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Zur Theorie und Praxis der Forderung nach einem Mindestlohn in Deutschland

Diplomarbeit 2006 93 Seiten

VWL - Arbeitsmarktökonomik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Der Arbeitsmarkt
1.1 Entwicklung der Beschäftigung
1.1.1 Beschäftigung nach Personen, Volumen und Zeit
1.1.2 Beschäftigung nach Geschlecht, Ausbildung und Sektor
1.2 Entwicklung der Arbeitslosigkeit

2 Löhne und Gehälter
2.1 Tariflöhne und Ihre Bindung
2.2 Statistisch erfasste Löhne
2.3 Lohnflexibilität

3 Der Niedriglohnsektor
3.1 Niedrig-, Prekär- und Armutslöhne
3.2 Aufstiegschancen aus dem Niedriglohnsektor

4 Bestehende Mindestlöhne
4.1 Frankreich
4.2 Großbritannien
4.3 Das Arbeitnehmerentsendegesetz

5 Grundlagen für einen Mindestlohn
5.1 Festlegung der Form halber
5.2 Festlegung der Höhe halber

6 Mindestlöhne im Spiegel der Wirtschaftstheorie
6.1 Der (Neo-) Klassische Arbeitsmarkt
6.2 Das 2-Sektoren Modell
6.3 Keynesianische Bewertung
6.3.1 Auswirkung des Mindestlohnes
6.3.1.1 Negative Sparquote
6.3.1.2 Restriktionen – Gegenläufige Tendenzen
6.3.1.2.1 Zinsen
6.3.1.2.2 Importe
6.3.1.2.3 Kapazitätsauslastung
6.3.2 Zwischenfazit

7 Schlusswort

8 Anhänge
8.1 Verwendete Literatur
8.2 Tabellen
8.3 Exkurs autonomer Konsum

1 Der Arbeitsmarkt

1.1 Entwicklung der Beschäftigung

1.1.1 Beschäftigung nach Personen, Volumen und Zeit

Die Entwicklung der Beschäftigung ist, gemessen in Vollzeitäquivalenten, für die Jahre `93 - `03 in allen deutschen Bundesländern negativ. Die Spannbreite reicht dabei in Ostdeutschland von -17,7% in Thüringen bis -24,7% in Sachsen Anhalt. Auch alle westdeutschen Länder weisen negative Vorzeichen auf, von -1,7% (Bayern) bis zu -10,9% in Bremen.

Während auf Kreisebene in Westdeutschland v.a. moderate Rückgänge zu verzeichnen sind (Negativspitzenreiter Wunsiedel -25,4%) und auch eine Reihe von Kreisen positive Vorzeichen aufweisen, ist die Lage in Ostdeutschland fatal. Allein 22 Kreise haben dort Rückgänge von über 30% (Negativspitzenreiter ist Hoyerswerder mit -50,7%!) zu verzeichnen. Lediglich sieben ostdeutsche Kreise weisen einen Beschäftigungszuwachs aus. Alle stehen in einem engen räumlichen Bezug zu Kreisen mit überdurchschnittlich negativen Ergebnis (z.B. Stadt Halle(/Saale) – 35,4% / Saalkreis + 23,0 %). Dies deutet auf eine Regionalverschiebungen von Beschäftigung hin.[1]

Konträr zur tatsächlichen Entwicklung der Beschäftigung steht die Anzahl der Beschäftigten. Die Anzahl der abhängig beschäftigten Arbeitnehmer in Deutschland stieg in dieser Zeit um 720tsd Personen, die Anzahl der Erwerbstätigen insgesamt (Arbeitnehmer + Selbständige) sogar um 1,2 Millionen.[2] Die vom Arbeitsamt ausgewiesene Erwerbstätigenquote[3] lag in diesem Zeitraum relativ konstant bei 65% (Extremwerte 64,5% (`97) ; 66,1% (`01)),[4] so dass keine signifikante Erhöhung der Erwerbstätigkeit im Verhältnis zur erwerbsfähigen Bevölkerung zu verzeichnen ist.[5]

Die Diskrepanz zwischen einem um 4% geschrumpften Arbeitsvolumen und dem Anstieg der Erwerbstätigenzahl um drei Prozent gleicht sich über eine Verkürzung der Arbeitszeit um sieben Prozent aus.[6]

Statistisch schlägt sich die Verkürzung der Arbeitszeit dadurch nieder, dass in 2003 schon über 30% der Arbeitsplätze Teilzeitarbeitsplätze waren. Gleichzeitig kam es fast zu einer Verdoppelung der Personen mit einem Nebenjob, auf 1,368 Millionen.[7]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Entwicklung von Nebenjobs und der Teilzeitquote stehen in einem engen Verhältnis zueinander. Selbst wenn die Umbruchjahre `91 / `92 nicht mit in Betracht gezogen werden korreliert die Entwicklung von Nebenjobs und Teilzeitbeschäftigten für die Jahre 1993 – 2004 zu 81 %.

