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Meditation in Kindergarten und Schule - Die Stille als wesentlicher Bestandteil des Unterrichts

Seminararbeit 2006 11 Seiten

Pädagogik - Schulpädagogik

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Hauptteil
2.1. Meditation im Allgemein
2.1.1. Allgemeine Definition
2.1.2. Ursprünge der Meditation
2.2. Meditieren mit Kindern
2.2.1. Was bei der Durchführung meditativer Übungen zu beachten ist
2.2.2. Verschiedene Meditationsformen und ihre Wirkung auf Kinder
2.2.3. Warum mit Kindern meditieren
2.3. Die Stille im Unterricht
2.3.1. Die Stille als Teil der Klassendisziplin
2.3.2. Die innere Bereitschaft der Kinder
2.3.3. Ziele und Folgen der Stille als Teil des Unterrichts
2.3.3.1. Ausgleichende Funktion
2.3.3.2. Bildende Funktion
2.3.3.3. Keine disziplinierende Funktion

3. Schluss

Literatur- und Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Die Lebensbedingungen, -verhältnisse und -strukturen haben sich im Vergleich zu früheren Zeiten beachtlich verändert. Vor allem in der Welt der Kinder stellen sich heute bedeutend andere Schwerpunkte heraus, denn in der heutigen Zeit werden diese immer mehr durch Medien und neue Technologien in ihren Gedanken und Meinungen beeinflusst. Neben den vielen positiven Aspekten dieser Tatsache gibt es auch negative, denn Kinder haben durch den großen Einfluss der Medien nur noch selten die Möglichkeit, sich mit den eigenen Gefühlen und Empfindungen zu beschäftigen und auseinander zu setzen Ich habe daher die Meditation als Thema gewählt, die eine der Möglichkeiten ist, den Kindern zu zeigen, wie es ist, sich mit sich selbst zu beschäftigen und ihnen den Weg zu ihren individuellen Empfindungen aufzuzeigen.

Es ist wichtig zu ergründen, welche Rolle die Meditation in Schulen beziehungsweise als Teil des Unterrichtes spielt und inwiefern sie sich auf die Kinder auswirkt. Obwohl die Meditation oft mit einer religiösen Bedeutung in Verbindung gebracht wird, ist es Ziel meiner Arbeit herauszustellen, was die Meditation, von anderen Seiten betrachtet, auch im Unterricht für Auswirkungen hat. Dabei werde ich ganz besonders auf die Stillemeditation eingehen, denn ich will neben dem Aspekt der Persönlichkeitsprägung der Kinder weitere Vorteile der Stillemeditation im Unterricht ergründen und damit die Frage diskutieren, ob die Meditation als Mittel der Unterrichtsgestaltung geeignet ist.

2. Hauptteil

2.1 Meditation allgemein

2.1.1 allgemeine Definition

Es gibt keine eindeutige Definition der Meditation, denn sie lässt sich aus verschiedenen Perspektiven betrachten und anders auslegen. Außerdem wird die Meditation in den unterschiedlichsten Bereichen, wie zum Beispiel der Religion, der Neurobiologie oder der Physiotherapie mit unterschiedlichen Zielen eingesetzt und hat damit eine Vielfalt an Definition. Eine sehr allgemeine Definition lässt sich in der Brockhaus- Enzyklopädie (1971) finden. Dieser Definition zufolge ist Meditation eine „durch entsprechende Übung bewirkte oder angestrebte geistig-geistliche Sammlung“, um „von körperlicher Entspannung und Haltung unterstützt, den Menschen zu seinem eigenen innersten Grund“ zu führen. Das Wort „Meditation bezeichnet einmal den Zustand des „geistigen Bei-sich-seins“, als auch den dazu führenden Übungsweg.[1]

2.1.2 Ursprünge der Meditation

Meditation ist für die meisten östlichen Religionen, wie dem Hinduismus, dem Buddhismus und dem Taoismus sehr grundlegend, wobei die Meditation als eine Versenkung in einen speziellen Bewusstseinszustand verstanden wird. Doch auch für das Gebet im Christentum, dem Islam und dem Judentum, wobei die Zwiesprache mit Gott im Vordergrund steht, spielt die Meditation eine beachtliche Rolle. Auf Grund dessen bringen viele Menschen die Meditation mit einem religiösen Inhalt in Verbindung. Zwar kann man ihre die fundamentalen Ursprünge in den verschieden Religionen wieder finden, doch mittlerweile entwickelte sich eine neue Bedeutung der Meditation.

Schon in den sechziger Jahren stellte Bhagwan Shree Rajneesh eine Verbindung zwischen der indischen Meditation und der westlichen Physiotherapie her.[2]

Die Veränderung der Meditation wird deutlich, sobald ihre heutige Bedeutung betrachtet wird, denn mittlerweile wird die Meditation häufig als nichtreligiöse Methode zur Entspannung und dem Abbau von Stress eingesetzt.

