung bzw. Begrenzung.[4]

[...]


[1] Vgl. 4.

[2] Vgl. Klappenecker, Gabriele: Praktische Theologie heute Bd. 36 – Glaubensentwicklung und Lebensgeschichte. Kohlhammer, 1998. S.159-160.

[3] Vgl. Noormann, Harry; Becker Ulrich; Trocholepczy: Ökumenisches Arbeitsbuch Religionspädagogik. Köln, Kohlhammer, 2000. S.149.

[4] Vgl. ebd. S.150.

Details

Seiten
17
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783638015165
ISBN (Buch)
9783638919524
Dateigröße
628 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v84498
Note
2,0
Schlagworte
Unterrichtseinheit Wasser Symbol Lebens Lebenserhaltung

Autor

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Titel: Unterrichtseinheit: Wasser – Symbol des Lebens und der Lebenserhaltung