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Alkoholabhängigkeit bei Jugendlichen

Seminararbeit 2007 14 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsbestimmung

3. Der erste Kontakt mit Alkohol

4. Die Entstehungsbedingungen einer Alkoholabhängigkeit
4.1 Die Droge (Alkohol)
4.2 Das Individuum
4.3 Das soziale Umfeld

5. Folgen einer Alkoholabhängigkeit
5.1. medizinische Folgen
5.2. Psychische und soziale Folgen
5.2.1 Familiäre Situation
5.2.2 Schulische und berufliche Situation
5.2.3 Straßenverkehr
5.2.4 Kriminalität

6. Behandlungsverlauf bei Alkoholabhängigen Jugendlichen

7. Prävention

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Der Konsum von Alkoholischen Getränken ist in unserer Gesellschaft weit verbreitet und wird als weitestgehend „normal“ angesehen. Ob wir nun auf eine Feier gehen, ins Restaurant, in ein Konzert oder zu einem Fußballspiel eigentlich immer ist der Alkohol präsent. Was dabei jedoch nicht beachtet wird, ist wie viele Menschen jährlich an den Folgen ihres Alkoholkonsums sterben.

Auch Jugendliche sind stark betroffen. An den Wochenenden wird teilweise exzessiv getrunken und es gehört für sie zum feiern dazu. Vor einiger Zeit wurde aus diesem Grund eine Sondersteuer für so genannte „Alkopops“ erlassen. Denn besonders diese sind bei Jugendlichen sehr beliebt. Durch die Mischung mit Säften und hohem Zuckergehalt erden die Bitterstoffe des Alkohols verdrängt und man schmeckt ihn nicht mehr. Durch den hohen Zuckergehalt wird die Wirkung des Alkohols verzögert und dementsprechend mehr wird getrunken.

Statistisch gesehen werden Unfälle unter Alkoholeinfluss besonders oft von Jugendlichen Fahranfängern verursacht. Die Politik diskutiert zurzeit über eine 0-Promillegrenze für junge Fahrer über eine Probezeit von 2 Jahren. Ob das jedoch zu einer Lösung des Problems führt sei dahin gestellt.

In meiner Arbeit möchte ich nun die Problematik des Alkoholkonsums und insbesondere der Alkoholabhängigkeit bei Jugendlichen thematisieren. Zunächst soll der Begriff der Alkoholabhängigkeit definiert, danach mögliche Entstehungsbedingungen erläutert werden. Bevor ich dann die Therapie und die Prävention anspreche, wird der Bereich der Folgen abgedeckt.

2. Begriffsbestimmung

Zunächst einmal müssen die Begriffe Alkoholmissbrauch und Alkoholabhängigkeit voneinander abgegrenzt werden. Diese Trennung der Begriffe ist unter anderem auch aus dem Klassifikationssystem für Krankheiten, dem ICD-10 (International classification of diseases in der 10. Auflage), zu entnehmen.

Die Merkmale des Alkoholmissbrauches bzw. des schädlichen Gebrauches nach dem ICD-10 sind (vgl. Remschmidt 2005. S. 47):

ein deutlicher Nachweis darüber, dass physische oder psychische Probleme ihre Ursache im Alkohol haben.

Das Gebrauchsmuster des Alkoholkonsums muss seit mindestens einem Monat bestehen oder in den letzten 12 Monaten wiederholt aufgetreten sein.

Andere Störungen können ausgeschlossen werden.

Eine Alkoholabhängigkeit hingegen kann erst diagnostiziert werden, wenn drei oder mehr der nachfolgenden sechs Merkmale mindestens einen Monat gemeinsam beobachtet wurden oder in kürzeren Intervallen innerhalb der letzten 12 Monate wiederholt auftraten (vgl. Remschmidt 2005. S. 47ff)

Ein starker Wunsch oder Zwang danach Alkohol zu trinken.

Die Kontrollfähigkeit über Beginn, Menge und Beendigung des Alkoholgebrauchs ist vermindert.

Auftreten von Entzugserscheinungen wenn der Alkoholgebrauch reduziert oder ausgesetzt wird.

