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Die Bedeutung der Internet-Ökonomie für den Handel

Hausarbeit 2002 19 Seiten

BWL - Personal und Organisation

Leseprobe

I. Inhaltsverzeichnis

1. Themenabgrenzung und Ziel

2. Internet-Ökonomie
2.1. Begriff
2.2. Grundlagen und Indikatoren
2.2.1. Die Vorreiterrolle der USA
2.2.2. US-amerikanische Entstehungsgrundlagen
2.3. Charakteristika und Wirkung

3. Die Wirkung auf den Handel im Allgemeinen
3.1. Die Handelsvorteile des Internets
3.2. Wirkung auf Betriebs- und Volkswirtschaft
3.2.1. Unternehmen und Handel im Internet
3.2.2. Veränderungen der Kundenbeziehungen
3.2.3. Der Einfluss auf die Unternehmensbeziehungen
3.2.4. Besonderheiten des E-Commerce
3.2.5. Der traditionelle Handel im B2B-Bereich
3.2.6. Die Veränderungen im B2B-Geschäft
3.2.7. Bedeutung für die gesamte Volkswirtschaft
3.3. Einflüsse auf die Beschäftigung
3.4. Auswirkungen auf die Vertriebsstruktur
3.5. Wirkung auf den Einzelhandel

4. Ausblick

Literaturverzeichnis

1. Themenabgrenzung und Ziel

Der Einfluss des Internets auf den Handel lässt sich nicht mehr dementieren. Mittlerweile kann man im Internet fast jede Dienstleistung, angefangen vom Bankgeschäft bis hin zur Reisebuchung und jedes Produkt, ob Schuhe, Kosmetik oder sogar Lebensmittel erwerben.

Die vorliegende Hausarbeit soll zunächst den Begriff, grundlegende Informationen sowie die Rahmenbedingungen der Internet-Ökonomie (IÖ) näher darstellen.

Das Hauptziel der Hausarbeit besteht in der Darstellung der Bedeutung der IÖ für die Volks- und Betriebswirtschaften und deren Handelsaktivitäten. Als detaillierte Erklärungsbeispiele sollen dabei der Business-to-Business-Bereich, sowie der Einzelhandel dienen. Auf den Business-to-Consumer-Bereich soll wegen der geringeren Bedeutung nicht vertieft eingegangen werden.

2. Internet-Ökonomie

Das Wachstum der IÖ ist von einer bemerkenswerten Dynamik geprägt und aus den wissenschaftlichen Reihen nicht mehr wegzudenken. Der Einfluss dieser neuartigen Ökonomie ist so stark, dass die traditionellen Gesetze der Ökonomie immer mehr von den Gesetzmäßigkeiten der IÖ abgelöst werden und auf diese Weise eine moderne Ära entsteht, die von völlig neuartigen Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen geprägt ist.[1]

2.1. Begriff

Es existiert bereits eine Fülle an Definitionen die versuchen den Begriff der IÖ zu beschreiben. Beim Vergleich dieser Erklärungen lassen sich gewisse Grundmerkmale feststellen, die dem Begriff der IÖ eindeutig zugeordnet werden. Die IÖ wird so als eine digitale und globale Ökonomie definiert, deren Basis die Informations- und Kommunikationstechnologien bilden und für deren Entwicklung immaterielle Produktionsfaktoren immer wichtiger werden.[2]

Konkret als Definition heißt dies: „Die Internet-Ökonomie ist eine im wesentlichen digital basierte Ökonomie, welche die computerbasierte Vernetzung nutzt, um Kommunikation, Interaktionen und Transaktionen in einem globalen Rahmen zu ermöglichen.“[3]

2.2. Grundlagen und Indikatoren

Zu Anfang wurde das Internet fast ausschließlich für Kommunikationszwecke unter Firmen bzw. akademischen Instituten genutzt.[4] Neben den einschneidenden Entwicklungen in der gesamten Informations- und Kommunikationstechnologie gab es noch weitere bedeutende Grundlagen die das Wachstum der IÖ forcierten. Eine wichtige technische Grundlage war die Standardisierung der Datenübertragung in Internetform, die sogenannte Digitalisierung.[5] Hinzukommend musste zunächst einmal ein Netzwerkeffekt erfolgen, d.h. um erfolgreich zu sein musste eine kritische Masse (zum Geschäftserfolg ausreichende Anzahl) von Nutzern vorhanden sein.[6],[7] Die Anschaffungskosten für Computer als Grundlage für die Partizipation am Internet sind deutlich gesunken und es stehen andere preisgünstigere Möglichkeiten, wie z.B. die Nutzung des in Internet-Cafés zur Verfügung.[8]

Ein weiterer die IÖ forcierender Faktor sind die immer größer werdenden Datenspeichermöglichkeiten, die zudem noch kostenlos sind genauso wie die weitreichenden Datentransfermöglichkeiten.[9]

2.2.1. Die Vorreiterrolle der USA

Hinsichtlich der Entstehung der IÖ werden die USA als eindeutige Vorreiter betrachtet, genauer gesagt deren stetig steigendes Wirtschaftswachstum zu Anfang der neunziger Jahre. Das Phänomen dieses Wachstums war, dass es - zumindest zeitweise - dem Gesetz des „Magischen Vierecks“ nicht zu unterliegen schien. So konnten die USA sowohl eine niedrige Arbeitslosenquote, die schon beinahe einer Vollbeschäftigung glich, als auch eine niedrige Inflationsrate, sowie eine kontinuierliche Erhöhung der Staatseinnahmen verzeichnen[10]