Um die Richtung der Entwicklung aufzuzeigen ist Korrelationsberechnung mit einem Time Lag wiederholt worden. Gehen die Daten der Teilzeitbeschäftigten mit einem Time Lag von t-1 in die Berechnung ein, so sinkt die Korrelation um über 8 Prozentpunkte auf 72,2%.[8] Werden jedoch die Daten der Teilzeitbeschäftigten mit einem Time Lag von t+1 in die Berechnung eingegeben, so steigt die Korrelation leicht auf 81,7 %.[9]

Um die Richtung der Entwicklung aufzuzeigen ist Korrelationsberechnung mit einem Time Lag wiederholt worden. Gehen die Daten der Teilzeitbeschäftigten mit einem Time Lag von t-1 in die Berechnung ein, so sinkt die Korrelation um über 8 Prozentpunkte auf 72,2%.[8] Werden jedoch die Daten der Teilzeitbeschäftigten mit einem Time Lag von t+1 in die Berechnung eingegeben, so steigt die Korrelation leicht auf 81,7 %.[9]

Beide Faktoren sind Bestandteil derselben Grundtatbestandes und belegen schlüssig eine Umgestaltung der Arbeitswelt, weg von einem Vollzeitjob, hin zu Teilzeit + Nebenjob.

Der Unterschied zwischen den Korrelationsberechnungen Teilzeitbeschäftigte t+1/t-1 in Höhe von 9,5 Prozentpunkten weist deutet darauf hin, dass erst die Nebenjobs eingeführt werden und dann die Vollzeitarbeitsstelle auf Teilzeitarbeit gekürzt wird.

Der individuelle Wunsch, eine Verbesserung der persönlichen Situation durch einen Nebenjob herbeizuführen,[10] wird offensichtlich durch eine gesamtwirtschaftliche Reduzierung der Arbeitszeit und eine Erhöhung der Teilzeitarbeitsquote konterkariert. Durch die verkürzte Arbeitszeit ist mit Einkommenseinbußen zu rechnen, welche geeignet sind die Nachfrage nach Konsumgütern zu reduzieren um so wiederum die Produktion und die Nachfrage nach Arbeitskräften zu reduzieren. So ist eine, für die Gesamtheit der Beschäftigten, virulente Abwärtsspirale in Gang gesetzt.

Eine schlechte wirtschaftliche Situation bei gleichzeitig disponibler Zeit, führt zur Suche weiterer Nebenjobs.[11]

Die virulente Abwärtsspirale wird nicht nur dadurch befeuert, dass Menschen mit einer Teilzeitbeschäftigung weniger verdienen, weil Sie weniger Stunden arbeiten, sie bekommen auch weniger pro Stunde bezahlt.

Minijobs

Neben den Arbeitslosenzahlen gibt es in Deutschland eine weitere Größe die die Misere auf dem Arbeitsmarkt widerspiegelt, die aber in der Öffentlichkeit weder diskutiert wird, noch vernünftig erfasst und propagiert wird – die Anzahl der Minijob. Minijobs, dass sind die Beschäftigungsverhältnisse, die umgangssprachlich auch als € 400,- Jobs bezeichnet werden.

Fast 5 Millionen Menschen ausschließlich im Minijob, weitere 1,6 Millionen gehen Nebenberuflich einen Minijob nach. Zwischen 1999 und 2004 stieg die Anzahl der Minijobs um über 30 %![12]

In die Offizielle Deutsch Statistik der Erwerbstätigenquoten gehen die Minijobs nicht mit ein, da hier nur die Personen als Erwerbstätig gelten, die mehr als 15 Stunden die Woche Arbeiten. Die Statistik der ILO zählt dagegen alle Personen als Erwerbstätig, die mind. eine Stunde im Monat arbeiten. In Abbildung 2 ist die Entwicklung beider Statistiken seit 1993 zu sehen. Die Differenz zwischen beiden Kurven besteht (im Wesentlichen) aus den Minijobs.

Abbildung 2 Erwerbstätigenquoten für Deutschland[13]

1.1.2 Beschäftigung nach Geschlecht, Ausbildung und Sektor

Neben der Umstrukturierung hinsichtlich der Arbeitszeitmodelle, findet auch ein „Geschlechterwandel“ statt. Im Gegensatz zu Dänemark, Schweden, Schweiz, Norwegen, die alle eine Erwerbstätigenquote der Frauen von über 70% aufweisen,[14] kletterte in Deutschland die Quote zwischen 1993 und 2003 nur um 3,7 Prozentpunkte auf 59,2 % (Erwerbstätigenquote Männer ´93 75,6% – ´03 70,8%) , damit stieg der Frauenanteil unter den Erwerbstätigen von 41,9% auf 45,1%.

