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Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz im Kontext des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes

Hausarbeit 2007 29 Seiten

Sozialpädagogik / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

0. Einleitung

1. Begriffsklärung und Grundlagen
1.1. Was ist Belästigung?
1.2. Was ist sexuelle Belästigung?
1.3. Wie häufig sind sexuelle Belästigungen am Arbeitsplatz?
1.4. Personenkonstellation in Belästigungssituationen
1.4.1. Wer sind die Belästiger?
1.4.2. Wer wird belästigt?
1.5. Welche Ursachen haben sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz?
1.6. Was sind die Folgen sexueller Belästigungen?
1.7. Präventive Maßnahmen gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz

2. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz
2.1. Historischer Exkurs zur Entstehung des AGG´s in Bezug auf sexuelle Belästigung
2.2. Was ist das AGG und wen schützt es?
2.3. Die Formen der Benachteiligung des AGG´s
2.4. Die Beweislast

3. Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz im Kontext des AGG´s
3.1. Fiktive Fallbeispiele zur sexuellen Belästigung am Arbeitsplatz
3.2. Definition von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz laut AGG
3.3. Welche Rechte hat ein Mitarbeit und welche Rechtsfolgen treten in Kraft bei Verstoß gegen § 3 Absatz 4 AGG?
3.4. Welche Rechte und Pflichten hat ein Arbeitgeber nach dem AGG?
3.5. Akuelle kritische Erfahrungen mit dem AGG
3.6. Politiken/Ausführungen/Reglungen zur sexuellen Belästigung im internationalen Vergleich

4. Resümee

II. Literaturverzeichnis

Vorwort

Bei sexueller Belästigung geht es primär um eine sensible gefühlsbetonte Angelegenheit, die eine massive Herabwürdigung des Persönlichkeitsrechts darstellt. Frauen sind überdurchschnittlich von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz betroffen, wenn sie sich beruflich noch nicht etabliert haben und sich in einem Abhängigkeitsverhältnis wie zum Beispiel in einer Ausbildung oder Probezeit befinden. Die Diskussionen zum Thema „sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz“ handeln meist von den Definitionen und Grenzfällen. Des Weiteren wird darüber debattiert, dass sexuelle Belästigung eine Einzelerscheinung sei und von überempfindlichen Frauen als Mittel zum Zweck missbraucht würde, damit diese sich an Männern rächen könnten. Die Belästigungen werden bagatellisiert, umgedeutet, verleugnet und verniedlichst. Die Gefühle der Frauen werden als überempfindlich, humorlos oder als prüde herabgewürdigt. In der Wirklichkeit sieht es jedoch anders aus. Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist überall da gegenwärtig, wo Frauen und Männer zusammenarbeiten und es kommt immer noch viel zu häufig vor. Das Problem der sexuellen Belästigung am Arbeitsplatz verschafft sich durch die erstmals 1990 durchgeführte Meinungsforschung des Bundesministerium für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit, mit dem erschreckenden Resultat, dass 72% aller berufstätigen Frauen eine Konfrontation mit sexueller Belästigung am Arbeitsplatz haben oder hatten, eine hohe Brisanz. Es wird eine Materie behandelt, die von Verlegenheit, Unsicherheit, Angst und Scham und folglich auch von Verdrängungen geprägt ist. Viele der betroffenen Frauen meinen, sie müssten damit alleine zu Recht kommen. Im Gegenzug ist häufig Hilflosigkeit und Abwehr eine Reaktion der Personalverantwortlichen auf das Thema.[1],[2],[3],[4]

0. Einleitung

Meine Hausarbeit mit dem Thema „Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz im Kontext des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes“ befasst sich mit den Folgen und Ursachen der Problematik. Das Phänomen der sexuellen Belästigung am Arbeitsplatz wird von mir von der Evolution beginnend bis hin zur aktuellen Entwicklung intensiv analysiert.

Heutzutage scheint sich das Thema immer noch in einer Grauzone zu befinden, obwohl seit August 2006 durch das in Kraft getretene Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) neue Möglichkeiten zur Verfügung stehen sich zu wehren.

