Lade Inhalt...

Die Macht der Technik am Beispiel des Films 2001: Odyssee im Weltraum

Seminararbeit 2005 16 Seiten

Soziologie - Kultur, Technik und Völker

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Stanley Kubrick
2.1. Der Film in Fakten
2.2. Inhalt
2.3. Brisanz

3. Technische Besonderheiten
3.1. Special Effekts
3.2. Filmmusik

4. HAL
4.1. Begriff der Macht
4.2. HAL-Bowman / Bowman-HAL
4.3. Die Brisanz dieses Machverhältnisses

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Der Film 2001:Odyssee im Weltraum ist wohl einer der bemerkenswertesten Filme der Neuzeit und thematisiert viele gesellschaftlich noch heute hoch brisante Themen. Ein zentraler Gegenstand dieses Films ist das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine. Das sich daraus resultierende Machtverhältnis soll ein zentraler Punkt dieser Arbeit sein, welches sich sehr deutlich in der Konfrontation zwischen HAL, dem Bordcomputer der Discovery und Bowman, einem der Astronauten an Bord aufzeigt. Wer nun welche Macht besitzt, wie diese sich definiert und welches Verhältnis sich daraus ergibt, soll hier aufgezeigt werden. An 2 Filmsequenzen lässt sich dies anschaulich demonstrieren, vor allem an der gestalterischen Umsetzung. Aus diesem Grunde muss der Film auch im Gesamten betrachtet werden und dies verlangt nach einigen Worten zum Regisseur, zu den Fakten des Films und zu einigen gestalterischen Mitteln, die sich hier insbesondere in den technischen Besonderheiten niederschlagen.

Allerdings wird davon abgesehen eine komplette Analyse des Films im ausführlichen Sinne durchzuführen, da dies den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde. Der Film selbst ist eine genreübergreifende Erfahrung und widersetzt sich vehement jeglicher Einordnung.

2. Stanley Kubrick

Stanley Kubrick ist am 26.Juli 1928 in New York als Sohn einer jüdisch, amerikanischen Mittelstandsfamilie geboren. Mit 14 verkaufte er sein erstes Bild als Fotograf und mit 17 verließ er die Schule.

Autodidakt und ohne je eine Filmhochschule besucht zu haben, beginnt er seine ersten Filme in eigener Regie und auf eigene Kosten, alle Positionen auf sich selbst vereinend. Kubrick war ein Perfektionist in allen Belangen und kein Freund bescheidender Mittel. So ist wohl auch das bemerkenswerteste an Kubricks Filmen, dass er immer alles vom Drehbuch bis zum Schnitt selbst in der Hand nahm, oder wenigstens seine Hand mit im Spiel hatte.[1]

Der Produktionsprozess stellte einen zentralen Aspekt in Kubricks Arbeiten dar und in diesen manifestierte sich sein Hang zur Perfektion und Detailtreue, welche seine Filme so bemerkenswert und ausdrucksstark machten.

Am 07.03.1999 verstarb er auf seinem Landsitz Childwick Bury bei London an einem Herzversagen (Kirchmann 2001: 19f/vgl. Krusche 1996).

2.1. Der Film in Fakten

2001: A Space Odyssey, wie er im Original lautet, wurde am 1.4.1968 in New York uraufgeführt und war Kubricks zwölfter Film. Das Drehbuch basiert auf dem Buch von Arthur C. Clarke, „The Sentinel“ von 1950[2] und die Originallänge beläuft sich auf 161 Minuten, wobei er in den Kinos dann aber nur mit 141 Minuten lief. Vor allem der Prolog, der um 16min. gekürzt wurde, fiel der Schere zum Opfer. Die Regie führte Kubrick und auch sonst hatte er mehr oder weniger alles selbst in der Hand.[3]

Der Film wurde auf 70mm Material, Technicolor, gedreht und kam in Super Cinerama mit dem Bildformat 2,2:1 und 4 Kanal Ton heraus. Weiterhin wurden Kopien auf normalen 70 mm Film sowie auf 35mm mit anamorphem Bild in Format 2.35:1 gezogen. In den meisten Kinos lief er dann auf 35mm Kopien, da dies auch das gängigere Format war und immer noch ist.[4]

Die Dreharbeiten zu 2001 begannen am 29.12.1965 in einem Studio nahe London und dauerten anderthalb Jahre. Es wurde 200 Mal soviel Filmmaterial belichtet, als in der letzten Schnittfassung zu sehen und insgesamt enthält der Film über 200 Trickeinstellungen. Somit übertraf er alles bis dahin Gedrehte in der Rubrik Science Fiktion Filmen.

Drei Jahre arbeiteten Kubrick und Clarke mit Weltraumexperten und Nasa- spezialisten zusammen, um ein möglichst realistisches Bild von dem zu entwerfen, was Forschung und Industrie damals für erreichbar hielten. Die Produktion stellte dementsprechend eine technologische Meisterleistung dar, in der alle Details wissenschaftlich abgesichert waren und nichts dem Zufall überlassen werden sollte. Angesetzt wurde das gigantische, technologische Unternehmen mit 4,5 Millionen Dollar, die Gesamtsumme belief sich dann auf 10 Millionen, spielte allerdings auch am ersten Wochenende der Veröffentlichung gleich über 20 Millionen Dollar ein (Thissen 1999: 118).