Strukturiert nach Ausbildung (Hochschulabschluss, berufliche Ausbildung, ohne Ausbildung) haben insgesamt immer mehr Erwerbstätige einen Hochschulabschluss (´93 13,66% / ´04 18,16%), die beiden anderen Bereiche sind rückläufig. Während die meisten Erwerbstätigen (68,56 %) auch noch 2004 eine berufliche Ausbildung hatten, finden Menschen ohne Ausbildung (13,29% in ´04) kaum noch den Schritt in die Erwerbstätigkeit.[15] Innerhalb der drei Bereiche fand eine Egalisierung hinsichtlich der Geschlechtszugehörigkeit statt. So stieg die Anzahl der erwerbstätigen Frauen mit Hochschulabschluss zwischen ´93 und ´04 mit 53% am stärksten. In dem Bereich der erwerbstätigen Frauen mit beruflicher Ausbildung konnte noch ein Zuwachs von fünf Prozent erzielt werden, während hier die Anzahl der Männer um dreizehn Prozent schrumpfte. Die Anzahl der erwerbstätigen Frauen ohne Ausbildung war mit 17% am stärksten Rezessiv. Damit ist jetzt in dieser ehemaligen Frauendomäne (ungelernte Tätigkeiten) der Frauenanteil ungefähr gleich groß zu dem Anteil der Frauen in der Gesamtbevölkerung.[16]

Abbildung 3 Erwerbstätigenquoten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die strukturelle Entwicklung der Erwerbstätigen hinsichtlich Ausbildung und Geschlecht, gibt keinen Hinweis darauf ob eine, hinsichtlich der Ausbildung adäquate Beschäftigung und Bezahlung stattfindet. Im Gegenteil, es gibt Hinweise darauf, dass Frauen hinsichtlich Ihrer Tätigkeit und Bezahlung, bei gleicher Qualifikation, schlechter behandelt werden als Männer. So liegt sowohl der Durchschnittsverdienst der Frauen, als auch der Median-Lohn unter dem der Männer. Auch ist die Teilzeitquote der erwerbstätigen Frauen fast sechs mal so hoch wie die der Männer,[17] mit all den schon oben beschriebenen Nachteilen (hier evtl noch ein Querverweis bei Aufschlüsselung des Absatzes).

Allerdings liefert diese Entwicklung einen Hinweis auf die Konkurrenzsituation auf dem Arbeitsmarkt.

In der sektoralen Beschäftigungsstruktur schrumpfte das industrielle Bereich zu Gunsten des Dienstleistungsbereichs, die Marginalisierung der Landwirtschaft hat sich fortgesetzt. Im Zeitraum `93 -`03 stieg der Anteil der Beschäftigten in Deutschland im tertiären Sektor von 57,6% auf 65,6% . Eine Größenordnung, die wirtschaftlich erfolgreiche Länder schon zu Beginn weit hinter sich gelassen haben.[18]

1.2 Entwicklung der Arbeitslosigkeit

Es gibt wohl kaum ein monatliches Ereignis welches ein so großen mediales Echo wirft, wie die Verkündung der Arbeitslosenzahlen. Dabei wird die Wende auf dem Arbeitsmarkt kontinuierlich verkündet. Per Saldo haben die „Wenden“ (spätestens) seit dem Beginn der geistig moralischen Wende durch den Kanzler Kohl 1982 nur ein Ansteigen der Arbeitslosenzahlen gebracht.

Abbildung 4[19] Arbeitslose absolut und in Prozent

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zwischen 1991 und 2004 stieg die Zahl der Erwerbspersonen um fast zwei Millionen. Der Zuwachs bei den Erwerbspersonen kam allerdings fast ausschließlich den Arbeitslosenzahlen „zu gute“. Diese stieg in dem Zeitraum von 2,602 Millionen auf 4,381 Millionen an.[20] Die Arbeitslosenquote stieg in von 6,9 auf 11,2 Prozent. Während die Arbeitslosenquote der Frauen 1997 ihren Zenit mit 12,7 Prozent erreichte und seit dem einen stagnierende bis leicht rückgängige Tendenz aufweist, stieg die der Männer weiter an, so dass 2004 erstmals Parität erreicht wurde.[21]

Abbildung 5 Qualifikationsspezifische Arbeitslosenquoten[22]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Aufgeschlüsselt nach Qualifikation und Geschlecht ist die Arbeitslosenquote bei Männern ohne Berufsausbildung mit 27,8% am höchsten. Hier ist die Geschlechterrolle im Vergleich zu den beiden anderen Qualifikationsstufen (mit Berufsausbildung und mit Hochschulabschluss) umgedreht. Die Schere zwischen Menschen ohne- und solchen mit einer Berufsausbildung/Hochschulabschluss sowie zwischen Männern und Frauen ohne Berufsausbildung droht sich weiter zu öffnen.[23]

Zwischenfazit

Wohlmeinend kann die Entwicklung der Erwerbstätigkeit als eine gelungene Arbeitsmarktpolitik betrachtet werden. Das rezessive Arbeitsvolumen wurde auf mehr Arme verteilt, Frauen wurden verstärkt an dem Arbeitsmarkt beteiligt und Teilzeitarbeit und Nebenjobs gestatten eine moderne / individuelle Gestaltung der Erwerbstätigkeit.