Meine Aufgabe wird es sein, sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz im Kontext des AGG´s als Thema und Hilfestellung in der Sozialen Arbeit zu beleuchten. Meine Fragestellungen, die ich erforschen werde, lauten: „Was ist eigentlich sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz und wo fängt sie an? Betrifft dieses Phänomen lediglich Frauen oder auch Männer? In welchem Kontext nimmt das AGG Bezug auf die Thematik meiner Hausarbeit?“, und vor allem: „Welche rechtlichen Schritte können eingeleitet werden, wenn es zu sexuellen Übergriffen gekommen ist?“

Systematisch ist meine Hausarbeit so aufgebaut, dass ich zu Anfang einige Begriffklärungen sowie Grundlagen anführe, die für ein besseres Verständnis sorgen sollen. Daraufhin werde ich allgemeine Aspekte über die verschiedenen Personenkonstellationen in Belästigungssituationen erläutern. Die historische Entwicklung des AGG´s und die derzeitigen konkreten juristischen Vorgehensweisen sowie die Rechtsfolgen bei sexueller Belästigung am Arbeitsplatz werden ebenfalls thematisiert. Anschließend möchte ich noch einen Einblick über die Umsetzung des AGG´s in der Praxis gewähren, welches Kritik und Betrachtung zur Aktualität nach sich zieht. Den Abschluss meiner Hausarbeit bildet ein Resümee.

Aus praktischen Gründen habe ich im Wesentlichen die männliche Bezeichnung verwendet, wobei inhaltlich beide Geschlechter gemeint sind.

1. Begriffsklärung und Grundlagen

1.1. Was ist Belästigung?

Unter Belästigung ist ein grundloses und anhaltendes Interesse des Täters zu verstehen einem Opfer gegen seinen Willen Schaden zu zufügen. Ausschlaggebend ist hierbei, dass das Oper sich von den lästigen Verhaltensweisen des Täters eingeschränkt fühlt oder gar Schaden davon trägt. Der Täter praktiziert jenes Verhalten zum Beispiel durch Anrempeln, Beleidigungen, Entwürdigungen, Erniedrigungen oder aufdringlichem Ansprechen auf der Straße.[5],[6].

1.2. Was ist sexuelle Belästigung?

In meinen Recherchen bin ich auf eine Vielzahl von Definitionen von sexueller Belästigung gestoßen, jedoch existiert in der Literatur keine einheitliche Begriffsbestimmung.

Sexuelle Belästigung ist eine Form von Belästigung, die sich primär auf das Geschlecht bezieht. In den meisten westlichen Ländern gilt sexuelle Belästigung als Diffamierung und ist strafbar. Sexuelle Belästigung lässt sich in vier Kategorien einteilen, die der verbalen, der nonverbalen, der physischen sowie der sexuellen Erpressung. Im folgenden Abschnitt werden die einzelnen Kategorien erläutert.

Die verbale sexuelle Belästigung beinhaltet, dass Witze mit sexuellem Schwerpunkt sowie sexistische und geschlechtsbezogene entwürdigende Bemerkungen, geäußert werden. Anweisung zum Geschlechtsverkehr, Äußerungen über Figuren und sexuelles Verhalten sowie Avancen, die telefonisch als auch schriftlich getätigt werden können, fallen ebenfalls unter diese Kategorie. Die nonverbale sexuelle Belästigung basiert auf dem Anstarren, dem hinterher Pfeifen, dem Aufhängen von Pin-ups und pornographischen Werken sowie auffordernden Gesten. Die physische sexuelle Belästigung erklärt sich durch unerwünschten physischen Kontakt, Berührungen von Körperteilen wie Brust und Genitalien, erzwungene Küsse und Umarmungen sowie (versuchte) Vergewaltigung. Die vierte Kategorie besteht aus der sexuellen Erpressung. Diese beinhaltet das Ankündigen von Nachteilen bei sexueller Zurückweisung und dem Versprechen von Vorteilen bei sexueller Gefälligkeit. Das Ausnutzen von Abhängigkeitsverhältnissen am Ausbildungs- und Arbeitsplatz sind gravierend. Wird die Würde eines Individuums verletzt und kommt es zu vorsätzlichen Anfeindungen, Einschüchterungen, Herabsetzungen, Demütigungen und Beleidigungen ist von sexueller Belästigung die Rede.[7],[8],[9],[10]

Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist keine Seltenheit und wiederholt sich mehrfach. Sie findet nicht nur zu den regulären Arbeitszeiten statt, sondern auch in der Kantine, während den Pausen, auf Dienstreisen sowie Betriebsfeiern, in Fluren und in öffentlichen Arbeitsräumen oder in Treppenhäusern. Belästigung auf dem Weg von und zur Arbeit zählen ebenso dazu. Selbst wenn Opfer von Kollegen schamlose Anrufe nach Hause oder Briefe mit anstößigem Inhalt erhalten oder wenn sich Täter an Opfer außerhalb der Arbeitsstelle unerwünscht annähern, wird von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz gesprochen. Die sexuellen Übergriffe müssen nur in Zusammenhang zum Arbeitsverhältnis stehen.[11]

