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Das Recht auf Widerstand - Der Wandel von Galens Vorstellung zum Verhältnis von Kirche und Staat im Dritten Reich

Examensarbeit 2007 89 Seiten

Geschichte Europa - Deutschland - Nationalsozialismus, II. Weltkrieg

Leseprobe

Inhalt

A. Einleitung

B. Hauptteil
1. Quellen und Literatur
2. Definition des Widerstandsbegriffes und seine Anwendung auf Galen
3. Prägung Galens durch Familie und Herkunft
4. Die Rolle der Kirche und des Episkopats
a. Das Verhältnis von Kirche und Staat im Dritten Reich
b. Das Reichskonkordat
c. Die Enzyklika „Mit brennender Sorge“ und Galens Einfluss bei deren Erstellung
d. Das Verhältnis zwischen Galen und dem Episkopat
5. Galens Auffassung vom Staat
6. Wie verhielt sich Galen gegenüber dem NS-Regime?
a. Schulkampf
b. Das Neuheidentum
c. Galens Kampf für katholische Organisationen
d. Saarabstimmung und Besatzung des Rheinlands
e. Klostersturm
f. Euthanasie-Programm
7. Die Reaktion des NS-Regimes auf das Verhalten Galens
a. Vor Beginn des Zweiten Weltkriegs
b. Während des Zweiten Weltkriegs
8. Veränderungen in Galens Haltung

C. Schluss

Literaturverzeichnis

A. Einleitung

Auffallend ist, dass es von jeher ein besonderes Interesse an der Person des Clemens August Kardinal von Galen gab. Dies mag unter anderem daran liegen, „[…] daß Galen der erste Bischof war, der unter dem NS-Regime in sein Amt kam […]“[1]. Aus diesem Grund wurde ihm oftmals eine besondere Nähe zu den Nationalsozialisten zugesprochen[2], die jedoch unter anderem von Kuropka widerlegt wurde[3].

Auch in der Kirchengeschichte wurde ihm stets eine große Aufmerksamkeit zuteil. Galen wird von nahezu allen Wissenschaftlern eine herausragende Rolle innerhalb des deutschen Episkopats zugewiesen[4].

Die Uneinigkeit bezüglich seiner Einordnung mag ebenfalls zu dem auffallend großen Interesse an seiner Person beigetragen haben. Clemens August Graf von Galen hatte bereits zu Lebzeiten mit einigen Kontroversen um seine Person zu kämpfen. Stets gab es Schwierigkeiten bei einer genauen Charakterisierung und Einordnung des Predigers. Diese Tatsache endete nicht mit seinem Tod am 22. März 1946, sondern setzt sich bis heute fort. Durch seine Seligsprechung im Jahre 2005 erhielt sie zusätzlich eine neue Dynamik.

„Einerseits traten apologetische Tendenzen zu Tage, die versuchten, die dunkleren Seiten seiner Biographie zu verharmlosen. Andererseits fanden sich polemische Aussagen, die Galens öffentliches Schweigen zum Holocaust und seinen fehlenden Pazifismus im Hinblick auf Hitlers Vernichtungskriege als ein unverzeihliches Versagen interpretierten.“[5]

Aus welchem Grunde gibt es diese Schwierigkeit? Ist es nicht so, dass eine große Anzahl von Quellen vorhanden ist, die bei einer dezidierten wissenschaftlichen Auswertung Aufschluss über die Person Galens und die Motive seiner Handlungen geben und es somit möglich machen, ihn genau zu charakterisieren?

Ein grundlegendes Problem bei einer solchen Arbeit ist, dass man die Person Galens nicht nach den Maßstäben der heutigen Zeit, nach heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen einordnen und bewerten kann.

Weitere Schwierigkeiten bereitet die Tatsache, dass „[…] Galens ambivalentes, starken Veränderungen unterworfenes Verhältnis zu den nationalsozialistischen Machthabern, das von einer wachsenden Konfliktbereitschaft geprägt war […]“[6], sich nur stark kontextbezogen analysieren lässt.

Ich werde in der vorliegenden Arbeit den in dem in dem vorstehenden Zitat anklingenden Entwicklungsprozess schildern, den Galen im Besonderen in der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft durchlaufen hat.

Es gibt verschiedene Problemfelder, die im Zusammenhang mit der Person Galens auftreten. In dem jüngst herausgegebenen Werk von Kuropka[7] werden diese von mehreren Wissenschaftlern genannt und analysiert. Er selber listet die verschiedenen Interessengebiete in einem Vorwort auf und zeigt einen Wandel in der Akzentuierung im Laufe der Zeit[8].

Ein zentraler Punkt bleibt dabei die Frage nach der Zuordnung Galens zum Widerstand gegen das Dritte Reich. Darauf möchte ich in Kapitel B.2. eingehen.

Des Weiteren wurden immer wieder seine Auffassung vom Staat und seine Stellung zur Weimarer Republik und zum Nationalsozialismus untersucht. Ich werde diese Fragen in dem Kapitel zur Staatsauffassung analysieren. Außerdem werde ich Galens Verhalten während des NS-Regimes anhand einiger ausgewählter Beispiele darstellen. Dabei werde ich mich allerdings wegen des Umfangs dieser Arbeit auf die Zeit bis zu seinen drei berühmten Predigten aus dem Sommer des Jahres 1941 beschränken. Diese werde ich aufgrund ihrer enormen Bedeutung ebenfalls noch thematisieren.

Auch Galens Stellung zum Krieg ist ein beliebtes Thema bei den Diskussionen um seine Person[9]. Aus diesem Grund wird in Kapitel B.6. Galens Verhalten gegenüber dem NS-Regime näher beleuchtet und die Frage gestellt, ob er sich durch die äußere Situation in seinen Handlungen beeinflussen ließ. Im folgenden Kapitel B.7. werde ich die Reaktionen der Nationalsozialisten auf diese Haltung Galens darstellen.

Nahezu all diese Themen werden mit der Prägung Galens durch seine Familie und Herkunft verknüpft. Aus diesem Grund handelt Kapitel B.3. von der Kindheit Galens und der daraus resultierenden Einstellung des Grafen.