Abbildung 6 Mögliche Jahresarbeitszeit bei Gleichverteilung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Kritisch kann dem entgegengehalten werden, dass unsere Gesellschaft es nicht geschafft hat eine Emanzipation der Frauen auf dem Arbeitsmarkt erfolgreich durchzuführen. Frauen werden auf dem Arbeitsmarkt (nur) noch in dreifacher Weise diskriminiert, erstens mit niedrigeren Löhnen, zweitens durch die Zuweisung von spezifischen Tätigkeiten (gering qualifizierter Arbeit/Haushaltsnahe Dienstleistungen, drittens mit weniger Arbeitsstunden (Teilzeitarbeit). Bei Erwerbstätigen- und Arbeitslosenquoten ist eine weitgehende Egalisierung erfolgt.

Durch die Integrierung der Frauen in den Arbeitsmarkt bei partieller Gleichstellung und gleichzeitiger weitergehender Differenzierung der Erwerbsmöglichkeiten (Voll-, Medi-, Mini-, Nebenjob) war es möglich den gesamten Anteil der Arbeitseinkünfte sowie den Anteil pro Beschäftigtem am Volkseinkommen abzusenken.[24] Der immer kleiner werdende relative Anteil des einzelnen Erwerbstätigen am BIP, lässt keinen Spielraum mehr zur Alimentierung von Angehörigen (Partner, Kinder). So drängen immer mehr Menschen in die Erwerbstätigkeit.[25]

Tendenziell bekommen die Menschen eher eine Beschäftigung je höherwertig ihre Ausbildung ist (Hochschulabschluss). Bei gleichzeitiger Strukturverschiebung (hin zum Dienstleistungssektor) mit rezessivem Arbeitsmarkt sind es vor allem die Männer ohne Berufsausbildung, die von Arbeitslosigkeit am stärksten betroffen sind.[26]

Zwischen 1991 und 2004 wurde, bei steigender Nachfrage nach Arbeit das Angebot verringert. Bei einer Gleichverteilung des Arbeitsvolumens auf das gesamte Potential der Erwerbstätigen hätte 1991 noch jeder/jede 1.397 Arbeitsstunden im Jahr ableisten können, im Jahr 2004 waren es nur noch 1.261 Stunden. Auf die Woche umgerechnet (bei fünf Wochen Urlaub und Krankheit) sind im Jahr 2004 von fast dreißig Stunden nur noch 26,8 Stunden übrig geblieben.[27]

Die Absenkung der effektiven Arbeitszeit pro Erwerbstätigen (Selbständige, Mithelfende und Arbeitnehmer) um acht Prozent, von 1.562 Stunden im Jahr 1992 auf 1.439 Stunden im Jahr 2003, hat den „Nebeneffekt“ einer steigenden Produktivität je Erwerbstätigenstunde mit sich gebracht.[28]

Tabelle 1 - Wachstum BIP[29]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wie aus Tabelle 1 ersichtlich ist, rangiert Deutschland bei absolutem Wachstum des BIP ganz weit hinten, während es bei BIP Wachstum pro Arbeitsstunde ganz vorn mit dabei ist. „Im Vergleich zu anderen Staaten werden zu wenige Arbeitsstunden geleistet. Um das gesunkeneArbeitsvolumen wieder zu erhöhen, muss über eine Steigerung der Erwerbsarbeit ... die Erwerbstätigenquote gestärkt werden. ... Dies ist aber nur wachstumssteigernd, wenn die Erwerbswilligen auch Arbeit finden.“ (Grömling, Hülskamp (11/2004) S.39)

2 Löhne und Gehälter

Die Arbeitseinkommen der abhängig Beschäftigten werden in Deutschland in einer ersten groben Kategorisierung in Löhne (Arbeitnehmer) und Gehälter (Angestellte) unterteilt.

In den Siebzigern (?) streikten die Gewerkschaften gegen die unterschiedliche Behandlung von Arbeitnehmern und Angestellten. Der Einkommensunterschied ist jedoch noch immer noch (in erheblichen Ausmaß) festzustellen.

Die Segmentierung setzt sich Innerhalb der Gruppen fort. Die Gruppe der Angestellten wird noch mal in das kaufmännische und technische Personal unterteilt. Bei den Arbeitnehmern werden in der amtlichen Statistik die Leistungsgruppen 1 – 3 unterschieden, die Angestellten (kaufmännische wie technische) in fünf Leistungsgruppen (LG) unterschieden, wovon in der amtlichen Statistik aber nur die LG II – V aufgeführt sind. Ferner wird nach Geschlecht und Bundesland unterteilt.

Die Praxis zeigt, dass daneben auch noch einen Abschlag für Arbeitsverhältnisse gibt, die keine Vollzeitarbeitsverhältnisse sind, also Medi-, und Minijobs. Ferner schwankt die Entlohnung nach Branchen und nach Betriebsgröße.

Neben diesen „regulären“ Tätigkeiten ist eine beständige Zunahme von „irregulärer“ Arbeit zu verzeichnen. Diese irreguläre, also faktisch unbezahlte Arbeit findet vermehrt unter den Bezeichnungen Praktikum und „1-Euro-Job“ statt. Daneben gibt es Selbständige, die als sog. „Arbeitnehmer ähnlich beschäftigte Selbständige“ tätig sind.[30] Es ist zu vermuten, dass es sich hier oft um Arbeitslose handelt, die über das Instrument der „Ich-AG“ eine (formelle) Selbständigkeit gegründet haben. Dies könnte zum Teil die steigende Zahl der Selbständigen erklären.