Dem Gesetz des „Magisches Vierecks“ nach lassen sich aber z.B. Wirtschaftswachstum und Preisniveaustabilität normalerweise nicht gleichzeitig erfolgreich verfolgen.[11]

Im Fall der USA wird das Wirtschaftswachstum unmittelbar mit der Ausbreitung der IÖ in Zusammenhang gebracht. Außerhalb des Agrarbereiches wurde das Produktivitätswachstum der USA in den Jahren von 1970 bis 1995 mit jährlich 1,75 % beziffert, zwischen 1998 und 2000 sogar mit 4 %. Zwischen 1990 und 2000 wuchs allein in den USA die IÖ um jährlich etwa 8 bis 9 %.[12]

So erwirtschafteten die Unternehmen der Informations- und Kommunikationstechnologie im Jahre 1998 einen Umsatz von 955 Milliarden US-Dollar, also ein Drittel des gesamten US-amerikanischen Wirtschaftswachstumsumsatzes, obwohl der Anteil der Informations- und Kommunikationstechnologie am gesamten Arbeitsmarkt bisher nur 8 % beträgt.[13]

Dieses überdurchschnittliche Wachstum hatte signifikante Einflüsse auf die gesamte Volkswirtschaft der USA. Als Indikatoren hierfür sind zu nennen: der deutliche höhere Anstieg der Stellenangebote und unternehmerischen Investitionen in den Bereichen Software, Telekommunikation und Unternehmensberatung, verglichen mit den entsprechenden Zahlen innerhalb der traditionellen Wirtschaftsbereiche. Trotz des hohen Wirtschaftswachstums konnte keine überdurchschnittliche inflationäre Entwicklung festgestellt werden.[14]

2.2.2. US-amerikanische Enstehungsgrundlagen

Die Gründe für die Ausbreitung der IÖ in den USA sind vielfältig.

Die Basis bildet wohl das typisch US-amerikanische Unternehmertum, welches auch als Entrepreneurship bezeichnet wird. Es zeichnet sich einerseits durch eine sehr hohe Einsatz- und Risikobereitschaft des Einzelnen als Unternehmer aus, und andererseits durch die Bereitschaft der amerikanischen Gesellschaft, eine unternehmerische Niederlage zu tolerieren. Beides sind Faktoren, welche die Erfolgswahrscheinlichkeit der Neugründung erheblich erhöhen. Außerdem wird durch die dadurch relativ hohe Anzahl der Neugründungen eine gesteigerte permanente Nachfrage nach Dienstleistungen und Produkten der IÖ geschaffen. Auf diese Weise werden weitere Entwicklungen gefördert und somit auch das Angebot an Produkten und Dienstleistungen der IÖ kontinuierlich erhöht. Neben den schon genannten besonders günstigen Grundlagen der US-amerikanischen Gesellschaft existieren noch weitere Faktoren, die sich positiv auf die Ausbreitung der IÖ in den USA ausgewirkt haben, wie z.B. die flexiblen Arbeitszeiten, die hohe Investitionsbereitschaft privater und öffentlicher Kapitalgeber, und auch die relativ niedrigen Steuern, sowie eine sinnvolle Gestaltung der Finanz-, Haushalts-, und Geldpolitik ebenso wie die zukunftsorientierte Ausbildung an den Hochschulen des Landes.[15]

Während der Begriff der IÖ oder auch New Economy in den USA bald zu einer Selbstverständlichkeit in wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Veröffentlichungen wurde, so ging die Entwicklung in Europa dagegen eher zögernd voran.[16]

Es herrschen sogar heute noch lebhafte Diskussionen darüber, inwieweit die wachsende Produktivität im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie, sowie die Einflüsse des US-amerikanischen Unternehmertums und der Kapitalmärkte als Indikator für die Verbreitung der IÖ betrachtet werden können.[17]

[...]


[1] Vgl. Wirtz B. W. (2001), S. 21

[2] Vgl. Wirtz, B. W. (2001), S. 21-22

[3] Wirtz, B. W. (2001), S.23

[4] Vgl. European Communication Council Report (2001), S. 152

[5] Vgl. European Communication Council Report (2001), S. 147

[6] Vgl. Beck, H./Prinz, A. (1999), S.35-38

[7] Vgl. European Communication Council Report (2001), S. 16

[8] Vgl. European Communication Council Report (2001), S. 21

[9] Vgl. Wirtz, B. W. (2001), S. 23

[10] Vgl. Wirtz, B. W. (2001), S. 18

[11] Vgl. Wirtz, B. W. (2001), S. 18

[12] Vgl. Wirtz, B. W. (2001), S. 18

[13] Vgl. Wirtz, B. W. (2001), S. 19-20

[14] Vgl. Wirtz, B. W. (2001), S. 19

[15] Vgl. Wirtz, B. W. (2001), S. 20

[16] Vgl. Wirtz, B. W. (2001), S. 19

[17] Vgl. Wirtz, B. W. (2001), S. 19

Details

Seiten
19
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638857994
ISBN (Buch)
9783640179817
Dateigröße
528 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v81113
Institution / Hochschule
Hochschule RheinMain
Note
2,0
Schlagworte
Bedeutung Internet-Ökonomie Handel Organisation/Personalmanagement

Autor

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Titel: Die Bedeutung der Internet-Ökonomie für den Handel