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Grundbedürfnisse im Liberalismus und im Sozialismus

Hausarbeit 2001 18 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Grundbedürfnisse im Allgemeinen

2. Grundbedürfnisse im Liberalismus

3. Grundbedürfnisse im Sozialismus

4. Fazit

Quellen- und Literaturverzeichnis

Einleitung

Motivation für diese Hausarbeit war für mich das Seminar „Theorie der Bedürfnisse“, welches ich im Sommersemester 2001 besuchte.

Inhalt des Seminars war, wie der Titel schon sagt, die Bedürfnisse des Menschen, die Definition der Bedürfnisse, die verschiedenen Arten der Bedürfnisse, ihre Entwicklung usw.

Zunächst möchte ich mich mit den Grundbedürfnissen im Allgemeinen beschäftigen. Ich werde versuchen den Begriff `Grundbedürfnis` zu definieren. Unter anderem beziehe ich mich dabei auf die Aussagen von Hondrich, Fromm und auf die Bedürfnispyramide von Maslow.

Dann betrachte ich jeweils die Grundbedürfnisse im Liberalismus und im Sozialismus. In diesem Abschnitt vergleiche ich die jeweiligen Grundbedürfnisse in den beiden Herrschaftssystemen. Hier werden sich Gemeinsamkeiten und Unterschiede herauskristallisieren, die ich dann miteinander vergleiche.

Maßgebend werden mich bei dieser Arbeit die Schriften von Adam Smith, Karl Marx und Friedrich Engels unterstützen.

1. Grundbedürfnisse im Allgemeinen

Begriffsklärung

Zunächst beziehe ich mich auf die Aussagen Hondrichs[1] und betrachte danach die Aussagen von Fromm und Maslow.

Bedürfnis ist ein Gefühl des Mangels, verbunden mit dem Bestreben den Mangel zu beheben.

Die Bedürfnisse werden beeinflusst von ethischer Herkunft, Tradition, Arbeitsverhältnis usw. Denn sie werden u.a. geprägt durch Erfahrung, Lebenserfahrung aus Kindheit und Jugendalter. Soll heißen, dass bei zwei Menschen mit unterschiedlicher Bildung, Ausbildung und sozialer Stellung unterschiedliche Bedürfnisse vorhanden sind, da es u.a. zusätzlich authentische und manipulierte Bedürfnisse gibt. Manipulierte Bedürfnisse können z.B. von Medien suggeriert werden. Unter anderem sind die Biographien der Menschen sehr variabel geworden und sind längst nicht mehr so geradlinig. Daher gibt es auch eine Vielzahl an Bedürfnissen.

Von Natur aus ist der Mensch ein instinktreduziertes, unspezialisiertes, welt- und bedürfnisoffenes Wesen mit plastisch formbaren Antrieben. Beim Tier dagegen werden Verhalten und Bedürfnis durch Instinkte gesteuert. Instinktiv ist z.B. die Nahrungssuche und Nahrungsaufnahme, Fortpflanzung oder das Leben und Überleben.

Bedürfnisse richten sich nach Dringlichkeit. Es werden unverzichtbare und verzichtbare Bedürfnisse unterschieden. Diese sind Existenzbedürfnisse, kulturelle Bedürfnisse und Luxusbedürfnisse.

Basistriebe, wie der Arterhaltungstrieb bzw. der Sexualtrieb und der Selbsterhaltungstrieb, werden in Grundbedürfnisse und entwickelte Bedürfnisse unterteilt. Der Arterhaltungstrieb beim Tier und der Sexualtrieb beim Menschen sind Grundbedürfnisse. Hier hat man es mit hoch entwickelten Gefühlen zu tun. Dieses Bedürfnis ist kognitiv. Der Selbsterhaltungstrieb, welches ein entwickeltes Bedürfnis darstellt, ist dagegen affektiv, z.B. bei Gefahr oder die übermäßige Produktion von Lebensmitteln.

Die Grundbedürfnisse wiederum werden in physische und psychische Bedürfnisse unterschieden. Zu den physischen Bedürfnissen gehören z.B. das Wohnen, die Arbeit, Kleidung und Ernährung, soziale Kontakte (Gemeinschaft/ Bildung/ Kommunikation). Physische Bedürfnisse dienen dem Überleben. Psychische Bedürfnisse, welche der Selbsteinschätzung dienen, sind z.B. der Wunsch nach Sicherheit (Religiosität, Transzendenz), Wohlergehen/ Wohlbefinden, Liebe und Schlaf.

Entwickelte Bedürfnisse sind zum Teil von Medien beeinflusste bzw. suggerierte Bedürfnisse. Z.B. wird der Konsum maßgeblich von der Werbung beeinflusst. Zu den entwickelten Bedürfnissen gehören z.B. der soziale Status, Partizipation, Transzendenz und auch kulturelle Bedürfnisse.

Produktion und Reproduktion beeinflussen und verändern somit die Bedürfnisse und führen dadurch zu deren Evolution. Die Lebenserhaltung und die Lebenssteigerung bzw. die Steigerung des Lebensstandards dienen also den Bedürfnissen.

Bedürfnisse werden zu aller erst durch Sozialbeziehung erzeugt in Auseinandersetzung mit der sozialen Umwelt. Dies sind die so genannten sozialgeformten Bedürfnisse.

Durch die Evolution der Gattung Mensch über Naturgeschichte hin zur Sozialgeschichte bis zur heutigen Individualgeschichte leidet die Gemeinschaft, die Gemeinschaftsziele und Gemeinschaftsvorstellungen.