1.3. Wie häufig sind sexuelle Belästigungen im Arbeitsplatz?

Bei einer Dortmunder Studie wurden 4000 Frauen aus zehn verschiedenen Arbeitsgebieten und unterschiedlichen Bereichen befragt. Die Auswertungen ergaben, dass 72% der Frauen schon einmal in eine Situation gerieten, die als sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz zu definieren sein würde. Das bedeutet, dass mehr als 2/3 aller Mitarbeiterinnen sich mit dem Phänomen der sexuellen Belästigung am Arbeitsplatz auseinandersetzten mussten oder müssen. Jede Zweite war anzüglichen Äußerungen ausgesetzt, die sich auf ihr äußeres Erscheinungsbild oder ihr Privatleben bezogen. Jede Dritte hat bereits ungewollte Einladungen mit eindeutiger Absicht erhalten. Des Weiteren fand eine Konfrontation mit Po-Kneifen oder Klapsen und pornographischen Bildern am Arbeitsplatz statt. Jede Fünfte war der Situation ausgeliefert, dass ihr an die Brust gefasst worden war. Jede Sechste wurde Opfer von ungewollten Küssen, Belästigungen von Briefen sowie Telefonaten mit sexuellen Absichten. Jede Zehnte wurde zum Geschlechtsverkehr aufgefordert. Jede Zwanzigste hat berufliche Nachteile angedroht bekommen, falls sie sich sexuellen Aufforderungen widersetze. Fast jede Dreißigste war am Arbeitsplatz der Situation ausgeliefert, sich anzuschauen wie sich ein Mann im Genitalbereich berührte und wurde zu sexuellen Ausführungen genötigt.[12]

Laut einer 2002 durchgeführten Studie der Europäischen Kommission über sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz, waren zwischen 40% und 50% aller berufstätigen Frauen im Arbeitsalltag mindestens einmal sexuellen Aufdringlichkeiten ausgesetzt. Ferner hat das Ausbildungs-Zukunftsbüro azuro in Kooperation mit der DGB-Jugend und der Gruppe für sozialwissenschaftliche Forschung (GSF) im Jahr 2000 eine Untersuchung zur sexuellen Belästigung am Arbeitsplatz organisiert. Dabei wurden von 18.500 weiblichen Auszubildenden und Berufsschülerinnen in München 1062 befragt. Etwa die Hälfte der Befragten (45,5%) hatte schon Erfahrungen mit sexueller Belästigung am Arbeitsplatz machen müssen.[13]

1.4. Personenkonstellation in Belästigungssituationen

1.4.1. Wer sind die Belästiger?

Belästiger sind primär Männer. Im Allgemeinen sind es nicht gewalttätige Sittenstrolche, Triebtäter oder pervers veranlagte Einzelgänger wie man es klischeehaft annehmen könnte, sondern „ganz normale Männer“. Ebenso das Vorurteil, dass Belästiger allein stehende, ältere, vernachlässigte Männer ohne Anbindung an jegliche soziale Kontakte seien, stimmt nicht. Im Gegenteil, laut der Dortmunder Studie sind es verheiratete oder in fester Partnerschaft lebende Männer (69%). Ein minderer Teil sind Alleinstehende (13%) und Trennung lebende Männer (2%). Die Belästiger sind Kollegen (38%), Vorgesetzte (21%), Kunden, Klienten oder Patienten (14%), meist zwischen 30 und 50 Jahren alt (64%) und arbeiten erfahrungsgemäß bereits 10 Jahre oder noch länger im Betrieb.[14],[15]

1.4.2. Wer wird belästigt?

Laut der EU Studie zur sexuellen Belästigung sind nur 10% der Opfer Männer. Die Prozentzahlen sind in anderen Untersuchungen deutlich niedriger ausgefallen. Nach einer aktuellen Forschung der European Crime and Safety Survey (EU ICS), fühlen sich 0,8% der Männer als Opfer von sexuellen Übergriffen (s. Tab.1).[16]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 1: Sexuelle Übergriffe gegen Männer in EU-Ländern aus: Badenschier 2007.

