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Schulische und außerschulische Lernorte im dualen System

Referat (Ausarbeitung) 2005 7 Seiten

BWL - Didaktik, Wirtschaftspädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Problemstellung

2. Lernortstruktur in der dualen Berufsausbildung

3. Verschiedene Lernorte im dualen System
3.1. Lernort Betrieb
3.2 Lernort überbetriebliche Berufsbildungsstätten
3.3 Lernort Berufschule

Literaturverzeichnis

1. Problemstellung

Der Begriff „Lernort“ wurde 1974 vom deutschen Bildungsrat in den pädagogischen und bildungspolitischen Sprachgebrauch eingeführt. Dabei wurde definiert, dass der Lernort eine vom öffentlichen Bildungswesen anerkannte Einrichtung ist, die Lernangebote organisiert. Der Begriff „Ort“ besagt, dass Lernen nicht nur zeitlich, sondern auch örtlich gegliedert ist. Es handelt sich dabei nicht allein um räumlich verschiedene, sondern auch in ihrer pädagogischen Funktion unterscheidbare Orte. Die Lernorte Schule, Betrieb und überbetriebliche Berufsbildungsstätten (ÜBS) haben ihre pädagogisch didaktische Eigenständigkeit und erhalten ihre Besonderheit aufgrund ihrer unterschiedlichen Funktionen im komplexen Lernprozess (vgl. Deutscher Bildungsrat 1974, 69-71 zit. n. Pätzold/ Walden 1994, 11).

Doch obwohl die duale Berufsausbildung in Deutschland hohes Ansehen weit über die nationalen Grenzen hinaus genießt, wurde Ende der Neunziger Jahre ihre zukünftige Leistungsfähigkeit und Attraktivität in Frage gestellt; dies vor dem Hintergrund erhöhter intellektueller Ansprüche, sinkender Lehrstellenangebote und einer sich verändernden Gesellschaft und Wirtschaft. Unbestritten wichtig sind daher die eingeleiteten Reformen, wie zum Beispiel die Neuentwicklung/Modernisierung einzelner Berufsbilder, der lernfeldstrukturierte Berufsschulunterricht oder die weiterhin verstärkte Kooperation betrieblicher und schulischer Ausbildung. Nur auf diesem Weg lässt sich die Ausbildungsqualität steigern, können Ausbildungskapazitäten besser genutzt und den strukturellen Veränderungen in der Wirtschaft besser entsprochen werden. Mit der Verbindung von Arbeiten und Lernen sollen junge Menschen auch weiterhin eine zukunftsfähige Berufsqualifikation erhalten.

Die vorliegende Arbeit soll einen Überblick über die Lernorte, ihre Merkmale und Bedeutung in der dualen Berufsausbildung in Deutschland geben. Dabei ist es wichtig, im 2. Kapitel zuerst allgemein die Lernortstruktur in der dualen Berufsausbildung zu skizzieren. Danach folgt mit dem 3. Kapitel das Kernstück der Arbeit; hier werden im einzelnen die wesentlichen Merkmale der einzelnen Lernorte herausgearbeitet und auf ihre besondere Bedeutung hingewiesen.

2. Lernortstruktur in der dualen Berufsausbildung

Die Berufsausbildung in anerkannten Ausbildungsberufen wird nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) an zwei Lernorten vermittelt, nämlich im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Daher spricht man auch vom dualen System der Berufsausbildung. Die gesetzliche Grundlage für die duale Berufsausbildung bilden das Berufsbildungsgesetz, die Handwerksordnung (HwO) und das Schulgesetz der Länder. Die Ausbildung dauert je nach Beruf zwei bis dreieinhalb Jahre. Die Berufsausbildung erfolgt auf der Grundlage bundeseinheitlicher Ausbildungsverordnungen. Zu den Verantwortlichen für das duale System der Berufsausbildung in Deutschland zählen Bund, Länder, Wirtschaft und Gewerkschaften, die die Berufsausbildung am Berufskonzept ausgerichtet haben. Somit bilden die anerkannten Ausbildungsberufe eine Qualifizierungsebene für den Fachkräftebedarf der Wirtschaft. Knapp 70% eines Altersjahrgangs erlernen nach der Beendigung der Schule einen der ca. 390 staatlich anerkannten Ausbildungsberufe. Dabei ist gesetzlich kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, die Rahmenlehrpläne und Ausbildungsordnungen bauen allerdings grundsätzlich auf dem Niveau des Hauptschulabschlusses auf. Im Jahr 2002 bildeten ca. 600.000 Betriebe aus allen Wirtschaftszweigen knapp 1,6 Mio. Lehrlinge aus. Neben der betrieblichen Berufsausbildung des duales Systems, besteht auch die Möglichkeit zur schulischen Berufsausbildung (vgl. KMK 2000, 3-6 und vgl. BIBB Berufsausbildung 2004 ).

3. Verschiedene Lernorte im dualen System

3.1. Lernort Betrieb

Im dualen Ausbildungssystem der Bundesrepublik ist der Betrieb schon allein deshalb der wichtigste Lernort, weil auf ihn etwa drei Viertel der Ausbildungszeit entfällt; zudem ist dieser Lernort außerordentlich vielgestaltig. Er reicht vom Kleinbetrieb mit einer engen persönlichen Beziehung zwischen Ausbilder und Auszubildenden bis zur gegliederten Ausbildungsorganisation in Großbetrieben, die oft mit eigener Ausbildungsabteilung und speziellen Ausbildungszentren ausgestattet sind (vgl. Greinert 1995, 29 und 54). Für die Ausbildung im Betrieb sind Ausbilder und Meister zuständig, die fachlich und persönlich geeignet sein sollen. Die betriebliche Berufsausbildung erfolgt nach bundeseinheitlicher Ausbildungsordnung, die eine breit angelegte Grundausbildung im Beruf vorsieht und neben der fachlichen, praktischen Qualifikation auch Berufserfahrung vermitteln soll. Der Betrieb erstellt auf Grundlage der Ausbildungsordnung einen Ausbildungsplan, in dem die Ausbildung zeitlich und sachlich so geplant wird, damit das Ausbildungsziel in der vorgesehenen Zeit erreicht werden kann.. Der Auszubildende ist angehalten, über die Ausbildung im Betrieb ein Berichtsheft als Ausbildungsnachweis zu führen, außerdem muss er eine Zwischenprüfung ablegen, die der Kontrolle seines Leistungsstandes dient und nicht in das Ergebnis der Abschlussprüfung eingeht. Die Abschlussprüfung wird vor dem Prüfungsausschuss der zuständigen Stelle für Berufsbildung abgelegt. Bei Nichtbestehen kann die Abschlussprüfung zweimal wiederholt werden. Mit der bestandenen Abschlussprüfung wird eine Gesellen-, Fachangestellten- oder Facharbeiterqualifikation erworben; bei besonderen Leistungen kann in vielen Bundesländern gleichzeitig ein mittlerer Bildungsabschluss erreicht werden. Ferner ist der Ausbildungsbetrieb verpflichtet, dem Auszubildenden ein Abschlusszeugnis über die absolvierte Ausbildung auszuhändigen (vgl. BIBB Berufsbildungsbericht 2004 ).

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Details

Seiten
7
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638840132
Dateigröße
341 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v81128
Institution / Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz – FB 03 Rechts- und Wirtschaftswissenschaften
Note
1,0
Schlagworte
Schulische Lernorte System

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Titel: Schulische und außerschulische Lernorte im dualen System