Lade Inhalt...

Fundamentalistisch induzierte Krisen am Beispiel ausgewählter Fälle

Analyse, Prognose und Handlungsempfehlungen

Diplomarbeit 2007 100 Seiten

BWL - Wirtschaftspolitik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Grundlagen
2.1 Krisen und Krisenmanagement
2.1.1 Definition von Krisen
2.1.1.1 Krisenursachen
2.1.1.1.1 Endogene Krisenursachen
2.1.1.1.2 Exogene Krisenursachen
2.1.1.2 Verlauf von Krisen
2.1.1.3 Krisenarten
2.1.1.3.1 Schleichende Krisen
2.1.1.3.2 Ad-hoc-Krisen
2.1.1.3.3 Typologisierung von Krisen
2.1.2 Krisenmanagement
2.1.2.1 Proaktives Krisenmanagement
2.1.2.2 Reaktives Krisenmanagement
2.1.3 Krisenkommunikation
2.1.3.1 Defensive Krisenkommunikation
2.1.3.2 Offensive Krisenkommunikation
2.2 Fundamentalismus/Terrorismus
2.2.1 Definition Fundamentalismus und Terrorismus
2.2.2 Merkmale und Erscheinungsformen
2.2.3 Definition „fundamentalistisch induzierte Krisen“

3 Fallstudien
3.1. Terroranschläge in Urlaubsgebieten
3.1.1 Situation
3.1.2 Ursachen
3.1.2.1 Tourismus als taktisches Ziel
3.1.2.2 Tourismus als strategisches Ziel
3.1.2.3 Tourismus als ideologisches
3.1.2.4 Bedeutung der Medien
3.1.3 Auswirkungen
3.1.3.1 Auswirkungen auf das Destinationsimage und die Risikowahrnehmung von Touristen
3.1.3.2 Auswirkungen auf die touristische Nachfrage
3.1.3.2.1 Auswirkungen auf die Nachfrage in Ägypten
3.1.3.2.2 Auswirkungen auf die Nachfrage in Israel
3.1.3.2.3 Auswirkungen auf die Nachfrage in Tunesien
3.1.3.3 Abschließende Beurteilung der Auswirkungen von Terroranschlägen
3.1.4 Reaktionsmöglichkeiten/Handlungsempfehlungen
3.1.4.1 Ausarbeitung eines Krisenplanes
3.1.4.2 Erstellung eines Krisenkommunikationsplanes
3.1.4.3 Bestimmung des Krisenstabs
3.1.4.4 Kommunikationsstrategie
3.1.4.5 Zusammenfassende Empfehlungen der Handlungsstrategie
3.2 Gezielter Angriff eines deutschen Kernkraftwerkes durch Terroristen
3.2.1 Die Bedrohungslage
3.2.1.1 Atomkraftwerke als ideologisches Ziel
3.2.1.2 Mögliche Angriffsflächen eines Atomkraftwerkes
3.2.1.3 Sicherheitslage deutscher Atomkraftwerke
3.2.2 Mögliche Auswirkungen
3.2.3 Reaktionsmöglichkeiten/Handlungsempfehlungen
3.3. Der Fall „Mecca-Cola“
3.3.1 Situation/Ablauf
3.3.1.1 Die Markteinführung von Mecca-Cola
3.3.1.2 Nachahmerprodukte
3.3.1.3 Zam Zam Cola- die erste Cola für Moslems
3.3.1.4 Reaktionen von Coca Cola
3.3.2 Analyse und Ursachen
3.3.2.1 Mecca-Cola- eine fundamentalistisch induzierte Krise?
3.3.2.2 Krisenauslöser Boykott
3.3.2.3 Auswirkungen eines Boykotts
3.3.2.3.1 Wirtschaftlicher Druck
3.3.2.3.2 Imagedruck
3.3.3 Prognose
3.3.4 Reaktionsmöglichkeiten/Handlungsempfehlungen
3.3.4.1 Scanning und Monitoring-Ansatz zur Identifikation strategische Chancen und Risiken
3.3.4.2 Änderung der Krisenkommunikation
3.3.4.3 Abschließende Betrachtung

4 Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis VI

Anhang

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1 : Krisenursachen

Abb. 2: Krisenphasen nach Krystek

Abb. 3: Ausprägungen des Krisenmanagement in Abhängigkeit zu den Einzelnen Krisenphasen

Abb. 4: Definition „fundamentalistisch induzierte Krisen

Abb. 5: Ablauf terroristisch verursachter Krisen im Tourismus

Abb. 6: Anzahl der Abflüge nach Ägypten 1996-2006

Abb. 7: Prozentuale Veränderung deutscher Abflüge nach Ägypten

Abb. 8: Anzahl der Abflüge nach Israel 1996-2006

Abb. 9: Prozentuale Veränderung deutscher Abflüge nach Israel 1996-2006

Abb. 10: Anzahl der Abflüge nach Tunesien 1996-2006

Abb. 11 : Prozentuale Veränderung deutscher Abflüge nach Tunesien 1996-2006

Abb. 12: Darstellung eines Terroranschlages auf ein Atomkraftwerk in einer Risikomatrix