2.1 Tariflöhne und Ihre Bindung

In Deutschland wurden von 1949 bis 2000 insgesamt 325.914 Tarifverträge in das Tarifregister eingetragen. Zum Jahresende 2000 waren davon noch 55.000 gültig. Im Jahr 2000 betrug die Anzahl der neu ausgehandelten Tarifverträge 8.500.

Dabei sind Verbands- (Flächentarifverträge) und Firmentarifverträge zu unterscheiden. Dabei steigt die Anzahl der Firmentarifverträge kontinuierlich.[31]

Daneben gibt es eine steigende Zahl von Betrieben und Beschäftigten in denen kein Tarifvertrag Anwendung findet, in denen gegen bestehende Tarifverträge verstoßen wird und es gibt tarifvertragliche Öffnungsklauseln.

Die Öffnungsklauseln im Tarifvertrag der chemischen Industrie sehen z.B. vor, dass Berufsanfänger oder Langzeitarbeitslose mit Abschlägen bis zu 10 Prozent vom Tarifvertrag eingestellt werden dürfen.[32] In 22 % aller Betrieb werden solche Öffnungsklauseln angewendet.[33]

Nach Angaben von Betriebs- und Personalräten verstoßen 15 % aller Betriebe gelegentlich oder öfters gegen Tarifstandards. Werden nur die neuen Bundesländer betrachtet, steigt die Zahl der Betriebe, die die Rechtsverbindlichkeit der Tarifverträge missachtet auf 26 %.[34]

Insgesamt sind die Tarifverträge einer Kultur des Verschwindens ausgesetzt.

Während der Kieler Wirtschaftswissenschaftler Alfred Boss noch für den Zeitraum `99 / 2000 angibt, dass in Westdeutschland 52 % aller Betriebe mit 27,2 % aller Beschäftigten und in Ostdeutschland 74 % der Betriebe mit 43 % der Beschäftigten nicht an einen Tarifvertrag gebunden sind[35], kommen Bispinck/Schäfer für das Jahr 2004 auf nur noch 68 % aller Beschäftigten die in West- und 53 % in Ostdeutschland, die von Tarifverträgen erfasst werden.[36] Nach diesen Zahlen nimmt der tarifvertragliche Geltungsbereich jedes Jahr um einen Prozentpunkt ab.

Es hat den Anschein, dass Betriebe die einer tariflichen Bindung unterliegen durch die zunehmende Bindungslosigkeit zu Verstößen gegen die Tarifverträge animiert werden.

Auch die Praxis, dass Betriebe die keiner Tarifbindung unterliegen sich an einem solchen orientieren nimmt immer mehr ab. In Westdeutschland wird so in 32% aller Betriebe mit 14,2 % der Beschäftigten verfahren. In Ostdeutschland sind dies sogar 74 % der Betriebe, in denen 43 % der Beschäftigten arbeiten.

Tabelle 2 - Tarifvertragliche Bindung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die „Bindungsintensität“ der Tarifverträge (Bindung/Orientierung/keine Orientierung) nimmt offensichtlich mit der Größe des Betriebes zu und mit der Größe der Arbeitslosenquote ab. In Tabelle 2 ist dies Anhand des Verhältnisses von Beschäftigten zu Betrieben (in Prozent) ersichtlich. Ein Wert von Eins repräsentiert den Betrieb der genau die für einen Betrieb durchschnittliche Anzahl von Personen beschäftigt (oder die Gesamtzahl aller Betriebe). Der Wert von 0,5 besagt, dass diese Betriebe im Durchschnitt nur halb so viele Personen beschäftigen wie der Durchschnitt aller Betriebe.

Gute Chancen auf eine tarifliche Entlohnung haben demnach v.a. Menschen, die in größeren Betrieben in Westdeutschland arbeiten. Dabei ist eine tarifliche Entlohnung (schon lange) kein Garant dafür, dass die Tätigkeit auch gut entlohnt wird.

2.2 Statistisch erfasste Löhne

In der amtlichen Statistik (lange Reihen des statistischen Bundesamtes) wird sektoral zwischen Landwirtschaft, produzierendem Gewerbe (industriellem Sektor) und Dienstleistungsbereich unterschieden.

Daneben gibt es eine Unterscheidung zwischen Arbeitern und Angestellten. Arbeiter werden in drei und die Angestellte in fünf Leistungsgruppen unterteilt.[37] Ferner wird nach Geschlecht, Ost-, West- und Gesamtdeutschland unterschieden sowie nach der Berufszugehörigkeit differenziert.