Auch der Kampf gegen das Neuheidentum ist ein beliebtes Thema im Zusammenhang mit dem Bischof von Münster. Allerdings ist dieses Thema sehr gut erforscht und bietet so wenig Stoff für Diskussionen, daher wird ihm in dem neu erschienenen Werk Kuropkas kein Artikel gewidmet. Da es allerdings in Zusammenhang mit dem Verhalten Galens gegenüber dem NS-Regime gesehen werden muss, werde ich diesen Kampf ebenfalls in Kapitel B.6. darstellen.

Um Galens Verhalten genauer beurteilen zu können, ist die Stellung des gesamten Episkopats und der Kirche im Allgemeinen ebenfalls ein wichtiger Punkt in dieser Debatte. Ich werde aus diesem Grund auch das Verhältnis zwischen diesen Institutionen in Kapitel B.4. skizzieren.

Einen großen Streitpunkt bildet außerdem die Stellung Galens zu den Juden. Unzählige Male wurde diskutiert, wie Galen sich ihnen gegenüber verhielt. Dabei reichen die Meinungen weit auseinander[10]. Von einigen Wissenschaftlern wird ihm ein traditioneller katholischer Antisemitismus bescheinigt[11], während andere versuchen zu belegen, dass Galen sie in seinen Predigten vehement verteidigt habe[12]. Die Frage konnte bislang nicht abschließend geklärt werden, da man sich hier auf einem sehr unsicheren Terrain bewegt. Es sind keine Quellen vorhanden, die einen exakten Beleg für oder gegen eine dieser Thesen geben. Aus diesem Grund werde ich in der hier vorliegenden Arbeit nicht näher darauf eingehen.

Im Vorfeld werde ich in Kapitel B.1. zunächst die Quellenlage schildern, bevor ich auf die einzelnen Problemfelder eingehe.

Abschließend möchte ich eventuelle Veränderungen in Galens Handeln in einigen Bereichen thematisieren und analysieren.

B. Hauptteil

B.1. Quellen und Literatur

Die Quellenlage zu diesem Thema ist trotz einiger Verluste, die durch den Zweiten Weltkrieg entstanden sind, als gut und umfassend zu bezeichnen.

Für die - die Nationalsozialismus-Forschung betreffende - Zeit Galens als Bischof von Münster in den Jahren 1933-1946 ist die Quellensammlung Peter Löfflers zu nennen, die 577 Dokumente beinhaltet[13]. Diese Arbeit wird von nahezu jedem Autor, der nach ihrer Veröffentlichung über Galen schreibt, als wichtigste Grundlage zitiert[14]. Sie gilt zwar generell als bedeutendste Quellensammlung im Bereich der Galen-Forschung, allerdings gibt es einen Kritikpunkt. Die Sammlung setzt erst im Jahre 1933 ein, d.h. es werden keine Dokumente abgedruckt, die Aufschluss über die Voraussetzungen der Person Galens geben. Diese fehlende Erfassung von Quellen, die vor 1933 datiert sind, ist ein Mangel, den vor allem der Historiker Joachim Kuropka kritisiert[15].

Löffler unterscheidet zwischen kirchlichen, staatlichen und sonstigen Überlieferungen. Außerdem fügt er biographische Würdigungen an.

Der Bestand an kirchlichen Schriftstücken, die Münster betreffen, ist leider aufgrund der Zerstörungen durch den Zweiten Weltkrieg unvollständig[16]. Eine ausführliche Berichterstattung über das Ausmaß der verlorenen Quellen und die Versuche, Ersatzüberlieferungen anzufertigen, ist bei Löffler vorhanden[17]. Zu teilweise aufgetretenen Schwierigkeiten bezüglich der Einsichtnahme oder Herausgabe einiger Dokumente sind bei Hans Müller genauere Informationen zu finden[18]. Seit dem Jahre 2003 sind zudem Quellen für die Zeit des Pontifikats Pius’ XI. 1922-1939 im Vatikanischen Geheimarchiv zugänglich. Eine generelle Einsichtnahme in die kirchlichen Dokumente scheint Hans Müller zufolge in früheren Jahren nicht ohne Schwierigkeiten gewesen zu sein[19].

Umfassender und einfacher zu erhalten ist dagegen das Sortiment staatlichen Archivmaterials. Es gab zwar ebenfalls Verluste der Originale durch Angriffe während des Krieges, jedoch waren von diesen teilweise Durchschläge angefertigt worden.

Aufgrund dieser unzureichenden Basis an kirchlichem und staatlichem Bestand von Quellen kommt den Privatarchiven eine besondere Bedeutung zu. Sowohl Kardinal von Galen als auch sein jüngerer Bruder Franz, die eine rege Korrespondenz nicht nur miteinander sondern auch zu vielen anderen Personen in ihrem Umkreis pflegten, haben einen umfangreichen Nachlass vorzuweisen.

Zusätzlich zu diesen wichtigen Zeugnissen sind mehrere Interviews mit Angehörigen und Zeitzeugen geführt worden.

Die biographischen Veröffentlichungen beginnen zum Zeitpunkt der drei bekanntesten und weit verbreiteten Predigten Galens aus dem Jahre 1941. Ein Jahr später wurde die erste Biographie in London veröffentlicht[20]. Weitere ausländische Publikationen folgten bald. Die erste deutsche Biographie Galens wurde von seinem Geheimsekretär Heinrich Portmann erstellt[21]. Er druckte außerdem Predigten, Hirtenbriefe und Korrespondenz Galens mit Regierungsstellen ab[22]. Besonders bei seiner zweiten Biographie über Galen ist zu beachten, dass „[…] sie von einem apologetischen Grundtenor bestimmt wird […]“[23]. Außerdem ist sein Tagebuch erhalten.

Eine wahre Flut von biographischen Werken entstand durch die Ernennung Galens zum Kardinal und seinen kurz darauf folgenden Tod. Dabei ist zu beachten, dass diese vielfach nur einen knappen Überblick über sein Leben und Wirken gibt und nicht selten eine stark heroisierende Intention hat.

