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Agathokles – Tyrann oder höchster Beamter

Gründe für die syrakusanische Herrschaft und des Feldherren Charakter

Hausarbeit 2007 27 Seiten

Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Anfänge der Herrschaft in Syrakus
2.1 Der Weg des Karthagers nach Sizilien
2.2 Der Sturz der Sechshundert – Befriedigung der Machtgier

3. Agathokles als Herrscher über Syrakus
3.1 Strategos Autokrator
3.1.1 Tyrann oder höchster Beamter der Demos
3.1.2 Das außenpolitischen Auftreten des Agathokles bis 305 v. Chr
3.2 Der Karthager und die Annahme des Königstitels 304 v. Chr
3.2.1 Herr und Besitzer
3.2.2 Agathokles im Verhältnis der Diadochen im Osten

4. Schlussteil

5. Anhang

6. Quellen- und Literaturverzeichnis
6.1 Quellensammlungen und Quellenverzeichnis
6.2 Monographien
6.3 Aufsätze

1. Einleitung

Die frühhellenistische Königsherrschaft des späten vierten Jahrhunderts v. Chr. war geprägt von Machtgier, politischen Morden, propagandistischen Erhebungen und Gottkönigtum. Der Fokus der althistorischen Wissenschaft richtet sich diesbezüglich überwiegend auf die Entwicklung und Etablierung der großen östlichen Diadochenreiche und vernachlässigt auf diese Weise ebenso beachtens- und forschungswerte Herrscherreiche und Bezirkskönigtümer im zentralen Mittelmeerraum. Exemplarisch für diesen Umstand liegen etwa für die syrakusanischen Geschichte des vierten und dritten Jahrhunderts v. Chr.[1] kaum Forschungsansätze – zumindest in Art und Umfang in der Auseinandersetzung mit den Diadochenreichen nicht vergleichbar – vor, obgleich vor allem Sizilien auch aufgrund des Wandels der Machtverhältnisse nach dem Tode Alexanders des Großen 323 von herrschaftspolitischen Veränderungen betroffen war. Doch welche Gründe beeinflussen unter Umständen das relativ geringe Forschungsinteresse an der Herrschaft des Agathokles von Syrakus?

Wenige Publikationen widmen sich dem brutalen Tyrannen auf Sizilien.[2] Das neueste Werk von Caroline Lehmler aus dem Jahre 2005[3] versucht diese Frage zu beantworten und verweist in ähnlicher Absicht wie Helmut Berve 1952[4] vor allem auf die unzureichende Quellenbasis sowie deren teilweise zweifelhaften, übertriebenen oder subjektiven Bezüge.

Tatsächlich verarbeiten lediglich vier antike Geschichtsschreiber das Handeln und Wirken des Agathokles – namentlich Diodor (Diod. XIX.1 – XXI.17), Justin (Justin XXII.1 – XXIII.2), Polyaen (Polyaen V.3.1 – 8) sowie Polybios (Polyb. VIII.12; IX.23.2; XII.15; XY.35.6).[5] Zunächst mag dies ausreichend erscheinen, doch sind die meisten der Quellenabschnitte auf die nicht minder interessante, jedoch für das zentrale Thema der vorliegenden Ausarbeitung lediglich ungenügend bewertbare Jugendzeit sowie in Bezug auf das Amt des Agathokles als strategos autokrator von Syrakus[6] datiert. Vor allem nach 304 – dem Jahre der Annahme des Königstitels durch selbigen – besitzt die althistorische Wissenschaft mit Ausnahme einiger kurzer Bezüge bei Diodor kaum Quellen. An dieser Stelle kann auch die Numismatik der zu bearbeitenden Tyrannenzeit nur bedingt Auskunft geben.[7]

Darüber hinaus erschwert die Frage nach den zeitgenössischen Quellen der oben angeführten Autoren die Auseinandersetzung mit dem Thema zusätzlich: dabei gilt es besonders kritisch zu hinterfragen, ob und in welchem Maße der jeweilige Geschichtsschreiber durch die Taten des Agathokles persönlich betroffen war respektive Kritik und Positivismus darin begründet lag.