2.2 Meditieren mit Kindern

Heutzutage klagen viele Pädagogen über laute, unkonzentrierte, gereizte und unkontrollierte Kinder, was sich insbesondere durch Wutausbrüche und Aggressionen äußert. Die Ursachen dafür sind unter anderem Reizüberflutung durch die Medien, starker Leistungsdruck und Familienstress, wie zum Beispiel Scheidung der Eltern. Außerdem treffen in den verschiedenen pädagogischen Einrichtungen, wie Kindergarten und Schule, Kinder aus sehr unterschiedlichen familiären Verhältnissen und den damit verbundenen Erziehungsstilen zusammen. Auch dies kann zu Stress und Unruhen in einer Kindergruppe führen.

Die Meditation kann eine Methode sein, um diese Probleme und Schwierigkeiten zu vermindern beziehungsweise zu beseitigen

2.2.1 Was bei der Durchführung der Meditation mit Kindern zu beachten ist!

Wichtig ist, dass die Pädagogen, die die Meditationsübungen mit den Kindern durchführen, selbst regelmäßig meditieren und die notwendige Erfahrung mitbringen. Außerdem müssen sie während den Übungen eine sehr ruhige Ausstrahlung vermitteln, um den Kinder ein Vorbild zu sein und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich anpassen zu können.

Es sollte die passende Atmosphäre geschaffen werden, denn die Kinder müssen sich in ihrer Umgebung wohl fühlen, um die nötige Bereitschaft für die Übungen aufbauen zu können und Neugierde zu entwickeln. Darüber hinaus ist die innere Entspannung der Kinder sehr wichtig, um sich auf die Übungen einlassen und konzentrieren zu können. Um diese Konzentration zu unterstützen, sollten die Kinder keinen Ablenkungen ausgesetzt sein und die passende Sitzhaltung einnehmen.

Des Weiteren ist auf die Auswahl von Zeit und Raum zu bedenken, denn der Raum sollte groß genug sein, um einen Stuhlkreis bilden zu können. Außerdem sollte der Pädagoge darauf achten, dass die Meditationsübungen nicht zu zeitaufwendig sind, da sonst die Gefahr besteht, dass die Kinder ihre Konzentration nicht halten können.

Die Vorbereitung für die Meditationsübungen ist sehr genau zu planen, am besten mit den Kindern zusammen. Die dafür benötigten Materialien sollten alltagsgetreu sein, eine gute Qualität haben und den Kindern die Möglich bieten, ihre Sinnesorgane sinnvoll einzusetzen. Es könnten unter anderen Materialien aus der Natur, Bilder, Texte und Geräusche verwendet werden.

Zum passenden Alter der Kinder ist zu sagen, dass Kinder nie zu jung sind, um Meditationsübungen durchführen zu können, da sie schon von Natur aus meditative Ansätze mitbringen, worauf im dritten Teil dieser Arbeit noch genauer eingegangen wird.

Darüber hinaus sollten die Pädagogen darauf achten, dass sie keine zu hohen Erwartungen an die Kinder haben, denn anfangs können sich diese nicht sofort mit der neuen Situation identifizieren. Sollte zum Beispiel Gelächter ausbrechen, ist die Übung sofort zu beenden, um eine gezwungene Situation zu vermeiden. Außerdem ist zu erwähnen, dass der Pädagoge später mit den Kindern über die abgebrochene Übung spricht, um ihnen die Möglichkeit zu geben, sich zu äußern und die entstandenen Probleme gemeinsam zu analysieren.

Bei der Besprechung nach einer ausgeführten Übung ist zu beachten, dass kein Kind in seiner Meinung kritisieren wird, denn dies würde das Selbstbewusstsein schwächen und die Kinder könnten sich in den Gesprächen nicht mehr offnen. Des Weiteren sollte auf die Bereitschaft der Kinder, die nur durch die freiwillige Basis der Übungen entwickelt werden kann, eingegangen werden, um eine entscheidende Grundlage zu schaffen.

Abschießend ist zu sagen, dass Meditationsübungen immer und überall anwendbar sind, jedoch die stärksten Auswirkungen haben, wenn man sie zum „Ritual“ macht, indem man regelmäßig mit den Kindern meditiert.[3]

[...]


[1] Vgl.: Brockhaus-Enzyklopädie; 1971

[2] Vgl.: Encarta-Enzyklopädie; 1998

[3] Vgl.: Schneider, Monika: Meditieren mit Kindern – Stilleübungen, Phantasiereisen, Musikmeditation, Wahrnehmungsübungen…; Mülheim an der Ruhr; 1994; S.8f, S.17ff

Details

Seiten
11
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638898980
Dateigröße
413 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v83219
Institution / Hochschule
Philipps-Universität Marburg – Fachbereich: Erziehungswissenschaften
Note
2,0
Schlagworte
Meditation Kindergarten Schule Stille Bestandteil Unterrichts Kreative Gestaltung Diagnostik Beratung Gruppenarbeit Bereich

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