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Sinkende Wahlbeteiligung - eine Gefahr für die Demokratie?

Hausarbeit 2007 10 Seiten

Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Trends zur sinkenden Wahlbeteiligung

2. Warum wählt wer nicht: Entwicklungen und Motive kurz skizziert

3. Nichtwahl als Normalisierungs- oder Krisensymptom

4. Motivation und Akzeptanz des politischen Systems seitens der Nichtwähler

5. Gefährdung der demokratischen Grundordnung und des Systems

Literaturverzeichnis

Einleitung

Wird anlässlich einer Bundes- oder Landtagswahl die Wahlbeteiligung bekannt gegeben, kann diese in den letzten Jahren nie die an sie gestellten Erwartungen zu erfüllen. Es scheint dieser Erwartungshaltung der Gedanke zu Grunde zu liegen, dass eine niedrige Wahlbeteiligung Unzufriedenheit mit dem politischen System und seinen Institutionen seitens der Wählerschaft symbolisiert.

Ziel dieser kurzen Arbeit soll es sein, einen kurzen Überblick über den aktuellen Diskurs bezüglich der Gefahren – sofern es diese gibt - geringer Wahlbeteiligung zu verschaffen. In einem ersten Schritt sollen kurz aus demokratietheoretischer Perspektive mögliche Interpretationen skizziert werden. Im weiteren Verlauf wird beschrieben aus welchen Gründen sich Bürger für oder gegen eine Wahlbeteiligung entscheiden. Basierend auf diesen Erkenntnissen zur individuellen Motivation sich an Wahlen zu beteiligen, soll erläutert werden, ob Teile der Nichtwählerschaft das politische System grundsätzlich in Frage stellen und ob von diesen konkret Gefahren für die Stabilität der Demokratie ausgehen.

Einleitend soll jedoch diskutiert werden, ob der Rückgang der Wahlbeteiligung überhaupt in dem Maß stattfindet, oder ob es sich viel mehr um eine Art medialen Hype handelt.

1. Trends zur sinkenden Wahlbeteiligung

Das die Wahlbeteiligung in Deutschland (und in allen westlichen Demokratien) stetig zurückgeht ist nicht vollkommen unumstritten und ist auch abhängig vom herangezogenen Vergleichszeitraum. So bemerken Aarts und Wessels, dass die Wahlbeteiligung nur in den letzten zwei Dekaden stetig abgenommen hat. Vergleicht man die Daten ab 1949, so erkennt man, dass die Beteiligungen zunächst angestiegen und dann bis in die frühen 80er Jahre relativ stabil waren. Es handelt sich also um ein vergleichsweise junges Phänomen. Gleichzeitig erkennen Sie in weiteren empirischen Untersuchungen zum Vergleich der Daten mehrer Europäischer Länder, dass die Entwicklungen in unterschiedlichen Ländern relativ unabhängig voneinander erfolgen, es sich also nicht um einen universellen Trend handelt.[1] Ihre Schlussfolgerung, dass vor allem situationsbezogene Faktoren bei jeder Wahl die Beteiligung am stärksten beeinflussen und so bei jeder Wahl separat nach Ursachen gesucht werden muss, ist zwar nicht falsch, blendet doch eindeutige Trends aus, die im folgenden kurz skizziert werden sollen.[2]

2. Warum wählt wer nicht: Entwicklungen und Motive kurz skizziert.

Zwei Bündel von Ursachen haben Einfluss auf die Wahlentscheidung jedes Individuums: Einerseits Eigenschaften des politischen Systems oder der Gesellschaft, also die Angebotsseite, andererseits die Eigenschaften der Wähler.[3]

Vor allem die Angebotseite besteht aus situativen Faktoren, die für engere Zeiträume oder auch einzelne Wahlen entscheidend wirken können, wie z.B. das spezielle Wahlkampfprogramm von Parteien und die Fragmentierung, die Wettbewerbssituation vor einer Wahl oder auch die kandidierenden Personen.[4] Hier sei auch erwähnt, dass es entscheidend ist wie Parteien, Inhalte, Situationen und Personen vermittelt und vom Wähler wahrgenommen werden. Bei den Eigenschaften der Wähler lassen sich aber doch zweifellos einige Trends erkennen. Wenngleich die These der überragenden Bedeutung des modernen, gut gebildeten Nichtwählers empirisch keine Bestätigung fand[5], bleibt doch bei fast allen Autoren die Erkenntnis, das es einige, dominierende Faktoren gibt, die die Wahlbeteiligung bestimmen, die sich im Zeitablauf zu Ungunsten der Wahlbeteiligung entwickelt haben.

[...]


[1] Vgl. Aarts, Kees/ Wessels, Bernhard: Wahlbeteiligung in Deutschland und bei europäischen Nachbarn, in: Falter, Jürgen W. / Gabriel, Oscar W. / Wessels, Bernhard (Hrsg.), Wahlen und Wähler. Analysen aus Anlass der Bundestagswahl 2002, Wiesbaden: Verlag 2005, S.597-599

[2] Vgl. ebd., S. 608-609

[3] Vgl. Gabriel, Oscar W./Völkl, Kerstin: Auf der Suche nach dem Nichtwähler neuen Typs. Eine Analyse aus Anlass der Bundestagswahl 2002, in: Brettschneider, Frank/van Deth, Jan/Roller, Edeltraud (Hrsg.), Die Bundestagswahl 2002. Analysen der Wahlergebnisse, Wiesbaden: Verlag 2004, S. 225

[4] Vgl. ebd. S. 227

[5] u.a. Vgl. Caballero, Claudia: Nichtwahl, in Falter, Jürgen W./Schoen, Harald (Hrsg.), Handbuch Wahlforschung, Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften 2005, S.353; Gabriel, O./Völkel, K.: Auf der Suche nach dem Nichtwähler neuen Typs., S. 239

Details

Seiten
10
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783638004824
ISBN (Buch)
9783656286585
Dateigröße
452 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v84091
Institution / Hochschule
Universität Potsdam – Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät
Note
2,0
Schlagworte
Sinkende Wahlbeteiligung Gefahr Demokratie Wahlen Wählerverhalten

Autor

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