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Online Marketing: Kommunikation via Internet - Das Internet und seine Mehrwertdienste

Hausarbeit 1999 19 Seiten

BWL - Offline-Marketing und Online-Marketing

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Internet-Chatsysteme
2.1 Internet Relay Chat
2.2 Web-Chat
2.3 Privat-Chat
2.4 Grafik-Chat

3. Audio- und Videokommunikation via Internet
3.1 Grundlagen der Internettelefonie
3.1.1 PSTN und das Internet
3.1.2 Gateways
3.1.3 Ein Netz fur Daten und Sprache
3.1.4 Kostenreduktion durch Investition in Intranets
3.2 Internet Faxversand
3.3 Unified Messaging
3.4 Standards
3.5 Video Konferenz und Desktop Kollaboration

4. Okonomische Analyse
4.1 Chat-Systeme
4.2 Internettelefonie und Videokonferenzen
4.2.1 Call Center

5. Fazit

6. Glossar

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Das Internet: Nuchtern betrachtet ist das Internet der bloRe ZusammenschluR bzw. die Ver- netzung mehrerer kleinerer Computernetzwerke zu einem groRen.

Eine solche Definition wurde aber nur sehr unzutreffend sein, denn das Internet ist heutzutage weit mehr als ein bloRes Computernetzwerk. Es ist eine virtuelle Gemeinschaft. Und es be- steht eben nicht nur aus einer Anhaufung von Computern und Netzwerkkabeln, sondern aus unzahligen Menschen kreuz und quer auf dem Globus, die das zugrundeliegende Rechner- netz u.a. auch zur gemeinsamen Plauderei und zum Austausch von Meinungen und Informa- tionen nutzen. Da man den Menschen ohne weiteres ein grundsatzliches Bedurfnis nach Kommunikation[1] bescheinigen kann, war absehbar, daR sie das Internet mit der fortschrei- tenden technologischen Verfugbarkeit fur ihre Zwecke instrumentalisieren wurden! Und genau diesen ProzeR mochte ich mit diesem Referat uber die interpersonelle Kommunikation im In­ternet, unter Berucksichtigung der wirtschaftlichen Aspekte, betrachten. Da das Oberthema "Internet und seine Mehrwertdienste" Bestandteil mehrerer Referate ist und darin auf Themen, wie z.B. Geschichte, Aufbau, FTP, Email, News-Groups, et c., eingegangen wird, mochte ich sie - wenn uberhaupt - nur anschneiden. Wichtig und interessant erscheint es mir die okono- mischen Chancen und Risiken so "brandaktueller" und popularer Themen wie Internet-Chat, Internettelefonie, -fax und Videokonferenz, zu betrachten.

2. Internet-Chatsysteme

Wenn man sich mit dem Internet beschaftigt, stellt man sehr schnell fest, daR es beinahe un- zahlige Moglichkeiten gibt Nachrichten, Meinungen und Informationen auszutauschen. So kann man - in der einfachsten Form der Kommunikation - im World Wide Web surfen und sich informieren. Wobei dies, aus Sicht der Kommunikation, die uninteressanteste Form ist, da sie nur in einer Richtung verlauft. Wesentlich interessanter ist da schon die Moglichkeit elektroni- sche Post (im englischen "electronic mail" oder kurz "Email" genannt) zu versenden und zu empfangen. Auf diese Weise kann man innerhalb weniger Sekunden seinem Empfanger, auch wenn dieser auf der anderen Seite der Welt wohnt, eine Information zukommen lassen. Ahnlich interessant ist die Moglichkeit uber sogenannte News-Groups die neuesten Informa­tionen aus allen erdenklichen Bereichen des Lebens zu kommunizieren.

Allen diesen Formen der Kommunikation ist gemeinsam, daR sie in der Regel nicht "live" [2] stattfinden. Hierin liegt Reiz des "Chattens".

Der Begriff "chat" kommt aus dem Englischen und bedeutet in etwa soviel wie schwatzen oder plaudern. Das Interessante am Chat ist die Moglichkeit, sich mit Leuten aus aller Welt uber die diversesten Themen zu unterhalten, ohne sich vom Schreibtisch entfernen zu mussen. Neben der Bequemlichkeit gibt es noch andere Vorteile, die den Chat fur viele Menschen interes- sant machen, namlich die Geschwindigkeit[3] neue Leute kennenzulernen, die Hemmschwel- le andere Personen anzusprechen, die Anonymitat und damit verbunden, die Moglichkeit andere Facetten der eigenen Personlichkeit in den Vordergrund zu stellen. Heutzutage sind vier Chat-Systeme zu unterscheiden, namlich der Internet Relay Chat, der Web-Chat, der Privat-Chat und der Grafik-Chat.