Ganz klar ist 2001 ein fiktiver Film, basierend auf einem Drehbuch und kann in das Science Fiktion Genre eingeordnet werden. Kubrick selbst hat über seinen Film von einer „magischen Dokumentation“ gesprochen und von einer „nichtverbalen Erfahrung“ (Kirchmann 2001: 159) und einige Kritiker gehen soweit, ihn einem modernen Mythos gleichzusetzen, der sich jeglicher Einordnung widersetzt.

2.2. Der Inhalt

Die Handlung selbst ist in 4 Abschnitte unterteilt und beginnt am Vorabend der Menschheit mit einer Horde Affenmenschen und ihrem alltäglichen Kampf ums Überleben, als plötzlich einer der Affen einen schwarzen Monolithen erblickt. Nachdem dieser ihn berührte, entdeckt der Affe kurze Zeit später die Handhabung von Werkzeugen mit Hilfe von Knochen für sich, was sich letztendlich auch als erste Waffe entpuppt. Mit dem nun wohl chronologisch längsten Filmschnitt aller Zeiten, geht es dann 4 Millionen Jahre in die Zukunft, von dem urzeitlichen Knochen, auf das Raumschiff Orion.

Auf diesem befindet sich Dr. Heywood Floyd, der auf dem Mond einen 4 Millionen Jahre alten Monolithen untersuchen soll. Von diesem geht eine starke, auf Jupiter gerichtete Strahlung aus und um diese zu untersuchen wird 18 Monate später die erste bemannte Expedition zum Jupiter gestartet. Die Besatzung dieser Expedition besteht aus drei eingefrorenen Wissenschaftlern; aus den 2 Astronauten Bowman und Poole, und dem Bordcomputer 9000 namens HAL. Auf dieser Expedition kommt es zu einer Katastrophe und nach dem Zusammenbruch HALs und dessen Abschaltung muss Bowman sich als einziger Überlebender, dem Monolithen stellen. Er wird nun in eine Welt von bizarren Farben geworfen und landet schließlich in einem der Erde ähnlichen Raum des 19. Jahrhunderts, wo er sich selbst in allen Lebensphasen sieht und schließlich als Greis noch einmal den Monolithen erblickt.

Die letzte Szene des Films zeigt, wie ein Embryo vom Weltraum aus die Welt sieht (Kirchmann 2001: 289/vgl. Toffetti 1979: 100).

2.3. Brisanz

Die Beurteilungen für diesen Film reichen vom Amateurfilm, der gegen sämtliche Gesetzte des Filmhandwerks verstößt, bis zum Meisterwerk der Filmkunst. Vor allem sorgte die kulturgeschichtliche Annahme der damaligen Zeit, dass ein Film gesellschaftliche Verhältnisse widerspiegeln sollte und sich auf sozial nützliche Funktionen reduzieren lassen müsste, um folglich für jedermann lesbar zu sein, dafür, dass es heftige Kritik für ihn regnete.

Die Unlesbarkeit des schwarzen Monolithen sorgte zum Beispiel für Aussagen wie „monomentale Phantasielosigkeit“ oder „unglaublich langweilig“.[5]

Dieser Film nun, ist eher als philosophischer Exkurs zu deuten, der vielen Menschen Kopfzerbrechen bereitet hat, in einer Zeit, in der man vor allem in den USA eher die leichte Unterhaltung bevorzugte. Die Unlesbarkeit dieses Films und das Misslingen jeglicher Einordnung zu einer Zeit, in der man sich nach Beständigkeit und schlichtweg nach Unterhaltung sehnte, führten zu dieser Vielfältigkeit der Meinungen und Interpretationen.

In der 68er Generation war diese Unlesbarkeit dagegen ein Segen und die psychedelischen Farben und die dazu passende Musik am Ende des Films, luden zu ausgiebigem Drogenkonsum ein.

[...]


[1] Die Ausnahme stellte der Film Spartakus dar, in welchen er lediglich die Regie Übernahm, aus diesem Grund man ihn auch nicht unbedingt zu seinen Filmen zählt.

[2] Die Zahl schwankt und geht von 1948 bis 1951 (vgl. Toffetti, S.100, vgl. Thissen, S.118).

[3] Von einer genaueren Benennung der Crew soll ihr abgesehen werden. Nach zu lesen in: Toffetti, S.100f.

[4] http://www.epilog.de/Film/1-9/2001_Odyssee_im_Weltraum_GB_1968.htm 23.08.2005 14:24, S.6.

[5] http://cinetext.philo.at/magazine/2001.html 14.08.2005 15:53, S.16.

Details

Seiten
16
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638891776
Dateigröße
520 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v83052
Institution / Hochschule
Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) – Institut Visuelle Anthropologie am Lehrstuhl für Vergleichende Kultur- und Sozialanthropologie
Note
1,0
Schlagworte
Macht Technik Beispiel Films Odyssee Weltraum Film

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Die Macht der Technik am Beispiel des Films 2001: Odyssee im Weltraum