Abb. 13: Logos von Mecca-Cola und Coca Cola im Vergleich

Abb. 14: Einordnung des Falles Mecca-Cola in den zu untersuchenden Kontext

Abb. 15: Imagedruck im Zeitablauf

Abb. 16: Wirkungsebenen der Issues aus der Sicht von Coca Cola Abb. 17: Issues-Portfolio

Tabellenverzeichnis

Tab. 1 : Abflugdaten nach Ägypten 1996-2006

Tab. 2: Abflugdaten nach Israel 1996-2006

Tab. 3: Abflugdaten nach Tunesien 1996-2006

1 Einleitung

Seit dem elften September 2001 sind die Phänomene Fundamentalismus und Terroranschläge wieder sehr viel stärker in das öffentliche Bewusstsein gerückt. An diesem Tag wurde der westlichen Welt schmerzlich bewusst, dass auch sie angreifbar und verwundbar ist. Die Anschläge auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington brachten nicht nur zahlreiche Todesopfer und Verletze mit sich sondern hatten auch enorme Auswirkungen auf die gesamte Weltwirtschaft. Besonders die Luftfahrt- und Tourismusbranche bekamen die Folgen in den nächsten Jahren massiv zu spüren.

Die Anschläge des elften September 2001 haben die Welt wachgerüttelt und eine bis dahin fast verloren gegangene Sensibilität für unerwartet eintretende Krisen geschaffen. Auch in den Folgejahren rissen die Schreckensmeldungen über weltweite Terroranschläge islamisch-fundamentalistischer Gruppierungen nicht ab. Diese Vorfälle gaben den Denkanstoß zur vorliegenden Arbeit. Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung von Krisen, die im Zuge fundamentalistischer Aktivitäten entstehen. Hier geht es um eine Betrachtung aus betriebswirtschaftlicher Sicht. Es soll dargestellt werden, inwiefern der weltweit zunehmende Fundamentalismus und Terrorismus zu Unternehmenskrisen führen kann und wie diesem Problem aus unternehmerischer Sicht begegnet werden kann. Zu diesem Zweck wurden drei Fallbeispiele ausgewählt, anhand derer das Phänomen „fundamentalistisch induzierte Krisen“ genau dargestellt und analysiert wird.

Vorab wird der theoretische Bezugsrahmen mit einer allgemeinen Darstellung von Krisen- und Krisenmanagement aus betriebswirtschaftlicher Sicht hergestellt. Ebenso werden die Phänomene Fundamentalismus und Terrorismus vorgestellt. Den Abschluss des ersten Teiles der Arbeit bildet eine Definition des zu betrachtenden Problemfeldes „fundamentalistisch induzierte Krisen“.

Im zweiten Teil der Arbeit erfolgt eine Analyse anhand der Fallstudien­Terroranschläge in Urlaubsgebieten, gezielter Anschlag auf ein deutsches Atomkraftwerk und der Fall Mecca-Cola. In jeder Fallstudie erfolgt zunächst eine detaillierte Beschreibung der Krisensituation bzw. der Bedrohungslage. Anschließend werden in einer genauen Analyse die Ursachen und die Auswirkungen des jeweiligen

Krisentypus herausgearbeitet und erläutert. Abschließend werden für jeden Fall Reaktionsmöglichkeiten und Handlungsempfehlungen für betroffene Unternehmen vorgestellt.

Den Abschluss der Arbeit bildet ein Gesamtfazit, in dem auch ein Ausblick auf die zukünftig zu erwartende Entwicklung im Hinblick auf den Eintritt weiterer fundamentalistisch induzierter Krisen gegeben wird.

2 Theoretische Grundlagen

Bevor die Analyse der Fallstudien erfolgen kann, müssen zunächst einige theoretische Grundlagen vorangestellt werden. Daher wird in diesem Kapitel dargestellt, worum es sich bei den Begriffen Krise und Krisenmanagement handelt sowie eine kurze Darstellung des Phänomens Terrorismus/Fundamentalismus gegeben.

2.1 Krisen und Krisenmanagement

2.1.1 Definition von Krisen

Der Begriff Krise stammt ursprünglich von dem griechischen Wort „krisis“, welches im Deutschen so viel bedeutet wie Entscheidungssituation oder auch Höhepunkt bzw. Wende einer gefährlichen Entwicklung1. Somit wird bereits hier deutlich, dass der Begriff keineswegs nur negativ besetzt ist, sondern eindeutig ambivalenten Charakters ist. Dies wird auch deutlich, wenn man das chinesische Schriftzeichen für „Krise“ betrachtet: es setzt sich aus den Schriftzeichen für Gefahr und Gelegenheit zusammen,2 was somit auch unterstreicht, dass eine Krise nicht immer mit einem negativen Ausgang verbunden sein muss, sondern ebenso gut eine Chance für die Betroffenen sein kann.