2.1 Internet Relay Chat

Der IRC (Internet Relay Chat) ist die Urform des Chats im Internet. Alle Benutzer greifen uber einen speziellen IRC-Client auf einen IRC-Server zu. Unter einem Client bzw. Server versteht man laufende Programme oder Prozesse, die auf einem oder mehreren Rechnern laufen. Da- bei "bedient" (engl. to serve) der Server den "Klienten" (engl. client) mit Informationen. [4] Der IRC-Server wird als Vermittlungsstelle tatig, der die Diskussionsbeitrage der Chatter an alle anderen Teilnehmer des jeweiligen Channels weiterreicht. Die IRC-Channels haben haufig ein sehr treues Stammpublikum, das sich dort nahezu jeden Abend trifft. Obwohl sich die Teil­nehmer i.d.R. nicht personlich kennen, entstehen hier Freundschaften, bilden sich einge- schworene Cliquen und feste Diskussionsrunden. Dies und die etwas komplizierte, gewoh- nungsbedurftige Handhabung hebt den IRC etwas von den anderen Treffpunkten im Netz ab. Da fur jeden Channel ein eigenes Fenster geoffnet wird, ist es relativ einfach, mehrere Gesprache gleichzeitig zu fuhren. Sobald aber mehr als 15 oder 20 Teilnehmer in einem Fen­ster aktiv sind, ist es allerdings schwer genug, der Diskussion in nur einen Channel zu folgen.

2.2 Web-Chat

Einfacher hingegen ist es uber sogenannte Web-Chats[5] zu chatten. Diese Plauderrunden sind uber die Homepage der Betreiber via normalem Webbrowser erreichbar, besondere Zusatz- software ist nicht notwendig. Sie dienen dem Anbieter oft dazu, seiner Webseiten popularer zu machen und sind daher meist kostenlos. Trotzdem finden hier haufig spannende Diskussio- nen statt, wenn sich beispielsweise im Web-Chat eines Fernsehsenders prominente Studio- gaste nach der Sendung mit den Zuschauern via Chat[6] unterhalten.

2.3 Privat-Chat

Im Gegensatz zu alien anderen Chat-Typen sind diese, wie z.B. ICQ[7] ("I seek you", der mo- mentan popularste) oder Amerika Online Instant Messenger[8], eher fur die Kommunikation zwischen zwei Gesprachspartnern ausgelegt. Wichtigste Funktion dieser Tools ist die auto- matische Benachrichtigung, wenn ein Freund/Kumpel (engl. buddy, deshalb teilweise auch Buddy-Chat genannt) online geht und gesprachsbereit ist. Damit entfallt zumindest teilweise die Notwendigkeit, sich zuvor zum Chat verabreden zu mussen. Gesprache konnen sich so auch ganz zufallig und spontan ergeben. Kernstuck dieser Chats ist ein zentraler Server ir- gendwo im Internet, der zum Herstellen der Kontakte zwischen den potentiellen Gesprachs­partnern, sowie als Schnittstelle zum Austausch der Nachrichten dient. Eine ganze Reihe von besonderen Features - auf die ich in diesem Rahmen nicht naher eingehen mochte - ma- chen Privat-/Buddy-Chats zu praktischen Werkzeugen fur den Alltag.

2.4 Grafik-Chat

Grafikorientierte Chats gehen noch einen Schritt weiter. Bei ihnen werden nicht mehr nur Textnachrichten live ausgetauscht, sondern es wird versucht den Anwender in eine virtuelle Welt mit einzubeziehen. Diese Welt - auch Cyberspace genannt - ist in der Regel dreidimen- sional und mit Multimediaeffekten sowie Bildern angereichert. Allerdings stecken diese Chats noch in den Kinderschuhen, denn die Illusion eines echten Cyberspace wird noch nicht er- reicht.

Mittlerweile werden aber nicht nur Textnachrichten (in Form von Emails oder Chats) zwischen Computer verschickt, sondern auch digitalisierte Audio- und Videoinformationen. Viele Web­Sites verwenden heute audiovisuelle Prasentationsbestandteile. Das gleiche gilt naturlich auch fur Intranets, diesen meist wesentlich schnelleren Netzwerken, in denen der firmeninter- ne Datenverkehr flieRt. Intranets basieren auf den gleichen Grundlagen und Technologien wie das Internet, werden jedoch nur in geschlossenen Benutzergruppen (wie z.B. Unternehmen) genutzt.

