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Unternehmensanalyse der Starbucks Corporation

Seminararbeit 2007 56 Seiten

BWL - Investition und Finanzierung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Unternehmen Starbucks
2.1. Firmengeschichte
2.2. Markteintrittsstrategie
2.3. Das Geschäftsmodell
2.4. Ausblick

3. Wettbewerb
3.1. Wettbewerbsposition
3.2. Wirtschaftliches Umfeld
3.3. Die Kaffeebranche
3.4. Chancen und Gefahren
3.5. Konkurrenzvergleich
3.5.1. Erfolgswirtschaftliche Analyse
3.5.2. Finanzanalyse
3.5.3. Aktienanalyse

4. Bilanzanalyse- Fundamentaldaten Starbucks
4.1. Wachstumsrate
4.2. Rendite
4.3. Analyse der Wirtschaftlichkeit
4.4. Working Capital und Liquidität
4.5. Kapitalstruktur
4.6. Cashflow
4.7. Bestimmung des Unternehmenswertes

5. Bewertung der Starbucks Aktie
5.1. Börsenüberblick 2006/2007
5.2. Die Starbucks Aktie
5.3. Empfehlungen der Aktie

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

8. Anhang

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Fünf Kräfte Modell nach Porter

Abbildung 2 Angebot und Nachfrage von Kaffee

Abbildung 3 a und b Umsatzentwicklung

Abbildung 4 EBIT- Marge

Abbildung 5 Nettomarge

Abbildung 6 Kapitalrendite (ROI)

Abbildung 7 Umsatzrendite und Kapitalumschlag

Abbildung 8 Zinsdeckung

Abbildung 9 Working Capital

Abbildung 10 Aktienanalysen SBUX, MCD, THI

Abbildung 11 KGV

Abbildung 12 Starbucks Aktie vs. NASDAQ (10 Jahre)

Abbildung 13 Kennzahlen der Aktie

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1 Umlaufintensität

Tabelle 2 Liquidität 2.Grades

Tabelle 3 Cashflow Rechnung

Tabelle 4 Wachstumsraten

Tabelle 5 Rendite

Tabelle 6 Wirtschaftlichkeit

Tabelle 7 Cashflow Starbucks

Tabelle 8 DCF- Verfahren

Tabelle 9 Diskontierte Cashflows

Tabelle 10 Stammdaten Aktie SBUX

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Die Unternehmensbewertung stellt mitunter einer der umfangreichste Gegenstand der Betriebswirtschaftslehre dar und beschäftigt sich mit der Ermittlung des Wertes ganzer Unternehmen oder auch nur einzelner Bestandteile. Die Analyse eines Unternehmens und seiner Umwelt ist die wichtigste Voraussetzung für eine Unternehmensbewertung. Hierbei sollte die Fähigkeit des Unternehmens, in der Zukunft nachhaltige Produkte zu kostendeckenden Preisen herzustellen und im Markt kundengerecht vertreiben zu können, in den Vordergrund gestellt werden. Jedoch bedeutet Analyse nicht nur, wichtige Zahlen oder Daten mit Hilfe von Formeln zu einem Ergebnis zu verarbeiten. Ein Unternehmen zu analysieren heißt, sich in erster Linie mit dem Unternehmen und seiner Umwelt eingehend auseinanderzusetzen und darauf aufbauend mit Hilfe von wissenschaftlichen Kenntnissen und Erkenntnissen, Urteilskraft und Erfahrungswerten, wichtige Informationen und Daten aus dem Unternehmen zu sammeln und auszuwerten. Ziel hierbei ist es, Aussagen über die voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens zu treffen und unter Darlegung der Chancen und Risiken unter einem Wert zu bündeln. Jedoch hat sich die Diskussion zu Fragen der Unternehmensbewertung in den letzten Jahren einem Wandel unterziehen müssen, durch Einflussnahme aus dem angloamerikanischen Raum, da die US-GAAP und auch die IFRS immer mehr an Bedeutung gewinnen.[1]