Eine Unternehmenskrise, wie sie im Sinne der Betriebswirtschaftlehre von Interesse ist, zeichnet sich durch die folgenden Merkmale aus3:

- Die Existenzgefährdung, d. h der Fortbestand der Unternehmung ist durch die Krise gefährdet.
- Die Ambivalenz des Ausgangs der Krise, der „eine Vernichtung der Unternehmung als Extremform ebenso denkbar macht, wie eine erfolgreiche Bewältigung der Krise“4
- Die Gefährdung dominanter Ziele, wodurch die Krise für das betroffene Unternehmen erst mess- bzw. fühlbar wird
- Den Prozesscharakter einer Krise, was bedeutet, dass eine Krise kein statischer Zustand ist, sondern ein zeitlich begrenzter Ablauf verschiedener Phasen
- Die Steuerungsproblematik, was bedeutet, dass während einer Unternehmenskrise besonders hohe Anforderungen an die Führungsqualität gestellt werden
- Den Zeit- und Entscheidungsdruck, der sich dadurch ergibt, dass mit fortschreitendem Zeitablauf während des Krisenprozesses die Handlungsmöglichkeiten der Unternehmung immer mehr eingeschränkt werden.1

Zusammenfassend wird unter Berücksichtigung der oben genannten Elemente die nachfolgende Definition von KRYSTEK zugrunde gelegt:

„Unternehmungskrisen sind ungeplante ungewollte Prozesse von begrenzter Dauer und Beeinflussbarkeit sowie mit ambivalentem Ausgang. Sie sind in der Lage, den Fortbestand der gesamten Unternehmung substanziell und nachhaltig zu gefährden oder sogar unmöglich zu machen. Dies geschieht durch die Beeinträchtigung bestimmter Ziele (dominanter Ziele)... "2 2

Wie im vorangehenden Schaubild ersichtlich, lassen sich die Ursachen für Unternehmenskrisen bezüglich dem Ort ihrer Entstehung unterscheiden in endogene und exogene Krisenursachen:

2.1.1.1.1 Endogene Krisenursachen

Endogene Krisenursachen entstehen innerhalb der Einflusssphäre des Unternehmens. Beispiele hierfür sind die sog. Führungsfehler (Fehlentscheidungen des Managements) sowie zu geringe Eigenkapitalausstattung, Liquidationsprobleme, Produktfehler oder auch Veruntreuung.1

2.1.1.1.2 Exogene Krisenursachen

Exogene Krisenursachen haben ihren Ursprung außerhalb der Unternehmung bzw. in deren Umwelt. Hierzu zählen z.B. konjunkturelle Entwicklungen, strukturelle Veränderungen (z.B. Entwicklung neuer Technologien), staatliche Eingriffe auf das Unternehmen, Kriminelle und terroristische Anschläge, Streiks und vieles mehr.2

.1.1.2 Verlauf von Unternehmenskrisen

Wie bereits in Kapitel 2.1.1 erwähnt handelt es sich bei einer Unternehmenskrise nicht um einen statischen Zustand, sondern um einen dynamischen Prozess. Demnach kann man sie in verschieden Phasen unterteilen, Krystek nennt hierzu vier Phasen, vor deren Ausführung noch eine kurze grafische Darstellung:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Krisenphasen nach Krystek

Quelle: nach Krystek (1987), S. 29 ff.

- Die potenzielle Unternehmenskrise:

In dieser Phase handelt es sich lediglich um eine mögliche, also noch nicht reale Unternehmenskrise. Das Unternehmen befindet sich quasi im Normalzustand, es werden noch keine Krisensymptome wahrgenommen. Vielmehr geht es zu diesem Zeitpunkt darum, mögliche Krisen gedanklich vorwegzunehmen und mögliche Alternativpläne zu entwickeln, um so im Falle eines tatsächlichen Kriseneintrittes Zeit gewinnen zu können bzw. wenn möglich Maßnahmen zu entwickeln, um die Krise erst gar nicht entstehen zu lassen.1

- Die latente Unternehmenskrise:

Hier handelt es sich um eine verdeckt bereits vorhandene oder mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretende Krise, die mit herkömmlichen Mitteln noch nicht wahrgenommen werden kann. Mittels geeigneter Methoden der Frühaufklärung kann eine Krise jedoch bereits zu diesem Zeitpunkt wahrgenommen und somit in

ihrer weiteren Entwicklung auch beeinflusst werden. Während dieser Phase können noch akuten Zeitdruck Handlungsalternativen entwickelt werden.1

- Die akut/ beherrschbare Unternehmenskrise:

Der Beginn dieser Phase ist die unmittelbare Wahrnehmung der Krise und deren destruktive Wirkungen durch das Unternehmen. Das Unternehmen gerät immer mehr unter Zeitdruck und daraus resultierend auch unter Entscheidungs- bzw. Handlungszwang. Das Unternehmen muss immer mehr Kraft und Reserven zur Krisenbewältigung heranziehen. Diese Bindung der Potenziale zur Krisenbewältigung und die damit verbundenen Abwehraktionen können Signalwirkung haben und damit die Krise noch verschärfen. Dennoch kann man zu diesem Zeitpunkt noch davon ausgehen, dass das Unternehmen über genügend Krisenbewältigungspotenzial verfügt, um die Krise zu überwinden.2

- Die akut/ nicht beherrschbare Unternehmenskrise:

Diese Phase tritt ein, wenn es nicht gelingt, die Unternehmenskrise zu beherrschen. Die zur Verfügung stehenden Potenziale reichen nun nicht mehr aus, um die Krise zu bewältigen, was durch den zunehmenden Zeitdruck und dem damit verbundenen Wegfall von Handlungsmöglichkeiten verstärkt wird. Nun kann nur noch die Liquidation oder eine Sanierung erfolgen.3

An dieser Stelle muss noch erwähnt werden, dass die vier beschriebenen Krisenphasen einen idealtypischen Verlauf darstellen, der nicht unbedingt immer exakt in dieser Reihenfolge ablaufen muss. Er kann durch das Ergreifen geeigneter Gegensteuerungsmaßnahmen unterbrochen und gestoppt werden, was ja gerade das Ziel eines guten Krisenmanagements ist bzw. sein sollte. Eine Krise muss auch nicht mit der ersten Phase beginnen, sondern kann im Extremfall sogar direkt mit Phase vier ihren Anfang haben.4

2.1.1.3 Krisenarten

In diesem Kapitel werden zunächst kurz zwei grundsätzliche Arten von Unternehmenskrisen - schleichende Krisen und Ad-hoc-Krisen - vorgestellt. Anschließend folgt eine Typologisierung von Unternehmenskrisen anhand verschiedener Merkmale.