Es trifft eine Toleranzentwicklung ein, was bedeutet, dass mehr Alkohol benötigt wird, damit die gleiche Wirkung erreicht wird.

Der Alkoholkonsum rückt in den Mittelpunkt, andere Interessen und Pflichten werden vernachlässigt.

Der Alkoholkonsum wird fortgesetzt trotzdem schädliche Folgen bekannt und bewusst sind.

3. Der erste Kontakt mit Alkohol

Da ich mich in dieser Arbeit hauptsächlich auf den Alkoholgebrauch von Jugendlichen beziehe, liegt es nahe, auch den ersten Alkoholkontakt zu ergründen. Denn dieser legt natürlich den Grundstein für die Entwicklung einer Alkoholabhängigkeit.

Der Konsum von Alkoholischen Getränken wie Bier, Sekt, und Wein ist hierzulande ab 16 Jahren gesetzlich geduldet. „Harter“ Alkohol mit hohen Alkoholprozenten wie Schnaps oder Likör hingegen erst mit 18 Jahren.

Die meisten Jugendlichen sind zum Zeitpunkt des ersten Konsums jedoch wesentlich jünger.

Nicht selten ist der allererste Kontakt mit Alkohol sogar von den Eltern genehmigt. Dabei kann es sich zum Beispiel um Familienfeiern, Konfirmationen oder aber auch um das einfache Glas Sekt an Sylvester handeln.

Nach einer Umfrage der WHO im Jahre 1997 bezüglich des Alkoholkonsums von 15 Jährigen, gaben 94% der deutschen Jugendlichen an schon mal Alkohol getrunken zu haben. 29% der Jungen und 22% der Mädchen konsumieren bereits regelmäßig, wöchentlich Alkohol. Ganze 36% der Jungen und 31% der Mädchen gaben sogar an, schon mindestens zweimal betrunken gewesen zu sein. Auch bei anderen Europäischen Ländern zeigt sich ein ähnliches Bild. (vgl. Remschmidt 2005. S.44)

Doch welche Motivation liegt diesem Konsum zugrunde? Gerade im Bezug auf Jugendliche spielt der „Gruppendruck“ eine große Rolle. Nur durch Anpassung an eine bestimmte Gruppe ist man „in“ und wird als vollwertiges Mitglied integriert, verweigert man sich dieser Anpassung ist man häufig schnell „out“ und unbeliebt. Gerade in der Phase der Pubertät ist diese Gruppe jedoch ein wichtiges Identifikationsmedium und die Angst vor Ablehnung groß, so dass dem Druck der Gruppe häufig nachgegeben wird.

Ein weiterer wichtiger Faktor für den Alkoholkonsum Jugendlicher ist aber auch, welche Gebrauchsmuster ihnen vorgelebt werden. Trinken die Eltern häufig Alkohol, wird es von den Kindern oft als etwas „normales“ angesehen was zum täglichen Leben dazugehört. Damit ist die Hemmschwelle Alkohol zu konsumieren evtl. geringer als bei den Jugendlichen die noch keinen Kontakt mit diesem Stoff hatten.

(vgl. Remschmidt 2005. S.50)

Auch die in der Werbung dargestellten Menschenbilder in Verbindung mit dem Alkohol sind besonders für Jugendliche verlockend. Junge, dynamische und gut aussehende Menschen die Spaß haben, genau das ist es, womit sich die Jugendlichen identifizieren können/wollen. (vgl. Remschmidt 2005. S.43)

All dies sind Faktoren, die den frühen Erstkonsum von alkoholischen Getränken fördern. Welche Faktoren nun aber zu einer Alkoholabhängigkeit beitragen können werde ich im Folgenden Kapitel genauer ausführen.

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Details

Seiten
14
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783638885522
Dateigröße
377 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v81941
Institution / Hochschule
Universität Lüneburg
Note
2,3
Schlagworte
Alkoholabhängigkeit Jugendlichen Suchtkrankenhilfe

Autor

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Titel: Alkoholabhängigkeit bei Jugendlichen