Thema der folgenden Seminararbeit ist die Analyse der Kaffeehaus-Kette Starbucks Corporation. Einführend wird die Geschichte des Unternehmens vorgestellt. Im Anschluss daran soll das Geschäftsmodell der Unternehmung definiert und herauskristallisiert werden, wie Starbucks seine Wettbewerbsvorteile verteidigt. Eine Analyse der Marktposition ist hierbei von ebenso großer Bedeutung und somit wird auch der Vergleich von Starbucks mit den Konkurrenten McDonalds und Tim Hortons Inc. ein weiterer Bestandteil der Arbeit sein. Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht jedoch die Betrachtung und kritische Beleuchtung der Finanzdaten sowie die Ermittlung des Unternehmenswertes der Starbucks Corp. Abschließend erfolgt die Bewertung der Starbucks Aktie sowie ein zusammenfassendes Resümee über die zukünftige Marktposition des Unternehmens.

2. Das Unternehmen Starbucks

2.1. Firmengeschichte

Die Erfolgsgeschichte dieser jungen Marke hat ihren Ursprung 1971 in Seattle, Washington State. Die drei Studenten Gerald Baldwin, Gordon Bowker und Zev Siegl gründeten die Starbucks Coffee, Tea and Spice Company mit der Vision, den besten Kaffee der Welt nach Seattle zu bringen. Damals war das Kerngeschäft jedoch die Kaffee Rösterei und nicht der Aufbau von Coffee Shops.

Der Name Starbucks stammt von dem gleichnamigen Kaffee trinkenden Steuermann in Hermann Melvilles Roman Moby Dick, einem klassischen amerikanischen Roman über die Walfangindustrie des 19. Jahrhunderts.[2]

Doch die eigentliche Erfolgsstory Starbucks beginnt 1987 mit dem Erwerb der ursprünglichen Firmensubstanz durch Howard Schultz, der nach einer Italienreise die Idee hatte, das Konzept der Espresso Bars in Seattle auszuprobieren. Sein Ziel war und ist es auch heute noch, „[...] to establish Starbucks as the premier purveyor of the finest coffee in the world […]”[3]

Seit 1992 wird die Aktie erfolgreich am NASDAQ National Market unter dem Symbol „SBUX“ gehandelt und verdeutlicht durch ihre anhaltend steigenden Kurse den Markenwert der Firma: Nach einer Interbrand-Studie, welche den Wert einer Marke ermittelt, belegte die Marke Starbucks 2006 Platz 91 im Ranking der 100 stärksten Marken weltweit (Wert ca. 2,4 Mrd. €) und konnte somit die zweitstärkste Markenwertsteigerung (+20%) hinter Google verzeichnen.[4]

Zum jetzigen Zeitpunkt besitzt das Unternehmen 13.168 Coffee Houses in über 37 Ländern der Welt (9.401 davon in der USA und 71 in Deutschland) und beschäftigt insgesamt 145.800 Mitarbeiter. Im Schnitt macht jedes dieser Kaffeehäuser einen jährlichen Umsatz von 1,5 Mio. Euro und jede Woche besuchen rund 40 Mio. Kunden ein Starbucks Café.

Heute macht der ehemalige Xerox-Vertriebsmann und heutige Vorsitzende der Firma mit seiner Kaffeehaus-Kette, einst gekauft von den Gründern für 3,8 Mio. Dollar, einen Jahresumsatz von ca. 7,8 Mrd. Dollar und dem Wachstum scheinen keine Grenzen gesetzt zu sein.