2.1.1.3.1 Schleichende Krisen

Schleichende Krisen entwickeln sich wie der Name bereits sagt langsam; sie durchlaufen nacheinander die oben beschriebenen Krisenphasen. Dies bedeutet, dass es sich zunächst nur um eine potenzielle, also eine theoretisch denkbare Krise handelt, die sich, wenn nicht eingegriffen wird zu einer latenten, von dort zu einer akut/ beherrschbaren und zuletzt zu einer akut/ nicht beherrschbaren Krise weiterentwickelt.

Dem Unternehmen bleibt also im Laufe dieser Entwicklung genügend Zeit mittels geeigneter Methoden der Frühaufklärung die möglichen Problemfelder aufzuspüren und geeignete Gegenmaßnahmen auszuarbeiten und zu implementieren, um den Krisenprozess in seinem Sinne zu beeinflussen oder sogar zu stoppen.

2.1.1.3.2 Ad-hoc-Krisen

Ad-hoc-Krisen entwickeln sich im Gegensatz zu schleichenden Krisen nicht langsam, sondern brechen sozusagen über Nacht in voller Härte über das Unternehmen herein. Das Unternehmen wird von der Krise sozusagen überrascht. Da die Führungskräfte mit dieser Situation überfordert sind, kann das Unternehmen mit dem Eintritt einer plötzlichen Krise quasi in einen Lähmungszustand versetzt werden. Der Grund für die Überforderung liegt in der vorliegenden komplexen Problemsituation, die gleichzeitig mit einem hohen Handlungsdruck einhergeht, für die jedoch keine Erfahrungen oder Lösungsvorschläge bereitstehen.1

2.1.1.3.3 Typologisierung von Unternehmenskrisen

Generell kann man Krisen in sog. Elementartypen von Unternehmenskrisen unterteilen, die wie folgt aussehen: 1

1. Ursachenbezogene Elementartypen von Unternehmenskrisen

Nach der Anzahl der Krisenursachen:

- unikausale Krisen
- mulitkausale Krisen

Nach der Lokalisierung der Krisenursachen:

- endogen induzierte Krisen
- exogen induzierte Krisen

Nach der Ambivalenz der Krisenursachen:

- Risiken
- Verpasste Chancen

2. Verlaufsbezogene Elementartypen von Unternehmenskrisen

Nach der Prozessdauer der Krise:

- kurz andauernde Krisen
- lang andauernde Krisen

Nach dem Aggregatzustand der Krise:

- potenzielle Krise
- latente Krise
- akute Krise

Nach der Beherrschbarkeit des Krisenprozesses:

- endgültig beherrschbare Krise
- vorübergehend beherrschbare Krise
- nicht beherrschbare Krise

Nach der Entstehungsdauer der Krise

- schleichende Krise
- Ad-hoc-Krise

3. Wirkungsbezogene Elementartypen von Unternehmenskrisen

Nach der Art der Wirkungen:

- Krisen mit überwiegend destruktiven Wirkungen
- Krisen mit überwiegend konstruktiven Wirkungen

Nach der Lokalisierung der Wirkungen:

- Krisen mit überwiegend internen Wirkungen
- Krisen mit überwiegend externen Wirkungen

Generell können Unternehmenskrisen nicht nur einem der oben genannten Elementartypen zugeordnet und erklärt werden. Vielmehr stellen sie meist eine Kombination aus den oben angeführten Krisenarten dar.

2.1.2 Krisenmanagement

„Unter Krisenmanagement werden die Aufgaben, Prozesse und Maßnahmen verstanden, die zur Prävention und Bewältigung von Krisen geplant und ergriffen werden.“1 Demnach kann man das Krisenmanagement in einen aktiven Teil, der die Krisenvermeidung zum Ziel hat und einen reaktiven Teil, in dem es um die Krisenbewältigung geht, einteilen.