Bei der Besetzung der Leistungsgruppen ergibt sich ein differenziertes Bild. Während bei den Angestellten in den unteren drei Leistungsgruppen kaum ein Unterschied zwischen Ost und Westdeutschland auszumachen ist, ist der relative Anteil der Frauen in diesen Leistungsgruppen wesentlich höher. Eine angestellte Person im produzierenden Gewerbe hat mit dem Geschlechtsmerkmal „weiblich“ hat eine sechsmal höhere Chance in die untersten Leistungsgruppe zu kommen, wie ein männlicher Kollege. Die Chance in die zweitschlechteste Gruppe einsortiert zu werden ist für Frauen noch viermal so hoch wie für Männer. Die Ostdeutschen Arbeiterinnen im produzierenden Gewerbe haben eine doppelt so hohe Chance auf einen Arbeitsplatz in die erste Kategorie wie Ihre Westdeutschen Kolleginnen, die der westdeutschen Männer ist sogar sechs mal so hoch.[38]

Im Gegensatz zu der in dem Kapitel „Beschäftigung nach Geschlecht, Ausbildung“ festgestellten Tendenz der Geschlechteregalisierung innerhalb der verschiedenen Qualifikationsstufen offenbart sich hier die traurige Realität. Die Wahrscheinlichkeit einer Beschäftigung nachzugehen steigt zwar mit der Ausbildung, jedoch steigt die Bezahlung nicht in gleichem Maße mit.

Einer Analyse der Bruttojahresverdienste der 25 Hauptkategorien im produzierenden Gewerbe ergab, dass in Westdeutschland Frauen im Durchschnitt 80% des Lohnes der Männer erzielen können (Spannbreite zwischen 96% und 69%), in Ostdeutschland immerhin 84% (Spannbreite zwischen 106% und 59%). Auffällig ist dabei, dass die Diskriminierung von Frauen in typischen Frauenbereich (Bekleidungsindustrie, Herstellung von Büromaschinen) höher ausfiel als in typischen Männerdomänen (Hoch- und Tiefbau, Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden).

Es wundert kaum, dass der durchschnittliche Verdienstunterschied zwischen West- und Ost in diesen fünfundzwanzig Bereichen auch in den typischen Frauendomänen besonders stark ausfiel. So konnten im Textil- und Bekleidungsgewerbe und im Ledergewerbe in Ostdeutschland nicht einmal 60% des Westlohnes erzielt werden. Während im Bergbau, in der Energie- und Wasserversorgung sowie dem Verlagsgewerbe der Lohn in Ostdeutschland schon über 80 % des Westdeutschen erreichte.[39]

Eine weitere systematische Diskriminierung im verarbeitenden Gewerbe konnte in der Anstellungskategorie festgestellt werden. Die Durchschnittlichen Verdienste von Angestellten liegen über denen von Arbeitnehmern. Dabei verdienen die kaufmännischen Angestellten mehr als die technischen Angestellten.

Eine weitere Differenzierung der Lohnhöhe ist Abhängig von dem Arbeitsumfang. Nach einer OECD Studie liegt der Stundenlohnmedian von teilzeitbeschäftigten Frauen in Deutschland bei 87,5% der Vollzeitbeschäftigten, die teilzeitbeschäftigten Männer kamen sogar nur auf 78,4% ihrer Vollzeitbeschäftigten Kollegen.[40] „Teilzeitbeschäftigte haben durchschnittlich kürzere Beschäftigungszeiten, schlechtere Aufstiegsmöglichkeiten, und geringere Chancen, an Weiterbildungsmaßnahmen teilzunehmen als Vollzeitbeschäftigte. Zudem ist die Teilzeitbeschäftigung besonders stark verbreitet in Klein und Mittelbetrieben sowie in Wirtschaftszweigen mit unterdurchschnittlichem Lohnniveau, wie etwa dem Einzelhandel oder dem Hotel- und Gaststättengewerbe. Schließlich sind es überwiegend Frauen die Teilzeit arbeiten, und der durchschnittliche Brutto-Stundenverdienst von Frauen liegt schon bei Vollzeitbeschäftigten deutlich unter demjenigen der Männer.“ (Eichhorst u.a. (2005) S.121)

Es verwundert daher nicht dass, „Es ... in Deutschland einen starken Zusammenhang zwischen der Betriebsgröße und dem Niedriglohnanteil (gibt). Mit wachsender Betriebsgröße

nimmt der Anteil der Niedriglohnbezieher ab.“ (Bosch/Kalina (2005) S.41)

Der Niedriglohnsektor ist insbesondere ein Phänomen der in kleinen Betrieben mit weniger als 50 Mitarbeitern, in Betrieben mit mehr als 500 Mitarbeitern sind Niedriglöhne (fast) nicht mehr vorzufinden.[41]

2.3 Lohnflexibilität

Flexibilität, insbesondere die der Löhne ist in der öffentlich geführten Debatte über Arbeitslosigkeit das große Schlagwort und anscheinend auch das Heilmittel unserer wirtschaftlichen Misere. Aufgrund von tariflich festgelegten Mindestlöhnen und hohen Reservationslöhne durch soziale Sicherungssysteme sind Löhne nach unten nicht flexibel, so die vorherrschende Meinung.

Das Problem der Lohnflexibilität besteht vor allem als ein definitorisches und analytisches Problem. Eine Lösung bildet dabei die von Möller angewendete Methode der relativen Lohndifferenz. Dabei werden die gezahlten Löhne ihrer Höhe nach in einer Rangliste aufgestellt. Mit den niedrigsten links beginnend.