Dabei ist festzuhalten, dass die herangezogenen Bücher des Diodor, auf dessen Berichten ein Gros dieser Arbeit beruht, vermutlich auf den Ausführungen von Timaios von Tauromenion als auch des Duris von Samos basieren.[8] Welchen der beiden aber nutzte Diodor vornehmlich? In diesem Zusammenhang besteht noch heute eine heftige Kontroverse in der althistorischen Wissenschaft. Die Historiker Meister, Berve und Lehmler vertreten die an dieser Stelle aktuellste Theorie der Verwendung beider Quellen durch Diodor[9], d.h. selbiger habe sowohl Duris von Samos als auch Timaios zitiert.

Aus dieser Sichtweise ergibt sich ein weiteres quellenkritisches Problem: während der sizilische Geschichtsschreiber Timaios aufgrund von persönlicher Betroffenheit ablehnend, sogar feindlich von den Taten des Agathokles berichtet, schreibt Duris hingegen in faktisch „schmeichelhafter“[10] Art. Wem aber hat nun Diodor selbst geglaubt, als der Geschichtsschreiber an seinem Werk arbeitete? De facto ist in den Büchern XIX bis XXI weder übertriebene Negation noch Propaganda ersichtlich – ein Umstand, der die Objektivität des Diodor verdeutlicht.

Vor vergleichbaren Problemen steht die Forschung in Betrachtung der Überlieferungen des Justin, dessen Werke jedoch aufgrund ihrer knappen und zudem mit großen Zeitsprüngen versehenen Darstellungen zur Herrschaft des Agathokles von geringerer Bedeutung sind, obgleich diese unter keinen Umständen zu vernachlässigen wären. Gleiches gilt im Übrigen für die acht kurzen Erzählungen des Polyaen und die sachlich, kritische Erörterung des

Polybios, der vor allem die Subjektivität der Überlieferungen des Timaios scharf angreift (Polyb. XII. 15).

Anhand der Ausführungen ist erkennbar, dass die gesamte Quellenlage bezüglich der Herrschaft des Agathokles und vor allem in Bezug auf die Frage nach der Errichtung einer Tyrannis oder dem höchstem Beamtentum als Stellvertreter der hegemonialen Bestrebungen der syrakusanischen Demos sehr überschaubar, dennoch an zahlreichen Stellen undurchsichtig erscheint. Gleichwohl haben einige Publikationen des 20. Jahrhunderts, die sich der Königsherrschaft auf Sizilien widmen, bewiesen, dass das quellenkritische Problem durch sachliche Kompetenz, genaue Erörterung und vorsichtige aber zielgerichtete Interpretation gelöst werden kann.

Vor diesem Hintergrund soll im Folgenden geklärt werden, welche Kompetenzen Agathokles seit 318 als strategos autokrator von Syrakus auf sich vereinigen konnte[11] und in welchem Maße seine Herrschaft tatsächlich als reine Tyrannis eines charismatischen Demagogen[12] bewertet werden kann. Um die Logik der Argumentation zu gewährleisten, wird darüber hinaus der Ausbau der Herrschaft des Agathokles über die nahezu gesamte sizilische Insel betrachtet sowie in Ansätzen die Bedeutung des Afrikafeldzuges für den Wandel der Machtpolitik des strategos autokrator bis 304 veranschaulicht.[13] Nebst den Genannten gilt es freilich Agathokles und dessen Stellung als basileus auf Sizilien zu hinterfragen und dies exemplarisch mit den östlichen Diadochen zu vergleichen.

Vorrangig will die vorliegende Arbeit demnach erreichen, die Kontroverse bezüglich der Position des Agathokles als Tyrann oder lediglich höchsten Beamten zu bewerten sowie Gemeinsamkeiten respektive Unterschiede in der Militär- und Machtpolitik in Anlehnung an die sich etablierenden Diadochenreiche im östlichen Mittelmeerraum erkennen zu lassen.