In der Regel kann jede Frau Opfer werden, ganz unabhängig von ihrem Aussehen, ihrer Kleidung, ihrem Verhalten, ihrer beruflichen Position, ihrem Familienstand, ihrem Alter, ganz gleich, ob sie langjährige Berufserfahrung mit sich bringt oder eine junge Berufsanfängerin ist. Studien belegen, dass Frauen ohne Einfluss auf ihr Äußeres belästigt werden können. Es ist unabhängig, ob sie kurze Röcke, dekolletierte Ausschnitte tragen oder ganz im Gegenteil, sich unauffällig kleiden. Frauen sind nicht selbst daran schuld, dass sie Opfer von Belästigern werden. Eine solche Sichtweise würde beinhalten, dass Männer, aus biologischen Aspekten, sich nicht mehr unter Kontrolle hätten. Solch eine Einstellung kann niemals eine Entschuldigung oder Argument sein, Frauen zu belästigen.[17]

Allerdings lassen sich ein paar Besonderheiten erkennen, wodurch Frauen gefährdet sein könnten. 55% der belästigten Frauen sind unter 30 Jahre alt. Somit sind die meisten Opfer relativ jung. Dieses ist damit zu erklären, dass junge Frauen meist noch berufsunerfahren sind. Sie kennen sich noch nicht mit den Strukturen der Arbeitsstelle aus, die sozialen Kontakte sowie die Interaktion zu den Mitarbeitern ist noch nicht umfangreich ausgebildet. Die eben erwähnten Aspekte sowie die Tatsache, dass sich eine Frau in einem ungesichertes Arbeitsverhältnis oder in einer niedrigen Position befindet, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sie Opfer von sexueller Belästigung werden kann. Am meisten sind weibliche Auszubildende gefährdet, was nicht bedeuten soll, dass es nicht auch beruflich gefestigte Frauen treffen kann. Frauen, welche im Berufsleben Fuß fassen wollen, werden oftmals von Männern als Konkurrenz empfunden. Weibliche Vorgesetzte sind am Wenigsten gefährdet. 1% der Täter vergreift sich an ihnen.[18]

In der Praxis und in der Statistik sind kaum Beschwerden von Männern bekannt, die sich von Frauen belästigt fühlen. Belästigungen, die Männer erleben sind nicht mit denen der Frauen vergleichbar, weder über das Ausmaß noch über die Auswirkungen. Wenn Männer sich wehren, zeigt sich meist ein effektiver Erfolg und die Belästigung wird beendet - im Gegensatz zu Frauen, die meist weiterhin belästigt werden. Es ist auch kein Fall bekannt, bei dem es bei männlichen Opfern als Konsequenz der sexuellen Belästigung am Arbeitsplatz zu Kündigung oder zum Karriereabbruch kam, wohingegen es bei weiblichen Opfern durchaus der Fall ist.[19]

1.5. Welche Ursachen haben sexuelle Belästigungen am Arbeitsplatz?

Frauen werden von Belästigern nicht als gleichwertiger Mensch gesehen. Belästiger fühlen sich Frauen gegenüber überlegen und sind der Meinung ihre Dominanz offenkundig äußern zu dürfen. Diese Einstellung zu Frauen basiert auf der gesellschaftlichen Atmosphäre, da Frauen auf fast allen Ebenen minder wertgeschätzt werden als Männer. Besonders in der Berufswelt sind Männer es gewöhnt, das Sagen zu haben und zu dominieren. Im Gegensatz zu Frauen, die meist in einer geringfügig bezahlten und abhängigen Beschäftigung arbeiten. Daher ist sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz in der Gesellschaft als Machtmissbrauch und Minderbewertung von Frauen zu deklarieren. Sie ist eine Form von sexueller Gewalt und ist mit anderen Gewaltdelikten gleichzustellen. Sexuelle Belästigung ist nicht eine fehlgeleitete und aggressive Sexualität sondern basiert auf Aggression und Macht, welche auf sexuelle Art und Weise ausgedrückt wird. Das Ziel ruht auf der Ausübung von Befehlsgewalt und der Erniedrigung des Opfers. In diesem Kontext ist Sexualität lediglich das Mittel und nicht das Ziel. Bei einer gleichberechtigten Rangordnung zwischen Frauen und Männern, dient die sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz zur Verunsicherung der Konkurrentinnen und zum Aufbau von Überlegenheit und ist nichts anderes als ein Machtmissbrauch. Durch beruflich aufsteigende Frauen fühlen sich Männer in ihrer sozialen sowie beruflichen Situation und in ihrer männlichen Ehre bedroht. Mittels sexueller Belästigung versuchen Männer Frauen den beruflichen Aufschwung zu verhindern und sie auf „ihren Platz“ zu relegieren.[20],[21]