Generell gilt, dass die biographischen Werke über Clemens August Graf von Galen, die in den vierziger und fünfziger Jahren entstanden sind „ […] noch von dem unmittelbaren Erleben der Zeitgenossen geprägt sind und seinen Kampf gegen das Unrechtsregime – wissenschaftlich gesehen unkritisch in den Vordergrund stellen […]“[24].

Auffallend ist, dass, nachdem in den fünfziger Jahren eine gewisse Ruhe um die Person Galens eingetreten war, er Mitte der siebziger Jahre wieder verstärkt in den Mittelpunkt des Interesses trat. Es wurde eine Dokumentationssammlung Kardinal von Galen angefertigt, in der sämtliches Material zusammengetragen wurde[25].

Auch Rudolf Morsey setzte sich intensiv mit Kardinal von Galen auseinander und versuchte diesen sowie seine Taten kritisch auszuwerten[26]. Weiterhin sind die Werke Dr. Max Bierbaums zu nennen[27].

In den neunziger Jahren und später erschienen mehrere Veröffentlichungen Joachim Kuropkas über Galen[28], unter anderem auch eine Quellensammlung[29].

Die aktuellste Biographie stammt von Hubert Wolf und ist 2006 unter dem Titel „Clemens August Graf von Galen. Gehorsam und Gewissen.“[30] erschienen.

Hubert Wolf betont in dieser Arbeit die immense Notwendigkeit, Galens Leben und Wirken nicht vom heutigen Zeitpunkt aus zu betrachten und nach jetzigen Maßstäben zu beurteilen, sondern ihn als Kind seiner Zeit zu sehen.

„Clemens August Graf von Galen kann man wie jeder historischen Persönlichkeit nur gerecht werden, wenn man versucht, ihn aus seiner Zeit heraus zu verstehen.“[31]

Dieses Anliegen vertreten andere Autoren ebenfalls. Leider gelingt es nicht jedem, dies zu befolgen.

Zusätzlich zu den oben genannten Arbeiten gibt es weitere biographische Werke, die ich aufgrund der Eingrenzung dieser Arbeit leider nicht berücksichtigen konnte. Andere finden sich in den Fußnoten.

Trotz dieses großen Umfangs an Biographien über Galen wurde bislang noch keine abschließende wissenschaftliche Galen-Biographie vorgelegt. Dies ist ein Punkt, den einige Historiker bemängeln[32]. Mit den Schwierigkeiten, die mit dem Anfertigen solch einer komplexen Arbeit verbunden sind, hat sich unter anderem Winfried Süß in dem Aufsatz „Kein guter Hirte? Probleme einer Galen-Biographie?“[33] auseinandergesetzt.

Außer diesen biographischen Werken existieren einige andere, die sich mit einzelnen Themenschwerpunkten seines Lebens und Wirkens wie beispielsweise dem Oldenburger Schulkampf oder dem Protest gegen die Euthanasie auseinandersetzen.

Zudem gibt es eine große Anzahl von Arbeiten, die das Verhältnis von Nationalsozialismus und Katholischer Kirche untersuchen, in denen Kardinal von Galen ausnahmslos genannt und zumeist näher beleuchtet wird. Auch hier ist die Tendenz erkennbar, dass unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg der Widerstand der Katholischen Kirche in den Vordergrund gestellt und in keiner Weise kritisch hinterfragt wird. Besonders deutlich wird dieses Vorgehen bei Neuhäusler[34]. Er vertritt die These eines ständigen katholischen Widerstandes und scheut sich nicht, dies durch Quellen zu belegen, die er mittels ungekennzeichneter Auslassungen von Textstellen verfälscht[35].

Erst mit der Arbeit Böckenfördes wird eine kritische Betrachtung der Geschehnisse eingeleitet[36].

B.2. Definition des Widerstandsbegriffes und seine Anwendung auf Galen

Bevor ich untersuche, inwiefern man Galen in die Reihen der Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus einordnen kann und welche Auswirkungen diese mögliche Zuordnung für die Galensche Vorstellung zum Verhältnis von Kirche und Staat hat, möchte ich den Begriff Widerstand definieren.

Dies ist unbedingt notwendig, da Widerstand ein vieldeutiger Begriff ist. Grenzt man ihn eng ein, dann ist für die Leistung von Widerstand ein physischer Einsatz notwendig. Allerdings kann man auch schon unter einer inneren Abneigung Widerstand verstehen, insofern man den Begriff weit fasst[37].

„War es schon Widerstand, während des Krieges alliierte Nachrichtensender zu hören – was die Machthaber als Landesverrat einstuften und in einigen Fällen mit KZ ahndeten -, oder aber zeigten jene Personen oder Gruppen (darunter viele Ordensgemeinschaften) Widerstand, die während des Krieges Juden in ihren Kellern versteckt hielten, um diese vor dem sicheren Tod zu bewahren?“[38]

In der vorliegenden Arbeit verwende ich den Begriff Widerstand dann, wenn zu der bereits erwähnten inneren Abneigung eine Aktion hinzukommt, die eine Zuwiderhandlung in Bezug auf die Sache, gegen die diese Anti-Haltung besteht, beinhaltet. Damit geht eine Widerstands-Handlung weiter als eine reine Demonstration. Auch möchte ich den Begriff nicht ausschließlich in dem Fall anwenden, wenn es den politischen Bereich betrifft. Ich verbinde den Terminus Widerstand entgegen einiger Historiker[39] außerdem nicht zwangsläufig mit Verfolgung, da es meiner Ansicht nach auch Widerstandskämpfer gab, bei denen keine Belege für eine Verfolgung zu finden sind.

„Die Widerstandsfrage spielt in Bezug auf Bischof von Galen insofern eine Rolle, als wissenschaftlicher Konsens darüber, wie seine Haltung gegenüber dem NS-Regime einzuordnen ist, bislang noch nicht erzielt werden konnte.“[40]

Hätte man Zeitgenossen Galens während der nationalsozialistischen Herrschaft oder kurz danach gefragt, ob er Widerstand gegen diese geleistet habe, so hätte man vermutlich eine einstimmig positive Antwort erhalten.