Gemäß dem Vier-Phasen-Modell von Krystek wird das Krisenmanagement wie folgt aufgeteilt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Ausprägungen des Krisenmanagement in Abhängigkeit zu den einzelnen

Quelle: Jossé (2004), S. 73

2.1.2.1 Proaktives Krisenmanagement

Ziel des proaktiven Krisenmanagements ist die Vermeidung von Unternehmenskrisen. Demnach setzt es in den Phasen der potenziellen und der latenten Krise an, von denen noch keine akute Bedrohung ausgeht. Wie in der vorangegangenen Darstellung ersichtlich wird das proaktive Krisenmanagement unterteilt in antizipatives und präventives Krisenmanagement:2

- Antizipatives Krisenmanagement bezieht sich auf die potenzielle Unternehmenskrise. Mit Hilfe von Prognosen sollen hier mögliche Krisen geistig vorweggenommen und hierfür Alternativpläne entwickelt werden, um so einen Zeitgewinn für den Fall des überraschenden Kriseneintritts zu ermöglichen.3
- Präventives Krisenmanagement hat die latente Unternehmenskrise als Bezugspunkt. Hier sollen mit Hilfe von Frühaufklärung verdeckt bereits vorhandene Krisen aufgespürt und darauf aufbauend Maßnahmen erarbeitet und initiiert werden, um deren Ausbruch zu vermeiden.1

2.1.2.2 Reaktives Krisenmanagement

Das reaktive Krisenmanagement hat eher passiven Charakter, denn hier geht es um die Bewältigung bereits eingetretener Unternehmenskrisen, es gliedert sich in repulsives und liquidatives Krisenmanagement:2

- Repulsives Krisenmanagement bezieht sich auf die akut/ beherrschbare Krise. Man geht hier also von einer unternehmenserhaltenden Krisenbewältigung aus. Zentrale Aufgabe ist die Erarbeitung und Durchführung von Sanierungsmaßnahmen, um so die Krise zurückzuschlagen (Repulsion).3
- Liquidatives Krisenmanagement arbeitet in der akut/ nicht beherrschbaren Krise, d. h. es bestehen keine Überlebenschancen mehr für das betroffene Unternehmen. Ziel ist hier eine planvolle Liquidation durchzuführen, mit der die betroffenen Gruppen wie Anteilseigner, Kunden, Lieferanten und Mitarbeiter vor noch größeren Verlusten geschützt werden sollen.4

2.1.3 Krisenkommunikation

Ein wichtiger Bestandteil des Krisenmanagements ist die Krisenkommunikation, denn von ihr hängt eine erfolgreiche Krisenbewältigung bzw. der weitere Krisenverlauf in erheblichem Umfang ab. „Unter Krisenkommunikation wird dabei die gezielte Unterrichtung von Adressaten verstanden, nachdem die Krise eingetreten ist, bestimmte Personengruppen darüber Wissen erlangt haben und das Unternehmen- auf der Basis einer definierten Kommunikationsstrategie- weitere Details der Öffentlichkeit vermitteln muss oder auch nicht vermitteln will.“1

Sobald eine Krise offen zu Tage tritt, entsteht ein erhöhter Informationsbedarf in der Öffentlichkeit und den Medien und somit gewinnt die Kommunikation in kritischen Situationen immer mehr an Bedeutung. Ziel der Krisenkommunikation ist die Schadensbegrenzung, eine glaubwürdige Vermittlung des Unternehmensstandpunktes sowie die Erhaltung oder das Gewinnen des Vertrauens der Öffentlichkeit.2

Grundsätzlich hat das Unternehmen im Hinblick auf die Wahl der Krisenkommunikationsstrategie zwei verschiedene Möglichkeiten: die defensive oder die offensive Krisenkommunikation.

2.1.3.1 Defensive Krisenkommunikation

Die defensive Krisenkommunikation kennzeichnet sich dadurch, dass sie eine sehr zurückhaltende Art der Kommunikation ist. Das Unternehmen gibt Informationen über den Sachverhalt häppchenweise an die Adressaten und die Öffentlichkeit weiter. In manchen Fällen verschweigen Unternehmen direkt nach Bekannt werden der Krise die damit verbundenen Sachverhalte oder streiten sie schlichtweg ab. Das Unternehmen informiert die Öffentlichkeit erst dann, wenn nach seiner Meinung genügend Detailinformationen und Analyseergebnisse vorliegen. 3

Der Vorteil dieser Art der Kommunikationspolitik liegt darin, dass das Unternehmen zunächst die Krise nicht verstärkt, indem man sozusagen „Öl ins Feuer gießt“.

Der große Nachteil jedoch ist, dass man durch die eigene Zurückhaltung das Feld anderen Informationsquellen öffnet. Damit entsteht zwangsläufig auch Raum für Spekulationen und Gerüchte. Die Medien „enthüllen“ immer neue Sachverhalte und der kommunikative Schaden und die Krise werden damit oft noch verschlimmert. Das Unternehmen nimmt sich mit dieser Art der Kommunikation selbst die Möglichkeit, die Information, die an die Öffentlichkeit weitergegeben wird, zu beeinflussen und auch kann auch seine Sichtweise der Dinge nicht zum Ausdruck bringen.

Die größte Gefahr für das betroffene Unternehmen ist damit, dass es nicht nur einen Imageschaden erleidet, der im Krisenfall meist nicht vollständig vermieden werden kann, sondern dazu noch seine Glaubwürdigkeit in der Öffentlichkeit verliert.