1.6. Was sind die Folgen sexueller Belästigung?

Abgesehen davon, dass das Betriebsklima, die Motivation und das Leistungsvermögen leiden, reagieren die Opfer bei sexuellen Übergriffen in der Arbeitswelt meistens mit Wut, Ärger, Aggression, Schrecken und Sprachlosigkeit. Des Weiteren wird Ekel, Verletztheit, Hilflosigkeit, Verunsicherung und Scham sowie Peinlichkeit bei den Opfern verspürt. Sie fühlen sich ausgeliefert, ohnmächtig, schweigen still über die Tat, um ihren Arbeitsplatz nicht zu gefährden oder einfach aus Angst. Frauen suchen primär die Schuld bei sich. Es kommt häufig zu Selbstzweifel, dass sie sich nicht richtig verhalten haben und sie vertrauen nicht auf ihr Gefühl. Häufig sind die weiblichen Opfer nicht in der Lage, den Tatbestand als sexuelle Belästigung einzugliedern. Die Folgen von sexuellen Belästigungen haben massive Auswirkungen auf die Opfer sowohl persönlich als auch beruflich. Es kann zu Depressionen, Essstörungen, Ängsten, Alpträumen, Schlafstörungen, Magen-Darmbeschwerden, allergischen Reaktionen sowie zu sexuellen als auch zu Beziehungsproblemen kommen. Meist versuchen Frauen den Tätern in der Berufswelt auszuweichen, sie vermeiden in Situationen zu geraten, in denen sie mit ihnen alleine sein könnten. Bei zu hoher Belastung reagieren Opfer mit der Konsequenz einer Kündigung, einen Antrag auf Versetzung, den Abbruch der Karriere oder mit einer in Kauf genommenen längerfristigen Arbeitslosigkeit. Häufig treten bei den Opfern Monate nach der Belästigung noch Spätfolgen auf.[22],[23]

1.7. Präventive Maßnahmen gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz

Um sich gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz zu wappnen, sind folgende präventive Maßnahmen hilfreich.

[...]


[1] vgl. Schnock, 1999, S. 13

[2] vgl. Arbeitsgemeinschaft der Frauenbeauftragten im Landkreis Hannover, 2002, S. 4

[3] vgl. Landeshauptstadt Hannover der Oberbürgermeister Gesamtpersonalrat 1999, S. 1

[4] vlg. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 2007

[5] vgl. Duden 1985, S. 185

[6] vgl. Wikipedia 2007

[7] vgl. Führing 2001, S. 15

[8] vgl. Wikipedia 2007

[9] vgl. Haug, Wittich-Neven 1997, S. 30

[10] vgl. Landeshauptstadt Hannover der Oberbürgermeister Gesamtpersonalrat 1999, S. 4

[11] vgl. Arbeitsgemeinschaft der Frauenbeauftragten im Landkreis Hannover 2002, S. 10 - 12

[12] vgl. Arbeitsgemeinschaft der Frauenbeauftragten im Landkreis Hannover 2002, S. 10 - 12

[13] vgl. Messinger 2004, S. 16

[14] vgl. Messinger 2004, S. 19

[15] vgl. Arbeitsgemeinschaft der Frauenbeauftragten im Landkreis Hannover 2002, S. 13

[16] vgl. Badenschier 2007

[17] vgl. Messinger 2004, S. 21

[18] vgl. Messinger 2004, S. 21

[19] vgl. Messinger 2004, S. 21

[20] vgl. Messinger 2004, S. 20

[21] vgl. Arbeitsgemeinschaft der Frauenbeauftragten im Landkreis Hannover 2002, S. 15

[22] vgl. Messinger 2004, S. 21

[23] vgl. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 2007, sexuelle Belästigung

Details

Seiten
29
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783638002462
ISBN (Buch)
9783638911054
Dateigröße
526 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v84209
Institution / Hochschule
Hochschule Hannover – Sozialwesen (Soziale Arbeit/ Sozialpädagogik)
Note
2
Schlagworte
Sexuelle Belästigung Arbeitsplatz Kontext Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes

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