„Als Galen von Papst Pius XII. zum Kardinal erhoben wurde, verstand man dies weltweit als Würdigung seiner Taten in der Zeit von 1933 bis 1945, und diese Taten wurden allgemein als solche angesehen, die gegen das NS-Regime gerichtet waren.“[41]

Deutsche und internationale Presse rühmten Galen als Symbol des Widerstandes[42].

Seit Mitte der 60er Jahre wurde sein Handeln jedoch kritischer betrachtet und es mehrten sich Stimmen, die Galen nicht mehr ohne weiteres dem Widerstand zuschrieben. Besonders einfach machten es sich einige Wissenschaftler, die den Terminus Widerstand durch Zusätze weniger eingrenzbar machten. So handhabte es beispielsweise Morsey, der den Begriff Widerstand in Bezug auf Galen dadurch schwammig hält, dass es keiner „[…] im landläufigen Sinne […]“[43] sei.

Es gibt einige Wissenschaftler, die den Begriff Widerstand scheuen. So wird bei diesen unter anderem von einer Verweigerungshaltung Galens gesprochen[44].

Bislang gibt es noch keine abschließende Darstellung in der Frage, ob Galen zweifelsfrei dem Widerstand gegen das NS-Regime zugeordnet werden kann.

B.3. Prägung Galens durch Familie und Herkunft

Um Galen und sein Handeln exakter einordnen und beurteilen zu können, ist ein kurzer Abriss seiner Kindheit und Erziehung notwendig. Nahezu jeder Historiker, der die Handlungen Galens und ihre Motive untersucht, betont die starke Prägung seiner Person durch sein Elternhaus sowohl in religiöser als auch in politischer Hinsicht[45].

Clemens August Joseph Emanuel Pius Antonius Hubertus Maria Graf von Galen wurde am 16. März 1878 als elftes von insgesamt dreizehn Kindern auf Burg Dinklage im Oldenburger Münsterland geboren. Die katholische Familie war tief religiös und ihr Alltag war durch und durch geprägt von dieser Geisteshaltung.

„Tägliche Gewissensforschung, wöchentliche Beichte und regelmäßige ignatianische Exerzitien waren selbstverständlich.“[46]

Doch nicht nur im privaten Bereich spielte der katholische Glauben für die Familie eine große Rolle. Stets wurde betont, dass katholische Prinzipien auch im öffentlichen Leben zu verankern seien. Diese Vorgabe verlor Galen während seines Lebens und Wirkens niemals aus den Augen.

Galen hielt die Reformation für einen Jammer und bedauerte die Protestanten wegen ihrer Lage. Mischehen waren in seinen Augen ein großes Übel und er war stolz auf die Tatsache, dass dies in seiner Familie bislang nicht geschehen sei[47]. Galen besaß im Ganzen ein recht intransigentes Kirchenbild.

„Ein ultramontan-hierarchisches Kirchenbild und die typischen Formen katholischer Volksfrömmigkeit – beide im Kulturkampf in besonderer Ausprägung entstanden – waren ihm als zweite Natur anerzogen worden.“[48]

Außerdem hatte die adelige Tradition eine große Bedeutung bei den von Galens. Portmann und Deimel zufolge erhielt Galen durch seine Herkunft geradezu ein Überlegenheitsgefühl gegenüber anderen[49]. Wichtig dabei ist jedoch, dass ihm „[ü]ber der Würde des Grafen […] die Würde des Bischofs [stand]“[50]. Galen selber äußerte sich in einer Predigt in Vreden vom 17. November 1937 folgendermaßen zu diesem Sachverhalt:

„Es ist nicht mein Verdienst, sondern Gottes Fügung, und es liegt mir fern, mir etwas darauf einzubilden, daß ich einer Familie des westfälischen Uradels entstamme.“[51]

Stolz auf seine adeligen Vorfahren war ihm keineswegs abzusprechen und er legte auf seine Herkunft mit Sicherheit einen gewissen Wert, doch schrieb er sich das selber nicht als besonderen Verdienst zu. Es wurde ihm zwar des Öfteren der Vorwurf gemacht, zu sehr auf das Bewahren der feudalen Vorrechte bedacht zu sein. Analysiert man allerdings seine Aussagen und Handlungen zu diesem Thema, wird deutlich, dass er sich durch seine Familientradition keinesfalls Vorrechte gegenüber anderen erhoffte, sondern diese Sonderstellung vielmehr mit Pflichten verband, die einzuhalten waren[52].

„Die mittelalterliche Denkungsart des Ritters und Edelmannes in ihrer aus dem Religiösen herausgewachsenen Dienstverpflichtung für Kirche, Reich und Volk war letzter Kern seiner adeligen Gesinnung.“[53]

Dies beinhaltete ein Gefühl der Verantwortung für das Gemeinwohl in mehreren Bereichen.

Jegliche Form der Modernisierung und Neuerung war der Galenschen Familie ein Dorn im Auge. Diese Ansicht vertrat auch Galen selber vehement. Er fürchtete die Entkirchlichung des alltäglichen Lebens und den Verfall der Sitten in allen Bereichen. Ihm war es ein großes Anliegen, die adeligen Traditionen zu erhalten und zu pflegen. Seine Ahnen blieben ihm stets seine Vorbilder.

Die schulische Laufbahn führte die von den Eltern vorgelebten Werte und Normen exakt weiter. Zunächst wurde Galen gemeinsam mit seinem Bruder Franz von einem Hauslehrer unterrichtet. Im Jahre 1890 folgte ihre Unterbringung im Gymnasium der Jesuiten in Feldkirch in Vorarlberg, das eine streng christliche Erziehung garantierte und hohes Ansehen genoss. Zu dieser Zeit begann ein regelmäßiger Briefwechsel Galens mit seiner Mutter, der in den kommenden Jahren bis zu ihrem Tod nie abriss.