Diese Lohnrangliste wird in zehn gleiche Teile geteilt (Dezile). Für jedes Dezil wird der gezahlte (Tages-) Durchschnittslohn ermittelt.

Da die Löhne nach unten (bei null) gedeckelt, nach oben jedoch offen sind, werden die Ausreißer im höchsten Dezil bei der Betrachtung außen vor gelassen[42]

Nach der Zensierung des zehnten Dezils stellt das fünfte Dezil den Median da.[43] Im nachfolgenden werden alle Dezile mit dem Median ins Verhältnis und zwar so, dass die kleineren vier Dezile im Nenner, die größeren jedoch im Zähler stehen.[44]

Die Veränderung der Verhältniszahl im Zeitablauf (insbesondere die der Extremwerte d1; d5) gibt darüber Aufschluss, ob und in welchem Bereich die Spannbreite der Löhne zu oder ab nimmt, also ob die Lohnflexibilität gestiegen oder gesunken ist.

[...]


[1] Vgl.: Almendinger / Eichhorst / Walwei (HG.) (2005) S.227ff

[2] Zahlen eigene Berechung nach : Almendinger / Eichhorst / Walwei (HG.) (2005) S.210f

[3] Die Erwerbstätigenquote gibt an, wie viele Menschen tatsächlich Erwerbstätig sind. Die Referenzgruppe ist die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter da (15-64 Jahre). Die Erwerbstätigenquote gibt Auskunft darüber inwieweit eine Volkswirtschaft in der Lage ist den arbeitsfähigen Personen eine Beschäftigung bereit zu stellen. Durch eine hohe Erwerbstätigenquote können Sozialsysteme entlastet werden, das Wachstum forciert werden und ein sozialer Ausgleich hergestellt werden. Länder mit hohen Erwerbstätigenquoten sind z.B. Dänemark (~74%) , Schweiz (~ 83%) , Portugal (~71%) , Norwegen (~ 73% Referenzgruppe 16-74 Jahre!) . Eine gute Steigerung der Erwerbstätigenquote konnten z.B. Frankreich (in`93 59,1% in `02 63,6%) und Großbritannien (in `93 67,6% in `00 71,1%) verzeichnen. Die vorliegende Literatur gibt die letzten Jahre für F und GB nicht her. (vgl Almendinger / Eichhorst / Walwei (HG.) (2005) S.269f)

[4] Extremwerte 64,5% in 1997 ; 66,1% in 2001

[5] vgl.: Almendinger / Eichhorst / Walwei (HG.) (2005) S.269

[6] Almendinger / Eichhorst / Walwei (HG.) (2005) S.211

[7] Der Trend setzte sich insgesamt in 2004 fort. So betrug 2004 die Teilzeitquote der Arbeitnehmer 31,6% ; 1,75 Millionen Personen hatten einen Nebenjob. Zahlen nach Almendinger / Eichhorst / Walwei (HG.) (2005) S.210f

[8] Die in die Korrelationsrechnung eingehenden Zeitreihen sind Teilzeitbeschäftigte `93 - `03 und Personen mit Nebenjob `94-`04 . Zahlen nach Almendinger / Eichhorst / Walwei (HG.) (2005) S.210 Eigene Berechnung

[9] Die in die Korrelationsrechnung eingehenden Zeitreihen sind Teilzeitbeschäftigte `94 - `04 und Personen mit Nebenjob `93-`03 . Zahlen nach Almendinger / Eichhorst / Walwei (HG.) (2005) S.210 Eigene Berechnung

[10] Bei den Nebenjobs handelt es sich ausschließlich um Personen die ihr Bereitschaft zur Arbeit ausweiten, nach der (weiter unten vorgestellten) Neoklassischen Theorie geht dies nur über eine zusätzliche Entlohnung Kaufkraftanreize, bzw. über besser Arbeitskraft ausweiten

[11] Die „schlechte wirtschaftliche Situation“ ist eine eindeutig subjektive Wahrnehmung. Wenn die (neo-) klassische Markttheorie gilt, dann muss auch ein weiterer Arbeitsplatz einen positiven Grenznutzen für die Person mit sich bringen, die diesen zweiten Arbeitsplatz nachfragt.

[12] Zahlen nach Voss-Dahm (2005) S.232f

[13] Erwerbstätigenquoten IAB – Zahlen nach: Almendinger/Eichhorst/Walwei (HG.) (2005) S.269

[14] Selbst Portugal kommt auf 64,3% (die Daten beziehen sich auf 2003 vgl. Almendinger / Eichhorst / Walwei (HG.) (2005) S.270)

[15] Zahlen teils eigene Berechnung nach Almendinger / Eichhorst / Walwei (HG.) (2005) S.249

[16] Zahlen eigene Berechnung nach Almendinger / Eichhorst / Walwei (HG.) (2005) S.249ff vgl.

[17] Die Teilzeitbeschäftigung der Frauen, als Anteil an der Gesamtbeschäftigung stieg von 27,2% in 1993 auf 36,3% in 2003, die der Männer von 2,5% auf 5,9% (vgl.: Almendinger / Eichhorst / Walwei (HG.) (2005) S.281f) die weiter oben genannte Teilzeitquote bezog sich auf abhängig Beschäftigte.