2. Die Anfänge der Herrschaft in Syrakus

2.1 Der Weg des Karthagers nach Sizilien

Agathokles wurde um 360 v. Chr. in der karthagischen Stadt Thermai als Sohn des Töpfers Karkinos geboren. Der spätere Herrscher über Sizilien gehörte folglich der niedersten Schicht der punischen Gesellschaft an – ein Umstand, der Diodors Historiographie glaubwürdig erscheinen lässt.[14] Der gottesfürchtige Karkinos sorgte sich noch während der Schwangerschaft seiner Frau um die Rolle des Ungeborenen in seinem Heimatgebiet, infolgedessen der Töpfer Gesandte nach Delphi reisen ließ[15], um das dortige Orakel bezüglich der Zukunft zu befragen (Diod. XIX.2). Der Prophezeiung folgend, das Kind werde Unglück über Karthago und ganz Sizilien bringen, ließ Karkinos seinen Sohn aussetzen und überließ es dem Tod. Zusätzlich angeworbene Bewacher wurden, da der vermeintlich unheilvolle Säugling nicht bald verstarb, in ihrer Funktion nachlässig, sodass die Mutter dem Säugling entführen und in die Obhut des Herakleides geben konnte.

Nach Diodor nahm Karkinos später seinen Sohn entgegen des Rates des Orakels zu Delphi an, lehrte Agathokles das Töpferhandwerk und folgte um 341 dem Angebot des Timoleon, syrakusanischer Bürger zu werden. Dies geschah wohl nicht aufgrund der Angst des Töpfers, sein Sohn verheiße Schlechtes für die Einwohner Karthagos. Wahrscheinlicher ist die von Helmut Berve beschriebene Suche des Timoleon nach wehrfähigen Männern infolge der Schlacht bei Krimisos.[16]

Kurze Zeit nach der Ankunft in Syrakus musste Agathokles bereits der gehobeneren Schicht der Stadt zugehörig gewesen sein, da dessen älterer Bruder Antandros in der Zeit der oligarchischen Herrschaft zum syrakusanischen Strategen gewählt wurde.[17]

Auch die – in welcher Form letztlich realistische, bleibt aufgrund der fehlenden Quellenbasis unerforscht – Beziehung des Agathokles zu dem syrakusanischen General Damas begünstigte den Aufstieg des Töpfersohnes in der sizilischen Stadt: Polybios etwa negiert die Ausführungen des Timaios zu Agathokles als gottlosen Mann, der sich der Prostitution hingab (Pol. XII. 15). Tatsächlich aber bestand eine solche Relation. Diodor erwähnt diesbezüglich jedoch lediglich die homosexuellen Neigungen des Generals (Diod. XIX. 3), die de facto den Aufstieg des Agathokles begünstigten. So ernannte Damas den Sohn des Karkinos aufgrund einer vorherrschenden Vakanz zum

Chiliarchen[18]. Nach dessen Tod heiratete Agathokles die Frau des hochrangigen Offiziers, der der gesamte Besitz zukam und wurde somit einer der reichsten Syrakusaner.

In der folgenden Zeit konnte sich Agathokles durch Redegewandtheit und Kampfesverdienste als Offizier – berichtet wird von der ungewöhnlichen Größe und Statur des Kriegers (Diod. XIX. 3. 2) – in der Versammlung der syrakusanischen Demos einen Namen machen. Dieser Umstand jedoch erweckte bei den herrschenden, oligarchisch organisierten Sechshundert, an deren Spitze alsbald Antandros, Herakleides und Sostratos standen, Neid und Missgunst. Der Konflikt offenbarte sein gesamtes Potential, als die Syrakusaner Hilfstruppen unter der Führung des Sostratos nach dem von den Brettiern belagerten Kroton sendeten. Auch Agathokles nahm an dem Feldzug teil, allerdings blieben dem Offizier Auszeichnungen und Anerkennung verwehrt, infolgedessen der Krieger den Sechshundert die Vorbereitung einer Tyrannis vorwarf (Diod. XIX. 3. 4f). Das Vorhaben scheiterte jedoch an der fehlenden Zustimmung der Demos von Syrakus, sodass Sostratos und Herakleides nach ihrer Rückkehr aus Kroton tatsächlich die Macht über die sizilische Stadt gewinnen konnten.

Aufgrund der oppositionellen Haltung des Agathokles gegenüber der Herrschaft der Sechshundert musste er zunächst mit seinen Anhängern in Unteritalien verbleiben, offenbar um die Schaffung einer eigenen Machtbasis bemüht (Diod. XIX. 4.1). Der Versuch, eine Verbindung mit dem Demos Krotons herzustellen, scheiterte jedoch, sodass der Offizier in Tarentum als Söldner angeworben wurde. Hier nahm er an äußerst gefährlichen Kämpfen teil (Diod. 4.2), infolge derer Agathokles als vermeintlicher Revolutionär aus der Armee entlassen wurde.[19]

[...]