1894 wechselten die Brüder auf das Gymnasium Antonianum in Vechta und kehrten somit in ihre Heimat zurück. Diese Schule zeichnete sich dadurch aus, dass dort ungewöhnlich viele Lehrer aus dem geistlichen Stand eine Anstellung besaßen[54]. Hier machte Clemens August Graf von Galen im Jahre 1896 das Abitur, konnte sich dabei jedoch nicht durch besondere Leistungen hervortun.

Clemens August Graf von Galen war stets politisch interessiert, sein Vater war Mitglied des Zentrums und lange Jahre Reichstagsabgeordneter. Dadurch wurde Galen früh in die Zentrumstradition eingeführt.

Die Frage nach der politischen Einstellung Galens wurde in der Literatur lange Zeit kontrovers diskutiert. Im Laufe meiner Arbeit werde ich auf dieses Thema intensiver eingehen.

B.4. Die Rolle der Kirche und des Episkopats

B.4.a. Das Verhältnis von Kirche und Staat im Dritten Reich

Um das Verhalten Galens einordnen zu können, ist es erforderlich, das Verhalten seiner Mitbrüder dem NS-Regime gegenüber zu kennen. Aus diesem Grund gebe ich im Folgenden einen Überblick, wie sich das deutsche Episkopat in den Jahren 1930-1945 verhielt.

Spannungen zwischen Vertretern der Katholischen Kirche und den Nationalsozialisten zeichneten sich bereits im September des Jahres 1930 ab, nachdem die NSDAP zur zweitstärksten Partei gewählt wurde. Obwohl die meisten Katholiken bezüglich ihrer parteipolitischen Einstellung eher rechts einzuordnen waren[55], verbot das bischöfliche Ordinariat Mainz den Katholiken die Mitgliedschaft in der NSDAP, anderenfalls seien sie von korporativer Betätigung innerhalb der Kirche und vom Empfang der Sakramente ausgeschlossen. In den folgenden Monaten gab es Stellungnahmen verschiedener Vertreter des deutschen Episkopats gegen den Rassismus, übertriebenen Nationalismus[56] und den generellen Terror der Partei.

„Allen Kundgebungen war gemeinsam, daß die staatspolitischen Ziele des Nationalsozialismus ausgeklammert wurden.“[57]

Trotz dieser scheinbar geschlossenen Front, die vor allem Scholder versucht herauszustellen, beurteilten die einzelnen Vertreter des Episkopats den Nationalsozialismus unterschiedlich[58].

Bemerkenswert ist jedoch, dass in nahezu keinem Fall Hitlers Streben nach einer Diktatur, seine Politik der Revanche oder die antisemitischen Züge der NSDAP kritisiert werden[59]. Das zu begründen ist keine Schwierigkeit. Bei der Mehrheit der katholischen Bevölkerung war ein latenter Antisemitismus vertreten[60]. In der einschlägigen Literatur ist immer wieder der Hinweis darauf zu finden, dass sie sehr empfänglich war für ein antiparlamentarisches, antiliberales und antikommunistisches Denken.

„Die vielleicht größte Verwandtschaft zwischen der absolutistischen Kirchenführung und dem autoritären NS-Staat lag im Führerprinzip […].“[61]

Somit wurde auch die Errichtung einer Diktatur nicht verurteilt.

Anhand dieser Gemeinsamkeiten erklärt sich auch ihre bisweilen auftretende Anfälligkeit für einige Ideale und Ideen Hitlers. Walter Dirks hat bereits im Jahre 1931 das Verhältnis der Katholischen Kirche zu der Ideologie des Nationalsozialismus analysiert und Gemeinsamkeiten erkannt[62].

Festzuhalten bleibt allerdings, dass die Mehrheit der Bischöfe Ende der zwanziger und Anfang der dreißiger Jahre der NSDAP negativ gesonnen war.

Mit Hitlers Ernennung zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 änderte sich die Haltung des deutschen Episkopats zunächst nicht[63].

„Die Veränderung in den politischen Machtverhältnissen kann nicht Anlaß sein, die aus kirchlichen Gründen beschlossene Stellungnahme zu beeinflussen.“[64]

Nach der für die Kirche vermeintlich positiven Regierungserklärung Hitlers vom 23. März 1933 schlug diese allerdings einen neuen Kurs ein[65]. Der Reichskanzler versprach in der Berliner Kroll-Oper unter anderem Folgendes:

„Die nationale Regierung sieht in den beiden christlichen Konfessionen wichtigste Faktoren der Erhaltung unseres Volkstums. Sie wird die zwischen ihnen und den Ländern abgeschlossenen Verträge respektieren; ihre Rechte sollen nicht angetastet werden. […] Ebenso legt die Reichsregierung, die im Christentum die unerschütterlichen Fundamente des sittlichen und moralischen Lebens und unseres Volkes sieht, den größten Wert darauf, die freundschaftlichen Beziehungen zum Heiligen Stuhl weiter zu pflegen und auszugestalten.“[66]

Außerdem werde der Einfluss der Kirche auf Schule und Erziehung weiterhin geschützt.

Fünf Tage später folgte eine Reaktion der Fuldaer Bischofskonferenz[67]. Es ist offensichtlich, dass diese nur aufgrund der Regierungserklärung, die von der Katholischen Kirche als eine Art Friedensangebot aufgenommen wurde[68], zustande kam. Es wurde zwar Bezug genommen auf die vormals ablehnende Haltung des Episkopats gegenüber dem Nationalsozialismus und betont, dass die Kritik an „[…] religiös-sittlichen Irrtümer[n] […]“[69] bestehen bleibe, die „[…] vorbezeichneten allgemeinen Verbote und Warnungen […]“[70] jedoch wurden aufgehoben.

Anfang Juni veröffentlichten die deutschen Bischöfe einen Hirtenbrief, aus dem hervorgeht, dass die Kirche das Regime vollständig anerkennt. Sie war demnach zur Mitarbeit an dem von den Nationalsozialisten gewünschten Staat bereit.