Starbucks ist mittlerweile der weltweit führende Anbieter, Röster und Vermarkter von Kaffeespezialitäten mit Filialen auf der ganzen Welt.[5]

2.2. Markteintrittsstrategie

Es stellt sich mitunter immer wieder die Frage, wie es dem Unternehmen gelingt, tagtäglich drei neue Starbucks Geschäfte[6] zu eröffnen und Wachstumsraten von mehr als 50 Kaffeebars pro Jahr aufzuzeigen.[7]

Ausschlaggebend für diese rasche Expansion und den damit einhergehenden Erfolg ist zum einen die Auswahl optimal gelegener Standorte, die eine hohe Frequenz an Laufkundschaft aufweisen müssen. Starbucks versucht die Menschen dort zu erreichen, wo sie arbeiten, reisen, einkaufen und Essen gehen um den Kaffee zu einem wichtigen Bestandteil des täglichen Lebens zu machen. Viele der Shops sind in große Bürokomplexe, Flughäfen, Einkaufszentren oder Supermärkten integriert. Diese geschlossenen Markteintritte realisiert der Konzern meist mittels Kooperationen mit bekannten regionalen Gesellschaften, wie z.B. in Deutschland das Joint Venture mit der Karstadt Quelle AG, bei dem Starbucks 20% der Anteile hält, die Karstadt Quelle AG 80%.[8] Oder in Form von Bündnissen; Beispiele hierfür gibt es zahlreiche: Die 1993 gegründete Geschäftsbeziehung mit Barnes & Noble, Inc., dem größtem amerikanischen Buchhändler, zum Verkauf der Kaffeeprodukte in den Buchläden; 1994 eine Strategische Allianz mit PepsiCo; 1996 das Joint Venture der Starbucks Tochtergesellschaft Starbucks Coffee International mit der japanischen Aktiengesellschaft SAZABY Inc. zur Erschließung des japanischen Marktes; sowie zahlreiche Verträge mit Hotelketten (Marriott) und Fluggesellschaften (United Airlines), um nur einige zu nennen.[9]

Zum anderen verschafft sich das Unternehmen mit der so genannten „Cluster-Politik“ eine Marktpräsenz, wie sie bisher nur bei McDonalds oder Wal- Mart zu sehen ist: Vereinfacht gesagt, lässt sich Starbucks dort nieder, wo bereits ein Markt existiert, d.h. wo es schon zahlreiche Cafés und Bars gibt. Dann vermehrt sich der Konzern nach dem Clustering- Modell: Innerhalb kürzester Zeit werden immer neue Starbucks Kaffeehäuser in unmittelbarer Nähe eröffnet um dann eine ganze Region für sich einnehmen zu können. Infolgedessen lassen sich einerseits Economies of Scale, also Größenkostenvorteile, realisieren und andererseits wird der Name Starbucks somit zum Inbegriff der Kaffeehäuser. Diese äußerst aggressive Marktentwicklung lässt sich auf eine von Starbucks als „cannibalization“ titulierte Strategie zurückführen: Durch die extreme Ballung von Filialen in einem Gebiet, schlachten („cannibalize“) sich die einzelnen Kaffeevertreiber gegenseitig aus. Dass hierbei nicht nur lokale Wettbewerber zu Schaden kommen, sondern unter anderem auch eigene Kaffeehäuser fallende Absatzzahlen aufweisen, wird legitimiert durch die Tatsache, dass zwar einerseits die einzelnen Filialen negative Zahlen zu vermelden haben, jedoch der Gesamtumsatz der Starbucks Corp. ansteigt.[10]

Dabei vergibt das Unternehmen mit dem grünen Logo und der Meerjungfrau kaum Franchiseverträge zur Sicherung der Kontrolle. In seinem Buch: Pour Your Heart Into It äußert sich der heutige Aufsichtsratsvorsitzende Schultz dazu wie folgt:

„Franchising is almost a forbidden word at Starbucks. To me, franchisees are middlemen who would stand between us and our customers. We prefer to train all our own people and operate all our own stores; so that each coffee you buy from Starbucks is the real thing…I wouldn’t let our coffee be sold at any other type of store. “[11]

2.3. Das Geschäftsmodell

„We are not just selling a cup of coffee, we are providing an experience. “[12]