[1] Im Folgenden wird bezüglich wichtiger Jahreszahlen auf die Zusatzangabe „v. Chr.“ verzichtet.

[2] Für das Thema relevante und durchaus präzise Werke sind dabei insbesondere Meister, K.: Agathocles. Cambridge 1999; Ders.: Die sizilische Geschichte bei Diodor von den Anfängen bis zum Tod des Agathokles. München 1967; Drögemüller, H.: Syrakus. Zur Topographie und Geschichte einer griechischen Stadt. Heidelberg 1969; Hans, L.M.: Karthago und Sizilien. München 1983.

[3] Lehmler, C.: Syrakus unter Agathokles und Hieron II. Die Verbindung von Kultur und Macht in einer hellenistischen Metropole. Frankfurt/Main 2005.

[4] Berve, H.: Die Herrschaft des Agathokles. In: Akademie der Wissenschaft. Sitzungsberichte, Heft 5 (1952), S. 47 – 78.

[5] Diodorus Sicilus beziehungsweise Diodor von Sizilien lebte im ersten Jahrhundert v. Chr. Über das Leben des antiken Geschichtsschreibers gibt es kaum Überlieferungen. In der althistorischen Forschung als sicher gilt seine agyrionische Herkunft sowie kurzzeitige Aufenthalte in Rom und Ägypten.

Der römische Geschichtsschreiber Justin lebte vermutlich im zweiten Jahrhundert v. Chr. Der Gelehrte schrieb das historiarum philippicarum libri XLIV, welches in der antiken Forschung als trogus der Zeit von Kaiser Augustus anerkannt wird. Das umfangreiche Werk an sich ist nicht mehr zugänglich, allerdings haben sich sowohl der Prolog als auch Exzerpte anderer antiker Geschichtsschreiber – unter anderem von Plinius – erhalten. Ein genaues Abbild des Lebens des Justin vermag die althistorische Wissenschaft nicht zu geben.

Polyaen lebte im zweiten Jahrhundert n. Chr. in der römischen Provinz Bithynien. Anhand seiner Aufgabenbereiche um 160 als Rhetor und Anwalt musste er wohl das römische Bürgerrecht erhalten haben, wobei nicht festzustellen ist, auf welches Jahr dies zu datieren wäre. Das wichtigste Werk des Polyaen ist die strategika, eine nach unterschiedlichen Völkern gegliederte Sammlung multi – kultureller Strategie- und Kriegsrezensionen.

Polybios lebte im zweiten Jahrhundert v. Chr. zunächst in der arkadischen Stadt Megalopolis und kam um 166/67 im Zuge des dritten Makedonischen Krieges als politische Geisel nach Rom. Dort wurde der vormalige Soldat des Archaischen Bundes ein enger Vertrauter und Berater des Scipio Africanus. Unter dem Eindruck des dritten Punischen Krieges verfasste Polybios die historiai, in der der Geschichtsschreiber den Aufstieg des Römischen Reiches als zentrales Thema fokussiert.

[6] Zur besseren geographischen Einordnung von Städten oder freien Gebieten vgl. Karte 1: Sizilien und Süditalien im Altertum. In: 5. Anhang, S. 20.

[7] Aufgrund des begrenzten Umfanges der Arbeit verbleiben die Ausführungen ohne die Einbeziehung und Bewertung der Münzprägung in der Zeit des Agathokles. Jedoch könnte eben jener Ansatz die Grundlage einer weiteren Ausarbeitung sein. Zur weiterführenden Vertiefung zum Thema vgl. Lehmler, S. 60 – 83.

[8] Timaios von Tauromenion wurde um 345 geboren. Nachdem Agathokles den Politiker und Historiker vertrieben hatte, lebte Timaios im Athener Exil und verfasste seine historiai. Das 38 Bücher umfassende Gesamtwerk beschreibt die Herrschergeschichte Siziliens vor dem Hintergrund politischer Beziehungen und kriegerischer Auseinandersetzungen mit Süditalien, Griechenland und Karthago. Während der Herrschaft Hierons II. kehrte Timaios nach Sizilien zurück und starb um 252 vermutlich in Syrakus.