„Nach Jahren der Unfreiheit unserer Nation und der Missachtung und schmachvollen Verkürzung unserer völkischen Rechte muß unser Volk jene Freiheit und jenen Ehrenplatz in der Völkerfamilie wieder erhalten, die ihm aufgrund seiner zahlenmäßigen Größe und seiner kulturellen Veranlagung und Leistung gebühren.“[71]

Die zweifelsohne nationale Haltung der deutschen Bischöfe und somit eine Gemeinsamkeit mit der Regierung wird an dieser Stelle deutlich sichtbar, wenn auch ein Unterschied in der gewünschten Vorgehensweise zum Erreichen dieses Ziels bestand. Zimmermann-Buhr glaubt sogar in dem Hirtenbrief eine ähnliche Terminologie wie sie auch die Nationalsozialisten verwendeten, entdecken zu können[72]. Er sieht im deutschen Katholizismus generell eine Vielzahl von Anknüpfungspunkten für die Ideologie der Nationalsozialisten. Er nennt unter anderem den „[…] Antiliberalismus und Antimarxismus, [den] Autoritätsgedanke[n] […] [sowie das] organisch-ständische[s] Prinzip in Gesellschaft und Wirtschaft […]“[73].

[...]


[1] Joachim Kuropka. Clemens August Graf von Galen im politischen Umbruch der Jahre 1932 bis 1934. In: Ders. (Hrsg.). Clemens August Graf von Galen. Neue Forschungen zum Leben und Wirken des Bischofs von Münster. Verlag Regensberg, Münster 1992. S.61.

[2] Vgl. Rudolf Mosey. Clemens August Kardinal von Galen. Bischöfliches Wirken in der Zeit der Hitler-Herrschaft. Mit Dokumenten. Düsseldorf 1987. S.12.

[3] Vgl. Joachim Kuropka. Der Mann der Stunde. Pfarrer Clemens August Graf von Galen wird Bischof von Münster. In: Ders. (Hrsg.). Streitfall Galen. Studien und Dokumente. Aschendorff, Münster 2007. S.37-52.

[4] Vgl. u.a. Rudolf Morsey. Clemens August Kardinal von Galen – Größe und Grenze eines konservativen Krichenfürsten (1933-1946). In: Jahres- und Tagungsbericht der Görres-Gesellschaft 1990. S.12. sowie Maria Anna Zumholz. Clemens August Graf von Galen und der deutsche Episkopat 1933-1945. In: Joachim Kuropka (Hrsg.). Clemens August Graf von Galen. Neue Forschungen zum Leben und Wirken des Bischofs von Münster. Verlag Regensberg, Münster 1992. S.179ff.

[5] Winfried Süß. Kein guter Hirte? Probleme einer Galen-Biographie. In: Historisches Jahrbuch 123 (2003). S.513.

[6] Ebenda. S.518.

[7] Joachim Kuropka (Hrsg.). Streitfall Galen. Studien und Dokumente. Aschendorff, Münster 2007.

[8] Vgl. ebenda. S.9ff.

[9] Vgl. Maria Anna Zumholz. Der Krieg ist nicht das Allheilmittel für die Gebrechen der kranken Menschheit. Clemens August Graf von Galen und der Krieg. In: Joachim Kuropka (Hrsg.). Streitfall Galen. Studien und Dokumente. Aschendorff, Münster 2007. S.165-187.

[10] Vgl. Wilhelm Damberg. Katholiken, Antisemitismus und Ökumene. In: Joachim Kuropka. Menschenrechte – Widerstand – Euthanasie – Neubeginn. Verlag Regensberg, Münster 1998. S.53-70.

[11] Vgl. Eberhard Jäckel, Peter Longerich, Julius H. Schoeps. Enzyklopädie des Holocaust. Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden. Bd.I. Berlin 1993. S.502.

[12] Vgl. u.a. Heribert Gruß. Hat Bischof Clemens August Graf von Galen am Passionssonntag 1942 öffentlich für die Nichtarier (Juden) protestiert? In: Theologie und Glaube 81 (1991). Sowie Joachim Kuropka. Daß für ihn auch heute noch die Juden das auserwählte Volk Gottes seien. Bischof von Galen und die Juden. In: Ders. (Hrsg.). Joachim Kuropka (Hrsg.). Streitfall Galen. Studien und Dokumente. Aschendorff, Münster 2007. S.141-163.

[13] Peter Löffler. Bischof Clemens August Graf von Galen. Akten, Briefe und Predigten 1933-1946. 2 Bände. Ferdinand Schöningh, Paderborn 1996.

[14] Vgl. Thomas Großbölting. Katholische Brechungen des Umgangs mit der NS-Vergangenheit. Der „Löwe von Münster“ in der Erinnerung der Nachkriegszeit. In: Bernd Walter (Hrsg.). Westfälische Forschungen 51/2001. Aschendorff, Münster. S.313.

[15] Joachim Kuropka. Clemens August Graf von Galen im politischen Umbruch der Jahre 1932 bis 1934. In: Ders. (Hrsg.). Clemens August Graf von Galen. Neue Forschungen zum Leben und Wirken des Bischofs von Münster. Verlag Regensberg, Münster 1992. S.92.

[16] Vgl. Peter Löffler. Bischof Clemens August Graf von Galen. Akten, Briefe und Predigten 1933-1946. Bd.1. Ferdinand Schöningh, Paderborn 1996. S.XXXIIV.

[17] Ebenda. S.XXXIIV ff.

[18] Hans Müller. Katholische Kirche und Nationalsozialismus. Dokumente 1930-1935. Nymphenburger Verlag, München 1963. S.3.

[19] Vgl. ebenda. S.IX.

[20] Peter Löffler. Bischof Clemens August Graf von Galen. Akten, Briefe und Predigten 1933-1946. Bd.1. Ferdinand Schöningh, Paderborn 1996. S.XLI.

[21] Heinrich Portmann. Der Bischof von Münster. Das Echo eines Kampfes für Gottesrecht und Menschenrecht. Aschendorff, Münster 1946. / Ders. Kardinal von Galen. Ein Gottesmann seiner Zeit. Aschendorff, Münster 1948.