Howard Schultz

Starbucks Coffee Company

Um das Geschäftsmodell von Starbucks zu definieren, muss man sich einer zentralen Frage stellen: Wie schafft ein Unternehmen es, den Konsumenten davon zu überzeugen, das 3-fache für ein Gut zu bezahlen, wenn es doch letztendlich keine „riesige[n] Unterschiede zwischen den Produkten gibt“.[13]

Die Geschäftsidee beruht auf dem Gedanken, das Ambiente von italienischen Espressobars nachzubilden und diese durch amerikanische Methoden zu vermarkten. Denn neben der reichhaltigen Auswahl an verschiedenen Kaffeevariationen erhält man eine Vielzahl von Getränken wie Tee oder Wellnessgetränken sowie kleine Snacks und Artikel rund um den Kaffee, wie z.B. Espressomaschinen.

In seiner Vision stellte sich der „Bill Gates des Kaffees“ (US Today) seine Kaffeeshops als Treffpunkt vor, sie sollen für die Kunden zum „dritten Ort“ neben Büro und Zuhause werden. Diese einzigartige Atmosphäre wird durch jazzige Musik, bequeme Sessel, kostenlosen Internet Zugang, Raum erfüllenden Duft von Kaffee, ergänzt durch ausgezeichneten Service, der Starbucks Card[14] und dem speziellen Starbucks Jargon („Tall, Grande and Venti“) geschaffen, so dass der Kunde den Aufenthalt bei Starbucks in vollen Zügen genießen kann. Denn um mit Schultz zu sprechen, soll jeder Starbucks Besuch „romance, theatrics, community- the totality of the coffee experience“[15] sein.

Starbucks hat es geschafft, ein funktionales Konsumgut, genauer gesagt das Kaffeetrinken, für den Kunden in ein emotionales Ereignis zu verwandeln. Mit dieser geschaffenen Experience differenziert sich die Firma von anderen Wettbewerbern und sichert sich so einen nachhaltigen Erfolg.

Mittels wirksamer Marktsegmentierungspolitik verfolgt Starbucks die Strategie der Produktführerschaft („Product Leadership“) durch qualitativ überlegene Kernleistungen, sprich den hochwertigen Kaffee. Doch auch eine exklusive Kundenbindung („Customer Intimacy“) wird durch die Bereitstellung des Produktes in Verbindung mit angesessenen Zusatzleistungen geschaffen, z.B. durch hervorragende und außergewöhnliche Bedienung der Kunden.[16]

Starbucks lässt sich in die Geschäftseinheiten International Retail (eigene Stores), die zugleich den größten Teil des Umsatzes generieren, International Retail Store Licensing (Franchising), Grocery Channel Licensing (Lebensmittelhändler), Warehouse Club Accounts (Warenhäuser), Interactive Operations (Internet), Equity Investees (Beteiligungen und Joint- Ventures) und Other Operations (Sonstiges) unterteilen.

2.4. Ausblick

Im vergangenen Geschäftsjahr 2006 eröffnete das „ewig wachsende Starbucks“ („Wall Street Journal“) rund 2.200 neue Filialen, 400 mehr als ursprünglich geplant. Die Umsätze konnten um 22% auf 7,8 Mrd. US-Dollar gesteigert werden (85% gehen auf die Kaffeehäuser zurück) und führten somit zu einem Bilanzgewinn von $564 Mio. und $0.71 Gewinn pro Aktie. Der Börsenwert lag bei rund 27 Mrd. Dollar.

Der Umsatzstärkste und somit auch wichtigste Markt ist und bleibt weiterhin die USA; hier stiegen die Nettoeinnahmen um 21% auf $6,2 Mrd. ($ 5,1 Mrd. im Vorjahr), was einem Anteil von 79% am Gesamtumsatz entspricht.

Für das laufende Geschäftsjahr plant die Kaffeeshop Betreiberkette 2.400 neue Standorte und will erste Geschäfte in Russland, Brasilien, Indien und Ägypten eröffnen. Daher lautet die Aussage von CEO James Donald: Umsatzwachstum von 20% und einen Gewinn von 87 bis 89 Cent je Aktie für das kommende Geschäftsjahr 2007.

