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Roms Gründe für die Vernichtung Karthagos

Essay zum dritten Punischen Krieg

Essay 2003 5 Seiten

Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike

Leseprobe

Roms Gründe für die Vernichtung Karthagos

Essay zum dritten Punischen Krieg

Von Stephan-Pierre Mentsches

Das vorliegende Essay befaßt sich mit den Gedanken, die die römischen Verantwortlichen, also den Senat damals, 149 vor Christus, veranlaßten, das doch scheinbar am Boden liegende Karthago endgültig zu vernichten. Gab es berechtigte Gründe um ein weiteres Mal gegen den alten Feind zu intervenieren, oder war es nur politisches Kalkül? Warum mußte es letztendlich zur Zerstörung des Staates Karthago kommen?

Informationen für dieses Essay wurden hauptsächlich den zwei nun folgenden Werken entnommen:

- Huss, Werner; Karthago. Beck, München, 1995
- Vogt, Joseph (Hrsg.); Rom und Karthago: ein Gemeinschaftswerk. Koehler und Amelang, Leipzig, 1943

Zu Beginn soll zunächst einmal die Situation, seit dem Friedensschluß 201 und ihre Entwicklung bis zum Ausbruch des letzten Krieges 149 geschildert werden.

Nach Verlust des zweiten Punischen Krieges, waren Karthago strenge Auflagen für einen Friedensschluß gemacht worden. Vor allem militärisch war seine Souveränität stark eingeschränkt, ja de facto gar nicht mehr vorhanden. So mußte bis auf ein paar Schiffe die gesamte Flotte aufgegeben werden. Es war verboten außerhalb Afrikas Krieg zuführen und selbst in Afrika nur mit der Zustimmung Roms. Hinzu kam natürlich das Verbot, Gegner Roms zu unterstützen, ebenfalls durften keine Söldner auf italischem Gebiet angeworben werden. Des weiteren mußte Spanien aufgegeben werden, damit hatte Karthagos Existenz in Europa ein Ende. Letztlich mußten alle Gefangenen, Sklaven und Deserteure herausgegeben werden und Reparationen geleistet werden, die in Raten auf über 50 Jahre zu zahlen waren.

In den nächsten Jahren ergaben sich für die Karthager vor allem Probleme mit dem numidischen Nachbarn unter der Führung Massinissas. Dieser versuchte permanent sein Territorium auf Kosten Karthagos zu vergrößern. Immer wieder legte Karthago Beschwerde bei Rom ein, selbst wehren durften sie sich ja nicht, aber Rom entschied eigentlich immer zu Gunsten Numidiens.

Schließlich, im Jahre 150 wollten die Karthager diese Demütigung ihrerselbst nicht länger hinnehmen und griffen die Numider an. Der Feldzug ging völlig daneben, das karthagosche Heer wurde völlig aufgerieben; Rom jedoch hatte nun endlich einen Vorwand für den bellum iustum, einen gerechten Krieg gegen Karthago führen zu können und dieser endete nach erstaunlich langer Verteidigung 146 mit der Zerstörung der Stadt Karthago.

Welche Gründe hatte Rom nun für diesen finalen Feldzug? Rein rechtlich gesehen gab es keine Bedenken, der Friedensvertrag von 201 war klar verletzt worden. Jedoch war dies auch durch die Duldung der Schikanierungen der Karthager durch die Numider auch provoziert worden. Es muß also auch noch tiefere Gründe gegeben haben mit Karthago endlich reinen Tisch zu machen. Sicherlich gab es in Rom dauernd Stimmen die dafür plädierten, Karthago dem Erdboden gleichzumachen. Symbol für diese Partei ist Cato und sein berühmter Ausspruch: Karthago muß zerstört werden!

In der Literatur findet man vor allem drei Gründe die im Folgenden untersucht werden:

Da war zum einen die Furcht der Römer, irgendwann wieder gegen ein neu erstarktes Karthago antreten zu müssen. Vielleicht hatte man Angst vor einem neuen, an der Substanz zehrendem, Ringen.

Eine andere Theorie, die im 19. Jahrhundert aufkam, besagt, Rom hätte Karthago aus merkantilen Gründen vernichtet. Diese Theorie wirkt jedoch haltlos, wenn man sich die doch sehr unterschiedlichen wirtschaftlichen Denkweisen im 19. Jahrhundert nach, und im zweiten Jahrhundert vor Christus vor Augen hält.

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Details

Seiten
5
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638004091
Dateigröße
383 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v84227
Institution / Hochschule
Universität zu Köln – Institut für Altertum
Note
Schlagworte
Roms Gründe Vernichtung Karthagos

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Titel: Roms Gründe für die Vernichtung Karthagos