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Vom Feminismus zu den Gender Studies

Die Entwicklung der Gender Studies aus der feministischen Literaturkritik

Seminararbeit 2007 10 Seiten

Germanistik - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschichte des Feminismus

3. Feministische Literaturkritik
3.1 Erkenntnisinteresse
3.2 Hauptvertreterinnen

4. Übergang zu den Gender Studies

5. Gender Studies
5.1 Erkenntnisinteresse
5.2 Grundkonstellation: Text - Leser - Autor
5.3 Grenzen und Widersprüche der Methode
5.4 Aktuelle Tendenzen

6. Zusammenfassung

7. Literaturangaben

1. Einleitung

In dieser Arbeit möchte ich die Entwicklung der Gender Studies aus der feministischen Literaturkritik heraus beschreiben. Dieses Thema ist besonders interessant, da ich bemerkt habe, dass es für viele Leute schwer ist, den Unterschied zwischen den beiden Methoden auszumachen und darzustellen. In meiner Arbeit möchte ich wie folgt vorgehen: Als erstes werde ich einen Überblick über die Geschichte des Feminismus geben und anschließend auf die feministische Literaturkritik näher eingehen, wobei ich das Erkenntnisinteresse und die Hauptvertreterinnen der Methode vorstellen werde. Danach werde ich auf den Übergang zu den Gender Studies beschreiben. Diese Methode wird dann näher beschrieben, wobei ich auf Erkenntnisinteresse, Grundkonstellation: Text - Leser - Autor, Grenzen und Widersprüche der Methode sowie auf aktuelle Tendenzen eingehen werde.

Ich habe mich hauptsächlich an dem Aufsatz “Von Women‘s Studies zu Gender Studies: Feministische Literatur- und Kulturkritik“ von Renate Hof orientiert, denn obwohl er hauptsächlich Bezug zur amerikanischen Literaturgeschichte nimmt, gibt er doch eine gute Übersicht über die Entwicklungen. Eine gute und aktuelle Einführung zum Thema fand ich in Methoden und Modelle der Literaturwissenschaft. Eine Einführung von Rainer Baasner und Maria Zens.

2. Geschichte des Feminismus

Der Feminismus hat seinen Ursprung in der Women’s Rights Convention, einem Treffen von ca. 300 Männern und Frauen am 19.07.1848 in Seneca Falls, New York, bei dem ein Gegendokument zur Declaration of Independence, die Declaration of Sentiments and Resolutions, vorgestellt wurde. Mit dem Dokument wurde daraus hingewiesen, dass die in der Freiheitserklärung geforderte Gleichberechtigung von Mann und Frau nicht umgesetzt werde und die Initiatoren der Veranstaltung forderten von nun ab gleiche Behandlung beider Geschlechter, zum Beispiel verlangten sie das Wahlrecht für Frauen. Diese so genannte “erste Frauenbewegung” nahm ihren Anfang hauptsächlich in den USA und in England, um dann auf das übrige Europa überzugreifen.

Der feministischen Forschung war in ihren Anfängen besonders daran gelegen, die

historische Lebensrealität von Frauen zu erforschen. Dieses Anliegen gestaltete sich als schwierig, da schnell klar wurde, dass kaum historische Aufzeichnungen über Frauen existierten. So rückte bald die Literatur in den Mittelpunkt des Interesses und man erhoffte sich, durch das in der Literatur Dargestellte die Lebensumstände von Frauen rekonstruieren zu können.

Als die “zweite Frauenbewegung” wird besonders der Einzug der Women’s Studies in die universitäre Forschung in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts bezeichnet. Durch diese Entwicklung ergab sich für die Feministinnen die Möglichkeit der wissenschaftlichen Analyse der Frauenfrage. In den 70er Jahren hatten die vornehmlich weiblichen Forscherinnen bereits eine eigene “Infrastruktur” durch ihre Institutionalisierung aufgebaut.