Diese Art der Kommunikation macht nur unter den folgenden beiden Bedingungen Sinn: Erstens müssen stichhaltige Gründe für die öffentlich erhobenen Vorwürfe vorliegen, und der kritisierte Tatbestand kann seitens des Unternehmens weder beseitigt noch der Öffentlichkeit plausibel gemacht werden. Zweitens kann realistischerweise davon ausgegangen werden, dass sich die öffentliche Kritik in einem zeitlich begrenzten Rahmen halten wird und von dem Medien nicht zu einem Dauerthema gemacht werden wird. Nur wenn diese beiden Bedingungen gegeben sind, macht eine defensive Krisenkommunikation Sinn. In allen anderen Fällen ist sie aus den oben genannten Gründen als sehr gefährlich anzusehen.1

2.1.3.2 Offensive Krisenkommunikation

Die offensive Krisenkommunikation bedeutet, dass das Unternehmen Informationen möglichst frühzeitig und umfassend der Öffentlichkeit weitergibt und somit auch offen und ehrlich auftritt. Diese Art der Kommunikation hat auf den ersten Blick den Nachteil, dass die ersten Veröffentlichungen und Darstellungen in den Medien oft sehr umfangreich und auch durchaus reißerisch sind und dadurch eine hohe publizistische Krisenintensität gegeben sein kann. Dennoch überwiegen die Vorteile, die mit dieser Art der Krisenkommunikation verbunden sind. Das Unternehmen kann die Bildung von Gerüchten verhindern, indem es deutlich die Fakten (auch wenn diese zunächst einmal schmerzlich sein können) darstellt. So behält man zumindest teilweise die kommunikative Kontrolle über die Krise.

Falls dem Unternehmen selbst noch nicht alle Informationen, die zur Krise geführt haben, vorliegen, sollte es seine Informationsschwerpunkt zunächst auf die Bereitschaft, alles lückenlos aufzuklären und die Darstellung der hierzu eingeleiteten organisatorischen und inhaltlichen Maßnahmen legen. Damit kann das Unternehmen das Entstehen von Unsicherheit verhindern und behält seine Glaubwürdigkeit sowohl gegenüber der Öffentlichkeit als auch gegenüber den Journalisten, die über die Krise berichten.

Aus mittel- bis langfristiger Sicht ist diese Art der Krisenkommunikation wohl deutlich vorteilhafter als die Informationszurückhaltung, die bei der defensiven Strategie betrieben wird, da das Unternehmen dort Gefahr läuft, seine Glaubwürdigkeit für sehr lange Zeit zu verspielen.

Eine offensive Krisenkommunikation sollte unter anderem die folgenden Komponenten aufweisen:

- Eine möglichst rückhaltlose Informierung über die Krise, ihre Ursachen und Folgen aus der deutlich wird, dass das Unternehmen selbst aktiv zur Aufklärung der Krise beiträgt
- Es soll deutlich werden, dass das Unternehmen alles Menschenmögliche unternimmt, um den Schaden und die damit verbundenen negativen Folgen der Krise einzudämmen bzw. zu beseitigen. Der Hinweis auf andere Stellen, mit denen während der Krisenbewältigung zusammengearbeitet wird (z.B. Behörden), kann in einigen Fällen hilfreich sein
- Um glaubwürdig zu bleiben, müssen die Informationen auch authentisch vermittelt werden. Daher sollte derjenige in der Öffentlichkeit sprechen, der das Thema auch wirklich bearbeitet und nicht irgendein offizieller Sprecher
- Das Unternehmen muss seine Betroffenheit über die Krise deutlich machen und angemessen nach außen vertreten. Geschieht dies nicht, kommt es fast zwangsläufig zu einem irreparablen Imageschaden, der auch mit allen eingeleiteten Hilfsmaßnahmen und anderen Dingen kaum wieder zu beheben ist. Als Beispiel kann hierfür die Shell-Gruppe angeführt werden, die bis heute unter
einem stark angekratzten Image, das im Zuge der bekannten Tankstellenboykotte aus dem Jahre 1995 entstanden ist, zu leiden hat

- Nicht zuletzt sollte das Unternehmen auch deutlich machen, dass es aus der Krise lernen wird und sie auch als Chance für zukünftige Verhaltensänderungen nutzen wird1

Bei der Erarbeitung und Umsetzung einer offensiven Kommunikationsstrategie können die sechs Krisen-W-Fragen, die DREYER wie folgt definiert, helfen2:

ist passiert? wird informiert?

kann das Vertrauen erhalten bzw. wiedererlangt werden?

wird die Öffentlichkeit informiert?

kam es zur Krise?

wird Stellung genommen?

Geeignete Kommunikationsinstrumente werden in Bezug auf die in Kapitel drei dargestellten Fallbeispiele jeweils einzeln untersucht und dargelegt werden.

2.2 Fundamentalismus/ Terrorismus

2.2.1 Definition Terrorismus und Fundamentalismus

An dieser Stelle muss man zunächst anmerken, dass im alltäglichen Sprachgebrauch die Begriffe „Terrorismus“ und „Fundamentalismus“ häufig synonym verwendet werden. Da es sich hierbei allerdings um zwei verschiedene Sachverhalte handelt, muss dies bei der Definition berücksichtigt werden, weshalb die beiden Begriffe zunächst jeden einzeln definieren werden.