Langfristig will das Unternehmen die Zahl seiner Filialen mehr als verdreifachen; von

12.400 auf 40.000. Mit jeweils 20.000 in den USA und im Ausland würde die Kette dann sogar McDonalds übertrumpfen.[17]

3. Wettbewerb

3.1. Wettbewerbsposition

Die Branchenstrukturanalyse wird in Porters Ansatz durch die bekannten fünf Triebkräfte des Wettbewerbs („Five forces“) beschrieben. Basierend auf der Idee, dass die Marktattraktivität primär durch die Struktur des Marktes definiert wird, welche wiederum Auswirkungen auf die Wettbewerbsstrategie der Unternehmung hat, setzt Porter den Erfolg eines Betriebs somit indirekt in Abhängigkeit zu der Markstruktur. Denn mit zunehmender Ausprägung der einzelnen Kräfte wird es immer schwieriger, einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen und sich am Markt zu positionieren. Im Einzelnen sind das:

Abbildung 1 Fünf Kräfte Modell nach Porter[18]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Im folgenden Abschnitt werden die einzelnen Punkte am Beispiel der Kaffeehausbranche analysiert.[19]

- Rivalität unter den bestehenden Wettbewerbern (Rivalry among existing firms)

Im Einzelhandelsgewerbe herrscht ein starker Wettbewerb zwischen den Kaffeehausketten. Auf dem deutschen als auch auf dem amerikanischen Markt ist McDonalds einer der größten Wettbewerber, jedoch mit einem anderen Image. Wohingegen in den 31.000 Fast Food Restaurants in über 119 Ländern eine schnelle und günstige Bedürfnisbefriedigung im Vordergrund steht, bietet Starbucks eine Umgebung, in der der Aufenthalt so angenehm und andauernd wie möglich sein soll. Doch auch im Kaffee Segment zieht McDonalds nach: In Deutschland wurden im vergangenen Jahr rund 150 McCafés, dem Interieur von Starbucks sehr ähnlich, eingerichtet, die noch auf 500 Stück ausgeweitet werden sollen.[20] Auf dem Gebiet der „Speciality Eateries Industry“ sind die derzeit größten Konkurrenten Dunkin Donuts, Tim Hortons Inc., Nestlé und McDonalds. Jedoch ist der Wettbewerb sehr unterschiedlich ausgeprägt. Tim Hortons Inc. betreibt eine Kette von über 3.000 Kaffee- und Donuts Shops quer durch Kanada und USA. Dunkin Brands besitzt mit Dunkin Donuts (7.000 Shops in 30 Ländern) die weltweit führende Donut Kette.[21] Mit Nestlé ist noch ein weiterer starker Wettbewerber auf den Markt, denn die Food Company Nr.1 ist weltweiter Führer im Kaffeeverkauf in Supermärkten. Um diesem Wettbewerber entgegenzutreten, ging Starbucks 1998 eine Geschäftsbeziehung mit Kraft Foods ein, die den Verkauf des Starbucks Kaffees in den Supermärkten antreiben sollte, denn hier wird nach wie vor der Hauptvertrieb von Kaffee abgewickelt.[22]

Generell ist der Wettbewerb in diesem Markt sehr hoch, da die Wettbewerber mit gleichen Produkten und Einrichtungen das Kaffeehaus- Flair leicht imitieren können.

- Gefahr des Markteintritts neuer Wettbewerber (Threat of new entrants)

Porters nächste Kraft beschreibt die Gefahr des Markteintritts neuer Wettbewerber. Das Magazin Fortune wählte Starbucks zur „most admired company “[23] der Nahrungsmittelindustrie. Einer der größten Erfolgsfaktoren der Firma sind sicherlich die Innovationen, denn mit neuen Produkten und Produktvariationen schafft Starbucks es, sich vom Markt zu differenzieren und mögliche Wettbewerber vom Markteintritt abzuhalten. Andererseits wird so der bestehende Wettbewerb innerhalb der Branche immer größer.

