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Die Entwicklung des massenmedialen Angebotes für Kinder

Eine Analyse mit dem Schwerpunkt Fernsehen (1980 – 2005)

Hausarbeit 2005 27 Seiten

Soziologie - Medien, Kunst, Musik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1 Einleitung

2 Begriffsdefinitionen
2.1 Massenmedien
2.2 Kindheit

3 Massenmediales Angebot zu Beginn der 80er Jahre
3.1 Art der Massenmedien (1980)
3.2 Der mediale Alltag der Kinder am Beispiel des Fernsehens (1980)
3.3 Vor- und Nachteile
3.4 Zentrale Neuheiten

4 Massenmediales Angebot zu Beginn der 90er Jahre
4.1 Art der Massenmedien (1990)
4.2 Der mediale Alltag der Kinder (1990)
4.3 Vor- und Nachteile
4.4 Zentrale Neuheiten

5 Massenmediales Angebot zu Beginn des 21. Jahrhunderts
5.1 Art der Massenmedien (2000)
5.2 Der mediale Alltag der Kinder am Beispiel des Fernsehens (2000)
5.3 Vor- und Nachteile
5.4 Zentrale Neuheiten

6 Fazit

Literaturverzeichnis

Internetquellen

Gesetzestexte

Sonstige

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

Das vorliegende Werk soll versuchen, das eigentliche massenmediale Angebot der letzten Jahrzehnte zu analysieren und vor allem zu vergleichen, welchen Medien die (west-) deutschen Kinder ausgesetzt sind beziehungsweise waren. Wichtig ist hierbei vor allem ein gewisser chronologisch-geschichtlicher Aspekt, denn der Fokus der Betrachtungen liegt auf einem Vergleich des Angebotes in den letzten drei Jahrzehnten, beginnend mit den 1980er Jahren. Natürlich wird der mediale Alltag der Kinder nicht außer Acht gelassen und eine kritische Betrachtung von eventuellen Vor- und Nachteilen ist obligatorisch.

Wie sehr ist das Angebot an Massenmedien gestiegen? Verbringen die Kinder den ganzen Tag vor dem Fernseher?

Zwei beispielhafte Fragen von vielen weiteren, deren Beantwortung in der folgenden Arbeit versucht werden soll.

Des Weiteren drängt sich die Frage auf, warum man eine solche Entwicklung überhaupt kennen sollte. Hat sich außer dem medialen Angebot vielleicht sogar die Phase der Kindheit an sich geändert? Liegt darin der Grund für die Angebotsänderungen oder muss man von einer Wechselwirkung sprechen?

Um eine gemeinsame Basis zu schaffen und es zu keinen definitorischen Unstimmigkeiten kommen zu lassen, werden zunächst die zentralen Begriffe >>Kindheit<< und >>Massenmedien<< näher betrachtet.

2 Begriffsdefinitionen

Sowohl bei der Verwendung des Begriffes der >>Massenmedien<<, als auch bei der genauen Einordnung des Begriffes der >>Kindheit<< oder des >>Kindes<< kommt es immer wieder zu Unstimmigkeiten und Missverständnissen. Gerade letzterer Begriff wird auch heute noch in den diesbezüglichen Kernwissenschaften wie der Pädagogik, der Psychologie und auch der Soziologie sehr differenziert und uneinheitlich betrachtet.

Wie in der Einleitung bereits angesprochen, soll nun zunächst ein gemeinsames Fundament bezüglich einheitlicher Definitionen gefunden werden.

2.1 Massenmedien

Erst zu Beginn der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts fand der Begriff >>Massenmedien<< Einzug in den deutschen Sprachgebrauch. Das Pluralwort ist einer der vielen Anglizismen, welche sich heute in der deutschen Sprache wieder finden. Es leitet sich von dem englischen >>mass media<< ab und wurde 1963 in der Zeitung >>Die Welt<< erstmals massenwirksam benutzt.