Duris von Samos lebte vermutlich von 340 bis um 270. Über das Leben des Geschichtsschreibers sind kaum detaillierte Ereignisse bekannt. De facto schrieb Duris das zusammenfassende Werk der hellenistisch – makedonischen Geschichte. Darüber hinaus wird der griechische Historiker als Lyriker angesehen.

[9] Vgl. Berve, S. 5ff; vgl. Lehmler, S. 26.

[10] Zit. Berve S. 7.

[11] An dieser Stelle ist es m. E. unabdingbar, auch die Zeit seit der Ankunft des Agathokles in Syrakus anno 341 zu betrachten, um Rückschlüsse auf dessen spätere Taten ziehen und interpretieren zu können.

[12] Um die Idealtypen der Weberschen Herrschaftsformen – namentlich traditionelle, charismatische und legale Herrschaft – einordnen zu können, liegen der Arbeit hier Gehrke, H. J.: Der siegreiche König. In: Archiv für Kulturgeschichte LXIV (1982), S. 247 – 277 und Weber, Max: Die drei reinen Typen der legitimen Herrschaft. In: Ders.: Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre. Tübingen 1988, S. 475 – 488 zugrunde.

[13] Der Afrikafeldzug des Agathokles in libysches Gebiet wird dabei nur in jenem Maße bewertet, soweit dieser politische Auswirkungen auf die Herrschaft in Sizilien hatte. Eine vollständige Darstellung dieser militärischen Operation verbietet sich aufgrund der begrenzten Kapazität der Arbeit sowie der eingeschränkten Relevanz zum zentralen Thema. Gleichwohl könnte der Afrikafeldzug des Agathokles die Basis einer weiteren Ausarbeitung bezüglich der Geschichte der frühhellenistischen Zeit sein.

[14] Nach den Überlieferungen des Geschichtsschreibers (XIX. 1. 5 – 8) konnten in Sizilien vormals sozial schwache Persönlichkeiten besonders stark gemacht und gar zu Herrschern werden. Für Diodor ist der die vorliegende Arbeit bestimmende Agathokles hierfür das ungewöhnlichste Beispiel.

[15] Inwieweit es Karkinos vor allem aufgrund seiner sozialen Herkunft möglich war, tatsächlich ihm Nahestehende nach Delphi zu entsenden, bleibt in der Forschung im Dunkeln. Vermutlich dient dieser Verweis abstrahierend der Darstellung der allgemeinen Gottesfurcht der Gesellschaften im vierten Jahrhundert v. Chr.

[16] Vgl. Berve, S. 22.

[17] Die direkten Auswirkungen der Wahl des Bruders auf den Aufstieg des Agathokles können aufgrund fehlender Quellen diesbezüglich nicht festgestellt und interpretiert werden.

[18] Der Chiliarch war wohl für die Überwachung des Hofverkehrs zuständig, vielleicht auch für die Einführung von Gesandten, obwohl an dieser Stelle in der Forschung keine Einigung herrscht. Alexander der Große übernahm dieses Amt und proklamierte es als höchsten Posten des eigenen Reiches. Der Makedonenkönig übertrug das Amt des Chiliarchen unter anderem Perdikkas, dem Initiator der makedonischen Heeresversammlung in Babylon 323. Bei den Diadochen und in Territorien im zentralen Mittelmeerraum blieb mit der Position des Chiliarchen ein hohes Hofamt verbunden.

[19] An dieser Stelle berichtet Diodor weder über das Ausmaß der kriegerischen Auseinandersetzungen, an denen Agathokles teilnahm, noch erläutert der Geschichtsschreiber die genauen Hintergründe der Entlassung des Offizieres aus der tarentinischen Armee. Es bleiben folglich nur Vermutungen anzustellen. Auf diese soll allerdings im Hinblick auf Art und Umfang der vorliegenden Ausarbeitung verzichtet werden.

Details

Seiten
27
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783638874564
ISBN (Buch)
9783638892421
Dateigröße
857 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v82441
Institution / Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Note
2,0
Schlagworte
Agathokles Tyrann Beamter Antike Hellenistische Königsherrschaft

Autor

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