3. Audio- und Videokommunikation via Internet

Multimediale Internet-Applikationen, die neben Bildern auch Sprache integrieren, durchlaufen derzeit eine rasante Entwicklung und finden immer groRere Verbreitung. Grund dafur ist un- ter anderem, daR bereits ein durchschnittlicher PC mit Soundkarte in der Lage ist, solche Mul- timediaapplikationen laufen zu lassen. Auch die Einweg-Audio&Video-Kommunikation ist im Vormarsch. Bereits senden weltweit Hunderte von Radio- und Fernsehstationen ihre Sen- dungen nicht nur uber den Ather, sondern auch uber das Internet. Auch Videoaufzeichnungen von Seminaren und Konzerte wurden bereits digitalisiert und live uber das Internet publiziert. Faxnachrichten sind weitere Kandidaten fur einen Versand uber das Internet - schlieRlich sind Faxe nichts anderes als digitalisierte Bilder. Das Internet ist ein digitales Kommunikations- medium, folglich konnen sich digitalisierte Nachrichten durch die Ubermittlung in ihrer Qualitat nicht verandern.

3.1 Grundlagen der Internettelefonie

Die Internettelefonie gibt es seit dem Fruhjahr 1995, als die israelische Firma VocalTec[9] mit ihrem Produkt "Internet Phone" auf den Markt drangte, und hat in kurzer Zeit die Aufmerk- samkeit der Welt auf sich gezogen. Die Technologie ist heute soweit, daR Telefongesprache ohne besonderes Know-how und in befriedigender Qualitat gefuhrt werden konnen. Weitere Entwicklungsschube sind jedoch zu erwarten. Dutzende von Unternehmen haben Produkte vorgestellt, die darauf ausgerichtet sind, die neuen Technologien zu kommerzialisieren. Prak- tisch jedes Telekommunikationsunternehmen ist daran, sich uber die neuen Technologien zu informieren und diese zu testen, um zu verstehen, was fur eine Herausforderung da auf sie zukommt.

3.1.1 PSTN und das Internet

Es gibt einen eklatanten Unterschied zwischen dem traditionellen Telefonnetz (auch PSTN genannt, public switched telephone network) und einer Internet-Verbindung, der generell zu Qualitatseinbuften beim Telefonieren uber das Internet fuhrt. Das normale Telefonnetz stellt zwischen zwei Partnern mittels Schalter ("Switches") eine physikalische Verbindung her.

Bei der Telefonie uber das Internet wird die analoge Sprache durch einen Algorithmus (CO­DEC) digitalisiert und komprimiert. Im nachsten Schritt wird die digitale Sprache in Pakete aufgeteilt, mit einer Adresse (Header) - einem Brief nicht unahnlich - versehen und abge- schickt. Das eigentliche Problem folgt nun, denn die einzelnen Pakete werden nicht in einem kontinuierlichen Strom (real time audio/video-stream), wie bei der analogen Sprache uber das PSTN, bis zum Empfanger geschickt. Jedes Paket wird einzeln geroutet, d.h. je nach ver- fugbarer Bandbreite der einzelnen Wegstrecke zum Empfanger geschickt. Da kann es schon einmal vorkommen, daR ein Paket auf dem schnellstmoglichen Weg lauft und das nachste, wegen eines Datenstaus, erst zweimal um die Welt reist, bis es ans Ziel gelangt. Das sorgt dann beim Empfanger fur Aussetzer oder unangenehme Storgerausche.[10]

[...]


[1] Vgl. Link 1998, S.15

[2] Vgl. http://www.music.ch/about/faq/intemet-starter/irc.html (Abfragedatum: 02.11.1998)

[3] Vgl. http://www.koeln-digital.de/kurs/index.htm (Abfragedatum: 09.11.1998)

[4] Vgl. Mertens (1996), S. 37

[5] s.a. http://www.webchat.de

[6] s.a. http://www.zdf.metropolis.de

[7] vgl. Lingott (1998), S. 270 ff.

[8] vgl. Lingott (1998), S.283 ff.

[9] vgl. http://www.heise.de/ct/art_ab97/9710220/ (Abfragedatum: 06.11.98)

[10] vgl. Poschmann/Kaltschmidt, PC-Online (1998), Seite 46

Details

Seiten
19
Jahr
1999
ISBN (eBook)
9783638152877
ISBN (Buch)
9783656256052
Dateigröße
705 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v8272
Institution / Hochschule
Universität Kassel – FB Wirtschaftswissenschaften
Note
1,0
Schlagworte
Online Marketing Chat VoIP

Autor

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