In den Jahrzehnten zuvor war der Ausdruck >>technisches Mittel der Massenkommunikation<< gängiger Sprachgebrauch und besitzt heute einen durchaus definitorischen Charakter, reicht aber als Erklärung nicht aus.[1]

Sehr allgemein gefasst ist sicherlich auch die Kurzdefinition, welche sich dem Duden-Lexikon entnehmen lässt und nach der „Massenmedien (Massenkommunikationsmittel), technische Vervielfältigungs- beziehungsweise Verbreitungsmittel, mit denen Aussagen indirekt an ein großes Publikum gerichtet werden“[2] sind. Als wichtigste Information ist dieser Definition zu entnehmen, dass die Mitteilungen indirekt, das heißt einseitig und ohne die Aussicht auf sofortige Reflektion, übermittelt werden. Hier soll aber auch deutlich gesagt werden, dass eine lexikalische Definition immer einen sehr allgemeinen Charakter hat und oftmals zwingend ergänzt werden muss.

Der Ausführlichkeit halber soll folgende Definition als weitere Arbeitsgrundlage dienen: „Als Massenmedien […] bezeichnet man die technischen Verbreitungsmittel für Massenkommunikation […], jener Sonderform zwischenmenschlicher Kommunikation, bei der nach der klassischen Definition der Kommunikationswissenschaft ein >>Kommunikator<< seine Aussagen öffentlich (d.h. prinzipiell jedermann zugänglich), indirekt und einseitig (d.h. ohne die Möglichkeit der Beobachtung der Adressaten) an ein anonymes, heterogenes und raum-zeitlich verstreutes >>Publikum<< richtet.“[3] An dieser Stelle muss noch auf weitere Definitionen verwiesen werden, nach denen zum Beispiel auch das Internet zu den Massenmedien gerechnet wird. Die Bandbreite der Betrachtungsmöglichkeiten ist ungewöhnlich groß und wird allein aus verständnistechnischen Gründen stark eingegrenzt.

Um den angesprochenen >>Kommunikator<< bildhaft darzustellen, kann man ihn auch als Schriftsteller oder etwa als Journalisten bezeichnen. Das Gegenstück ist der so genannte >>Rezipient<< oder auch >>Massenmedienkonsument<< (zum Beispiel Zuschauer, Hörer usw.).

Abschließend haben sich in der wissenschaftlichen Betrachtung drei Kategorien von Massenmedien heraus kristallisiert. Die Sprache ist heute von: Druckmedien (z.B. Flugblätter, Zeitungen usw.), audiovisuellen Medien (z.B. Fernsehen, Videotext usw.) und auditiven Medien (z.B. Compact Disc, Kassetten usw.).[4]

2.2 Kindheit

Über den Begriff der Kindheit an sich wurden bereits mehrere wissenschaftliche Abhandlungen verfasst, welche sich alle mit einer genauen Definition beziehungsweise mit einer scharfen Abgrenzung zum Beispiel zum Begriff der >>Jugend<< befassten. Eine eingehende Beschäftigung mit dem Kindheitsbegriff ist allerdings an dieser Stelle nicht angebracht, zumal es formal gesehen keinen Diskussionsbedarf bezüglich dieses Themas gibt, denn welche Person als Kind angesehen wird, ist in den Bundesdeutschen Gesetzesblättern klar geregelt. Gemäß Paragraf 1, Absatz 1, Punkt 1 des Jugendschutzgesetzes „sind Kinder Personen, die noch nicht 14 Jahre alt sind […]“[5] Aus rechtlich-bürokratischer Sicht endet die Kindheit mit der Vollendung des 13. Lebensjahres. Aus allgemein wissenschaftlich- pädagogischer Sichtweise bezieht sich die Kindheit oder das >>Kindsein<< auf die Lebensspanne zwischen dem Geburtstag eines Menschen und dem Einsetzen der Pubertät. Die Lebensphase der Kindheit wird zudem für gewöhnlich noch in weitere Teilphasen unterteilt. Eine beispielgebende Einteilung soll hier angeführt werden. Die Zeitspanne der Kindheit lässt sich unterteilen in „Säugling, Kleinkind, Kindergartenkind, Schulkind.“[6] Diese Einteilung soll hier lediglich als Beispiel angeführt werden, da es mannigfaltige Varianten der Unterteilung dieses frühen und sehr bedeutenden Lebensabschnitts gibt. Wie bereits angesprochen soll eine nähere Betrachtung hier nicht im Mittelpunkt stehen, dennoch muss auch eine gewisse mediensoziologische Sichtweise angeführt werden. Laut Postman muss heute von einem >>Verschwinden der Kindheit<< gesprochen werden. Das Kind wird sehr früh zum potentiellen Konsumenten und damit Kunden. Es erlangt immer früher Kontakt zu den Problemen der Erwachsenen und ebendiese (also die Eltern) haben immer weniger Zeit für die Kinder. In der modernen Leistungsgesellschaft wird die Kindheit zunehmend berufsorientiert. Spricht Ellen Key 1902 noch sehr optimistisch vom 20. Jahrhundert als dem >>Jahrhundert des Kindes<<, kann man heute von einer denkbar kinderfeindlichen Gesellschaft ausgehen.[7]