- Verhandlungsstärke der Abnehmer (Bargaining power of Buyers)

Der normale Kunde im Einzelhandelsgeschäft hat kaum Möglichkeiten, den Preis zu beeinflussen. Aber die Firma unterhält auch zahlreiche Geschäftsbeziehungen mit namenhaften Unternehmen wie Pepsi und Barnes & Noble, die dazu beitragen, das Image und den Marktanteil Starbucks zu verbessern und somit auch gewisse Verhandlungsmacht bezüglich der Preise innehalten. Dennoch muss Starbucks sich bewusst sein, dass die Kunden jederzeit zu einem anderen, eventuell günstigeren Anbieter von Spezialitäten Kaffee wechseln könnten.

- Verhandlungsstärke der Zulieferer (Bargaining power of Suppliers)

Die Verhandlungsstärke der Zulieferer wird bestimmt durch die Möglichkeit den Preis, den sie für ihr Produkt erhalten, zu beeinflussen. Diese ist umso höher, je weniger Zulieferer es gibt bzw. je höher die Kosten für einen Wechsel des Zulieferers sind.

Kaffee ist nach Erdöl der zweitwichtigste Rohstoff im Welthandel. Es gibt 2 Sorten von Kaffeebohnen, Robusta und Arabica, jedoch wird nur letztere zu erstklassigem Kaffee verarbeitet. In der Kaffeebranche gibt es viele kleine Zulieferer, der Wettbewerb ist sehr groß und die Produkte sind globalen Preisschwankungen ausgesetzt.[24] Zulieferer, die Starbucks beliefern möchten, müssen, festgelegt durch Richtlinien, einen hohen Qualitätsstandard einhalten und zugleich gute Preise anbieten können. Um dennoch die guten Beziehungen zu den Zulieferern aufrechtzuerhalten, von denen Starbucks gleichermaßen abhängig ist, hat sich das Unternehmen verpflichtet, mehr als die marktüblichen Preise für den Kaffee zu bezahlen (durchschnittlich 23% über dem Marktpreis). Für Starbucks ermöglicht dies eine gewisse Kontrolle über die Zulieferer.[25] Im vergangenen Geschäftsjahr 2006 hatte das Unternehmen einen Bedarf an ca.141,5 Mio. kg Kaffee, wovon ein geringer Teil durch die Freihandelsbewegung Fair Trade zertifiziert ist.[26]

- Bedrohung durch Ersatzprodukte (Threat of Substitute Products)

In der Nahrungsmittel- und Getränkebranche gibt es generell viele Ersatzprodukte, deshalb wird auf einem Wettbewerbsmarkt meist nur der Anbieter mit dem niedrigsten Preis erfolgreich sein. Aus diesem Grunde ist Starbucks darauf angewiesen, sich durch das Image und durch Innovationen von den anderen Wettbewerbern im Kaffee- und Snack- Segment zu differenzieren, damit der Kunde bereit ist, einen höheren Preis zu bezahlen. Und genau das versucht Starbucks durch die bereits erwähnte Experience. Natürlich gibt es seit den letzten Jahren immer wieder neue Konzepte, die durch große Kaffeeauswahl, entspannter Musik und nettem Ambiente an den Erfolg von Starbucks anknüpfen möchten. Doch mit der Aufnahme von Produkten wie z.B. Tee oder Pepsi ins Sortiment, hat Starbucks den Kreis der Wettbewerber deutlich verkleinert. Doch ganz klar ist: Wer die Kaffeeshop Kette nur als eine von vielen ansieht, wird nur bedingt bereit sein, 4$ für einen Milchkaffee zu bezahlen und das könnte sehr bedrohlich für Starbucks werden.