[22] Heinrich Portmann. Dokumente um den Bischof von Münster. Aschendorff, Münster 1948.

[23] Peter Löffler. Bischof Clemens August Graf von Galen. Akten, Briefe und Predigten 1933-1946. Bd.1. Ferdinand Schöningh, Paderborn 1996. S.XLIII. Vgl außerdem Heinz Hürten. Fragen an die Galenforschung. In: Joachim Kuropka (Hrsg.). Clemens August Graf von Galen. Menschenrechte, Widerstand, Euthanasie, Neubeginn. Verlag Regensberg, Münster 1998. S.23f.

[24] Joachim Kuropka (Hrsg.). Clemens August Graf von Galen. Neue Forschungen zum Leben und Wirken des Bischofs von Münster. Verlag Regensberg, Münster 1992. S.7.

[25] Vgl. Peter Löffler. Bischof Clemens August Graf von Galen. Akten, Briefe und Predigten 1933-1946. Bd.1. Ferdinand Schöningh, Paderborn 1996. S.XLIII.

[26] Rudolf Morsey. Clemens August Kardinal von Galen. In: Ders. (Hrsg.). Zeitgeschichte in Lebensbildern. Mainz 1975. Bd.2. S.37-47. / Ders. Clemens August Kardinal von Galen – Größe und Grenze eines konservativen Kirchfürsten (1933-1946). In: Jahres- und Tagungsberichte der Görres-Gesellschaft 1990. S.5-25. / Ders. Clemens August Kardinal von Galen. Versuch einer historischen Würdigung. In: Clemens August Kardinal von Galen zum Gedächtnis. Gedenkstunde zum 20. Jahrestag seines Todes im Stadttheater zu Münster am Sonntag, den 24. April 1966. Münster 1967. S.9-24. / Ders. Clemens August Kardinal von Galen. Bischöfliches Wirken in der Zeit der Hitler-Herrschaft. Mit Dokumenten. Düsseldorf 1987.

[27] Max Bierbaum. Die letzte Romfahrt des Kardinals von Galen. Aschendorff, Münster 1946. / Ders. Kardinal von Galen. Bischof von Münster. Verlag Regensberg, Münster 1947. / Ders. Nicht Lob nicht Furcht. Das Leben des Kardinals von Galen nach unveröffentlichten Briefen und Dokumenten. Verlag Regensberg, Münster 1974.

[28] Joachim Kuropka (Hrsg.). Clemens August Graf von Galen. Neue Forschungen zum Leben und Wirken des Bischofs von Münster. Verlag Regensberg, Münster 1992. / Ders. (Hrsg.). Clemens August Graf von Galen. Menschenrechte, Widerstand, Euthanasie, Neubeginn. Verlag Regensberg, Münster 1998. / Ders. (Hrsg.). Geistliche und Gestapo. Klerus zwischen Staatsallmacht und kirchlicher Hierarchie. Verlag Regensberg, Münster 2004.

[29] Joachim Kuropka (Hrsg.). Meldungen aus Münster 1924-1944. Geheime und vertrauliche Berichte von Polizei, Gestapo, NSDAP und ihren Gliederungen, staatlicher Verwaltung, Gerichtsbarkeit und Wehrmacht über die politische und gesellschaftliche Situation in Münster. Verlag Regensberg, Münster 1992.

[30] Hubert Wolf. Clemens August Graf von Galen. Gehorsam und Gewissen. Herder Verlag, Freiburg 2006.

[31] Ebenda. S.10.

[32] Vgl. ebenda. S.13.

[33] Winfried Süß. Kein guter Hirte? Probleme einer Galen-Biographie. In: Historisches Jahrbuch 123 (2003). S.511-526.

[34] Johann Neuhäusler. Kreuz und Hakenkreuz. Der Kampf des Nationalsozialismus gegen die katholische Kirche und der kirchliche Widerstand. Verlag der Katholischen Kirche Bayerns, München 1946.

[35] Vgl. ebenda. S.262.

[36] Ernst-Wolfgang Böckenförde. Der deutsche Katholizismus im Jahre 1933. Eine kritische Betrachtung. In: Hochland 53 (1960/1961). S.213-239.

[37] Vgl. Georg Denzler. Widerstand oder Anpassung? Katholische Kirche und Drittes Reich. Piper Verlag, München 1984. S.112.

[38] Heinz-Albert Raem. Katholische Kirche und Nationalsozialismus. Eine Quellensammlung für den katholischen Religionsunterricht an weiterführenden Schulen. Ferdinand Schöningh, München 1980. S.18.

[39] Vgl. Ernst Schmid. Lichter in der Finsternis. Widerstand und Verfolgung in der NS-Zeit 1933-1945. Frankfurt 1980.

[40] Joachim Kuropka. Clemens August Graf von Galen – kein Mann für Klischees und Schablonen. In: Ders. (Hrsg.). Menschenrechte – Widerstand – Euthanasie – Neubeginn. Verlag Regensberg, Münster 1998. S.12.

[41] Joachim Kuropka. Hat Bischof Clemens August Graf von Galen Widerstand gegen den Nationalsozialismus geleistet? In: Ders. (Hrsg.). Clemens August Graf von Galen. Neue Forschungen zum Leben und Wirken des Bischofs von Münster. Verlag Regensberg, Münster 1992. S.371.

[42] Die Zeit vom 28.3.1946 sowie The New York Times vom 8.6.1942.

[43] Joachim Kuropka. Hat Bischof Clemens August Graf von Galen Widerstand gegen den Nationalsozialismus geleistet? In: Ders. (Hrsg.). Clemens August Graf von Galen. Neue Forschungen zum Leben und Wirken des Bischofs von Münster. Verlag Regensberg, Münster 1992. S.372.

[44] Vgl. Klemens von Klemperer. Kirchen, Religion und Widerstand. In: Joachim Kuropka. Menschenrechte – Widerstand – Euthanasie – Neubeginn. Verlag Regensberg, Münster 1998. S.114.