Aus arbeits- und verständnisstechnischen Gründen (ein Grossteil der themenspezifischen Statistiken, Tabellen und Histogramme legt das Ende der Kindheit auf den Beginn des 14. Lebensjahres) wird im weiteren Verlauf der Arbeit die Phase der Kindheit auf die Lebensphase von 0 – 14 Jahren gelegt.

3 Massenmediales Angebot zu Beginn der 80er Jahre

Bereits vor circa 25 Jahren wird das massenmediale Angebot und die letztendliche Nutzung durch die Kinder kritisch betrachtet (Abb. 1). Das folgende Kapitel soll Erkenntnisse über das eigentliche Angebot, die letztendliche Nutzung und die negativen sowie positiven Seiten der Massenmedien zu Beginn der 80er Jahre liefern. Fragen nach dem >>Hauptmassenmedium<< und dem Tagesablauf der damaligen Kinder sollen beantwortet werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Humoristisch-kritische Darstellung zur Mediennutzung von Kindern Anfang der 80er Jahre[8]

3.1 Art der Massenmedien (1980)

Das Fernsehen war und ist das >>Hauptmedium<<. Eine gewagte These, die jedoch durch zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen und amtliche Statistiken der letzten Jahrzehnte unterstützt wird.

Bereits um das Jahr 1980 besetzt das Fernsehen als Gesprächsmittelpunkt der Kinder die unangefochtene Spitze vor allen anderen Massenmedien. Und dies sowohl in Familie und Schule als auch im Kameradenkreis (nach heutigem Wortgebrauch: Freundeskreis) (Abb. 2). Dies ist ohne Zweifel ein gewichtiger Indikator, um die These zu stützen, nach der das Fernsehen das eigentliche >>Hauptmassenmedium<< ist.

[...]


[1] Vgl.http://www.wissen.de/xt/default.do?MENUNAME=InfoContainerPrintArticle&MEN...(Ablese- datum: 17.05.05)

[2] Schwachulla 1992, S.428

[3] http://www.bpb.de/wissen/00829178508474929638007854602121,0,0,Massenmedien.html (Ablesedatum: 17.05.05)

[4] Vgl. Sander 1987, S.38ff sowie http://www.wissen.de/xt/default.do?MENUNAME=InfoContainerPrintArticle&MEN...(Ablesedatum: 17.05.05)

[5] Jugendschutzgesetz

[6] Zenke 2004; S. 316

[7] Vgl. Sitzungsprotokoll vom 14.04.2005 zum Seminar: Medien und Sozialisation (Dipl.-Soz. Tanja Richter) zu finden im Trimesterapparat zur Vorlesung (Frühjahrstrimester 2005, HSU-HH)

[8] Kriegel, Volker in Bonfadelli 1981; S.3

Details

Seiten
27
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638858441
ISBN (Buch)
9783638855693
Dateigröße
992 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v81485
Institution / Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Note
1,3
Schlagworte
Entwicklung Angebotes Kinder

Autor

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Titel: Die Entwicklung des massenmedialen Angebotes für Kinder