Terrorismus

Terrorismus kann definiert werden als „(...) bewusste Erzeugung und Ausbeutung von Angst durch Gewalt oder Drohung von Gewalt zum Zweck der Erreichung politischer Veränderungen^..). Der Terrorismus ist spezifisch darauf ausgerichtet, über die unmittelbaren Opfer oder Ziele des terroristischen Angriffs hinaus weit reichende psychologische Effekte zu erreichen. Er will innerhalb eines breiteren „Zielpublikums“ Furcht erregen und dieses dadurch einschüchtern; zu diesem Publikum können eine gegnerische ethische oder religiöse Gruppe gehören, aber auch ein ganzes Land, eine Regierung oder eine politische Partei oder die öffentliche Meinung im Allgemeinen. Der Terrorismus zielt darauf ab, Macht zu schaffen, wo es keine gibt, oder Macht zu konsolidieren, wo es nur sehr wenig davon gibt. Durch die Publizität, die sie mit ihren Gewaltakten erzeugen, versuchen Terroristen die Druckmittel, den Einfluss und die Macht zu erlangen, über die sie ansonsten nicht verfügen würden, um entweder auf regionaler oder auf internationaler Ebene politischen Wandel zu bewirken.“1

Fundamentalismus

Fundamentalismus bezeichnet eine geistige Strömung, die die Rückbesinnung auf die ursprünglichen Werte und Wurzeln einer Ideologie oder Religion fordert.2 Hierbei kann es sich sowohl um politische als auch um religiöse Grundsätze handeln. Diese werden von fundamentalistisch orientierten Bewegungen immer als die einzig richtige und umfassende Lösung aller Lebensfragen verstanden und somit besteht hier immer die Gefahr des religiösen und auch politischen Fanatismus.

Islamischer Fundamentalismus

Bei dieser Art des Fundamentalismus, die auch als Islamismus bezeichnet wird, handelt es sich um eine Strömung innerhalb der islamischen Welt, die die Wiedererrichtung eines islamischen Gottesstaates (Theokratie) auf der Grundlage der Scharia (islamisches Recht) zum Ziel hat.3

Auch Al Qaida, die wohl bekannteste Terroristenvereinigung der heutigen Zeit, verfolgt dieses Ziel und „legitimiert“ damit ihre Aktivitäten.

Die oben genannte Vermischung der beiden Begriffe stammt wohl daher, dass es sich bei den aktuellen und bekannten Terrorakten meist um fundamentalistisch und/ oder islamitisch induzierten Terrorismus handelt.

In dieser Arbeit liegt der Schwerpunkt auch in der Betrachtung dieser Art des Terrorismus und der damit verbundenen Krisen, weshalb auf andere Arten nicht näher eingegangen wird.1

2.2.2 Merkmale und Erscheinungsformen

Wie im vorangehenden Kapitel bereits zu erkennen, kann es sich zunächst um weltlichen oder religiösen Terrorismus handeln:

- weltliche Terroristen verfolgen entweder ideologische (z. B. sozialistische, anti­imperialistische oder faschistische) oder nationalistische Ziele (z. B. Autonomie oder Separatismus). Sie haben einen relativ engen Feindbegriff, nämlich die Repräsentanten des Staates.
- Religiöser Terrorismus hingegen kann zum einen stark religiös orientierte Ziele wie z.B. die Errichtung eines Gottesstaates oder die Einführung bestimmter Gesetze/Gebote zum Ziel haben oder aber stark am Jenseits orientiert sein (z.B. Eingang ins „Paradies“, Erlösung durch Begehen von Gewalttaten gegen die „Ungläubigen“). Diese Gruppen haben einen sehr weit gefassten Feindbegriff, nach dem quasi jeder zum potenziellen Feind wird sobald er als sog. „Ungläubiger“ entlarvt wird. Wer als Feind gilt, wird von der Gruppe selbst bestimmt. Meist steht solchen Gruppierungen ein geistlicher Führer vor, der die Regeln festlegt, nach denen innerhalb der Gruppen Entscheidungen getroffen werden. Hier ist noch anzumerken, dass die sog. Feinde oder Ungläubigen nicht nur aus einem anderen Religionskreis stammen, sondern auch durchaus aus der eigenen. Man wirft ihnen dann vor vom „rechten Glauben“ abgekommen zu sein oder gar mit dem „Feind“ unter einer Decke zu stecken. Gerade in der arabischen Welt kann man dieses Phänomen beobachten, wo islamistische Gruppierungen der islamischen Gesellschaft, vor allem aber der herrschenden Oberschicht Dekadenz und Verwestlichung vorwerfen. Daher können sich Angriffe religiös motivierter Terroristen sowohl gegen die eigene wie auch gegen fremde/ andersgläubige Bevölkerungsgruppen richten.

Da religiös orientierte Terroristen ihr Handeln als eine Art „göttliche Mission“, die ihnen auferlegt wurde, betrachten, bedürfen sie keinerlei weltlicher Legitimation und sind daher auch zu einem weit höheren persönlichen Einsatz (bis hin zum Selbstmordattentat) bereit.1

Neben dieser Unterscheidungsmöglichkeit kann man die Arten des Terrorismus noch nach dem Grad der geografischen Ausbreitung unterteilen:

- Nationaler Terrorismus findet innerhalb der Grenzen eines Staates statt, d.h. Terroristen und Opfer stammen aus demselben Land. Diese klassische Variante des Terrors stand und steht meist in Zusammenhang mit sozial-revolutionären Ideologien, Separatismus und religiösem Fundamentalismus. Typische Beispiele sind die nordirische IRA, die baskische ETA, die kurdische PKK und die deutsche RAF.