Basistriebe bzw. Basisbedürfnisse werden biologisch vererbt und gesellschaftlich vermittelt. Sie sind zudem gesellschaftlich veränderbar, da sie sehr plastisch sind bzw. der Mensch ein sehr neugieriges Wesen ist. Durch diese Neugier kann es unter Umständen auch zu einer Pervertierung, Luxutierung oder Verselbständigung der Bedürfnisse kommen. Dies sind dann die negativen bzw. degenerativen Seiten der menschlichen Bedürfnisse.

Es gibt auch noch die universalen Bedürfnisse. Dies sind konstante unveränderliche Bedürfnisse, die über alle Epochen hinweg bestehen.

Karl Marx sagte einmal dazu:

„Das Bedürfnis schafft nicht nur ein Produkt, sondern das Produkt schafft auch ein Bedürfnis“

Es gibt somit eine Wechselseitige Beziehung zwischen Produkt und Bedürfnis. Beeinflusst werden diese z.B. durch Leitbilder der Medien, Werbung und Zeitgeist. Der Mensch hat z.B. ein Bedürfnis nach Unterhaltung. Durch Erlebnisarmut entsteht Langeweile und dadurch entsteht wiederum ein Defizit, welches versucht wird auszugleichen. Dieses Bedürfnis nach Unterhaltung oder nach immer intensiveren Reizen und dem immer höheren Adrenalinschub ist z.B. auch eine Ursache für viele Extremsportarten.

Es gibt natürlich viele verschiedene Ansichten über die Bedürfnisse, deren Definition usw.

Zwei von ihnen wurden zum einen von Erich Fromm und zum anderen von Abraham H. Maslow aufgestellt, welche ich jetzt als nächstes nacheinander betrachten werde.

Bedürfnishierarchie nach Maslow

Maslow entwickelte in den späten sechziger Jahren seine Theorie von den menschlichen Bedürfnissen. Er glaubte, dass Menschen bestrebt sind, die höchsten Stufen ihrer Fähigkeiten zu erreichen. Er glaubte nicht, dass Menschen nur durch mechanische Zwänge oder durch unbewusste instinktive Antriebe gesteuert werden. Menschen suchen die Grenzen der Kreativität, und bemühen sich, die höchsten Stufen des Bewusstseins und der Klugheit zu erreichen. Maslow stellte die hierarchische Bedürfnistheorie auf. Alle basaleren Bedürfnisse wurden am unteren Teil und die die höchsten Potentiale des Menschen betreffen, an der Spitze platziert. Diese hierarchische Theorie kann als Pyramide gesehen werden, der untere Teil der Pyramide ist besetzt mit Leuten, die sich nicht auf Werte konzentrieren, sondern nur aufs überleben. Eine Person, die verhungert, träumt von Essen, denkt an Nahrung und an nichts sonst.

Maslow`s Theorie der Bedürfnisse beinhaltet sieben Stufen:

1. Physische Bedürfnisse - biologische Bedürfnisse wie Nahrung, Schlaf und Sexualtrieb

- sind die stärksten Bedürfnisse, fehlt es an einem oder mehreren dieser Dinge, könnte oder würde der Mensch

sterben

2. Sicherheitsbedürfnis - Suche nach Sicherheit, Stabilität, Geborgenheit, Schutz und Angstfreiheit

- Bedürfnis nach Struktur, Ordnung, Gesetz und Grenzen

3. Bedürfnis nach Zugehörig-

keit und Liebe - Bedürfnis Einsamkeit, Ächtung, Zurückweisung, Isolierung und Entwurzelung zu entgehen

- Bedürfnis nach Liebe, Kontakt und Zuneigung

4. Bedürfnis nach Achtung - Bedürfnis nach Stärke, Leistung, Bewältigung und Kompetenz

- Bedürfnis nach Anerkennung, Aufmerksamkeit, Würde,

Status und Wertschätzung

- werden diese Bedürfnisse nicht erfüllt, fühlt sich die

Person minderwertig, schwach, hilflos und wertlos

5. Bedürfnis nach Selbst-

verwirklichung - Verlangen nach Selbsterfüllung

- Aktualisierung der eigenen Möglichkeiten
- Bedürfnis kreativ zu sein
- Erfüllung der individuellen Bedürfnisse
- ist ein fortwährender Prozess

6. Verlangen nach Wissen und Verstehen

7. Ästhetische Bedürfnisse

Jede Stufe der Pyramide ist abhängig von der vorherigen Stufe, d.h. die Befriedigung eines basaleren Bedürfnisses ist die Voraussetzung für das Auftauchen des nächst höheren.

Jeder Mensch versucht alle diese Stufen zu erreichen. Wenn ein Mensch alle sieben Stufen erreicht bzw. alle diese Bedürfnisse befriedigt hat, hat er sich selbstverwirklicht und ist im Grunde genommen „Vollkommen“.

Dies sind die so genannten B – Werte. Diese sind im Allgemeinen in den persönlichen Zielen jeder Religion zu finden. Menschen werden vor allem von Gefühlen angezogen, die durch die B – Werte produziert werden, denn jeder Mensch sucht irgendwie und irgendwo nach Anerkennung. Und jeder Mensch hat als Ziel sich selbst zu verwirklichen und glücklich zu werden.

[...]


[1] Menschliche Bedürfnisse und soziale Steuerung als sozialwissenschaftliches Problem / Hondrich, K.-O., - 1. Aufl.- Hamburg: Rowohlt Verlag, 1975

Details

Seiten
18
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783638153324
ISBN (Buch)
9783656448174
Dateigröße
503 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v8342
Institution / Hochschule
HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst - Fachhochschule Hildesheim, Holzminden, Göttingen – Sozialpädagogik
Note
3
Schlagworte
Grundbedürfnisse Liberalismus Sozialismus Theorie Bedürfnisse

Autor

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Titel: Grundbedürfnisse im Liberalismus und im Sozialismus