[18] In Kanada, USA, Schweden, Niederlande, Norwegen waren schon 1993 mehr als 70% der Beschäftigten im tertiären Sektor tätig ! Vgl.: Almendinger / Eichhorst / Walwei (HG.) (2005) S.227ff

[19] Ursprungszahlen vgl.: Almendinger / Eichhorst / Walwei (HG.) (2005) S.214 + 237ff

[20] vgl.: Almendinger / Eichhorst / Walwei (HG.) (2005) S.214

[21] vgl.: Almendinger / Eichhorst / Walwei (HG.) (2005) S.237ff

[22] Ursprungszahlen vgl.: Almendinger / Eichhorst / Walwei (HG.) (2005) S.237ff

[23] siehe auch
Abbildung 5 Qualifikationsspezifische Arbeitslosenquoten

[24] Nach den Daten des Sachverständigenrates schrumpfte der Anteil der Arbeitnehmerentgelte von 55,2% im Jahr 1991 auf 51,2% im Jahr 2004 (vgl. Sachverständigenrat (2005) S.576 (Tabelle 23*)). Die Zahl der abhängig beschäftigten Arbeitnehmer schrumpfte leicht von 35,1 Millionen auf 34,6 Millionen (vgl. Almendinger / Eichhorst / Walwei (HG.) (2005) S.201), der durchschnittliche Anteil eines beschäftigten Arbeitnehmers am BIP schrumpfte per Saldo um sechs Prozent auf einen Anteil von 1,48x10-8 (eigene Berechnung)

[25] Meistens mit dem zweifelhaften Erfolg, sich entweder in der steigenden Zahl Arbeitsloser wieder zu finden oder als (Schein-) Selbständiger sein Leben zu fristen.

[26] Die ehemaligen Domänen ungelernter Männer in der Industrie und im Handwerk (Bau) wurden abgebaut, adäquate Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor wurden v.a. in den ehemaligen Frauendomänen aufgebaut – Stichwort Haushaltsnahe Dienstleistungen.

[27] siehe Abbildung 6 , Zahlen eigene Berechnung nach Almendinger / Eichhorst / Walwei (HG.) (2005) S.214

[28] Dieser Effekt dürfte hinlänglich bekannt sein und kann wissenschaftlich mit dem abnehmenden Grenzertrag der Arbeit je zusätzlicher Zeiteinheit beschrieben werden.

[29] Nach Grömling, Hülskamp (11/2004) S.33

[30] Noch vor einigen Jahren wurde diese Art der Tätigkeit als Scheinselbständigkeit geächtet und mit entsprechenden Sanktionen belegt.

[31] Vgl.: Giersch (2003) S.96

[32] Vgl. Boss 2002 S. 70

[33] Vgl. Boss 2002 S. 71

[34] Vgl. Boss 2002 S. 72

[35] Vgl. Boss 2002 S. 70 ; die von Boss hier angeführten Zahlen beziehen sich auf die Jahr 1999 und 2000. Bei Umfragen unter Betriebs- und Personalräten ergibt sich ein besseres Bild hinsichtlich der Tarifbindung. Diese Zahlen werden jedoch als Schönfärberei zurückgewiesen (ebenda).

[36] Vgl. Bispinck/Schäfer 2006 S. 271

[37] (vgl. Boss 2002 S. 43)

[38] vgl. Boss 2002 S.44

[39] Zahlen teils eigene Berechnung nach Statistisches Bundesamt, Fachserie 16 R 2.3 2.VJ/2004 - Schl.Nr. AI; B; CD; CN;C; DA; DB; DB17; DB18; DC 19; DD20; DE; DE21; DE221; DE222; DF; DG24; DJ; DK29; DL; DM; DN; E; F452

[40] Eichhorst u.a. (2005) S.121

[41] siehe Bosch/Kalina (2005) S.42

[42] Bei den höchsten Löhnen liegt der Verdacht nahe, dass der Lohn zu einem großen Teil aus einem Wohlverhaltensbonus besteht. Also Gelder mit denen nicht die Arbeitskraft an sich, sondern die Loyalität gekauft wird.

[43] Die Lohndezile werden hier und im nachfolgenden mit dem (Tages-) Durchschnittsverdienst in dem Dezil gleichgesetzt.

[44] Die Verhältnisse der Dezile werden auch folgendermaßen bezeichnet : d1=D5/D1; d2= D5/D2; d3=D5/D3; d4=D5/D4; d5=D5/D5; d6=D6/D5; d7=D7/D5; d8=D8/D5; d9=D9/D5

Details

Seiten
93
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638859257
ISBN (Buch)
9783638911924
Dateigröße
2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v82570
Institution / Hochschule
Universität Hamburg – Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften Department Wirtschaft und Politik
Note
1,0
Schlagworte
Theorie Praxis Forderung Mindestlohn Deutschland Thema Mindestlohn
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Titel: Zur Theorie und Praxis der Forderung nach einem Mindestlohn in Deutschland