Ziele dieser Gruppen waren und sind stets die Veränderung einer nationalen Ordnung bzw. die Schaffung eines eigenen Staates. Die Attentate werden alle im Inland begangen und Ausländer werden nicht gezielt sondern eher zufällig zum Opfer.2

- Internationaler Terrorismus ist dann gegeben, wenn Terroristen gezielt Ausländer oder deren Eigentum attackieren. Die Ziele, die dabei verfolgt werden, sind dieselben, die auch beim nationalen Terrorismus angestrebt werden. Hinzu kommt allerdings, dass die Terroristen nun versuchen, durch ihre Angriffe gegen Ausländer auf die internationale Tagesordnung zu kommen und bei einem größeren Publikum Gehör zu finden. Sie hoffen so, internationale Solidarität zu erlangen oder, falls dies nicht gelingt, auf Schockeffekte, sodass die Welt den von ihnen beklagten lokalen Missstände nicht mehr länger ignorieren kann. Um international agieren zu können bildeten die vormals nur national agierenden Terrorgruppen „Filialen“, die sie vom weiterhin bestehenden „Stammsitz“ aus dirigieren. Verschiedene Terrorgruppen begannen zusammenzuarbeiten und seit den 80er Jahren werden sie auch von Drittstaaten (besonders durch Sicherheits­und Geheimdienste) unterstützt.

Typische Beispiel für diese Art des Terrors sind die Flugzeugentführungen palästinensischer Gruppen, die ab 1968 immer wieder stattfanden, und die bekannte Geiselnahme israelischer Sportler während der Olympischen Spiele 1972 in München.1

- Transnationaler Terrorismus ist wohl die aktuellste Form des Terrors und ist die Fortsetzung und Perfektionierung des internationalen Terrorismus.

Auch hier handelt es sich um grenzüberschreitende Aktionen verschiedener Gruppierungen. Diese haben aber im Gegensatz zum herkömmlichen internationalen Terrorismus keinen lokalen Bezugspunkt mehr, sondern sie sind transnationale Terrornetzwerke, die mehrere Staaten gleichzeitig vertreten und über Grenzen hinweg agieren. Transnationale Terrorgruppen benötigen keine „Kommandozentrale“ in einem bestimmten Land, um operieren zu können. Sie verlegen ihre Funktionsstellen immer je nach politischem und ökonomischem Vorteil an verschiedene Orte. Es handelt sich hier um Gruppen von „Gleichgesinnten“, die internationale Ziele verfolgen und in allen Teilen der Welt aktiv sind. Das Paradebeispiel dieser Art von Terrorismus ist wohl das Al-Qaida- Netzwerk Bin Ladens, das sich dem Kampf gegen die westliche Welt (vor allem die USA und Israel) und allen „korrupten“ (d.h. mit dem Westen zusammenarbeitende oder sogar den Westen unterstützende) arabischen Regime mit dem Ziel der Wiedererrichtung eines Kalifats in Form eines islamischen Imperiums verschrieben hat.2

[...]


1 Vgl. Duden-Redaktion (1990), S. 437

2 Vgl. Glaeßer (2005), S. 26

3 Vgl. Krystek (1987), S. 6

4 Krystek (1987), S. 6

1 Vgl. Krystek (1987), S .68 f.; Trauboth (2002),S. 19

2 Vgl. Glaeßer (2005), S. 29

1 Vgl. Krystek (1987), S .68 f.; Trauboth (2002),S. 19

2 Vgl. Krystek (1987), S. 70 f.; Trauboth (2002) S. 19

1 Vgl. Krystek (1987), S. 29 f.

1 Vgl. Krystek (1987), S. 30 f.

2 Vgl. Krystek (1987), S. 31

3 Vgl. Krystek (1987), S. 31

4 Vgl. Krystek (1987), S. 32

1 Vgl. Töpfer (1999), S. 16 f.

1 Vgl. Krystek (1987), S. 85 ff.; Jossé (2004), S. 47 f.

1 Glaeßer(2005), S. 40

2 Vgl. Krystek (1987), S. 106

3 Vgl. Krystek (1987). S. 107

1 Vgl. Krystek (2002), S. 99

2 Vgl. Krystek (1987), S. 106

3 Vgl. Krystek (2002), S. 100

4 Vgl. Krystek (2002), S. 100

1 Töpfer (1999), S. 45

2 Vgl. Dreyer u.a. (2001), S. 36

3 Vgl. Töpfer (1999), S. 45

1 Vgl. Mathes/ Gärtner/ Czaplicki (1991), S. 37

1 Vgl Mathes/ Gärtner/ Czaplicki (1991), S. 38 f.; Töpfer (1999) S. 46 f.

2 Dreyer u.a. (2001), S. 44

1 Hoffman (2002), S.56

2 Vgl. Duden (1990), S. 266

3 Vgl. Röhrich, W. (2005), S. 24ff.

1 Vgl. Schneckener (2005), S. 40 f.

2 Vgl. Schneckener (2005), S. 43

1 Vgl. Schneckener (2005), S. 43 f.

2 Vgl. Schneckener (2005), S. 44 f.

Details

Seiten
100
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783638877282
ISBN (Buch)
9783638939218
Dateigröße
854 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v83765
Institution / Hochschule
Fachhochschule Worms – FH Worms
Note
2,3
Schlagworte
Fundamentalistisch Krisen Beispiel Fälle

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Fundamentalistisch induzierte Krisen am Beispiel ausgewählter Fälle