Bei Betrachtung der oben erwähnten Punkte wird es ganz deutlich, dass das Unternehmen sich eine gefestigte Marktführerschaft ausgebaut hat. Bis heute hat Starbucks immer eine Möglichkeit gefunden, die Gefahren jeder Branche zu minimieren. Vorherrschender Wettbewerb wird allein schon durch die Größe und Marktpräsenz des Unternehmens eingeschränkt. Innovationen und Differenzierung vermindern den Markteintritt potenzieller Wettbewerber. Eine etwas größere Gefahr besteht sicherlich hinsichtlich der Ersatzprodukte, doch mit z.B. „Drive-Thrus“, von denen seit 3 Jahren 1.600 mit zum Erfolgsmodell zählen, versucht die Kette die Wettbewerbssituation zu verbessern und tritt im Zuge dessen offensiv gegen den Wettbewerb an, der im Laufe der Jahre immer gefährlicher werden könnte: Bei einem Geschmackswettbewerb des Magazins „Canadian Business“ gewann der McDonalds Kaffee mit einer Wertung von „6,5 Tassen“ - vor Starbucks mit „fünf Tassen“.[27]

Zwar ist sich die Unternehmensleitung der wachsenden Konkurrenz bewusst, doch ist man davon überzeugt, dass Kunden nach wie vor mehr Wert legen auf Qualität, Service und Komfort als auf den Preis.[28]

[...]


[1] Vgl. Born, K.: Unternehmensanalyse und Unternehmensbewertung (1995), S.6ff.

[2] Quelle: http://www.starbucks-germany.com

[3] Vgl. Schultz, Howard: Pour Your Heart Into It (1997), S.139

[4] Quelle: http://www.ourfishbowl.com/images/surveys/BGB06Report_072706.pdf

[5] Vgl. Starbucks Jahresbericht 2006, S.18

[6] Quelle: http://www.sig.biz/combibloc/de/02h_26_001.html

[7] Vgl. Geberl, u.a.: Aktuelle Entwicklungen im Finanzdienstleistungsbereich (2004), S.33ff.

[8] Quelle: http://www.zeit.de/archiv/2002/24/starbucks-dummy.xml

[9] Vgl. Knapp, Duane: The Brand Mindset (2000), S.189ff.

[10] Vgl. Klein, Naomi: No logo! (2001), S.152-153

[11] Schultz, H.: a.a.O., S.172f.

[12] Schultz, H.: a.a.O., S.251

[13] Scott Bedbury, zitiert in: Klein, Naomi: a.a.O., S.40

[14] Eine Art Kreditkarte, die der Kunde aufladen kann für ein schnelleres Bezahlen

[15] Vgl. Schultz, H.: a.a.O., S.251ff.

[16] Vgl. Treacy, M. u.a.: The discipline of market leaders (1995)

[17] Vgl. Starbucks: Annual Report 2006, S.3ff.

[18] Quelle: http://www.prodwi.tu-

cottbus.de/prodwi/upload/Beratung/Strategische%20Planung/stratpl1.png (14.03.07)

[19] Vgl. Porter, M.: Competitive Strategy (1980), 33ff.

[20] Quelle: http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2007-02/artikel-7804235.asp (25.02.07)

[21] Quelle: http://www.hoovers.com

[22] Vgl. Knapp D.: a.a.O., S.199

[23] Quelle: http://www.fortune.com/lists/bestcompanies

[24] Vgl. Deutscher Kaffeeverband Jahresbericht 2005

[25] Quelle: http://www.starbucks.com

[26] Quelle: http://www.wikipedia.de

[27] Quelle: http://www.businessweek.com (02.02.07)

[28] Vgl. Starbucks Jahresbericht 2006, S.8

Details

Seiten
56
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783638872003
Dateigröße
909 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v82306
Institution / Hochschule
Fachhochschule Worms
Note
1,0
Schlagworte
Unternehmensanalyse Starbucks Corporation Corporate Finance

Autor

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Titel: Unternehmensanalyse der Starbucks Corporation