3. Feministische Literaturkritik

Die feministische Literaturkritik kann in zwei Phasen unterteilt werden. In der ersten Phase widmeten die Forscherinnen vor allem der Analyse von Weiblichkeitsbildern und übten massive Kritik an stereotypen Frauenbildern, wie zum Beispiel der “Heiligen”, der “Hure” oder der “femme fatale”. In diesen Typen wurden nach Meinung der Feministinnen die gesellschaftlichen Machtstrukturen widergespiegelt. Bei den ersten Untersuchungen der Literatur hinsichtlich der Frauenfrage im 19. Jahrhundert enthielt die Liste der berühmten und angesehen Autoren nahezu keine weiblichen, farbigen oder einer unterprivilegierten Gesellschaftsschicht angehörenden Künstler: “Offenbar bestand ein Zusammenhang zwischen Kreativität und Autorität”1, wobei sich die Frage stellte, wer die Autorität besitzt, Minoritäten zu bestimmen.

Somit stand man vor dem Problem, dass literarische Texte zwar viel Material über Frauen lieferten, sich jedoch wenig Geschriebenes aus der Perspektive von Frauen finden ließ. Eine der ersten Aufgaben der Feministinnen bestand nun darin, längst vergessene Werke von Autorinnen zu finden und zu analysieren. Viele dieser Werke wurden zu dieser Zeit neu verlegt oder gar erstmals veröffentlicht. Bei der zur Analyse der dargestellten Weiblichkeit ausgewählten Werke wurden besonders autobiographische oder tagebuchartige Werke bevorzugt, da diese wohl besonders fundierte und glaubwürdige Berichte über die Lebenssituationen der Frauen in der Vergangenheit liefern sollten. Im Zuge dieser Lesart wurden auch zahlreiche Bibliographien veröffentlicht, in denen Leserinnen Literatur finden sollten, die ihnen Identifikationsmöglichkeiten mit den Charakteren verschaffte.

Die zweite Phase der feministischen Literaturkritik wird vor allem gekennzeichnet durch die Suche nach einer speziell weiblichen Ästhetik.

3.1 Erkenntnisinteresse

Das Erkenntnisinteresse der feministischen Literaturkritik ist herauszufinden, wie Frauen in literarischen Werken dargestellt werden. Daraus hervorgehend ist das Ziel, mögliche Übereinstimmungen in den von Männern erschaffenen Weiblichkeitsbildern zu finden und festzustellen, welche Auswirkungen diese auf das Selbstverständnis von Frauen haben.

Besonderes Augenmerk legten die Forscherinnen aber immer auf die Frage, inwieweit diese Fiktionen das von Feministinnen so stark kritisierte hierarchische Geschlechterverhältnis in der Gesellschaft fördert. Neben der Untersuchung bezüglich der Weiblichkeitsbilder wurde auch versucht, bestimmte Themen ausfindig zu machen, welche das Geschlechterverhältnis in der existierenden Form unterstützen.

Besonders in den 70er Jahren widmete man sich der Frage, ob es in der von Frauen geschaffenen Literatur eine spezifisch “weibliche Ästhetik” gibt, die die Werke von Autorinnen grundlegend von denen ihrer männlichen Kollegen unterscheidet.

3.2 Hauptvertreterinnen

Virginia Woolf (1882-1941) wird oft als eine der Hauptvertreterinnen des Feminismus genannt. Ihr literarisches Werk beschäftigte sich jedoch nur am Rande mit der Frauenfrage. Ihr feministisches Engagement, besonders in ihrem Aufsatz “A room of one’s own” (“Ein Zimmer für sich allein”), wurde erst von der neuen Frauenbewegung in den 60er Jahren gewürdigt. Woolf beschäftigte sich sich mit der historischen Situation von Schriftstellerinnen und legt auch den Grundstein für die späteren Amerikanische Literaturgeschichte. Hrsg. v. Hubert Zapf. 2. Aufl. Stuttgart 2004. S. 523

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1 Renate Hof: Von Women‘s Studies zu Gender Studies: Feministische Literatur- und Kulturkritik. In:

Details

Seiten
10
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783638891646
ISBN (Buch)
9783638891714
Dateigröße
381 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v82470
Institution / Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen – Germanistisches Institut
Note
2,3
Schlagworte
Feminismus Gender Studies Methoden Literaturwissenschaft Thema Gender

Autor

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