[45] Vgl. Maria Anna Zumholz. Die Tradition meines Hauses. Zur Prägung Clemens August Graf von Galens in Familie, Schule und Universität. In: Joachim Kuropka (Hrsg.). Clemens August Graf von Galen. Neue Forschungen zum Leben und Wirken des Bischofs von Münster. Verlag Regensberg, Münster 1992. S.11ff.

[46] Hubert Wolf. Clemens August Graf von Galen. Gehorsam und Gewissen. Herder Verlag, Freiburg 2006. S.19.

[47] Vgl. Hubert Wolf. Clemens August Graf von Galen. Gehorsam und Gewissen. Herder Verlag, Freiburg 2006. S.21.

[48] Vgl. ebenda. S.24.

[49] Vgl. Heinrich Portmann. Kardinal von Galen. Ein Gottesmann seiner Zeit. Aschendorff, Münster 1948. S.192. sowie Ludwig Deimel. Clemens August Graf von Galen. Bischof von Münster. Regensberg, Münster 1948. S.9.

[50] Heinrich Portmann. Kardinal von Galen. Ein Gottesmann seiner Zeit. Aschendorff, Münster 1948. S.193.

[51] Peter Löffler. Bischof Clemens August Graf von Galen. Akten, Briefe und Predigten 1933-1946. Bd.1. Ferdinand Schöningh, Paderborn 1996. Nr.232. S.584.

[52] Vgl. Heinrich Portmann. Kardinal von Galen. Ein Gottesmann seiner Zeit. Aschendorff, Münster 1948. S.193.

[53] Ebenda.

[54] Vgl. Maria Anna Zumholz. Die Tradition meines Hauses. Zur Prägung Clemens August Graf von Galens in Familie, Schule und Universität. In: Joachim Kuropka (Hrsg.). Clemens August Graf von Galen. Neue Forschungen zum Leben und Wirken des Bischofs von Münster. Verlag Regensberg, Münster 1992. S.19.

[55] Vgl. Hans Müller. Katholische Kirche und Nationalsozialismus. Dokumente 1930-1935. Nymphenburger Verlag, München 1963. S.9.

[56] Zu der Begriffswahl vgl. Bernhard Zimmermann-Buhr. Die Katholische Kirche und der Nationalsozialismus in den Jahren 1930-1933. Campus Verlag, Frankfurt 1982. S.18f.

[57] Hans Müller. Katholische Kirche und Nationalsozialismus. Dokumente 1930-1935. Nymphenburger Verlag, München 1963. S.6. Vgl. auch Bernhard Zimmermann-Buhr. Die Katholische Kirche und der Nationalsozialismus in den Jahren 1930-1933. Campus Verlag, Frankfurt 1982. S.16f.

[58] Vgl. Bernhard Zimmermann-Buhr. Die Katholische Kirche und der Nationalsozialismus in den Jahren 1930-1933. Campus Verlag, Frankfurt 1982. S.11ff. Vgl. auch Heinz-Albert Raem. Katholische Kirche und Nationalsozialismus. Eine Quellensammlung für den katholischen Religionsunterricht an weiterführenden Schulen. Ferdinand Schöningh, München 1980. S.112f.

[59] Vgl. Hans Müller. Katholische Kirche und Nationalsozialismus. Dokumente 1930-1935. Nymphenburger Verlag, München 1963. S.7.

[60] Vgl. ebenda. S.10.

[61] Georg Denzler. Widerstand oder Anpassung? Katholische Kirche und Drittes Reich. Piper Verlag, München 1984. S.27.

[62] Vgl. Walter Dirks. Alfred Delp. In: Hermann Graml (Hrsg.). Widerstand im Dritten Reich. Probleme, Ereignisse, Gestalten. Frankfurt 1984.

[63] Vgl. Bernhard Zimmermann-Buhr. Die Katholische Kirche und der Nationalsozialismus in den Jahren 1930-1933. Campus Verlag, Frankfurt 1982. S.49f.

[64] Rundschreiben des Kardinals Bertram vom 19. März 1933. Zitiert nach Bernhard Zimmermann-Buhr. Die Katholische Kirche und der Nationalsozialismus in den Jahren 1930-1933. Campus Verlag, Frankfurt 1982. S.51

[65] Vgl. Marc Steinhoff. Widerstand gegen das Dritte Reich im Raum der Katholischen Kirche. Peter Lang, Frankfurt 1997. S.41.

[66] Carsten Nicolaisen, Georg Kretschmar (Hrsg.). Dokumente zur Kirchenpolitik des Dritten ReichesBand I: Das Jahr 1933. München 1971. S.24.

[67] Bernhard Stasiewski. Akten deutscher Bischöfe über die Lage der Kirche 1933-1945. Bd.1 (1933-1934). Mainz 1968. S.30ff.

[68] Brief Faulhabers an Gföllners vom 3. April 1933. Zitiert nach Bernhard Zimmermann-Buhr. Die Katholische Kirche und der Nationalsozialismus in den Jahren 1930-1933. Campus Verlag, Frankfurt 1982. S.69.

[69] zitiert nach Georg Denzler. Widerstand oder Anpassung? Katholische Kirche und Drittes Reich. Piper Verlag, München 1984. S.24.

[70] zitiert nach ebenda.

[71] Hirtenbrief der deutschen Bischöfe von Anfang Juni. Zitiert nach Bernhard Zimmermann-Buhr. Die Katholische Kirche und der Nationalsozialismus in den Jahren 1930-1933. Campus Verlag, Frankfurt 1982. S.71.

[72] Vgl. ebenda. S.72.

[73] Bernhard Zimmermann-Buhr. Die Katholische Kirche und der Nationalsozialismus in den Jahren 1930-1933. Campus Verlag, Frankfurt 1982. S.84.

Details

Seiten
89
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783638847247
Dateigröße
692 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v81453
Institution / Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Note
2,0
Schlagworte
Recht Widerstand Wandel Galens Vorstellung Verhältnis Kirche Staat Dritten Reich

Autor

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Titel: Das Recht auf Widerstand - Der Wandel von Galens Vorstellung zum Verhältnis von Kirche und Staat im Dritten Reich